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  • Infiziert? Schweden verwirft PCR-Test als nutzlos

    Schwedens oberste Gesundheitsbehörde setzt nicht länger auf PCR-Tests, um festzustellen, ob jemand SARS-CoV-2-infiziert und ansteckend ist. Die offizielle Begründung der schwedischen Regierungsbehörde für öffentliche Gesundheit, Folkhälsomyndigheten, liest sich, als hätten berüchtigte Covidioten wie Dr. Wodarg und Prof. Bhakdi sie verfasst: „Die in Tests zum Nachweis von Viren verwendete PCR-Technologie kann nicht zwischen Viren, die Zellen infizieren können, und Viren, die vom Immunsystem neutralisiert wurden, unterscheiden. Daher können diese Tests nicht verwendet werden, um festzustellen, ob jemand ansteckend ist oder nicht. RNA aus dem Virus kann oft wochenlang nach der Krankheit nachgewiesen werden, bedeutet jedoch nicht, dass Sie immer noch ansteckend sind.“ Zur Beurteilung, ob jemand infiziert ist, legt die Behörde „nationale Kriterien“ fest, die auf tatsächliche Anzeichen einer Erkrankung ausgerichtet sind: Der Betreffende muss seit mindestens zwei Tagen fieberfrei sein und seit mindestens einer Woche keine Covid-19-typischen Symptome aufweisen. Diese Kriterien entwickelte die Behörde in Zusammenarbeit mit Vertretern der schwedischen Fachverbände für Infektionsmedizin, klinische Mikrobiologie, Hygiene und Infektionskontrolle. Eine beglaubigte Übersetzung geht von Stockholm hoffentlich umgehend nach Berlin – ins Robert-Koch-Institut, das Kanzleramt, das Bundesgesundheitsministerium und die Charité. Quelle: https://www.folkhalsomyndigheten.se/publicerat-material/publikationsarkiv/v/vagledning-om-kriterier-for-bedomning-av-smittfrihet-vid-covid-19 Harald Wiesendanger

  • Frohe Weihnachten, soweit möglich!

    „Oh du fröhliche, oh du selige …“: Wie stimmungsvoll feiert eine gnadenlos infektionsgeschützte Christenheit das Fest der Geburt Jesu? Der PCR-getestete Weihnachtsmann desinfiziert seine Geschenke. Maria und Josef stecken in Ganzkörper-Schutzanzügen. Von den Heiligen Drei Königen bleiben zwei im Morgenland, weil Personen aus maximal zwei Haushalten zusammenkommen dürfen; der dritte unterwirft sich einer zweiwöchigen Vorquarantäne und hält zwei Meter Sicherheitsabstand zur Krippe. Der Stern von Bethlehem trägt Corona-Spikes. Der Engel des Herrn hält sich an die nächtliche Ausgangssperre, 2021 will er sich erst nach empfangener Covid-19-Impfung blicken lassen. Keiner singt, zwecks Verzicht auf Aerosolabsonderungen voller Killerkeime. Sicherheitskräfte umzingeln den Stall, halten Wasserwerfer und Tränengas bereit, für den Fall, dass gegen AHA-Regeln verstoßen wird. Oh, du fröhliche … Wahrlich, der „Knallhart-Lockdown“ beschert uns ein weltgeschichtlich einmaliges Weihnachten 2020. Dass diese schöne Bescherung alternativlos ist, können nur Covidioten bezweifeln, nicht wahr? Anscheinend versäumen sie es, aus „verlässlichen Quellen“ zu schöpfen. Falls sie es täten: Was könnten sie daraus lernen? Näheres zur „zweiten Welle“ hier: https://archive.newsletter2go.com/?n2g=3ld6f61z-49c7pgjm-sbz Harald Wiesendanger

  • Du sollst nicht wissen.

    Facebook will nicht, dass du davon erfährst. Es zensierte meine Artikelserie “Corona-Rätsel“ – angeblich verstößt sie gegen „Gemeinschaftsstandards“. Also habe ich daraus ein Buch gemacht - Danke für den Anstoß dazu, liebe „Faktenchecker“! „CORONA-RÄTSEL“ hieß eine Artikelserie, in der ich Ende Mai/Anfang Juni 2020 den Verdacht begründete: Dieses Virus ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst feste Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus jetzt ein Buch gemacht: 335 Seiten für 12,99 € (PDF, EPUB oder MOBI für Kindle). Infos/Bestellung hier. Die ursprünglich 12 Folgen habe ich aktualisiert und erweitert. Fünf neue sind hinzugekommen – unter anderem über den Irrsinn biologischer Hochrisikoforschung; über die Nutznießer der Pandemie; über die globale Propagandamaschine, derer sie sich bedienen. Harald Wiesendanger

  • Wo bleiben Faktenchecks von Faktencheckern?

    Böse Zungen behaupten, „Faktenchecker“ würden dafür bezahlt, unliebsame Systemkritik auszuschalten. Selbstverständlich lassen sich solche ehrenrührigen Anschuldigungen ohne weiteres widerlegen. KLARTEXT weiß, wie. Lassen sich sogenannte „Faktenchecker“ und sonstige Wahrheitswächter von privaten Medienkonzernen, staatlichen und internationalen Organisationen anheuern, um Widerrede zu diskreditieren? Covidiotische Verschwörungstheoretiker verbreiten die üble Nachrede: Nicht bloß hungertuchnagende Trolle, sondern gestandene Journalisten von solch verdienstkreuzwürdigen Einrichtungen wie der Deutschen Presseagentur und dem sogenannten „Recherchezentrum Correctiv“ lassen sich dafür kaufen. Skrupellos geben sie sich dafür her, Querdenker zu Fake-News-Verbreitern zu stempeln: beispielsweise Kritiker von coronoiden Regierungen, von politisch korrekten Experten wie dem wirrologischen Säulenheiligen Drosten, der alarmistischen WHO, des chronisch besorgten Robert-Koch-Instituts, des Spritzenfetischisten Bill Gates, der Pharmaindustrie. Glücklicherweise lassen sich solche ehrenrührigen Anschuldigungen ohne weiteres widerlegen. Wie wäre es, werte Faktenchecker, wenn ihr abwechslungsweise einmal den Wahrheitsgehalt der folgenden Behauptungen unter die Lupe nehmt: Auch Deutschlands zweiter Lockdown ist „geeignet, erforderlich und verhältnismäßig.“ (Angela Merkel am 29.10.2020) Die Kanzlerin „glaubt daran, dass es wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die real sind, und an die man sich besser halten sollte.“ (Merkels Pressesprecherin Ulrike Demmer beio der Bundespressekonferenz am 13.1.2021.) „Um uns herum explodieren die Zahlen.“ (Markus Söder, 7.10.2020) „PCR-Tests stellen Infektionen fest.“ „Kein einziger Arbeitsplatz geht wegen Corona verloren.“ (Peter Altmaier bei „Hart aber fair“, 16.3.2020) „Es geht um Leben und Tod.“ (Armin Laschet, 1.4.2020) „Ohne Impfung sind wir dem Virus schutzlos ausgeliefert.“ (Markus Söder) „9 von 10 Menschen können durch die Impfung vor einer Infektion geschützt werden.“ (Bayerischer Rundfunk und Berliner Zeitung.) Der Impfstoff von Pfizer und BioNTech „erwies sich als mehr als 90 % wirksam im Schutz vor COVID-19-Erkrankung“. (Presseerklärung von Pfizer/BioNTech, „Schwedens Sonderweg in der Corona-Krise ist gescheitert.“ „Die Situation ist sehr ernst.“ (Lothar Wieler, 22.10.2020) „1244 Corona-Tote in 24 Stunden.“ (tagesschau.de, 14.1.2021.) „Deutschland gehört mittlerweile zu den am schlimmsten betroffenen Ländern weltweit, wenn es um Corona-Tote geht.“ (Tagesspiegel, 14.1.2021) „Corona ist viel gefährlicher als angenommen.“ (Markus Söder, August 2020) „Corona ist die Katastrophe unserer Zeit. Wir müssen die Notbremse ziehen. Wenn wir jetzt nicht alle gemeinsam das Virus bekämpfen, werden wir größten Schaden nehmen. Die Zeit der Ausnahmen ist vorbei. Was für alle gilt, ist auch gerecht.“ (Ein Katastrophenfall namens Söder, Regierungserklärung am 15.12.2020 im Bayerischen Landtag.) „Die Pandemie wird nicht verschwinden, bis wir einen Impfstoff haben.“ (Angela Merkel am 8.4.2020) „Covid-19 ist viel gefährlicher als die Grippe.“ „Querdenken richtet sich gegen die freiheitliche Grundordnung.“ (Bayerns Innenminister Thomas Strobl am 9.12.2020) „Der Lockdown hat in Europa 3 Millionen Leben gerettet.“ (Imperial College London, Juni 2020) „Jens Spahn war ein Pharmalobbyist – und agiert so, als sei er es weiterhin.“ „Die Gates-Stiftung spendete dem Robert-Koch-Institut im November 2019 253.000 US-Dollar, der Charité Berlin im Dezember 2019 und März 2020 zusammengerechnet 336.000 US-Dollar.“ „Jens Spahn war von vornherein eine völlige Fehlbesetzung als Gesundheitsminister. Angela Merkel hat ihn nur aus politischen Gründen in dieses Amt befördert, für das er keinerlei fachliche Kompetenz besitzt.“ (AfD Bayern, März 2020) „Das Virus kann zurecht als Killerkeim bezeichnet werden.“ (Fuldaer Zeitung, 20.5.2020) „Wir haben seit Beginn der harten Maßnahmen und der Kontaktbeschränkungen insgesamt sehr viel erreicht.“ (Angela Merkel, 20.4.2020) „Mit Masken hält man das Virus nicht auf.“ (Christian Drosten, 30.1.2020) „Es muss verboten werden, öffentlich unwahre Behauptungen über (…) Ursache, Ansteckungswege, Diagnose und Therapie von Covid-19 zu verbreiten.“ (Boris Pistorius, Niedersachsens Innenminister, am 17.3.2020 auf spiegel.de) „Die Zahl der Corona-Todesopfer ist weltweit auf mehr als eine Million gestiegen. (…) Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen.“ (Tagesschau, 29.9.2020.) „Die (PCR-)Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen erklären.“ (Christian Drosten im Mai 2014, anlässlich eines MERS-Ausbruchs auf der arabischen Halbinsel) „Permanenter Stress, ununterbrochene Aufgeregtheit und Angst schädigen Körper und Seele eines Menschen. (…) Wer die Gesellschaft mit immer neuen Hiobsbotschaften auf immer höhere Bäume treibt, der macht sie krank." (Walter Plassmann, der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH), September 2020) „Beiträge in Wikipedia entsprechen dem Grundsatz des neutralen Standpunkts.“ (Beitrag „Wikipedia“ bei Wikipedia) „Inzwischen werden 80 % des Etats der WHO von Spenden und von Stiftungen wie der Gates-Stiftung bestritten. Erst wenn man ganz genau hinschaut, kommt das eigentlich perfide System der neuen WHO zum Vorschein. Woher kommt eigentlich das immer neue viele Geld der Gates-Stiftung? Es kommt aus Anlagevermögen. Die Gates-Stiftung hält Aktien von Coca-Cola, PepsiCo, Unilever, Kraft-Heinz und von vielen anderen Alkohol- und Pharmakonzernen. Je besser es diesen Konzernen geht, desto höher sind die Profite, desto mehr Geld hat die Gates-Stiftung. Würde aber die WHO entsprechend ihrem ursprünglichen Auftrag einen Beitrag zur Weltgesundheit leisten wollen, müsste sie mit Entschiedenheit gegen das aggressive Marketing all dieser Hersteller von Junkfood voller Zucker, Fett und Salz vorgehen. Der ursprüngliche Auftrag der WHO von 1948 lautete, Krankheiten zu definieren, Standards für deren Behandlung zu erarbeiten und weltweit zu verbreiten. Er ist endgültig pervertiert. Zuerst sorgen die Nahrungsmittelkonzerne dafür, dass sich Übergewicht, Gefäßkrankheiten und Diabetes auf der ganzen Welt immer mehr ausbreiten, um anschließend mit der Pharmaindustrie die Lösungen dafür gewinnbringend zu verkaufen. Die Eroberung der WHO durch Konzerne und Stiftungen ermöglicht ihnen also doppelten Profit, einmal bei der Verursachung von Krankheiten und dann an deren Behandlung.“ (Dr. med. Bernd Hontschik, Chirurg und Publizist, am 18.4.2020 in der Frankfurter Rundschau.) „Der Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums begrüßt die Corona-Pandemie als historisch einmalige Gelegenheit für einen „Großen Umbruch“ (Great Reset), der das Ende westlicher Demokratien bedeuten, Grundrechte massiv und dauerhaft beseitigen, weltweit ein totalitäres Überwachungsregime schaffen würde. Als Vorbild betrachtet er die Volksrepublik China, der er eine Führungsrolle in dieser globalen Transformation zubilligt.“ „Es ist nicht das Recht eines Privatunternehmens in einer Demokratie, (…) Nachrichten zu zensieren." (Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Oktober 2019 in einer Rede über Meinungsfreiheit) „Faktenchecker sind finanziell unabhängig. Ihre Auftrag- und Geldgeber verfolgen keinerlei politische und wirtschaftliche Interessen.“ Harald Wiesendanger

  • Mit Kanonen auf Spatzen

    Soeben hat Peking wieder einen „Krieg“ gegen das neue Coronavirus ausgerufen. Wie Anfang 2020 in Wuhan, so drangsaliert die kommunistische Staatsführung erneut Millionen Bürger mit einem gnadenlosen Lockdown und Massentests. Der Anlass ist so nichtig, dass grundsätzliche Zweifel an Chinas guten Absichten wachsen. Der erneute Corona-Ausbruch in China wirft Fragen auf, die bereits im Frühjahr 2020 dringendst hätten gestellt werden müssen. Ist die Kommunistische Partei tatsächlich darauf aus, die Menschheit vorbildlich konsequent vor einem Killervirus zu retten? Oder inszeniert sie ein perfides Spektakel, das Demokratien zu selbstzerstörerischem „Gesundheitsschutz“ verleiten soll? Eine US-amerikanische Anwaltsgruppe ruft westliche Geheimdienste dazu auf, den „Lockdown-Betrug“ aufzuklären, den sie Peking unterstellt. Um Himmels Willen, nicht schon wieder! Seit der zweiten Januarwoche schrecken neue Horrormeldungen aus China die panikvirusinfizierte Weltgemeinschaft auf. Von einem „neuen Corona-Ausbruch“ in der Provinz Hebei, die den Großraum Peking umschließt, weiß die Frankfurter Rundschau; wegen des „wohl größten Infektionsgeschehens, das sich seit Monaten im Land ereignet hat“, hege die Regierung eine „schlimme Befürchtung“. (1) „Groß“ sei der Ausbruch und dabei, sich „auszuweiten“, meldet Deutschlands größter Internet-Nachrichtendienst t-online.de; die Behörden seien „höchst alarmiert“. (2) Laut ARD-Tagesschau handle es sich um den „größten Ausbruch seit Monaten in China“. (3) Weil „eine neue Welle droht“, liegen „im Nordosten der Volksrepublik die Nerven blank“, so lautet die phrasendreschende neurologische Ferndiagnose der Deutschen Welle. (4) „Kommt die Seuche zurück?“, sorgt sich die Bild-Zeitung und vermeldet „erste Corona-Tote in China seit acht Monaten“ (5), während die Zeit „den schwersten Ausbruch seit März“ konstatiert. (6) CBS sieht China „zurück im Notfall-Modus“. (7) Schon wieder ein „totaler Krieg“ So ganz arg schlimm sei die Lage, dass Behörden sogar den „Kriegszustand“ im Kampf gegen das Virus ausgerufen haben, so vermeldet das GMX-Onlinemagazin. (8) Wie die Frankfurter Allgemeine die Provinzverwaltung von Hebei zitiert, müsse schleunigst ein „Festungsgraben“ um Peking gezogen werden. (9) Binnen fünf Tagen nach Beginn des „Ausbruchs“ habe China für Coronafälle eine 1500-Betten-Klinik gebaut, so weiß die Deutsche Welle (10); fünf weitere seien geplant (11), mit einer Gesamtkapazität von 9500 Krankenzimmern. (12) Im Krieg geht es nicht zimperlich zu, schon gar nicht, wenn China ihn führt. Erneut, wie schon ab Ende Januar 2020 in Wuhan, griff Peking zum Hammer. Ab 11. Januar durften sämtliche 11 Millionen Einwohner von Shijazhuang, der 300 Kilometer südwestlich von Peking gelegenen Hauptstadt der Provinz Hebei, eine Woche lang nicht vor die Tür, ebensowenig wie weitere 7 Millionen im 125 Kilometer entfernten Xingtai. Kurz darauf wurden auch noch fünf Millionen im Verwaltungsbezirk von Langfang eingesperrt. Alle Flugverbindungen wurden gestrichen, sämtliche Hauptzufahrtsstraßen einschließlich zehn Autobahnen blockiert, Wohngebiete abgeriegelt, Schulen und Kindergärten geschlossen. An Straßensperren kontrollierte die Polizei, zwang Autofahrer zur Umkehr. Sicherheitskräfte mit Gasmasken, in weißen Schutzanzügen steckend, versprühten Desinfektionsmittel auf gespenstisch leeren Straßen, Parkplätzen und Gehsteigen, so als gälte es zwanghaftem Ablecken von Asphalt vorzubeugen. Von Tür zu Tür ziehend, nahmen Ordnungskräfte Abstriche bei sämtlichen Bewohnern – Widerstand zwecklos. Bereits am dritten Lockdown-Tag, dem 13. Januar, begannen Chinas gnadenlose Seuchenschützer im „Hotspot“ Shijazhuang mit Bauarbeiten für ein Großprojekt: Auf 34 Hektar Fläche soll ein Quarantäne-Lager entstehen, mit Räumen für mehr als 4000 Menschen. Die dortige Unterbringung blüht nicht etwa bloß SARS-CoV-2-„Infizierten“, sondern schon Leuten, bei denen ein Ansteckungsverdacht besteht, wie auch Personen, die aus sogenannten „Risikogebieten“ in der Provinz Hebei eintreffen. (13) Verhältnismäßig? Westliche Medien hinterfragen nichts Wie monströs, so wundert man sich, ist denn eigentlich der Spatz, auf den Pekings Kanonen da schießen? Kein westliches Leitmedium, nicht ein einziges, hinterfragte Anlass und Verhältnismäßigkeit dieses totalen „Krieges“. Diesen rechtfertigen welche Zahlen? Über ganz Shijazhuang wurden am 6. Januar drakonische Maßnahmen verhängt – nach gerade mal 63 registrierten Neuinfektionen. DREIUNDSECHZIG! „Fälle“ von positiv Getesteten wohlgemerkt, nicht etwa Patienten oder gar Tote! (14) In der gesamten Provinz Hebei hatten die Behörden zuvor 54 Corona-Neuinfektionen festgestellt, bis zum 6. Januar waren es 117. (15) Bei 78 dieser insgesamt 117 Fälle, also bei über Dreiviertel, waren keinerlei Beschwerden aufgetreten. Bis 7. Januar stieg Hebeis Fallzahl auf 234, bei 90 Erkrankten und 144 Asymptomatischen. (16) Am 8. Januar meldeten die Behörden aus der gesamten Volksrepublik 110 neue Ansteckungen – davon 53 mit, 57 ohne Symptome. (17) Am 9. Januar kamen landesweit 71 hinzu; in 33 Fällen traten Erkrankungsanzeichen auf, 38 Fälle blieben asymptomatisch. (18) In ganz Hebei wurden 48 Neuinfektionen gemeldet. (19) Am 11. Januar fielen in der Provinz Hebei 82 Infektionen auf, landesweit 103 – „die höchste Tageszahl in China seit Juli“. (20) Am 12. Januar wurden aus Hebei 40 neue Fälle gemeldet. (21) Einen Tag später, am 13. Januar, begannen die Bauarbeiten am Corona-KZ in Shijazhuang. Chinas Corona-Bilanz seit Jahresanfang bis zum 16. Januar: 688 Fälle in ganz Hebei seit dem 2. Januar – davon 646 in Shijazhuang, 41 in Xingtai, ein einziger weiterer in Langfang. Von diesen 688 starben wie viele? EIN EINZIGER. Im übrigen Land fielen bis dahin 130 weitere neue „Fälle“ auf, 79 davon verliefen asymptomatisch. (22) Daraus errechnen sich 7-Tage-Inzidenzen pro 100.000 Einwohner, die allenfalls noch einem Lauterbach schlaflose Nächte bereiten dürften. Gemessen an den 10,9 Millionen Einwohnern von Shihazjuang, den 74,7 Millionen der Hebei-Provinz, den 1,4 Milliarden in ganz China ergeben sich Werte von 2,96, von 0,46 bzw. von 0,03. Sieht so ein „Kriegszustand“ aus? Dabei kann nicht oft genug betont werden: Es handelt sich nicht um Schwerkranke oder Tote, sondern schlicht um positiv Getestete, ungeachtet der notorischen Fehlerquote der gängigen PCR-Verfahren. Was verdient hier größere Bewunderung: die bollywoodeske Inszenierungskunst von rotchinesischen Seuchenschützern? Oder die unübertreffliche Souveränität, mit der westliche Journalisten in der Pandemie über naheliegendste Fragen hinwegschweigen? Wozu will die Kommunistische Partei Chinas allein in Shijazhuang demnächst bis zu 4000 kerngesunde, symptomfreie Menschen in ein Quarantänelager sperren – auf den unbelegten Verdacht hin, dass sie infektiös sein könnten, weil sie womöglich irgendwo irgendetwas Bedenkliches aufgeschnappt haben? Wie hoch ist denn momentan für jeden der 75 Millionen Bewohner der Hebei-Provinz die statistische Wahrscheinlichkeit, irgendeinem der paar hundert aktenkundig gewordenen Testpositiven auch nur über den Weg zu laufen, geschweige denn sich bei ihm einen aktiven Corona-Killerkeim einzufangen? Weshalb tut das KP-Regime so, als wisse es nichts von einer kürzlich veröffentlichten Mega-Studie, die es im eigenen Land stattfinden ließ? Zwischen Mitte Mai und Anfang Juni 2020 traten in Wuhan sämtliche 9,9 Millionen Einwohner über sechs Jahren, die bis zur ersten Aprilwoche einen sechswöchigen Lockdown mitmachen mussten, zum Massenscreening an; PCR- und Antigentests führten zu 300 asymptomatischen „Fällen“, mit 1174 engeren Kontaktpersonen. KEIN EINZIGER dieser 1174 erwies sich als infiziert. (23) Laut Weltgesundheitsorganisation verzeichnete die gesamte Volksrepublik in der Woche vom 12. bis 19. Januar 2021 gerade mal 232 neue „Fälle“. (24) Wie tödlich war der „Killerkeim“ in China zuletzt? In den ersten 19 Januartagen dieses Jahres kamen offiziell sage und schreibe 15 Rotchinesen „an oder mit“ SARS-CoV-2 um – an acht Tagen NULL, an acht weiteren Tagen bloß EINER. Im selben Zeitraum verstarben aus anderen Gründen rund 500.000 Chinesen; bis Jahresende werden rund 10 Millionen weitere das Zeitliche segnen, ob mit oder ohne Corona. (25) Würde es Peking tatsächlich darum gehen, eine neue schreckliche „Welle“ einzudämmen – wieso muss dann bloß aus Hebei ein riesiges Gefängnis werden, während der Rest des Riesenreichs vom dortigen Hygieneterror weitgehend verschont bleiben darf? (Bis 18. Januar wurde der Lockdown lediglich auf eine Handvoll weiterer Regionen in zwei Nachbarprovinzen von Hebei ausgedehnt.) Hätte sich dort tatsächlich ein besorgniserregender Ausbruch zugetragen, zumal von einer neuen, noch viel ansteckenderen Mutante ausgehend, so wäre sie längst in ganz China unterwegs. Zum Vergleich: Was wäre von einem Merkel-Lockdown zu halten, der mit Söder´scher Gnadenlosigkeit ausschließlich in Bayern gilt, jedoch in keinem anderen Bundesland? Hirnrissiger Hyperaktivismus Solch hirnrissiger Hyperaktivismus erinnert an die dubiosen Anfänge der Corona-Pandemie: Zwar verwandelte sich die Provinz Hubei, in der Wuhan liegt, ab Ende Januar 2020 ein paar Wochen lang in eine 188.000 Quadratkilometer große Haftanstalt – doch im gesamten Rest der Volksrepublik ging das Leben weitgehend unbeeinträchtigt weiter. Schon damals wirkte vieles oberfaul an derartigem Infektionsschutz. Spätestens seit Anfang Dezember 2019, also knapp zwei Monate vor den allerersten Eindämmungsmaßnahmen, hatte SARS-CoV-2 in China die Runde gemacht. Wenn, wie inzwischen feststeht, erste Infektionsfälle im übrigen Asien, in Europa, in Amerika schon vor dem Jahreswechsel 2020/21 auftraten: Müsste sich das neue Coronavirus dann nicht erst recht schon in ganz China verbreitet haben? Und falls dem so war: Wie konnte China bereits knapp sechs Wochen nach Lockdown-Beginn triumphierend vermelden, es habe die Seuche vollständig besiegt? Wenn nicht zu Schutzzwecken: Wozu sonst erfand Xi den „Lockdown“ - eine bis dahin historisch beispiellose, völlig unerprobte Strategie, gegen eine Epidemie vorzugehen? Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte war irgendwo auf diesem Planeten ein solches Vorgehen auch nur erwogen, geschweige denn praktiziert worden, nicht einmal bei der berüchtigten Spanischen Grippe 1918. In den Katastrophenplänen keiner einzigen Seuchenschutzbehörde weltweit, einschließlich der amerikanischen CDC und des Robert-Koch-Instituts, fand sich vor 2020 auch nur eine Zeile darüber. Verdächtig rasch in den höchsten Tönen gepriesen von der WHO, mit luftigen Rechenmodellen unterstützt von sinophilen Einrichtungen wie dem Imperial College und gelobt von alarmistischen Regierungsberatern wie Drosten, kreierte die Kommunistische Partei Chinas für den Rest der Welt ein verhängnisvolles Vorbild: „Macht es wie wir. Greift durch. Nur dann werdet ihr der Seuche Herr!“ Was Xi dabei in Szene setzen ließ, hat mit dem Schutz der Volksgesundheit herzlich wenig zu tun. Auf diese müsste er vielmehr stolz sein, solange unter 1,4 Milliarden binnen zweieinhalb Wochen bloß ein einziger Corona-Toter aktenkundig wird. Nein, Pekings Inszenierung trägt den Titel „totale Vernichtung“. Die Welt soll begreifen, dass das Virus ganz und gar eliminiert werden muss; schon eine einzige Infektion wäre eine zuviel. „Solange ihr weiterhin Fälle feststellt“, so lautet Pekings Botschaft, „beweist das, dass ihr nicht konsequent genug vorgegangen seid.“ Dass zumindest China selbst dies glorreich bewerkstelligt, führt es der staunenden, weiterhin virusverseuchten Staatengemeinschaft seit Monaten genüsslich vor Augen. Anfang August öffnete im Pekinger Nationalmuseum eine Sonderausstellung anlässlich des „Sieges über das Virus“. (26) Im Internet lässt das Regime Fotos und Videos von von geöffneten Schulen und Kinos; von vollen Restaurants und Clubs kursieren, wie auch von Poolparties mit Tausenden von Unmaskierten, die ausgelassen feiern, dicht an dicht – so als habe es nie eine Pandemie gegeben. (27) Die Wirtschaft boomt, während anderswo abgrundtiefe Rezession eingekehrt ist. Keine Frage, auch der „Krieg“ in Hebei wird mit einem glorreichen, blitzschnellen Sieg enden. Für den 22. Januar, gerade mal anderthalb Wochen nach Lockdown-Beginn, vermeldete Chinas größte englischsprachige Tageszeitung, China Daily, gerade mal 15 neue „Fälle“ in ganz Hebei, plus 92 im restlichen Land. (28) Aber wer füllt denn nun das Corona-KZ in Shijazhuang, an dem über 4000 Bauarbeiter „Tag und Nacht“ werkelten? Reichlich Platz wäre dort noch für ideologische Verdachtsfälle, die mit dem Kritikvirus infiziert sind. Fangkong in Hongkong Kaum lässt das mediale Bohei um den „Ausbruch“ von Hebei nach, da folgt sogleich das nächste. Im Morgengrauen des 23. Januar, 4:45 Uhr Ortszeit, verwandelte die KP einen besonders dicht besiedelten Stadtteil von Hongkong zur Sperrzone und ließ ihn abriegeln – „aus Furcht vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus“, wie Nachrichtenagenturen melden. (Zit. bei Sat1.de, VT 111, 12:40: „Hongkong schottet Stadtteil ab“.) Es müssten „Übertragungsketten durchbrochen“ und „das Ziel von null Fällen erreicht“ werden. (https://hongkongfp.com/2021/01/23/just-in-hong-kong-imposes-first-lockdown-in-covid-hit-jordan-10000-residents-affected-3000-personnel-deployed/; https://www.channelnewsasia.com/news/asia/hong-kong-orders-2-day-covid-19-lockdown-jordan-kowloon-14025376; https://www.straitstimes.com/asia/east-asia/hong-kong-govt-puts-district-on-lockdown-for-mandatory-testing-to-curb-covid-19) Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden testeten nach und nach sämtliche rund 10.000 Bewohner des Jordan-Armenviertels auf den SARS-CoV-2-Erreger. Zu diesem Zweck schotteten sie das betroffene Gebiet mit 150 Wohnblöcken für mindestens zwei Tage hermetisch ab. Niemand darf es verlassen. Bis die Testergebnisse vorliegen, muss jeder in häuslicher Quarantäne bleiben. Lokale Medien präsentieren Schreckensbilder wie aus einer Kino-Apokalypse: Gruppen von Einsatzkräften, von Kopf bis Fuß in weiße Schutzanzüge wie aus einem Hochsicherheitslabor gehüllt, durchkämmen das Viertel, auf der Jagd nach Infizierten ziehen sie von Tür zu Tür. Der Anlass? Am Vortag waren aus dem Jordan-Viertel zwei Dutzend „Neuansteckungen“ gemeldet worden. Das restliche Hongkong, mit 7,5 Millionen Einwohnern, verzeichnete rund 30 weitere. Somit belegte amtliche Statistik, dass sich das Virus bereits über die Sperrzone hinaus verbreitet hatte. Wozu dann die begrenzte Abriegelung? War unter den paar „Infizierten“ auch nur ein einziger erkrankt? Lag irgendwer bereits in einer städtischen Klinik, oder gar im Leichenhaus? Darüber schweigen die Behörden. Zumindest eine psychologische Wirkung verfehlen sie aber gewiss nicht: In Festlandchinas aufmüpfigster Metropole, dem letzten Hotspot des inländischen Demokratievirus, erteilt die lächerliche Seuchenschutzaktion der gesamten Bevölkerung eine Lektion. Sie lautet: Wenn Peking will, kann es im Nu jegliche Freiheitsrechte außer Kraft setzen. So demonstriert man Macht, schürt Angst vor Repression und lässt Gehorsam gegenüber strikter sozialer Kontrolle einüben. „Fangkong“ nennt China eine solche verlogene Mischung von Gesundheits- und Sicherheitspolitik. Ethnische Minderheiten wie Uiguren und Tibeter knechtet es schon längst auf diese Weise. Nach Xis Pfeife Für „Zero-Covid“ warben 20 Wissenschaftler im Dezember in einem gemeinsamen Positionspapier (29) – nach der Devise „Crush the Curve“ statt „Flatten the Curve“. Damit spielen sie Pekings Propagandisten vortrefflich in die Karten. Gleiches tun jene 13 „führenden Wissenschaftler und Forscher“ (Focus) (30), die das Bundeskanzleramt und Ministerpräsidenten am Vortag der jüngsten Lockdown-Verlängerung auf das Ziel einzuschwören trachteten, „das Virus gemeinsam vollständig niederzuringen“. (31) Ihnen müsste ebenso klar sein wie Xi: Dieses Virus wird bleiben, gänzlich ausmerzen lässt es sich ebensowenig wie Influenza, obwohl gegen sie seit Jahrzehnten eifrig geimpft wird. Immer wieder werden neue Mutanten unterwegs sein, verstärkt in der kühleren Jahreszeit. Selbst wenn es gelänge, die gesamte Republik auf Null-Inzidenz einzufrieren, käme aus dem Ausland laufend neuer Nachschub – es sei denn, man riegelt die Grenzen zu Land, zu Wasser, in der Luft für immer hermetisch ab. Wer die Illusion nährt, dies sei praktikabel, zielführend und erstrebenswert, der plädiert letztlich für Endlosserien von Lockdowns, mit kurzen Verschnaufpausen in Sommermonaten – mit anderen Worten, für den Abschied von einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Jeder Tag, an dem Merkel & Co. ihren zutiefst verfassungswidrigen Hygieneterror fortsetzen, ist ein weiterer Tag, an dem sie wie von Sinnen nach Xis Pfeife tanzen. Ein weiterer Tag, an dem ihr Amtseid auf unsere Verfassung zum Meineid wird. Gleiches gilt für die Befürworter von Zwangseinweisungen widerspenstiger Quarantänebrecher in Haftanstalten wie jenen „Corona-Knast“, in den Sachsens Landesregierung momentan eine ehemalige Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Dresden verwandeln lässt. (32) Aber belegen Chinas glänzende Statistiken nicht, dass „Zero Covid“ durchaus erreichbar ist? Wie kann es sein, dass millionenfache Tests monatelang so gut wie keine Neuinfektionen zutage förderten? (33) Wäre der Drosten-Test auch in China flächendeckend im Einsatz: Allein schon dessen stattliche Falsch-Positivenrate würde für konstante Infektionsraten im zweistelligen Millionenbereich sorgen. Verblüffenderweise lassen Chinas Zentrum für Seuchenkontrolle und –prävention (CDC) und die ihm übergeordnete Behörde, die Nationale Gesundheitskommission (NHC), aber die Finger davon. Stattdessen vergaben sie frühzeitig Lizenzen an drei Shanghaier Biotech-Unternehmen - GeneoDx Biotech, Huirui Biotechnology und BioGerm Medical Technology -, die exklusiv für China eigene PCR-Testkits entwickelten. Nur diese Kits dürfen zum Einsatz kommen. Die Testauswertung erfolgt ausschließlich in NHC-Laboren. (34) Unter Fachleuten gelten Chinas Kits Marke Eigenbau als minderwertig. (34) Einen unbestreitbaren Vorteil haben sie jedoch: Anscheinend vermitteln sie ein weitaus nervenschonenderes Bild davon, wie bedrohlich diese Pandemie wirklich ist,womit sie der heimischen Wirtschaft und Gesellschaft eine flächendeckende Selbstzerstörungsorgie open end ersparen. Ist ein Test, der aus jedermann, bei dem ein totes Schnipselchen Virusgenom mal so eben „über die Schleimhaut huscht“ (Zitat Drosten), einen zu verfolgenden und isolierenden Fall macht, wirklich besser als einer, der über den Daumen gepeilt 99 Prozent solcher Fälle übergeht? Wie relativ schadlos und rasant erholt China durch die Krise gekommen ist, zeigt die Antwort: Hoch lebe mindere Qualität, zumindest manchmal! Wieso befällt das Virus mit Vorliebe westliche Demokratien? Das Charité-Produkt überließ Peking, mit wärmsten Empfehlungen der WHO, dem Rest der Welt – in Erinnerung daran, dass sich dieser wuschelköpfige Wirrologe aus Berlin schon bei der Vogel- und Schweinegrippe als unübertrefflicher Alarmist bewährt hatte. Wer auf „Fälle“ zuhauf aus ist, um Pandemiegrusel zu schüren, und Kerngesunde am Fließband zu Quarantänebedürftigen stempeln will, der engagiert Drosten, keine Frage. So kam es, dass ein durch und durch totalitäres, Menschenrechte mit Füßen tretendes Regime den gesamten freiheitlich-demokratischen Westen dazu anstacheln konnte, sich im Nu in Rotchina-Imitate zu verwandeln. Während dort seither ein Lockdown den nächsten jagt, mehrt China, gelassen und gewiss nicht frei von klammheimlicher Schadenfreude, sein internationales Ansehen, schwächt Konkurrenten – allen voran den Erzfeind USA -, unterstreicht seinen globalen Führungsanspruch, bringt Regimekritik zum Verstummen. Ob SARS-CoV-2 ein gentechnisches Laborprodukt war, ist weiterhin umstritten. Aber gleichgültig, ob konstruiert oder natürlich entstanden: Jedenfalls kam dieses Virus für Peking wie gerufen. Es ermöglichte einen fabelhaften geopolitischen Schachzug, dem in jedem künftigen Lehrbuch zur verdeckten biologischen Kriegsführung ein Ehrenplatz gebührt. Je überwältigender die Gewinnchancen, desto größer die Versuchung dazu. Welchen Grund hätte Peking, ihr nicht zu erliegen, entgegen eigener Interessen? US-Anwälte wittern „Lockdown-Betrug“ „Globalen Lockdown-Betrug“: Genau dies wirft eine Gruppe von US-Anwälten nun der chinesischen Staatsführung vor. In einem 26-seitigen Appell, belegt mit über 250 Quellenabgaben, fordert sie das FBI, das US-Justizministerium und mehrere westliche Geheimdienste dazu auf, Chinas Corona-Manöver unter die Lupe zu nehmen. (35) „Wir können nicht die Möglichkeit ignorieren“, so heißt es in dem Papier vom 10. Januar, „dass die gesamte ‚Wissenschaft‘ der Covid-19-Sperren ein Betrug von beispiellosem Ausmaß war, absichtlich verbreitet von der Kommunistischen Partei Chinas und ihren Kollaborateuren, um die Nationen zu verarmen, die sie umsetzen.“ Die Initiative der streitbaren Anwälte ist eher einäugig als grundverkehrt. Der Schwarze Peter liegt nicht bei China allein. Es macht sich bloß eine nie dagewesene Interessenkonvergenz unter den mächtigsten Global Players zunutze. Von Rockefeller bis Gates, Soros und weiteren multimillardenschweren Weltverbesserern, von UNO und WHO über das Weltwirtschaftsforum bis zum drittmittelprostituierten Wissenschaftsbetrieb, zu Big Pharma, Big Data, Big Money und Big Tech: Ihnen allen spielen Lockdown-Regimes vortrefflich in die Karten. Denn sie schaffen eine historisch einmalige Gelegenheit, im Handumdrehen revolutionäre Ziele zu erreichen, Marktpositionen zu verbessern, größenwahnsinnige Visionen umzusetzen. Lockdowns schaffen Alibis, politische Macht zu zentralisieren. Sie generieren Fördermittel und lenken sie um, weg von unkooperativen Instituten und querdenkenden Forschern, in die Kassen derer, die nützliche Erkenntnisse liefern. Lockdowns fördern Auflagen und Einschaltquoten von Medien, die bei der Panikmache Sie rechtfertigen die Zensur politisch subversiver und geschäftsschädigender Meinungen. Sie schaffen Notlagen, die Abhängigkeiten von Kreditgebern erzeugen und vertiefen. Märkte lassen sich bereinigen: Branchengrößen vernichten oder schlucken kleinere Konkurrenten; während mitten in der Jahrhundertkrise Aktienindizes immer neue Höchststände erklimmen, gehen Kleingewerbler und Mittelstand kaputt, rollt eine Insolvenzwelle ohnegleichen heran. Und Lockdowns ermöglichen Erpressung: Ohne den Einsatz von Medikamenten und Impfstoffen, von Überwachungs- und Kontrolltechnik, ohne Aushöhlung des Datenschutzes gibt es keine Rückkehr zur Normalität, keine Freiheitsrechte, keine wirtschaftliche Erholung. Um einen „Great Reset“ einzuleiten, kommt eine Seuche wie gerufen, ebenso wie Xi Jinpings maximal rücksichtslose, Menschenrechte verhöhnende Strategie, sie einzudämmen. Wie die Welt auf die nächste Pandemie reagieren würde, erfuhren Vertreter Chinas zwei Jahrzehnte lang aus erster Hand. Sie lernten aus WHO-Notfallplänen, an denen sie mitschrieben. Sie spitzten bei internationalen Konferenzen die Ohren. Bei Krisenübungen wie „Event 201“ saßen sie mit am Tisch. Peking war im voraus bestens im Bilde darüber, welche Automatismen in Gang kommen würden, sobald der nächste hochinfektiöse Keim die interkontinentale Runde macht. Die geopolitischen Chancen, die sich daraus ergaben, ungenutzt zu lassen, wäre für eine aufstrebende Weltmacht geradezu töricht. Ist es nicht ein sonderbarer Zufall, dass die Pandemie am allerschlimmsten in westlichen Demokratien wütet? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.fr.de/politik/china-corona-ausbruch-infektionen-coronavirus-sars-cov-2-neujahrsfest-ausbruch-provinz-hebei-peking-90161176.html (2) https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89264388/corona-news-grosser-corona-ausbruch-in-china-staedte-werden-abgeriegelt.html (3) https://www.tagesschau.de/ausland/corona-china-147.html (4) https://www.dw.com/de/china-isoliert-millionenstadt-wegen-corona/a-56148292 (5) https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/kommt-die-seuche-zurueck-erste-corona-tote-in-china-seit-acht-monaten-74904508.bild.html (6) https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-10/coronavirus-weltweit-covid-19-pandemie-neuinfektionen-entwicklung-liveblog?wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zei.link.sf&utm_term=facebook_zonaudev_int&utm_content=zeitde_redpost_zei_link_sf&liveblog._id=urn:newsml:localhost:2021-01-18T21:53:59.873985:aa000255-1ec6-41fb-9dca-ce1e396dab75__editorial&utm_referrer=facebook&utm_campaign=ref&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_medium=sm&page=817 (7) https://www.cbsnews.com/news/covid-china-surge-lockdown-hebei-lunar-new-year-holiday/ (8) https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/kriegszustand-china-fuerchtet-groessten-corona-ausbruch-monaten-35413572 (9) https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/neue-corona-ausbrueche-in-china-17135008.html (10) https://www.dw.com/en/coronavirus-china-builds-hospital-in-5-days-after-virus-surge/a-56247241 (11) https://www.dw.com/en/coronavirus-china-builds-hospital-in-5-days-after-virus-surge/a-56247241 (12) https://www.firstpost.com/health/china-reports-109-new-covid-19-cases-hebei-province-accounts-for-two-thirds-of-recent-patients-9209761.html (13) https://edition.cnn.com/2021/01/20/asia/china-shijiazhuang-covid-quarantine-intl-hnk-scli/index.html; https://reitschuster.de/post/quarantaene-lager-china-als-vorreiter/ (14) Coronavirus: Chinese city in lockdown as Hebei province has biggest outbreak in months. South China Morning Post, 6. Januar 2021, https://www.scmp.com/news/china/science/article/3116597/coronavirus-china-raises-alarm-after-63-local-infections-found, abgerufen am 6. Januar 2021. (15) https://www.dw.com/de/china-isoliert-millionenstadt-wegen-corona/a-56148292 (16) https://www.tagesschau.de/ausland/corona-china-147.html (17) https://www.dw.com/de/china-schr%C3%A4nkt-bewegungsfreiheit-in-hebei-weiter-ein/a-56178450 (18) https://www.dw.com/de/china-schr%C3%A4nkt-bewegungsfreiheit-in-hebei-weiter-ein/a-56178450 (19) https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_der_Volksrepublik_China#Januar_2021, abgerufen am 20.1.2021. (20) https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89264388/corona-news-grosser-corona-ausbruch-in-china-staedte-werden-abgeriegelt.html (21) https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89264388/corona-news-grosser-corona-ausbruch-in-china-staedte-werden-abgeriegelt.html (22) https://www.scmp.com/news/china/science/article/3118022/coronavirus-china-lockdowns-extended-three-hebei-cities-after-90 (23) https://www.nature.com/articles/s41467-020-19802-w (24) https://covid19.who.int/region/wpro/country/cn, abgerufen am 20.1.2021. (25) https://de.globometer.com/todesfaelle-china.php, abgerufen am 19.1.2021. (26) https://www.merkur.de/welt/coronavirus-china-ursprung-wuhan-hubei-impfstoff-pandemie-infektionen-todesfaelle-zr-90077549.html (27) https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-12/wuhan-nachtleben-china-corona-pandemie-party-bars-fs (28) http://www.chinadaily.com.cn/a/202101/23/WS5fefe730a31024ad0baa00ab.html (29) https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32625-8/fulltext; https://www.containcovid-pan.eu/ (30) https://www.focus.de/gesundheit/news/aktuelle-corona-lage-merkel-berater-null-faelle-strategie-soll-deutschland-aus-corona-krise-fuehren_id_12883351.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter_GESUNDHEIT (31) https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-01/coronavirus-strategie-no-covid-positionspapier-neuinfektionen-lockdown (32) https://reitschuster.de/post/quarantaene-brecher-wegsperren-zentralstellen-fuer-zwangseinweisung-geplant/; https://reitschuster.de/post/quarantaene-brecher-wegsperren-zentralstellen-fuer-zwangseinweisung-geplant/; https://www.maz-online.de/Brandenburg/Brandenburg-Rund-30-Quarantaene-Brecher-bislang-zwangsweise-eingewiesen; https://www.bild.de/bild-plus/regional/dresden/dresden-aktuell/corona-sachsen-plant-knast-fuer-quarantaene-verweigerer-74898904.bild.html; https://www.welt.de/politik/plus224367844/Quarantaenebrecher-Laender-schaffen-Zentralstellen-zur-Zwangseinweisung.html; https://www.mdr.de/nachrichten/panorama/corona-quarantaene-verweigerer-strafen-einsperren-100.html (33) https://www.nature.com/articles/s41467-020-19802-w (34) https://www.japantimes.co.jp/news/2020/12/03/asia-pacific/wuhan-coronavirus-businesses/ https://ccpgloballockdownfraud.medium.com/the-chinese-communist-partys-global-lockdown-fraud-88e1a7286c2b; dt. Übersetzung: file:///C:/Users/Besitzer/AppData/Local/Temp/Der%20globale%20Lockdownbetrug%20der%20CCP-1.pdf

  • Wie Phönix unter der Asche

    In der Corona-Krise könnte die Naturheilkunde glanzvoll wiederauferstehen. Aber sie darf nicht. Wahrlich, ein großartiges Jahr hätte es werden können, dieses fatale 2020. Nicht trotz Pandemie, sondern mit und wegen ihr. Denn die Corona-Krise eröffnet die Chance, ein neues Kapitel in der Geschichte der Medizin aufzuschlagen: die weltweite Heilung kranker Gesundheitssysteme. Die Pandemie bietet reichlich Gelegenheit, sich darauf rückzubesinnen, was Gesundheit eigentlich bedeutet, was sie bewahrt und wiederherstellt. Sie könnte der Menschheit vor Augen führen, wie töricht und teuer, wie ineffektiv und gefährlich es sein kann, einseitig auf die industriegesteuerte, pharmalastige Schulmedizin zu setzen. Nichts Geringeres als eine triumphale Renaissance der Naturheilkunde hätte 2020 einleiten können. Denn diese Art von Medizin wusste immer schon, was uns vor Infektionskrankheiten aller Art schützt – und wie sie hochwirksam zu behandeln sind, falls sie uns erwischen. Auch Covid-19 hätte sie nicht überfordert. Sie wäre ihr beigekommen, ganz ohne Remdesivir, ohne Comirnaty, ohne mRNA-1273. Ohne Gesichtslappen und Social Distancing. Ohne Ausgangssperren, Quarantänen und Shutdowns. Ohne verheerende Kollateralschäden an Gesellschaft, Wirtschaft und Psyche. Wie Phönix aus der Asche hätte diese Heilkunst auferstehen können, zum Entsetzen all ihrer Widersacher, ihrer Rufmörder, ihrer Unterdrücker. Doch nichts dergleichen geschieht. Stattdessen überwiegen unter ihren Anwendern und Anhängern weiterhin: Frust und Ratlosigkeit, Verzagtheit und Resignation. Abermals müssen sie sich eingestehen, welch erschütternd unbedeutende Rolle ihr Politik und Medien mittlerweile beim Gesundheitsschutz der Bevölkerung zutrauen und gewähren. Sie bleiben im Abseits, ausgesperrt von maßgeblichen Expertenkommissionen und TV-Diskussionsrunden, belächelt als evidenzferne Placebo-Gläubige. Das Wort führen Andere. Es ist zum Haareraufen. Wie wenig Ahnung von Gesundheit darf ein Gesundheitsminister haben? Angenommen, an der Spitze des Gesundheitsministeriums säße kein Bankkaufmann und langjähriger Pharmalobbyist, sondern ein erfahrener, couragierter, unbeirrbarer Arzt für Naturheilverfahren: Wie wäre so mit der Krise umgegangen? Was hätte er auf Pressekonferenzen, in Interviews und Talkshows, am Rednerpult im Bundestag von sich gegeben? Mit welchen Kenntnissen, Einschätzungen und Empfehlungen hätte er die abgrundtief klaffenden Wissenslücken all der Medizinlaien zu schließen versucht, die mit ihm am Kabinettstisch hocken? Wie viel hätte er sich von Lobbyisten der Gesundheitswirtschaft einflüstern lassen? Die täglich neu frisierten „Fall“zahlen aus dem Hause Robert Koch und Johns Hopkins, die Horrorprognosen berüchtigter Alarmisten vom Imperial College, der Charité sowie des Fliegenträgerclubs hätten bei einem solchen Gesundheitsminister schwerlich für Heulen und Zähneklappern gesorgt, gepaart mit blindwütigem, industriegesteuertem Hyperaktivismus. Verfassungswidrige Lockdowns nach rotchinesischer Vorlage hätte er niemals ernsthaft erwogen, geschweige denn umgesetzt, Grundrechte verhöhnend. Auf Neufassungen des Infektionsschutzgesetzes hätte er verzichtet. Und ganz gewiss hätte er nicht Vakzine als alleinige Rettung propagiert. Das frühe Merkel/Söder-Junktim – „Die Pandemie ist erst vorbei, wenn es einen Impfstoff gibt – bis dahin sind wir dem Virus schutzlos ausgeliefert“ – hätte er schonungslos als das enttarnt, was es ist: ein therapiebedürftiger Hirnriss von der Phrasendresch-Tenne. Spätestens nach dem 21. Oktober 2020 hätte bei Spahn der Groschen fallen müssen. Da wurde er positiv auf SARS-CoV-2 getestet, begab sich umgehend in häusliche Quarantäne – und, oh Wunder, er überlebte sie! Ungeimpft! In „ganz guter“ Verfassung präsentierte er sich von zu Hause aus bei einer Videoschalte. Bereits am 2. November kehrte er fit ins Ministerium zurück. Die Pandemie mache ihn „demütig“, erklärte er hinterher. Falls dieser tugendhafte Akt freiwilliger Selbstunterwerfung dem Ideal kritischer Vernunft huldigen sollte, misslang er aufs Peinlichste. Vor Covid-19 von Anfang an geschützt Stattdessen hätte ein solcher Gesundheitsminister – nennen wir ihn Johannes Ohnespahn - unermüdlich betont, was schon wenige Wochen nach Krisenbeginn offenkundig war: Vor diesem angeblich „neuartigen“ Coronavirus aus Wuhan ist die Bevölkerung bereits hervorragend geschützt. Sie war es von Anfang an. Ältere Blut-, Zell- und Abwasserproben deuten nämlich darauf hin, dass SARS-CoV-2 in Westeuropa spätestens seit November 2019 unterwegs war. (1) Was hätte ein „exponentielles Wachstum“ der Fallzahlen bedeutet, von dem Bangemacher unentwegt raunen? Ein wenig Herumtippen auf dem Taschenrechner ergibt: Bei einer anfänglichen Verdopplungsrate von zwei bis drei Tagen, ohne jegliche Gegenmaßnahmen, wäre ganz Deutschland, bis zum letzten Pflegeheiminsassen, schon Ende Januar 2020 komplett durchseucht gewesen. (s.u. Tabelle) Den haarsträubenden Fatalitätsprognosen zufolge, die anfangs kursierten, hätten bis dahin schon mehrere hunderttausend Covid-19-Opfer die Friedhöfe der Republik überfüllen müssen. Stattdessen wurden ominöse Kurven sehr bald nicht bloß flacher, sondern strebten stramm gen Süden. Offenkundig war da ein Faktor, der von Anfang an verhinderte, dass sich Infektionen „exponentiell“ ausbreiteten – eine „immunologische ‚Dunkle Materie‘“, von welcher der britische Biologe Karl Friston vom University College London bereits im Frühjahr 2020 ausging. „Immer wahrscheinlicher erscheint, dass viele Menschen unempfindlich gegen Infektionen sind, vielleicht weil sie (…) eine Art natürliche Resistenz haben. Das ist wie die dunkle Materie im Universum: Wir können sie nicht sehen, aber wir wissen, dass sie da sein muss, um das zu erklären, was wir sehen können.“ Dieses „Dunkle“ ist mittlerweile erhellt: Selbst bei Menschen, die sich SARS-CoV-2 noch nicht eingefangen haben, finden sich kreuzreaktive T-Zellen, vermittelt durch frühere Kontakte mit anderen Coronaviren; bis zu 81 % aller Deutschen verfügen dadurch bereits über eine gewisse Hintergrundimmunität. Wie sonst wäre erklärlich, dass 80 Prozent aller Infektionen beschwerdefrei überstanden werden, weitere 15 % mit milden, erkältungsähnlichen Symptomen? Wie sonst könnte es sein, dass SARS-CoV-2 nicht 100 Prozent aller positiv Getesteten dahinrafft, sondern im Schnitt bloß 0,1 bis 0,2 Prozent? Wieso überleben eine Infektion, selbst nach offiziellen Statistiken von Gesundheitsbehörden wie der US-Seuchenschutzbehörde CDC, 99,9997 % aller Kinder und Jugendlichen, 99,98 % aller 20- bis 49-Jährigen, 99,5 % aller 50- bis 69-Jährigen und selbst 94,6 % aller Senioren über 70? In Wahrheit, so hätte ein fachlich kompetenter Ohnespahn geahnt, liegt die eigentliche „Infection Fatality Rate“ (IFR) sogar noch deutlich niedriger. Die offizielle Quote setzt die Toten nämlich ins Verhältnis zur Anzahl der ermittelten Testpositiven. Tatsächlich hat sich aber ein weitaus größerer Anteil der Bevölkerung bereits angesteckt. Seroprävalenzstudien zufolge hatten bis September 2020 in den USA schon bis zu 23 % Antikörper entwickelt, je nach Bundesstaat (2); in Schweden war bis Mitte November sogar ein Wert von 31,6 % erreicht, gegenüber 15 % um Oktober. Im „Hotspot“ Gangelt waren es bis Juli 2020 schon 15,5 %. Anderswo lag der „Durchseuchungsgrad“ zwischen 0,3 % (Hamburg) und 12 % (Kupferzell). Inzwischen geht die WHO davon aus, dass sich rund 10 % der Weltbevölkerung bereits mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Das wären knapp 800 Millionen: acht Mal mehr als die ca. 100 Millionen offiziell „bestätigten Fälle“ bis Ende Januar 2021. Selbst wenn alle 2,2 Millionen sogenannten „Corona-Toten“ tatsächlich wegen SARS-CoV-2 verstorben wären, ergäbe das eine „Fatalität“ von 0,28 %, nicht mehr. Einer Studie des Medizinforschers John Ioannidis von der Uni Stanford zufolge, der Zahlen von 51 Regionen weltweit auswertete, liegt die IFR noch darunter, bei 0,19 %. Bei unter 70-Jährigen sinkt sie auf 0,03 bis 0,04 %. Davon ausgehend, rafft der vermeintliche Killerkeim von tausend Menschen, die er befällt, wohl höchstens zwei dahin. Im Schnitt sind sie dann über 80 Jahre alt. Wer das klarstellt, „verharmlost“ nicht. Er weigert sich bloß, die Mücke zum Elefanten aufzublasen. Besser als jeder Impfstoff: unser Immunsystem Was hätte ein Gesundheitsminister, dem all dies klar ist, dem verängstigten Volk erklärt? Jeder von uns, er eingeschlossen, verfügt über einen fabelhaften Selbstschutz gegen Infektionen aller Art. Dieser Schutz muss nicht erst erfunden werden, unter Einsatz von Abermilliarden Steuergeldern. Man muss ihn nicht erst in Arztpraxen oder Impfzentren abholen. In puncto Wirksamkeit stellt er die werbewirksam zurechtgebogenen Quoten der Covid-Vakzine mühelos in den Schatten. Entwickelt und erprobt wurde er nicht binnen weniger Monate an ein paar zehntausend Probanden, sondern an Abermilliarden, die diesen Planeten bevölkerten, im Laufe von mehreren hunderttausend Jahren biologischer Evolution. Es ist bestens verträglich, frei von Nebenwirkungen und ein Leben lang intakt, sofern wir ihn pflegen. Wir alle bekamen ihn bereits in die Wiege gelegt: ein Immunsystem. Diese körpereigene Abwehr ist imstande, SARS-CoV-2 hocheffektiv unschädlich zu machen. Darüber hinaus hätte einen solchen Gesundheitsminister brennend interessiert, woran es denn liegt, dass diese Abwehr in ungefähr jedem zwanzigsten Fall versagt. Er hätte herausfinden wollen, was Menschen gemeinsam haben, die eine Infektion schwer krank macht, ja tötet. Er hätte frühe Erkenntnisse ernstgenommen, dass in den allermeisten derartigen Fällen mindestens eine schwere Vorerkrankung vorliegt - von 6 % geht die US-Seuchenschutzbehörde CDC aus. Dabei fand bei kaum einem CDC-Fall eine Obduktion statt – die mit Abstand zuverlässigste Methode, Todesursachen festzustellen. Der Hamburger Rechtsmediziner Prof. Klaus Püschel nahm sie an über 250 sogenannten „Corona-Opfern“ vor. Dabei stieß er auf keinen einzigen Fall, in dem der vermeintliche Killerkeim einen zuvor Kerngesunden dahinraffte. (3) Püschels Befund lässt vermuten: Die wahre Quote liegt eher zwischen null und einem Prozent als um die sechs. Was für Covid-19 anfällig macht Ein neugieriger Gesundheitsminister hätte wissen wollen, um was für fatale Vorerkrankungen es sich dabei denn handelt – und wie unvermeidlich sie sind. Dabei hätte er in Erfahrung gebracht: Es überwiegen Übergewicht, Bluthochdruck (76 %) und Herz/Kreislauf-Erkrankungen (33 %). Alles in allem verzehnfachen sie das Sterberisiko bei Covid-19. Auf den Punkt bringt es der US-Mediziner Dr. Robert Lustig: „SARS-CoV-2 unterscheidet nicht, wen es infiziert. Aber es unterscheidet, wen es tötet.“ Allein schon Adipositas macht es um ein Vielfaches wahrscheinlicher, wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Und sie erhöht das Sterberisiko, je nach Ausprägung der Fettleibigkeit, um das 3,7- bis Zwölffache. Welcher Anblick könnte lächerlicher sein als der eines eher breit- als hochformatigen Regierungsmitglieds, das keine Kamera auslässt, um oben einen undichten Gesichtslappen zu präsentieren – und einen halben Meter weiter unten eine der stattlichsten Wampen der Republik? Wann findet sich endlich jemand, der diesem Corona-Ritter von der traurigen Gestalt endlich klarmacht: Das Bauchfett, das er mit sich herumschleppt, beschert ihm ein tausendfach höheres Erkrankungs- und Mortalitätsrisiko, als ihm sein lächerliches Hygienetextil erspart? Was für Covid-19 anfällig macht, sind demnach typische Zivilisationskrankheiten, die nicht etwa von einem Mangel an Mund-Nasen-Bedeckungen, Desinfektionsmitteln und Impfstoffen herrühren. In erster Linie sorgen falsche Ernährung und zuwenig körperliche Aktivität dafür. Und so wäre Johannes Ohnespahn zügig ein Licht aufgegangen: Um sein Volk gegen Pandemien zu wappnen, muss er Gesundheit fördern statt die Industrien, die daran verdienen, wenn sie verlorengeht. Er muss Gefährdete dazu motivieren, weniger und besser zu essen: mehr Rohkost, mehr frisch Zubereitetes; weniger Fleisch, Zucker, Industriesalz und minderwertige Fette; kein Junk Food, keine Soft Drinks, keine Mikrowellenkost, keine hochverarbeitete, industriell denaturierte Fertignahrung. Statt von China hätte Deutschland besser von Mexiko gelernt: Im August beschlossen mehrere Bundesstaaten als Maßnahme gegen die Covid-19-Pandemie, den Verkauf von kalorienhaltigen verpackten Gerichten und zuckergesüßten Getränken an Minderjährige zu verbieten. (4) Bloß ein zaghafter, viel zu kurzer Schritt – immerhin aber einer in die richtige Richtung. Anstatt mit Ausgangssperren, Quarantänen und Home Office die Inzidenz von Sesselhockern und Couch Potatoes weiter zu steigern, statt Amateur- und Freizeitsport zu verbieten, würde ein Ohnespahn die Bürger ferner dazu bringen, viel öfters den Hintern hochzukriegen und sich körperlich zu ertüchtigen. An Absurdität schwerlich überbieten lässt sich jene PR-Kampagne, in welcher die Bundesregierung im November 2020 konsequente Stubenhocker zu „besonderen Helden“ der Pandemie hochjubelte – all jene panisch Gehorsamen, die ihre Infektanfälligkeit steigern, indem sie ihren Leib in erster Linie zur oralen Befüllung nutzen. Ehe Faktenchecker hier einschreiten, beeile ich mich klarzustellen: Kalorien verbraucht ein Muster-Bürger selbstverständlich auch beim Zappen auf der Fernbedienung, beim Wischen über Displays, beim Tippen auf Tastaturen. Was weiß das Berliner Panikorchester über Vitamin D und Zink? Ebenso brennend interessieren würde sich ein Gesundheitsminister, der diese Amtsbezeichnung verdient, für weitere Erkenntnisse, wie leicht Angehörige von Risikogruppen einer Viruserkrankung vorbeugen können. Vitamine und Spurenelemente unterstützen und verbessern die Immunantwort. Mangelt es daran, so werden schwere Covid-19-Verläufe mit tödlichem Ausgang viel wahrscheinlicher. Dieser Zusammenhang zeigte sich etwa bei niedrigen Zinkspiegeln. Ferner wichtig sind eine ausreichende Versorgung mit Magnesium und Selen. Auch ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel trägt dazu bei, dass eine SARS-CoV-2-Infektion krank macht. (5) Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel verdoppelt die Wahrscheinlichkeit eines positiven PCR-Tests, wie eine US-Studie an mehr als 190.000 Amerikanern herausfand. Pro Tag 25 bis 50 Milligramm Zink, 1000 Milligramm Vitamin C, 2000 Einheiten Vitamin D sorgen für eine hochwirksame Prophylaxe gegen Covid-19, wie sich in etlichen Studien inzwischen zeigte. Nicht minder beeindruckt wäre Ohnespahn davon, wie hochwirksam mit Naturheilkunde Menschen behandeln sind, falls sie an Covid-19 erkranken. Ein frühzeitiger Einsatz der genannten Mittel bewahrt die allermeisten Betroffenen vor schweren Verläufen, erspart ihnen eine Einweisung ins Krankenhaus und senkt ihr Sterberisiko. Wie hocheffektiv Vitamin D bei Covid-19 hilft, hat sich bis Dezember 2020 in 41 Studien erwiesen, in denen 359 Wissenschaftler zusammengerechnet über 6700 Patienten einbezogen. Bei bereits hospitalisierten Covid-19-Patienten senkt hochdosiertes Vitamin D, mit rund 100‘000 Einheiten pro Tag, das Risiko einer Intensivbehandlung um 96 %, die Mortalität um 80 bis 89 %. In einer spanischen Studie mit stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten musste ohne Vitamin-D-Gaben jeder Zweite auf die Intensivstation, aber nur 2 % der Vitamin-D-Behandelten. Im Frühjahr 2020 ergab eine Studie an hochbetagten Bewohnern eines französischen Pflegeheims, die an Covid-19 erkrankt waren: Von jenen, die einmalig hochdosiertes Vitamin-D erhielten, überlebten 82,5 % - gegenüber 44,4 % in der Vergleichsgruppe ohne entsprechende Vitamin-D-Gabe. Gaben von Zink, zusammen mit frühzeitig eingesetztem und richtig dosiertem Hydoxychloroquin/HCQ (6), lassen US-Ärzten zufolge die Rate der Hospitalisierungen um 84 % zurückgehen. Bei Covid-19-Patienten, die schon in einer Klinik liegen, erhöhen tiefe Plasma-Zink-Werte, unter 50 mcg/dl, das Sterberisiko um 130 %. Andererseits senkt hochdosiertes Zink bei ihnen die Todesrate um 45 %. Binnen acht bis zwölf Stunden bessert sich ihr Zustand ganz erheblich, Symptome wie Atembeschwerden gehen rasch zurück. International bewährt hat sich ein Behandlungsprokoll, das täglich 75 bis 150 mg Zink vorsieht; denn Zink hemmt bei SARS-CoV-2 die Aktivität des Enzyms PNA-Polymerase, somit die Replikation des Virus. Darüber hinaus erwiesen sich in der Anfangsphase von Covid-19 1000 mg Vitamin C und 5000 Einheiten Vitamin D als hochwirksam. (7) Übertragen auf Deutschlands offizielle Corona-Statistik, ergäbe sich für Johannes Ohnespahn aus alledem: Ein bisschen Naturheilkunde, beschränkt auf Zink und Vitamin D, hätte die Zahl der „Covid-19-Todesfälle“ , soweit sie echt sind, von aktuell 55.000 (Stand 28.1.2021) auf wenige tausend senken können. Phytotherapie könnte diese Quote noch verbessern. Extrakte der Artemisia annua-Pflanze wirken gegen SARS-CoV-2, wie sogar ein Max-Planck-Institut bestätigte. Dutzende weiterer Heilpflanzen wirken antiviral und immunstimulierend: von Holunder über Schafgarbe und Meisterwurz bis zum Kunigundenkraut. Wer seine körpereigene Abwehr stärken will, bereitet sich daraus besser einen Tee zu oder schnippelt es in Salate, Müslis und Suppen, statt angststarr vor der Glotze zu hocken. Auch über den Einsatz von Homöopathie und Ayurveda-Mitteln gegen Covid-19 häufen sich glaubhafte Erfolgsberichte, die intensives Nachforschen verdient hätten. (8) Ebensowenig müsste einem Ohnespahn erst noch erklärt werden, wie eng Psyche und Physis zusammenhängen. Ein gesundes, starkes Immunsystem ergibt sich weniger aus pharmazeutischen Innovationen als aus seelischen Faktoren. Liebe, Geselligkeit und allgemeine Lebensfreude, ausreichend Schlaf und weniger Stress stärken es. Aus immunologischer Sicht könnte nichts kontraproduktiver sein, als Menschen einen Alltag aufzuzwingen, in dem sie sich anhaltend sorgen und fürchten, der sie niedergeschlagen, traurig und angespannt, isoliert und einsam macht. Nicht „das Virus“, sondern seine blindwütige, verfassungswidrige Bekämpfung hat bestehende psychische Störungen verschärft, Millionen zusätzlicher chronisch Angstkranker und Depressiver produziert. Selbstmordraten explodieren regelrecht – nicht nur unter eingesperrten Heimbewohnern, sondern insbesondere unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. (9) Eine „Überlastung“ droht mittlerweile eher in psychiatrischen Kliniken als auf Intensivstationen. Und wenn „Immunsystem“ der Name eines Implantats wäre? Und so wäre diesem Gesundheitsminister frühzeitig ein Licht aufgegangen. Er muss keine Vakzine abwarten. Er muss seinen Bürgern keine Gesichtslappen umbinden, ihnen Stäbchen in Körperöffnungen schieben, sie in Quarantäne einsperren. Er muss keine Schulen, Läden und Betriebe, Museen, Stadien, Gaststätten dichtmachen. Stattdessen muss er nur eines: alles in seiner Macht Stehende tun, um Gesundheitsbewusstsein zu fördern, Anreize für gesundes Verhalten zu schaffen. Er muss ihnen nicht erst noch beibringen, „gut aufeinander aufzupassen“ – das kriegten sie seit eh und je bei jeder Grippewelle hin. Mit dem zweistelligen Milliardenbetrag, den die Bundesregierung in unerprobte, hochriskante Impfstoffe steckt, hätte sich ein fabelhaftes Aufklärungsprogramm finanzieren lassen. Und jene bewährte Art von Medizin, die dafür die entscheidenden Argumente und Anleitungen parat hätte, würde auferstehen - wie Phönix aus der Asche, unter der die Chefstrategen des Pharma-Marketings und deren Finanziers sie kaltblütig begraben haben. Wäre „Immunsystem“ der Name eines patentierbaren Implantats, mit dem sieben Milliarden „schutzlos ausgelieferte“ Körper erst noch ausgestattet werden müssten: die Medizinindustrie würde ein Jahrtausendgeschäft daraus machen, jede Wette. Wer sich dem Eingriff verweigern würde, der käme völlig zurecht in Quarantäne, am besten für immer. Keine Spritze könnte ihn retten. Jeder Faktenchecker wüsste das. Geschichte ist eine Aneinanderreihung verpasster Gelegenheiten. Der Phönix liegt tief unter Asche, statt ihr zu entsteigen. Hilflos ringt er nach Luft. Ob er die neue Normalität des 21. Jahrhunderts überlebt, ist ungewiss. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Harald Wiesendanger: Corona-Rätsel - Was steckt wirklich hinter dieser Pandemie? Wem nützt sie? Was bringt uns die nächste?, Schönbrunn 2020, https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/corona-raetsel-pdf.html (2) https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2773576; https://www.chicagotribune.com/coronavirus/ct-coronavirus-antibody-testing-chicago-rate-northwestern-20201009-jxzpyewzlrcgnny2fyflupqdcq-story.html (3) https://www.welt.de/regionales/hamburg/article207270421/Experte-Pueschel-Zeit-der-Virologen-ist-vorbei.html, https://www.hamburg.de/nachrichten-hamburg/13855666/experte-pueschel-zeit-der-virologen-ist-vorbei/, https://www.deutschland-kurier.org/einer-der-besten-rechtsmediziner-deutschlands-sagt-corona-angst-ist-voellig-ueberzogen/, https://www.mopo.de/hamburg/rechtsmediziner--ohne-vorerkrankung-ist-in-hamburg-an-covid-19-noch-keiner-gestorben--36508928 (4) https://www.npr.org/2020/09/14/912029399/we-had-to-take-action-states-in-mexico-move-to-ban-junk-food-sales-to-minors?utm_medium=RSS&utm_campaign=health; https://www.gob.mx/conadesuca/prensa/lopez-gatell-llamo-veneno-embotellado-a-los-refrescos-industria-pide-no-estigmatizar; https://www.usatoday.com/story/news/world/2020/08/23/coca-cola-bottled-poison-mexico-finds-covid-19-villain-soda/5607741002/ (5) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.09.04.20188268v1; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/09/23/coronavirus-2nd-wave.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20200923Z1&mid=DM660552&rid=971096794 (6) https://c19study.com/; https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0040-1713152; https://academic.oup.com/europace/advance-article/doi/10.1093/europace/euaa216/5910968 (7) https://covid19criticalcare.com/; https://www.evms.edu/covid-19/covid_care_for_clinicians/; https://aapsonline.org/mccullough-protocol-3-page.pdf (8) https://www.hahnemann-gesellschaft.de/covid-19/; https://stalten.de/wp-content/uploads/2020/11/Neue-Ergebnisse-Homoeopathie-Prophylaxe-bei-Corona.pdf; https://homoeopathiewatchblog.de/2020/04/09/tuerkische-wissenschaftler-veroeffentlichen-die-weltweit-erste-studie-zu-einsatz-von-homoeopathie-gegen-covid-19-in-zusammenarbeit-mit-hahnemann-gesellschaft/; https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1205-8089; https://punemirror.indiatimes.com/news/india/coronavirus-homeopathy-effective-in-prevention-of-virus-infections-says-ayush-ministry/articleshow/73730742.cms (9) https://www.stern.de/gesundheit/der-preis-des-lockdowns----in-vier-wochen-suizide-wie-in-einem-ganzen-jahr--9275302.html; https://abc7news.com/japan-suicides-suicide-rates-covid-women/8359064/; https://blogs.mercola.com/sites/vitalvotes/archive/2020/11/22/survey-more-young-adults-thinking-about-suicide-and-death.aspx; https://www.politaia.org/corona-massnahmen-suizide-dramatische-haeufung/?source=ENL; https://www.politaia.org/nur-ein-verraeter-beamter-aus-dem-innenministerium-sprach-ueber-corona-suizide/

  • Sind Gesunde ansteckend?

    Hygieneterror gegen die gesamte Bevölkerung steht und fällt mit der Annahme, es fänden „symptomfreie Übertragungen“ in Hülle und Fülle statt: Ohne die geringsten Beschwerden könnte unsereins den Covid-19-Erreger ahnungslos weitergeben. Somit sind wir alle, jederzeit und überall, als potentielle Virenschleudern verdächtig – als silent spreaders, „stille Verbreiter“. Folglich muss jeder mitmachen beim verordneten drakonischen Infektionsschutz. Zurecht? Eine glasklare Covid-Hochrisikopatientin ist sie, meine 87-jährige Mutter. Null Bewegung, sie sitzt im Rollstuhl. Die Mahlzeiten in ihrem Pflegeheim – überwiegend totgekochte, aufgewärmte Kantinenkost – liefern eher Sterbens- als Lebensmittel. Obendrein schluckt sie vier hochdosierte, nebenwirkungsreiche Arzneien gegen drei schwere chronische Erkrankungen. Auch psychisch könnte es ihr nicht schlechter gehen: Während sich ihr Pflegeheim vom ersten Lockdown an in eine Haftanstalt verwandelte, wurde sie noch kontaktärmer, niedergeschlagener, hoffnungsloser. All dies schwächt ihr Immunsystem. Schon die nächste Erkältung könnte sie umbringen. Darauf nehme ich Rücksicht, selbstverständlich. Immer schon. Beim geringsten Anzeichen einer Erkältung verzichte ich darauf, sie zu besuchen. Händewaschen ist das allererste, was ich tue, nachdem ich ihr Zimmer betreten habe. Erst recht in der Grippesaison. Und plötzlich genügt das nicht mehr? Auch wenn ich völlig symptomfrei bin, soll ich nicht länger als eine Stunde bleiben, dabei durchgehend FFP2-Maske tragen, zwei Meter Abstand halten, Trennscheiben hinnehmen, meine Haut mit Desinfektionsmitteln traktieren? Obendrein habe ich einen negativen Corona-Test nachzuweisen, nicht älter als 48 Stunden alt – und in Kürze wohl noch eine „freiwillige“ Impfung, obwohl meine Mutter selbst schon eine zweifache hinter sich hat. Wieso? Drostens Webasto-Blamage: Erfuhren unsere Seuchenschützer davon? Um die Idee der „asymptomatischen Übertragung“ des neuen Coronavirus in Deutschland populär zu machen, genügte ein einziges miserabel belegtes Fallbeispiel. In die Welt setzte es nicht etwa eine kontrollierte Studie. Es genügte ein formloser „Brief an den Herausgeber“ des New England Journal of Medicine. Der virologische Halbgott der Nation, Christian Drosten, reichte ihn am 30. Januar 2020 ein, gemeinsam mit 16 Kollegen. Einen Tag zuvor hatte der Autozulieferer Webasto seine Zentrale in Stockdorf bei München geschlossen, nachdem bei einigen Mitarbeitern PCR-Tests positiv ausgefallen waren – Deutschlands erste offizielle „Infektionen“ mit SARS-CoV-2. Eingeschleppt hatte das Virus offenbar eine chinesische Geschäftsreisende aus Shanghai, obwohl sie selbst angeblich keinerlei Symptome aufwies. Am 20. und 21. Januar hatte sie Webasto besucht. Der erste Angestellte, den sie dort ansteckte, hatte nach eigenen Angaben etwa eine Stunde lang mit dem Gast aus China in einem Meeting zusammengesessen. Die Frau habe auf ihn einen gesunden Eindruck gemacht, so berichtet er. “Es gab ein kurzes Händeschütteln, aber die Kollegin war auch nicht krank. Also, ich hab nicht gesehen, dass sie irgendwie geschnieft und gehustet hat oder irgendwelche Krankheitserscheinungen hatte. Für mich war sie komplett gesund.” Das Treffen fand an einem Montag statt. Am darauffolgenden Freitag verspürte der Mann dann erste Symptome, ein Halskratzen. Anderntags bekam er Fieber. Bis zum 11. Februar fielen PCR-Tests von 15 weiteren Mitarbeitern positiv aus. Dass der Webasto-Gast aus Fernost bis heute für Panikmache herhalten muss, wirft ein bezeichnendes Licht darauf, wie evidenzbasiert Regierende entscheiden und Leitmedien die Bevölkerung aufklären. Der Lichtgestalt des Hygieneregimes, seinem wirrologischen Chefsouffleur, stellt es ein Armutszeugnis aus. Mit ihrem Wissenschaftsverständnis konnten Drosten und seine Mitautoren offenbar mühelos vereinbaren, dass sie es nie für nötig erachteten, mit der Geschäftsfrau selbst zu sprechen; stattdessen verließen sie sich auf Einschätzungen von vier Webasto-Mitarbeitern. „Während ihres Aufenthalts (in Deutschland)“, so behauptete Drosten ins Blaue hinein, „war sie gesund und hatte keine Anzeichen oder Symptome einer Infektion, wurde aber auf dem Rückflug nach China krank, wo sie am 26. Januar positiv auf 2019-nCoV getestet wurde.“ Das stimmte nicht, wie schon vier Tage nach der Drosten-Publikation feststand. Wie ein Berliner Korrespondent des Wissenschaftsmagazins Science am 3. Februar berichtete, telefonierten Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im nachhinein mit der Patientin aus Shanghai. Dabei stellte sich heraus, dass sie sehr wohl bereits Symptome hatte, während sie sich in Deutschland aufhielt. Sie fühlte sich müde, ihre Muskeln schmerzten. Um ihr Fieber zu senken, nahm sie Paracetamol ein. Das jedenfalls erfuhr der Science-Journalist von einem RKI-Sprecher. Deswegen zur Rede gestellt, räumte Drosten ein: „Ich fühle mich schlecht, wie das gelaufen ist, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand hier schuld ist. Offenbar war die Frau zunächst nicht zu erreichen und man hatte das Gefühl, das müsse schnell kommuniziert werden." Allerdings fühlte sich Drosten nicht schlecht genug, um seinen fatalen Letter to the Editor vom 30. Januar zurückzuziehen oder wenigstens den entscheidenden Punkt richtigzustellen. Zwar verpasste er dem Brief am 6. Februar und am 5. März „Updates“. Doch bis heute heißt es darin, die Chinesin sei während ihres Deutschlandaufenthalts noch „wohlauf gewesen, ohne Anzeichen oder Symptome einer Infektion“. Wen erreichte Drostens kleinlautes, halbherziges Dementi? Hätten Merkel & Co. es hören wollen, falls ihr Lieblingsberater es ihnen gegenüber eingeräumt hätte? Nein, denn das widerlegte Fallbeispiel passte vorzüglich zur politischen Agenda. Also darf es bis heute weiterkursieren, zumal sich immer mehr Forscher zu Wort meldeten, die weitere angebliche Beweise dafür präsentierten, wie real das Schreckgespenst des „stillen Überträgers“ war. Seither malen es Redaktionen, penetrant und voller Hingabe, an die desinfizierte Wand. Dürftige Belege Vermeintliche Beweise sammelte vor Ort, im Ursprungsland der Pandemie, vom 16. bis 24. Februar 2020 ein 25-köpfiges Expertenteam, entsandt von der WHO. Eigene Nachforschungen in Wuhans Kliniken und Praxen unterließ es. Stattdessen plapperte es nach, was chinesische Gesundheitsbehörden ihm zutrugen. Dafür hätten die Teammitglieder zu Hause bleiben können, der Griff zur Lesebrille hätte genügt. Denn ab März flutete China die Fachpresse mit Papers, die dem silent carrier-Grusel Nachdruck verliehen. Vier davon (1), plus eine aus Südkorea (2), wertete die McGill-Universität in Montreal, Kanada, im Herbst 2020 aus. (3) Übereinstimmend warnten sie, dass symptomlose Ansteckungen weitaus häufiger vorkommen als befürchtet. Zusammengerechnet erfassten sie 13 asymptomatische Indexpatienten. Bei ihnen konnten 96 Kontaktpersonen aufgespürt und getestet werden. Immerhin fast jeder Fünfte, 18,8 %, erwies sich als testpositiv. Zum Teil noch dramatischere Quoten verbreiteten drei weitere Arbeiten, ebenfalls aus China. (4) Unter dem Eindruck dieser vermeintlichen Beweise sah sich die WHO Ende Februar 2020 veranlasst, Alarm zu schlagen. Die „frühen Daten aus China legten nahe, dass Menschen ohne Symptome andere anstecken können“. (5) Bald darauf zog die US-Seuchenschutzbehörde CDC nach. Am 1. April 2020 veröffentlichte sie einen Bericht, demzufolge „es zur Kontrolle der Pandemie nicht ausreichen könnte, dass nur Personen mit Symptomen ihren Kontakt mit anderen einschränken, weil Personen ohne Symptome die Infektion übertragen könnten". Im Mai verbreitete die CDC eine Schätzung, wonach bis zu 40 Prozent der Coronavirus-Übertragungen von Mensch zu Mensch stattfänden, bevor die Beteiligten irgendwelche Symptome aufweisen. Bis heute schöpft die CDC dabei in erster Linie aus Quellen im Reich der Mitte. Noch im Januar 2021 warnte sie im Journal of the American Medical Association (JAMA), zu 59 % werde SARS-CoV-2 asymptomatisch übertragen. (6) Dabei stützt sich die Behörde nicht etwa auf eigene Nachforschungen; sie fasst einfach Zahlenwerk aus acht chinesischen Studien zusammen. Von ihren Kurzschlüssen daraus rückt sie bis heute keinen Millimeter ab. Im Gegenteil: Inzwischen empfiehlt sie „allen Personen über zwei Jahren, sie sollten in der Öffentlichkeit und in Gegenwart von Haushaltsfremden eine Maske tragen“ – oder vielleicht besser gleich zwei übereinander, eine Option, die sie zur Zeit ernsthaft prüfen lässt. Doch seltsamerweise konnte außerhalb Chinas kaum ein Wissenschaftler asymptomatische Übertragungen in nennenswertem Ausmaß überzeugend bestätigen. Anlass zur Entwarnung gab bereits im April 2020 eine aufwändige Studie von Südkoreas Seuchenschutzbehörde KCDC. (7) In einem 19-stöckigen Gebäude mit Büros und Wohnungen inmitten der Hauptstadt Seoul war am 8. März ein SARS-CoV-2-Fall aufgefallen. Einen Tag später wurde das gesamte Gebäude geschlossen. Sämtliche 922 Angestellte, 203 Bewohner und 20 Besucher aus den vorherigen drei Wochen, hatten sich PCR-Tests zu unterziehen. (Am stärksten betroffen war ein auf vier Etagen verteiltes Call-Center mit 216 Mitarbeitern; von ihnen schien fast jeder Zweite infiziert.) Anschließend mussten sich alle, unabhängig vom Testergebnis, zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben. 97 waren testpositiv. Für welche „Sekundärinfektionsrate“ sorgten sie in den folgenden 14 Tagen zu Hause, unter ihren insgesamt 225 Mitbewohnern, mit denen sie rund um die Uhr zusammenlebten? Die allermeisten, nämlich 89, wiesen bereits Covid-19-Symptome auf. Unter ihren Haushaltsmitgliedern ergaben sich 34 „Fälle“. Wie verhielt es sich mit den 11 Mitbewohnern von vier andauernd Symptomfreien? KEIN EINZIGER „infizierte“ sich. Und wie gemeingefährlich waren weitere vier Präsymptomatiker, die erst nach Quarantänebeginn Beschwerden enwickelten? Auch unter ihren vier Kontaktpersonen daheim blieb die Infektionsrate bei NULL. Dazu passt, was eine Gruppe von Medizinern im August 2020 im CDC-Magazin Emerging Infectious Diseases über ein Meeting berichtete, das sie vom 20. bis 21. Februar in München abgehalten hatte. Ein Teilnehmer, der später recht heftige Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion entwickelte, hatte dort, noch „präsymptomatisch“, anscheinend elf von 13 weiteren Anwesenden angesteckt. Nachforschungen ergaben: Zur Übertragung musste es bei direktem Körperkontakt gekommen sein, durch Händeschütteln und viertel- bis halbstündige Face-to-Face-Kontakte bei Gesprächen in Pausen und bei gemeinsamen Mahlzeiten. Hätten Aerosole den Ausschlag gegeben, so bliebe rätselhaft, weshalb zwei Teilnehmer verschont blieben, obwohl sie in einem relativ kleinen Tagungsraum von etwa 70 Quadratmetern knapp zehn Stunden lang mit am Tisch saßen. Grundsätzliche Einwände lassen das RKI kalt Vier grundsätzliche Einwände treffen panikschürende Studien: Erstens: Wie alle Lebensrisiken, so sind auch Ansteckungen durch scheinbar Kerngesunde nie ganz und gar auszuschließen. Entscheidend ist doch, wie wahrscheinlich sie sind. Je geringer die Gefahr, desto unverhältnismäßiger, desto irrationaler wird hyperaktiver Seuchenschutz auf Teufel komm raus. Jeden von uns kann ein Blitz niederstrecken, ein Meteorit erschlagen; wir können mit dem Flugzeug abstürzen, auf dem Weg zur Arbeit tödlich verunglücken, uns unter der Dusche das Genick brechen, beim Waldspaziergang von der verirrten Kugel eines Jägers getroffen werden. Sollten wir deswegen umfassende Sicherheitsvorkehrungen treffen? Im März 2020 knöpften sich chinesische Wissenschaftler nicht weniger als 4.950 Personen mit „engen Kontakten“ zu 347 Testpositiven vor. Unter diesen 4.950 fand sich „nur eine Person, die sich bei einem asymptomatischen Fall infizierte“. Dies deute auf eine „begrenzte Transmissionskapazität“ hin. Etwa nicht begrenzt genug? Zweitens: Dass jemand NACH Kontakt mit einer symptomfreien Person testpositiv ist, beweist mitnichten, dass er es DESWEGEN wurde. Unmittelbar davor oder hinterher könnte er Erkrankten zu nahe gekommen sein, von denen er sich das Virus aufschnappte. Drittens: Die üblicherweise eingesetzten PCR-Tests taugen nicht dazu, Infektionen nachzuweisen. Von Regierungsberatern, Mainstream-Journalisten und Richtern abgesehen, ist das inzwischen den meisten Experten klar. Bei angeblichen „asymptomatischen Übertragungen“ könnte es sich schlicht um falsch-positive Testergebnisse handeln. (8) Forscher, die darüber hinwegsehen, blamieren sich ähnlich eindrucksvoll wie das „Covid-19 Response Team“ des berüchtigt alarmistischen Imperial College: Nach 2343 PCR-Tests in der Region Venedig machte es sage und schreibe zwei Fälle von Bürgern ausfindig, die nach Kontakten mit Symptomfreien „positiv“ auffielen. Womöglich geben „stille Überträger“ bloß ein paar harmlose Genomschnipsel weiter, oder Viren in unbedenklich geringer Zahl. Wer Pech hat, den macht ein einziges SARS-CoV-2-Virion auf seiner Schleimhaut bereits zum PCR-bestätigten „Fall“, wenn ein Abstrich es einfängt. Aber mindestens 300 Viruspartikel, wenn nicht gar über tausend (9) sind erforderlich, um eine Infektion auszulösen. Um sie überhaupt nachweisen zu können, muss ein hypersensitives molekulares Verfahren sie erst mehrere Millionen Male „amplifizieren“, also vervielfältigen,. „Von Ansteckungsfähigkeit“, stellt der Arzt Wolfgang Wodarg klar, „ist nicht auszugehen, solange nur Viren über Schleimhäute huschen, (…) wie es ein bekannter virologischer Entertainer 2014 einmal treffend formuliert hat.“ Viertens: In Wahrheit gibt es keine Covid-19-spezifischen Symptome. Deshalb erweist sich auch niemand als Covid-Patient, falls sie bei ihm auftreten, nachdem er einem Symptomfreien nahegekommen ist. Wer hustet, niest, fiebert, schwächelt, nichts mehr schmeckt und riecht, könnte sich auch eine Grippe eingefangen haben oder stark erkältet sein. Daran hapert es etwa bei einer vielzitierten Studie aus Brunei. (10) Sie berichtet über ein 13-jähriges Mädchen, das SARS-CoV-2 ohne Symptome angeblich auf ihre Klassenlehrerin „übertrug“ – denn diese hatte „an einem Tag leichten Husten“. In einem zweiten Fall geriet ein 30-jähriger Vater in den Verdacht eines „stillen Überträgers“, nachdem seine Frau kurzzeitig eine laufende Nase hatte und ihr zehn Monate altes Baby einen Tag lang leicht hustete, aber fieberfrei blieb. (11) Kann man in Coronazeiten bloß noch Covid-19 aufschnappen? Solche Bedenken lassen das Robert-Koch-Institut weiterhin kalt. Bis heute versteigt es sich auf die Behauptung, dass „sich ein relevanter Anteil von Personen bei infektiösen Personen innerhalb von 1-2 Tagen vor deren Symptombeginn ansteckt“. (12) Als Belege führt es kümmerliche zwei Quellen an. Die erste, eine reichlich angestaubte Analyse vom März 2020, fasst frühe Daten aus China und Singapur zusammen. Die zweite, eine im Januar 2021 veröffentlichte Studie der Universität von Michigan, befasst sich kurioserweise nicht im geringsten mit symptomfreier Übertragung; sie konzentriert sich auf 325 Patienten, bei denen allesamt bereits Krankheitsanzeichen aufgetreten waren. Warum werden wir draußen wie drinnen schikaniert? Die Studie aus Singapur, auf welche sich das RKI beruft, fand Hinweise auf eine präsymptomatische Ausbreitung in einer Kirche, einer Gesangsschule und ehelichen Wohnungen. (13) Müssen wir uns deswegen vor Gottesdienstbesuchern auf dem Kirchenvorplatz fürchten? Vor Chören, die im Freien auftreten? Vor Eheleuten, während sie frische Luft schnappen? Die CDC beunruhigt eine Untersuchung in einem Pflegeheim in King County, Washington, in dem sich Covid-19-Fälle häuften, obwohl Besuche untersagt und alle Bewohner mit Krankheitssymptomen isoliert worden waren. In Heimen verbringen die Insassen reichlich Zeit miteinander in geschlossenen Räumen. Was besagen hypothetische Übertragungen dort über Infektionsrisiken in Fußgängerzonen, in Stadien, auf Märkten, an Haltestellen, an Seeufern und Stränden? Wie „relevant“ ist die Ansteckungsgefahr, die von Gesunden ausgeht? Darüber schweigt das RKI. Warum riet das Institut zu umfassenden AHA-Schikanen für Hinz und Kunz nicht längst vor 2020? Dass Covid-19 weitaus tödlicher ist als jede frühere Pandemie, harrt weiterhin des statistischen Beweises – jedenfalls eines unfrisierten. Überfällige Kehrtwende – bloß nimmt sie keiner zur Kenntnis Schon im Frühsommer 2020 sah sich zumindest die WHO zu einer Rolle rückwärts veranlasst. Leitmedien schwiegen darüber. Wie die US-Epidemiologin Dr. Maria Van Kerkhove, Technische Leiterin einer Coronavirus-Abteilung der WHO, am 8. Juni während einer Pressekonferenz in Genf erklärte, sei die Ausbreitung durch asymptomatische Patienten in Wahrheit kaum der Rede wert. „Aus den Daten, die wir haben, scheint es immer noch selten zu sein, dass eine asymptomatische Person tatsächlich auf ein zweites Individuum überträgt. (…) Wir haben eine Reihe von Berichten aus Ländern, die eine sehr detaillierte Kontaktverfolgung durchführen", so fuhr Van Kerkhove fort. "Sie verfolgen asymptomatische Fälle. Sie verfolgen die Kontakte. Und sie finden keine sekundäre Übertragung. Es ist sehr selten." (14) Dabei ist „sehr selten“ womöglich noch immer übertrieben, wie eine bemerkenswerte, aber totgeschwiegene Megastudie aus Wuhan nahelegt, dem Epizentrum der Pandemie. Vom 23. Januar bis zum 8. April 2020 herrschte in der Millionenmetropole ein Lockdown von kaum zu überbietender Strenge. Anschließend fand dort ein umfassendes Screening auf SARS-CoV-2 statt: Zwischen dem 14. Mai und dem 1. Juni wurden alle Stadtbewohner über sechs Jahren zu PCR-Tests aufgefordert. 92,9 % von ihnen, insgesamt 9.899.828 Menschen, nahmen daran teil. Was kam dabei heraus? Der Befund des 19-köpfigen Forscherteams: Es konnte „keine neuen symptomatischen Fälle identifizieren“ – und lediglich „300 asymptomatische Fälle“, was einer Inzidenz von 0,303 von 10.000 entspricht. „Bei 1.174 engen Kontakten“ dieser 300 Fälle „gab es KEINEN positiven Test“ – NICHT EINEN EINZIGEN. Demnach „gab es KEINE Hinweise darauf, dass die identifizierten asymptomatischen positiven Fälle infektiös waren." Deutlicher geht es kaum. „Ein schlechter Witz“ Aber belegen virologische Untersuchungen nicht, dass die „Viruslast“ von SARS-CoV-2-Trägern, auch wenn sie noch keinerlei Anzeichen einer Erkrankung aufweisen, bereits genauso hoch sein kann wie bei Patienten mit ausgeprägten Covid-19-Symptomen? Dies, so versichern uns mutmaßliche Experten, sei vor allem gegen Ende der sogenannten „präsymptomatischen Phase“ der Fall, kurz bevor erste Beschwerden einsetzen. (15) Den namhaften Schweizer Immunologen Beda Stadler bringt solches Geschwurbel über Gesunde, die ahnungslos andere Gesunde anstecken, zügig auf die Palme. Der emeritierte Professor und ehemalige Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern empfiehlt dringend, sich „zu vergegenwärtigen, was da alles abläuft. Falls sich irgendwo im Körper, eben auch im Rachen, Viren bilden, heißt das, dass menschliche Zellen zugrunde gehen. Wenn Zellen sterben, wird sogleich das Immunsystem alarmiert, und es entsteht eine Entzündung. Eines der fünf Kardinalsymptome einer Entzündung ist der Schmerz. Es ist verständlich, dass leidende Covid-19-Patienten sich nicht mehr an das anfängliche Kratzen im Hals erinnern können und dann allenfalls behaupten, sie hätten vor ein paar Tagen noch keine Symptome gehabt. Daraus als Arzt oder Virologe eine Story von ‚gesunden‘ Kranken zu machen, die Panik verursacht und oft ein Grund war für strengere Lockdown-Massnahmen, ist ein schlechter Witz.“ Kriechen wir einander denn tief in die Nasenhöhle und den Rachen? Was kümmern uns eigentlich Viruslasten, die Wattestäbchen erst tief in unserer Nasenhöhle und dem Rachen ertupfen müssen? Schließlich kriechen wir einander bei Kontakten nicht 10 bis 15 Zentimeter in Körperöffnungen. Nicht einmal der leidenschaftlichste Zungenkuss ist derart invasiv. Von schmusenden Liebespaaren abgesehen, hält unsereins in der Regel mindestens eine halbe bis ganze Armlänge Abstand, wenn wir in der Fußgängerzone aneinander vorbeilaufen, an der Ladenkasse Schlange stehen oder im Stadion nebeneinander hocken. Selbst wenn wir im Gespräch einander frontal gegenüberstehen, tun wir das nicht Nase an Nase, sondern im allgemeinen mit einer Distanz von mindestens einem halben Meter. Falls wir einander infizieren, dann in erster Linie mittels der Atemluft, die vor allem dem Mund entweicht. Müsste der Hygienestaat nicht zuallererst in diesen Aerosolen nach Infektionsrisiken fahnden? Wieso lässt er nicht messen, was wir an Killerkeimen ausatmen? An einem neuartigen Corona-Test, der Viruspartikel in Atemluftproben identifiziert, arbeitet immerhin das belgische Forschungszentrum Imec. Das Gerät besteht aus einem Probensammler und einer Analyseeinheit. Beim klinischen Validieren hilft die Universitätsklinik Leuven. Bis kommenden Sommer soll ein funktionsfähiger Prototyp, der positive Fälle angeblich innerhalb von fünf Minuten erkennt, am Flughafen Brüssel erprobt werden. Der Haken daran: Wie alle bisherigen PCR-Tests, so reagiert auch die Imec-Erfindung auf bestimmte RNA-Sequenzen; sie „weiß“ nicht, ob diese Sequenzen zu einem aktiven Erreger gehören – oder ob es sich um Trümmer aus einer schon überstandenen Infektion handelt. (Solche viralen Überreste verweilen noch bis zu einem Vierteljahr im Körper, ehe sie vollständig ausgeschieden sind.) Im übrigen misst das Gerät, was sich noch in unserer Mundhöhle befindet – in diese führt die Testperson den Gerätekopf ein. Aber kein Mitmensch betritt jemals den Innenraum zwischen unseren Lippen, Gaumen und Wangen. Allenfalls taucht er, bei zu geringem Abstand und ungünstiger Windrichtung, für eine kurze Weile in ein hochverdünntes Restwölkchen von Atemluft ein, die unseren Mund bereits verlassen hat, um sich draußen in Sekundenschnelle aufzulösen. Wer so ein Restrisiko beunruhigend findet, könnte ebensogut allen Fußgängern eine Gasmaske verordnen. Denn zögen sie sich nicht übelste Vergiftungen zu, falls sie ihre Nase in den Auspuff vorbeifahrender Autos stecken? Wie viele Killerkeime atmen wir aus? Wie Mediziner der chinesischen Universität Chongqing verblüffenderweise festgestellt haben wollen, scheiden symptomlose SARS-CoV-2-Träger über einen längeren Zeitraum Viren aus als sichtlich Erkrankte, nämlich 19 Tage. Aber wie schlimm wäre das? Zumindest bei Asymptomatikern wird ein realitätsnaher Test schwerlich Keimmengen finden, die Grund zur Besorgnis geben. Nach draußen gelangt eine nennenswerte Menge an Viren aus unserem Körperinneren ja erst, wenn wir sie abhusten, herausniesen oder an unsere Hände schmieren, während wir sie ins Taschentuch schneuzen – also genau dann, wenn wir bereits Erkrankungssymptome aufweisen. Was wir vorher nach draußen abgeben, ist infektiologisch kaum der Rede wert. Überdeutlich macht dies eine Studie, die ein 14-köpfiges Forscherteam der Universität Hongkong im April 2020 im renommierten Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichte. Daran teilgenommen hatten 246 Patienten, die in einer Hongkonger Klinik mit Atemwegserkrankungen lagen, ausgelöst durch Rhino-, Influenza- oder Coronaviren. Die Forscher wollten herausfinden, wie virusbelastet die Luft war, welche die Kranken ausatmeten. Den Nachweis führten sie überwiegend mittels PCR, teils auch durch Anzucht in Zellkulturen. Um Partikel aus der Atemluft einzusammeln, kam ein G-II-Bioaerosolsammler zum Einsatz (16) – pro Testperson 30 Minuten lang. In diesem Gerät fing ein „Impaktor“, ein Partikelmessgerät, automatisch gröbere Teilchen mit einer Größe über 5 Mikrometer - (tausendstel Millimeter - auf, sogenannte „respiratorische Tröpfchen“. Verbleibende feinere Partikel, „Aerosole“, kondensierten darin und sammelten sich in einer Lösung. Bei allen Probanden war die Virusinfektion der oberen Atemwege „floride“, d.h. voll ausgeprägt; das Nasensekret wies Konzentrationen von 10hoch7-8 Viruskopien pro Probe auf, das Rachensekret rund 10hoch4 Viruskopien pro Probe. Trotzdem enthielt die ausgeatmete Luft kaum Erreger: Virushaltige Tröpfchen waren bloß in 18 von 65 entnommenen Proben nachweisbar, virushaltige Aerosole lediglich in 31 von 67 Proben. Das bedeutet? Selbst akut Atemwegsinfizierte müssen keineswegs „Virenschleudern“ sein. Hinzu kommt: Jene wenigen Proben, in denen überhaupt Viren nachgewiesen wurden, wiesen durchweg eine extrem niedrige Viruskonzentration auf. Dies ist umso bemerkenswerter, als ein Impaktor Partikel erheblich effizienter einsammelt als eine menschliche Nase. Zudem bestehen Begegnungen im öffentlichen Raum gewiss nur seltenst in halbstündigem Verweilen von Angesicht zu Angesicht, in weniger als einem Meter Abstand voneinander. Selbst in überfüllten Bussen, Zügen und U-Bahnen wenden sich Mitfahrende eher voneinander ab; zumindest können sie es fast immer, falls sie Wert darauf legen. Für die Medizinprofessorin Ines Kappstein, Leiterin der Hygieneabteilung im Klinikum Passau, lassen die Hongkonger Studienergebnisse nur einen Schluss zu: „Das Risiko, mit ausgeschiedenen Viren anderer Menschen in Kontakt zu kommen, (..) ist wahrscheinlich zu vernachlässigen, wenn man nicht direkt angehustet wird, eine Situation, die die meisten Menschen in Geschäften oder im ÖPNV (öffentlichen Personennahverkehr) kaum je wirklich erlebt haben.“ Kontaktdauer wurscht? Wieso berücksichtigen Coronaverordnungen nicht, wie lange wir miteinander Aerosole austauschen müssen, ehe daraus irgendetwas infektiologisch Bedenkliches entstehen kann? Wie entscheidend dieser Punkt ist, verdeutlicht eine frühe Studie aus der chinesischen Provinz Hefei. (17) Vom 23. Januar an erfasste sie alle Kontakte eines jungen Mannes, der vier Tage zuvor aus Wuhan zurückgekehrt war. Noch am Abend seiner Ankunft hatte er seine 16-jährige Cousine besucht, am 21. Januar 15 frühere Klassenkameraden getroffen. Bis dahin, so versicherte er, habe er keinerlei Beschwerden gehabt; auch waren niemandem, den er traf, an ihm irgendwelche Covid-19-Symptome aufgefallen. Erst am 22. Januar gegen Mittag begannen seine Augen zu jucken, und Fieber trat auf. Trotzdem erwiesen sich bei PCR-Tests acht Kontaktpersonen, also die Hälfte, als „positiv“. Eher beiläufig erwähnt die Studie den springenden Punkt: Die Kontakte hatten mehrere Stunden gedauert, zudem fanden sie nicht an der frischen Luft statt, sondern drinnen. Wie Ines Kappstein, so ist auch Julian Tang schleierhaft, weshalb der Aspekt der Expositionsdauer weithin unberücksichtigt bleibt. Vermutlich, so gibt der Virologe von der britischen Universität Leicester zu bedenken, setzen einzelne Atemzüge bloß eine vernachlässigbar geringe Zahl von Viren frei. Erst „wenn Sie neben [jemandem, der infiziert ist] stehen und 45 Minuten lang dieselbe Luft mit ihm teilen, könnten Sie genug Virus ausatmen, um eine Infektion zu verursachen" – in geschlossenen, unbelüfteten Räumen. Schwach konzentrierte Aerosole einzufangen, die sich bei der richtigen Kombination von Luftstrom, Luftfeuchtigkeit und Temperatur allmählich zu einer infektiösen Dosis aufbauen könnten, ist "extrem schwierig", sagt Lidia Morawska, Aerosolforscherin an der Queensland University of Technology in Brisbane, Australien. Erst recht im Freien. Welche Leute im Robert-Koch-Institut, in den Gesundheits- und Innenministerien von Bund und Ländern verhindern, dass unsere politisch Verantwortlichen von solchen Einwänden erfahren? „Werden wir von Trotteln regiert?“, fragt sich der Focus-Kolumnist Jan Fleischhauer mittlerweile. „Gestammel statt Kompetenz“ erlebt der Journalist Boris Reitschuster in Berlin beinahe täglich bei Bundespressekonferenzen. Was hindert Journalisten in Leitmedien daran, offenkundiges Unvermögen, Forschungsferne, Starrsinn, politische Blindflüge bloßzustellen? Was hält Gerichte davon ab, wissenschaftliche Erkenntnisse trotz mangelnder political correctness zu berücksichtigen, anstatt sich untätig oder befangen zum Werkzeug der Exekutive zu erniedrigen? Wäre unsere paralytischen Bundesverfassungsrichter, vor deren zugekniffenen Augen eine außer Rand und Band geratene Exekutive Grundrechte seit rund einem Jahr ohne Not mit Füßen tritt, mittlerweile nicht ein Fall für den Verfassungsschutz? Weiterhin scheint ihnen allen einzuleuchten: Hygieneterror auch gegen Gesunde ist alternativlos: Es gilt, sie davon abzuhalten, dass sie so gut wie nie andere Gesunde anstecken, die daraufhin zumeist gesund bleiben. Wie wollen wir leben? Die Debatte über „stille Überträger“ krankt an zuviel Virologie und zuwenig Philosophie. Ist das noch so Unwahrscheinliche, das geringste Restrisiko inakzeptabel, weniger als vollständige Kontrolle zuwenig, absolute Sicherheit erstrebenswert? Wer das bejaht, offenbart ein zutiefst gestörtes Verhältnis zu Freiheit und Selbstverantwortung, ja zum Leben an sich. Herr unserer selbst zu sein, schließt ein, auf den Rundumschutz eines allgegenwärtigen Für- und Vorsorgestaats zu verzichten. Je mehr Sicherheit er gewährleisten soll, desto stärker überwacht und gängelt, droht und straft er. Selbstbestimmung bedeutet auch, keinen Anderen entscheiden zu lassen, welche persönlichen Risiken man eingeht. So halten wir es jedenfalls mit Völlerei und Naschen, mit Rauchen und Saufen, mit körperlicher Ertüchtigung und Extremsport, mit Sonnenbaden und Empfängnisverhütung. Warum sollten wir beim Infektionsschutz seit Februar 2020 anders verfahren, wenn er einem Virus gilt, das erwiesenermaßen nicht erheblich ansteckender, pathogener und tödlicher ist als Influenza? Wer die Nähe Gesunder panisch fürchtet, soll sich nach Herzenslust impfen, dreimal täglich PCR-testen lassen, fünf Masken übereinander tragen, literweise Desinfektionsmittel auf die Haut schmieren, im BSL3-Schutzanzug einkaufen gehen dürfen. Nur eines darf er nicht: davon ausgehen und verlangen, dass alle Mitmenschen seine Prioritäten, Ängste und Sicherheitsbedürfnisse teilen. Ein Staat, der ihn darin bestärkt statt zurechtweist, lockt mit dem Komfort des Goldenen Käfigs. Sollten wir es uns darin gemütlich machen? Auf eine Kriegslist Pekings hereingefallen? Dass Menschen Krankheitserreger ausnahmsweise auch symptomfrei aufeinander übertragen können, ist alles andere als spektakulär. Das gab es immer schon. Längst ist das Phänomen von der Grippe bekannt, von Typhus und HIV/Aids, von Masern und Infektionen des Magen/Darmtrakts. Aber man scherte sich kaum darum. Keiner erwog, geschweige denn veranstaltete Massentests an Symptomfreien, verfolgte deren Kontakte mit kriminalistischer Unerbittlichkeit, beraubte sie ihrer Freiheit wie zuletzt im Dritten Reich. Vor 2020 widmete niemand den vermeintlich Infizierten imposante Dashboards, führte Buch über beschwerdefrei Putzmuntere, definierte sie zu „Genesenen“ und „Kranken“ um, fälschte ihre Totenscheine. Warum jetzt? Wieso just nach einer geballten Ladung Kurven, Tabellen und Diagrammen made in China, die seltsam einmütig zur Jagd auf Gesunde anstiften – und dazu, gefestigte Demokratien dabei nach totalitärem Vorbild umzugestalten, auf Teufel komm raus? Eine US-amerikanische Anwaltsgruppe vermutet dahinter nichts Geringeres als eine Kriegslist der Kommunistischen Partei Chinas und ihrer Kollaborateure – einen globalen, pseudowissenschaftlich verschleierten Betrug, um die Länder politisch und wirtschaftlich zu schädigen, die auf ihn hereinfallen. Mit dem „Lockdown“ erfand ihr Großer Führer, der Mao gleich vergötterte Xi Jin-Ping, eine selbstzerstörerische Strategie, die er im eigenen Land wohlweislich regional begrenzte und zügig abbrach, während der Westen ihr besinnungslos nacheifert. Die Gefahr der „stillen Übertragung“ musste dazu möglichst monströs erscheinen. Nur wer diesen Popanz über alle Maßen fürchtet, schikaniert sogleich die gesamte, größtenteils gesunde Bevölkerung, anstatt von vornherein den einzig sinnvollen Weg zu beschreiten: Risikogruppen schützen, alle Übrigen in Ruhe lassen. In einem offenen Brief fordern die Anwälte das FBI sowie westliche Geheimdienste auf, deswegen Ermittlungen aufzunehmen. Aber wer will es sich schon mit der baldigen Weltmacht Nummer Eins verderben? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) L. Huang u.a.: „Rapid asymptomatic transmission of COVID-19 during the incubation period demonstrating strong infectivity in a cluster of youngsters aged 16–23 years outside Wuhan and characteristics of young patients with COVID-19: a prospective contact-tracing study. Journal of Infection 2020; P. Li u.a.: „Transmission of COVID-19 in the terminal stages of the incubation period: A familial cluster“, International Journal of Infectious Diseases 96/2020, S. 452–53, https://doi.org/10.1016/j.ijid.2020.03.027 PMID: 32194239; W. J. Xiao u.a.: „Investigation of an epidemic cluster caused by COVID-19 cases in incubation period in Shanghai“, Zhonghua liu xing bing xue za zhi 2020; 41(0):E033, https://doi.org/10.3760/cma.j.cn112338-20200302-00236 PMID: 32234128; F. Ye u.a.: „Delivery of infection from asymptomatic carriers of COVID-19 in a familial cluster“, International Journal of Infectious Diseases 94/2020, S. 133–138, https://doi.org/10.1016/j.ijid.2020.03.042 PMID: 32247826 (2) S. Y. Park u.a.: „Coronavirus Disease Outbreak in Call Center, South Korea“, Emerging Infectious Disease 2020, https://doi.org/10.3201/eid2608.201274 PMID: 32324530 (3) M. Yanes-Lane u.a.: „Proportion of asymptomatic infection among COVID-19 positive persons and their transmission potential: A systematic review and meta-analysis. PLoS ONE 15(11) 2020: e0241536, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0241536. (4) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.24.20042606v1; https://doi.org/10.1016/j.jinf.2020.03.006 https://www.journalofinfection.com/article/S0163-4453(20)30117-1/fulltext; https://www.nature.com/articles/s41591-020-0965-6 (5) World Health Organization: „Transmission of SARS-CoV-2: implications for infection prevention precautions, 9.7.2020, https://www.who.int/news-room/commentaries/detail/transmission-of-sars-cov-2-implications-for-infection-prevention-precautions (6) JAMA Network Open. 2021;4(1):e2035057. doi:10.1001/jamanetworkopen.2020.35057 (7) Shin Young Park u.a.: „Coronavirus Disease Outbreak in Call Center, South Korea“, Emerging Infectious Diseases 26 (8), 23. April 2020, https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/8/20-1274_article (8) https://cormandrostenreview.com/; https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20202/corona-tests-967-prozent-falsch-positiv/; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/11/13/covid-19-testing.aspx?ui=d503235325038e7b4f1f46eb68a48ff02ee0b104fe815572e6d5504e6da7c48e&cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20201113Z1&mid=DM706762&rid=1010249377; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/11/19/covid-testing-fraud-fuels-casedemic.aspx?ui=d503235325038e7b4f1f46eb68a48ff02ee0b104fe815572e6d5504e6da7c48e&cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20201119_HL2&mid=DM723904&rid=1014893177 (9) https://stm.sciencemag.org/content/12/573/eabe2555; https://www.nzz.ch/panorama/coronavirus-1000-partikel-reichen-fuer-eine-infektion-was-das-fuer-weihnachtsfeiern-bedeutet-ld.1588857; https://www.ptaheute.de/news/artikel/circa-1000-viruspartikel-fuer-ansteckung-noetig/ (10) Liling Chaw u.a.: „Analysis of SARS-CoV-2 Transmission in Different Settings, Brunei“, Emerging Infectious Diseases 26 (11) 9.10.2020, https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/11/20-2263_article (11) Justin Wong u.a.: „Asymptomatic transmission of SARS‐CoV‐2 and implications for mass gatherings“, Influenza and Other Respiratory Viruses Vol. 14 (5), 30.5.2020, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7300701/ (12) https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html; Stand 25.1.2021, abgerufen am 6.2.2021. (13) https://www.npr.org/sections/goatsandsoda/2020/04/13/831883560/can-a-coronavirus-patient-who-isnt-showing-symptoms-infect-others?t=1611658469639; W.E. Wei u.a.: „Pre-symptomatic transmissionof SARS-CoV-2 – Singapore“, January 23 -March 16, 2020. Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR) 69/2020, S. 411-415, https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6914e1.htm (14) Zit. nach https://www.nationalreview.com/news/who-says-transmission-by-asymptomatic-covid-patients-very-rare/; https://www.webmd.com/lung/news/20200609/who-clairifies-comments-on-asymptomatic-covid-spread (15) X. He u.a.: „Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19“, Nature Medicine 26 (5) 2020, S. 672-675. doi:10.1038/s41591-020-0869-5; S. Lee u.a.: „Clinical course and molecular viral shedding among asymptomatic and symptomatic patients with SARS-CoV-2 infection in a community treatment center in the Republic of Korea“, JAMA Internal Medicine 2020, doi:10.1001/jamainternmed.2020.3862; A. E. Benefield u.a.: „SARS-CoV-2 viral load peaks prior to symptom onset: a systematic review and individual-pooled analysis of coronavirus viral load from 66 studies“, medRxiv. Preprint, 30.9.2020, doi:10.1101/2020.09.28.202020289 (16) D. K. Milton u.a.: „Influenza virus aerosols in human exhaled breath: particle size, culturability, and effect of surgical masks“, PLoS Pathogens 9/2013, e1003205, https://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1003205; J. Yan u.a.: „Infectious virus in exhaled breath of symptomatic seasonal influenza cases from a college community“, Proceedings of the National Academy of Sciences USA 115/2018, S. 1081–1086, https://www.pnas.org/content/115/5/1081; J. J. McDevitt u.a.: „Development and performance evaluation of an exhaled-breath bioaerosol collector for influenza virus“, Aerosol Science and Technology 47/2013, S. 444–451, https://www.researchgate.net/publication/235650532_Development_and_Performance_Evaluation_of_an_Exhaled-Breath_Bioaerosol_Collector_for_Influenza_Virus; https://www.ingenieur.de/fachmedien/gefahrstoffe/biomonitoring/ein-automatischer-bioaerosolsammler-fuer-die-kontinuierliche-probenahme-von-luftgetragenen-mikroorganismen/ (17) https://www.journalofinfection.com/article/S0163-4453(20)30117-1/fulltext; DOI:https://doi.org/10.1016/j.jinf.2020.03.006

  • Tatort Intensivstation

    Wurden allein in Deutschland 16.000 Covid-Patienten zu Tode beatmet - fahrlässig, vereinzelt sogar vorsätzlich? In der Corona-Krise verleiteten Studien aus China westliche Ärzte dazu, Hunderttausende von Covid-19-Patienten zu Tode zu therapieren – mittels zu früher, zu häufiger, zu langer künstlicher Beatmung. Wer zieht die Verantwortlichen zur Rechenschaft? „Sie sterben nicht an Covid“, klagt Nicole Sirotek vor laufender Videokamera an. „Sie werden buchstäblich ermordet. Und niemanden kümmert es.“ Es ist der 5. Mai 2020. In Tränen aufgelöst, sitzt Nicole zwischen Umkleidekabinen im Pausenraum des Elmhurst Hospital in Queens, New York. Die 37-Jährige arbeitet hier als Krankenschwester. Die Mutter zweier Kinder aus Elko, Nevada, hatte ihre Familie zurückgelassen, um im Epizentrum der amerikanischen Corona-Pandemie ihre überforderten Kollegen zu unterstützen. Um Leben zu retten. Mehr als 170.000 bestätigte „Fälle“ von SARS-CoV-2-Infektionen waren zu diesem Zeitpunkt allein in New York City bereits registriert worden. Von rund 14.000 Covid-19-Opfern war die Rede. Hunderte davon verstarben hier, in Nicoles Krankenhaus. Aber woran? Jedenfalls nicht an einem Killervirus, davon ist Nicole inzwischen fest überzeugt. Für die unzähligen Todesfälle, die sie miterleben musste, „gibt es keinen Grund“, sagt sie – außer Inkompetenz, Missmanagement, Herzlosigkeit und einem rücksichtslosen Mangel an Sorgfalt. Ein Großteil der Todesfälle war nicht nur vermeidbar. Vielfach führten medizinische Eingriffe sie aktiv herbei. „Die Ärzte behandeln diese Patienten medizinisch falsch. Und es kümmert sie nicht. Tag für Tag komme ich hierher und muss zusehen, wie sie sie umbringen.“ „Es ist, als ob wir in Nazi-Deutschland wären“ Vor allem mechanische Beatmung sei es, die Covid-19-Kranke wie am Fließband töte. Viel zu häufig, zu früh, zu lange werden sie an Ventilatoren angeschlossen. So gut wie niemandem helfe das. Die Ärzte wissen es, täglich aufs Neue bekommen sie es vor Augen geführt, wenn Transportbahren mit Leichensäcken an ihnen vorbeirollen. Trotzdem machen sie gnadenlos weiter. „Es ist, als ob wir in Nazi-Deutschland wären und sie die Juden in die Gaskammer bringen würden und ich bin derjenige, der sagt: 'Hey, das ist nicht in Ordnung. Das ist falsch.' Und dann sagt mir jeder: 'Halte durch. Du machst einen tollen Job. Du kannst nicht jeden retten.'“ Mit ihren verzweifelten Versuchen, die Klinikverwaltung zu alarmieren, rannte Nicole wie gegen eine Wand. "Kann jemand eine Lösung für mich finden? Ich weiß nämlich nicht mehr weiter. Bin ich denn die Einzige, die denkt, dass das nicht in Ordnung ist, was sich hier abspielt?' Nein, Nicole war keineswegs die Einzige. Anderthalb Wochen zuvor, am 27. April, hatte sich bereits eine New Yorker Berufskollegin per Videobotschaft an die Öffentlichkeit gewandt – entsetzt, angewidert, fassungslos. Aus Angst um ihren Arbeitsplatz bleibt sie anonym, zeigt sich nicht. Stattdessen lässt sie eine Freundin für sich sprechen, die sich bloß als „Sara NP“ vorstellt. „Ich bin hier ihre Stimme.“ „Wie in einem Horrorfilm“ „Es ist wie in einem Horrorfilm“, sagt sie. Nicht wegen der Krankheit, sondern wegen der Art und Weise, wie mit ihr umgegangen wird. Ihre Kollegin habe „noch nie so viel Vernachlässigung gesehen. Sie (ihre Vorgesetzten) sind kalt, nichts kümmert sie mehr. Es sind Blinde, die Blinde führen.“ Die Patienten mit Covid-19 „sind krank, aber sie müssen nicht krank bleiben. Die Ärzte bringen sie um, statt ihnen zu helfen. Sie töten sie, indem sie sie an Beatmungsgeräte anschließen.“ Ausdrücklich spricht sie von „Mord“. Die Patienten „werden hier zum Verrotten und Sterben zurückgelassen. Menschen werden umgebracht, und niemanden kümmert es.“ Wehren können sich die Patienten „in diesem beschissenen Krankenhaus“ nicht. „Sie wissen es ja nicht besser. Sie haben keine Familie bei sich. Es ist niemand bei ihnen, der sich für sie einsetzt. Also haben sie Angst und geben ihr Einverständnis.“ Und wenn sie erst mal drin sind, dürfen keine Angehörigen mehr zu ihnen. Sie krepieren wehrlos und allein. Dagegen weiß die Krankenschwester bloß einen Rat: „Lehnen Sie eine Intubation ab, wenn sie das nicht wollen. Sobald Sie Ihre Zustimmung geben, kommen Sie da vielleicht nie mehr raus.“ Wollten sich da zwei medizinisch Minderqualifizierte, ohne ausreichend Ahnung von therapeutischen Notwendigkeiten, bloß wichtig machen? Waren sie in erster Linie scharf auf die Abermillionen von Klicks, Likes und Shares, die ihre Videos einheimsten, ehe Twitter sie löschte? Wie können sich zwei offenkundig nervenschwache Pflegekräfte bloß anmaßen, sich über den Stand der Wissenschaft hinwegzusetzen? Sind sie etwa schlauer als die Weltgesundheitsorganisation? Von China verführt - Verhängnisvolle Leitlinie der WHO Anfang März 2020 veröffentlichte die WHO ihre offiziellen Covid-19-Leitlinien für Gesundheitspersonal. (1) Darin empfahl sie eine rasche mechanische Beatmung als frühe Intervention – womit sie überraschenderweise von früheren Erfahrungen bei Epidemien mit Atemwegsviren abwich. (2) Wie kam die WHO darauf? Sie verließ sich voll und ganz auf Empfehlungen in chinesischen Fachzeitschriften. Dort waren im Januar und Februar 2020 Artikel erschienen, die behaupteten, ein "chinesischer Expertenkonsens" fordere eine "invasive mechanische Beatmung" als First Choice, "erste Wahl", für Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Atemnot. (3) Zuvor hatte die WHO ein 25-köpfiges Expertenteam nach Wuhan geschickt. Neun Tage lang, vom 16. bis 24. Februar 2020, sollte die „Joint Mission“ vor Ort Eindrücke sammeln, vom Erfahrungsvorsprung chinesischer Ärzte und Wissenschaftler profitieren, sich den Maßnahmenkatalog der Gesundheitsbehörden erläutern lassen. Neugieriges, kritisches Nachfragen stand anscheinend nicht auf der Agenda. In ihrem anschließenden Bericht gibt die Delegation unkommentiert wieder, was sie für Chinas Erfolgsrezept hält: „Die Anwendung von Intubation/Invasivbeatmung und ECMO bei kritisch kranken Patienten kann die Überlebenschancen erhöhen.“ Bei drei von vier Intubierten habe sich der Zustand gebessert. Weltweit, und auch im Hotspot New York, folgten Intensivmediziner daraufhin diesen Vorgaben – mit verheerenden Folgen, die sie miterlebten, aber hinnahmen. „Wir folgen einem unwahren Paradigma“ Schrecklich genug, um lauthals zu protestieren und entsetzt das Weite zu suchen, war dieses Geschehen monatelang aber nur für einen einzigen beteiligten Mediziner: Dr. Cameron Kyle-Sidell. In einem der am stärksten betroffenen Krankenhäuser in New York City, dem Maimonides Medical Center, hatte er Intensivpatienten betreut. Am 31. März 2020 fand er den Mut, als Whistleblower aufzutreten. In einem weit verbreiteten Video schlug er Alarm wegen des Problems der Beatmungsgeräte: „Wir folgen einem medizinischen Paradigma, das nicht wahr ist (...) Ich fürchte, dass diese fehlgeleitete Behandlung zu einer enormen Menge an Schaden für eine große Anzahl von Menschen in sehr kurzer Zeit führen wird (...) Ich kenne die endgültige Antwort auf diese Krankheit nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Beatmungsgerät keine ist (…) Diese Methode, die gegenwärtig in jedem Krankenhaus des Landes verbreitet ist (…), richtet tatsächlich mehr Schaden als Nutzen an.“ Auch dieses Video löschte Twitter im Nu. Die Nachrichtenagentur Reuters bekam trotzdem Wind davon. Im April befragte sie daraufhin Dutzende von medizinischen Spezialisten. Deren Stellungnahmen verdeutlichten, dass der übermäßige Einsatz von brachialer Beatmungstechnik zu einem weltweiten Problem geworden war: "Viele hoben die Risiken hervor, die sich daraus ergeben, dass die invasivsten Arten von ihnen - mechanische Beatmungsgeräte - zu früh oder zu häufig eingesetzt werden." (4) Beim Intubieren wird zunächst ein Schlauch, der Tubus, in die Luftröhre geschoben, entweder über den Mund, die Nase oder, direkter, durch ein kleines Loch im Hals, nach Luftröhrenschnitt, einer Tracheotomie. Durch diesen Schlauch pumpt dann ein Gerät Luft in die Lungen, meist auch mit einer erhöhten Sauerstoffkonzentration. Sogenannte ECMO-Geräte leiten dazu das Blut des Patienten ab, um es außerhalb des Körpers mit Sauerstoff anzureichern. („ECMO“ steht für Extrakorporale Membranoxygenierung.) Übermäßiger Luftdruck kann jedoch das ohnehin entzündete Lungengewebe zusätzlich schädigen. Mancherorts pressten Maschinen mit 50 Millibar und mehr – rund das 17-fache des Drucks, den bei der natürlichen Spontanatmung das Zwerchfell aufbaut, indem es sich hebt und senkt. „Schon 40 Millibar Druck ist für das Gewebe einer kranken Lunge viel zu hoch. Mit jedem Atemzug wird es überdehnt, das führt zu irreversiblen Schäden,“ sagt Prof. Dr. Josef Guttmann, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Atemphysiologie der Freiburger Universitätsklinik. Auch zuviel Sauerstoff ist Gift. Der lebensnotwendige Atemreflex kann aussetzen. Auch für das Herz kann eine Überdosis Sauerstoff tödlich sein. Je schlechter die Lungen funktionieren, desto mehr Druck und Sauerstoff benötigen sie, um den Körper weiter ausreichend versorgen zu können. Dabei schließt sich ein Teufelskreis – schon nach drei Tagen steigt die Gefahr von Komplikationen dramatisch an. Unter anderem können Erreger über die Beatmungsschläuche in die Lunge eindringen. Bei Menschen, die selbsttätig atmen, werden sie mit dem Sekret aus der Lunge und den Bronchien über die Luftröhre nach außen befördert oder abgehustet; Diesen Abtransport beeinträchtigt der Schlauch stark, daher kommt es häufiger zu einer Lungenentzündung. Damit nicht genug der Komplikationen. Während künstlicher Beatmung kann Mageninhalt über die Speiseröhre in die Atemwege gelangen. Der Rückstrom von venösem Blut zum Herzen kann vermindert sein, wie auch dessen Pumpleistung. Niere und Leber werden schlechter durchblutet. Der Hirndruck steigt. Hinzu kommt, dass die Patienten mit Narkosemitteln ins künstliche Koma versetzt werden müssen; im Wachzustand könnte keiner einen Schlauch in der Luftröhre tolerieren. Gerade für Ältere, die Hauptrisikogruppe bei Covid-19, birgt die Sedierung über einen längeren Zeitraum aber erhebliche Risiken. Muskelschwund, Kreislaufprobleme bis hin zu Verwirrtheit, dem sogenannten Delir, können die Folgen sein. Zudem verlängert das Intubieren die Liegezeit auf der Station drastisch, im Schnitt auf zwei bis drei Wochen. Das verknappt die Kapazitäten. Wer überlebt, bleibt im allgemeinen noch weitere Wochen im Krankenhaus. „Überstürzter Aktionismus“ Warum trotzdem? Die chinahörige WHO-Leitlinie empfahl Intubieren bereits bei einer Sauerstoffsättigung unter 90%; im Bericht der „Joint Mission“ begann der vermeintlich kritische Bereich sogar schon unterhalb von 93 %. Schließlich liegt der Normalwert zwischen 97 und 100 %. (5) „Das haben wir in der Medizin aber nie so gemacht und es gibt dafür auch keine wissenschaftliche oder erfahrungsbasierte Evidenz“, kritisiert der Pneumologe Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik im Krankenhaus Bethanien in Moers und zugleich Vorsitzender des Verbandes Pneumologischer Kliniken in Deutschland. Ganz im Gegenteil: Sauerstoffwerte von unter 90 Prozent kommen nicht nur in der Klinik, sondern auch bei anderen Lungenentzündungen häufig vor. Für das menschliche Gewebe sei eine niedrige Sauerstoffsättigung das gleiche wie eine Anämie, also ein Blutmangel. „Bei einer Anämie kommt es im Krankenhaus ja auch zu keinem überstürzten Aktionismus“, so Voshaar. In der allgemeinen Übertragungshysterie um den vermeintlichen Killerkeim aus Fernost ging Selbstschutz vor. Auch befürchtete man, das Virus könnte auf andere Patienten überspringen. Im Frühjahr 2020, so blickt das Wall Street Journal zurück (6), war „weniger klar, wie sich das Virus ausbreitete. Schutzmasken und Schutzanzüge waren Mangelware. Die Ärzte hätten auch andere Arten von Atemunterstützung einsetzen können. (…) Aber frühe Berichte legten nahe, dass Patienten, bei denen sie zum Einsatz kommen, Aerosole mit gefährlichen Mengen des Virus versprühen könnten.“ Das Blatt zitiert Theodore Iwashyna, einen Intensivmediziner an der University of Michigan in Ann Arbor: „Wir haben kranke Patienten sehr früh intubiert. Nicht zum Wohle der Patienten, sondern um die Epidemie zu kontrollieren und andere Patienten zu retten", sagte Dr. Iwashyna. "Das fühlte sich schrecklich an." Verfiel einer ähnlichen Aerosolphobie nicht das Robert-Koch-Institut, als es anfangs von Obduktionen an Covid-19-Opfern dringendst abriet? Beim Öffnen der Leichname, beim Zersägen von Knochen könnten virenlastige Feinsttröpfchen freiwerden, so unkte es lange Zeit. Wenigstens einer ließ sich glücklicherweise nicht bangemachen: der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin am Uniklinikum Hamburg, Prof. Klaus Püschel. „Die Hygiene und die organisatorischen Abläufe bei Infektionskrankheiten wie COVID-19 sind im Hinblick auf Schutzmaßnahmen beim Umgang mit dem Leichnam sowie bei der Sektion eine alltägliche Routine, wie sie auch bei anderen infektiösen Leichen abläuft“, so stellt Püschel klar. War SARS-CoV-2 etwa das erste epidemische Virus, das in westlichen Krankenhäusern auftauchte? Längst bestanden klare, bewährte Vorgaben, wie medizinisches Personal mit einer solchen Situation umzugehen hat. Außerdem boten epidemiologische und klinische Daten schon im Laufe des Februar 2020, spätestens aber in der ersten Märzhälfte immer mehr Anlass zur vorsichtigen Entwarnung: Dieses neue Coronavirus war kaum ansteckender, kaum pathogener, kaum tödlicher als Influenza – und wirklich gefährlich nur für Alte, Multimorbide, Immunschwache. Ganz gewiss aber war es keine Schwarze Pest, kein Ebola, kein Marburg-Fieber, kein MERS. Auch unter Ärzten grassierte das Panikvirus Zugegeben, selbst einem gestandenen Intensivmediziner mag es in der anfänglichen Massenpanik schwergefallen sein, kühlen Kopf zu bewahren. Sicher ist sicher, lautete allerorts die Devise, gerade im Gesundheitswesen. Aber wieso isolierte man Covid-19-Fälle dann nicht von Anfang an konsequent? Und warum schützte man das medizinische Personal nicht besser? Wieso fehlte es an Ausrüstung, und warum beschaffte man sie nicht umgehend? Wieso bemühte man sich nicht um kreative Lösungen, wie dies beispielsweise im St. Elisabeth-Krankenhaus in Halle geschah? „Wir haben das einfach mal ausprobiert“, so berichtet der Ärztliche Direktor Dr. Hendrik Liedtke, „und haben mit einer Schlauch-versorgten Vollschutzmaske aus dem Tauchsportbereich unsere Ärzte ausgestattet, sodass sie also nicht die Raumluft atmen müssen, sondern separierte Luft bekommen und das hat an sich so ganz gut funktioniert“. Aber schrie das Leid nicht auch ohne Gegenargument längst zum Himmel? Hätte es nicht jeden Arzt mit einem Rest Verantwortungsbewusstsein und Mitmenschlichkeit, und in Erinnerung an den geleisteten Hippokratischen Eid, längst veranlassen müssen, sofort die Notbremse zu ziehen? Zudem wirkten sich finanzielle Anreize fatal aus. Wie der Senator von Minnesota, Scott Jensen, erfolglos anprangerte, zahlt Medicare, die öffentliche Krankenversicherung, Kliniken eine drei Mal höhere Prämie, wenn sie einen Covid-19-Patienten an Beatmungsmaschinen anschließen. Wäre es nicht betriebswirtschaftlich töricht, dies zu unterlassen? Monatelang verfuhren die allermeisten Intensivstationen rund um den Globus, insbesondere aber in Italien, Spanien und den Vereinigten Staaten, stur nach Schema F – nach dem tödlichen Behandlungsprokoll Chinas und der WHO. Rund um die Uhr beklagten Medien nicht etwa, was Beatmungsgeräte Schreckliches anrichteten, sondern wie schrecklich viele fehlten. „Wir haben hier fünf- bis sechstausend Beatmungsgeräte, benötigt werden 30.000“, beklagte New York Gouverneur Cuomo. „Wir müssen Leute losschicken, die in China welche einkaufen.“ Beatmungsmaschinen als Verkaufsschlager Obendrein geriet das Reizthema zwischen die politischen Fronten. Den Gerätemangel schoben die Demokraten dem republikanischen Präsidenten in die Schuhe: Statt sich um das medizinisch Notwendige zu kümmern, gebe er den Covidioten, der die Pandemie verharmlose und auf eine Pseudoarznei namens Hydroxychloroquin setze. Das wollte Donald Trump nicht auf sich sitzen lassen. Vom Kongress bedrängt, zwang er den Automobilhersteller General Motors dazu, Ventilatoren zu bauen. Das Recht dazu gab ihm der Defense Production Act; 1950 während des Koreakriegs erlassen, ermächtigt dieses Gesetz den US-Präsidenten, Industriebetriebe notfalls zur Produktion bestimmter Güter zu verpflichten. Unterdessen hatte die Volksrepublik China, obwohl die Pandemie sie zuallererst und am wenigsten vorbereitet getroffen hatte, seltsamerweise keine sonderlich große Verwendung mehr für seine lebensrettenden Maschinen. Eifrig exportierte sie Beatmungsgeräte in alle Welt, in rauhen Mengen. Unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe verdiente China Unsummen daran, während sich ihr Staatsoberhaupt als großmütiger, vertrauenswürdiger, wohlwollender, verantwortungsbewusster Anführer der Welt inszenierte. Angebliche Sachspenden erwiesen sich bei Recherchen als kaufvertraglich abgesicherte Lieferungen. Mindray, mit 7500 Beschäftigten Chinas größter börsennotierter Hersteller von Medizintechnik, steigerte vor allem dank des Beatmungsgeschäfts seine Marktkapitalisierung ab Pandemiebeginn um 100 Prozent. Von Januar 2020 bis zur zweiten Februarwoche 2021 verdreifachte sich der Aktienkurs nahezu, aus knapp 23 Euro wurden mehr als 67. Bis September 2020 schnellte der Jahresumsatz auf über 4,5 Milliarden Euro, vor allem weil Ventilatoren weggingen wie warme Semmeln, zum Stückpreis von 10‘000 bis 45‘000 Euro – da konnten Geschäftsführung und Aktionäre durchaus jene 3,8 Millionen Euro verschmerzen, die sie für Gerätespenden steuergünstig abschrieben. Die Statistik verdeckt menschliche Tragödien zuhauf Von Tokio über Berlin bis New York war bis April 2020 unter Intensivmedizinern, die das Lesens und Zuhörens fähig waren, allgemein bekannt, dass der frühe Einsatz von Beatmungsgeräten den Covid-19-Patienten weitaus mehr schadet als nützt. Schlimmer noch: Er türmt Leichenberge auf. Im Zahlenwust von Statistiken verschwinden menschliche Tragödien zuhauf. Kein Blatt vor den Mund nimmt dabei der renommierte Pneumologe Martin Tobin vom Veterans Affairs Hospital in Hines, Illinois. Im großzügigen Einsatz der künstlichen Beatmung sieht er „den sichersten Weg, um die Mortalität von Covid-19-Patienten zu erhöhen“. (7) Wie könnte solcher Horror einen Arzt überraschen, der weder sein Studium noch laufende Fortbildungen verpennt hat? Dass invasive Beatmung mit enormen Risiken verbunden ist, „wissen wir schon seit zehn Jahren“, sagt der Pneumologe Thomas Voshaar. „Wir haben uns zu Beginn der Pandemie weltweit an chinesischen Beobachtungen orientiert und die Warnung, dass viele sterben, wenn zu spät beatmet wird, in eine Strategie des frühen Intubierens umgewandelt. (…) Der Lockdown, der uns Milliarden kostet, soll verhindern, dass die Intensivstationen mit Covid-19-Patienten überlastet werden, aber dann wählen wir eine Behandlungsmethode, die dazu beiträgt, dass Patienten vielleicht unnötig sterben und auch länger auf der Intensivstation bleiben müssen. Das ergibt keinen Sinn.“ Von Anfang an hätten Alternativen offengestanden Müsste sich unter Intensivmedizinern nicht bis spätestens Frühjahr 2020 herumgesprochen haben, dass weniger invasive Maßnahmen bei Covid-19 die Genesung überaus effektiv unterstützen? (8) Von Anfang hätten Alternativen offengestanden, im Rahmen einer abgestuften, behutsam fortschreitenden Vorgehensweise, die sich schon seit den achtziger Jahren bewährt hatte. Invasiv zu beatmen, ist eine wichtige, lebensrettende Maßnahme, wenn Schwerstkranke und Verletzte nicht mehr selbstständig atmen können. Bei einem Großteil der Covid-19-Patienten besteht aber gar keine Indikation dafür. Zwar setzt bei schweren Verläufen Atemnot ein – die Betroffenen überkommt dann panische Angst zu ersticken, weil sie kaum noch Luft bekommen. Bevor man dagegen schwerste Geschütze auffährt, hätte man zunächst auf die eher sanfte Tour ansetzen können: nichtinvasiv. Anfangs tut es womöglich eine Nasensonde, die mit Sauerstoff angereicherte Luft zuführt, während der Patient normal und selbständig atmet. Reicht sie nicht aus, bietet sich eine dicht schließende Maske oder ein spezieller Helm an. CPAP-Geräte ersetzen das natürliche Atmung nicht, sondern unterstützen es: In der Phase des Einatmens erzeugen sie einen leichten Überdrück. (CPAP steht für Continuous Positive Airway Pressure, englisch für ständiger positiver Druck in den Atemwegen.) Eine abgewandelte Form bilden BIPAP-Geräte: Während des Einatmens sorgen sie für einen etwas höheren Druck aus, eim Ausatmen einen niedrigeren. (BIPAP ist eine Abkürzung für Biphasic Positive Airway Pressure.) Bei allerdem bleibt der Patient ansprechbar, er ist bei vollem Bewusstsein, er kann sich mitteilen. Auch muss er nicht künstlich ernährt werden, weil er weiterhin selbstständig essen und trinken kann. Die Beatmung muss nicht ununterbrochen stattfinden; manchmal genügt es, sie über Nacht vorzunehmen. Und sie kann auch zu Hause erfolgen. Heimbeatmung ermöglicht es Langzeitpatienten, in die eigenen vier Wände zurückzukehren. Damit macht sie knappe Plätze auf Intensivstationen frei – vorausgesetzt, diese Entlastung ist politisch gewollt. Viel zu spät, viel zu langsam setzte ein Umdenken ein. Weltweit starben noch Ende März 2020 knapp 60 % aller Covid-Patienten auf Intensivstationen. Bis Ende Mai fiel die Quote auf 41,6 %, bis Ende September auf 35,5 %. (9) Doch lange Zeit kam Maschineneinsatz fast schon einem Todesurteil gleich. Eine Studie aus New York City fand eine Mortalität von 97,2 % bei über 65-jährigen Covid-Patienten, die mechanisch beatmet wurden. (10) Wie viele Leitmedien haben diesen unfassbaren Skandal auch nur aufgegriffen, geschweige denn angeprangert - und Verantwortliche zur Rede gestellt? In Deutschland kamen bis zur zweiten Oktoberhälfte 2020 insgesamt über 19.000 Covid-19-Patienten auf eine Intensivstation. Von ihnen starben dort mehr als 4.000. Eine Mortalität von 23 % errechnete das Robert-Koch-Institut daraus. Werden Betroffene invasiv beatmet, so schießt diese Quote allerdings auf 50 bis 60 % in die Höhe, bei über 80-Jährigen sogar auf 72 %. Liegt es bloß daran, dass diejenigen, die an Maschinen angeschlossen werden, ihrem letzten Atemzug ohnehin schon viel näher sind als andere? Oder sinken ihre Überlebenschancen wegen der Maschinen? Das Moerser Modell: Hätte es 16.000 deutsche Covid-Patienten retten können? Schon im März 2020 entwickelte Voshaar speziell für die Behandlung von Covid-Schwerkranken ein nichtinvasives Konzept, nach dem es ausreicht, eine Atemmaske zu tragen, je nach Schwere der Erkrankung mehrere Stunden pro Tag oder fast durchgängig. Mit dieser Methode können Patienten im Schnitt schon sechs bis zwölf Tage nach Symptombeginn die Klinik verlassen; somit schrumpft ihre Verweildauer um die Hälfte. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Moerser Lungenklinik bis Ende 2020 bereits 250 Patienten behandelt - nur 15 sind bisher verstorben. „Damit haben wir eine geringe Sterblichkeit, die bei 5,5 % liegt“, rechnet Voshaar vor. Im Vergleich dazu liege die Gesamtsterblichkeit bei Covid-19 in deutschen Krankenhäusern über alle Altersgruppen und Schweregrade bei 22 %. Das bedeutet? Bis zur zweiten Februarwoche 2021 sind hierzulande über 70.000 Corona-Patienten intensivmedizinisch versorgt worden; davon verstarben rund 20.000. Dank Voshaars Konzept hätten es unter 4.000 sein können. Demnach dürfte das verhängnisvolle Behandlungsprotokoll, welches das Duo Infernale aus WHO und Kommunistischer Partei Chinas in die Fachwelt setzte, allein in Deutschland 16.000 Menschenleben gekostet haben, die zu retten gewesen wären; die weltweite Opferzahl geht womöglich in die Millionen. Wieso herrscht darüber das große Schweigen? Auf Nicole Siroteks Spuren war eine investigative Journalistin mehrere Monate lang undercover unterwegs: Erin Marie Olszewski. Auch sie, eine examinierte Krankenschwester aus Florida, arbeitete im Elmshurst Hospital von New York. Ihre beklemmenden Erlebnisse hat sie mittlerweile in Buchform verarbeitet. Im August 2020 erschien Undercover Epicenter Nurse: How Fraud, Negligence, and Greed Led to Unnecessary Deaths at Elmhurst Hospital. Nachdem Olszewski zuvor im Irak gedient hatte, fühlte sie sich in New York „zurück an der Front - und dieses Mal war die Situation noch schlimmer“. Selbst Menschen, die mehrfach negativ auf Covid-19 getestet worden waren, wurden allein aufgrund verdächtiger Symptome oder Kontakte als Covid-bestätigt abgestempelt, an Beatmungsgeräte angeschlossen und mit Beruhigungsmitteln zugedröhnt, so dass sich ihr Zustand schnell verschlechterte. Erin wollte nicht tatenlos zusehen, wie ihre Patienten unter ihrer Aufsicht weiter starben, aber sie wusste, dass man ihr nicht glauben würde, wenn sie die schockierende Wahrheit sagte. Und so beschloss sie, undercover zu gehen, Gespräche mit anderen Krankenschwestern aufzuzeichnen, Kunstfehler aufzunehmen. Was sie fand, teilte sie in sozialen Medien, „um Gerechtigkeit zu fordern“. Es überrascht nicht, dass sie dafür gefeuert wurde. Mörderisches Gaukelspiel als Kriegslist? Jedes Dementi wäre Fake News: Die Early Action-Anleitung für Beatmungsgeräte, von der Weltgesundheitsorganisation weltweit verbreitet, tötete Hunderttausende von unschuldigen, wehrlosen Patienten. Die WHO erhielt sie aus China, und dieser Zusammenhang wirft Fragen auf, die wir uns von keinem selbsternannten Faktenchecker als „verschwörungstheoretisch“ wegzensieren lassen sollten. Nach allem, was wir über die menschliche Anatomie wissen, funktionieren chinesische Lungen nicht erheblich anders als europäische und nordamerikanische. Wenn Beatmungstechniken, die chinesische Wissenschaftler „evidenzbasiert“ nachdrücklich empfehlen, in New York neun von zehn hospitalisierten Covid-Patienten umbringen, dann gewiss nicht erheblich weniger in Wuhan oder Peking. Da das Virus in China, seinem Ursprungsland, viele Wochen früher um sich griff als im Westen, musste es entsprechend früher Intensivstationen gefüllt haben. Bereits in der ersten Februarhälfte müsste in Xi Jin-Pings Riesenreich klar gewesen sein, was Ventilatoren anrichten. Dass die gesammelten Erfahrungen nicht nach außen drangen, kann nur einen Grund haben: Kritische Ärzte schwiegen oder wurden zum Schweigen gebracht; massiv datenfälschende Studien wurden von der Kommunistischen Partei bestellt, gefördert, massenmedial propagiert – und zügig an die WHO weitergereicht, mit wärmsten Empfehlungen an Tedros Ghebreyesus, den Gesinnungsgenossen auf dem Direktorenstuhl, auf dem er nie säße, wenn Peking ihn nicht protegiert hätte. Übrigens haben weder die WHO noch die chinesische Regierung jemals ihr katastrophales Versagen eingestanden, geschweige denn bedauert. Wozu das mörderische Gaukelspiel? Als Waffe zur Pandemiebekämpfung ist der „Lockdown“ eine Erfindung des chinesischen Parteichefs und Staatspräsidenten. Falls er sie als Kriegslist einsetzt, um westlichen Demokratien zu schaden, muss er die mutmaßliche Katastrophe, der es zu begegnen gilt, möglichst schrecklich erscheinen lassen. Dazu bedarf es möglichst vieler „Fälle“ von mutmaßlichen Infektionen – Drostens PCR-Test lieferte sie wie bestellt, entwickelt aufgrund virologischer Informationen aus China. Darüber hinaus muss es möglichst viele Opfer geben – je mehr Tote, desto imposanter Johns Hopkins´ allgegenwärtiges Dashboard. Um so dramatischer erscheint die Krankheit: „So schlimm ist sie, dass man kaum Überlebenschancen hat, obwohl man mit modernster Technik versorgt wird!“ Und je mehr invasive Beatmungen stattfinden, desto wahrscheinlicher überlasten sie die Kapazitäten des Gesundheitssystems – denn um so länger belegen Betroffene ihre Betten. Nach Daten der AOK, bei der rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung versichert ist, verbringen Covid-19-Erkrankte im Schnitt zwei Wochen im Krankenhaus; werden sie beatmet, verlängert sich ihr Aufenthalt auf 25 Tage. Insofern spielen weißbekittelte Ventilator-Fetischisten allen Panikmachern vorzüglich in die Karten. Entsetzlicherweise richten sie in vielen Ländern bis heute Unheil an, unter dem Deckmantel der Seuchenbekämpfung. Nicht einmal in Deutschland haben sich alle Intensivstationen bereits davon verabschiedet. „Das ist einer der größten Fehler, den wir in der Pandemiebekämpfung gemacht haben, denn dafür gab es keinerlei wissenschaftliche Evidenz“, steht für Voshaar fest. „Wir müssen in der Medizin einen anderen Weg gehen.“ Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) World Health Organization: „Clinical management of severe acute respiratory infection (SARI) when COVID-19 disease is suspected“, 13. März 2020, https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/clinical-management-of-novel-cov.pdf. (2) Philippe Rola u.a.: „Rethinking the early intubation paradigm of COVID-19: time to change gears?“, Clinical and Experimental Emergency Medicine 7 (2), 10. Juni 2020, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7348679/. (3) Fujun Peng u.a.: „Management and Treatment of COVID-19: The Chinese Experience“, Canadian Journal of Cardiology 36 (6), 17.4.2020, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7162773/. (4) Silvia Aloisi u.a.: „Special Report: As virus advances, doctors rethink rush to ventilate“, Reuters, 23.4.2020, https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-ventilators-specia/as-virus-advances-doctors-rethink-rush-to-ventilate-idUSKCN2251PE. (5) https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/who-china-joint-mission-on-covid-19-final-report.pdf, S. 32. (6) Melanie Evans: „Hospitals Retreat From Early Covid Treatment and Return to Basics“, Wall Street Journal, 20.12.2020, https://www.wsj.com/articles/hospitals-retreat-from-early-covid-treatment-and-return-to-basics-11608491436. (7) https://loyolamedicine.org/doctor/martin-tobin; https://www.researchgate.net/publication/342065104_Caution_about_early_intubation_and_mechanical_ventilation_in_COVID-19; https://bjanaesthesia.org/article/S0007-0912(20)30922-3/fulltext; https://link.springer.com/article/10.1007/s00134-020-06340-8; https://www.atsjournals.org/doi/full/10.1164/rccm.202004-1076ED (8) Sharon Begley: „With ventilators running out, doctors say the machines are overused for Covid-19“, Stat, 8.4.2020, https://www.statnews.com/2020/04/08/doctors-say-ventilators-overused-for-covid-19/. (9) https://associationofanaesthetists-publications.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/anae.15425; https://www.globaltimes.cn/page/202102/1214725.shtml (10) Safiya Richardson u.a.: „Presenting Characteristics, Comorbidities, and Outcomes Among 5700 Patients Hospitalized With COVID-19 in the New York City Area“, Journal of the American Medical Association (JAMA) 323 (20), 22. April 2020, https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2765184.

  • Endlich Licht am Ende des Tunnels?

    Schon in wenigen Monaten werde die Pandemie überwunden sein: Dies verkündete der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation für Europa, der Belgier Hans Henri Kluge, im dänischen Fernsehen. Ungeachtet grassierender Mutationen verliere SARS-CoV-2 nämlich überraschend schnell an Kraft. Nachdem die Infektionszahlen in der zweiten Januarwoche ihren Höhepunkt erreichten, fallen sie seither im weltweiten Durchschnitt kontinuierlich – bei weitem stärker und schneller als von vielen Experten befürchtet. „Es wird weiterhin ein Virus geben, aber ich glaube nicht, dass Einschränkungen nötig sein werden“, sagte Kluge. Dass ein Virus mutiert, sei kein Grund zur Sorge, sondern völlig normal, ja eher erfreulich. Denn dabei schwäche sich ein Erreger in aller Regel ab. Darauf hingewiesen hatte schon vor Wochen der Epidemiologe Klaus Stöhr, früherer Leiter des Globalen Influenzaprogramms und SARS-Forschungskoordinator: Die Erfahrung mit früheren Pandemien mache ein plötzliches Abebben wahrscheinlich. Diese Einschätzung teilen Heiner Fangerau, Direktor des Instituts für Medizingeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, und der Virologe Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für Virologie der Universität Bonn. Einseitig auf „Inzidenzen“ und „r-Werte“ zu starren, Panikmache mit Ansteckungs“wellen“, „Risikogebieten“ und „Hotspots“ zu betreiben, wird somit noch törichter, als es immer schon war. Bloße Infektionen sind klinisch belanglos – infiziert sind wir alle zeitlebens mit mehr Viren und Bakterien, als wir Körperzellen haben. Worauf es ankommt, ist vielmehr die Gefährlichkeit eines Erregers: Wie viele Menschen macht er wie schwer krank? Wie viele erliegen ihm? Dass Mutationen gewöhnlich der Anfang vom Ende einer Pandemie sind, bekräftigt eine im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der Universitäten in Pennsylvania und Atlanta unter Leitung der Biologin Jennie Lavine. Sie rechnet damit, dass SARS-CoV-2 bald „endemisch“ wird, sich also bloß noch regional begrenzt verbreitet. Der anhaltende Alarmismus von Regierungen deutet allerdings darauf hin, dass sie die hoffnungsvollen Expertenprognosen vorerst ignorieren. Auch mit anderen Warnungen kann sich die WHO bislang wenig Gehör verschaffen: Seit längerem rät sie dringend von Lockdowns ab, weil der angerichtete Schaden den fragwürdigen Nutzen bei weitem übersteige. Auch schränkt die WHO mittlerweile jenen berüchtigten „Testen! Testen! Testen“-Appell ein, den ihr Generalsekretär Tedros Ghebreyesus im März 2020 in die Welt hinausgeblasen hatte. Bei symptomfreien Personen sei ein einziger PCR-Test nicht aussagekräftig, darauf gestützte Maßnahmen wie Quarantänen und Reisebeschränkungen fragwürdig, so betont die WHO inzwischen. Wo das Testergebnis nicht zum klinischen Befund des Untersuchten passt, bedürfe es einer weiteren Probe. Hinter der Glasfassade der Genfer WHO-Zentrale scheint indes ein Kampf um die Deutungshoheit über das Pandemiegeschehen im Gange. Ohne seinen Kollegen Kluge zu erwähnen, beeilte sich der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan mit einer Stellungnahme, die nach einem Dementi klingt. „Es wäre sehr verfrüht und unrealistisch zu glauben, dass wir bis Ende des Jahres mit diesem Virus fertig werden“, äußerte er am 1. März. Worauf Ryan seinen Pessimismus stützt, verschwieg er. (1) Das Licht am Ende des Tunnels: Es könnte ein entgegenkommender Zug sein. Harald Wiesendanger Anmerkung (1) https://twitter.com/WHO/status/1366423575402409989?s=20, ab ca. Minute 25.

  • Hurra, SARS-CoV-3 ist da!

    Der irrste Durchbruch des Jahres: Italienische Virologen jubeln darüber, Mainstream-Medien schweigen, die Öffentlichkeit ahnt nichts. Im Labor entstand aus SARS-CoV-2 soeben ein neues, noch viel gefährlicheres Coronavirus. Es entgeht den Antikörpern, die unser Immunsystem auf eine Infektion hin produziert. Das macht es extrem tödlich. Einen Vorabdruck der Studie veröffentlichte ein 18-köpfiges Forscherteam um Emanuele Andreano von der Toscana-Stiftung für Biowissenschaften in Siena auf dem Preprint-Server BioRvix. Für ihre Kreation verwendeten die Wissenschaftler Plasma von 20 genesenen Covid-19-Patienten, das eine hohe Menge an neutralisierenden Antikörpern gegen SARS-CoV-2 enthielt: Eiweiße, die vor einer erneuten Infektion schützen, indem sie an die Oberfläche des Virus binden; dadurch verhindern sie, dass es an die Wirtszelle andocken und in sie eindringen kann, um sich darin zu vermehren. Mittels dieses Plasmas führten die Forscher eine sogenannte „serielle Passage“ durch: ein gängiges biotechnologisches Verfahren, das auch im Institut für Virologie in Wuhan, dem mutmaßlichen Ausgangspunkt der gegenwärtigen Pandemie, seit langem zum Einsatz kommt. Das Virus „passiert“ dabei nacheinander eine Reihe von verschiedenen Gewebekulturen. Mit jedem „Durchgang“ verändert das Virus sein Genom leicht, wobei es neue Fähigkeiten erwirbt – einen Zugewinn an Funktionen, Gain of Function. Während der ersten sieben Durchgänge neutralisierten die Antikörper im Plasma das Coronavirus vollständig. Aber nach anderthalb Monaten war das Virus mutiert – so weit, dass es den Antikörpern entging. Nüchtern machen uns die Forscher mit den Details vertraut: „Nach 45 Tagen führte die Deletion von F140 in der N3-Schleife der Spike N-terminal domain (NTD) zu einem teilweisen Durchbruch. An Tag 73 trat eine E484K-Substitution in der rezeptorbindenden Domäne (RBD) auf, gefolgt an Tag 80 von einer Insertion in der NTD N5-Schleife, die ein neues Glykan-Sequon enthielt. Dies erzeugte eine Variante, die vollständig resistent gegen die Neutralisierung im Plasma war." Extrem tödlich Mit anderen Worten: Das Forscherteam schuf eine SARS-CoV-2-Variante, welche perfekt die Immunität umgeht, die man normalerweise erworben hat, nachdem man von der Infektion genesen ist. Als solche könnte diese Laborschöpfung extrem tödlich sein. Und wenn sie versehentlich freigesetzt würde, etwa bei einem Unfall? Im Vergleich zur gegenwärtigen Corona-Pandemie wären die Folgen weitaus verheerender – mit hundertfach höheren Opferzahlen und einer Hygienediktatur, dergegenüber alle Seuchenschutzregimes 2020f. uns geradezu ein Paradies der Freiheit bescheren. Wenn SARS-CoV-2 mutieren kann, um neutralisierenden Antikörpern zu entgehen, gelingt ihm dies möglicherweise auch unter dem selektiven Druck der Impfung. Das wirft die brennende Frage auf: Wird massenhaftes Impfen dazu führen, dass wir am Ende ein tödlicheres Virus haben? Der russische Biotech-Unternehmer Yuri Deigin sieht in dem Sars-Konstrukt aus Italien jedenfalls einen heißen Anwärter auf den Preis für „die verrückteste und gefährlichste Gain-of-Function-Forschung“. Perfekt verwischte Spuren Die serielle Passage eignet sich hervorragend dazu, Spuren zu verwischen. Denn bei dieser Methode basteln Wissenschaftler nicht unmittelbar am Genom eines Virus herum, wie dies etwa beim Einsatz der preisgekrönten Genschere CRISPR/Cas geschieht. Vielmehr zünden sie den Turbo für einen biologischen Prozess, der auch natürlicherweise ablaufen könnte, bloß weitaus langsamer. Das Virus wird dabei sozusagen zum Gentechniker in eigener Sache: Um in wechselnden Umgebungen zu überleben – d.h. weiterhin fähig zu sein, sich in ihnen zu reproduzieren -, passt es sein Erbgut selbstständig an. Bestehen diese Umgebungen aus Gewebekulturen verschiedener Spezies – beispielsweise zunächst von Fledermäusen, dann von Frettchen und Affen, schließlich von Menschen -, so gelingt ihm irgendwann der „Spillover“: Er überwindet Artenbarrieren und befällt einen Wirt, dem er zuvor nichts anhaben konnte. Jegliche verräterischen Anzeichen von menschlicher Handarbeit, und somit ein Laborursprung des Virus, lässt sich auf diese Weise perfekt verschleiern. „No-see’m-Methode“ nennt dieses Verfahren deshalb der Mikrobiologe Ralph Baric, Professor an der Universität von North Carolina in Chapel Hill. Seit 2006 hält er ein Patent darauf, mit ihr SARS-Erreger zu klonen, unter anderem zu dem Zweck, sie für „Interspezies-Transfers“ fit zu machen. Mit einer anderen Expertin für Coronaviren arbeitet Baric seit 2015 eng zusammen: Shi Zhengli, der berüchtigten „Batwoman“ im Institut für Virologie in Wuhan. Mehrfach publizierte er gemeinsam mit ihr. (1) Nachhaken läge nahe, gilt aber als „verschwörungstheoretisch“, seit investigativer Journalismus weithin im Koma liegt. Ebenso wie Baric rechtfertigen die italienischen Virologen ihre Arbeit mit den üblichen Argumenten für diese Art von Erkenntnissuche: Indem man feststelle, wie ein Erreger möglicherweise mutiert, könne man künftige Pandemien voraussehen und ihnen vorbeugen. Außerdem könne man für neu auftretende Varianten frühzeitig Impfstoffe und Antikörper entwickeln. Wo bleibt der Mehrwert für die Menschheit? Den Beweis eines Mehrwerts für die Menschheit ist Gain-of-Function-Forschung freilich bis heute weitgehend schuldig geblieben. Was sie zuverlässig optimierte, war bisher nur das mörderische B-Waffenarsenal mehrerer Dutzend Staaten, die sie betreiben, größtenteils geheim. Hingegen hat uns diese von Skrupeln befremdlich unbelastete Art von Wissenschaft seit der ersten Sars-Welle 2003 in Wahrheit vor keiner einzigen Pandemie bewahrt. Für keine einzige stellte sie im voraus Impfstoffe bereit. Der angebliche „Nutzen“ entpuppt sich als durchsichtiger Vorwand. Die irrwitzigen Risiken solcher Laborschöpfungen spielt er blauäugig herunter. Für biologische Hochsicherheitslabors sichert er Forschungsgelder, Arbeitsplätze und Karrierechancen. Er verschleiert die Interessen der Auftraggeber, die häufig militärischer Natur sind; denn jeder „Funktionsgewinn“ macht einen Erreger zu einer noch gefährlicheren Biowaffe. Außer Rand und Band folgt da ein drittmittelprostituierter Wissenschaftsbetrieb einer irren Frankenstein-Logik: Um auf Monster vorbereitet zu sein, müsse man welche erschaffen; erst dann wisse man, ob ihre Existenz möglich ist, und könne herausfinden, wie sie zur Strecke zu bringen sind. Was schiefgehen kann, wird mit Sicherheit schiefgehen In der Geschichte dieses kontrollscheuen Forschungstreibens reihen sich seit Jahrzehnten Pleiten, Pech und Pannen aneinander, die es zum unkalkulierbaren Spiel mit dem Weltenfeuer machen. Sowohl die „Russische Grippe“ von 1977/78, die 700.000 Todesopfer forderte, als auch die H1N1-Schweinegrippe von 2009 stehen im begründeten Verdacht, von einem Laborleck herzurühren. (2) Nach 2004 setzten Sicherheitsmängel in chinesischen Biolaboren wiederholt SARS-Coronaviren frei. (3) Und entgegen aller Dementis seitens der WHO und Chinas mehren sich die Indizien, dass es sich bei SARS-CoV-2 um ein biotechnisches Kunstprodukt handelt. (4) „Die nächste Pandemie wird kommen“, prophezeite WHO-Direktor Tedros Ghebreyesus bereits Mitte März 2019. „Das ist keine Frage des Ob, sondern bloß des Wann.“ Oh ja, Pandemien gehören zur neuen Normalität, "in der gleichen Weise, wie die Erde bebt, Tornados kommen oder sich das Klima wandelt", so versicherte Bill Gates der Süddeutschen Zeitung kürzlich in einem Interview; die nächste könne „zehn Mal so schlimm“ werden wie die gegenwärtige. Solange sich die Weltgemeinschaft nicht zu einem strikten Verbot jeglicher Gain-of-Function-Forschung durchringt, können sich solche düsteren Vorahnungen schon morgen bewahrheiten. Denn absolute Sicherheit gibt es nicht, schon gar nicht auf BSL-4-Niveau. Allzu oft hat sich dort schon Murphys Gesetz erfüllt: Alles, was schiefgehen kann, wird mit Sicherheit schiefgehen. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Siehe z.B. https://www.nature.com/articles/nm.3985; https://core.ac.uk/download/pdf/304663625.pdf (2) Siehe Harald Wiesendanger: Corona-Rätsel, 2. Aufl. Schönbrunn, Juni 2020, S. 181 ff., https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/corona-raetsel-pdf.html, Näheres im KLARTEXT-Beitrag "Du sollst nicht wissen". (3) https://www.crm.de/SARS_update/sars.htm; https://www.nzz.ch/article9KDKT-1.251846; https://www.ipg-journal.de/kommentar/artikel/keine-experimente-458/ (4) Siehe Harald Wiesendanger: Corona-Rätsel, a.a.O., S. 18-154.

  • Was steckt hinter Italiens Corona-Horror?

    Mamma mia! Überfüllte Intensivstationen. Entnervte Ärzte. Völlig erschöpfte, in Tränen aufgelöste Pflegekräfte. Dem Ersticken nahe Omas und Opas, die verzweifelt nach Luft schnappen. Todkranke Infizierte, die unbehandelt zum Sterben nach Hause geschickt werden müssen. Leichen, die in Kühlhäusern lagern, weil die Krematorien überfüllt sind. Militärlaster, die sie in umliegende Städte transportieren. Im Frühjahr 2020 erreichten uns aus Italien entsetzliche Bilder, verzweifelte Hilferufe, von Tag zu Tag gruseligere Horrorzahlen. Fast schien es so, als sei das Land gerade dabei, all seine Alten zu verlieren – dahingerafft von einer mörderischen Seuche namens Covid-19. Wie schlimm war es wirklich? „Die ältere Generation wird dezimiert“, jammerte Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella. „Der Tod so vieler Mitbürger ist ein Schmerz, der täglich aufflammt“, so litt Ministerpräsident Giuseppe Conte mit. (1) Von einer „Explosion der Ansteckungen“ schrieb die römische Zeitung La Repubblica, der Mailänder Corriere della Sera gar von einer „biologischen Bombe“. (2) Und so wurde aus Italien von der zweiten Märzwoche 2020 an „eine einzige Schutzzone“ (Conte), im endzeitlich-heroischen Überlebenskampf gegen einen „Killerkeim“, wie ihn die Welt anscheinend seit der Spanischen Grippe mit ihren 20 bis 50 Millionen Todesopfern nicht mehr erlebt hat. Maßgeblich unter diesem Eindruck setzte im panischen Rest Europas ein hektischer Wettbewerb um die schärfsten Notstandsmaßnahmen ein. Wer will schon italienische Verhältnisse? Doch inzwischen wird immer deutlicher: Da ließ sich die Welt an der Nase herumführen. Auf den Leim ging sie der hohen Kunst der Massenpropaganda. Es wird höchste Zeit für einen Faktencheck, der offiziellen Fake News den Garaus macht. Bergamos Leichenberge und andere Merkwürdigkeiten Hinweggetäuscht wurde die Öffentlichkeit über 18 entscheidende Fakten. 1. ALTERSSTRUKTUR. In Europa weist keine Bevölkerung ein höheres Durchschnittsalter, einen größeren Anteil an Hochbetagten auf. Wie sensationell ist es, dass ein Leben um so lebensgefährlicher wird, je näher sein natürliches Ende rückt? Nach Angaben des italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts ISS liegt das Durchschnittsalter der positiv-getesteten Verstorbenen in Italien bei 82 Jahren. Jeder zehnte Verstorbene ist über 90 Jahre alt, 90% über 70 Jahre. (3) Schon eine italienische Studie vom August 2019 (!) führte die überdurchschnittlich hohe Sterberate bei Atemwegserkrankten auf die Überalterung des italienischen Volks zurück. 2. FAST NUR HOCHBETAGTE BETROFFEN. Tatsächlich waren Italiens Senioren hochgradig gefährdet, mehr als in jedem anderen Land – zumindest wenn sie in der am stärksten betroffenen Region lebten, der Lombardei. Wie eine Studie der gemeinnützigen Kessler-Stiftung aus Daten vom Januar bis April 2020 errechnete, betrug dort die Infection Fatality Rate (IFR) – die Todesrate unter Infizierten – bei über 70-Jährigen 10,5 %. Das heißt: Jeder Zehnte überlebte eine Ansteckung nicht. Für über 80-jährige stieg diese Quote anfänglich sogar auf 30,4 %. Das sind erschreckende Werte, in der Tat. Sie standen im Vordergrund der Berichterstattung, sie schürten Panik. Unter den Tisch fiel dabei die Gefahrenlage für Jüngere. Für unter 70-Jährige sank die IFR, derselben Studie zufolge, nämlich auf 0,43 %. Wer unter 50 war, trug sogar ein Risiko von weniger als 1 zu 10.000, einer Infektion zu erliegen; die IFR für diese Altersgruppe betrug weniger als 0,01 %. Und deshalb ergibt sich für Italiens Bevölkerung insgesamt ein weitaus undramatischeres Bild als speziell für seine Greise. Wie der renommierte italienische Virologe Giuilio Tarro bereits Ende März 2020 vorrechnete, lag die Mortalität bei Covid-19 landesweit alles in allem bei UNTER EINEM PROZENT. Somit war sie mit einer Grippe durchaus vergleichbar. Daraus folgt: Von den angeblich knapp 100.000 offiziellen „Covid-19“-Todesfällen, die Italien bis Anfang März 2021 angeblich zu beklagen hatte (4), dürften weniger als tausend ausschließlich auf SARS-CoV-2 zurückzuführen sein. 3. MEHR-GENERATIONEN-HAUSHALTE. Wie im ebenfalls stark betroffenen Spanien, so lebt auch in Italien ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Senioren unter einem Dach mit Kindern und Enkeln, statt in Alten- und Pflegeheime entsorgt zu werden. Man verbringt viel Zeit miteinander, Sicherheitsabstände liegen eher im Zentimeterbereich. Entsprechend steigen Infektionsrisiken. Ausgangsverbote und häusliche Quarantänen erhöhen sie noch. 4. UMWELTVERSCHMUTZUNG. Nirgendwo in Europa ist die Luft schlechter als in Norditalien, ganz besonders in der Lombardei, der am stärksten betroffenen Region, wie auf Satellitenbildern deutlich zu erkennen ist. Die Smog-Ursachen sind vielfältig: Die Po-Ebene bildet einen auf drei Seiten abgeschlossenen, riesigen Kessel, in dem die Luft bei gewissen Wetterlagen wochenlang steht. Hinzu kommen besonders viel Industrie, zuwenig öffentliche Verkehrsmittel, veraltete Privatautos und Heizungen. Schon vor Corona-Zeiten sorgte die enorme Schadstoffbelastung der Lombardei dafür, dass dort überdurchschnittlich viele Menschen an schweren Atemwegserkrankungen litten und vorzeitig starben. Feinstaubpartikel eignen sich, ähnlich wie ausgehustete oder –genieste Wassertröpfchen, vorzüglich als Virentaxis. Nicht weniger als 61 % der Corona-Erkrankten leben in der Lombardei, weitere 14 % in der Emilia-Romagna, 7 % im Piemont; Sardinien, Kalabrien und die Abruzzen steuern hingegen jeweils bloß 0,2 % zu dieser Fallstatistik bei, Umbrien 0,3 %, Sizilien 0,4 %, die Toskana 1,2 %. Und so wunderte sich Ende März 2020 ein norditalienischer Abgeordneter, „wie es kommt, dass Covid-Patienten aus Brescia sogar nach Deutschland transportiert werden, während im nahen Venetien, in Verona, zwei Drittel der Intensivbetten leer stehen“. (5) In Bergamo, 50 km nordöstlich von Mailand, fällt das Atmen kaum leichter als in der chinesischen 11-Millionen-Metropole Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie. Entsprechend vorgeschädigt sind die Atemwege vieler Menschen. Virusinfektionen geben Vorerkrankten und Immunschwachen, zumal hochbetagten, dann nur noch den Rest. Bezeichnend: Bereits im November 2019, ein knappes Vierteljahr BEVOR die Corona-„Pandemie“ Italien erreichte, berichtete das Mario-Negri-Institut für pharmakologische Forschung in Mailand von „seltsamen Fällen von Lungenentzündungen“ in der Lombardei. Schon zweieinhalb Autostunden östlich von Bergamo, in Treviso bei Venedig, zeigte sich indes frühzeitig ein ganz anderes, völlig undramatisches Bild der Lage: Die Gesamtmortalität in den städtischen Krankenhäusern blieb gegenüber den Vorjahren in etwa gleich. Wie enorm eine starke Luftverschmutzung das Covid-19-Sterberisiko erhöht, belegt eine Studie der Universität Harvard. Die Wissenschaftler analysierten die Feinstaubbelastung aller 3080 US-amerikanischen Landkreise bis zum 4. April 2020 und setzten sie mit den Covid-19-Todesfällen ins Verhältnis. Statistisch signifikant zeigte sich: Nimmt die langfristige Belastung mit lungengängigen Feinstaubpartikeln unter 2,5 Mikrometern auch bloß um 1 Mikrogramm pro Kubikmeter zu, so steigt die Covid-19-Todesrate um erschreckende 15 Prozent an. 5. SELBSTERFÜLLENDE PROPHEZEIUNG. Coronagrusel-TV rund um die Uhr lehrte nicht nur den Rest der Welt das Fürchten, sondern in erster Linie die Italiener selbst, zumal wenn sie Risikogruppen angehörten. Mit Erkältungssymptomen, die sie in früheren Jahren ohne Panikattacken zu Hause kuriert hätten, drängten sie nun in Arztpraxen. Weil Ärzte im Zweifelsfall lieber zuviel tun, als sich irgendwann Versäumnisse vorwerfen lassen zu müssen, veranlassten sie eher als sonst eine Einweisung ins Krankenhaus. Kein Wunder, dass dort daraufhin Massenandrang herrscht. Und kein Wunder, dass Senioren, zumal vorerkrankte und immunschwache, dort eher sterben als zu Hause: Das hohe Risiko sogenannter nosokomialer Infektionen, während des Aufenthalts dort, macht das Krankenhaus zu einem der gefährlichsten Orte, an die man im Laufe seines Lebens geraten kann. 6. VORERKRANKUNGEN. Auch in Italien bauschten Politiker, Behörden und Medien die Opferzahlen künstlich auf: Wer MIT nachgewiesenem SARS-CoV-2-Virus starb, tat es automatisch DESWEGEN. Eine am 17. März 2020 veröffentlichte Übersicht des ISS, der Nationalen Gesundheitsbehörde Italiens, verdeutlicht das Ausmaß dieses Täuschungsmanövers: Demnach ließ sich bloß bei jedem HUNDERTSTEN positiv getesteten Opfer KEINE andere Vorerkrankung nachweisen. (6) In Wahrheit litten über 99 Prozent der Italiener, die angeblich das Corona-Virus dahinraffte, an Vorerkrankungen: 3 und mehr lagen bei 48,5 % vor, 2 bei 25,6 %, 1 weitere bei 25,1 %. Lediglich bei 0,8 % der Betroffenen war keine sonstige Krankheit feststellbar. Drei von vier Verstorbenen hatten Bluthochdruck, 35 % Diabetes, jeder Zweite an anderen schweren Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD, Dritte ein Herz-Kreislauf-Leiden. (7) Im Einklang damit ergab die eingangs zitierte Kessler-Studie: In der Lombardei hatten über 80 % der Covid-19-Opfer an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelitten. Corona-Infektionen sind demnach so gut wie immer Nebenbefunde, andere Krankheiten die eigentlichen Killer. Bis zum 13. März 2020, anderthalb Monate nachdem die „Pandemie“ Italien erreicht hatte, waren dort nur ZWEI corona-infizierte Menschen verstorben, die keine anderen Erkrankungen aufwiesen. Ihr Durchschnittsalter: 80,3 Jahre. Die ausschlaggebende Rolle von Vorerkrankungen spricht noch aus einem weiteren Befund der Kessler-Studie: Während in der Lombardei in der ersten Pandemiephase, bis Mitte März 2020, 30 % der über 80-Jährigen einer Infektion erlagen, sackte diese Quote danach bis April auf 8 % ab. Offenbar erwischte es zuallererst die Kränksten und Schwächsten. Als italienische Medien penetrant von hunderten Corona-Opfern pro Tag berichteten, hatte selbst der Präsident des italienischen Zivilschutzes die Nase voll: In Wirklichkeit handle es sich um Todesfälle „MIT dem Coronavirus und NICHT DURCH das Coronavirus“, stellte er auf einer Pressekonferenz klar. (8) 7. UNSAUBERE „FALL“-STATISTIKEN. Vergeblich rief die Mailänder Mikrobiologin Maria Rita Gismondo schon Ende März 2020 die italienische Regierung dazu auf, die tägliche Anzahl der „Corona-Positiven“ nicht mehr zu kommuni-zieren: Denn diese Zahlen seien „gefälscht“, sie versetzen die Bevölkerung in unnötige Panik, so mahnte die Wissenschaftlerin. Die Anzahl der Testpositiven hänge stark von der Art und Häufigkeit der Tests ab, über den Gesundheitszustand sage sie nichts aus. Um Fallstatistiken zurechtzubiegen, schreckten Verantwortliche offenbar nicht einmal vor dreister Urkundenfälschung zurück – etwa beim Ausfüllen von Totenscheinen. In Pflegeheimen in der Lombardei fielen ausländischem Fachpersonal „merkwürdige Todesfälle“ auf: „So wurden in der Stadt Gromo Zeitungsangaben zufolge mehrere Fälle registriert, in denen angebliche Coronavirus-Infizierte einfach eingeschlafen und nicht wieder erwacht sind. Bei den Verstorbenen wurden bis dahin KEINE ernstzunehmenden Symptome der Krankheit festgestellt. Wie der Direktor des Seniorenheims später präzisierte, sei es unklar, ob die Gestorbenen tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert wurden, weil niemand in dem Heim darauf getestet worden sei.“ Und was für positiv getestete „Corona-Opfer“ gilt, trifft nicht minder auf unerkannte zu. Eine womöglich ganz hohe Dunkelziffer von „Covid-19-Toten“ bringen Alarmisten ins Spiel. Gibt es vielleicht viel mehr davon, als amtliche Statistiken ausweisen? Wie die Regionalzeitung L´ Eco di Bergamo spekuliert, könnten allein in der Provinz Bergamo 4500 Menschen „an den Folgen der Infektion gestorben“ sein; das seien fast doppelt so viele wie offiziell angegeben. Aber selbst wenn es zehn Mal so viele wären: In ihren Körpern lassen sich hunderterlei verschiedene Viren und Bakterien ausfindig machen, die je nach Umständen mehr oder minder harmlos oder gefährlich werden können. Erahnt der Lokalredakteur womöglich außersinnlich, welche davon in jedem traurigen Einzelfall den Tod „zur Folge“ hatten? Ein Fehlschluss wird kein bisschen weniger dämlich, wenn man ihn vom Hellen ins Dunkle verlagert. 8. ABLENKUNG VON JENEN ZAHLEN, AUF DIE ES ANKOMMT. Wie tödlich ein angeblicher „Killerkeim“ ist, verraten einzig und allein: Veränderungen der tatsächlichen Sterberate innerhalb eines mehrjährigen Beobachtungszeitraums. Und diese boten zu keinem Zeitpunkt Anlass für übermäßige Alarmstimmung: Landesweit lag in Italien die Gesamtmortalität aller Altersgruppen, wie auch der 65plus, noch bis Anfang April TIEFER als in den Vorjahren, was Experten vor allem auf den milden Winter zurückführen. 9. UNTERLASSENE VERGLEICHE. Schon vor Corona-Zeiten zählte Italien 7.000 bis 25.000 Grippetote pro Jahr – mehr als in den meisten anderen Ländern Europas. An Lungenentzündung und sonstigen Atemwegserkrankungen starben in Italien 1990 knapp über 7000 Menschen – im Jahr 2017 jedoch, lange vor Corona-Zeiten, bereits über 13.000, darunter 11.800 aus der Generation 65plus. (9) Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Union, weist für Italien im Jahr 2016 sogar 46.411 Todesfälle aus, deren Ursache Atemwegserkrankungen waren: von chronischer Bronchitis über Asthma, Pneumothorax und Emphyseme bis COPD. (10) Allein COPD, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, fordert in Italien 18.000 Todesopfer pro Jahr. In den Wintern 2013/14 bis 2016/17 wurden in Italien rund 5,3 Millionen Fälle von akuten Atemwegserkrankungen mit Fieber gemeldet; insgesamt 68.000 registrierte Sterbefälle gingen auf sie zurück. Damit bilden sie in Italien bereits die dritthäufigste Todesursache, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Das Sterberisiko für atemwegserkrankte Italiener über 65 lag schon im Jahre 2010 bei deutlich über 3 %. (11) 10. TEST-ARTEFAKT. Über ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie untersuchen weiterhin nirgendwo Gesundheitsbehörden eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung. Besonders in Italien kommen Tests auf Covid-19 gehäuft bei Schwerkranken zur Anwendung. Daraus entsteht leicht der Eindruck, ein erschreckend hoher Anteil von Infizierten entwickle bedrohliche Symptome. Auch daraus erklärt sich die außergewöhnliche IFR unter Italiens Senioren. 11. MARODES GESUNDHEITSWESEN. Italien steht im blamablen Ruf, das mit Abstand schlechteste Gesundheitssystem Europas zu betreiben. Seit jeher ist es berüchtigt wegen zuwenig Ärzten, zuwenig Betten, zuwenig medizinischem Gerät, miserabler Hygiene. Pro 1000 Einwohner hat Italien 3,4 Klinikbetten vorzuweisen, in Deutschland sind es 8,3. Bereits in gewöhnlichen Wintermonaten liegt die Belegungsquote der Intensivstationen in Norditalien typischerweise bei 85 bis 90 %. Schon kleine Grippewellen führen seit jeher zu überfüllten Krankenhäusern. Einem Artikel in der Tageszeitung Corriere zufolge war Anfang 2018 die medizinische Versorgung in der Millionenmetropole Mailand bereits überfordert, als 48 Menschen an Influenza erkrankten: Operationen mussten verschoben werden, Ärzte Doppelschichten übernehmen; Krankenschwestern wurden aus dem Urlaub zurückbeordert. Auch nach Einschätzung des Präsidenten der deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, ist „die extreme Situation in Italien vor allem auf die sehr geringen Intensivkapazitäten“ zurückzuführen. 12. BAKTERIELLE HINTERGRUNDBELASTUNG. Gerade die Lombardei, mit den beiden Corona-Hotspots Bergamo und Brescia, gilt als Hochrisikogebiet für Legionellen-Erkrankungen. Bereits 2018 sorgte die Provinz Brescia für Schlagzahlen, als hunderte Menschen auf mysteriöse Weise an einer Lungenentzündung erkrankten. Als Infektionsquelle wurde damals das Bakterium Legionella pneumophila ausgemacht, ein Umweltkeim, der sich vor allem in technischen Einrichtungen wie offenen Rückkühlwerken, Trinkwassersystemen und Kläranlagen tummelt. Mit ihm belastete Aerosole wurden von den Bewohnern eingeatmet, bei vielen lösten sie schließlich eine Legionellose („Legionärskrankheit“) bzw. das Pontiac-Fieber aus. Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um eine Pneumonie (Lungenentzündung) mit Fieber, Durchfällen, Kopfschmerzen und Desorientiertheit; häufig betrifft sie immungeschwächte Menschen wie beispielsweise Alkoholiker und Aids-Patienten. Das Pontiac-Fieber ist eine akute Atemwegserkrankung mit Husten und Schnupfen. Für Oliver Thronicker, Leiter eines deutschen Umweltlabors, das sich mit der hygienischen Prüfung solcher Anlagen befasst, sind die Indizien schlüssig: Die Bewohner der norditalienischen Lombardei könnten aufgrund einer notorisch hohen Legionellenbelastung besonders anfällig für Vireninfektionen wie Covid19 geworden sein. 13. SELBSTVERSCHULDETER BEHANDLUNGS- UND PFLEGENOTSTAND. In norditalienischen Krankenhäusern und Heimen fehlten auch deshalb Pflegekräfte, weil das hysterische Krisenmanagement der Regierung sie außer Landes trieb. So veröffentlichte das Infoportal „Swiss Propaganda Research“ Anfang April 2020 das Schreiben einer Beobachterin aus Italien: „In den letzten Wochen haben die meisten osteuropäischen Pflegekräfte, die im 24-Stunden-Dienst 7 Tage die Woche in der Betreuung von Pflegebedürftigen in Italien arbeiteten, fluchtartig das Land verlassen. Dies nicht zuletzt wegen der Panikmache und den von den ‚Notstandsregierungen‘ angedrohten Ausgangssperren und Grenzschließungen. Deshalb wurden alte pflegebedürftige Personen und Behinderte, teilweise ohne Verwandte, von ihren BetreuerInnen hilflos zurückgelassen. Viele von diesen verlassenen Menschen landeten dann nach einigen Tagen in den seit Jahren permanent überlasteten Krankenhäusern, weil sie unter anderem dehydriert waren. (…) Dies ließ die Behinderten- und Altenpflege gerade in den Gebieten, wo weitere noch härtere „Maßnahmen“ angeordnet wurden, vollständig zusammenbrechen und sorgte für chaotische Verhältnisse. (…) Der Pflegenotstand, der durch die Panik entstand, führte temporär zu vielen Todesopfern unter den Pflegebedürftigen. (…) Diese Todesopfer dienten dann den Verantwortlichen und den Medien dazu, die Leute in noch mehr Panik zu versetzen.“ Dieser politisch verschuldete Versorgungsengpass beschränkt sich im übrigen nicht nur auf Italien. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung „gefährdet die Pandemie in ganz Europa die Versorgung alter Menschen zu Hause, weil Pflegekräfte nicht mehr zu ihnen können – oder das jeweilige Land fluchtartig verlassen haben Richtung Heimat.“ Darüber hinaus fehlen Ärzte und Krankenpfleger, weil sie umgehend in Quarantäne gezwungen werden, sobald sie test-positiv sind – selbst wenn sie symptomfrei bleiben. Davon kann eine enorme Anzahl betroffen sein, wie sich auch in Spanien zeigte. Dort handelte es sich bei nicht weniger als 15 % (!) der positiv Getesteten um Ärzte und Krankenpfleger. Kein Wunder, dass Spaniens Gesundheitssystem zunehmend kollabierte, wie zuvor das norditalienische. 14. FEHLBEHANDLUNGEN. Laut einer Studie an über 900 italienischen Covid-19-Klinikpatienten erhielten 86 % Antibiotika, obwohl diese allenfalls bakteriellen Infektionen beikommen. Seltener kamen antivirale Medikamente (54 %) und/oder eine Steroidtherapie (34 %) zum Einsatz. In jedem fünften Fall (19,3 %) wurden alle drei Therapien gleichzeitig angewandt. Nicht von ungefähr weist Italien, neben Rumänien und Griechenland, die meisten Antibiotika-Resistenzen auf. In Italien wurde fast jeder zehnte Patient, dessen SARS-CoV-2-Test positiv ausfiel, auf Intensivstationen aufgenommen und maschinell beatmet. Aber die invasive Beatmung - eine Intubation über den Mund, die Nase oder ein chirurgisch geschaffenes Loch in der Luftröhre - ist bei Covid-19-Patienten häufig kontraproduktiv, sie schädigt die Lungen zusätzlich. Wird ein Betroffener beatmungspflichtig, so stehen seine Überlebenschancen nach derzeitiger Studienlage schlecht: In einer Studie mit 52 Covid-19-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden mussten, belief sich die Mortalität der Patienten unter invasiver Beatmung auf ganze 86%. Von den Patienten, die nichtinvasiv beatmet wurden - über Gesichtsmasken, Mund-Nasen-Masken oder Beatmungshelme -, starben 78%. „Auch wer überlebt, muss mit Folgeschäden rechnen“, stellt das medizinische Infoportal DocCheck klar. (Näheres im KLARTEXT „Tatort Intensivstation“.) 15. MÖGLICHE IMPFFOLGEN. In der am stärksten betroffenen Region Bergamo waren im Dezember 2019 und Januar 2020 fast 34.000 Italiener gegen Meningokokken geimpft worden, wie der Journalist Maurizio Blondet recherchierte. Nicht bloß Kleinkinder wurden gespritzt, sondern Menschen jeden Alters. Denn Fälle von Meningitis, die zuvor auch in Italien selten vorgekommen waren, hatten sich in den letzten Jahren vervielfacht, vermutlich mit dem Zustrom afrikanischer Migranten. Kurz zuvor, im November 2019, hatten massenhafte Grippeimpfungen begonnen, insbesondere für Senioren und sonstige „Risikogruppen“. Die „beispiellose Operation“ habe 185.000 Personen über 65 Jahren erreicht, womit eine Impfquote von über 56 % erzielt worden sei, verkündete Dr. Giancarlo Malchiodi, Leiter von Bergamos Behörde für Hygiene und Gesundheitsprävention, damals stolz. Doch Impfungen können das Immunsystem schwächen, zumindest vorübergehend. Vakzinhersteller und Gesundheitsbehörden bestreiten dies zwar seit eh und je – doch etliche Studien unabhängiger Wissenschaftler, wie auch Praxisbeobachtungen von Ärzten und Fallberichte von Geimpften, rechtfertigen Skepsis. Eine im Januar 2020 in der Fachzeitschrift Vaccine veröffentlichte Studie schließt aus Daten von über 6000 Patienten, dass eine Influenza-Impfung das Risiko anderer Atemwegserkrankungen signifikant erhöht. Statistiken aus zwei Dutzend Ländern und Regionen untermauern den Trend: Je größer der Anteil der Gesamtbevölkerung ist, der gegen Influenza geimpft wird, desto höher liegen im allgemeinen die Covid-19-Sterberaten pro 100.000 Einwohnern. Davon am stärksten betroffen sind die besonders grippeimpffreudigen Belgier, Spanier und US-Amerikaner, vor allem in den Bundesstaaten Massachusetts, Connecticut, Arizona und Pennsylvania. 16. FINANZIELLES KALKÜL. Die EU stellte Italien Finanzhilfen in Höhe von sage und schreibe 173 Milliarden Euro in Aussicht, um es die ökonomische Folgenlast der Pandemie tragen zu helfen. Weil dem italienischen Premier Giuseppe Conte die schon gegebenen Zusagen aber nicht ausreichten, hätte er einen Sondergipfel der Europäischen Union beinahe zum Platzen gebracht. Damit die Gelder aus Brüssel rascher und großzügiger flossen, konnten Dramatisierungen gewiss nicht schaden. (12) 17. MEDIEN-HYPE. Massenmedien brauchen und erzeugen Sensationen am laufenden Band. Den nächsten Herbststurm blasen sie mühelos zum meteorologischen Jahrhundert-Ereignis auf, aus dem besonders hartnäckigen Dauerregen schließen sie auf die unmittelbar bevorstehende Sintflut, und Fußballer „schreiben Geschichte“, Woche für Woche und mindestens „für die Ewigkeit“. Wie könnte da eine Grippewelle, die etwas heftiger verläuft als üblich, weniger sein als eine Epidemie apokalyptischen Ausmaßes? 18. INSZENIERUNGEN. Mit Bildern lässt sich vortrefflich lügen. Niemand weiß das besser als Fotografen, Kameraleute, Bildredakteure, Cutter, Regisseure: Was man wie zeigt, wie nah, aus welchem Blickwinkel, wie lange, aber auch, was man kürzt oder ganz weglässt, entscheidet darüber, was der Betrachter für real oder fiktiv hält, wahrnimmt oder übersieht, über- oder unterschätzt. Italiens Coronakrise kann man mit einer nach Luft schnappenden, künstlich beatmeten 80-Jährigen illustrieren; mit einer Turnhalle voller Särge; mit lodernden Flammen in der Brennkammer eines Krematoriums; mit einem SARS-CoV2-infizierten, herzzerreißend weinenden Neugeborenen. Aber auch: mit leeren Intensivstationen in Pescara, Bari, Palermo und Catania; mit fröhlich feiernden Rekonvaleszenten, nach problemlos überstandener Infektion. Wie im Rest der Welt, so fallen auch in Italien Ungereimtheiten auf, die auf Machenschaften von verborgenen Drahtziehern hindeuten. Wer erinnert sich nicht an die Bilder von Militärlastwagen, die tote Covid-19-Opfer aus Bergamo zu anderen Städten transportieren müssen, weil Bergamos Krematorien mit dem Verbrennen der Leichen nicht mehr nachkommen? Kein einziger Journalist kam auf die Idee, naheliegenden Fragen nachzugehen: Wie kamen solche Bilder überhaupt zustande? Hatten sich an allen Haupt- und Ausfallstraßen Bergamos Fotografen und Kameraleute auf gut Glück tage- und nächtelang auf die Lauer gelegt, um die Militärlaster nicht zu verpassen? Und wenn so ein Laster an ihnen vorbeifuhr: Woran erkannten sie überhaupt, was er geladen hatte? Waren seine Abdeckplanen etwa durchsichtig? Roch es streng nach Verwesung? Riefen die Fahrer lauthals „Achtung, Leichentransport!“ zum Fenster hinaus? Nein, die Medienvertreter müssen heiße Tipps bekommen haben, wann und wo es sich lohnt, mit aufgebauter Kamera zu warten. Wer gab ihnen solche Hinweise? Wozu wohl? So dreist fälscht die Journaille natürlich nicht nur südlich der Alpen. Anfang April 2020 musste der US-Sender CBS einräumen: Alarmierende Aufnahmen einer überfüllten Station, die in Filmberichten über die Corona-Krise in New Yorker Krankenhäusern auftauchten, stammten tatsächlich aus Bergamo. Hätte das neuartige Coronavirus in Italien auch nur annähernd so schrecklich gewütet, wie man uns wochenlang weismachte, so müsste sich der vermeintliche „Killerkeim“ in einer durchgängig erhöhten Sterberate bemerkbar gemacht haben. Davon kann jedoch keine Rede sein, wie „euroMOMO“, das wöchentlich aktualisierte europaweite Monitoring von Todesfällen ausweist. Zwar stieg die Kurve für Italien, wie für viele andere Länder, zeitweilig recht deutlich über das Niveau der Vorjahre an – aber nicht etwa vor und nach Lockdowns, sondern währenddessen. Dieses Phänomen lässt befürchten: Die Massenquarantänen, zu denen sich die westliche Welt durch Chinas trügerisches Vorbild hinreißen ließ, haben im Endeffekt weitaus mehr Menschenleben gekostet als gerettet. Von Anfang an lagen alle oben aufgezählten Fakten auf der Hand, nicht nur für Gesundheitsexperten, sondern für jeden halbwegs logisch denkenden, neugierig recherchierenden, kritisch hinterfragenden Laien. Regierungen und Behörden hätten diese Aspekte berücksichtigen müssen. Warum unterließen sie es? Wieso verfielen sie stattdessen von Rom bis Oslo, von Kopenhagen bis Paris und Berlin in hektischen Aktivismus, schürten unisono Massenpanik, übergingen eindringliche, wohlbegründete Mahnungen, überboten sich gegenseitig in der schleunigsten Abschaffung von Grundrechten? Diese Fragen sollten demnächst nicht nur parlamentarische Untersuchungsausschüsse beschäftigen, sondern auch Staatsanwälte und Verfassungsgerichte. Nicht zuletzt in Deutschland wäre es höchste Zeit dafür. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.welt.de/vermischtes/article206721861/Coronavirus-Ich-hoffe-Deutschland-bleibt-Italiens-Weg-erspart.htm (2) https://www.welt.de/sport/fussball/article206765171/Bergamo-Biologische-Bombe-das-Spiel-null-der-Corona-Krise.html (3) https://www.epicentro.iss.it/coronavirus/sars-cov-2-decessi-italia; https://www.epicentro.iss.it/coronavirus/bollettino/Report-COVID-2019_17_marzo-v2.pdf (4) https://ourworldindata.org/coronavirus/country/italy?country=~ITA, abgerufen am 5.3.2021. (5) https://www.tagesspiegel.de/politik/die-verlangsamung-ist-da-in-italien-zeichnet-sich-die-wende-in-der-coronakrise-ab/25698124.html; (https://swprs.files.wordpress.com/2020/04/reppublica-treviso.jpg (6) https://www.epicentro.iss.it/coronavirus/sars-cov-2-decessi-italia; s. auch https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-03-18/99-of-those-who-died-from-virus-had-other-illness-italy-says (7) https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-03-18/99-of-those-who-died-from-virus-had-other-illness-italy-says (8) https://www.youtube.com/watch?v=0M4kbPDHGR0&feature=youtu.be&t=210, dort ab 3:30. (9) Siehe Grafik „Tote durch Lungenentzündung, nach Altersgruppen; nach Daten des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) sowie der Global Burden of Disease Study (GBD). (10) https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Respiratory_diseases_statistics&oldid=460476#Deaths_from_diseases_of_the_respiratory_system; siehe Grafik Eurostat. (11) https://www.researchgate.net/figure/Male-to-female-M-F-ratios-of-mortality-for-chronic-lower-respiratory-diseases-by-age_fig3_298335775, s. Grafik. (12) https://www.dw.com/de/eu-gipfel-zur-coronakrise-italien-braucht-neues-geld/a-52934014; https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/italien-hilfspaket-mit-neuen-schulden-li.78304

  • Als ein Dominostein namens Italien fiel

    Am 9. März jährt sich eines der folgenschwersten Ereignisse in der Geschichte Europas: Als erste westliche Demokratie begann Italien das unerprobte Seuchenschutzmodell eines totalitären Regimes nachzuahmen. Um der Corona-Pandemie zu begegnen, verfügte Rom landesweit einen monatelangen strikten Lockdown. Damit setzte eine Kettenreaktion ein: Sobald dieser erste Dominostein kippte, fielen weitere. Wenig später strebten so gut wie alle übrigen EU-Staaten danach, sich gesundheitspolitisch in eine rotchinesische Exklave zu verwandeln. Italien müsse ab Mitternacht zur „Schutzzone“ werden, so verfügte Ministerpräsident Giuseppe Conte am 9. März um 21 Uhr – nach rund 9000 positiven Tests auf SARS-CoV-2 sowie 463 Todesfällen, die als Covid-19-Opfer galten. Von diesem Tag an verwandelte sich ganz Italien, bis dahin ein gefestigter demokratischer Rechtsstaat, in ein geradezu surreales Duplikat der chinesischen Provinz Hubei. Was zuvor bereits für einzelne Gemeinden, Provinzen und Regionen beschlossen worden war, galt nunmehr fürs ganze Land: Schulen und Universitäten schlossen, Kinos und Theater ebenso. Kurz darauf folgten Geschäfte und Gaststätten, schließlich Betriebe. Versammlungen und Veranstaltungen wurden untersagt; Maskenzwang und Social Distancing, Ausgangssperren, Quarantänen und Reiseverbote wurden verfügt. Auf zeitweilige Lockerungen im Sommer 2020 folgten ab Herbst erneute, teilweise noch verschärfte Hygieneauflagen, abermals nicht bloß für Risikogruppen, Erkrankte und ihre engeren Kontaktpersonen, sondern für die gesamte Bevölkerung. Was veranlasste die Regierung Conte dazu? Wissenschaftliche Studien, die den alternativlosen Nutzen von Lockdowns belegten, lagen ihr nicht vor. Denn es gab keine. Bis heute stehen sie aus. Rom ließ sich verführen, wie bald darauf auch Berlin und Paris, Madrid und London. Wie Italien verführt wurde Zum einen beeindruckten Italiens Regierung voreilige Lobeshymnen und Empfehlungen des chinafreundlichen WHO-Generaldirektors. Am 29. Januar 2020 hatte in Wuhan, dem mutmaßlichen Epizentrum der Pandemie, eine Massenquarantäne gerade erst begonnen. Doch schon tags darauf pries Tedros Gehebreyesus die Volksrepublik China dafür, dass sie mit der Abriegelung, "beispiellos in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit", einen „neuen Standard für die Reaktion auf den Ausbruch gesetzt" habe. Keinen Monat später kam eine von der WHO in China durchgeführte „gemeinschaftliche Mission“ zu dem Ergebnis, Pekings radikale Maßnahmen seien bestens geeignet, das Virus einzudämmen. (1) Darüber hinaus erzeugte eine Propagandawelle in sozialen Medien reichlich Druck. Bevor und während Italien den Wuhan-Lockdown nachahmte, tat es das unter Dauerbeschuss durch chinesische Desinformation mit alarmistischen Posts, gruseligen Filmchen und Schnappschüssen. Zwischen dem 11. bis 23. März stammten rund 46 % der Tweets mit dem Hashtag #forzaCinaeItalia („Auf geht´s, China und Italien!“) von Bots, beim Hashtag #grazieCina („Danke, China“) lag ihr Anteil bei 37 %. Zudem drängten eilends angereiste chinesische Experten dazu, aus ihrem vermeintlichen Erfahrungsschatz zu schöpfen. Am 12. März eingetroffen, rieten sie schon zwei Tage später dringend dazu, die eingeleiteten Maßnahmen noch drastisch zu verschärfen: „Es gibt immer noch zuviele Leute auf den Straßen, wie auch verbesserungswürdige Verhaltensweisen.“ Am 19. März hatte der Vizepräsident des Chinesischen Roten Kreuzes, Sun Shuopeng, einen vielbeachteten Auftritt bei einer Pressekonferenz in Mailand. Italiens Lockdown, so bemängelte er, sei „nicht streng genug. Hier in Mailand, dem am stärksten von Covid-19 betroffenen Gebiet, gibt es keine sehr strikte Abriegelung. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren noch, und die Menschen bewegen sich noch, man isst noch zu Abend und feiert in den Hotels, und man trägt keine Masken.“ Dies alles müsse strengstens verboten werden – für ausnahmslos alle. „Wir brauchen jeden Bürger, der sich am Kampf gegen Covid-19 beteiligt und dieser Politik folgt.“ Die Italiener müssten jegliche "wirtschaftlichen Aktivitäten stoppen“ und ihre „Mobilität einschränken", indem „jeder einfach zu Hause bleiben“ solle. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur International Business Times zog daraus den vermeintlich zwingenden Schluss: Zwar sei Italien „eine freie demokratische Republik“ - aber „vielleicht muss sie für eine Weile eine chinesische Philosophie annehmen“. Dass seine Expertenratschläge scheinbar in fürsorglicher Absicht erfolgten, unterstrich China durch blumige Beteuerungen und großzügige Gesten. Sein Botschafter in Rom, Li Junhua, erklärte, Italien habe China in der Vergangenheit geholfen; nun stehe es China zu, im Namen der großen Freundschaft die Hilfe zu erwidern. Er erinnerte an zwei chinesische Patienten, die im Institut Lazzaro Spallanzani behandelt und geheilt wurden, sowie an den italienischen Flug vom 15. Februar 2020 mit 18 Tonnen Sanitärausrüstung für Wuhan. Im Gegenzug schaffte das Chinesische Rote Kreuz nun 31 Tonnen Atemgeräte, Überwachungsgeräte, zehntausende Schutzanzüge und Atemmasken sowie Medikamente nach Rom. (2) Der chinesische Internetgigant Alibaba spendete eine Million Atemschutzmasken und 100.000 Testkits an das italienische Rote Kreuz. (3) Den Weg bereitet hatte Chinas Allmächtiger Xi Jinping höchstpersönlich, als er Italien im März 2019 einen pompösen Staatsbesuch abstattete. Als erstes westliches Land schloss sich Italien bei diesem Anlass Chinas gigantomanem Investitions- und Infrastrukturprojekt „Neue Seidenstraße“ an, mit dem Pekings Kommunisten die globale Handelsordnung auf den Kopf stellen wollen. (4) Man unterzeichnete 29 Verträge im Wert von 2,5 Milliarden Euro, die Italiens lahmende Wirtschaft ankurbeln helfen sollen. Geschichtsbewusst gedachte Xi bei dieser Gelegenheit des venezianischen Händlers Marco Polo, der schon vor sieben Jahrhunderten in Italien „die erste Leidenschaft für China“ entzündet habe. Diese uralte Glut sei nun neu entflammt. Wer widersteht schon einer solchen Charmeoffensive, zumal in vermeintlich höchster Not? Dabei hätte es von Anfang an beste Gründe gegeben, das rotchinesische Sozialexperiment umgehend zu beenden, anstatt stur an ihm festzuhalten. Sie wurden ignoriert – fahrlässig, vielleicht sogar vorsätzlich, um eine insgeheime Agenda hinter der Plandemie weiterzubetreiben: 1. Worauf sich Italiens Lockdown-Befürworter beriefen – überlastete Kliniken, sprunghaft steigende Todeszahlen -, hatte in Wahrheit andere Ursachen als ein grassierender „Killerkeim“. Wer sie anzusprechen wagte, stand als „Verharmloser“ am Pranger. 2. Frühzeitig belegten internationale Vergleichsstudien: Lockdowns sind weitgehend wirkungslos und kontraproduktiv, in Italien wie anderswo. Ihr mutmaßlicher Nutzen steht in krassem Missverhältnis zu den gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Schäden, die sie anrichten. Länder wie Schweden, Südkorea, Japan sowie mehrere US-Bundesstaaten, die darauf verzichten, fahren keineswegs schlechter. Dem ersten Punkt widme ich einen gesonderten KLARTEXT: „Was steckt hinter Italiens Corona-Horror?“ Wie steht es mit dem zweiten Punkt: Was hatte Italien davon, rotchinesischen Hygieneterror gegen die gesamte Bevölkerung nachzuahmen? Die Krise habe «sehr hohe menschliche, soziale und wirtschaftliche Kosten» mit sich gebracht, wie Regierungschef Conte einräumte – einen „beispiellosen Schock“ habe sein Land erlebt. Italien rutschte in die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Pandemiejahr 2020 brach das Bruttoinlandsprodukt um rund zehn Prozent ein. (5) Fast 450.000 Menschen verloren ihren Job. 240.000 italienische Firmen mussten ihre Geschäftstätigkeit einstellen. (6) Bis Mai 2020 waren 3,7 Millionen Arme auf Lebensmittelhilfen angewiesen, eine Million mehr als ein Vierteljahr zuvor; zu den „neuen Armen“ Italiens zählten Arbeitslose, Familien ohne Ersparnisse, aber auch Kleinhändler und Handwerker, die schließen mussten. Aber war die Rettung von Menschenleben nicht jedes Opfer wert? Dieser angebliche Nutzen wird immer fragwürdiger. Dazu genügt ein Vergleich mit lockdownlosen Ländern wie Schweden, die ihre freiheitlich-demokratische Verfassung nicht einem rotchinesischen Social-Engineering-Feldversuch opfern wollten. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Lars Fischer: „Covid-19: Wie China das neue Coronavirus ausbremste“, Spektrum.de, 3.3.2020, https://www.spektrum.de/news/wie-china-das-neue-coronavirus-ausbremste/1709842; Berit Uhlmann: „Coronavirus – WHO-Bericht lobt Chinas Reaktion“, Süddeutsche Zeitung, 2.3.2020, https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-china-quarantaene-reisebeschraenkung-1.4827927; Fabian Kretschmer: „Propaganda: Xi Jinping gibt sich als Corona-Bezwinger“, RP online, 10.3.2020, https://rp-online.de/politik/ausland/chinas-praesident-gibt-sich-als-corona-bezwinger_aid-49482069; Lea Deuber: „Wie die WHO Lobeshymnen auf China singt“, Süddeutsche Zeitung, 14.3.2020, https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-china-who-1.4844104; STAT News: „WHO praises China's response to coronavirus, will reconvene expert panel“, 29.1.2020, https://www.statnews.com/2020/01/29/who-reconvene-expert-committee-coronavirus/; Sarah Karlin-Smith: „U.S. officials praise Chinese transparency on virus — up to a point“, Politico, 29.1.2020, https://www.politico.com/news/2020/01/29/officials-praise-china-transparency-virus-108926. (2) Fabrizio Caccia: „I ricercatori cinesi portano in dono a Roma l’antivirale di Wuhan“, corriere.it. 13.3.2020, https://www.corriere.it/video-articoli/2020/03/13/i-ricercatori-cinesi-vi-abbiamo-portato-plasma-gli-anticorpi/2051fc5a-6540-11ea-86da-7c7313c791fe.shtml (3) „Coronavirus: Von Armani bis Berlusconi, VIPs spenden für Spitäler“, kurier.at, 18.3.2020, https://kurier.at/stars/coronavirus-von-armani-bis-berlusconi-vips-spenden-fuer-spitaeler/400785002 (4) https://www.dw.com/de/italien-liegt-jetzt-an-chinas-seidenstra%C3%9Fe/a-48037795; https://www.zdf.de/nachrichten/heute/italien-will-sich-an-chinas-initiative-fuer-neue-seidenstrasse-beteiligen-100.html; https://www.sueddeutsche.de/politik/xi-jinping-in-italien-chinas-brueckenkopf-in-europa-1.4363118 (5) https://www.nau.ch/news/wirtschaft/italiens-regierungschef-nennt-wirtschaftliche-coronafolgen-beispiellosen-schock-65723535; https://kurier.at/chronik/welt/vor-einem-jahr-begann-der-corona-albtraum-in-italien/401190958; https://www.tagesschau.de/ausland/draghi-italien-vertrauensfrage-103.html (6) Filippo Poltronieri u.a.: „Mafia in Italien: Kampf um Rom“, www.spiegel.de/politik/ausland/mafia-in-italien-kampf-um-rom-a-00000000-0002-0001-0000-000174874894.

  • „Professor Lockdown“ schlug zu

    Am 16. März 2020 erschien „Report 9“, das wohl fatalste Papier der Wissenschaftsgeschichte. Es sagte Berge von Corona-Leichen voraus und drängte zu Lockdowns nach rotchinesischem Vorbild. Dabei blamierte sich der Verfasser, Prof. Neil Ferguson vom Imperial College in London, ein weiteres Mal mit folgenschweren Weissagungen, die nicht bloß haarscharf daneben lagen, sondern meilenweit. Wie konnte sich dieser falsche Prophet Gehör verschaffen? Wessen Interessen diente er? Wäre ein Hofastrologe einst ungeschoren davongekommen, falls er dem König vier Mal hintereinander schreckliches Unheil weissagte – und jedesmal haarsträubend daneben lag? Schon der erste krasse Fehlalarm hätte ihn den Kopf gekostet, zumindest aber eine Verbannung eingetragen. Im 21. Jahrhundert leben Hellseher risikoloser – vor allem, wenn sie Neil heißen und an einer altehrwürdigen englischen Universität lehren, die sich bei ihren mächtigen Gönnern und Partnern seltsamerweise umso beliebter macht, je eindrucksvoller ihr Personal für die Zukunft schwarz sieht. Dann dürfen sie sogar noch mit einer fünften Prophezeiung hanebüchen daneben liegen. In Amt und Würden bleiben sie weiterhin. So geschah es im Imperial College von London, einer 1907 gegründeten Hochschule, die laut Wikipedia „zu den forschungsstärksten und renommiertesten Universitäten der Welt“ zählt. 8000 Mitarbeiter beschäftigt es. Der Jahresetat lag schon 2015/16 bei 1,1 Milliarden Euro. „In verschiedenen Bewertungen für akademische Institutionen erreicht die Universität regelmäßig Spitzenpositionen.“ Stattliche 73 % ihrer Publikationen gelten als „weltweit führend“ oder „exzellent“. Zu nichts Geringerem als dem „Goldstandard für Wissenschaft“ haben Journalisten es erklärt. Report 9: das fatalste wissenschaftliche Schriftstück aller Zeiten Aus dieser vermeintlich untadeligen Quelle stammt „Report 9“ – das wohl einflussreichste, folgenschwerste wissenschaftliche Papier aller Zeiten. In die Welt gesetzt wurde es am 16. März 2020, keine drei Wochen, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Chinas Massenquarantäne in der Provinz Hubei voreilig gelobt hatte. Im Report 9 präsentierte ein sogenanntes „Covid Response Team“ um Neil Ferguson, einem Epidemiologen und Professor für mathematische Biologie, ein Computermodell, das die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus abschätzen sollte. Um Maßnahmen zu rechtfertigen, wie die Welt sie nie zuvor gesehen hat, sollte es eine ausschlaggebende Rolle spielen. Wofür die Bibel über ein Jahrtausend benötigte, gelang ihm in wenigen Wochen: Es berührte das Denken von Milliarden Menschen, wühlte ihre Psyche auf, stellte letztlich ihren Alltag auf den Kopf. Allerdings verhieß es eher die Hölle als das Paradies. In Report 9 malte Ferguson auf 20 Seiten „die größte Gesundheitsbedrohung seit der „Spanischen Grippe“ 1918 aus, die 20 bis 50 Millionen Menschen das Leben gekostet haben soll. Falls die Welt keine äußerst repressiven Gegenmaßnahmen ergreife, seien allein in Großbritannien 550.000 Tote zu erwarten; es drohe eine 30-fache Überbelegung der verfügbaren Krankenhausbetten. Für die Vereinigten Staaten prophezeite Ferguson 2,2 Millionen Covid-19-Opfer, für Kanada 326.000. Für Schweden kam Ferguson in einem zwei Wochen später nachgereichten „Report 13“ auf 85.000. (1) Schwedische Forscher, die Fergusons Modell auf ihr eigenes Land anwandten, errechneten daraus sogar 96.000 Tote. Um die angeblich drohende Katastrophe abzuwenden, empfahl Ferguson dringendst einen harten Lockdown für die gesamte Bevölkerung. Dieser müsse „mindestens 12 bis 18 Monate“ aufrechterhalten werden, allenfalls mit kurzen zwischenzeitlichen Lockerungen. Bis wann soll das so weitergehen? „Solange das Virus in der Bevölkerung zirkuliert“, also bis auch der allerletzte positive Testfall ausgemerzt und das Zero-Covid-Ideal erreicht ist. Oder „bis ein Impfstoff zur Verfügung steht“. So steht es wörtlich in Report 9. Und so betonte Ferguson es fortan bei jeder Gelegenheit. (2) Von milderen Strategien, die Seuche einzudämmen, riet Report 9 nachdrücklich ab. Beschränke man sich darauf, Infizierte zu isolieren und bloß für soziale Distanzierung gegenüber den Hauptrisikogruppen zu sorgen, so würden sich die Opferzahlen bestenfalls halbieren. Großbritannien hätte dann immer noch 275.000 Tote zu beklagen, die USA 1,1 Millionen; es würden acht Mal mehr Klinikbetten benötigt als vorhanden. Freie Fahrt für „Professor Lockdown“ „Der Report 9 hatte sensationelle Auswirkungen“, so kommentiert der Aalener Ökonom Prof. Christian Kreiß (3), Autor von Enthüllungsbüchern wie Gekaufte Forschung und Gekaufte Wissenschaft. „Kurze Zeit darauf verhängten zahllose Staaten auf der ganzen Erde einen harten Lockdown mit genau den Maßnahmen, die Ferguson und seine Mitstreiter vorgeschlagen hatten. Beispielsweise wurden in 150 Ländern Schulschließungen durchgeführt, die allein bis Ende Mai 1,2 Milliarden Schulkinder (etwa 70 Prozent aller Schulkinder weltweit) betrafen. (…) Neil Ferguson wurde in der britischen Presse daraufhin als ‚Professor Lockdown‘ betitelt. Noch heute basieren fast alle Lockdown-Maßnahmen weltweit sowie die Begründungen dafür im Kern auf der Argumentation dieses Papers.“ Die britische Regierung sah sich daraufhin zu einer Vollbremsung samt radikaler Kehrtwende veranlasst. Während der Rest Europas im Nu dem italienischen Beispiel folgte und eine völlig neue, unerprobte Art von Infektionsschutz umsetzte, hatte Großbritannien ebenso wie Schweden zunächst einen unaufgeregteren, besonneren Weg gewählt. Man vertraute altbewährten, verfassungskonformen Plänen zur Seuchenbekämpfung und setzte darauf, eine „Herdenimmunität“ entstehen zu lassen, wie sie im Laufe jeder Grippewelle allmählich zustande kommt. Noch am 13. März versicherte Premier Boris Johnson bei einer Pressekonferenz, es werde zunächst keine umfassenderen Quarantänemaßnahmen und keine Einschränkungen für Großveranstaltungen geben. Um Johnsons Standhaftigkeit war es schlagartig geschehen, nachdem Ferguson seine Horrorzahlen dem nationalen Wissenschaftsrat vorgelegt hatte, dem er angehörte: SAGE, ein Kürzel für Scientific Advisory Group for Emergencies. Diesem 20-köpfigen Expertengremium obliegt es, die britische Regierung in Notfällen von nationaler Tragweite zu beraten. Um offene Ohren musste Ferguson in dieser Runde vermutlich nicht erst mühsam ringen. Denn geleitet wird es von einem Mann, der zuvor zwölf Jahre lang dem Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK) beim Geldverdienen half, zuletzt als Präsident des Bereichs Forschung und Entwicklung: Sir Patrick Vallance. Im März 2018 wechselte Vallance zur Regierungsseite. Hier stieg der zweibeinige Inbegriff eines Interessenkonflikts ohne Umwege zum „Chief Scientific Adviser“auf. (4) In dieser herausragenden Rolle stand er dem „Government Office of Science“ vor, welches den Premierminister und das Kabinett berät. (5) Im Mai 2020 übernahm Vallance, ausgerechnet er, die Leitung einer eigens eingerichteten „Vaccine Taskforce“ der Regierung. (6) Da kannte sich Vallance schon bestens aus: Mit einem Anteil von 24 % im Impfstoffsegment ist GSK die Nummer Eins auf dem Weltmarkt. Auch ein anderes Schwergewicht in der SAGE-Runde dürfte Fergusons Panikmache wohl eher keinen Widerstand geleistet haben: der Epidemiologe Chris Whitty, dessen Malariaforschung in Afrika die Gates-Foundation mit 31 Millionen Pfund sponserte. Ausgerechnet er war 2019 zum „Chief Medical Officer“ (CMO) von England berufen worden, dem obersten Regierungsberater in Gesundheitsfragen. (7) Und auch ein gewisser Jonathan Van-Tam saß neben Ferguson in der SAGE-Runde: ein Experte für Atemwegsviren, der von 2000 bis 2004 bei GlaxoSmithKline tätig gewesen war. Der erwähnten „Vaccine Taskforce“ gehörte er ab Mai 2020 ebenfalls an. Am 23. März 2020 hatte Großbritannien gerade mal 365 mutmaßliche Covid-19-Todesopfer registriert - 0,06 % von landesweit 600.000 Sterbefällen pro Jahr. Trotzdem verkündete Johnson am selben Tag in einer Fernsehansprache allgemeine Ausgangsbeschränkungen. Das Haus dürfe nur noch verlassen werden, um wesentliche Dinge wie Lebensmittel und Medikamente einzukaufen, für den Weg zur Arbeit, oder einmal am Tag allein oder mit Mitgliedern desselben Haushalts für sportliche Aktivitäten. Alle Läden, die nicht der Grundversorgung dienen, mussten mit sofortiger Wirkung schließen. Versammlungen von mehr als zwei Personen wurden verboten. (8) Mitte April verlängerte Johnson den Lockdown um drei weitere Wochen. (9) Allerdings scheint es so, als hätten Fergusons Horrorprognosen im Vereinigten Königreich kaum jemanden so kalt gelassen wie Ferguson selbst. Anfang Mai 2020 ließ sich der coronoide Nationalheld peinlicherweise dabei ertappen, wie er wiederholt zuhause seine verheiratete Geliebte empfing. Dabei pfiff er auf das Social Distancing, das er seinen Landsleuten eingebrockt hatte. (10) In einem Interview im Dezember 2020 erinnerte sich Neil Ferguson daran, wie China seine Abriegelungsempfehlungen an die britische Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE) inspiriert hatte: „Ich glaube, das Gefühl der Leute, was in Bezug auf die Kontrolle möglich ist, hat sich zwischen Januar und März ziemlich dramatisch verändert... Es ist ein kommunistischer Einparteienstaat, sagten wir. Wir dachten, wir könnten damit in Europa nicht durchkommen (...) Und dann hat Italien es getan. Und wir erkannten, dass wir es können (...) Wenn China es nicht getan hätte, wäre das Jahr ganz anders verlaufen.“ (11) Korrekterweise hätte Ferguson hinzufügen müssen: „… und wenn ich nicht darauf gedrängt hätte, China nachzuahmen“. Steilvorlage für Drosten Zu seinen „Freunden und Kollegen“ zählt Ferguson Deutschlands Chefalarmisten Christian Drosten. Im Nu griff dieser die rabenschwarze Zukunftsschau aus London begeistert auf. Report 9 war gerade erst zwei Tage publik, da widmete ihm Drosten in seiner regelmäßigen NDR-Sendung bereits eine Lobeshymne, kaum dass er das Papier ganz gelesen und verstanden hatte, wie er selber einräumte. Gleichwohl „halte ich diese Studie für eine der besten, die bisher verfügbar ist (…) bei der ganz besonders feinkörnig nachgeschaut wurde, also bei der das mathematische Modell besonders elaboriert ist, und auch kleinste Details mit rein programmiert wurden.“ (12) Immerhin schränkte Drosten ein, dass auch diesen „kleinsten Details“ natürlich keine Gewissheiten zugrunde liegen, sondern mehr oder minder gewagte Annahmen. Beispielsweise gehe Fergusons Papier rein hypothetisch davon aus, dass zwei von drei „Fällen“, d.h. positiv Getesteten, Symptome entwickeln, also an Covid-19 tatsächlich erkranken; ein Drittel überstehe eine Infektion beschwerdefrei oder spüre bloß schwache, erkältungsähnliche Symptome. Zu weitaus zurückhaltenderen Schätzungen gelangten Wissenschaftler, die von Erfahrungen mit anderen SARS-Viren und starken Influenzawellen ausgingen. Der Mikrobiologe Prof. Sucharit Bhakdi sagte voraus, dass 90 % aller Infizierten überhaupt nicht oder bloß milde erkranken. Der Immunologe Prof. Stefan Hockertz ging sogar von 95 % aus, weitere Wissenschaftler schätzten die Quote auf 80 %. (13) Demnach blähte Ferguson den Anteil derer, die eine Infektion tatsächlich zu Patienten macht, spekulativ von 10 bis 20 % auf 67 % auf, einen völlig aus der Luft gegriffenen Wert. Und diese horrende Übertreibung ließ die prognostizierten Zahlen von Hospitalisierungen, Einweisungen auf die Intensivstation, von erforderlichen Beatmungsplätzen, von Toten gewaltig in die Höhe schnellen. Auch dies räumte Drosten durchaus ein: „Aber ob das wirklich ein Drittel sind (die nicht erkranken), wissen wir nicht, das ist hier wirklich eine Schätzung. Daran sieht man schon mal, solche Schätzungen, die sind mutig, und die können komplett falsch sein, und die können am Ende einer Modellrechnung extreme Auswirkungen haben. Das ist immer das Problem bei Modellen, an einigen Stellen muss man Schätzungen eingeben. Da hat man dann also eine wissenschaftliche Studie, die sieht extrem kompliziert aus, aber an den wichtigen Stellschrauben steht dann plötzlich da: Ja, da haben wir einen Experten gefragt und er hat das geschätzt. Das ist so ein bisschen das Problem an solchen Studien.“ „Wissen wir nicht“, „ein Experte hat das geschätzt“, „ist so ein bisschen das Problem“ – und trotz alledem ist Drosten überzeugt davon, dass „wir jetzt diesen Denkprozess unter Experten in der Wissenschaft starten müssen, auch ungewöhnliche Optionen zu denken, wenn wir an diese Modellierungszahlen glauben. Und ich glaube schon an diese Zahlen.“ Auch wenn sie „komplett falsch sein können“, muss man mutig „daran glauben“. So verkommt Wissenschaft zum geradezu religiösen Fürwahrhalten von Schätzungen, von schieren Spekulationen, mit Professor Drosten als Hohepriester, dem seine Gemeinde zu folgen hat, wenn er Fergusons Steilvorlage aufgreift, um noch mehr Panik zu schüren: „Eine der besten Studien, die bisher verfügbar ist“, sei „eben nicht nur auf die USA, sondern auch auf England gerechnet, ein Land, das uns sehr ähnlich ist. Und die Aussichten sind wirklich verzweifelnd. Es ist wirklich schlimm, was man da unterm Strich raus liest aus dieser Studie, und wir müssen uns jetzt hinsetzen und miteinander über Möglichkeiten sprechen.“ Es gehört wenig Phantasie dazu, sich auszumalen, wie viele Nackenhaare sich im Krisenkabinett Merkel steil stellten, als der verdienstkreuzbehängte Chefsouffleur des Berliner Panikorchesters dort solche Töne anschlug. Und auch die Radikalkur, die Ferguson empfahl, fand Drostens Zustimmung. Mit den „ungewöhnlichen Optionen“ meinte er einen Lockdown. Dieser sei sinnvoll, allerdings schwer durchzuhalten – sowohl fünf Monate am Stück als auch zwei Jahre lang mit Unterbrechungen. Deshalb „müssen wir zusätzlich etwas anderes finden (…) einen Impfstoff.“ So lieferte er die Vorlage für jenes denkwürdige Junktim der Bundeskanzlerin vom 9. April 2020, in dem unüberhörbar eine erpresserische Drohung mitschwang: „Die Pandemie wird nicht verschwinden, bis wir einen Impfstoff haben“ – und alle ihn sich brav spritzen lassen. Eine Woche nach Drostens Podcast brach auch über Deutschland der erste Lockdown herein. Die Deutschen auf das alternativlos Notwendige einstimmen half ein von der Dynamik ungehinderten „exponentiellen Wachstums“ ergriffener Ferguson- und Drosten-Fan: der telegene Harald Lesch, der erste Universalgelehrte seit da Vinci und Goethe. Gerade ihm traut seine Fernsehgemeinde zu, von allem alles zu wissen, ob Asteroid oder Kernkraftwerk, Fracking oder Viren. (14) Seine reichweitenstarken Fernsehbeiträge zur Coronakrise qualifizieren ihn ohne weiteres für einen hochdotierten PR-Vertrag im medizinisch-industriellen Komplex. Faktenchecks blieben Ferguson erspart So begierig Mainstream-Medien den Report 9 aufgegriffen hatten, so seltsam desinteressiert schienen sie an Faktenchecks, um die zappendustere Zukunftsschau aus dem Hause Imperial nach einer Weile auf den Prüfstand zu stellen. Fergusons Prognosen lagen nicht bloß haarscharf daneben, sondern meilenweit. Über sieben Monate, nachdem sie in die Welt hinausposaunt worden waren – Ende Oktober 2020, kurz vor Beginn der nächsten Lockdown-Welle in Europa und weltweit -, lag die offizielle Zahl der sogenannten „Corona-Opfer“ in Großbritannien bei knapp 47.000 (statt der geweissagten 550.000), in den USA bei 236.000 (statt 2,2 Millionen), in Kanada bei 10.300 (statt 326.000). (15) Ist es den empfohlenen Lockdowns zu verdanken, dass die schlimmsten Befürchtungen nicht eintraten? Das Beispiel Schweden widerlegt diesen gängigen Einwand. Als einziges größeres westliches Land hatte es auf Massenquarantänen nach chinesischem Vorbild verzichtet. Trotzdem waren dort bis Ende Oktober 2020 erst knapp 6.000 „Corona-Tote“ zu beklagen – gerade mal 8 % der Zahl, die Report 9 prognostiziert hatte. 70 % betrafen Pflegeheimbewohner. Bis Anfang März 2021, gegen Ende der „zweiten Welle“, waren es 13.000 amtliche „Covid-19-Opfer“. Im Durchschnitt starben sie mit 84 Jahren. Bei jenem Teil der schwedischen Bevölkerung, der jünger als 65 ist, blieb die Sterblichkeit sogar unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Dass an Fergusons Modell etwas oberfaul sein musste, war zumindest Schwedens Chef-Epidemiologen Anders Tegnell von Anfang an klar. „Wir haben (es) uns angesehen und konnten sehen, dass die Variablen, die in das Modell eingesetzt wurden, ziemlich extrem waren (...) Warum haben sie die Variablen gewählt, die extreme Ergebnisse lieferten? Also waren wir ziemlich skeptisch. Wir haben einige eigene Arbeiten durchgeführt, die in eine ganz andere Richtung zeigten. Am Ende stellte sich heraus, dass unsere Prognose viel näher an der realen Situation lag. Wahrscheinlich, weil wir Daten verwendeten, von denen wir glaubten, dass wir sie verstehen konnten und die aus der tatsächlichen Situation kamen und nicht aus irgendeinem theoretischen Modell." Generell, so warnte Tegnell in einem Interview mit dem britischen Online-Sender Spectator TV, müsse man „mit Modellen sehr vorsichtig sein. Sie werden nicht gemacht, um Prognosen zu erstellen, sie werden gemacht, um verschiedene Arten von Maßnahmen zu testen, um zu sehen, welche Art von Effekt sie haben könnten. Denn kippt man Müll rein, so kommt Müll raus." In Wahrheit dürften landesweite Abriegelungen bei weitem mehr Menschenleben gekostet haben, als sie retteten. In Großbritannien, wie in allen übrigen Lockdown-Ländern, trat eine deutliche Übersterblichkeit nicht etwa vor Beginn der rigorosen Seuchenschutzmaßnahmen auf, sondern währenddessen. (16) Dabei liegen die wahren Sterberaten noch weit unter den amtlichen Schreckenszahlen. Wer positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, geht automatisch als „Covid-19-Opfer“ in die offizielle Statistik ein, wenn er innerhalb des darauffolgenden Monats stirbt – selbst wenn er in Wahrheit bei einem Unfall umkam, einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall, einem Krebsleiden, einer schweren Influenza erlag. Wie die US-Seuchenschutzbehörde CDC inzwischen einräumt, lag bei 94 % der US-amerikanischen „Corona-Toten“ mindestens eine andere lebensbedrohliche Grunderkrankung vor. Nach Obduktionen von 735 angeblichen Covid-19-Opfern – im Schnitt 83 Jahre alt - gehen Rechtsmediziner der Universität Hamburg sogar davon aus, dass lediglich bei 1 % eine SARS-CoV-2-Infektion als alleinige Todesursache gelten kann. Müssen wir Ferguson fairerweise zugute halten, dass „Prognosen schwierig sind, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“, eingedenk des vielzitierten Bonmots von Mark Twain? So ist es. Aber wieso lag Report 9 so krass daneben? Computermodelle des voraussichtlichen Pandemieverlaufs erstellten auch mehrere andere Forschergruppen. Ihre Genauigkeit verglichen Wissenschaftler der Universität von Los Angeles und des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME). (17) Über alle Zeiträume hinweg wiesen das Imperial-Modell bei weitem größere Fehlerquoten auf als die anderen – und zwar penetrant in Richtung von viel zu hohen Schätzungen. Herbstliche Wellenmache Spätestens im Sommer 2020 ließen amtliche Statistiken Imperials Nostradamus so splitternackt dastehen, wie es der neu gekleidete Kaiser im berühmten Märchen von Hans Christian Andersen tat. Leider sahen Politiker und Medienvertreter nicht genau genug hin. Zahlen des britischen Office for National Statistics (ONS) belegten schon damals: Die Mortalität lag 2020 im Bereich der starken Grippewelle 1999/2000. Das Center for Evidence-Based Medicine (CEBM) der Universität Oxford schätzte die Infection Fatality Rate (IFR) von Covid-19 auf 0,3 bis 0,49 %. Das heißt: Von tausend Infizierten starben nicht mehr als drei bis fünf. Bei 45- bis 64-Jährigen betrug sie 0,5 %, bei Jüngeren gerade mal 0,03 %, wie ausgerechnet Epidemiologen des Imperial College feststellten. Doch Ferguson dachte nicht daran, seine Panikmache einzustellen, ebensowenig wie Drosten in Deutschland. Und die Ungenauigkeiten setzten sich fort. Ende Oktober 2020 weissagte er, Großbritannien werde bis Mitte Dezember weit über 2000 Todesfälle pro Tag zu beklagen haben. (18) In Wahrheit lag diese Zahl bis Ende 2020 zu keinem Zeitpunkt über 556. Warum waren Fergusons Voraussagen derart miserabel? Fachleute bemängelten sein Modell von Anfang an. Doch bis zu politisch Verantwortlichen drang ihre Kritik offenbar nicht durch, und Leitmedien schwiegen darüber. Bereits am 17. Mai 2020 zitierte die englische Tageszeitung Daily Mail Informatiker, die Professor Lockdowns Modell als ein „Durcheinander“ bewerteten, „für das man in der Privatindustrie gefeuert würde“. Bei Verwendung desselben Modells seien Wissenschaftler der Universität Edinburgh zu völlig anderen Ergebnissen gelangt. Auch Gesundheitsexperten der Universität Oxford hatten es frühzeitig kritisiert. Anfang Juni 2020 veröffentlichte das Montreal Economic Institute eine Analyse mit dem Titel „Das fehlerhafte COVID-19-Modell, das zum Lockdown von Kanada führte“. Darin weist es auf gravierende wissenschaftliche Mängel hin. So habe kein Peer-Review stattgefunden, eine Bewertung durch andere, unabhängige Wissenschaftler. Mehrere tausend (!) Zeilen des Programms seien „undokumentiert“, wie Ferguson selbst einräumte; (19) somit kann kein Außenstehender sie nachvollziehen. Ein leitender Software-Entwickler von Google stellte im Code, der dem Modell zugrunde lag, „amateurhafte Fehler“ fest. „Alle wissenschaftlichen Papiere, die auf diesem Code beruhen, sollten auf der Stelle zurückgezogen werden“, so schloss er. Auf zwei Faktoren, deren Ausblendung im Imperial-Modell besonders ins Gewicht fielen, hatten Ärzte und Wissenschaftler, die sich als „Covidoten“ verhöhnen lassen mussten, schon bei Pandemiebeginn vergeblich hingewiesen. Zum einen treten Atemwegsviren saisonal auf; um sich greifen sie in der kalten Jahreszeit. Dass SARS-CoV-2 dabei keine Ausnahme macht, begann sich europaweit, auch in Deutschland, bereits ab Ende Februar/Anfang März abzuzeichnen, ehe staatlicher Lockdown-Terror einsetzte: Infektions- und Erkrankungsraten waren bereits rückläufig. (20) Ebensowenig berücksichtigte das Imperial-Modell: Menschen pflegen über ein Immunsystem zu verfügen, das mit so gut wie allen Infektionen bestens klarkommt, solange es intakt ist. Fergusons Zahlen setzten voraus, dass sich das Virus völlig ungehindert ausbreitet. Tatsächlich war ein Großteil der Bevölkerung – die Schätzungen reichen bis zu 80 % - aber durch frühere Kontakte mit anderen Coronaviren bereits geschützt, sie hatte eine „Kreuzimmunität“ erworben. Nur so war erklärbar, dass nach einer Infektion bei weitem weniger Menschen als befürchtet schwer erkrankten und verstarben. Angesichts derart offenkundiger Stümpereien drängen sich Zweifel an Fergusons Qualifikation auf. Der Mann ist kein Mediziner, weder Immunologe noch Epidemiologe. Als Informatiker ist er ebensowenig ausgebildet. In Biologie kann er nicht einmal eine Abitursnote („A-level“) vorweisen, wie er in einem BBC-Interview zugeben musste. (21) Laut Wikipedia „erhielt er seinen Bachelor of Arts-Abschluss in Physik 1990 in Lady Margaret Hall, Oxford, und seinen Doktor der Philosophie in theoretischer Physik 1994 am Linacre College, Oxford." Andererseits sind formale Qualifikationen natürlich nicht der einzige Indikator für Kompetenz. Auch ohne Titel und Urkunden kann jemand in einem bestimmten Fachgebiet Großes leisten. Immerhin gilt Ferguson seit zwei Jahrzehnten als vielgefragter Experte für mathematische Modelle von komplexen dynamischen Systemen. Zu diesen zählt zweifellos auch ein Pandemiegeschehen, ebenso das Wetter und der Aktienmarkt. In dieser Rolle hat Ferguson allerdings nicht etwa fortwährend geglänzt. Vielmehr blamierte er sich reihenweise, erstmals im Jahre 2001 anlässlich eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien. 6,5 Millionen Rinder, Schafe und Schweine wurden auf Fergusons Modellrechnungen hin „not“geschlachtet. Der ökonomische Schaden belief sich auf 12 bis 18 Milliarden Pfund. Eine Studie der Universität Edinburgh zerpflückte Fergusons Modell hinterher nach allen Regeln epidemiologischer Kunst. Ein Jahr später, 2002, spukte der „Rinderwahn“ in der medialen Geisterbahn umher. Bis zu 50.000 Menschen könnten aufgrund von BSE-verseuchtem Rindfleisch sterben, so schloß Ferguson aus seinem Computermodell. Diese Zahl steige womöglich auf 150.000, falls das Virus auf Schafe überspringt. In Wahrheit erlagen der Creutzfeld-Jacob-Krankheit im Jahre 2001 ganze 88 Briten, im darauffolgenden Jahre 95, zwischen 2001 bis März 2021 insgesamt 2159. Als im Jahre 2005 das Vogelgrippe-Virus H7N9 um sich zu greifen begann, rechnete Ferguson mit „bis zu 200 Millionen Toten weltweit“. Erst acht Jahre später, im Februar 2013, sprang der Erreger erstmals von Geflügel auf Menschen über. Bis Mai 2018 zählte die WHO weltweit 615 Todesfälle, bis Ende 2020 kam ein einziger hinzu. Als Mitglied einer ‘Strategic Advisory Group of Experts’ (SAGE) trug Ferguson im Jahre 2009 entscheidend dazu bei, dass die Weltgesundheitsorganisation wegen der Schweinegrippe (H1N1) falschen Alarm schlug. (22) Er sagte eine Fallsterblichkeit (CFR, case fatality rate) zwischen 0,3 und 1,5 % voraus; am wahrscheinlichsten schienen ihm 0,4 %. Das heißt, vier von tausend Erkrankten sterben daran. Die britische Regierung schloss daraus, dass „ein vernünftiges Worst-Case-Szenario besagt, die Schweinegrippe werde in Großbritannien zu 65.000 Todesfällen führen“. Wie viele Briten starben tatsächlich daran? Bis Mitte März 2010 waren es 457. Am Ende hatte H1N1 für eine der mildesten Grippewellen seit der Jahrtausendwende gesorgt. Zu Fergusons Verteidigung muss fairerweise angemerkt werden: Am allerschwierigsten sind Prognosen, wenn sie komplexe dynamische Systeme betreffen. Obwohl für Vorhersagen des Wetters oder der Aktienmärkte seit Jahrzehnten ein Multmilliardenaufwand getrieben wird, reichen sie weiterhin kaum über einen Zeithorizont von wenigen Tagen hinaus. Denn hier betreten Wissenschaftler die Welt der Chaostheorie - sie untersuchen Systeme, die auf die geringste Abweichung in Anfangsbedingungen extrem empfindlich reagieren. Selbst vielen Laien ist mittlerweile der Butterfly Effect ein Begriff: Schon eine winzige Veränderung im Luftstrom, ausgelöst durch den Flügelschlag eines Schmetterlings, kann aufgrund der komplexen Wechselwirkung von Milliarden Teilchen letztlich dazu führen, dass ein Tornado auftritt. Auch ist Ferguson zugute zu halten, dass man bei wissenschaftlichen Schätzungen zwischen "Vorhersage", "Projektion" und "vernünftigem Worst-Case-Szenario" unterscheidet. Das erspart ihm aber nicht zwei lästige Fragen. Wenn sich Mutmaßungen von "vernünftigen Worst-Case-Szenarios" zuverlässig als um mehrere Größenordnungen höher herausstellen als das, was tatsächlich eintritt - welchen Wert haben diese Schätzung dann noch? Und wie verantwortungsvoll ist es, diese Mutmaßungen lauthals in die Welt hinauszuposaunen, ohne eine klare Anleitung zu geben, wie sie zu interpretieren sind? Ferguson kann nichts für die mangelnde wissenschaftlichen Ausbildung vieler Journalisten und die Sensationsgier, die Medien dazu verführt, beängstigende Zahlen eher zu veröffentlichen als beruhigende. Er trägt keine Schuld an der fachlichen Inkompetenz von Regierenden und Behördenvertretern. Er muss sich nicht dafür entschuldigen, dass Laien ehrfürchtig erschaudern und sich blenden lassen, sobald reichlich Mathematik zum Einsatz kommt, die imposante Kurven und Tabellen auf Monitore zaubert. Aber er muss mit alledem rechnen. Er muss Missverständnissen begegnen, sobald ihm auffällt, dass die Aussagekraft seiner Modelle krass überschätzt wird. Das unterließ Ferguson. Statt das Feuer einzudämmen, das sein Funken entzündet hatte, schürte er es noch. Wie konnte ein derart falscher Prophet all diese Blamagen unbeschadet überstehen? „Der wahre Skandal besteht doch darin: Warum hörte irgendwer diesem Kerl überhaupt zu?“, so liest man beim Onlineportal Statistical Modeling, Causal Inference, and Social Science der Columbia-University in New York. Wie kann es sein, dass sich Fergusons Universität, in berechtigter Sorge um ihr Ansehen, nicht längst von ihm distanzierte, sich von ihm trennte? Warum hält sie eisern an einem solch hinlänglich diskreditierten Mann fest? Was macht diesen Lehrstuhlinhaber für seinen Arbeitgeber so besonders wertvoll? Auf der Suche nach einer Erklärung stoßen wir auf eine bezeichnende Reihe von hochpotenten Partnern und Gönnern. Ein Lehrstück über Drittmittelprostitution Besonders spendabel gegenüber Imperial zeigte sich seit 2010 die Bill und Melinda Gates-Foundation. Bis heute flossen von dort zusammengerechnet knapp 190 Millionen US-Dollar; allein im Jahr 2020 waren es 79 Millionen. Offenbar finanzierte Gates auch direkt die Arbeit von Neil Ferguson - allein 184 Millionen britische Pfund für Voraussagen der Covid-19-Sterblichkeit. Stattliche Beträge ließ Gates auch dem „MRC Centre for Global Infectious Disease Modeling“ zukommen, das Ferguson im Imperial College 2008 eingerichtet hatte. Es beliefert die WHO mit „raschen Analysen von drängenden Problemen bei Infektionskrankheiten“ sowie „Modellen“ hierzu. (27) Zu Imperials großzügigsten Mäzenen zählt darüber hinaus der in London ansässige Wellcome Trust, die weltweit viertreichste Stiftung – und letztlich eine überdimensionierte Pharmamarketing-Agentur in philanthropischem Gewand. Ihr Vermögen lag 2020 bei 34 Milliarden Euro. (28) 1936 von dem Pharma-Magnaten Sir Henry Wellcome ins Leben gerufen, fördert sie medizinische Forschung, erklärtermaßen zu dem noblen Zweck, „die Wissenschaft dabei zu unterstützen, die drängenden gesundheitlichen Herausforderungen zu lösen, vor die sich jedermann gestellt sieht“. Dass diese Lösungen aus Produkten der Arzneimittelindustrie bestehen, versteht sich in Anbetracht der Wellcome-Historie von selbst. Der Gründer war mit dem nach ihm benannten Pharmaunternehmen Burroughs Wellcome steinreich geworden, das 1995 mit dem Konkurrenten Glaxo verschmolz; vier Jahre später war es, dicht hinter Novartis und Merck, nach Umsatz der drittgrößte Medikamentenhersteller der Welt. Pünktlich zur Jahrtausendwende ging es in dem Konzerngiganten GlaxoSmithKline (GSK) auf, einem von vielen Profiteuren der Pandemie. Auch unmittelbar ist das Imperial College mit der Arzneimittelindustrie seit langem aufs engste verbandelt. Bei der Schweinegrippe 2009 beriet sein Rektor, Sir Roy Malcolm Anderson, sowohl die WHO als auch die britische Regierung. Als Mitglied des WHO-Notfallkomitees war Anderson maßgeblich daran beteiligt, dass verblüffend rasch die höchste Pandemiestufe 6 ausgerufen wurde. Und ausgerechnet in Großbritannien, so ließ Andersons Gefahreneinschätzung befürchten, wütete die Schweinegrippe am allermeisten, weswegen besonders rigorosee Gegenmaßnahmen ergriffen werden mussten. Lautstark warb Anderson öffentlich dafür, große Vorräte an Antigrippemitteln und Impfstoffen anzulegen. Wie Journalisten aufdeckten, stand Anderson gleichzeitig, als „non-executive director“, mit jährlich 136.000 Euro auf der Gehaltsliste von GlaxoSmithKline – für den zweitgrößten Pillendreher der Welt eine prächtige Investition im „Peanuts“-Format, gemessen an der Rendite. Auch dank Andersons PR-Künsten scheffelte GSK Milliarden mit dem Verkauf eines nebenwirkungsreichen Vakzins namens Pandemrix sowie des weitestgehend nutzlosen Virostatikums Tamiflu. (29) Auf die WHO-Empfehlung hin sicherte sich GSK von 16 Ländern Bestellungen über 195 Millionen Dosen für einen Impfstoff gegen das H1N1-Virus – und verhandelte mit 50 weiteren. Allein zwischen Mai und Juli 2009 soll GSK einen Gewinn von 2,1 Milliarden Pfund verbucht haben. Im Jahre 2015 richtete das Imperial College ein gemeinsames Labor mit GlaxoSmithKline ein. Regelmäßig lässt es hochkarätige Pharmavertreter bei sich auftreten – so etwa 2019 Sheuli Porkess, Deputy Chief Scientific Officer des Verbandes der britischen Pharmaindustrie; oder Mark Toms, Chief Scientific Officer von Novartis Pharmaceuticals UK; oder Toni Wood, Senior Vice President von GSK: 2018 hielt er den Eröffnungsvortrag der jährlichen Konferenz des hauseigenen Institute for Molecular Science and Engineering (IMSE). (30) Zu ihren festen „Partnern“ zählt Imperial, neben GSK, so gut wie alle großen Nummern des Pharmabusiness, darunter einige der bedeutendsten Impfstoffhersteller: von Pfizer über AstraZeneca bis Johnson&Johnson und EliLilly. Anfang 2019 organisierte das Imperial College eine Konferenz mit dem bezeichnenden Titel „Achieving success in drug development through collaboration with the pharmaceutical industry“. Im übrigen beteiligt sich Imperial an klinischen Versuchen zur Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs. Ein Seuchenalarmist wie Neil Ferguson, mit einer weltweit führenden Universität als unüberhörbares Megaphon für seine Kassandrarufe, spielt all diesen Partnern vortrefflich in die Karten. Je schlimmer eine Pandemie vermeintlich wütet, je schrecklicher die weiteren Aussichten sind, desto vordringlicher scheint es, Impfstoffe zu entwickeln. Desto bereitwilliger subventionieren Regierungen deren Entwicklung, ordern enorme Mengen, lockern das Zulassungsverfahren, entlasten Hersteller von Schadenshaftung. Desto nachdrücklicher machen sie in der Bevölkerung gratis Produktwerbung. Desto eher sind sie bereit, Massenimpfungen notfalls zu erzwingen. Desto länger helfen sie dabei mit, Angst zu schüren. Desto länger betreiben sie restriktiven Infektionsschutz. Jahrelang stand Ferguson selbst auf den Honorarlisten großer Pharmakonzerne wie GlaxoSmithKline, Baxter und Roche, wie der Dokumentarfilm „trustWHO“ 2018 aufdeckte. Darauf angesprochen, räumte Ferguson gegenüber dem Pharma-Onlinemagazin Scrip solche Zuwendungen ein, fand sie allerdings völlig normal: "Ich denke, es wäre schwierig, einen echten Experten für Grippeimpfstoffe und antivirale Medikamente zu finden, der nicht irgendwann einmal mit Pharmaunternehmen zusammengearbeitet hat. (…) Die Entwicklung solcher Produkte wird von kommerziellen Unternehmen durchgeführt, sie haben die Daten, und sie sind an Forschung interessiert, die sich auf ihre Produkte bezieht. (…) Ich denke, dass die Wissenschaft im Allgemeinen von Verbindungen zwischen akademischer und kommerzieller Forschung profitiert, ebenso wie die Qualität der wissenschaftlichen Beratung, die den öffentlichen Gesundheitsbehörden angeboten wird." Gleichwohl will Ferguson seine lukrativen Dienste für GlaxoSmithKline und Roche schon 2007 eingestellt haben. Wieso eigentlich? Obwohl spätestens im Sommer 2020 klar war, dass Ferguson mit seinen apokalyptischen Prognosen ebenso danebenlag wie mit seinen totalitären Empfehlungen, ließ ihn das Imperial College weiterhin gewähren, ganz im Sinne von Gates, Wellcome und Big Pharma. Und so genoss er die Narrenfreiheit, weiteres Unheil anzurichten. Wie Neil den Briten Weihnachten versaute Kurz vor Weihnachten 2020, am 19. Dezember, kündigte Premierminister Boris Johnson verschärfte Eindämmungsmaßnahmen an. Notwendig mache sie eine Mutationslinie des Coronavirus – VUI-202012/01, auch N501Y oder B.1.1.7 -, die wohl „bis zu 70 % ansteckender“ sei. Führen mehr Infektionen zu mehr Schwerkranken und Toten? Hierüber schwieg der Premier. Wie kam er bloß zu seiner Gefahreneinschätzung? Nach Recherchen der BBC beruhte Johnsons „70 %“-Alarm ausschließlich auf Informationen, die tags zuvor in einem Beratungsgremium der britischen Regierung diskutiert worden waren, der New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group, kurz NERVTAG. NERVTAG wiederum hatte die ominösen „70%“ aus einer einzigen Quelle geschöpft: einer zehnminütigen Präsentation, die ein enger Mitarbeiter Fergusons, Dr. Erik Volz, am 18. Dezember, also am selben Tag, gehalten hatte. Seinen Kurzvortrag hielt Volz vor der Covid-19 Genomics UK (COG-UK), einem im April 2020 eingerichteten Forschungsverbund. Größtenteils vom Wellcome Trust und der britischen Regierung finanziert, hat COG-UK die Aufgabe, aus Proben von Infizierten das Erbgut des neuen Coronavirus zu sammeln, zu sequenzieren und zu analysieren. Binnen sechs Monaten waren dabei schon über 40.000 Genome zusammengekommen. Dazu zählte auch der neue Stamm. Dessen voraussichtliche Verbreitung schätzte die Ferguson-Gruppe in einem weiteren Computermodell ein. Es ging von einer um 70 % höheren Infektionsrate aus. Wie die Videoaufzeichnung von Volz´ Präsentation belegt, verteidigte der Ferguson-Mitarbeiter jedoch diesen Schätzwert keineswegs. Im Gegenteil, er warnte wiederholt und nachdrücklich davor, ihn überzubewerten und voreilige Schlüsse daraus zu ziehen. Dabei ließ Volz Bemerkungen fallen wie „Wir befinden uns im Grunde noch in einem sehr frühen Stadium, wir haben im Grunde erst einen Monat Wachstum beobachtet“, „die Modellanpassung ist nicht besonders gut" und „nicht notwendigerweise geeignet“. Es sei "zu früh, um zu sagen", wie infektiös N501Y überhaupt ist. Die 70 %-Schätzung entspreche "dem aktuellen Stand unseres Wissens", in den wiederum Trends eingehen, die "nicht immer bewahrheiten". Zudem seien die verfügbaren Datensätze von minderer Qualität, „sehr verrauscht und überdispers“. Aufgrund dessen sprachen sich bei der entscheidenden NERVTAG-Sitzung die meisten Anwesenden gegen jede Art von „sofortigem Handeln wegen der neuen Mutation“ aus. Sie wollten „weitere Beweise abwarten“, wie aus dem von Daily Mail veröffentlichten Protokoll hervorgeht. Am NERVTAG-Treffen nahm allerdings auch „Professor Lockdown“ höchstpersönlich teil, ebenso wie seine Kollegin Wendy Barclay, eine Virologin, deren Imperial-Labor vom Wellcome Trust mitfinanziert wird. Diese beiden, so äußerte eine hochrangige Whitehall-Quelle gegenüber Daily Mail, bildeten fortan eine „lautstarke Minderheit“: Sie setzten ein mediales „Mobbing“ in Gang, um die britische Regierung zu drastischen Maßnahmen zu drängen. Unmittelbar nach Johnsons vorweihnachtlicher Lockdown-Bescherung ließ Ferguson keine Kamera aus, um das völlig unbewiesene Gerücht zu streuen, die neue SARS-CoV-2-Variante habe womöglich „eine höhere Neigung, Kinder zu infizieren“. Zwar hätten "wir keine Art von Kausalität dafür festgestellt, aber wir können es in den Daten sehen“. Kollegin Barclay assistierte ihm. Auch sie fütterte Leitmedien mit der Behauptung, die neue Mutante befalle vermehrt Kinder; diese seien „vielleicht genauso anfällig für dieses Virus wie Erwachsene“. Für Pharmakonzerne, die in alsbaldige Impfkampagnen auch Minderjährige einbeziehen wollen, könnte keine Marketinghilfe wertvoller sein. Dabei legen Daten des Office of National Statistics nahe, dass Kinder eher vom Blitz erschlagen werden, als an Covid-19 zu sterben. Die Covid-Todesrate beträgt bei 5- bis 14-Jährigen 1 zu 3,6 Millionen. (32) Den Anschein einer wissenschaftlichen Rechtfertigung für den Weihnachts-Lockdown lieferte das NERVTAG-Gremium samt Ferguson für Boris Johnson erst einen Monat nach Weihnachten. Wie der Premierminister am 22. Januar bei einer Pressekonferenz verkündete, legen wissenschaftliche Analysen nahe, dass die neue B.1.1.7-Mutante „30 % mehr infizierte Menschen töten könnte“, womöglich sogar bis zu 91 %. Eine dieser „Analysen“ stammte von selbstverständlich von Ferguson. Schon vor Johnsons Auftritt geisterte die Schreckensmeldung durch die Medien. Dafür sorgte Ferguson, indem er einen Herausgeber des Senders ITV News „briefte“. Für eine „zweite Welle“ dieses Mutantenhorrors sorgten Fergusons „Freunde und Kollegen“ von der Universität Exeter Anfang März; in einer Studie mit über 110.000 positiv auf SARS-CoV-2-Getesteten wollen sie „ein um 64 % erhöhtes Sterberisiko“ bei Menschen ermittelt haben, die sich mit der neuen Variante anstecken. Mit diesen Zahlen schürten Leitmedien prompt neue Panik (33), Lockdown-Fans bekamen den nächsten Aufwind. Was Ferguson indes unkommentiert ließ, war die Veränderung des absoluten Sterberisikos: Es bleibt relativ niedrig und steigt von 2,5 auf 4,1 Todesfälle unter 1000 Infizierten. Sowohl diese Quoten als auch die Schwankungsbreite sind alles andere als sensationell. Von Grippepandemien, wie sie 1957 und 1968 um den Globus fegten, unterscheiden sie sich nicht radikal. Je nach vorherrschenden Varianten sorgen auch Influenzaviren in manchen Wintern für mehr Tote als in anderen. Geschichte geschrieben Als Brandstifter Roms hat sich Kaiser Nero wohl für immer einen Platz in Geschichtsbüchern gesichert. Ohne Übertreibung darf man Neil Fergusons Machwerken einen ähnlichen Stellenwert zutrauen. „Historiker werden sicherlich noch in Jahrhunderten fassungslos sein, welche Rolle ein zutiefst fehlerhaftes Computermodell dabei spielte, eine Kette von Ereignissen auszulösen, welche die westliche Gesellschaft grundlegend und vielleicht katastrophal geschädigt hat“, meint der britische Informatiker Derek Winton. Fergusons Imperial-Team beriet er in Softwarefragen gelegentlich. „Wenn (falls!) sich der Staub der Coronavirus-Pandemie endlich legt, wird es für zukünftige Historiker schwierig sein, zu einem anderen Schluss als dem folgenden zu kommen: Wir haben unsere sorgfältig geplanten und einstudierten Pandemie-Vorsorgepläne aufgegeben zugunsten einer experimentellen Maßnahme auf der Basis einer nicht von Experten überprüften, nicht dokumentierten, obskuren, prädiktiv ungenauen Modellierung, unter Verwendung eines Designs, das eine der wichtigsten beteiligten Variablen auslässt, erstellt von einem Experten, der offensichtlich keine formale Ausbildung in Computermodellierung oder Epidemiologie vorweisen kann, dafür eine Erfolgsbilanz, die aus krassen Überschätzungen von Sterberaten besteht.“ Waren die Modelle des Imperial College also hilfreich? Ohne Zweifel – für seine Sponsoren. Und so veranschaulicht die Corona-Pandemie auf unübertrefflich imposante Weise, was Drittmittelprostitution im Wissenschaftsbetrieb bedeutet – und was sie aus ihm macht. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.imperial.ac.uk/media/imperial-college/medicine/mrc-gida/2020-03-30-COVID19-Report-13.pdf; https://www.spectator.co.uk/article/why-boris-johnson-needs-to-speak-to-anders-tegnell; https://sverigesradio.se/artikel/7437147 (2) https://spiral.imperial.ac.uk:8443/bitstream/10044/1/77482/14/2020-03-16-COVID19-Report-9.pdf; https://www.imperial.ac.uk/news/196234/covid-19-imperial-researchers-model-likely-impact/; https://www.heraldscotland.com/news/18425661.boris-johnson-mass-produced-vaccine-will-create-impregnable-shield-defeat-coronavirus/ (3) https://www.nachdenkseiten.de/?p=66244&pdf=66244; https://www.rubikon.news/artikel/historisches-wissenschaftsversagen (4) "U.K. Government Appoints Next Chief Scientific Adviser", Scientific American, 9.11.2017, https://www.scientificamerican.com/article/u-k-government-appoints-next-chief-scientific-adviser/ (5) „Appointment of Dr Patrick Vallance as government Chief Scientific Adviser". Cabinet Office. 8.11.2017, https://www.gov.uk/government/news/appointment-of-dr-patrick-vallance-as-government-chief-scientific-adviser; "Patrick Vallance, President, R&D, GSK to become UK Government's Chief Scientific Adviser". GlaxoSmithKline. 8.11.2017, https://www.gsk.com/en-gb/media/press-releases/patrick-vallance-president-rd-gsk-to-become-uk-governments-chief-scientific-adviser/ (6) „Funding and manufacturing boost for UK vaccine programme Government of the United Kingdom“, Presseerklärung vom 17.5.2020, https://www.gov.uk/government/news/funding-and-manufacturing-boost-for-uk-vaccine-programme. (7) „Whitty, Prof. Christopher John Macrae". Who's Who. 1.12.2018. doi:10.1093/ww/9780199540884.013.U250932, https://www.ukwhoswho.com/view/10.1093/ww/9780199540884.001.0001/ww-9780199540884-e-250932 (8) „Einschränkungen: Großbritannien erlässt allgemeine Ausgangsbeschränkungen“, zeit.de. 23.3.2020, https://www.zeit.de/news/2020-03/23/grossbritannien-erlaesst-allgemeine-ausgangsbeschraenkungen. (9) tagesschau.de: „Corona-Krise: Großbritannien verlängert Maßnahmen“, https://www.tagesschau.de/ausland/grossbritannien-massnahmen-101.html; „Coronavirus: UK lockdown extended for 'at least' three weeks“, bbc.com. 16.4.2020, https://www.bbc.com/news/uk-52313715 (10) "Exclusive: Government scientist Neil Ferguson resigns after breaking lockdown rules to meet his married lover". The Telegraph, 5.5.2020, https://www.telegraph.co.uk/news/2020/05/05/exclusive-government-scientist-neil-ferguson-resigns-breaking/; "Top government adviser quits after breaking lockdown with his mistress". The Times, 6.5.2020, No. 73152. p. 1; "Coronavirus: Prof Neil Ferguson quits government role after 'undermining' lockdown", BBC News. 6.5.2020, https://www.bbc.com/news/uk-politics-52553229; "UK coronavirus adviser resigns after reports his lover visited during lockdown", CNN, 6.5.2020, https://edition.cnn.com/2020/05/05/uk/neil-ferguson-imperial-coronavirus-sage-gbr-intl/index.html (11) „Professor Neil Ferguson: People don’t agree with lockdown and try to undermine the scientists“, The Times of London, 25.12.2020, https://www.thetimes.co.uk/article/people-don-t-agree-with-lockdown-and-try-to-undermine-the-scientists-gnms7mp98. (12) ndr.de/nachrichten/info, ab Min. 16:42, https://www.ndr.de/nachrichten/info/16-Wir-brauchen-Abkuerzungen-bei-der-Impfstoffzulassung,audio655164.html (13) https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/03/30/systematische-panikmache-zur-tatsaechlichen-und-statistisch-erzeugten-gefaehrlichkeit-des-corona-virus/; mdr.de, 2. 10. 2020, https://www.mdr.de/nachrichten/panorama/interview-klaus-rabe-corona-wieviele-infizierte-krank-100.html (14) Siehe H. Wiesendanger: „Aufklärer vom Panikvirus infiziert - Selbst Harald Lesch streut jetzt Fake News“, https://www.stiftung-auswege.de/images/downloads/auswege-newsl65.pdf, PDF S. 24-27. (15) Nach „Our World of Data“ (OWID), der hochwertigen Online-Datenbank einer Forschergruppe der Universität Oxford, https://ourworldindata.org/coronavirus/country/ (16) http://inproportion2.talkigy.com/collateral_judgement.html; s.KLARTEXT „Seltsam übersterblich - Wie Großbritannien zu seiner Covid-19-Opferstatistik kam“. https://www.klartext-online.info/post/seltsam-%C3%BCbersterblich (17) Joseph Friedman u.a.: „Predictive performance of international COVID-19 mortality forecasting models“, 19.11.2020, https://doi.org/10.1101/2020.07.13.20151233. (18) Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE), SPI-M-O: „Long term winter scenarios preparatory working analysis“, 31.10.2020, https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/938967/201031_SPI-M_preparatory_analysis_long_term_scenarios.pdf. (19) Neil Ferguson auf Twitter am 22.3.2020, zit. bei https://lockdownsceptics.org/the-imperial-model-and-its-role-in-the-uks-pandemic-response/#_blank (20) Siehe H. Wiesendanger: „Ausgerechnet Zahlen aus dem Robert-Koch-Institut belegen: Dieser Lockdown ist eine sinnlose Zumutung“ und „Wir werden getäuscht. Robert-Koch-Institut verbreitet weiterhin Fake News – und keiner widerspricht“ in Auswege Infos Nr. 66 / Mai 2020, https://www.stiftung-auswege.de/images/downloads/auswege-newsl66.pdf (21) https://www.bbc.co.uk/programmes/m000mt0h, ab Min. 6:15. (22) https://economictimes.indiatimes.com/industry/healthcare/biotech/healthcare/did-who-experts-fuel-swine-flu-scare/articleshow/5439232.cms?utm_source=contentofinterest&utm_medium=text&utm_campaign=cppst; http://www.digitaljournal.com/article/285670 (23) Andrew Scheuber, Chinese President sees UK-China academic partnerships at Imperial, Imperial College London, Oct. 21, 2015, https://www.imperial.ac.uk/news/168497/chinese-president-sees-uk-china-academic-partnerships/ (24) Zit. nach A. Scheuber, a.a.O. (25) (25) „Social Sciences and Management Ranking“, www.topuniversities.com. Abgerufen am 13.3.2020. (26) David Lee: „World Economic Forum Establishes “A.I. Council” Co-chaired by Chinese AI Expert Kai-Fu Lee“, Pandaily, 24.1.2019, https://pandaily.com/world-economic-forum-establishes-artificial-intelligence-council/; Imperial College London, „China and Imperial“, https://web.archive.org/web/20201231155935/https://www.imperial.ac.uk/about/introducing-imperial/global-imperial/east-asia/china/. (27) https://apps.who.int/whocc/Detail.aspx?FJdjEEdrcMNfOU4d+dseSg==, abgerufen am 11.3.2021 (28) Stand 2020; https://en.wikipedia.org/wiki/Wellcome_Trust#cite_note-endowment-4, abgerufen am 10.3.2021.) (29) Aus dem ARTE-Dokumentarfilm „Profiteure der Angst“ (2009), https://www.youtube.com/results?search_query=profiteure+der+angst+arte+doku; s. auch https://www.radio-utopie.de/2009/08/05/profitables-doppelspiel-mit-der-ah1n1-pandemie/ (30) Nach Christian Kreiß, „Nachdenkseiten“ vom 28.10.2020, https://www.nachdenkseiten.de/?p=66244 (31) Neil M. Ferguson, Steven Riley u.a.: „Report 11 — Evidence of initial success for China exiting COVID-19 social distancing policy after achieving containment“, Imperial College COVID-19 Response Team, 24.3.2020, https://www.imperial.ac.uk/mrc-global-infectious-disease-analysis/covid-19/report-11-china-exiting-social-distancing/. (32) Nach Daily Telegraph, 10.6.2020, S. 1: „Lightning a bigger risk to pupils than Covid“, https://www.pressreader.com/uk/the-daily-telegraph/20200610/281522228322629; https://www.dailymail.co.uk/news/article-8404537/School-children-15-higher-risk-struck-LIGHTNING-dying-coronavirus.html; https://www.mirror.co.uk/news/uk-news/kids-more-likely-struck-lightning-22166411 (33) https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/grossbritannien-corona-variante-b-1-1-7-ist-laut-studie-toedlicher-als-das-urspruengliche-virus-a-faaf0a90-0f3c-48f0-8aaa-24de76a764f1; https://www.welt.de/wissenschaft/article228029951/Britische-Mutante-B-1-1-7-ist-laut-Studie-zu-64-Prozent-toedlicher.html

  • Aufstand der Neandertaler

    Sie haben die Nase voll: In den USA heben immer mehr Bundesstaaten sämtliche Corona-Einschränkungen auf. Die Missbilligung durch ihren frischgewählten Präsidenten Joe Biden („Neandertaler-Denken“), die fortgesetzten Warnungen seines medizinischen Chefberaters Anthony Fauci, ein Sturm der Entrüstung in US-Leitmedien: All das lässt widerspenstige Gouverneure kalt. Lauter Covidioten, die sich tödlichen „Öffnungsorgien“ hingeben? Sie blieb stur, von Anfang an. Seit das neue Coronavirus auch in den Vereinigten Staaten um sich griff, weigerte sich die Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, hartnäckig, die gesamte Bevölkerung ihres Bundesstaats wegzusperren, nach dem totalitären Vorbild der Volksrepublik China. Seuchenschutz wollte sie ausschließlich auf dem Boden der amerikanischen Verfassung betreiben. Und so blieben Schulen und Betriebe geöffnet, Läden und Restaurants ebenfalls. Dass Maskenzwang und Social Distancing die Verbreitung von SARS-CoV-2 verhindern, bezweifelte Noem immer schon. Als dreifache Mutter ermutigte sie Eltern, ihre Kinder trotz Pandemie weiterhin zur Schule zu schicken. (1) Um die Wirtschaft ihres Bundesstaats während des Corona-Rezession anzukurbeln, förderte sie den einheimischen Tourismus mit mehreren Millionen Dollar. (2) Zu keiner Zeit galten in South Dakota Reisebeschränkungen. Über „wissenschaftliche Empfehlungen“ von sogenannten „Experten“ äußerte sich die standhafte Gouverneurin wiederholt skeptisch. (3) Stattdessen setzte South Dakota auf die Eigenverantwortung mündiger Bürger. „Wir versetzen sie in die Lage, die beste Entscheidung für sich selbst, ihre Familie und ihr Unternehmen zu treffen“, erklärte die Gesundheitsministerin des Bundesstaats, Kim Malsam-Rysdon, “indem wir sie mit rechtzeitigen und genauen Gesundheitsinformationen versorgen, sobald diese verfügbar sind". (4) Für all dies musste die Gouverneurin, seit Januar 2019 im Amt, reichlich Kritik einstecken. Dass unter Trump das Corona-Virus „nach wie vor verharmlost“ werde, habe in den USA „dramatische Folgen“, sorgte sich die Deutsche Welle. „Selbst in einer dünn besiedelten Region wie South Dakota“ sei es „außer Kontrolle“. Im Spätherbst habe „die Todesrate in South Dakota den weltweit höchsten Wert erreicht“, meldeten NBC News. Polemische Breitseiten feuerten aggressive Social-Media-User ab. Ein anscheinend sorgsam orchestrierter, teilweise vulgärer Shitstorm brach über Kristi Noem herein. Der amerikanische Anwalt Michael P. Senger vermutet dahinter Pekings Troll-Armee am Werk. Ab April 2020 wurde Noems Twitter-Account mit Posts geflutet, die ihre „Verantwortungslosigkeit“ anprangerten. „Du bist ein rücksichtsloser Idiot", so heißt es da beispielsweise, „ein verdammter Dummkopf", eine "blöde Person", eine "ignorante Schlampe". "Ordne Stay-at-Home an! Sonst wird ihr Blut an deinen Händen kleben.“ "Wie viele Menschen werden wegen deiner Dummheit, Nachlässigkeit, Ignoranz, mutwilliger Blindheit sterben?" "Wie viele deiner Bürger wirst du noch ERMORDEN, um die Liebe von Trump & Co. zu gewinnen?" (5) Doch Kristi Noem ließ sich nicht beirren. Auch steigende Infektionszahlen versetzten sie nicht in Panik: Wer mehr teste, bekomme halt mehr Fälle. (6) Am Ende sah sich Kristi Noem bestätigt. Alles in allem komme South Dakota besser aus der Pandemie als nahezu jeder andere Bundesstaat, so zog sie am 2. Februar 2021 in einem TV-Interview Bilanz. (7) „Nicht Covid hat die Wirtschaft zerstört, sondern die Regierung!“ „Kürzlich besuchte ich South Dakota, zum ersten Mal in meinem Leben“, berichtete ein Twitter-User im August 2020, „und zwar wegen Kristi Noems Haltung. Es ist ein magischer Ort voller Männer und Frauen, die zutiefst an das Amerika glauben, das es gab, und die neuen Narrative ablehnen, mit denen wir zwangsgefüttert werden. Ich würde sofort dorthin ziehen, wenn ich könnte.“ Anwalt Senger kommentierte: „Auch ich würde gerne dorthin. Ich denke, an einem Ort wie South Dakota funktioniert Online-Propaganda nicht. Man braucht nur ein paar örtliche Restaurants zu besuchen und mit den Leuten dort zu sprechen. Man erkennt sofort, dass hier wirklich niemand eine Sperre will. Problem gelöst.“ „Nicht Covid hat die Wirtschaft zerstört, sondern die Regierung!“, erklärte Kristi Noem am 27. Februar 2021 in einer Rede bei der Conservative Political Action Conference (CPAC), einer alljährlichen Konferenz mit konservativen Aktivisten und Volksvertretern aus den ganzen USA. „Fauci hatte mir prophezeit, dass ich über 10.000 Menschen an einem Tag im Krankenhaus haben werde, wenn ich keinen Lockdown mache. An unserem schlimmsten Tag hatten wir knapp über 600! Ich weiß ja nicht, ob Sie mit mir übereinstimmen, aber Fauci hat sehr oft falsch gelegen!" (8) Anders verfuhr North Dakota. Dort galten strikte Maßnahmen, spätestens in der sogenannten „zweiten Welle“. Seit 13. November herrscht Maskenzwang. Geschäfte mussten schließen. Für Bars und Restaurants galten fortan Kapazitätsgrenzen. Was nützte es? Die Infektionsraten entwickelten sich in den beiden Nachbarstaaten North und South Dakota nahezu deckungsgleich, sowohl im Zeitverlauf als auch in absoluten Zahlen. Im Norden lagen sie sogar etwas höher. Im November 2020 registrierte ausgerechnet North Dakota die höchste Inzidenz weltweit. Mitte März 2021 meldete North Dakota unter allen 50 US-Bundesstaaten die höchste Fallzahl, nämlich weit über 13.000 pro 100.000 Einwohner. (9) Bei den Todesraten herrschte nahezu Gleichstand. Mitte März lag die Infektionssterblichkeit (IFR) – der Anteil derer, die pro 100.000 Einwohner eine Ansteckung nicht überleben – in North Dakota bei 0,17 %, in South Dakota bei 0,18 %. (10) Bei 758.000 Einwohnern registrierte North Dakota ab Pandemiebeginn bis 14. März 1488 Todesfälle; im selben Zeitraum verstarben in South Dakota von 865.000 Einwohnern 1909. (11) Dieser Unterschied ist zumindest eines nicht: hochsignifikant. War er es wert, North Dakota nach Xi-Jinping-Rezept zu drangsalieren? Einen Tag nach ihrer aufsehenerregenden Ansprache trat die Gouverneurin gemeinsam mit Anthony Fauci im CBS-Programm „Face the Nation“ auf, einer wöchentlichen Nachrichtensendung, die im Schnitt 3,5 Millionen US-Bürger erreicht. Noems Rede bezeichnete der medizinische Chefberater des Weißen Hauses als „unglücklich“ und „wenig hilfreich“. Manchmal glaube man richtig zu liegen, aber dann sehe man die Zahlen. Die Zahlen würden nicht lügen. Er sei sicher, dass man auch stehenden Applaus hätte bekommen können, wenn man sagte, dass man sich geirrt habe. (12) Dann trat Kristi Noem auf. Von der Moderatorin Margaret Brennan auf South Dakotas angeblich hohe Sterbezahlen angesprochen, erwiderte sie, dass lockdownfreudige Bundesstaaten wie New York und Kalifornien keine niedrigeren Todesraten aufweisen. Sie ziehe es vor, den Bürgern die freie Entscheidung zu überlassen. Die Moderatorin hakte nach: Wie könne Noem als Konservative eine Politik verfolgen, die wenig Rücksicht auf Leben nehme? Das müsse man eher die anderen Gouverneure fragen, so konterte Noem. Im übrigen müsse man die Kosten für die Wirtschaft mitberücksichtigen. (13) Zumindest in Sioux Falls, mit 175.000 Einwohnern die größte Stadt in South Dakota, galt die Maskenpflicht noch zwei Wochen länger als anderswo. Doch am 12. März entschied der Stadtrat, sie auch dort nicht mehr zu verlängern. Ausschlaggebend war der aufsehenerregende Fall eines neunjährigen Mädchens, das Opfer üblen Mobbings geworden war, weil sie keinen Gesichtslappen trug. „Erst nannten sie mich ein Arschloch und sagten, meine Eltern kümmern sich nicht um mich“, erzählte es Reportern. „Dann beschimpften sie mich als dumm und blöd. Meine Schulbibliothekarin lässt mich nicht in der Bücherei sitzen, während andere, die eine Maske haben, reindürfen.“ Wegen Corona habe sie viele Freunde verloren. „Mit diesem Maskenmandat“, so sagte die Mutter, „fühlen sich die Leute berechtigt, sich für etwas Besseres zu halten als andere Menschen, auf uns herabzusehen und uns zu schikanieren – bloß weil wir eine andere Entscheidung getroffen haben, indem wir uns einfach um die geistige und körperliche Gesundheit unserer Familie kümmern". (14) Neue Hoffnung und Freiheit in Georgia Ähnlich wie Kristi Noem erging es Brian Kemp aus Georgia, der als erster Gouverneur den Lockdown eines US-Bundesstaates beendet hatte. Bereits seit dem 24. April 2020 dürfen dort Friseure, Tattoostudios, Bowlingbahnen und Massagesalons – mit Auflagen – wieder Kunden bedienen. Seit dem 27. April auch Restaurants. Und das, obwohl die regionalen Fallzahlen zu jenem Zeitpunkt ihren Höhepunkt gerade erst erreicht hatten. Im Juli 2020 verbot der Gouverneur seinen Bürgermeistern sogar, in ihren Kommunen eine Maskenpflicht einzuführen. Ein Sturm der Entrüstung fegte daraufhin durch Amerikas Medienlandschaft. „Georgias Experiment opfert Menschenleben“, schrieb The Atlantic; der ganze Bundesstaat werde sich in eine riesige Leichenhalle verwandeln. Die befürchtete Apokalypse ist trotzdem ausgeblieben. Bei den Todesfällen pro Kopf liegt Georgia unter dem nationalen Durchschnitt. Die Sterberate ist in den zwei Monaten nach der Wiedereröffnung sogar gesunken, stieg im August wieder an und liegt nun auf dem durchschnittlichen Niveau von 2014 bis 2019. Drei Viertel der sogenannten Covid-19-Opfer sind 65 Jahre oder älter, nur 3 % unter 40 Jahren. Ein Drittel starb in Pflegeheimen. Das Durchschnittsalter der Todesfälle liegt bei 74 Jahren. Bei fünf von sieben betroffenen Kindern lagen schwere Komorbiditäten vor. „Mit anderen Worten, alles ganz typisch für dieses Virus. Weder die Abriegelung noch die Öffnung wirkten sich in die eine oder andere Richtung aus, was eine ernsthafte Rüge für all die Staaten darstellt, die sich einbildeten, ihre Quarantänen, Schließungen und Ausgangssperren könnten ein Virus irgendwie einschüchtern. Auch widerlegt es die hysterischen Vorhersagen der Medien“, so kommentierte Jeffrey A. Tucker, Direktor des American Institute for Economic Research, Ende 2020 nach einer dreitägigen Studienreise durch Georgia. „In jeder Hinsicht hat Georgia allen Katastrophenprognosen getrotzt. Es ist nie passiert.“ Währenddessen „brummt die Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,7 % deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Ein Anstieg im November 2020 ist auf eine Rekordzahl von Menschen zurückzuführen, die wieder in den Arbeitsmarkt drängten. Die Zahl der Arbeitskräfte in Georgia liegt derzeit bei einem Rekordhoch von 5,17 Millionen. All die Unternehmen, die sich in den letzten 10 Jahren in Atlanta angesiedelt haben, können sich bestätigt fühlen - sie haben die richtige Wahl getroffen.“ Hoffnung und Freiheit, die „alte Normalität“ kehrte zurück. „Drei Tage in Georgia zu verbringen, war eine glorreiche Erinnerung an das gute Leben. Die Restaurants und Bars sind voll, die Menschen gehen einkaufen und verbringen Zeit miteinander, überall gibt es Händeschütteln und Umarmungen. Die Kinos sind geöffnet. Die Bürogebäude sind wieder voll besetzt. Man kann sogar zu einem Festtagskonzert in der Symphoniehalle gehen. Die Ferien sind nicht ausgefallen“, so berichtet Tucker. „Am bemerkenswertesten ist die Abwesenheit der reumütigen Verzweiflung, die man an jedem öffentlichen Ort im abgeriegelten Nordosten beobachten kann. Dort sind die Menschen immer noch in grimmige Lumpen mit Gesichtsschutz gekleidet, brüllen sich gegenseitig an, sich zu maskieren, oder verstecken sich zu Hause in Angst vor etwas, das sie nicht sehen können. Traurigkeit ist an solchen Orten überall zu sehen.“ „Hier sieht man tatsächliches Glück“ „In Georgia sieht man tatsächliches Glück: Lächeln auf den Gesichtern und leichte Gespräche über etwas anderes als das Virus. Das Aussehen und die Atmosphäre des Ortes, mit geschäftigen Einkaufsvierteln und Urlaubsfreude überall, hat mich absolut überrascht. Allein die Tatsache, dass ich mich ein paar Tage in dieser Umgebung aufhielt, hob meine eigene Stimmung ins Unermessliche.“ „Während meines Besuchs in Georgia empfand ich unbeschreibliche Freude, als ich wie ein normaler Mensch an einer Bar saß. Ich fragte die Barkeeperin, wie es für sie sei, zu arbeiten und nicht eingesperrt zu sein. Daraufhin hielt sie einen eloquenten Monolog über den Wert der Arbeit. Sie erklärte, dass sie zuvor nicht verstanden habe, wie wichtig es ist, in einer Arbeitsumgebung für andere wertvoll zu sein. Sie liebt ihre Kunden und es erfüllt ihr Herz mit Freude, sie zu bedienen. All die Monate der Schließung - ihre Bar öffnete vorsichtiger als die meisten anderen - hatten sie fast zur Verzweiflung getrieben.“ „Mein Gespräch mit ihr war ähnlich wie so viele andere in zwei Städten in Georgia. Die Menschen sind dankbar, in einem Staat zu leben, in dem Freiheit eine Rolle spielt, in dem man seinen Lebensunterhalt verdienen kann, in dem man selbst entscheiden kann, welches Risiko man eingehen will, in dem die Regierung die Rechte und die Intelligenz der Menschen mehr oder weniger respektiert. Und wenn Sie daran zweifeln, dass dies der richtige Weg ist: Die Beweise dafür sind da, für jeden, der bereit ist, hinzuschauen.“ „Die ‚Gesundheitsbeamten‘ und Medienkläffer haben alle gewarnt, dass Georgia ein Selbstmordkommando sei, als es im April 2020 eröffnet wurde. Jetzt sehen wir das Gegenteil, einen Staat, der mit Leben und Optimismus erfüllt ist. Der Gouverneur trotzte nicht nur den Medien und den lockdownfreudigen Intellektuellen, sondern sogar dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Georgia steht nun als ein wunderschönes Ausstellungsstück dafür, was passiert, wenn die Regierung es ablehnt, Menschen im Namen der Viruskontrolle zu foltern.“ In Florida scheint wieder die Sonne Anders als Kalifornien, das ein besonders strenges Hygieneregime durchsetzte, entschied sich Florida frühzeitig für einen „schwedischen“ Weg. Schon von der ersten Maiwoche 2020 begann sich der Sunshine State Schritt für Schritt wieder zu „öffnen“; vom Juni an ließ Gouverneur Ron DeSantis jegliche geschäftlichen Tätigkeiten wieder zu, wenn auch mit Auflagen. Im August nach den Sommerferien öffneten alle Schulen Floridas wieder, an fünf Tagen boten sie vollen Unterricht – ungeachtet einer Klage der größten Lehrergewerkschaft. Für Kinder bestehe ein äußerst geringes Risiko, erklärte DeSantis. Am 28. September 2020 hob Florida so gut wie alle Restriktionen auf. Bars, Kinos, Freizeitparks wie Disneyland, ja sogar Stripclubs — alles offen, weitgehend ohne Kapazitätseinschränkungen, bei Beachtung von eher geringfügigen Hygieneregeln. Selbst Großveranstaltungen waren wieder erlaubt. Twitter- und YouTube-Videos aus Miami, St. Petersburg und Disneyworld zeigen Abertausende von Menschen, die in der Silvesternacht dicht an dicht, unmaskiert und ausgelassen das Neue Jahr willkommen heißen. (15) Brach über den Bundesstaat daraufhin die Apokalypse herein? Weder die Neuinfektionen noch die Hospitalisationen noch die Covid-Opfer nahmen seither überdurchschnittlich zu; bei allen Parametern liegt Florida im US-Mittelfeld. Im Vergleich zu Kalifornien schnitt es erheblich besser ab. Mitte März 2021 verzeichnete Kalifornien die mit Abstand höchste Fallzahl aller US-Bundesstaaten: über 3,6 Millionen (16) – womit seine eigens aufgebaute „Kontaktverfolgungs-Armee“ von 20.000 Freiwilligen wenigstens reichlich zu tun bekam. 9,2 % der kalifornischen Bevölkerung waren bis dahin positiv getestet worden; in Florida waren es 9,5 %. Lohnte sich in Sacramento, in San Francisco, in Los Angeles für diese Differenz ein monatelanger, hochdestruktiver Hygieneterror – zumal bei weit über 90 % aller Menschen, die ein nie validierter PCR-Test zum „Fall“ stempelt, von einer ernsten Erkrankung keine Rede sein kann? Steigende Fallzahlen führte Gouverneur DeSantis wiederholt auf häufigere Tests zurück. Keinesfalls werde er wieder „schließen“. (17) Auch weigerte er sich, das Maskentragen verpflichtend zu machen. (18) Vielmehr untersagte er lokalen Behörden, Maskenzwang anzuordnen. (19) Zwischenzeitliche Einschränkungen – etwa das Sperren von Stränden oder ein Versammlungsverbot für mehr als 50 Personen (20) – galten in Florida nur örtlich begrenzt und eng befristet. Am 25. September 2020 hob DeSantis alle staatlichen Beschränkungen für die Wirtschaft zur COVID-19-Eindämmung auf. Dies betraf vor allem Kneipen und Restaurants, die nun wieder mit voller Kapazität öffnen konnten. Gleichzeitig untersagte er es lokalen Behörden, Bußgelder für das Nichttragen von Masken zu verhängen. Zur Begründung hieß es, dass die Hospitalisierungen von Corona-Patienten, seit sie ihren Höhepunkt erreicht hatten, um 76 % zurückgegangen seien. Es gebe keine Anzeichen für eine zweite Welle, und selbst wenn eine käme, seien die Krankenhäuser vorbereitet. (21) „Hier in Florida ist praktisch alles auf“, so schrieb mir ein Einheimischer Mitte März, nachdem er meinen Artikel im Web entdeckt hatte. „Und die Zahlen fallen trotzdem. Auch wenn erst wenige geimpft sind. Händeringend fordern Dr. Fauci und die neue Administration, Restaurants usw. zu schließen. (…) Zur Zeit ist hier Springbreak, Frühjahrsferien. Hundertausende Jugendliche tummeln sich an den Stränden.“ „Letztlich haben alle haben auf unterschiedliche Weise dasselbe erreicht“, so kommentiert ein Twitter-User die nachfolgende Vergleichsgrafik für drei US-Bundesstaaten. „Einige hielten Schulen offen und einige schlossen sie. Einige hielten Geschäfte offen und einige schlossen sie. Manche brauchten Masken und manche nicht. (…) Der Unterschied besteht darin, ob man sich entschieden, zu den Kosten auch noch wirtschaftliche und soziale Verwüstung hinzuzufügen.“ (22) Schon im Mai 2020 hatte eine Studie der US-Bank J.P. Morgan machgewiesen, dass in vielen US-Bundesstaaten – darunter Alabama, Wisconsin, Colorado, Iowa, Wyoming und Mississippi – die ominöse Reproduktionsrate R abnahm, nachdem die Frühjahr-Lockdowns aufgehoben wurden. Die Autoren schlossen daraus, dass das Virus "wahrscheinlich seine eigene Dynamik hat", die "nichts mit den oft inkonsistenten Abriegelungsmaßnahmen zu tun hat". (23) Weitere Gouverneure werden zu bekennenden „Neandertalern“ Am 3. März 2021 kündigte Texas an, sämtliche Corona-Maßnahmen aufzuheben. (24) Die Zeit für Einschränkungen sei vorbei, verkündete der republikanische Gouverneur Greg Abbott. Die Maskenpflicht hob er ebenso auf wie Kapazitätsgrenzen für Restaurants und andere Unternehmen. "Das muss ein Ende haben. Jetzt ist die Zeit, Texas hundertprozentig zu öffnen. Jeder, der arbeiten möchte, sollte diese Möglichkeit haben. Jedes Geschäft, das geöffnet sein möchte, sollte geöffnet sein. Ich beende die Maskenpflicht im gesamten Bundesstaat." Dem widersetzte sich der Bürgermeister von Austin, Steve Adler. In seiner Stadt werde er die Maskenpflicht beibehalten. (25) Der Attorney General von Texas reichte dagegen umgehend Klage ein. (26) Abbotts bemerkenswerte Fernsehansprache verfolgte US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus live mit. Ein Kamerateam filmte ihn dabei. Durch eine akkurat sitzende schwarze Mund-Nasen-Bedeckung hindurch hörte man ihn murmeln: „Bedenklich, bedenklich, bedenklich … Ich denke, das ist ein großer Fehler … Das Allerletzte, was wir brauchen, ist diese Neandertaler-Denkweise, dass in der Zwischenzeit alles in Ordnung ist und man die Maske abnehmen könne. Vergessen Sie es. Sie ist immer noch wichtig.“ Wer brieft eigentlich diesen Mann – und enthält ihm dabei penetrant vor, dass Schweden durchaus nicht im Neandertal liegt? Es sei „sehr wichtig, auf die Wissenschaftler zu hören“, erklärte Biden. Er wisse, dass die Reporter dies wüssten; er wünsche, dass alle gewählten Amtsträger ähnlich klug seien. (27) Seither ahnt Amerika, bei welchen Wissenschaftlern Biden lieber weghört. In einem Interview auf Fox News konterte der Gescholtene prompt: Die Aufhebung der Maskenpflicht mache keinen großen Unterschied mehr, da Texaner gelernt hätten, sich verantwortungsbewusst zu verhalten. (28) Noch am selben Tag folgte Mississippi dem texanischen Beispiel. Ohne Stufenplan. Ohne Tests. Ohne Bedingungen. Da man nun Impfstoffe habe, ende die Zeit, wo die Regierung den Bürgern erzähle, was sie tun oder lassen sollten, so verkündete Gouverneur Tate Reeves. (29) Einen Tag später, am 4. März, kündigte der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine an: Er werde alle Corona-Maßnahmen aufheben, sobald die Fallzahlen über zwei Wochen auf höchstens fünfzig neue „Fälle“ je hunderttausend Einwohner fallen. (30) Am 5. März gab der Kongress von Utah, bis dahin ähnlich paralytisch wie der Deutsche Bundestag, ein unverhofftes Lebenszeichen von sich. Es schränkte die Rechte des Gouverneurs in einem Notstand ein und beschloss, die Maskenpflicht zu beenden. Der frischgewählte Amtsinhaber, Spencer Cox, drückte Zustimmung aus. Durch die zunehmenden Impfungen würden derartige Regelungen überflüssig werden, selbst wenn man noch nicht alle Bürger impfen könne. (31) Eine Woche später, am 11. März, einigte sich Cox mit dem Kongress von Utah darauf, dass die Maskenpflicht zum 10. April ausläuft. (32) Bei einer anschließenden Pressekonferenz forderte Cox die Bürger auf, sich danach „nicht wie Narren“ zu verhalten. (33) Wyoming folgte am 8. März. Gouverneur Mark Gordon teilte mit, in der darauffolgenden Woche werde die Maskenpflicht aufgehoben. Kneipen, Restaurants, Kinos und Sportstudios würden ab den 16. März wieder zum normalen Betrieb ohne Kapazitätsgrenzen zurückkehren. (34) Was Merkel und Söder wohl als „Öffnungsorgien“ bezeichnen würden, liegt in den USA voll im demoskopischen Trend. Nach einer von CNN Anfang März durchgeführten Umfrage glauben inzwischen 77 % der US-Amerikaner, das Schlimmste der Pandemie sei überwunden – auch wenn 30 % davon ausgehen, dass die negativen Auswirkungen noch längere Zeit anhalten werden. (35) Trotzdem kündigte Präsident Biden am 11. März an, landesweit könnten Einschränkungen wieder eingeführt werden, falls sich nicht alle Amerikaner an das Maskengebot halten. Floridas Gouverneur DeSantis konterte: Er finde es verrückt, mögliche erneute Corona-Repressionen auch nur zu erwägen. Florida werde einen Lockdown keinesfalls mehr mitmachen. (36) Inzwischen steht fest, dass die Sterberate in den Vereinigten Staaten im Pandemiejahr 2020 nicht einmal ein Zehntel Prozent vom Niveau der drei Vorjahre abweicht. Seit 2017 liegt sie konstant bei 0,9 %. (37) „Seid keine Feiglinge!“ Ihren eigenen Beitrag, um die Krise zu beenden, hat unterdessen die US-Country-Ikone Dolly Parton geleistet. Auf Twitter teilte sie ein vierminütiges Video, das sie bei einem Termin in einer Klinik in Tennessee zeigt. (38) Dort ließ sich die 75-Jährige am 2. März mit dem mRNA-Impfstoff von Moderna impfen, dessen Entwicklung sie mit einer Spende von einer Million US-Dollar unterstützt hatte. Sie sei „total begeistert“. Bestens gelaunt forderte sie ihre Fans auf, es ihr gleichzutun: "Ein Pieks in den Arm und schon sind wir ein Stück näher an der Normalität, was auch immer das ist", schwärmte die wie auch immer abnormal vollbusige Parton. Dazu performte sie ihren größten Hit "Jolene" mit leicht verändertem Text: "Vaccine. I'm begging of you please don't hesitate!" ("Impfstoff. Ich flehe euch an, zögert nicht!") (39) "Alle Feiglinge sollten sich ein Herz fassen und sich spritzen lassen." Na denn, auf zur Mutprobe! Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) "Governor pushes schools to remain open, disparages masks", AP News 28.7.2020, https://apnews.com/article/sioux-falls-school-boards-south-dakota-kristi-noem-virus-outbreak-faedb1d1cb9faf7ac2046391466f461a (2) "South Dakota governor uses coronavirus relief funds for $5 million tourism ad despite COVID surge", https://www.cbsnews.com/news/kristi-noem-south-dakota-coronavirus-relief-funds-tourism/ (3) "Noem says South Dakota is doing 'good' as virus surges", AP News 22.10.2020, https://apnews.com/article/virus-outbreak-health-south-dakota-f967a1a56b798f43ae0d2be971b27b39; https://web.archive.org/web/20201116193231/https:/apnews.com/article/virus-outbreak-health-south-dakota-f967a1a56b798f43ae0d2be971b27b39. (4) Zit. nach https://www.nbcnews.com/health/health-news/north-dakota-south-dakota-set-global-covid-records-how-did-n1257004 (5) https://twitter.com/MichaelPSenger/status/1292880368987709447; https://www.tabletmag.com/sections/news/articles/china-covid-lockdown-propaganda; https://laptrinhx.com/researcher-suggests-deliberate-chinese-propaganda-campaign-forced-world-into-lockdown-117462256/ (6) "Noem blames surge in cases on testing as hospitals fill", AP News 13.10.2020, https://apnews.com/article/virus-outbreak-health-sioux-falls-south-dakota-5d28c62f4b7c7cb51e764f3ecb4e1cb5; https://web.archive.org/web/20201116193330/https:/apnews.com/article/virus-outbreak-health-sioux-falls-south-dakota-5d28c62f4b7c7cb51e764f3ecb4e1cb5 (7) Erin Snodgrass: „South Dakota Governor says COVID-19 response better than 'virtually every other state,' despite having overall second-highest rate of cases“, Business Insider 3.2.2021, https://www.businessinsider.com/south-dakota-governor-virus-response-better-than-every-other-state-despite-conflicting-numbers-2021-2?amp. (8) https://www.youtube.com/watch?v=bcBrfyFuIEw&feature=youtu.be; "Kristi Noem CPAC 2021 Speech Transcript", https://www.rev.com/blog/transcripts/kristi-noem-cpac-2021-speech-transcript (9) https://www.statista.com/statistics/1109004/coronavirus-covid19-cases-rate-us-americans-by-state/, abgerufen am 13.3.2021. (10) Nach https://www.nytimes.com/interactive/2020/us/north-dakota-coronavirus-cases.html, abgerufen am 14.3.2021. (11) https://www.nytimes.com/interactive/2020/us/north-dakota-coronavirus-cases.html, abgerufen am 14.3.2021. (12) Quint Forgey: „Fauci on CPAC speech: ‘I'm sure that you can get a standing ovation by saying I'm wrong’“, Politico 28.2.2021, https://www.politico.com/amp/news/2021/02/28/fauci-covid-noem-cpac-471858 (13) Transcript: Governor Kristi Noem on "Face the Nation", CBS News 28.2.2021, https://www.cbsnews.com/amp/news/transcript-gov-kristi-noem-on-face-the-nation-february-28-2021/ (14) Gustaf Kilander: „South Dakota city drops mask mandate after 9-year-old girl said she was ‘bullied’ at school“, The Independent vom 12.3.2021, https://www.independent.co.uk/news/world/americas/south-dakota-mask-mandate-b1816442.html?amp (15) https://twitter.com/i/status/1345092863089061890; https://twitter.com/i/status/1345083105875472384; https://www.youtube.com/watch?v=gmW5Ledweqo; https://www.youtube.com/watch?v=lkETxG2LgvM (16) Nach https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1106292/umfrage/fallzahl-des-cornavirus-covid-19-in-den-usa-nach-bundesstaat/, abgerufen am 14.3.2021. (17) Emma Newburger, Florida and Texas report record surge of new coronavirus cases over Fourth of July weekend, CNBC vom 4. Juli 2020. (18) Emma Newburger, Florida reports more than 15,000 new coronavirus cases, shattering record, CNBC vom 12. Juli 2020; Eliott C. McLaughlin/Christina Maxouris, Florida reports more than 12,000 new Covid-19 cases, again, as governor declines to mandate masks, CNN vom 19.7.2020. (19) James Crump, Florida governor accused of ‘killing spree’ after extending ban on cities from imposing own mask mandates, The Independent vom 27.11.2020. (20) Vandana Rambaran, Coronavirus spike forces Miami to close beaches for July 4 weekend, Fox News vom 27. Juni 2020; Kelly McCleary/Melissa Alonso/Susannah Cullinane, Miami and Fort Lauderdale beaches closing for Fourth of July amid coronavirus concerns, CNN vom 28. Juni 2020. (21) Greg Allen, Florida's Governor Lifts All COVID-19 Restrictions On Businesses Statewide, NPR vom 25. September 2020. (22) https://twitter.com/yinonw/status/1348810832189255680 (23) https://www.dailymail.co.uk/news/article-8347635/Lockdowns-failed-alter-course-pandemic-JP-Morgan-study-claims.html; https://www.foxbusiness.com/markets/coronavirus-infections-decline-after-ropening-data-jp-morgan; https://www.stern.de/wirtschaft/lockdown-kostet-viel-und-bringt-wenig---so-eine-studie-von-jp-morgan-9274848.html (24) https://www.n-tv.de/panorama/Texas-und-Mississippi-beenden-Corona-Massnahmen-article22397910.html; Tim Fitzsimons, Texas and Mississippi to lift mask mandates and roll back Covid restrictions, NBC News vom 2. März 2021. (25) John Bowden, Texas AG demands Austin drop mask mandate or face legal action, The Hill vom 10. März 2021. (26) Christina Maxouris/Jason Hanna/Amir Vera, Texas attorney general files lawsuit against Austin leaders over mask requirement, CNN vom 11. März 2021. (27) Will Feuer, President Joe Biden slams governors for lifting mask mandates, calls it 'Neanderthal thinking', CNBC vom 3. März 2021. (28) Quint Forgey, Abbott: Texas mask mandate rollback ‘isn’t going to make that big of a change’, Politico vom 4. März 2021. (29) Tim Fitzsimons, Texas and Mississippi to lift mask mandates and roll back Covid restrictions, NBC News vom 2. März 2021. (30) Randy Ludlow/Jackie Borchardt, Ohio will end coronavirus health orders when cases dip, Gov. Mike DeWine says, cincinnati.com vom 4. März 2021. (31) Katie McKellar, 2021 Utah Legislature wrapped: Lawmakers exert control over COVID-19 restrictions, Deseret News vom 6. März 2021. (32) Bryan Schott, How the governor and lawmakers settled on April 10 to lift the statewide mask mandate, Salt Lake Tribune vom 11. März 2021. (33) Taylor Stevens, Gov. Spencer Cox urges Utahns to not ‘make a fool of yourself’ when statewide mask mandate ends, Salt Lake Tribune vom 11. März 2021, https://www.sltrib.com/news/politics/2021/03/11/gov-spencer-cox-urges/ (34) Morgan Hughes, Wyoming will lift mask mandate next week, Casper Star-Tribune vom 8. März 2021. (35) Jennifer Agiesta, CNN Poll: One year into the coronavirus pandemic, most Americans say the worst has passed, CNN vom 11. März 2021, https://amp.cnn.com/cnn/2021/03/11/politics/cnn-poll-coronavirus-pandemic-vaccine/index.html (36) Cameron Jenkins, DeSantis to Biden: Thought of reinstating COVID-19 restrictions ‘insane‘, The Hill vom 12. März 2021. (37) Nach DCD-Census vom 30.12.2020, https://www.cdc.cov/nchs/nvss/vsrr/provisional-tables.htm, https://www.cdc.cov/nchs/nvss/vsrr/covid19/index.htm (38) https://twitter.com/dollyparton?lang=de, Post vom 2. März 2021. (39) https://www.stern.de/lifestyle/leute/dolly-parton--country-star-mit--eigenem--impfstoff-versorgt-30409902.html?utm_campaign=alle-nachrichten&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard

  • „Wir hätten Tausende gerettet“

    Eine Stiftung namens „Auswege“ verbreitet das ungeheuerliche Gerücht: Wenn sie sich um alle echten unter den angeblich 75.000 deutschen Corona-Opfern rechtzeitig hätte kümmern dürfen – sie hätte über 80 % gerettet. Wie kommt sie bloß auf diese haarsträubenden Fake News? Inzwischen sollen rund 75.000 Deutsche „an oder mit“ Covid-19 verstorben sein, so meldet das Robert-Koch-Institut. „Gesetzt der Fall, bei ihnen allen würde es sich um echte ‚Corona-Tote‘ handeln“, sagt der „Auswege“-Gründer Harald Wiesendanger. „Dann läge ihre Anzahl wohl um mehrere Zehntausend niedriger, wenn unsere Stiftung hätte entscheiden dürfen, wie Patienten mit schweren Covid-Verläufen zu behandeln sind. Auch unkonventionelle Medizin erspart niemandem den letztendlichen Tod. Zumindest würde sie aber viele davor bewahren, einer SARS-CoV-2-Infektion zu erliegen. Allein mit bewährten Mitteln der Natur- und Erfahrungsheilkunde wären vier von fünf Betroffenen zu retten gewesen – ohne Impfstoffe.“ Diese Schätzung ergibt sich der Stiftung Auswege zufolge aus einer Vielzahl von Studien darüber, wie sich die frühzeitige Gabe von Mikronährstoffen auf eine Covid-19-Erkrankung auswirkt. Vitamine und Spurenelemente unterstützen und verbessern die Immunantwort erheblich. Mangelt es daran, so werden schwere Covid-19-Verläufe mit tödlichem Ausgang viel wahrscheinlicher. Beispielsweise liegen die Sterberaten höher in Ländern, deren Bevölkerung im Schnitt einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel aufweist. Auf diesen Zusammenhang stieß ein Forscherteam der Northwestern University in Evanston, Illinois, bereits im April 2020, als es Patientendaten aus zehn Ländern auswertete, darunter auch Deutschland. Der jüngsten Nationalen Verzehrstudie II zufolge liegt bei 85 % der Deutschen ein Vitamin-D-Mangel vor. (1) Wie effektiv Vitamin D bei Covid-19 hilft, hat sich mittlerweile in 41 Studien erwiesen, in denen 359 Wissenschaftler zusammengerechnet über 6700 Patienten einbezogen. (2) Bei bereits hospitalisierten Covid-19-Patienten senkt hochdosiertes Vitamin D, mit rund 100‘000 Einheiten pro Tag, das Risiko einer Intensivbehandlung um 96 %, die Mortalität um 80 bis 89 %. In einer spanischen Studie mit stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten musste ohne Vitamin-D-Gaben jeder Zweite auf die Intensivstation, aber nur 2 % der Vitamin-D-Behandelten. Eine weitere spanische Studie mit 930 Covid-Patienten im Krankenhaus ergab, dass hochdosiertes Vitamin D3 die Aufnahme auf der Intensivstation um 82 % und die Mortalität um 64 % senkt. Nachdem ein Mitglied des englischen Parlaments, David Davis, davon erfahren hatte, twitterte er: „Die Ergebnisse dieser großen, gut durchgeführten Studie sollten dazu führen, dass diese Therapie jedem COVID-Patienten in jedem Krankenhaus in den gemäßigten Breiten verabreicht wird. (…) Da die Studie einen eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen Vitamin D und der COVID-Mortalität aufzeigt, sollte die Regierung die Dosis und Verfügbarkeit von kostenlosem Vitamin D für alle gefährdeten Gruppen erhöhen. Diese Ansätze werden viele Tausende von Leben retten. Sie sind überfällig und sollten sofort in Angriff genommen werden" – nicht nur im Vereinigten Königreich. Im Frühjahr 2020 ergab eine Studie an hochbetagten Bewohnern eines französischen Pflegeheims, die an Covid-19 erkrankt waren: Von jenen, die einmalig hochdosiertes Vitamin-D erhielten, überlebten 82,5 % - gegenüber 44,4 % in der Vergleichsgruppe ohne entsprechende Vitamin-D-Gabe. Darüber hinaus unterschätzen Schulmediziner die Bedeutung von Mineralstoffen für die körpereigene Immunabwehr. Gaben von Zink, zusammen mit frühzeitig eingesetztem und richtig dosiertem Hydoxychloroquin/HCQ, lassen US-Ärzten zufolge die Rate der Hospitalisierungen um 84 % zurückgehen. Bei Covid-19-Patienten, die schon in einer Klinik liegen, erhöhen tiefe Plasma-Zink-Werte, unter 50 mcg/dl, das Sterberisiko um 130 %. Andererseits senkt hochdosiertes Zink bei ihnen die Todesrate um 45 %. Binnen acht bis zwölf Stunden bessert sich ihr Zustand ganz erheblich, Symptome wie Atembeschwerden gehen rasch zurück. International bewährt hat sich ein Behandlungsprokoll, das täglich 75 bis 150 mg Zink vorsieht; denn Zink hemmt bei SARS-CoV-2 die Aktivität des Enzyms PNA-Polymerase, somit die Replikation des Virus. Darüber hinaus haben sich in der Anfangsphase von Covid-19 1000 mg Vitamin C und 5000 Einheiten Vitamin D als hochwirksam erwiesen. (3) Übertragen auf Deutschlands offizielle Corona-Statistik, ergibt sich daraus: Allein ein bisschen Naturheilkunde, beschränkt auf Zink und Vitamin D, hätte die Anzahl der „Covid-19-Todesfälle“ , soweit sie stimmt, auf wenige tausend senken können. Noch weitaus niedriger läge diese Zahl, wenn die Bevölkerung ihr Gesundheitsverhalten konsequent daran ausrichten würde, was die sogenannte „alternative“ Medizin darüber weiß, wie man Infektionskrankheiten vorbeugt. Mit den Milliarden, die in Entwicklung, Ankauf und Einsatz von unerprobten, nebenwirkungsreichen Impfstoffen geflossen sind, hätte verantwortungsvolle Politik besser eine Aufklärungskampagne zum Thema „Wie stärken wir unser Immunsystem?“ finanziert. Der Pandemie hätte sie ihren Schrecken nehmen können – was schrecklich bloß für Impfstoffhersteller gewesen wäre. Näheres im KLARTEXT „Wie Phönix unter der Asche“. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Nationale Verzehrstudie II – Ergebnisbericht, Teil 1 und 2, 30.01.2008, S. 109-110, https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/NVS_Ergebnisbericht.pdf;jsessionid=8980E764BFDE7EBF615168FF3A619638.internet2831?__blob=publicationFile&v=2 (2) https://vdmeta.com/, Stand 17. Dezember 2020. (3) https://covid19criticalcare.com/; https://www.evms.edu/covid-19/covid_care_for_clinicians/; https://aapsonline.org/mccullough-protocol-3-page.pdf

  • Ein „Game Changer“, der nicht mitspielen darf

    Ein altbewährtes, preiswertes Medikament könnte SARS-CoV-2-Übertragungen weitgehend verhindern. Es könnte so gut wie jedem Covid-19-Erkrankten einen schweren Verlauf ersparen und das Leben retten. Es könnte anhaltenden Nachwirkungen einer Infektion, „Long-Covid“, zuverlässig begegnen. Seit April 2020 belegen dies über 60 Studien. Nutzlose, zerstörerische Lockdowns wären somit überflüssig, Impfkampagnen ebenfalls, eine drohende „Überlastung des Gesundheitswesens“ ausgeschlossen. Trotzdem – oder gerade deswegen – verhindern Politik, medizinisches Establishment und Leitmedien, dass dieses Medikament schleunigst zum Einsatz kommt. Das ist zumindest fahrlässig, wenn nicht verbrecherisch. Erkrankungen durch Parasitenbefall stellen für die Gesundheitssysteme reicherer Länder ein Randproblem dar. In Tropenregionen der Dritten Welt hingegen gehören sie zum Alltag. Am häufigsten treten sie im südlichen Afrika, in Südasien, in Mittel- und Südamerika auf. So hat ein Drittel der Menschheit Fadenwürmer im Körper. Ihre Eier und Larven halten sich hartnäckig in Gewässern, auf Lebensmitteln oder in Klos. Jährlich hunderten Millionen machen die üblen Folgen zu schaffen. Jeder Zehnte, auf den blutsaugende Mücken bestimmte Wurmlarven übertragen, verliert früher oder später sein Augenlicht („Flussblindheit“). Entwickeln sich die Larven in Lymphknoten, so droht eine „lymphatische Filariose“: Nach mehreren Jahren verstopfen und verhärten die Lymphgefäße; im Gewebe staut sich Lymphe, und eine „Elephantiasis“ bildet sich aus, mit abnorm angeschwollenen Körperteilen. Dass es dagegen heutzutage eine einfache, hochwirksame Therapie gibt, ist dem japanischen Mikrobiologen Satoshi Omura und seinem irischen Kollegen William Campbell zu verdanken. 1975 hatte Omura nahe eines Golfplatzes an der Südostküste von Honshu Bodenproben entnommen. In ihnen entdeckte er eine neue Bakteriengattung: Streptomyces avermitilis. Ihr Stoffwechsel produziert Nervengifte: Avermectine. Wie Omura entdeckte, können diese Wirkstoffe Fadenwürmer im Darm von Mäusen abtöten. In derselben Ausgabe der Zeitschrift, in der er 1979 diese Entdeckung publizierte, berichtete ein irischer Fachkollege, William Campbell: Avermectine befreien Rinder, Schafe, Hunde und Hühner von Wurmbefall. Campbell, Mitarbeiter in der Forschungsabteilung des Pharmariesen Merck, isolierte aus den Bakterien in Omuras Bodenproben die neurotoxischen Wirkstoffe, ermittelte ihre chemische Struktur, synthetisierte und mischte sie neu. Daraus entstand Ivermectin: ein hervorragend wirksames Antiparasitikum, das Fadenwürmern jeglicher Art im menschlichen Körper zuverlässig den Garaus macht. (Auch gegen Läuse, Milben, bestimmte Arten von Flöhen und Fliegenlarven wirkt es vorzüglich.) Dafür erhielten Omura und Campbell im Jahre 2015 den Nobelpreis für Medizin. (1) Solange Merck noch das Patent auf Ivermectin hielt, rang sich das Unternehmen zu einer noblen Geste durch: Es spendete der Dritten Welt große Mengen des Präparats. Somit ermöglichte es in den ersten zwanzig Jahren über 570 Millionen Behandlungen. Längst ist Ivermectin auch in Deutschland im Einsatz, um eine Rosacea und die Krätze zu behandeln. Diese beiden Humandiagnosen sind die einzigen, für welche das Mittel hierzulande bislang zugelassen ist. Wem ernstlich daran gelegen ist, Leid zu lindern, Leben zu retten, die Corona-Pandemie zu beenden und die Welt vor ausuferndem Hygieneterror zu retten, der sollte die Zulassung schleunigst erweitern: auf die Prävention und Behandlung von Covid-19. Ärzte-Allianz als Vorkämpfer Dafür setzt sich eine Initiative ein, die zwei herausragende, in Fachkreisen hochgeschätzte amerikanische Ärzte anführen: Dr. Paul E. Marik, Professor für Medizin und Leiter der Abteilung für Lungen- und Intensivmedizin an der Eastern Virginia Medical School in Norfolk, Virginia; und Dr. Pierre Kory, außerordentlicher Professor für Medizin und Leiter der Abteilung für Lungenheilkunde und Intensivmedizin an der University of Wisconsin School of Medicine & Public Health in Madison, Wisconsin. Bis März 2020 hatte sich um Marik und Kory eine Arbeitsgruppe aus renommierten Intensivmedizinern und Ärzten verwandter Fachgebiete gebildet, die sich den Namen „Front Line COVID-19 Critical Care Alliance“ (FLCCC) gab. Über 200 Jahre Erfahrung in Notfallmedizin bringen sie zusammengenommen mit. Was sie verband, war das Entsetzen darüber, wie wenig die Schulmedizin anfänglich für die Hauptbetroffenen der Pandemie tun konnte: für SARS-CoV-2-Infizierte in fortgeschrittenem Krankheitsstadium, die kaum noch Luft bekamen. Es schien, als hätte man keine andere Wahl, als sie möglichst rasch invasiv zu beatmen. Doch für die meisten bedeutete dieser Rettungsversuch erst recht ein Todesurteil. Über 80 % überlebten ihn nicht. (Siehe KLARTEXT „Tatort Intensivstation“.) Ausgehend von Mariks Vorarbeiten, entwickelte die FLCCC-Gruppe bis März 2020 speziell für Covid-19-Fälle im Krankenhaus eine Behandlungsformel, die sie „MATH+“ nannten. Die Buchstaben stehen für die entscheidenden Komponenten. Methylprednison (ein Korikosteroid) und Ascorbinsäure (Vitamin C) – beide intravenös in hoher Dosis verabreicht -, dämmen die Entzündungsreaktion der Lunge ein. Thiamin verbessert Sauerstoffverwertung und Energieverbrauch in den Zellen, es schützt Herz, Gehirn und Immunsystem. Heparin, ein Antikoagulans, beugt Blutgerinnseln vor bzw. löst sie auf. Das Pluszeichen verweist auf Zusätze wie das Hormon Melatonin, das Spurenelement Zink und Vitamin D3, welche die Wirkung noch verbessern. In den Krankenhäusern der FLCCC-Ärzte bewährte sich dieses Konzept von Anfang an vorzüglich. Bei rund 450 Covid-Patienten sank die Sterblichkeitsrate unter 6,1 %, wenn sie innerhalb von sechs Stunden nach Einlieferung gemäß MATH+ behandelt wurden. Die Wenigen, die nicht überleben, erlagen entweder schweren Vorerkrankungen; oder sie trafen in einem zu weit fortgeschrittenen Stadium ein. (2) Mit diesem erstaunlichen Erfolg gab sich die Initiative aber nicht zufrieden. Sie suchte nach noch besseren Behandlungsoptionen. Im Sommer 2020 wurde Mariks Allianz auf zahlreiche neue Corona-Studien aufmerksam, die sich mit Ivermectin befassten. Im April hatten Forscher der Monash University in Melbourne erstmals nachgewiesen: In Zellkulturen vermindert Ivermectin die Replikation von SARS-CoV-2 um den Faktor 5000. Innerhalb von 48 Stunden eliminiert es das Virus zu sage und schreibe 99,999 %. (3) Daraufhin setzte weltweite Forschung darüber ein, was das Antiparasitikum bei Covid-19 ausrichtet. Schon bald begannen sich verheißungsvolle Berichte zu häufen. Klinische Tests belegten übereinstimmend: Das Antiparasitikum schützt hervorragend davor, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, und verhindert, dass aus milden Verläufen schwere werden. Das bestätigte sich beim Einsatz in den Kliniken und Praxen der FLCCC-Ärzte. Und so entwickelten sie ein Konzept, das Ivermectin zur Prophylaxe und Frühbehandlung von Covid-19 empfiehlt. Zink, Vitamin C und D erhöhen die Wirksamkeit noch. Allzweckwaffe zur Vorsorge und Behandlung von Covid-19 Bis Mitte März 2021 deuteten elf Studien mit über 7000 Versuchspersonen übereinstimmend darauf hin, dass sich dank Ivermectin hochwirksam Vorsorge betreiben lässt. Durchschnittlich 89 % derer, die es prophylaktisch nutzten, konnten sich dadurch schützen. Eine Studie kam sogar auf eine Quote von 95 %. (4) Im Februar 2021 erschienen zwei größere Untersuchungen, die eindrucksvoll vor Augen führen, wie enorm medizinisches Personal, eine besonders ansteckungsgefährdete Gruppe, von Ivermectin profitieren können. In Indien genügten zwei Dosen Ivermectin, um bei 3500 Klinikbeschäftigten das Infektionsrisiko über einen Zeitraum von einem Monat um 83 % zu senken. In Argentinien reichte eine wöchentliche Dosis von 12 Milligramm aus, um 800 Gesundheitsberufler zu 100 % (!) vor einer Ansteckung zu bewahren; bei 400 weiteren lag, ohne Ivermectin, das Risiko bei 58 %. (5) In einem Krankenhaus in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, erhielten 58 von 118 Mitarbeitern jeden Monat 12 Milligramm Ivermectin. Von ihnen erkrankten nur vier an Covid-19, also knapp 7 %; unter den 60 der Kontrollgruppe waren es hingegen 44, d.h. 73,3 %. Vier von fünf Covid-Betroffenen erleben eine deutliche Besserung, wenn sie frühzeitig behandelt werden, schon wenn erste Symptome auftreten. 16 Studien mit knapp 1700 Patienten kommen dabei auf eine Erfolgsquote von durchschnittlich 79 %, vereinzelt bis zu 90 %. (6) Eine brandneue Studie des israelischen Tropenmediziners Eli Schwarz belegt: Bei Menschen, die sich das Virus bereits eingefangen haben, verkürzt Ivermectin erheblich die Infektionsphase, damit auch den Zeitraum, in dem sie für ihre Umgebung ansteckend sind. „Es hilft, Übertragungsketten zu durchbrechen.“ (7) Beginnt die Ivermectin-Therapie erst in fortgeschrittenem Stadium, ist im Schnitt immer noch bei jedem Zweiten eine Besserung zu erzielen. 19 Studien mit insgesamt knapp 6.800 Patienten ergaben im Schnitt eine Quote von 52 %, eine sogar von 64 %. (8) Ebenso hocheffektiv bekämpft Ivermectin „Long-Covid“ – hartnäckige Nachwirkungen einer überstandenen Infektion. 10 bis 30 % der Betroffenen machen sie zu schaffen. Besonders häufig klagen sie über anhaltenden Husten, leichtes Fieber, bleierne Müdigkeit oder Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Kopf-, Brust- oder Muskelschmerzen, Herzklopfen, Konzentrationsstörungen, Verdauungsprobleme, Hautausschläge und Stoffwechselsymptome. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Gesundheitsminister Jens Spahn am 19. März 2021 verängstigte der allgegenwärtige Seuchennostradamus Karl Lauterbach die Nation mit der Einschätzung, dass „Long-Covid wie ein Krankheits-Tsunami“ wirke, auch „bei den jüngeren Menschen. (…) Wir haben zum jetzigem Zeitpunkt keine gute Behandlungsmöglichkeit. Das ist keine Kleinigkeit. Das hat auch eine hohe Sterbequote auf die lange Sicht betrachtet, weil es mit einer nicht unerheblichen Erhöhung des Depressionsrisikos einhergeht und mit Suizidalidät. Somit haben wir auch bei den jüngeren Menschen eine schwere Betroffenheit.“ (9) Auch wenn Bankkaufmann Spahn zustimmend nickte: Falls der dauerbesorgte Fliegenmann nicht wider besseres Wissen lügt, weiß er nicht, wovon er palavert. Auch gegen das post-virale Syndrom hilft Ivermectin nämlich fabelhaft. In einer Studie mit 33 Long-Covid-Patienten löste sein Einsatz bei 94% der Behandelten jegliche Symptome auf. So verebbt ein Lauterbach-Tsunami in sanftem Wellengekräusel. Und selbst in besonders schlimmen Covid-Fällen erweist sich Ivermectin offenbar als geradezu spektakulär lebensrettend. Im Dezember 2020 berichtete eine französische Forschergruppe: Selbst unter Hochbetagten in Pflegeheimen, im Durchschnitt 90 Jahre alt, verhindert Ivermectin tödliche Verläufe in jedem Fall. In 17 Studien mit insgesamt rund 7.300 Patienten verringerte sich die Mortalität um bis zu 90 %, im Schnitt um 75 %. Mindestens drei von vier „Corona-Todesfällen“ könnte Ivermectin demnach verhindern. (10) Eine von der Weltgesundheitsorganisation geförderte Metaanalyse, im Januar 2021 publiziert, bestätigte diese Zahlen; zugrunde lagen ausschließlich randomisierte, kontrollierte Studien im Krankenhaus, also an bereits schwer Erkrankten. Ivermectin habe das Potenzial, eine „transformative Behandlung“ gegen Covid zu sein, äußerte sich der beeindruckte Forschungsleiter Dr. Andrew Hill von der Pharmakologischen Abteilung der Universität Liverpool. Epidemiologen wundern sich, weshalb manche afrikanische Länder eine verblüffend niedrige Corona-Inzidenz aufweisen. Mancherorts liegt sie nahe Null. Einen Hauptgrund dafür enthüllt womöglich eine Studie, die im November 2020 im International Journal of Antimicrobial Agents erschien: Kaum bis gar keine SARS-CoV-2-Infizierten weisen Länder auf, in denen Ivermectin bei 30 bis 90 % der Bevölkerung zur Prophylaxe gegen Parasiten zum Einsatz kommt. In keinem von 23 Staaten, die derart vorbeugen, waren mehr als 150 von 100.000 Einwohnern corona-testpositiv; in Burkina Faso, Tansania, Niger, Tschad und der Demokratischen Republik Kongo kamen „Fälle“ so gut wie gar nicht vor. Hingegen lagen sechs Länder ohne Ivermectin bei über 400, Libyen sogar bei weit über 700. Was macht Ivermectin zu einer derart vielversprechenden Waffe gegen Covid-19? Inzwischen sind die Wirkmechanismen weitgehend aufgeklärt. (11) Hocheffektiv hemmt es das Enzym 3Clpro, mehrere essentielle Proteine sowie die RNA-Polymerase, die alle an der Vermehrung von SARS-CoV-2 beteiligt sind. Unter Hunderten von untersuchten Molekülen bindet kaum eines besser als Ivermectin an jenen Abschnitt auf dem Spike-Protein, mit dem SARS-CoV-2 an die ACE-2-Rezeptoren menschlicher Zellen andockt. Dadurch verhindert es den Eintritt ins Zellinnere. (12) Ein Berg von Indizien Woche für Woche wächst der ohnehin stattliche Berg an Indizien pro Ivermectin. Den aktuellen Forschungsstand fasst die FLCCC-Ärzteinitiative auf 30 Seiten eindrucksvoll zusammen. Eine laufend aktualisierte Online-Datenbank (13) wies bis Mitte März 2021 nicht weniger als 72 Studien weltweit aus, 35 davon mit Peer Review – also der Begutachtung durch Fachkollegen. 46 verglichen Gruppen von Behandelten und Unbehandelten miteinander. Zusammengerechnet 15.480 Patienten nahmen teil. Ausnahmslos alle (!) Untersuchungen, darunter zwei Dutzend randomisierte und placebokontrollierte, bestätigen positive Effekte. Ebenso eindeutig pro Ivermectin sprechen mittlerweile fünf Reviews bzw. Metaanalysen, quantitativ-statistische Zusammenfassungen von Primäruntersuchungen. (14) Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Ivermectin therapeutisch unwirksam ist, liegt bei sagenhaften 1 zu 70 Trillionen. Entsprechend enthusiastisch äußert sich inzwischen der FLCCC-Vorsitzende Dr. Pierre Kory, im übrigen ein besonnener, in Fachkreisen hochgeschätzter Arzt: „Dieses Mittel wunderbar zu nennen, ist keine Übertreibung. (…) Berge von neuen Daten zeigen seinen fabelhaften Nutzen. (…) Es löscht dieses Virus praktisch aus. (…) Wenn Sie es präventiv einnehmen, werden Sie nicht krank!" Und so richteten FLCCC-Ärzte bei einer Pressekonferenz am 18. März 2021 einen flammenden Appell an „alle Regierungen dieser Welt: Setzt dieser Pandemie ein Ende, indem ihr unverzüglich die politischen Voraussetzungen dafür schafft, dass Ivermectin zur Vorbeugung und Behandlung von Covid-19 zum Einsatz kommt!“ Zehntausende „Corona-Opfer“ wären zu retten gewesen – allein in Deutschland Was bliebe demnach in Deutschland von den offiziellen Horrorzahlen übrig, wenn von Anfang mittels Ivermectin vorgesorgt und behandelt worden wäre? (Siehe die folgende Tabelle.) Statt 2,7 Millionen wären bloß 300.000 „infiziert“, d.h. positiv PCR-getestet. Hätten alle 400.000, bei denen Covid-Symptome auftraten, sogleich Ivermectin eingenommen, so wären rund 320.000 ihre Beschwerden zügig losgeworden. 45.000 der 86.000 schwerkranken Covid-Patienten hätten nicht auf die Intensivstation verlegt werden müssen. Von 75.000 „Corona-Opfern“ wären 56.000 zu retten gewesen. Diese Zahlen ergeben sich, wenn man die durchschnittlichen Besserungsquoten aller vorliegenden Studien aus der IVNMETA-Datenbank – 89 % Vorbeugung, 79 % Symptomlinderung, 52 % Besserung in schweren Covid-Fällen, 75 % weniger Tote - für jeden Einsatzbereich separat betrachtet. Tatsächlich kumulieren die verschiedenen Anwendungen jedoch. Wen Ivermectin beispielsweise vor einer Infektion bewahrt, der entwickelt erst gar keine Symptome; wem Symptome erspart bleiben, wird insbesondere unter keinen schweren leiden; wer gar nicht erst bedrohlich an Covid-19 erkrankt, muss auch nicht auf die Intensivstation; und gewiss überlebt er. Berücksichtigen wir diese Zusammenhänge, so kommen wir zu der Einschätzung: Von Pandemiebeginn an hätten in Deutschland dank Ivermectin nur etwas mehr als 9.000 Covid-Patienten intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Und weniger als 500 wären „an oder mit“ SARS-CoV-2 gestorben. Hätten sie Bundespräsident Steinmeier ausgereicht, um den 18. April zum krokodilstränenreichen Corona-Gedenktag auszurufen? 1 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html, Stand 22.3.2021. 2 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Maerz_2021/2021-03-21-de.pdf?__blob=publicationFile, Stand 22.3.2021. 3 https://ivmmeta.com/, Stand 22.3.2021. 4 https://www.fr.de/ratgeber/gesundheit/corona-ohne-symptome-so-viele-covid-infizierte-kein-husten-fieber-krankheitsanzeichen-covid-asymptomatisch-90211644.html 5 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1108578/umfrage/intensivmedizinische-versorgung-von-corona-patienten-covid-19-in-deutschland/ Eine angeblich drohende „Überlastung des Gesundheitswesens“ hätte sich somit als ein noch albernes Schreckgespenst entpuppt, als es ohnehin von Anfang an war, selbst auf den Höhepunkten der bisherigen „Wellen“. Wie unverhältnismäßig das verfassungswidrige Hygieneregime wütete, wäre noch weitaus offensichtlicher gewesen. Überstürzte Impfkampagnen auf Teufel komm raus hätten sich erübrigt, zum Verdruss all derer, die sich daran eine goldene Nase verdienen möchten. Alle bekannten Risikogruppen wären hochwirksam zu schützen und zu behandeln gewesen, ohne dem gesunden, ungefährdeten Rest der Bevölkerung irrwitzigen AHA-Terrorismus zuzumuten. Jegliche Kollateralschäden – an der Wirtschaft, am sozialen Leben, an der Psyche von Lockdown-Geschädigten – hätten vermieden werden können. Damit nicht genug der guten Nachrichten. Wie klinische Erfahrungen und eine Vielzahl von Studien zeigen, wirkt Ivermectin sogar noch erheblich besser, wenn es nicht allein verabreicht wird, sondern kombiniert mit weiteren Mitteln. Für die Prophylaxe und bei ersten Symptomen haben sich ergänzend Vitamin D3 und Zink bewährt (s. KLARTEXT „Wir hätten Tausende gerettet“), wie auch Quercetin, ein sekundärer Pflanzenstoff, und der Schleimlöser Bromhexin. In schweren Fällen von Covid-19 helfen das zu Unrecht als „giftige Chlorbleiche“ verunglimpfte Hydroxychloroquin, das Antibiotikum Azithromycin und der Entzündungshemmer Prednison. Nach fast 40-jähriger Anwendung, mit Milliarden verabreichter Dosen, muss über Risiken und Nebenwirkungen von Ivermectin nicht mehr spekuliert werden. Sie sind selten, fast immer leicht und vorübergehend. (15) Wenn gelegentlich Juckreiz, Ausschlag, geschwollene Lymphknoten, Fieber, Gelenk- und Kopfschmerzen auftreten, liegt das weniger an Ivermectin als an einer Entzündung, mit welcher der Körper auf das Absterben der Parasiten reagiert. Die Furcht vor Leberschäden ist unbegründet; weltweit fiel bisher nur eine Handvoll auf, und stets klangen sie rasch ab, auch unbehandelt. (16) Neurologische Symptome wie eine gestörte Bewegungskoordination, Benommenheit, Krampfanfälle oder Zittern fielen in drei Jahrzehnten nur in 28 Fällen auf; sie könnten von gleichzeitig eingenommenen anderen Arzneimitteln hergerührt haben, welche die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger machten. (17) Impfstoffe gegen Cholera und Tuberkulose sind die einzigen Medikamente, bei denen der Einsatz von Ivermectin kontraindiziert ist. Weil Ivermectin gegen Covid-19 womöglich in höheren Dosierungen verabreicht wird als gegen Parasiten, müssen mögliche Folgen natürlich sorgfältig beobachtet werden. Dass es nicht nur auf Würmer toxisch wirkt, sondern auch im Menschen, ist allerdings unwahrscheinlich; mit erhöhter Dosis nimmt die Verträglichkeit erfahrungsgemäß nämlich nicht ab, es häufen sich keine unerwünschten Effekte. Im übrigen: Wie schwer wiegen diese Vorbehalte, gemessen an dem monströsen Gefahrenpotenzial der experimentellen Covid-Impfstoffe, mit Abertausenden von Toten bereits im ersten Vierteljahr ihres Einsatzes? Blutungen und Thrombosen im Gehirn hat Ivermectin jedenfalls noch bei niemandem ausgelöst; tödliche Zytokinstürme sind nicht zu befürchten, eine Schädigung der natürlichen Immunität ebensowenig. (18) Trotzdem ist das Mittel in Deutschland vorerst nur für den Einsatz bei Tieren zu beziehen. Hier trägt es den Markennamen „Driponin“. In Österreich wird der Wirkstoff als „Scabioral“ verkauft, in den Niederlanden als „Soolantra“, in Frankreich als „Stromectol“. Wie viel Ivermectin in der Humanmedizin benötigt wird, hängt vom Zweck ab. Zur Vorbeugung haben sich 12 Milligramm alle zwei Wochen bewährt, zur frühzeitigen Behandlung 12 Milligramm täglich, zwei bis fünf Tage lang. In schweren Fällen betrug die in klinischen Studien verabreichte Dosis vereinzelt 28, 36, 56, ja bis zu 112 Milligramm, mit üblichen Abweichungen je nach Körpergewicht. (19) Handelsübliche Packungen enthalten 4 bis 8 Tabletten zu je 3 Milligramm; die kleine kostet bei den günstigsten Online-Apotheken zur Zeit knapp 72 Euro, die größere 132 Euro. Weitaus billiger ist der Bezug aus dem Ausland. In den Vereinigten Staaten sind 100 Tabletten mit 12 Milligramm Ivermectin, ausreichend für bis zu 50 Personen, für rund 50 US-Dollar u haben. Kanadas Pharmacy King bietet fünf Ivermectin-Präparate für 30 bis 71 US-Dollar an. (20) Bei Indiamart.com, wo zertifizierte indische Exporteure Arzneimittel anbieten, kostet eine einzelne Tablette à 3 Milligramm gerade mal 20 Rupien, ab einer Mindestbestellmenge von 100 Stück. (21) Das macht umgerechnet etwas mehr als 23 Euro, woraus sich ein Stückpreis von 0,23 Euro ergibt. SilverlineMedicare bietet eine Packung mit 4 Tabletten zu je 6 Milligramm, unter dem Namen „Covimectin“, für 30 Rupien an, also 0,35 Euro. (22) Privatbesteller sollten allerdings die Lieferkosten mitbedenken. Vor allem müssen sie damit rechnen, dass der Zoll die Lieferung abfängt. Vorsichtshalber schaltet man besser, mit ärztlichem Rezept, eine deutsche Apotheke ein, auch wenn es dadurch erheblich teurer wird. Einige Länder verbieten allerdings die Einfuhr. Ist es nicht eine Schande, dass die meisten Patienten, ja sogar Ärzte weiterhin keinen Zugang zu billigem, sicheren Ivermectin erhalten, insbesondere in westlichen Ländern? Um es zu beschaffen, sehen sie sich oftmals gezwungen, sich auf zwielichtige Online-Händler einzulassen, Wucherpreise zu akzeptieren oder auf Produkte in Tierqualität zurückzugreifen, die Veterinärmediziner eher bei Pferden und Hunden einsetzen. „How to Get Ivermectin“ überschreibt die FLCCC-Initiative eine Unterseite ihrer Homepage. Dort empfiehlt sie, am besten versuche man den Arzt seines Vertrauens zum Ausstellen eines Rezepts zu bewegen, indem man ihm Infomaterial überreicht, das die FLCCC zum Download zur Verfügung stellt. Mächtige Gegenkräfte sabotieren den Einsatz Wie kann es sein, dass dieses millionenfach erprobte, hervorragend bewährte, patentfreie, enorm preiswerte Mittel nicht längst die Pandemie eindämmen darf? Warum erhalten Alte, Vorerkrankte, Immunschwache und alle sonstigen Risikogruppen es nicht längst vorbeugend? Wieso verschreiben Ärzte es nicht unverzüglich allen Patienten, sobald erste Symptome auftreten? Weshalb kommt es in Krankenhäusern nicht routinemäßig zum Einsatz? Dafür wirbt die FLCCC-Gruppe um Marik und Kory mit Nachdruck, bislang aber ohne durchschlagenden Erfolg. Denn mächtige Gegenkräfte setzen ihnen zu. Zwar hörte am 8. Dezember 2020 ein Ausschuss des US-Senats den FLCCC-Vorsitzenden Kory an (23) – doch hinterher bewegte sich im Kongress ebensowenig wie vorher. Eine Aufzeichnung von Korys Aussage vor dem US-Senat hat YouTube mittlerweile entfernt. Zu einer Empfehlung in ihrer offiziellen „Richtlinie für die Behandlung von Covid-19“ können sich die National Institutes of Health (NIH) weiterhin nicht durchringen. Denn bisher lägen nur „unzureichende Daten“ vor. Immerhin nahmen die NIH aber am 14. Januar 2021 Ivermectin in ihre Liste von Therapieoptionen auf. (24) Das Mittel einzusetzen, liegt somit im Ermessen des Arztes. Hingegen sah sich die FDA, oberste Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten, dazu veranlasst, von der Einnahme von „Veterinärarzneimitteln“ wie Ivermectin dringend abzuraten, „um einen Missbrauch zu verhindern“ – worin auch immer dieser bestehen könnte. Auch das Robert-Koch-Institut mauert weiterhin. Zwar führt es Ivermectin als „potenziell wirksame Substanz“ auf. Zugleich beklagt es aber den "niedrigen Evidenzgrad wg. zahlreicher methodischer Limitationen der bisherigen Studien". Und so empfehlen beide damit befassten RKI-Arbeitsgruppen, der „Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger“ (STAKOB) (25) und die Fachgruppe Intensivmedizin, Infektiologie und Notfallmedizin (COVRIIN) (26), Ivermectin ausschließlich im Rahmen klinischer Studien einzusetzen. Ähnlich zurückhaltend äußert sich die Weltgesundheitsorganisation. Auch sie will erst noch weitere Daten aus laufenden Studien abwarten. Wikipedia, in den meisten Gesundheitsfragen längst zu einem berüchtigten Marketinginstrument der Pharmaindustrie verkommen, unterstreicht erwartungsgemäß: „Die bisher veröffentlichten Daten aus Humanstudien weisen teils methodische Schwächen auf oder ergeben ein heterogenes Bild. Die internationale Fachwelt ist sich daher einig, dass weitere Ergebnisse zur endgültigen Beurteilung der Wirksamkeit aus kontrollierten Studien benötigt werden.“ (27) Derselbe skeptische Tenor herrscht in Fach- und Publikumsmedien vor. (28) Die Deutsche Welle beklagt einen „Hype“, die Deutsche Apotheker-Zeitung ebenfalls. Der Deutschlandfunk will gar eine „regelrechte Hysterie“ festgestellt haben; „die ‚Infodemie‘ greift um sich.“ Unisono suggeriert wird uns, dass „ein wirklich belastbarer Nachweis der Wirksamkeit weiter aussteht“. Für den Einsatz gegen Covid-19 sei es noch „lange nicht ausreichend erforscht“, meint Die Zeit. Vorzugsweise zu Wort kommen vermeintliche Top-Experten, die uns weismachen, dass Ivermectin „nicht hilft, sondern eher zu mehr Verwirrung führt“, und davor warnen, „dass es völlig ungeprüft Teil der öffentlichen Gesundheitspoltik wird (…), nicht auf Basis von Evidenz“ – so im Deutschlandfunk. In diesen Chor reiht sich auch eine Merkel-Beraterin ein, die Virologin Sandra Ciesek. Anfang Februar 2021 twitterte sie reichlich ahnungslos: Es gebe "keine wissenschaftliche Grundlage für eine mögliche therapeutische Wirkung gegen COVID-19 aus vorklinischen Studien“. Was vor allem fehle, seien randomisierte kontrollierte Studien in ausreichender Größe, der "Goldstandard in der klinischen Forschung". Und Cieseks Stimme hat Gewicht: Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt/Main gehört mehreren Leitliniengruppen, nationalen und internationalen Fachgesellschaften an. (29) Im Wechsel mit Christian Drosten ist Ciesek seit Herbst 2020 zu Gast im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“, wo sie die Nation über den Forschungsstand zur Corona-Pandemie „aufklärt“. Mit ihm teilt sie sich den Preis für den „Hochschullehrer des Jahres“ 2021. Sie zählt zu den verbissenen Vorkämpferinnen der unsäglichen „Zero-Covid“-Initiative (30), die es „konsequent“, erstrebenswert und realistisch findet, keine einzige Neuinfektion zuzulassen – was Deutschland zwangsläufig in eine paranoide Hygienediktatur im Endlos-Lockdown verwandeln würde. Pharmariesen wie Novartis, von denen Sandra Ciesek wiederholt Zuwendungen erhielt (31), hätten bestimmt nichts dagegen. Krokodilstränen über Forschungslücken Bedürfte es erst noch weiterer Forschung – wieso findet sie nicht längst statt, erst recht in einer panikvirusverseuchten Lockdown-Ödnis namens Deutschland? Laut Clinicaltrials.gov, der weltweit größten Datenbank für klinische Studien, laufen oder liefen in Europa immerhin eine in Spanien, eine in Italien und eine in Großbritannien – in der Bundesrepublik hingegen keine einzige. Wie der Forschungsstand zu Ivermectin kurzfristig verbessert werden könnte, wollte der Linken-Abgeordnete Harald Weinberg in einer schriftlichen Frage an die Bundesregierung wissen. Am 26. Januar erhielt er eine Antwort aus dem Gesundheitsministerium, die er "relativ ernüchternd" fand: "Die Ergebnisse der bisher beendeten klinischen Prüfungen lassen nach Einschätzung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte derzeit keine Rückschlüsse auf eine Wirksamkeit von Ivermectin bei COVID-19-Erkrankten zu", so erklärte darin eine Staatssekretärin. Und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte seien "keine klinischen Prüfungen mit Ivermectin in der Indikation 'COVID-19' zur Genehmigung vorgelegt worden", hieß es am 3. Februar in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag. Soweit solche „Prüfungen“ ausstehen: Wieso hat Spahn sie nicht schon längst veranlasst? Warum fixierte sich das politische Berlin von Anfang einseitig auf Impfstoffe? Dieser Vorwurf sei unfair, so heißt es. Immerhin habe das Bundesforschungsministerium bereits im März 2020 ein Förderprogramm von 45 Millionen Euro aufgelegt, um antivirale Medikamente erforschen und entwickeln zu lassen; ein weiteres soll demnächst folgen, diesmal mit 50 Millionen. Dabei geht es allerdings ausschließlich um pharmazeutische „Innovationen“, nicht um bewährte Arzneimittel. Was sind im übrigen 95 Millionen, gemessen an über einer Milliarde, mit welcher die Regierung Merkel das absehbare Bombengeschäft mit Covid-Vakzinen subventioniert hat, von dem ihr kein Cent Rendite zurückfließen wird? So schafft und bewahrt man eben jenen Mangel an Evidenzen, den man anschließend mit reichlich Krokodilstränen beklagt. „Keine wissenschaftliche Grundlage“, „heterogene Datenlage“, „methodische Schwächen“, „niedriger Evidenzgrad“: Wie lächerlich solche Einwände daherkommen, leuchtet unvoreingenommenen Zeitgenossen mühelos ein, sobald sie einen Blick in die vorbildlich geführte FLCCC-Datenbank werfen. Stehen auf erschreckend dürftigem empirischen Fundament nicht vielmehr die experimentellen mRNA-Vakzine, die seit Dezember 2020 massenhaft verimpft werden? Trotzdem haben Gesundheitsbehörden sie im Schnelldurchlauf durchgewinkt – jeweils aufgrund einer einzigen größeren Studie, finanziert von Herstellern, deren Manager und Aktionäre bekanntlich nicht von Gesunden profitieren, sondern von Gewinnen mit Kranken. Sind Nutzen und Sicherheit der Covid-Impfstoffe auch nur annähernd so gut gewährleistet wie bei Ivermectin? Dass die Datenlage möglichst „heterogen“ bleibt, stellt Big Pharma nach altbewährtem Strickmuster sicher, dessen sich schon Tabakhersteller und Monsanto jahrzehntelang bedienten: Man kauft Forschung, die frisierte Gegenbeweise produziert. So kommt es dann zu Überschriften wie jener im Deutschen Ärzteblatt Anfang März 2021: „COVID-19: Ivermectin scheitert in klinischer Studie in Lateinamerika“. „Ernüchternd“, so heißt es darin, seien die Ergebnisse der „ersten randomisierten Studie“ ausgefallen, „die nach einem Peer Review jetzt in einem Journal publiziert wurden“ – Unfug, wie die IVNMETA-Datenbank ausweist. Mediziner vom Centro de Estudios en Infectogía Pediatrica in Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens, hatten insgesamt 300 jüngere Patienten mittleren Alters, bei denen nach einer Symptomdauer von weniger als 7 Tagen eine Infektion mit SARS-CoV-2 bestätigt wurde, auf eine Behandlung mit Ivermectin oder Placebo über 5 Tage randomisiert. Dabei habe sich die durchschnittliche Dauer der Symptome zwar von 12 auf 10 Tage verkürzt – diese Differenz sei aber „nicht signifikant“. Was das Ärzteblatt unterschlug: Drei der beteiligten Forscher erhielten Zuwendungen von Sanofi Pasteur, GlaxoSmithKline, Janssen, Gilead und Sharp&Dohme. Einer kassierte sogar noch Pharmageld, während die Studie bereits lief. (32) Dass es an hochwertigen Forschungsergebnissen mangelt, ist ein widerlegtes Gerücht, gestreut von Ahnungslosen oder mutwilligen Rufmördern. Bis März 2021 haben bereits zwei Dutzend RCTs zu Ivermectin stattgefunden - randomisierte, placebokontrollierte, überwiegend peer-geprüfte Studien, mit insgesamt über 3400 Teilnehmern. Sie ermittelten Besserungsquoten zwischen 53 und 81 %; der Mittelwert liegt bei 70 %. Davon kann man noch nie gehört haben. Man kann es ignorieren. Man kann dagegen polemisieren. Man kann es verschweigen. Es aber aus der Welt schaffen: das klappt nicht mehr. Es trifft zu, dass noch nicht alle Covid-Studien pro Ivermectin bereits das Peer-Review-Verfahren durchlaufen haben. Etwa die Hälfte der Daten stammt aus Manuskripten, die eilig auf medizinische Pre-Print-Server hochgeladen wurden. Diese Veröffentlichungspraxis ist mittlerweile aber üblich – und inmitten einer Pandemie angebrachter denn je -, damit sich neue, vielversprechende Therapeutika möglichst rasch verbreiten. Vor diesem Hintergrund liegt nahe, was Faktenchecker als „Verschwörungstheorie“ abtun: Eine breite Anwendung von Ivermectin wird gezielt sabotiert. Forschung über den Wirkstoff wird vom „medizinisch-politischen Komplex“ unterdrückt – ein Begriff, den inzwischen sogar das British Medical Journal für angebracht hält: „When good science is suppressed, people die.“ Immer unverblümtere Propaganda in Presse und Fernsehen, immer dreistere Zensur im Internet verhindert, dass sich Informationen über das Mittel verbreiten. In der Coronakrise traut die FLCCC-Ärzteinitiative dem Ivermectin das Zeug zum „Game Changer“ zu. Für Profiteure der Pandemie würde es dabei zwangsläufig zum Spielverderber. Eben deshalb darf es nicht mitspielen. Zweierlei Maß – Wie solide ist die Datenlage bei Covid-Impfstoffen, bei Remdesivir, bei monoklonalen Antikörpern? Was für Ivermectin tatsächlich noch aussteht, ist ein RCT mit mehreren tausend Versuchspersonen, besser noch mit Zehntausenden. Na und? Rund 50 Humanstudien mit ausnahmslos positiven Ergebnissen, über ein Jahrzehnt Praxiseinsatz, beste Erfahrungen in zahlreichen Kliniken, beruhigendes Sicherheitsprofil: All dies müsste zumindest für eine Notfallzulassung vollauf ausreichen. Und selbst ohne eine behördliche Sonderregelung sollten Ärzte freie Hand haben, Ivermectin gegen Covid-19 zu verschreiben – „off label“, außerhalb der Zulassung. In vielen medizinischen Gebieten, vor allem in der Kinderheilkunde, der Geriatrie, der Onkologie und der Psychiatrie, kommt schließlich ein Großteil der Medikamente off-label zum Einsatz - im Durchschnitt aller Verschreibungen zu 40 bis 60 Prozent. (33) Warum sollte dies ausgerechnet in der Ausnahmesituation einer Pandemie verboten sein, wo Erkenntnislücken für enorme Handlungsunsicherheit sorgen? Gerade dann muss sich ein Arzt an seiner Standesethik orientieren dürfen, wie sie der Weltärztebund seit 1964 in der „Deklaration von Helsinki“ umreißt: „Bei der Behandlung eines einzelnen Patienten, für den es keine bewährten Maßnahmen gibt oder bei dem andere bekannte Maßnahmen unwirksam waren, kann der Arzt nach Einholung eines fachkundigen Rates und mit informierter Zustimmung des Patienten oder eines gesetzlichen Vertreters eine nicht bewährte Maßnahme anwenden, wenn sie nach dem Urteil des Arztes hoffen lässt, das Leben zu retten, die Gesundheit wiederherzustellen oder Leiden zu lindern.“ (34) Wie verhält es sich, zum Vergleich, denn mit Remdesivir? Schon bei der Schweinegrippe durfte der Hersteller Gilead Sciences mit einer nutzlosen, nebenwirkungsreichen Pille namens Tamiflu Unsummen kassieren. Mit Remdesivir, Markenname „Veklury“, eröffnete er sich nun das nächste Bombengeschäft. Rund 2000 Euro kostet eine fünftägige Behandlung. Es senke das Sterberisiko bei einem schweren Covid-Verlauf um 62 % und verkürze die Genesungszeit im Schnitt von 15 auf 11 Tage, so verkündete Gilead Mitte Juli 2020 unter bombastischem Medien-Bohei. Verführt durch eine mutmaßlich getürkte Zulassungsstudie, gaben die FDA, europäische und japanische Behörden im Nu grünes Licht. Zahlreiche westliche Länder kauften daraufhin das schamlos überteuerte Mittel für hunderte Millionen Euro ein, um Covid-Patienten stationär zu behandeln. Inzwischen belegen unabhängige Studien: Das Zeug bringt so gut wie nichts, außer Leber- und Nierenschäden. Trotzdem ist Remdesivir weiterhin auf dem Markt, als bis heute die einzige antivirale Covid-Arznei mit offizieller Zulassung. Rund eine Milliarde US-Dollar dürfte Gilead bis Ende 2020 daran verdient haben. Obwohl selbst die WHO seit Oktober 2020 von Remdesivir abrät, wird es allein in Deutschland weiterhin rund 250 Covid-19-Patienten pro Woche verabreicht, wie die Bundesregierung Mitte Januar 2021 auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hin erklärte. Und wie steht es mit jenen „monoklonalen Antikörpern“ mit Markennamen wie von Totengeistern aztekischer Heerführer, Bamlavinimab und Casirivimab/Imdevimab? Jens Spahn, der sie Gerüchten zufolge manchmal sogar unfallfrei aussprechen können soll, ließ dafür kürzlich 400 Millionen Euro springen, ohne mit der Wimper zu zucken. Auch sie sind in der EU noch gar nicht zugelassen. Die Datenlage ist selbst nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts „für eine breite Anwendung bisher nicht ausreichend, weitere klinische Studien dringend notwendig“. Ein Nutzen „ist nicht belegt“, urteilt die Fachzeitschrift Arznei-Telegramm kurz und bündig. Auf eine Presseanfrage hin rechtfertigte das Spahn-Ressort den Kauf damit, dass es auf diese Weise „eine Behandlungsoption für bestimmte Krankheitsverläufe“ schaffe. Der Studienlage zufolge „könnte die Medikation möglicherweise dabei helfen, die Virusmenge im Körper zu begrenzen“. Könnte. Möglicherweise. „Viel Konjunktiv für 400 Millionen“, kommentiert die Kontextwochenzeitung treffend. Warum macht Merck plötzlich sein eigenes Produkt madig? Worum es bei der Kampagne gegen Ivermectin in Wahrheit geht, lässt eine Stellungnahme erahnen, die der Hersteller Merck am 4. Februar 2021 verbreitete. Seine noch unveröffentlichte „Analyse“ habe ergeben, dass es für eine mögliche therapeutische Wirkung von Ivermectin gegen Covid-19 „keine wissenschaftliche Grundlage“ gebe, dafür aber Hinweise auf einen „besorgniserregenden Mangel an Sicherheitsdaten“. Dafür legte Merck allerdings keinerlei Beweise vor. Trotzdem beeilte sich ein Mitarbeiter der National Institutes of Health (NIH), auf Twitter Mercks Behauptung zu retweeten und hinzuzufügen: „Die Erklärung von Merck zu Ivermectin zeugt von der Führungsrolle und dem Engagement für eine qualitativ hochwertige Wissenschaft, die wir von Pharma/Biotech erwarten müssen." Auch andere Pharma-Lobbyisten entlarvten sich bei dieser Gelegenheit. Zu dem Personenkreis, der Mercks Rufmordkampagne am eigenen Produkt blitzschnell in sozialen Medien weiterverbreiten halfen, zählen etliche Journalisten, Ärzte, Professoren betroffener Fachgebiete – und besagte Sandra Ciesek. Um zu verstehen, warum Merck plötzlich sein eigenes Produkt madig macht, sollte man wissen: Kürzlich unterzeichnete der Pharmariese einen Vertrag über 356 Millionen US-Dollar, um die USA mit einem neu entwickelten, weitaus teureren Anti-Covid-Medikament zu versorgen. „Great Reset“ in Gefahr Die Slowakei ist da schon weiter. Als erstes europäisches Land gab es am 26. Januar, vorerst für sechs Monate, grünes Licht dafür, Ivermectin zur Behandlung und Prophylaxe von Covid-19 einzusetzen – in Krankenhäusern und im Rettungsdienst. Auf Rezept soll es auch in Apotheken erhältlich sein. (35) Im Februar folgte Tschechien. Es kaufte 10.000 Packungen Ivermectin an, um es an mehrere Krankenhäuser weiterzuverteilen. Besonders Premierminister Andrej Babiš setzt sich dafür ein. „Niemand auf der Welt hat bisher bewiesen, dass es nicht funktioniert“, so erklärte der Regierungschef kürzlich auf seinem YouTube-Kanal. „Es gibt vielmehr zahlreiche Berichte, die die Wirksamkeit bestätigen – aus Peru, Argentinien, Paraguay oder Indien. Ich möchte hier nicht darüber reden, wer die Studien erstellt hat und warum. Ich stelle nur eine Frage. Es gibt ein Medikament, das relativ billig ist und auf das es positive Reaktionen gibt. Es wurde an vielen Orten der Welt gegen Covid-19 eingesetzt und hat keine unerwünschten Nebenwirkungen: Warum sollten wir es also nicht auch bei uns in der ambulanten Therapie einsetzen?“ Im März 2021 setzten immerhin schon 12 Staaten Ivermectin landesweit gegen Covid-19 ein: sechs in Mittel- und Südamerika, zwei in Afrika (Ägypten und Simbabwe), in Asien unter anderem Bangladesch. Dort fällt auf: Just im Juni 2020, mit dem Beginn der Ivermectin-Kampagne, erreichten dort die täglichen Sterbezahlen ihren Höchststand. Seither sinken sie – und dies, obwohl in Bangladesch 165 Millionen Menschen auf einem Staatsgebiet 150.000 qkm drängen, während sich in Deutschland nur halb so viele Einwohner auf eine mehr als doppelt so große Fläche (358.000 qkm) verteilen, bei erheblich günstigeren hygienischen und klimatischen Bedingungen. Auf eine Million Einwohner kommen in Bangladesch 45 Tote (36), in Deutschland fast 20-mal mehr, nämlich knapp 900. (37) Ähnlich hocherfreuliche Meldungen kommen aus Südamerika. Statt zähen Expertendiskurs, aufwändige Studien und bürokratische Zulassungsverfahren abzuwarten, hatten mehrere Bürgermeister und regionale Gesundheitsminister dort Ivermectin frühzeitig an ihre Bürger verteilen lassen. Prompt sanken Fallzahlen und Sterberaten, während sie in benachbarten Gegenden weiter anstiegen. (38) Zumindest Belize, Mazedonien und der nordindische Bundesstaat Uttar Pradesh, wo 210 Millionen Menschen leben, haben Ivermectin inzwischen formell in ihre nationalen Richtlinien zur Prophylaxe und Behandlung von Covid-19 aufgenommen. Dass diese Beispiele von sich reden und Schule machen, werden Pharmalobbyisten, PR-Profis und korrupte Opinion Leaders im Medizin- und Wissenschaftsbetrieb zu verhindern trachten. Denn eine preiswerte, hochwirksame Arznei gegen Covid wie Ivermectin stört nicht nur die weltweite Impfstoffkampagne im Wert von eines mindestens zweistelligen Milliardenbetrags. Auch würde sie Folgemaßnahmen erübrigen wie Massentestungen, Kontaktüberwachung, Impfpässe sowie Projekte wie ID2020 und "Known Traveller", auf die Vakzin-Großinvestor Bill Gates, das World Economic Forum und weitere mächtige Interessengruppen aus sind. Wie könnte eine Regierung mit einem Minimum an medizinischem Sachverstand, immun gegen Einflüsterungen von Industrielobbyisten, die Coronakrise zügig und verfassungskonform beenden? Sämtlichen Mitgliedern bekannter Risikogruppen würde sie kostenlose Vorsorge und frühzeitige Behandlung mit Ivermectin, Vitaminen und Mineralstoffen ermöglichen. Obendrein könnte sie ihnen allen einen hochwertigen Luftreiniger, einen Großkarton voller Maskenplacebos, einen Corona-Abstandswarner sowie ein Handbuch über natürlichen Selbstschutz vor Infektionskrankheiten spendieren. Dem gesunden Rest der Bevölkerung könnte sie Vorsicht, Verständnis und Rücksichtnahme ans Herz legen – und ihn im übrigen endlich in Ruhe lassen, anstatt wie von Sinnen zu zerstören, was das Leben lebenswert macht. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64374/Medizinnobelpreis-fuer-die-Entdeckung-von-Avermectin-und-Artemisinin; https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-09/nobelpreis-medizin-physiologie-live-2015 (2) https://covid19criticalcare.com/about/the-flccc-alliance-story/; P. Kory/P.E. Marik u.a.: „Clinical and Scientific Rationale for the “MATH+” Hospital Treatment Protocol for COVID-19“, Journal of Intensive Care Medicine 2020, https://www.researchgate.net/publication/347641681_Clinical_and_Scientific_Rationale_for_the_MATH_Hospital_Treatment_Protocol_for_COVID-19; https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0885066620973585 (3) https://www.monash.edu/discovery-institute/news-and-events/news/2020-articles/Lab-experiments-show-anti-parasitic-drug,-Ivermectin,-eliminates-SARS-CoV-2-in-cells-in-48-hours; https://www.monash.edu/news/articles/coronavirus-fight-possible-covid-19-drug-identified-by-scientists; https://doi.org/10.1016/j.antiviral.2020.104787 (4) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (5) https://c19ivermectin.com/carvalloprep.html; http://pharmabaires.com/1739-resultados-positivos-del-%20protocolo-iver-car-en-la-profilaxis-de-los-agentes-de-salud.html (6) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (7) https://www.biznews.com/thought-leaders/2021/02/26/ivermectin-research; https://vimeo.com/511687719 (8) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (9) Zit. nach https://reitschuster.de/post/lauterbach-br/ (10) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (11) https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf, S. 5 f. (12) D. Scheim: "From Cold to Killer: How SARS-CoV-2 Evolved without Hemagglutinin Esterase to Agglutinate, Then Clot Blood Cells in Pulmonary and Systemic Microvasculature", SSRN, Oktober 2020 (Pre-Print), https://europepmc.org/article/ppr/ppr243457, DOI: 10.2139/ssrn.3706347. (13) c19ivermectin.com; https://ivmmeta.com/#fig_fpd (14) Siehe Bryant u.a.: „Ivermectin for prevention and treatment of COVID-19 infection: a systematic review and meta-analysis“, https://www.researchsquare.com/article/rs-317485/v1; Hill et al., Research Square, doi:10.21203/rs.3.rs-148845/v1, Hill u.a.: „Meta-analysis of randomized trials of ivermectin to treat SARS-CoV-2 infection“, https://www.researchsquare.com/article/rs-148845/v1; Kory u.a.: „Review of the Emerging Evidence Demonstrating the Efficacy of Ivermectin in the Prophylaxis and Treatment of COVID-19“, https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf; Lawrie u.a.: „Ivermectin reduces the risk of death from COVID-19 – a rapid review and meta-analysis in support of the recommendation of the Front Line COVID-19 Critical Care Alliance“, https://b3d2650e-e929-4448-a527-4e..b655bd21b1448ba6cf1f4c59f0d73d.pdf; Nardelli u.a.: „Crying wolf in time of Corona: the strange case of ivermectin and hydroxychloroquine. Is the fear of failure withholding potential life-saving treatment from clinical use?“, https://www.signavitae.com/articles/10.22514/sv.2021.043. (15) L. H. Kircik u.a.: „Over 25 Years of Clinical Experience With Ivermectin: An Overview of Safety for an Increasing Number of Indications“, Journal of drugs in dermatology 15/2016, S. 325-332; https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Ivermectin_52963; https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=ivermectin; (https://www.test.de/medikamente/wirkstoff/insektizid-ivermectin-w1324/); https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf, S. 21. (16) A. Sparsa u.a.: "Systemic adverse reactions with ivermectin treatment of scabies", Annales de Dermatologie et de Vénéréologie 133 (10) 2006, S. 784-787, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17072195/; O. Veit u.a.: „First case of ivermectin-induced severe hepatitis“, Transactions of the Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene 100/2006, S. 795-797, https://core.ac.uk/download/pdf/85209351.pdf (17) R. E. Chandler: „Serious neurological adverse events after ivermectin—do they occur beyond the indication of onchocerciasis?“, American Journal of Tropical Medicine and Hygiene 98/2018, S. 382-388, https://www.researchgate.net/publication/321534750_Serious_Neurological_Adverse_Events_after_Ivermectin-Do_They_Occur_beyond_the_Indication_of_Onchocerciasis (18) https://www.epochtimes.de/politik/ausland/dramatischer-appell-an-die-who-top-virologe-warnt-vor-massensterben-durch-corona-impfungen-a3473412.html; https://astrologieklassisch.wordpress.com/2021/01/24/immunologin-und-molekularbiologin-prof-dolores-cahill-warum-covid-19-geimpfte-monate-nach-der-mrna-impfung-sterben-werden/ (19) https://ivmmeta.com/, abgerufen am 21.3.2021 (20) https://www.canadianpharmacyking.com/Drug/Heartgard+Dog, abgerufen am 23.3.2021. (21) https://dir.indiamart.com/search.mp?ss=ivermectin&biz=20&list_vw=1&countryiso=DE, abgerufen am 21.3.2020. (22) https://www.silverlinemedicare.com/asthma-medicines.html#covimectin-6mg-tablets, abgerufen am 21.3.2021. (23) „Dr. Pierre Kory, president of the FLCCC Alliance testifies before Senate Committee on Homeland Security and Governmental Affairs looking into early outpatient COVID-19 treatment“, https://www.newswise.com/coronavirus/dr-pierre-kory-president-of-the-flccc-alliance-testifies-before-senate-committee-on-homeland-security-and-governmental-affairs-looking-into-early-outpatient-covid-19-treatment; Protokoll: https://www.hsgac.senate.gov/imo/media/doc/Testimony-Kory-2020-12-08.pdf (24) NIH Guideline: Statement on Ivermectin. https://www.covid19treatmentguidelines.nih.gov/antiviral-therapy/ivermectin/ (25) STAKOB: „Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19“, 1.3.2021, https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/Stakob/Stellungnahmen/Stellungnahme-Covid-19_Therapie_Diagnose.pdf?__blob=publicationFile (26) COVRIIN: „Medikamentöse Therapie bei COVID-19 mit Bewertung durch die Fachgruppe COVRIIN am Robert Koch-Institut“, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/COVRIIN_Dok/Therapieuebersicht.pdf?__blob=publicationFile (27) https://de.wikipedia.org/wiki/Ivermectin#cite_note-25, abgerufen am 21.3.2021 (28) Siehe z.B. https://www.medpagetoday.com/infectiousdisease/covid19/90552 (29) „Zwei Expertinnen besetzen Schlüsselpositionen im Kampf gegen Erreger“, kgu.de. Universitätsklinikum Frankfurt, https://www.kgu.de/ajax/news-detail/artikel/zwei-expertinnen-besetzen-schluesselpositionen-im-kampf-gegen-erreger/ (30) https://zero-covid.org/; https://www.heise.de/tp/features/Runter-auf-Null-aber-solidarisch-5027362.html (31) Siehe https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0016508512006804; https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0016508510001666 (32) Siehe https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2777389, Abschnitt „Conflict of Interest Disclosures“. (33) Siehe H. Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen – Wie wir es durchschauen, überleben und verwandeln, Schönbrunn 2019, S. 207 ff., https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe.html (34) Deutsche Übersetzung der aktuellen Version von 2013: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/International/Deklaration_von_Helsinki_2013_20190905.pdf, dort Punkt 37. (35) „Ministerstvo zdravotníctva Slovenskej republiky“, https://ockbgkekw6vfmhahzvs46a7ewy-adwhj77lcyoafdy-www-health-gov-sk.translate.goog/Clanok?covid-19-27-01-2021-ivermectin, abgerufen/übersetzt am 21.3.2021; „Slovakia Becomes the First EU Nation to Formally Approve Ivermectin for Both Prophylaxis and Treatment for COVID-19 Patients“, https://trialsitenews.com/slovakia-becomes-the-first-eu-nation-to-formally-approve-ivermectin-for-both-prophylaxis-and-treatment-for-covid-19-patients/ (36) Stand 27.12.2020; WHO: „Coronavirus disease (COVID-2019) situation reports“, https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/situation-reports (37) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1111794/umfrage/todesfaelle-mit-coronavirus-covid-19-je-millionen-einwohner-in-ausgewaehlten-laendern/: Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) je Million Einwohner in ausgewählten Ländern (Stand: 19. März 2021) (38) https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf, insbesondere S. 9.

  • Diese Arznei kann die Coronakrise beenden. Sofort. Aber sie darf nicht.

    Gegen Würmer wirkt Ivermectin seit fast 40 Jahren. Inzwischen belegen über 60 Studien: Hochwirksam beugt dieses Arzneimittel SARS-CoV-2-Infektionen vor. Es lässt Covid-19-Symptome abklingen. Es bewahrt schwer Erkrankte vor der Intensivstation. Es verhindert die meisten Todesfälle. Kurzum: Es könnte die Pandemie unverzüglich beenden. Warum darf es nicht? Für eilige Leser fasst dieser Artikel den Forschungsstand kurz zusammen. Wer Näheres wissen will, findet es in dieser ausführlichen Version. Seit rund 40 Jahren schützt ein Wirkstoff namens Ivermectin hunderte Millionen Menschen hochwirksam vor Würmern und anderen Parasiten. Im April 2020 wiesen australische Wissenschaftler nach: In Zellkulturen verhindert diese Substanz die Vermehrung von SARS-CoV-2 nahezu vollständig. (1) Daraufhin setzte weltweite Forschung darüber ein, was das Antiparasitikum gegen Covid-19 ausrichtet. Rasch stellte sich heraus: Das Mittel ist eine Allzweckwaffe. So deuten elf Studien mit über 7000 Versuchspersonen übereinstimmend darauf hin, dass sich dank Ivermectin hervorragend Vorsorge betreiben lässt. Durchschnittlich 89 % derer, die es prophylaktisch nutzen, können sich dadurch schützen. Eine Studie kam sogar auf eine Quote von 95 %. (2) Vier von fünf Covid-Betroffenen erleben eine deutliche Besserung, wenn sie frühzeitig behandelt werden, schon wenn erste Symptome auftreten. 16 Studien mit knapp 1700 Patienten ermittelten dabei eine Erfolgsquote von durchschnittlich 79 %, vereinzelt bis zu 90 %. (3) Beginnt die Ivermectin-Therapie erst in fortgeschrittenem Stadium, so ist im Schnitt immer noch bei jedem Zweiten eine Besserung zu erzielen. 19 Studien mit insgesamt knapp 6.800 Patienten ergaben im Schnitt eine Quote von 52 %, eine sogar von 64 %. (4) Ebenso hocheffektiv bekämpft Ivermectin „Long-Covid“ – hartnäckige Nachwirkungen einer überstandenen Infektion. Mendestens jedem zehnten Betroffenen machen sie zu schaffen. Besonders häufig klagen sie über anhaltenden Husten, leichtes Fieber, bleierne Müdigkeit oder Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Kopf-, Brust- oder Muskelschmerzen, Herzklopfen, Konzentrationsstörungen, Verdauungsprobleme, Hautausschläge und Stoffwechselsymptome. In einer Studie mit 33 Long-Covid-Patienten löste der Ivermectin-Einsatz bei 94% der Behandelten all diese Symptome auf. (5) Und selbst in besonders schlimmen Covid-Fällen erweist sich Ivermectin offenbar als geradezu spektakulär lebensrettend. In 17 Studien mit insgesamt rund 7.300 Patienten verringerte sich die Mortalität um bis zu 90 %, im Schnitt um 75 %. Mindestens drei von vier „Corona-Todesfällen“ könnte Ivermectin demnach verhindern. (6) Eine von der Weltgesundheitsorganisation geförderte Metaanalyse, im Januar 2021 publiziert, bestätigt diese Zahlen; zugrunde lagen ausschließlich randomisierte, kontrollierte Studien im Krankenhaus, also an bereits schwer Betroffenen. Ivermectin habe das Potenzial, eine „transformative Behandlung“ gegen Covid zu sein, äußerte sich der beeindruckte Forschungsleiter Dr. Andrew Hill von der Pharmakologischen Abteilung der Universität Liverpool. Was macht Ivermectin zu einer derart vielversprechenden Waffe gegen Covid-19? Inzwischen sind die Wirkmechanismen weitgehend aufgeklärt. (7) Hocheffektiv hemmt es das Enzym 3Clpro, mehrere essentielle Proteine sowie die RNA-Polymerase, die alle an der Vermehrung von SARS-CoV-2 beteiligt sind. Unter Hunderten von untersuchten Molekülen bindet kaum eines besser als Ivermectin an jenen Abschnitt auf dem Spike-Protein, mit dem SARS-CoV-2 an die ACE-2-Rezeptoren menschlicher Zellen andockt. Dadurch verhindert es den Eintritt ins Zellinnere. (7) Ein Berg von Indizien Woche für Woche wächst der ohnehin stattliche Berg an Indizien pro Ivermectin. Den aktuellen Forschungsstand fasst eine internationale Ärzteinitiative auf 30 Seiten präzise zusammen. Eine laufend aktualisierte Online-Datenbank (8) wies bis Mitte März 2021 nicht weniger als 72 Studien weltweit aus, 35 davon mit Peer Review – also der Begutachtung durch Fachkollegen. 46 verglichen Gruppen von Behandelten und Unbehandelten miteinander. Zusammengerechnet 15.480 Patienten nahmen teil. Ausnahmslos alle (!) Untersuchungen, darunter zwei Dutzend randomisierte und placebokontrollierte, bestätigen positive Effekte. Ebenso eindeutig pro Ivermectin sprechen mittlerweile fünf Reviews bzw. Metaanalysen, quantitativ-statistische Zusammenfassungen von Primäruntersuchungen. (9) Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Ivermectin therapeutisch unwirksam ist, liegt bei sagenhaften 1 zu 70 Trillionen. Zehntausende „Corona-Opfer“ wären zu retten gewesen – allein in Deutschland Was bliebe demnach in Deutschland von den offiziellen Horrorzahlen übrig, wenn von Anfang an mittels Ivermectin vorgesorgt und behandelt worden wäre? (Siehe die folgende Tabelle.) Statt 2,7 Millionen wären bloß 300.000 „infiziert“, d.h. positiv PCR-getestet. Hätten alle 400.000, bei denen Covid-Symptome auftraten, sogleich Ivermectin eingenommen, so wären rund 320.000 ihre Beschwerden zügig losgeworden. 45.000 der 86.000 schwerkranken Covid-Patienten hätten nicht auf die Intensivstation verlegt werden müssen. Von 75.000 „Corona-Opfern“ wären 56.000 zu retten gewesen. Diese Zahlen ergeben sich, wenn man die durchschnittlichen Besserungsquoten aller vorliegenden Studien – 89 % Vorbeugung, 79 % Symptomlinderung, 52 % Besserung in schweren Covid-Fällen, 75 % weniger Tote - für jeden Einsatzbereich separat betrachtet. Tatsächlich kumulieren die verschiedenen Anwendungen jedoch. Wen Ivermectin beispielsweise vor einer Infektion bewahrt, der entwickelt erst gar keine Symptome; wem Symptome erspart bleiben, wird insbesondere unter keinen schweren leiden; wer gar nicht erst bedrohlich an Covid-19 erkrankt, muss auch nicht auf die Intensivstation; und gewiss überlebt er. Berücksichtigen wir diese Zusammenhänge (s. Tabelle), so kommen wir zu der Einschätzung: Von Pandemiebeginn an hätten in Deutschland dank Ivermectin nur etwas mehr als 9.000 Covid-Patienten intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Und weniger als 500 wären „an oder mit“ SARS-CoV-2 gestorben. 1 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html, Stand 22.3.2021. 2 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Maerz_2021/2021-03-21-de.pdf?__blob=publicationFile, Stand 22.3.2021. 3 https://ivmmeta.com/, Stand 22.3.2021. 4 https://www.fr.de/ratgeber/gesundheit/corona-ohne-symptome-so-viele-covid-infizierte-kein-husten-fieber-krankheitsanzeichen-covid-asymptomatisch-90211644.html 5 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1108578/umfrage/intensivmedizinische-versorgung-von-corona-patienten-covid-19-in-deutschland/ Eine angeblich drohende „Überlastung des Gesundheitswesens“ hätte sich somit als ein noch albernes Schreckgespenst entpuppt, als es ohnehin von Anfang an war, selbst auf den Höhepunkten der bisherigen „Wellen“. Wie unverhältnismäßig das verfassungswidrige Hygieneregime wütete, wäre noch weitaus offensichtlicher gewesen. Überstürzte Impfkampagnen auf Teufel komm raus hätten sich erübrigt, zum Verdruss all derer, die sich dabei eine goldene Nase verdienen möchten. Alle bekannten Risikogruppen wären hochwirksam zu schützen und zu behandeln gewesen, ohne dem gesunden, ungefährdeten Rest der Bevölkerung irrwitzige AHA-Schikanen zuzumuten. Jegliche Kollateralschäden – an der Wirtschaft, am sozialen Leben, an der Psyche von Lockdown-Geschädigten – hätten vermieden werden können. Mächtige Gegenkräfte sabotieren den Einsatz Wie kann es sein, dass dieses millionenfach erprobte, hervorragend bewährte, patentfreie, enorm preiswerte Mittel nicht längst die Pandemie eindämmen darf? Warum erhalten Alte, Vorerkrankte, Immunschwache und alle sonstigen Risikogruppen es nicht längst vorbeugend? Wieso verschreiben Ärzte es nicht unverzüglich allen Patienten, sobald erste Symptome auftreten? Weshalb kommt es in Krankenhäusern nicht routinemäßig zum Einsatz? Pharmalobbyisten, PR-Profis und korrupte Opinion Leaders im Medizin- und Wissenschaftsbetrieb verhindern es. Denn eine preiswerte, hochwirksame Arznei gegen Covid wie Ivermectin stört nicht nur die weltweite Impfkampagne im Wert von eines mindestens zweistelligen Milliardenbetrags. Auch würde sie Folgemaßnahmen erübrigen wie Massentestungen, Kontaktüberwachung, Impfpässe sowie Projekte wie ID2020 und "Known Traveller", auf die Vakzin-Großinvestor Bill Gates, das World Economic Forum und weitere mächtige Interessengruppen aus sind. Überfällig: ein „Great Reset“ des törichten Infektionsschutzes Wie könnte eine Regierung mit einem Minimum an medizinischem Sachverstand, immun gegen Einflüsterungen von Industrielobbyisten, die Coronakrise zügig und verfassungskonform beenden? Sämtlichen Mitgliedern bekannter Risikogruppen würde sie kostenlose Vorsorge und frühzeitige Behandlung mit Ivermectin, Vitaminen und Mineralstoffen ermöglichen. Obendrein könnte sie ihnen allen einen hochwertigen Luftreiniger, einen Großkarton voller Maskenplacebos sowie ein Handbuch über natürlichen Selbstschutz vor Infektionskrankheiten spendieren. Dem gesunden Rest der Bevölkerung könnte sie Vorsicht, Verständnis und Rücksichtnahme ans Herz legen – und ihn im übrigen endlich in Ruhe lassen, anstatt wie von Sinnen zu zerstören, was das Leben lebenswert macht. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.monash.edu/discovery-institute/news-and-events/news/2020-articles/Lab-experiments-show-anti-parasitic-drug,-Ivermectin,-eliminates-SARS-CoV-2-in-cells-in-48-hours; https://www.monash.edu/news/articles/coronavirus-fight-possible-covid-19-drug-identified-by-scientists; https://doi.org/10.1016/j.antiviral.2020.104787 (2) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (3) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (4) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (5) https://swprs.org/wp-content/uploads/2020/12/chang-long-covid-ivermectin-july-2020.pdf (6) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (7) https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf, S. 5 f. (8) D. Scheim: "From Cold to Killer: How SARS-CoV-2 Evolved without Hemagglutinin Esterase to Agglutinate, Then Clot Blood Cells in Pulmonary and Systemic Microvasculature", SSRN, Oktober 2020 (Pre-Print), https://europepmc.org/article/ppr/ppr243457, DOI: 10.2139/ssrn.3706347. (9) c19ivermectin.com; https://ivmmeta.com/#fig_fpd (10) Siehe Bryant u.a.: „Ivermectin for prevention and treatment of COVID-19 infection: a systematic review and meta-analysis“, https://www.researchsquare.com/article/rs-317485/v1; Hill et al., Research Square, doi:10.21203/rs.3.rs-148845/v1, Hill u.a.: „Meta-analysis of randomized trials of ivermectin to treat SARS-CoV-2 infection“, https://www.researchsquare.com/article/rs-148845/v1; Kory u.a.: „Review of the Emerging Evidence Demonstrating the Efficacy of Ivermectin in the Prophylaxis and Treatment of COVID-19“, https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf; Lawrie u.a.: „Ivermectin reduces the risk of death from COVID-19 – a rapid review and meta-analysis in support of the recommendation of the Front Line COVID-19 Critical Care Alliance“, https://b3d2650e-e929-4448-a527-4e..b655bd21b1448ba6cf1f4c59f0d73d.pdf; Nardelli u.a.: „Crying wolf in time of Corona: the strange case of ivermectin and hydroxychloroquine. Is the fear of failure withholding potential life-saving treatment from clinical use?“, https://www.signavitae.com/articles/10.22514/sv.2021.043.

  • Unterwegs zum Gipfel der Heuchelei

    Um sich die Opfer der Pandemie in Erinnerung zu rufen, soll Deutschland am 18. April innehalten. Da kommt der „Corona-Gedenktag“ über uns, auf Anregung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Seltsam eng zieht unser empathisches Staatsoberhaupt dabei den Trauerradius: Unser stilles Gedenken soll all jenen gelten, die mit und manchmal auch an SARS-CoV-2 gestorben sind. Zutiefst erschüttert zu betrauern gäbe es allerdings viel, viel mehr. Ehe es unerwähnt unter dem Teppich verschwindet, auf welchem führende Repräsentanten des Hygieneregimes salbungsvolle Sonntagsreden schwingen werden, beginnen wir mit dem Gedenken am besten schon zwei Wochen vorher – Tag für Tag aufs Neue, einer historisch beispiellosen Katastrophe angemessen. Die ARD überträgt live: Am 18. April wird sich die politische Spitze des panikvirusverseuchten Merkellands in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Berlin versammeln, um mit einem ökumenischen Gottesdienst „von den Opfern der Corona-Pandemie in Würde Abschied zu nehmen“. Anschließend findet im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ein staatlicher Gedenkakt statt. Hier wie dort wird über infektiöse Aerosole hinaus reichlich Weihrauch wabern. Die Rede sein wird dann von Zehntausenden von Toten. Dahingerafft habe sie ein heimtückischer Killerkeim, dem wir „schutzlos ausgeliefert“ waren, solange es keinen Impfstoff gab. Den Hinterbliebenen wird man tiefes Mitgefühl versichern, ihre „unendliche Trauer und unendlichen Schmerz“ nachempfinden. Man wird darüber hinweggehen, dass das typische Covid-Opfer nicht etwa aus der Mitte des Lebens gerissen wurde, sondern vollauf im Rahmen seiner statistischen Lebenserwartung das Zeitliche segnete, mit über 80 Jahren. Man wird ausklammern, dass bei 94 bis 99 % mindestens eine schwerwiegende Vorerkrankung vorlag. Man wird sich erfüllen lassen von Anerkennung und Dankbarkeit für ein entschlossen durchgreifendes Lockdown-Regime, das anscheinend Schlimmeres verhindert hat - und natürlich auch für all die braven Maskenträger, Abstandhalter und Daheimbleiber, die im Geiste der Solidarität beim Eindämmen mithalfen, anstatt sich von verantwortungslosen Covidioten, Querdenkern, Verschwörungstheoretikern und sonstigen Verrätern am Gemeinwohl beirren zu lassen. Aus deren Reihen ertönt penetrant eine Frage, zu welcher die Berliner Trauergesellschaft voraussichtlich einen Sicherheitsabstand von mehr als 1,5 Meter halten wird: Gibt es in Deutschland Tote erster und zweiter Klasse? Wieso hat Steinmeier, unübertroffene Fachkraft für selektive Trauerarbeit, noch nie einen nationalen Gedenktag für Krebstote angeregt, oder für die Opfer von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, von ärztlichen Kunstfehlern, von Krankenhauskeimen oder von Arzneimittelnebenwirkungen? Und wie steht es insbesondere mit all jenen, die nicht das neue Coronavirus dahinraffte, sondern blindwütiger „Schutz“ vor ihm? Gilt es am 18. April, Tränen nur nach politischer Opportunität zu verdrücken? Wer gedenkt der Kollateral-Toten des Hygieneterrors? Allein in Deutschland soll es bis heute 77.000 „Covid-19-Todesfälle“ geben, so meldet das Robert-Koch-Institut. Selbst wenn es sich dabei ausnahmslos um Patienten handeln würde, die ausschließlich oder hauptsächlich wegen einer SARS-CoV-2-Infektion gestorben sind: Müssen wir diese Schreckensbilanz nicht ins Verhältnis setzen zur Anzahl all jener, die infolge staatlicher Infektionsschutzmaßnahmen ums Leben kamen? Wie viele Tote es dabei zu betrauern gälte, ließ bereits Anfang Mai 2020 eine interne Lageeinschätzung aus dem Bundesinnenministerium erahnen, die ihrem Verfasser den Job kostete. (1) Bis zu 125.000 Patienten mussten im Frühjahr in Deutschland sterben, weil Operationen abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben oder wurden – in Erwartung einer „Überlastung des Gesundheitswesens“ durch Corona-Infizierte, zu der es nie auch nur annäherungsweise kam. (2) In Deutschland fielen in den drei Frühjahrsmonaten 2020 über 900.000 OPs aus – darunter 52.000 an Tumorpatienten -, weltweit 28,4 Millionen. (3) Mehrere tausend weitere Patienten starben hierzulande, weil mit derselben Begründung notwendige Untersuchungen und Folgebehandlungen unterblieben, etwa bei Krebs. (4) „Wir sehen momentan deutlich mehr Menschen mit höheren Tumor-Stadien als vor der Pandemie“, so berichtet der Onkologe Hendrik Wolff. „Die Tumore hatten durch Corona einfach mehr Zeit, zu wachsen.“ (5) Abertausende wurden in einer lebensbedrohlichen Notlage nicht rechtzeitig versorgt. In den Lockdown-Monaten März und April 2020 wurden 31 % weniger Herzinfarkte und 18 % weniger Schlaganfälle behandelt, wie die Bundesregierung einräumt. (6) In Großbritannien sank die Quote sogar um 40 % (6), in manchen US-Kliniken um bis zu 60 %. (7) In gedrängten Aufnahmesituationen kam es vermehrt zu nosokomialen Infekten (durch Krankenhauskeime), oft mit tödlichem Ausgang. Auch riskante und überflüssige Medikation kostete viele Corona-Patienten das Leben. Verführt durch haarsträubend unfundierte Behandlungsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation, die ihrerseits durch chinesische Experten irregeleitet wurde, brachten Ärzte reihenweise Covid-Betroffene um, indem sie diese zu häufig, zu früh, zu lange invasiv beatmeten. Allein in Deutschland könnte dieser fatale Kunstfehler für 16.000 zusätzliche Tote verantwortlich sein. (Siehe KLARTEXT „Tatort Intensivstation“.) In Großbritannien rechneten Experten bereits im Herbst letzten Jahres mit 150.000 bis 200.000 „Kollateral“-Toten infolge der politisch erzwungenen Unterversorgung im Gesundheitswesen. Das übersteigt bei weitem die Zahl der bis dahin rund 42.000 britischen „Covid-Opfer“. (8) Durch versäumte Krebsvorsorge und unzureichende Krebsbehandlungen, so schreibt der Onkologe Karol Sikora im European Journal of Clinical Oncology, gingen der britischen Bevölkerung 26.000 Lebensjahre pro Monat Lockdown verloren – vermutlich weitaus mehr, als durch Corona-Schutzmaßnahmen gewonnen wurde. Diese Horrorbilanz erfasst bloß die erste Lockdown-Welle im Frühjahr 2020. Wie viele Abertausende von Kollateral-Toten sind seither allein in der Bundesrepublik hinzugekommen? Die allermeisten „Corona-Opfer“ hätten gerettet werden können, wenn Risikogruppen präventiv oder bei ersten Symptomen mit Vitamin D, Zink und anderen bewährten Mitteln der Natur- und Erfahrungsheilkunde versorgt worden wären, anstatt sie bloß auf Wartelisten für experimentelle, hochriskante Impfstoffe zu setzen. (Siehe KLARTEXT „Wie Phönix unter der Asche“.) Auch preiswerte, nebenwirkungsarme Pharmazeutika wie Ivermectin, für deren Wirksamkeit gegen Covid-19 bereits im vergangenen Jahr Dutzende von Studien sprachen, hätte die Mortalität um 75 % senken können. (Siehe KLARTEXT „Diese Arznei kann die Coronakrise beenden“.) Alles in allem „haben Lockdowns auf der ganzen Welt mehr Menschen getötet als gerettet hat, und auch mehr Menschen, als an Covid-19 selbst gestorben sind“: Dies meint kein durchgeknallter „Corona-Leugner“ mit Aluhut, sondern kein Geringerer als der ehemalige Vize-Rektor der UN Nations University, des akademischen und Forschungszweigs der Vereinten Nationen: Professor Ramesh Thakur. (9) „Der Tod ist keine statistische Größe, sondern tragische Realität“, sagte Steinmeier kürzlich in einem Zeitungsinterview über den Corona-Gedenktag. Ob ihm noch rechtzeitig vor dem 18. April einfällt, wie viel seine illustre Gästerunde zu dieser Tragik beigetragen hat? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://behoerden.blog/wp-content/uploads/2020/05/Bericht-KM4-Corona-1_geschw%C3%A4rzt.pdf; https://www.gefahrgutshop.de/fileadmin/user_upload/Corona-Vorbemerkungen.pdf; dort S. 6 f.; https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-politik-und-ihre-kollateralschaeden-das-sterben-der-anderen-a-00000000-0002-0001-0000-000171426687 (2) Nach der internen Lageeinschätzung eines leitenden Mitarbeiters im Bundesinnenministerium, die ihm seinen Job kostete: https://behoerden.blog/wp-content/uploads/2020/05/Bericht-KM4-Corona-1_geschw%C3%A4rzt.pdf; https://www.gefahrgutshop.de/fileadmin/user_upload/Corona-Vorbemerkungen.pdf; dort S. 6 f.; https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-politik-und-ihre-kollateralschaeden-das-sterben-der-anderen-a-00000000-0002-0001-0000-000171426687 (3) https://www.welt.de/wirtschaft/article208557665/Wegen-Corona-In-Deutschland-wurden-908-000-OPs-aufgeschoben.html (4) BMI-Lageeinschätzung PDF S. 7; siehe auch https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/krebs/id_87907380/expertin-warnt-corona-angst-koennte-krebswelle-ins-rollen-bringen.html; https://www.dailymail.co.uk/news/article-8593327/Doctors-warn-devastating-toll-non-virus-patients-face-delays-diagnosis-care.html?eType=EmailBlastContent&eId=2011da54-312b-41dc-85d8-8e1d50c86e28; https://www.zdf.de/politik/berlin-direkt/berlin-direkt-clip-3-386.html; https://www.alvetherapy.com/kollateralschaden-schlaganfall-35-der-patienten-meiden-krankenhauser-im-lockdown/ (5) Zit. nach https://www.fitforfun.de/news/folgen-der-lockdowns-mehr-herztote-weniger-krebs-ops-daten-zeigen-verheerende-corona-kollateralschaeden-468272.html (6) https://www.nytimes.com/2020/04/06/well/live/coronavirus-doctors-hospitals-emergency-care-heart-attack-stroke.html (7) https://www.journalistenwatch.com/2020/09/15/gb-fast200-kollateralschaeden/ (8) https://www.journalistenwatch.com/2020/09/15/gb-fast200-kollateralschaeden/; https://www.japantimes.co.jp/opinion/2020/05/29/commentary/world-commentary/six-deadly-lockdown-sins/ (9) https://www.japantimes.co.jp/opinion/2020/05/29/commentary/world-commentary/six-deadly-lockdown-sins/; https://crawford.anu.edu.au/people/visitors/ramesh-thakur

  • Endgültig auf Abstand

    Suizide haben seit Frühjahr 2020 sprunghaft zugenommen. Keinen einzigen hat SARS-CoV-2 selbst verursacht. Der „Corona-Gedenktag“ am 18. April böte Gelegenheit, die wahren Verantwortlichen zu benennen: die Verängstigungsallianz von Politikern und Medien. Doch solche Missklänge wird sie zu verhindern wissen. Schließlich ist sie es, die dieses Schauspiel inszeniert. 57 Jahre waren sie miteinander verheiratet. Während sie Hand in Hand durch die Zeit gingen, gelang es ihnen, sich jene Liebe zu bewahren, die sie auf den ersten Blick verbunden hatte. Sie versprachen einander, sich keinesfalls allein zu lassen, falls einer gehen muss. Dann wird die Frau so krank, dass sie in die Klinik muss. Eine Corona-Verordnung zwingt den Mann dazu, sein Versprechen zu brechen: Zutritt verboten, Ausnahme unmöglich, auch nicht AHA-konform. Und so muss er sie auf dem Sterbebett allein lassen. Immer wieder ruft sie nach ihm. Aber er darf nicht zu ihr. Es stehe nicht gut um sie, so benachrichtigt ihn ein Arzt telefonisch. Er müsse sich auf „das Schlimmste“ gefasst machen. Kurz darauf schließt sie für immer die Augen. Am Tag ihrer Beisetzung wirkt der alte Mann ruhig, gefasst und entschlossen. Zwei Tage später erhängt sich der 82-Jährige. Nicht der Tod seiner Frau war „das Schlimmste“ für ihn gewesen – sondern das Verbot, bis zuletzt bei ihr zu sein. Wäre diese Tragödie nicht zufällig einem Journalisten zu Ohren gekommen – wir hätten nie davon erfahren. So viele nicht minder erschütternden Corona-Schicksale gälte es zu betrauern, erst recht am 18. April. Doch Freitode aus Verzweiflung an der „neuen Normalität“ zählen zu jenen Kollateralschäden gnadenlosen Infektionsschutzes, von denen sich das Hygieneregime wohl kaum die Gedenktagsstimmung vermiesen lassen will. Ignoranz ändert aber nichts an den Fakten. Zwar hat das Statistische Bundesamt bis Mitte März 2021 noch immer keine Zahlen vorgelegt, wie viele Suizide es im ersten Coronajahr in Deutschland registrierte. Doch häufen sich Indizien für einen dramatischen Anstieg. An der neuen Normalität verzweifeln nicht nur Alte, die am Ende ihres Lebenswegs nicht mehr selbst entscheiden dürfen, welche Risiken sie eingehen. Der Coronawelt ebenso überdrüssig sind immer mehr jüngere Menschen, die sich nicht nur grundlegender Freiheiten beraubt fühlen, die das Leben überhaupt erst lebenswert machen – sondern auch ihrer Würde, ihrer Zukunftsperspektiven, einem Urvertrauen in ihre Mitmenschen und alle staatlichen Institutionen. Viele stehen vor den Trümmern ihrer beruflichen Existenz. „Ich hatte ein kleines Geschäft, das gerade so gut ging, dass ich mit meinen Lieben davon zu leben vermochte. Dieses Geschäft musste ich zusperren“, so macht eine Unternehmerin ihrer Verzweiflung Luft. „Seitdem sitze ich zuhause. Eingesperrt. Sozialkontakte bei Strafe verboten. Kein Ausgehen, kein Theater, keine Oper, kein Urlaub, kein Restaurantbesuch mit Freunden. Und ich warte. Weiß nicht worauf, sehe, höre und spüre nichts von dieser Seuche, außer den schauderhaften Berichten aus Fernsehen und Zeitung. Kenne niemanden, der diese Seuche hat. Dafür weiß ich nicht, was wir morgen essen sollen. Wovon ich die Miete zahlen soll. Wir sitzen alle zuhause. Können einander schon nicht mehr ertragen. Sind aggressiv auf einander und auf die Welt.“ „Es schnürt mir den Hals zu, wenn ich daran denke, wie erfüllt mein kleines Leben gewesen ist. Freundliche Kunden im Geschäft, denen ich ihre Wünsche zu erfüllen vermochte, ihr Dank war meine Seelennahrung. Dies verlieh mir die Haltung, mit der ich die Rolle des Oberhauptes meiner kleinen Familie mit Freude getragen habe. So stolz war ich auf mein Leben. Es war nicht großartig, aber es war in Ordnung. Und es war mein Leben. Ich hatte es für mich und meine Lieben so eingerichtet. Bis es mir genommen wurde. Ich bin es leid. Und ich bin müde. Nicht körperlich. Ich bin das Leben müde. Dieses Leben, das ich führe, das so wenig für mich übrig hat. Es ist zu viel. Zuviel Mühsal, das wie zäher Schleim über allem liegt und jegliche Aktivität bleischwer und im Eigentlichen unmöglich erscheinen lässt. Kein Gedanke scheint verlockend, nichts erstrebenswert. Die Zentnerlast jedes Tages lastet auf mir, erdrückt mich, macht mich unbeweglich, starr, ich vegetiere und warte.“ „Agonie ist die Antwort auf all das, leer, kalt, leblos kriecht sie in mir empor, nimmt mich ganz langsam mit grausamer Bestimmtheit in Besitz.“ „So gerne wäre ich lebhaft, würde gern lachen und mich freuen, aber es gibt nichts zu lachen und nichts, worüber ich mich freuen könnte. So gerne würde ich schöne Dinge mit meiner Familie erleben, aber es gibt nichts, was sich zu erleben lohnt.“ So kommt es, dass die Feuerwehr mancherorts schon häufiger wegen Lebensmüder ausrücken muss als wegen Bränden. In Berlin verzeichnete sie 2020 eine massive Zunahme von Einsätzen mit dem internen Code 25D03, „Beinahe Strangulierung/Erhängen, jetzt wach mit Atembeschwerden“. Im Jahr 2018 war sie deswegen sieben Mal ausgerückt, 2019 drei Mal. Und im Jahr 2020? 294 Mal, nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres und Sport – eine Steigerung um 9800 Prozent. (1) Die psychischen Folgen der Panikmache in Medien und Politik untersuchte der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Berliner Charité, Prof. Michael Tsokos. Die betroffenen Verstorbenen, die er obduzierte, hätten so viel Angst vor dem Tod durch das Coronavirus gehabt, dass sie im Tod den einzigen Ausweg gesehen hätten. Als „Corona-Suizid“ bezeichnet er dieses tragische Phänomen. Unter anderem schildert Tsokos den Fall eines 39-jährigen Mitarbeiters einer europäischen Botschaft, der sich am 20. März 2020 das Leben genommen hatte. Wie die Kriminalpolizei ermittelte, hatte sich der Mann offenbar panisch vor einer möglichen SARS-CoV-2 Infektion gefürchtet. In seinen letzten Tagen habe er einen leichten grippalen Infekt gehabt. Einen Abstrich sahen Ärzte als nicht notwendig an, lehnten ihn daher ab. Wegen seiner grippalen Symptome habe der Mann aber derart paranoid befürchtet, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, dass er deshalb Suizid beging. Ein weiterer Fall aus Tsokos´ Sammlung: Am 8. April nahm sich ein 63-Jähriger das Leben, nachdem er gegenüber seiner Ehefrau hatte er offenbar Tage zuvor wiederholt geäußert hatte, in den letzten Nächten schwitze er vermehrt. Auch ihn trieb anscheinend Corona-Panik in den Selbstmord. Ähnlich tragische Selbsttötungen aus Corona-Angst wurden aus Frankreich bekannt. Selbst unter Jugendlichen haben Suizidversuche sprunghaft zugenommen. Nicht alle lassen sich rechtzeitig verhindern. So war es bei Werner, einem 17-Jährigen aus einer Kleinstadt nahe Berlin. Er stand kurz vor dem Abitur. Von einer Weltreise hatte er geträumt und dafür gespart. Danach wollte er studieren oder eine Berufsausbildung beginnen. Dann brach ein Jahr Homeschooling über ihn herein. Seinen Eltern klagte er über die Isolation, die Verbote, seine Zukunftssorgen. Er sehe keine Perspektive mehr. An einem Sonntagabend im Februar 2021 geht er in sein Zimmer, lädt ein letztes Mal Hausaufgaben in die ICloud der Schule hoch – und setzt seinem Leben ein Ende, noch ehe es richtig begonnen hat. „Euch trifft keine Schuld“ steht auf einem Zettel, den seine Eltern anderntags neben seiner Leiche finden. Knapp einen Monat zuvor hatte eine Mitschülerin keinen anderen Ausweg mehr gesehen. „Ich lasse mir nicht anhängen, dass ich Kinder quäle“, erklärte die Bundeskanzlerin kürzlich empört. Doch eben dies bewirken die immer wieder aufs Neue verlängerten Corona-Maßnahmen der Regierenden. „Kinder leiden und zerbrechen daran“, klagt Carsten Stahl vom Bündnis Kinderschutz e.V. an. „Da kann man sich nicht aus der Verantwortung schleichen. Wenn sich Kinder im Lockdown das Leben nehmen, dann seid Ihr verantwortlich! Das ist keine politische Entscheidung. Die Menschlichkeit muss im Vordergrund stehen und nicht Eure Machtinteressen. Kinder sind unsere Zukunft, nicht Ihr!“ Aus allen Teilen der Welt kommen ähnlich bestürzende Statistiken. In Japan starben im Oktober mehr Menschen durch Selbstmord als durch Covid-19 im gesamten Jahr 2020. „Dabei hatten wir nicht einmal einen Lockdown, und die Auswirkungen von Covid sind sehr minimal im Vergleich zu anderen Ländern“, sagt Michiko Ueda, außerordentlicher Professor an der Waseda Universität in Tokio und ein Experte für Suizide. „Trotzdem sehen wir diesen großen Anstieg der Anzahl von Selbstmorden. Das deutet darauf hin, dass andere Länder in der Zukunft einen ähnlichen oder sogar noch größeren Anstieg der Selbstmordzahlen sehen könnten." In Australien starben von März bis Juli 2020, während des ersten Lockdowns, sechs Mal mehr Menschen von eigener Hand als mit einer Coronainfektion – 1200 gegenüber 200. (2) In den Vereinigten Staaten „sehen wir unter Heranwachsenden jetzt leider viel mehr Selbstmorde als Todesfälle durch Covid“, wie der Direktor der nationalen Seuchenschutzbehörde CDC, Robert Redfield, schon im Juli 2020 einräumte. Bereits einen Monat zuvor hatte Dr. Mike deBoisblanc, Leiter der Notaufnahme einer Klinik bei San Francisco, Alarm geschlagen. „Wir haben in den letzten vier Wochen Suizidversuche in einem Umfang sonst wie in einem ganzen Jahr erlebt. (…) Das ist ohne Beispiel. Wir haben noch nie solche Zahlen in einer so kurzen Zeitspanne gesehen.“ (3) Allein im US-Bundesstaat Indiana stieg im Lockdown die Anzahl der Anrufe bei der Notrufzentrale für psychische Gesundheit und Suizid um 2000 Prozent – von täglich 1.000 auf 25.000. (4) Unter 1.000 High-School- und College-Studenten gaben fünf Prozent an, sie hätten während der Pandemie einen Selbstmordversuch unternommen. Auch in US-Medien häufen sich Berichte über Corona-Suizide unter Minderjährigen. Der New York Times zufolge brachte sich ein 14-jähriger Junge in Maryland um, weil er "aufgegeben" hatte, als seine Schule im Herbst noch immer nicht öffnete. Ein Elfjähriger erschoss sich während einer Zoom-Unterrichtsstunde. Das jüngste Opfer in Clark County, erst neun Jahre alt, hinterließ als letzte Notiz: In der Corona-Welt habe es nichts mehr zu erwarten. Auch andere Länder mit ähnlich strikten Schulschließungen wie die USA verzeichnen einen deutlichen Anstieg von Selbsttötungen. Wie Ian Hickie, Australiens ehemaliger Gesundheitsbeauftragter und Leiter des Brain and Mind Centre, kürzlich schätzte, dürfte die Zahl der landesweiten Suizide im Jahr 2020 von 3.000 auf bis zu 4.500 angestiegen sein; fast die Hälfte davon betreffe junge Menschen. Schon Mitte Mai 2020 hatten amerikanische Ärzte in einem offenen Brief an den damaligen US-Vizepräsidenten Mike Pence eine rasche „Öffnung“ der Gesellschaft gefordert. Vergeblich betonten sie, Covid-19 habe sich als viel geringer ungefährlicher heraus als ursprünglich angenommen; die Risikogruppen seien bekannt und könnten gezielt geschützt werden; eine sichere Immunisierung der Bevölkerung sei auch ohne Impfung möglich. Die Medien hätten die Bevölkerung unnötig terrorisiert - und damit einen starken Anstieg von Verzweiflung und Selbstmorden ausgelöst. In England sei unter jungen Menschen Suizid mittlerweile die häufigste Todesursache, erklärt eine Professorin der Universität von Nottingham, Ellen Townsend. „Wir müssen jetzt Prioritäten setzen, um weitere Tragödien zu verhindern. Die politischen Entscheidungsträger müssen das Richtige für die Kinder tun und sie so schnell wie möglich wieder in die Normalität zurückbringen." Die Einsamkeit durch Lockdowns sei genauso gesundheitsschädlich wie Rauchen und Fettleibigkeit, sie stehe in direktem Zusammenhang mit Selbstmordgedanken. Die "Generation Lockdown" werde noch jahrelang unnötig leiden. "Es ist unbestreitbar, dass junge Menschen in dieser Krise einen überwältigenden Schaden für ihre psychische Gesundheit erleiden." Eine österreichische Studie zur psychischen Gesundheit von rund 3000 Schülern fand, dass während der Coronakrise bereits 16 Prozent an Selbstmord dachten. (5) Einen explosionsartigen Anstieg von psychischen Erkrankungen und Selbstmordversuchen um bis zu 600 Prozent befürchtet Professor Ramesh Thakur, der ehemalige Vize-Rektor der United Nations University, des akademischen Zweigs der Vereinten Nationen. Weltweit könnte dies „bis zu 10-mal so viele Menschen töten als das Virus“. Allein der Verlust des Arbeitsplatzes, infolge der ökonomischen Verwüstungen durch das Lockdown-Regime, dürfte weltweit eine Welle zusätzlicher Suizide ausgelöst haben: Das befürchteten der Schweizer Psychiater Wolfream Kawohl und der Soziologe Carlos Nordt schon im April 2020 in der Fachzeitschrift Lancet Psychiatry. Sie analysierten Daten der Jahre 2000 bis 2011 aus 63 Ländern. Von den rund 800.000 Suiziden weltweit hängt demnach jeder fünfte unmittelbar oder indirekt mit Arbeitslosigkeit zusammen. Dass Corona-Suizide in keiner offiziellen Pandemie-Statistik auftauchen, werden versierte Faktenchecker selbstverständlich ohne weiteres als Fake News enttarnen können. Wer seinen Freitod in den Dashboards des Robert-Koch-Instituts und der John-Hopkins-University verewigt wissen will, braucht sich in seinen letzten Tagen ja bloß oft genug PCR-testen zu lassen. Die Chancen stehen gut, dass er irgendwann „positiv“ dasteht. Notfalls lässt sich dies posthum sicherstellen. In einem akut löschungsgefährdeten YouTube-Video berichtet eine Frau von einem Freund, der sich wegen der Corona-Maßnahmen umbrachte. Auf seinem Totenschein stand hinterher „Corona“ als Ursache. (6) Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Nach t.me/nachrichtenportal. (2) https://7news.com.au/the-morning-show/gus-worland-talks-mental-health-during-covid-and-the-alarming-rate-of-suicide-in-australia-c-1221236; https://www.aier.org/article/madness-in-melbourne/ (3) Zit. nach https://www.stern.de/gesundheit/der-preis-des-lockdowns----in-vier-wochen-suizide-wie-in-einem-ganzen-jahr--9275302.html; siehe https://www.bassmedicalgroup.com/doctors/michael-w-deboisblanc (4) Nach https://swprs.org/facts-about-covid-19-archive/, der dort angegebene Twitter-Post wurde inzwischen gelöscht. (5) Nach Demokratischer Widerstand Nr. 40, 13.3.2021, S.3. (6) https://t.me/oliverjanich/43427, https://www.youtube.com/watch?v=Q4Km5EXvWNY&feature=youtu.be

  • Auf Mückenjagd mit der Abrissbirne

    Im unverhältnismäßigen „Krieg gegen das Virus“ findet eine beispiellose Sabotage statt - an der eigenen Wirtschaft. Während Großkonzerne davon profitieren und Aktienkurse immer neuen Höchstständen entgegenstreben, gehen mittlere und kleinere Betriebe reihenweise kaputt, werden Arbeitsplätze vernichtet, stehen unzählige Selbstständige vor den Trümmern ihrer beruflichen Existenz. Wird das am 18. April, dem nationalen „Corona-Gedenktag“, zur Sprache kommen? Eine Mücke lässt sich keineswegs nur mit der Fliegenklatsche jagen. Grundsätzlich geht das auch mit dem Vorschlaghammer, der Abrissbirne oder einem Sprengsatz. Ob sich politisch Verantwortliche beim „Kampf gegen das Virus“ in der Waffengattung vergriffen haben, ist umstritten. Außer Frage steht hingegen, welche Verwüstungen die Kriegsherren angerichtet haben. Die Weltwirtschaft ist im vergangenen Jahr so stark eingebrochen wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Welt-Sozialprodukt ging um rund 4,4 % zurück. Gleichzeitig stiegen die Schulden um etwa 20 Billionen auf 277 Billionen Dollar. Von Rotchinas Kommunisten zur Nachahmung verführt, stellen hyperaktive Seuchenschützer auch in der Bundsesrepublik sicher, dass Lockdown-Masochismus die Ökonomie seit über einem Jahr lähmt. „Die Corona-Krise war und ist ein Schock für die deutsche Wirtschaft, der seinesgleichen sucht“, stellt Michael Hüther fest, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Allein im ersten Quartal 2021 dürften sich die Kosten nach IW-Berechnungen auf rund 50 Milliarden Euro summiert haben. Insgesamt beläuft sich der coronabedingte Wohlstandsverlust bislang auf 250 Milliarden Euro. Binnen Jahresfrist stieg die Zahl der Arbeitslosen um 450.000 auf 2,75 Millionen, die Zahl der Kurzarbeiter auf 2,8 Millionen. Nach jüngsten Berechnungen des Handelsforschungsinstituts IFH werden hierzulande bis 2023 rund ein Fünftel aller stationären Läden für immer ihre Türen schließen müssen – rund 80.000 insgesamt. Gar einen Verlust von bis zu 120.000 Geschäften erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE). Für die Innenstädte und das gesellschaftliche Leben werde dies verheerende Folgen haben, warnte der HDE-Präsident Josef Sanktjohanser neulich in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Jeder einzelne durch den Lockdown verlorene Verkaufstag kostet die Einzelhändler 700 Millionen Euro; Woche für Woche kommt somit ein Minus von 4,2 Milliarden Euro zusammen. Rund 16.300 Firmen wurden im vergangenen Jahr zahlungsunfähig. Hinzu kommen 5.000 „Zombies“, die scheinbar am Leben bleiben, weil die Insolvenzregeln ausgesetzt wurden. Reihenweise gehen Unternehmen pleite, schlüpfen unter staatliche Schutzschirme, bauen Stellen ab, schließen Niederlassungen – von den Star-Inn-Hotels über die Modeketten Adler, Pimkie, Esprit und Promod, den Süßwarenhändler Arko, den Tee- und Kaffeespezialisten Eilles, die Friseurkette Klier, die Steakhouse-Kette Maredo und den Schuh- und Schlüsseldienst Mister Minit bis zu Saturn und Media Markt, Galeria Kaufhof Karstadt und C&A, die Modehäuser Hallhuber und Appelrath-Cüpper. (1) Auch in der weltgrößten Volkswirtschaft, den Vereinigten Staaten, „wütete“ weniger das Virus als blindwütige Virusbekämpfung. Bis Ende August 2020 schlossen dort über 164.000 Geschäfte – davon 60 % für immer. Unterdessen stieg das Gesamtvermögen von 651 US-Milliardären um mehr als 36 %. Zwischen März und Dezember 2020 sind die zehn wohlhabendsten Menschen der Welt um 540 Milliarden US-Dollar reicher geworden. In Großbritannien hatten bis Anfang April 2020 schon eine Million Menschen alle Einkommensquellen verloren. Wieso hat dieses historisch beispiellose Zerstörungswerk, parallel zu einer schamlosen Umverteilung von Unten nach Oben, nicht längst zu millionenfachem zivilem Ungehorsam und Generalstreiks geführt? Warum erschüttern die Deutschland-AG nicht unentwegt Massenproteste, gegen welche Wasserwerfer nicht einmal dann ankämen, wenn das Hygieneregime die Tanks mit der gesamten Nordsee befüllen ließe? Um Geschädigte ruhigzustellen, läuft die Gelddruckmaschine auf Hochtouren, so als gäbe es kein Morgen. Die Rechnung wird alsbald folgen. Ökonomen wie Professor Christian Kreiß sehen auf uns eine Hyperinflation zukommen, massenhafte Enteignungen per Vermögenssteuer, Staatsinsolvenzen, einen Banken- und Börsencrash, eine Währungsreform. „Gut aufeinander aufpassen“ sollen wir, so schärfen uns Seuchenschützer ein. Den Fürsorge-Radius ziehen sie dabei anscheinend nur zwischen Flensburg und Berchtesgaden. Gibt es kein Anderswo? Die Coronakrise hat die globale Kluft zwischen Arm und Reich dramatisch vertieft. In den wohlhabenden Ländern der nördlichen Hemisphäre verhindern soziale Sicherungssysteme zumindest das Allerschlimmste. Zwischen Berlin und Belfast, Lissabon und Wien verhungert niemand. Weitaus heftiger trifft die grassierende Coronoia hingegen Entwicklungsländer, die überwiegend auf der Südhalbkugel liegen. In der Regel gibt es dort kein Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld, keinen Kündigungsschutz, keine Kranken- und Rentenversicherung, keine Subventionen für kleine und mittlere Betriebe. Nichts und niemand lindert die ärgste Not. Von weltweit 3,3 Milliarden Arbeitskräften bewegen sich zwei Milliarden in einer „informellen Ökonomie“ ohne gesetzliche Regelungen (2); von festen Arbeitsverhältnissen können sie nur träumen. Sie sind Tagelöhner, die ohne Ersparnisse, ohne sozialstaatliche Absicherung von der Hand in den Mund leben; bestenfalls bleibt ihnen die Hoffnung, dass ihre Kinder sie mitversorgen. Mit Almosen ihrer Regierung können sie nicht rechnen. Ohne Einkommen, ohne Rücklagen fehlt ihnen Geld für Essen, für Miete, für öffentliche Verkehrsmittel, für Medikamente. Mittellos hausen sie in Elendsvierteln oder sind obdachlos. Die Folgen des Lockdown-Masochismus, dem die Erste Welt frönt, treffen die Zweite und Dritte deshalb mit voller Wucht. (Siehe KLARTEXT „Der gekaufte Planet“.) Große Teile der Bevölkerung vegetieren dort nun erst recht in bitterster Armut, können ihrem Elend nicht entkommen, sind verzweifelt, hungern und verhungern. Bereits am 22. April 2020 zitierte die New York Times unter der Schlagzeile „Instead of Coronavirus, the Hunger Will Kill Us“ Expertenschätzungen, denen zufolge die Anzahl der Hungernden bis zum Jahresende weltweit um 130 Millionen ansteigen wird. (3) Gar von 225 Millionen geht eine neuere Studie der Universität Oxford aus. (4) Laut UNO droht coronabedingt weltweit 1,6 Milliarden Menschen akut ein Verlust ihrer Lebensgrundlagen. (5) Ihren Schätzungen zufolge haben die staatlichen Reaktionen auf die Pandemie "zusätzliche 150 Millionen Kinder in multidimensionale Armut gestürzt - ohne Bildung, Gesundheit, Unterkunft, Ernährung, sanitäre Einrichtungen oder Wasser“. Schon Ende April 2020 warnten die Vereinten Nationen: „Die Welt steht vor einer "Hungersnot biblischen Ausmaßes, mit nur wenig Zeit zum Handeln, bevor der Hunger Hunderte von Millionen Menschenleben fordert." Die unabhängige Hilfsorganisation Oxfam geht davon aus, dass sich die Zahl der akut Hunger leidenden Menschen im vergangenen Jahr um 82 Prozent auf 270 Millionen nahezu verdoppelt hat; infolge der Pandemiepolitik starben laut Oxfam 6.000 bis 12.000 Menschen zusätzlich pro Tag an Hunger. In Indien saßen bei Pandemiebeginn Millionen von Wanderarbeitern fest, ohne eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aufgrund von Abriegelungsbefehlen konnten sie die Städte nicht verlassen. In Südafrika bildeten sich Ende April 2020 kilometerlange Essensschlangen. In Saudi-Arabien wurden "Hunderte, wenn nicht Tausende" afrikanischer Migranten - hauptsächlich äthiopische Männer - in Covid-Konzentrationslagern aus Mangel an Nahrung und Wasser dem Tod überlassen, nachdem im April ein Moratorium für die Abschiebung in Kraft getreten war. Hinzu kommt, dass andere Infektionskrankheiten als Covid-19 undiagnostiziert und unbehandelt blieben. Dadurch ist unter anderem mit 1,4 Millionen zusätzlichen Tuberkulose-Opfern zu rechnen. (6) Wie sich Corona-Lockdowns beispielsweise im östlichen Afrika ausgewirkt haben, weiß Detlef Müller-Mahn zu berichten, Professor für Humangeographie an der Universität Bonn. (7) „Was wir beobachten, ist eine massive Störung von Stadt-Land-Beziehungen als Folge des Lockdowns“, so stellt er fest. Die Händler seien nicht mehr auf die Dörfer gefahren, um Gemüse zu kaufen. In den Städten seien daraufhin Nahrungsmittel knapp geworden, die Preise explodierten auf das Zwei- bis Dreifache. Ein Großteil der Bevölkerung könne sich selbst Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Über Bauern sei der Lockdown zu genau jenem Zeitpunkt hereingebrochen, als sie dabei waren, die Felder für die nächste Aussaat vorzubereiten. Dringend benötigter Dünger und Saatgut wurden nicht geliefert. Auch die Versorgungsketten wurden unterbrochen. „Wir können noch gar nicht genau sagen, welche Konsequenzen das haben wird“, sagt der Afrikakenner. Darüber hinaus „sei „durch den fast kompletten Zusammenbruch des Tourismus eine wichtige Einnahmequelle verloren“ gegangen, sagt Müller-Mahn. Für Länder wie Namibia zum Beispiel sei das ein Desaster. Zumal das Land durch fortgesetzte Dürren ohnehin schon massive Probleme gehabt habe. Die Viehproduktion liege am Boden. Und an jedem Beschäftigten des Tourismus hingen zehn Familienangehörige, die von ihm leben. „Wir können das Ausmaß des wirtschaftlichen Einbruchs noch nicht genau bestimmen. Aber er wird wohl verheerend sein, in ganz Afrika.“ Allein 25 afrikanische Staaten stünden vor dem Staatsbankrott, befürchtete Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im vergangenen Herbst. Und daraus folgt? Fühlt sich unter seinen Kabinettsmitgliedern irgendwer mitverantwortlich dafür? Länder wie Indien und Pakistan verzeichnen sprunghaft angestiegene Selbstmordraten – nachdem Infektionsschutz massenhaft Lebensgrundlagen zerstörte, sehen viele Leidtragende keinen anderen Ausweg, als sich umzubringen. (Siehe KLARTEXT „Endgültig auf Abstand“.) Wird ein „Corona-Gedenktag“ stillschweigend darüber hinweggehen dürfen? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.chip.de/news/Bekannte-Modemarken-sind-besonders-betroffen-Diese-Geschaefte-verschwinden-aus-den-Innenstaedten_183296730.html; https://reitschuster.de/post/kosmetik-branche-vor-dem-ruin/ (2) https://www.imf.org/en/About/FAQ/imf-response-to-covid-19#Q1, Abschnitt „What do countries need to do to qualify for emergency assistance?“ (3) „WHO Director-General´s statement on IHR Emergency Committee on Novel Coronavirus (2019-nCoV)“, 30.1.2020, https://www.who.int/dg/speeches/detail/who-director-general-s-statement-on-ihr-emergency-committee-on-novel-coronavirus-(2019-ncov (4) Zit. nach https://www.heise.de/tp/features/Die-Forderungen-des-IWF-Respekt-vor-den-Regeln-der-Marktwirtschaft-erzwingen-4789632.html?seite=all (5) https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-04-02/world-s-virus-crisis-fighters-can-learn-from-greek-tales-of-woe; https://www.aljazeera.com/news/2020/04/greece-flattened-coronavirus-curve-200407191043404.html (6) https://summit.news/2020/05/08/1-4-million-people-to-die-from-untreated-tb-due-to-coronavirus-lockdown/; https://www.theguardian.com/global-development/2020/may/06/millions-develop-tuberculosis-tb-covid-19-lockdown (7) Nach https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/mehr-tote-durch-lockdown-als-durch-corona-in-afrika-hat-die-pandemie-die-krisen-massiv-verschaerft-li.108228

  • Nie war Fürsorge herzloser

    Der Hygienestaat hat Hunderttausende von Senioren ungefragt in Schutzhaft genommen. Weggesperrt in Heimen, die sich in Gefängnisse verwandelten, mussten sie völlige Isolation hinnehmen – selbst von Mitbewohnern und engsten Angehörigen. Über ihre Wünsche, ihre Bedürfnisse, ihre Risikobereitschaft, ihre Grundrechte geht diese Tyrannei rücksichtslos hinweg. Und sie dauert an, obwohl inzwischen fast alle durchgeimpft sind. Ihrer Würde beraubt, verfällt ein Großteil in Depression und Apathie. Körperlich und geistig bauen sie erschreckend ab. AHA-betreut von gesichtslos Maskierten, leiden und sterben sie einsam. Wenn man alte Menschen einsperrt, was bleibt ihnen dann noch vom Leben? Keine Fürsorge könnte herzloser sein, kein vorgeblicher Akt der Humanität unmenschlicher. Wer wird diese Heuchelei am „Corona-Gedenktag“ ansprechen? Wie rasch sich im Namen der Humanität völlig inhumane Regelungen durchsetzen lassen, wird seit einem Jahr nirgendwo deutlicher als in den allermeisten der 12.000 Pflegeheime in Deutschland. Obwohl von den 900.000 Bewohnern bis Ende März über 95 Prozent eine Erstimpfung erhalten haben und rund drei Viertel eine zweite, herrschen weiterhin strenge Kontaktbeschränkungen. Das allgegenwärtige Süßholzgeraspel vom „Gut-aufeinander-aufpassen“ entpuppt sich als Anstiftung zu schier unerträglicher Unmenschlichkeit. Nur wenige Senioren haben sich so viel Lebenskraft, geistige Klarheit und Selbstachtung bewahrt, um dagegen aufzubegehren. Zu ihnen zählt der Ex-Staatssekretär Ulrich Thurmann, studierter Jurist und einst leitender Beamter unter vierzehn Ministern. In einem bewegenden Appell fordert der inzwischen 84-Jährige die staatlichen Infektionsschützer auf, das Bevormunden und Gängeln der Alten einzustellen: „Hört endlich auf, mich zu retten! (…) Ich erkläre hiermit ausdrücklich, dass ich als ‚Schutzgut sehr alter Mensch‘ nicht durch diese Politiker geschützt werden möchte, die besser wissen als ich, was für mich gut ist.“ „Hört endlich auf, mich zu retten!“ „Wie fühle ich mich angesichts der Anstrengungen, die die derzeit Regierenden zu meiner Rettung unternehmen?", fragt der Greis. "Ich fühle mich beschissen. Ich sehe nicht, dass meinetwegen die Welt stillstehen muss. Ich gehöre zu den Höchstgefährdeten mit meinen 84 Jahren. Gefährdet bin ich aber nicht nur durch Corona, sondern aufgrund meines Alters schon ganz allgemein durch etwas, das sich Tod nennt. In meinem Alter denkt man an den Tod als etwas Normales, Tägliches, das jederzeit geschehen kann. Ich kenne Altersgenossen, die sich aus Angst, einige Monate oder Jahre früher zu sterben als sowieso zu erwarten, in ihren Wohnungen einschließen und sich das Essen bringen lassen. Sie hören aus Angst vor dem Tod auf zu leben.“ „Der Tod ist in meinem Alter nichts Abstraktes mehr, wie noch in der Jugend. Ich habe sehr viele Menschen gekannt. Fast alle diese Menschen sind tot – auch ohne Corona: nach schwerer Krankheit, durch Unfälle, durch Selbstmorde (erstaunlich viele), durch Alter oder auch einfach so." „Ich bin völlig zufrieden, meinen Weg zu Ende zu gehen und im Krankheitsfall auf die Menschen und Einrichtungen zu vertrauen, die ich kenne und die sich auskennen. Wenn es dann trotzdem zum Ende geht, kann ich sterben in der Gewissheit, dass meinetwegen keine Vielzahl von Menschen leiden muss.“ „Ich habe das alles nicht gewollt.“ Näheres im KLARTEXT „In Schutzhaft“. Harald Wiesendanger

  • Tanzen gegen Corona-Tristesse

    Ein französischer Protestsong geht viral: „Danser Encore“ geht zu Herzen und in die Beine. Er lädt ein, nicht länger stillzusitzen, sich isolieren zu lassen - sondern gemeinsam aufzustehen, sich in Bewegung zu setzen. In Frankreich ist „Danser Encore“ zur Hymne des friedlichen Widerstands gegen die Coronapolitik geworden. Immer öfter bilden sich spontan Gruppen von Leuten aus allen Generationen, die ihre Masken herunterziehen, um gemeinsam das lebensfrohe Lied anstimmen, während sie dazu ausgelassen tanzen: auf Plätzen, in Fußgängerzonen, in Parks, vor Bahnhöfen, an Uferpromenaden. Viele Umstehende lassen sich mitreißen. „Wir wollen tanzen“, so singen sie, „sehen, wie unsere Gedanken unsere Körper umarmen, und unser Leben nicht in Raster pressen lassen. Wir sind wie Zugvögel, weder zahm noch gefügig. Wenn am Abend der König sein Urteil fällt, dann erweisen wir ihm keine Reverenz. Unser Vertrauen ist durch die autoritären Maßnahmen zerstört. Lassen wir uns nicht bange machen von den Verkäufern der Angst.“ Die aufrüttelnde Botschaft lautet: Leben bedeutet nicht warten, bis der Sturm vorüberzieht – sondern im Regen zu tanzen. Für „Flashmobs“ eignet sich der mitreißende Song hervorragend. Weil die Performance nicht an Sicherheitsabständen scheitert, sind Ordnungshüter machtlos. Das frech-fröhliche Lied stammt von dem französischen Musiker Kaddour Hadadi, Sohn algerischer Einwanderer, und seiner Gruppe HK et les saltimbanks. Saltimbanques: das sind Gaukler, Unterhaltungskünstler, die sich ihrem Publikum auf offener Straße präsentieren – lauter Corona-Geschädigte also, deren berufliche Existenzen staatlicher Hygieneterror massenhaft zerstört hat. Zwei Millionen Mal wurde das offizielle Musikvideo bei YouTube bereits aufgerufen. Zahlreiche Clips von Aktionen, die Nachahmer zeigen, haben bis zu einer Million Klicks erreicht, siehe z.B. hier am 4. März im Pariser Bahnhof Gare du Nord, hier am 24. Februar in Marseille, hier am 21. März in der westfranzösischen Hafenstadt La Rochelle. Oder auch hier, hier, hier und hier. Eine deutsche Version des Liedtexts findet sich unter anderem hier. Eine filmisch dürftig umgesetzte, stimmlich eher unterbemittelte Performance bietet eine Drei-Mann-Gruppe hier. In den ersten Tagen seiner Amtszeit hatte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron für Empörung gesorgt, als er jene demütigte, die „nichts sind“: „Il y a des gens qui réussissent et ceux qui ne sont rien — Es gibt Leute, die Erfolg haben, und solche, die nichts sind“. Diese menschenverachtende Bemerkung griff Hadadi auf, als er Macron einen musikalischen Entlassungsbrief schickte: „Les fainéants sont dans la rue — Die Nichtsnutze sind auf der Straße.“ „Eine Zeit lang war von der Protestmentalität der Franzosen nicht viel zu spüren“, schreibt die französische Autorin Kerstin Chavent in einer Laudatio auf „Danser Encore“. „Sie schien sich mit der zerschlagenen Gelbwestenbewegung und den durchwachten Nächten erschöpft zu haben. Doch mittlerweile zieht ein frischer Frühlingshauch durchs Land, der die Menschen wieder aus ihren Häusern und auf die Straße holt. Die Leute haben die Nase voll. Ras-le-bol! Es wird wieder demonstriert. Während manche Impfdose vergeblich auf Kunden wartet, brodelt und gärt die allgemeine Unzufriedenheit. Ob Resignation oder Revolution den Ton angeben, das wird gerade entschieden.“ Harald Wiesendanger

  • Auf nach Texas - zurück zur alten Normalität

    Kein Maskenzwang mehr, nirgendwo. Keine Testpflicht. Schulen und Hochschulen, Geschäfte und Betriebe, Cafés, Bars und Restaurants, Museen, Ämter: alle geöffnet. Versammlungen, Veranstaltungen jeglicher Art: unbegrenzt erlaubt. So frei geht es nicht etwa bloß in Wunschträumen unbelehrbarer Covidioten zu, sondern in Texas: Am 3. März endeten dort sämtliche Corona-Einschränkungen. Ist seither über den zweitgrößten Bundesstaat der USA die Viren-Apokalypse hereingebrochen? 12. April 2021: Im „Globe Life Field“, einem Baseball-Stadion in der 400.000-Einwohner-Stadt Arlington, treten die einheimischen Texas Rangers gegen die Toronto Blue Jays an. Sie verlieren 2:6. Ansonsten gab es an diesem historischen Tag nur Gewinner. Am 12. April triumpierten: die Freiheit, die Wahrheit, die Demokratie, der Föderalismus. Das Miteinander. Die Menschlichkeit. 40.518 Plätze fasst das Stadion – und es war nahezu ausverkauft, 38.238 Zuschauer kamen. Viele Fans hatten sich schon Stunden vor dem Spiel draußen versammelt, grillten, sangen, spielten miteinander. Ausgelassen, distanzlos und zumeist unmaskiert feierten sie voller Vorfreude Amerikas erstes großes Sport-Event seit Beginn der unsäglichen Plandemie. Während des Spiels machten Lautsprecher-Durchsagen auf „Social Distancing“ aufmerksam. Sie verhallten weitgehend ungehört. Prompt bezeichnete US-Präsident Joe Biden das Spektakel als „Fehler“ und „verantwortungslos“. (1) Schließlich drohe doch eine „vierte Welle“. »Sie sollten auf Dr. Anthony Fauci, die Wissenschaftler und die Experten hören“, mahnte Biden. Doch Texas lässt der Rüffel aus dem Weißen Haus eher kalt. Was unter Amerikas Viren-Alarmisten blankes Entsetzen auslöste, hatte anderthalb Wochen zuvor Gouverneur Greg Abbott möglich gemacht. "Jetzt ist die Zeit, Texas hundertprozentig zu öffnen", erklärte der 63-jährige Republikaner am 2. April. Die Zeit für Einschränkungen sei vorbei. "Das muss ein Ende haben. (…). Jeder, der arbeiten möchte, sollte diese Möglichkeit haben. Jedes Geschäft, das geöffnet sein möchte, sollte geöffnet sein.“ (2) Dem widersetzte sich der Bürgermeister von Austin, Steve Adler. In seiner Stadt werde er die Maskenpflicht beibehalten. (3) Der Generalstaatsanwalt von Texas reichte dagegen umgehend Klage ein. (4) 16 weitere US-Bundesstaaten lockerten ebenfalls, von Florida über Georgia, Mississippi und Wyoming bis Tennessee. In South Dakota hatte es ohnehin nie einen Lockdown gegeben. (Siehe KLARTEXT „Aufstand der Neandertaler“.) Zwar bleiben die rund 29 Millionen Einwohner von Texas aufgerufen, sich an medizinische Ratschläge zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu halten. Es bedürfe aber keiner staatlichen Vorschriften mehr, so erklärte Abbott. Falls die Auslastung der Krankenhäuser in einem Bezirk wider Erwarten stark steigen sollte, könne die betroffene Region neue Beschränkungen verhängen. Abbotts Anordnung schließt eine Bestimmung für Bezirksrichter in Texas´ 22 Regionen ein: „Covid-19-Milderungsstrategien“ sollen angewandt werden, sofern die Anzahl der Krankenhausaufenthalte an sieben aufeinanderfolgenden Tagen die Bettenkapazität um mehr als 15 Prozent übersteigt. Aber selbst dann, so verfügte Gouverneur Abbott, dürfen bei Verstößen, zum Beispiel gegen eine mögliche örtliche Maskenpflicht, keine Strafen verhängt werden. „Bezirksrichter dürfen weder Haftstrafen für die Nichtbefolgung von COVID-19-Anordnungen, noch für das Nichttragen einer Gesichtsmaske verhängen“, so heißt es in dem Erlass. „Wenn auf Bezirksebene Beschränkungen auferlegt werden, dürfen diese keine Reduzierung der Kapazität auf weniger als 50 Prozent für irgendeine Art von Unternehmen beinhalten.“ Was hätten Alarmisten wie Drosten und Wieler, Lauterbach und Söder daraufhin wohl den Texanern prophezeit? Knapp anderthalb Monate nach Abbotts Befreiungsschlag stünden sie blamiert da. Denn anschließend stiegen Texas´ Fallzahlen nicht etwa an, schon gar nicht „exponentiell“. Sie sanken – auf das niedrigste Niveau seit Juni 2020: Ebenso rückläufig sind in Texas seit dem Ende des Hygieneregimes die Einweisungen ins Krankenhaus mit Covid-19: Auch haben Leichenbestatter neuerdings keineswegs mehr zu tun. Seit Anfang April sterben nicht mehr Texaner an oder mit Covid-19, im Gegenteil: Am 6. April brüskierte Texas die Biden-Administration ein weiteres Mal: Es untersagte staatlich verordnete Impfpässe, wie sie New York momentan einführt. Gouverneur Abbott stellte eine entsprechende Executive Order vor, die jede Regelung verbietet, die von Texanern verlangen würde, einen Impfnachweis zu zeigen, bevor sie ein Produkt oder eine Dienstleistung erhalten. „„Staatliche Behörden und politische Untergliederungen dürfen keine Anordnungen, Verordnungen, Richtlinien, Vorschriften, Regeln oder ähnliche Maßnahmen erlassen oder durchsetzen, die von einer Person als Bedingung für die Inanspruchnahme einer Dienstleistung oder das Betreten eines Ortes, eine Dokumentation über den Impfstatus der Person für einen COVID-19-Impfstoff verlangen“, so heißt es in dem Erlaß. Kein privates Unternehmen, das staatliche Mittel erhält oder von Steuergeldern profitiert, darf auf einem Impfnachweis bestehen. Von dieser Anordnung befreit sind lediglich Pflegeeinrichtungen. Impfungen seien „immer freiwillig und nie gezwungen“. Es dürfe nicht sein, dass man private Gesundheitsinformationen offenbaren müsse, „nur um durch sein tägliches Leben zu gehen“, erklärte Abbott. „Wir werden weiterhin mehr Texaner impfen und die öffentliche Gesundheit schützen, aber wir werden dies tun, ohne die persönlichen Freiheiten der Texaner zu beschneiden.“ Und so konnten Tausende kürzlich an Texas´ Stränden wie erlöst den „Spring Break“ feiern. Wer in Merkelland schon vergessen hat, welches mögliche Leben er dem Hygieneregime opfert, nimmt die Videobilder von South Padre Island an der texanischen Karibikküste am besten als Gedächtnisstütze: Soweit Leitmedien die texanische Rückkehr zur Normalität erwähnenswert finden, scheinen sie eher auf ein Scheitern zu lauern. Zuletzt sei die Inzidenz wieder leicht angestiegen, bemerken sie. Na und, solange es nicht mehr Kranke und Tote gibt – und weit und breit keine „Überlastung des Gesundheitswesens“ in Sicht ist? Wer sich von einer experimentellen mRNA-Injektion geschützter fühlt als vom eigenen Immunsystem, darf sich im übrigen auch in Texas impfen lassen; jeder Fünfte hat sich dort schon zum Versuchskaninchen für die neuartigen Covid-19-Vakzine gemacht. Dass Hospitalisierungen von positiv SARS-CoV-2-Getesteten seit kurzem wieder etwas häufiger vorkommen, könnte damit zusammenhängen. Der Fluchtweg nach Texas führt für unsereins leider weiterhin durch die Minenfelder von Hygieneterroristen. Vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ in das „Risikogebiet“ USA „warnt“ das Auswärtige Amt nach wie vor. Wer dorthin will, muss seiner Fluggesellschaft vor Einreise in die Vereinigten Staaten einen negativen PCR- oder Antigentest vorlegen, der nicht älter als drei Tage sein darf. Während des Fluges sowie an den Flughäfen besteht Maskenpflicht. Zehn Flugstunden östlich von Arlingtons „Globe Life Field“ machen sich Europas Seuchenschützer unterdessen weiterhin lächerlich, indem sie Sportveranstaltungen in vollständig leeren Stadien stattfinden lassen – so als gefährde auch nur ein einziger Zuschauer, sobald er einen von mehreren zehntausend freien Sitzplätzen einnimmt, die Volksgesundheit, selbst wenn er sich FFP2-maskieren würde. Auf dem grünen Rasen hauchen sich unterdessen 22 Kicker unentwegt aus nächster Nähe Killerkeime ins Antlitz, wabern virologisch bedenkliche Aerosole durch hochfrequentierte Strafräume. Wie können es Mainstream-Journalisten mit ihrem Gewissen, ihrer Standesethik, ihrem Selbstverständnis als „Vierter Gewalt“ vereinbaren, über coronoiafreie Weltregionen wie Texas hinwegzuschweigen – und lieber eine Horrorshow in Endlosschleife mitzuinszenieren? Wer spendiert den Mitgliedern von Deutschlands Panikorchester schleunigst einen Bildungsurlaub in Texas, ehe sie über weitere „Wellenbrecher“, „Notbremsen“ und „Brücken-Lockdowns“ schwadronieren? Kürzlich orakelte der Chefvirologe der Republik, Christian Drosten: „Jetzt hilft nur noch der Holzhammer.“ Fragt sich bloß, bei wem. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.espn.com/espn/story/_/id/31174442/president-joe-biden-calls-no-limit-fans-texas-rangers-stadium-not-responsible; https://www.focus.de/sport/mehrsport/baseball-team-in-texas-spielt-vor-fast-40-000-fans-biden-kritisiert-fehler_id_13163336.html; https://www.spiegel.de/sport/joe-biden-kritisiert-zuschauerplaene-im-us-sport-es-ist-nicht-verantwortungsvoll-a-ba6f89c5-d6c0-4dd4-b47c-e6c3f910946f (2) https://www.n-tv.de/panorama/Texas-und-Mississippi-beenden-Corona-Massnahmen-article22397910.html; Tim Fitzsimons, Texas and Mississippi to lift mask mandates and roll back Covid restrictions, NBC News vom 2. März 2021; s. https://www.youtube.com/watch?v=VTA30u5yeqQ; https://www.youtube.com/watch?v=EjwrQY0ze2g; https://www.youtube.com/watch?v=I3kzVQKgKYc (3) John Bowden, Texas AG demands Austin drop mask mandate or face legal action, The Hill vom 10. März 2021. (4) Christina Maxouris/Jason Hanna/Amir Vera, Texas attorney general files lawsuit against Austin leaders over mask requirement, CNN vom 11. März 2021. Foto Menschenmenge: Keith Johnston; Grafik Texas-Flagge: Gordon Johnson; Foto Rio Grande: David Mark.

  • Scheinheiliges Gedenken

    Allen sogenannten „Corona-Opfern“ widmete das Hygieneregime am 18. April einen nationalen Gedenktag. Bloß wie vielen? Rund 80.000 Tote beklagten die versammelten Trauergäste. So viele will das Robert-Koch-Institut ermittelt haben. In Wahrheit könnten es, je nach Zählweise, wenige hundert sein. Oder mehrere hunderttausend. Wer aufmerksam zuhörte und das Nachdenken gerne selber erledigt, konnte es frühzeitig kommen sehen. Allerspätestens vor einem Jahr, am 23. März 2020, hätte zwischen Flensburg und Garmisch jedem Inhaber einer funktionsfähigen Großhirnrinde ein Licht aufgehen müssen: Wir werden beschissen. An jenem Tag sonderte ein unmaskierter Robert Wieler, Direktor des Robert-Koch-Instituts (RKI), in die deutsche Medienlandschaft bei einer Pressekonferenz ein infektiologisch hochbedenkliches Aerosol mit einer ungeheuerlichen Verlautbarung ab, die nach strengen Maßstäben allein schon ausgereicht hätte, ihm unverzüglich seinen Chefsessel und seinen Professorentitel wegzunehmen: „Wir melden alle Fälle, die Covid-19-positiv sind und gestorben sind, als Covid-19-Sterbefälle.“ Schlimm genug, dass dieser weisungsgebundene, dem Gesundheitsminister unterstellte Veterinär hierbei eine Krankheit, Covid-19, mit einem positiven PCR-Befund verwechselte, diesen wiederum mit dem Nachweis einer Infektion durch aktive SARS-CoV-2-Viren. Der eigentliche Skandal lag in seiner unverfrorenen, wie selbstverständlich geäußertem Bekenntnis: Hey Leute, übrigens fälschen wir die Sterbestatistik. Ebenso skandalös ist, dass Mainstream-Medien dabei wie gleichgeschaltet mitspielten. Von Anfang an. Bis heute. Seit Ende März 2020: Wer im letzten Monat vor seinem Ableben positiv auf das neue Coronavirus getestet wurde, tritt als „Corona-Opfer“ ab – selbst wenn er einem Krebsleiden oder einer anderen schwerwiegenden Grunderkrankung erlag wie Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenversagen, einer heftigen Grippe, einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall; selbst wenn er bei einem Unfall oder wegen einer Vergiftung umkam, ermordet wurde oder sich selber umbrachte. Statistisches Bundesamt „rettet“ mehrere tausend Fälle vor dem Corona-Exitus Das Statistische Bundesamt zählt „Corona-Tote“ strikter als Wielers RKI. Ihm genügt es nicht, dass irgendwo auf dem Totenschein „Covid-19“ auftaucht. Es muss darauf ausdrücklich als „Grundleiden“ vermerkt sein. Daraus ergeben sich bislang mehrere tausend Seuchenopfer weniger: Im Gesamtjahr 2020 registrierte das Bundesamt 39.201 „Covid-19-bedingte“ Todesfälle; im neuen Jahr kamen bis einschließlich der elften Kalenderwoche (15. bis 21. März) 31.552 hinzu. Insgesamt wären es also rund 70.800. Gefälschte Totenscheine Aber auch das Bundesamt kann insgeheime Urkundenfälschungen nicht ausschließen. Um möglichst hohe Opferzahlen zu produzieren, war vielerorts von Anfang an – man muss es so deutlich sagen - eine geradezu kriminelle Energie am Werk. (1) Wie am Fließband frisieren manche Ärzte Totenscheine - auf Anweisung von oben, durch Klinikleitungen oder Gesundheitsbehörden, oder weil es an Covid-19-Toten mehr zu verdienen gibt. (2) Die irische Medizinerin Dolores Cahill, Professorin an der Universität Dublin, überprüfte 1700 Fälle, bei denen der Totenschein als Sterbeursache „Covid-19“ angab. Bei Auswertung der Patientendaten musste sie feststellen: Nur 92 der 1700 angeblichen „Corona-Toten“ verstarben ausschließlich an Covid – der Rest tat es nachweislich aus anderen Gründen. (3) Solche Urkundenfälschung „ist ein Verbrechen“, stellt Cahill klar. „Darauf stehen mehrere Jahre Gefängnis.“ Selbst Impftote werden neuerdings plötzlich zu „Corona-Opfern“. Hinterbliebene lassen sich ihr Einverständnis abkaufen, dass ihr verstorbener Angehöriger kurzerhand zum „Corona-Toten“ umetikettiert wird. (4) Wer ablehnt und die Ungeheuerlichkeit öffentlich machen will, findet kaum Gehör. Um wie viele Sterbefälle haben Betrügereien die offizielle Seuchenstatistik aufgebläht? Eine Ahnung davon vermittelt eine Quelle, die noch kein Faktenchecker als Fake News-Schleuder ausgemacht hat: die amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC. Daten zufolge, die sie am 26. August 2020 veröffentlichte, ist nur in sechs Prozent aller Sterbefälle, die als „coronabedingt“ in die Statistik eingehen, Covid-19 die ausschließliche Todesursache. Sechs Prozent. Auf die Bundesrepublik übertragen, dürfte SARS-CoV-2 allein demnach allenfalls knapp 5000 Corona-„Fälle“ dahingerafft haben. Zur Erinnerung: Insgesamt 982.000 Deutsche verstarben im vergangenen Jahr, ohne dass unser Bundespräsident feierlich eine Kerze für sie anzündete. Womöglich dürfte sogar nur jeder hundertste Verstorbene, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, als echter „Corona-Todesfall“ durchgehen. Das legen Daten aus Italien nahe. (5) Ihnen zufolge wiesen über 99 % der Betroffenen eine oder mehrere chronische, lebensbedrohliche Vorerkrankungen auf. Nur bei 12 % war Covid-19 ein Kofaktor – und kaum jemals der ausschlaggebende. Erst Obduktionen schaffen Klarheit Tatsächlich könnten es noch weniger sein. Denn nur selten finden bei mutmaßlichen „Corona-Opfern“ Obduktionen statt, um der wahren Todesursache auf den Grund zu gehen. Der erste deutsche Rechtsmediziner, der sich davon durch sonderbare Warnungen des RKI nicht abhalten ließ, war Professor Klaus Püschel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. An sämtlichen Hamburgern, die vermeintlich dem Wuhan-Virus erlegen waren, führte er eine innere Leichenschau durch. „Ohne Vorerkrankung ist an Covid-19 noch keiner gestorben“, stellte er daraufhin bereits Anfang April 2020 klar. „Alle, die wir bisher untersucht haben, hatten Krebs, eine chronische Lungenerkrankung, waren starke Raucher oder fettleibig, litten an Diabetes oder hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.“ Da sei SARS-CovV-2 lediglich der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. (6) Demnach war schon vor einem Jahr glasklar: SARS-CoV-2 ist kein Killer wie Ebola, der wahllos Kerngesunde jeden Alters dahinrafft. So gut wie immer gibt eine Infektion bloß bei erheblich Vorerkrankten und Immunschwachen den fatalen Ausschlag. An echten „Corona-Opfern“, die einzig und allein dem Wuhan-Virus erlagen, gibt es in Deutschland demnach wohl höchstens ein paar Dutzend zu beklagen. Unterlassene Hilfeleistung Diesen paar Betroffenen hätte niemand den letztendlichen Tod ersparen können. Zumindest wäre aber zu verhindern gewesen, dass Covid-19 dazu entscheidend beitrug. Vitamin D, Zink und viele weitere bewährte Mittel der Natur- und Erfahrungsheilkunde hätte ihr Immunsystem stärken können. (Siehe KLARTEXT „Wie Phönix unter der Asche“.) Auch hochwirksame antivirale Medikamente wie Ivermectin (KLARTEXT „Ein ‚Game Changer‘, der nicht mitspielen darf“) und – richtig dosiertes, bei bekannten Kontraindikationen vermiedenes – Hydroxychloroquin hätten in den allermeisten Fällen verhindert, dass es zu Infektionen kommt; dass Infizierte schwer erkranken; dass der Krankheitsverlauf auf die Intensivstation führt, von dort auf den Friedhof. Chancen für Prävention und Therapie zu verschweigen, weil sie Impfungen überflüssig machen könnten, grenzt an unterlassene Hilfeleistung. Ob es am 18. April nun Zehntausende von „Corona-Opfern“ zu beklagen gilt, wenige tausend oder bloß ein paar hundert: In jedem Fall gilt das organisierte Gedenken Menschen, die im Durchschnitt ihren letzten Atemzug völlig im Einklang mit ihrer statistischen Lebenserwartung getan haben: mit 83 Jahren. Ebenso klarzustellen wäre, dass eine Ansteckung mit SARS-CoV2 kein höheres Sterberisiko mit sich bringt als es eine mittelschwere Grippe: Nach jüngsten Studien liegt die Infection Fatality Rate (IFR) weltweit gerade mal bei 0,15 %, in Europa zwischen 0,3 und 0,4 %. Im globalen Mittel liegt sie für unter 70-Jährige bei 0,05 %, bei unter 40-Jährigen beträgt sie 0,01 %. (7) Ein Killerkeim wütet wahrlich anders. Und so würden wir die Berliner Trauergesellschaft gerne mit der lästigen Frage stören: Wieso hatten nicht schon die über 25.000 Grippetoten des Winters 2017/18 einen nationalen Gedenktag verdient? Wieso widmet unser Bundespräsident einen Staatsakt nicht 330.000 Herz-Kreislauf-Erkrankten oder 230.000 Krebspatienten, die alljährlich ihrem Leiden erliegen? Gibt es in Deutschland Tote erster und zweiter Klasse? Darf man wegen allem und jeglichem geräuschlos abtreten, bloß nicht wegen Covid-19? Wer gedenkt der Kollateral-Toten des Hygieneregimes? Und wer betrauert am 18. April die Kollateral-Toten staatlichen Infektionsschutzes? (KLARTEXT „Unterwegs zum Gipfel der Heuchelei“.) Wird sich unter den versammelten Lockdown-Fetischisten irgendeiner schuldig bekennen, unbedachte Entscheidungen getroffen oder mitgetragen zu haben, die weit mehr Menschenleben forderten, als Maskenzwang, Ausgangssperren, Schließungen und sonstige Maßnahmen jemals hätten retten können? Allein während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 wurden über 900.000 notwendige Operationen verschoben, darunter 52.000 an Tumorpatienten; Therapien wurden unterbrochen, Untersuchungen versäumt. Unzählige Notfälle blieben unversorgt. (8) Und wie viele Mitbürger hat staatlicher Infektionsschutz-auf-Teufel-komm-raus in eine unwürdige Isolationshaft gezwungen? Wie viele trieb es in Verzweiflung, in den Ruin, in den Selbstmord? (Siehe KLARTEXT „Endgültig auf Abstand“.) Wie viele Kinderseelen hat es traumatisiert? Wie viele Alte ließ es traurig, einsam und verbittert sterben, gewaltsam separiert von ihren nächsten Angehörigen? (Siehe KLARTEXT „Nie war Fürsorge herzloser“.) Viele Hinterbliebene werden es eher als Hohn empfinden, wenn ihnen führende Repräsentanten des Hygieneregimes, nachdem sie Seniorenheime kaltblütig in Gefängnisse verwandelten, nun krokodilstränenreich ihre „tiefe Anteilnahme für den großen Verlust“ versichern, eine „unendliche Trauer und unendlichen Schmerz“ nachempfinden, wie ihnen unser Staatsoberhaupt vorsorglich schon im März androhte. Wer braucht vergiftete Empathie? Uns schwant, weshalb rund um die Berliner Gedächtniskirche und dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt, den beiden Hauptschauplätzen des offiziellen Gedenkens, die Laternen ausgeschaltet bleiben können, wenn es am 18. April dunkel wird. „Warum sind nachts unsere Straßen so hell? Wegen der vielen Scheinheiligen, die unterwegs sind“, wie dem Schriftsteller Edward Blanck schon vor einem Dreivierteljahrhundert herausfand. Welcher Trauergast, welches Leitmedium erwähnt am 18. April, dass von einer Übersterblichkeit in Deutschland im Pandemiejahr 2020 keine Rede sein konnte – abgesehen von den Lockdown-Monaten, die sie angeblich verhindern sollten? Wer zitiert das Statistische Bundesamt mit den jüngsten Todesfallzahlen: Im März 2021 starben hierzulande 81.359 Menschen – 11 % weniger als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 für diesen Monat. Und wer verliert am 18. April auch nur ein einziges Wort über jene, die öffentlich unbetrauert und eher totgeschwiegen von uns gegangen sind, weil sie blauäugig einer überwältigenden Impfpropaganda auf den Leim gingen? Für den größten medizinischen Feldversuch aller Zeiten stellten sie sich als Versuchskaninchen zur Verfügung – und ließen sich schlampig geprüfte, hochriskante mRNA-Vakzine spritzen, deren Langzeitwirkungen niemand kennt. Viele von ihnen gehörten Altersgruppen an, deren Risiko, einer SARS-CoV-2-Infektion zu erliegen, im Bereich der Wahrscheinlichkeit liegt, auf dem Weg zur Arbeit von einem Auto überfahren zu werden oder sich bei einem Treppensturz das Genick zu brechen. In der Altersgruppe zwischen 25 und 65 ist ein Covid-19-Tod seltener, als an verschlucktem Essen zu ersticken. Unter 25-Jährige werden häufiger vom Blitz erschlagen. Und für so gut wie alle Corona-Impftoten gilt: Hätten sie ihrem Immunsystem eher vertraut als einem Pharmaprodukt, so wären sie noch unter uns. Auf dem Sterbebett: die freiheitlich-demokratische Grundordnung Schon gar nicht wird am 18. April von einem weiteren „Corona-Opfer“ die Rede sein: unserem Rechtsstaat, dem Gegenentwurf zu einer alles kontrollierenden, menschenverachtenden Diktatur nach rotchinesischem Vorbild, dem unsere politische Elite besinnungslos nacheifert. Nach dem ersten Jahr einer „epidemischen Lage“ ohne echte Notlage hat vor allem ein Krisenaspekt „nationale Tragweite“ erlangt: die schleichende Erosion fast aller Säulen unseres Gemeinwesens. Statt eine außer Rand und Band geratene Exekutive zu zügeln, entmachten sich Parlamente freiwillig selbst. Im Justizapparat überwiegen Richter, die grob verfassungswidrige Gesetze und Verordnungen ohne Beweisaufnahme anwenden. Das Verfassungsgericht sieht tatenlos zu, sein Präsident von Merkels Gnaden verteidigt eifriger die Regierung als das Grundgesetz. Ein Fall für den Verfassungsschutz wäre dieser jahrzehntelange CDU-Karrierist ebenso wie der Generalbundesanwalt – wenn der Verfassungsschutz nicht schon selber beobachtungsbedüftig wäre. Doch dieser beschnüffelt lieber Querdenker, die sich verdächtig machen, indem sie auf Einhaltung des Grundgesetzes bestehen. Ein überfälliger Corona-Untersuchungsausschuss, zu dem der Bundestag sich längst hätte aufraffen müssen, findet außerparlamentarisch statt, verhöhnt von Faktencheckern und zensiert von sozialen Medien. Die Vierte Gewalt ist paralysiert, Redaktionen geben sich massenhaft für Regierungspropaganda und Pharma-PR her, statt investigativ den Hintergründen dieser immer durchsichtigeren Plandemie nachzugehen. Freie Meinungsäußerung findet nur noch im Telegram-Ghetto statt. Opposition ist fast schon zu einem Ein-Mann-Unternehmen geschrumpft; ein ziemlich einsamer Kämpfer namens Boris Reitschuster verkörpert sie bewundernswert unbeirrt bei Bundespressekonferenzen und mit einem reichweitenstarken Blog, dem Medienromantiker entnehmen können, wie unabhängiger, kritischer Journalismus geht. Kritische Wissenschaftler, Anwälte und Ärzte werden drangsaliert, bedroht, ignoriert, zum Schweigen gebracht. Arbeitgeber, Lehrer und Erzieher, Polizisten und Soldaten, Bürgermeister und Landräte, Kirchenvertreter und Professoren machen sich zu Vollzugshelfern rechtswidriger, nutzloser, unverhältnismäßiger Maßnahmen. Während vor unseren Augen die größte Verschwörung aller Zeiten ihr perfektes Drehbuch umsetzt, gilt jeder als „Verschwörungstheoretiker“, der sie zu erahnen beginnt. Wer mit Begriffen wie „Fassadendemokratie“ und „Tiefer Staat“ nichts anfangen konnte, bereut bitterlich, dass er sie nicht schon viel früher ernstnahm. Das Land ist dabei, eine wachsende Minderheit seiner Bevölkerung für immer ins innere Exil zu treiben: überdurchschnittlich informierte, nachdenkliche, engagierte Bürger, die inzwischen jegliches Restvertrauen in staatliche Institutionen verloren haben. In eine lebenswerte Zukunft. In eine humane, werteorientierte Welt, in die man noch hoffnungsvoll Kinder setzen kann. In einen Großteil ihrer mühelos verführbaren Mitmenschen. Wie Umfragen belegen, haben sie „Herdenimmunität“ zu rund 90 % erreicht: Diese Herde ist immun gegen Aufklärung und Kritik. Wer beklagt all diese verheerenden Kollateralschäden der Coronapolitik? Selbst wenn die WHO schon morgen ihren Pandemiealarm zurückzöge: Sie werden bleiben. Fragen über Fragen. Und zu schlechter letzt die naheliegendste: Welcher Gedenktag könnte scheinheiliger daherkommen als der 18. April? Er widert mich an. Wen ich in mein persönliches Gedenken ganz besonders einschließe, sind Abertausende, die nicht verhindern konnten, dass ihr Leichnam in einer statistischen Schublade landet, die schändliche Propaganda bis obenhin vollstopfen will. Für sie stelle ich heute eine Extra-Kerze aufs Fensterbrett. „Der schlimmste Feind der Wahrheit“, sagt ein Sprichwort aus Portugal, „ist nicht die Lüge, sondern die Heuchelei.“ Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.rubikon.news/artikel/die-schein-coronatoten-2; https://reitschuster.de/post/nicht-ueberall-wo-auf-dem-totenschein-corona-drauf-steht-ist-auch-corona-drin/; https://reitschuster.de/post/herr-doktor-faelscht-die-totenscheine/; https://pressecop24.com/ungeheuerlicher-zeugenbericht-aus-deutschlandsberg-an-altersschwaeche-mit-ueber-90-jahren-gestorben-im-totenschein-stand-an-corona-gestorben/ (2) https://archive.is/pZF36; https://www.neues-deutschland.de/artikel/1136642.wie-die-pandemie-sich-auszahlt.html (3) https://archive.is/LOSLC#selection-2963.9-2963.23; https://www.youtube.com/watch?v=vca1uVerXGQ, ab ca. 1:13. (4) https://www.wisnewski.ch/cash-fuer-corona-kliniken-zahlen-geld-an-hinterbliebene/; https://www.youtube.com/watch?v=vca1uVerXGQ, ab ca. 1:08. (5) https://www.telegraph.co.uk/news/2020/03/31/counting-coronavirus-different-countries-calculating-death-tolls/; https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-03-18/99-of-those-who-died-from-virus-had-other-illness-italy-says (6) https://www.mopo.de/hamburg/rechtsmediziner--ohne-vorerkrankung-ist-in-hamburg-an-covid-19-noch-keiner-gestorben--36508928; https://www.bild.de/bild-plus/regional/hamburg/hamburg-aktuell/koryphaee-prof-dr-klaus-pueschel-ich-untersuche-die-corona-leichen-69776182,view=conversionToLogin.bild.html; https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/hamburger-kritisieren-falsche-rki-zaehlweise-rechtsmediziner-covid-19-ist-nur-im-ausnahmefall-eine-toedliche-krankheit-a3206613.html (7) https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/09/16/global-uprising.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20200916Z1&mid=DM654166&rid=965710689 (8) https://behoerden.blog/wp-content/uploads/2020/05/Bericht-KM4-Corona-1_geschw%C3%A4rzt.pdf; https://www.gefahrgutshop.de/fileadmin/user_upload/Corona-Vorbemerkungen.pdf; dort S. 6 f.; https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-politik-und-ihre-kollateralschaeden-das-sterben-der-anderen-a-00000000-0002-0001-0000-000171426687

  • Lieber Kristi als Angie

    Wäre über Deutschland die Viren-Apokalypse hereingebrochen, wenn die Kanzlerin nicht Angela Merkel hieße, sondern Kristi Noem? Um eine Ahnung davon zu bekommen, sollten unsere hyperaktiven Infektionsschützer 7400 Kilometer westwärts fliegen – und sich in South Dakota umschauen. Lockdown, Maskenzwang, Abstandspflicht, Ausgangssperren: all das gab es dort in keiner Phase der Coronakrise. Kristi Noem verhinderte es: die unbeirrbare Gouverneurin des nordwestlichen US-Bundesstaats. „Wellen“ positiver PCR-Tests saß sie gelassen aus. Alle relevanten Gesundheitsdaten geben ihr recht. Überlastung von Kliniken? Schwerkranke und Tote zuhauf? Keine Spur davon. Beide sind Frauen, Protestantinnen, verheiratet. Und sie bekleiden höchste politische Ämter: die eine als Kanzlerin einer westeuropäischen Republik, die andere als Gouverneurin eines US-Bundesstaats. Weitere Gemeinsamkeiten zu finden, fällt schwer. Eindeutig überwiegt, was die Zwei voneinander abhebt. Kristi Noem ist 17 Jahre jünger. Sie wuchs auf einer Ranch auf, Angie in einem Pfarrhaus. In jungen Jahren gewann Angela Merkel Russisch-Olympiaden, Kristi den Titel einer Schönheitskönigin von South Dakota. Zwei weitere Unterschiede sind wesentlicher. Kristi war immer schon Republikanerin. Von Anfang an wuchs sie mit allen Grundrechten auf, die westliche Demokratien in ihre Verfassungen geschrieben haben. „In South Dakota“, twittert sie, „rollen wir für jeden, der Freiheit liebt, den roten Teppich aus.“ (1) Angie hingegen ist ein Kind der DDR. Bis 1989 die Mauer fiel, verbrachte sie dahinter ihre ersten 35 Lebensjahre. Wenngleich nie SED-Mitglied, engagierte sie sich in einer FDJ-Gruppe, in der sie für „Agitation und Propaganda“ zuständig war. (2) Sie würdigte die „sozialistische Lebensweise“. (3) Noch Anfang der neunziger Jahre wollte sie „mit der CDU nichts zu tun haben“. (4) Und: Angie war nie Mutter. Kristi hat drei Kinder. Auch daran könnte es liegen, dass die beiden Frauen auf die Corona-Pandemie krass unterschiedlich reagierten. Während Angie seit März 2020 immer verbissener darauf aus scheint, das totalitäre Kontrollsystem von Pekings Kommunisten zu importieren und die Bundesrepublik in eine Exklave der Volksrepublik China zu verwandeln, kämpfte Kristi von Anfang an leidenschaftlich dafür, der Krise keine Grundrechte zu opfern – zumal während einer medial gehypten Pandemie, die sich frühzeitig als kaum gefährlicher erwies als eine starke Grippewelle. Hartnäckig weigerte sie sich, die gesamte Bevölkerung ihres Bundesstaats mit Verordnungen zu drangsalieren, geschweige denn wegzusperren. Seuchenschutz wollte sie ausschließlich auf dem Boden der amerikanischen Verfassung betreiben. „Hands off!“ lautet Noems Devise: Hände weg von allem, was ein freies Amerika einem diktatorischen Überwachungsregime auch nur einen Schritt näherbringen könnte! Und so blieben Schulen und Betriebe geöffnet, Läden und Restaurants ebenfalls. Dass Maskenzwang und Social Distancing die Verbreitung von SARS-CoV-2 verhindern, bezweifelte Noem immer schon. Mit der Fülle wissenschaftlicher Studien, die diese Skepsis rechtfertigen, ist die Gouverneurin offenkundig weitaus besser vertraut als die Bundeskanzlerin. Nachdrücklich ermutigte Kristi Noem Eltern, ihre Kinder trotz Pandemie weiterhin zur Schule zu schicken. (4) Auch hierbei stützt sie sich auf Forschungsergebnisse: Tatsächlich spielen Kinder im Infektionsgeschehen eine vernachlässigbare Rolle, als Betroffene wie auch als Verbreiter. Um die Wirtschaft ihres Bundesstaats während der Corona-Rezession anzukurbeln, förderte die Gouverneurin den einheimischen Tourismus mit mehreren Millionen Dollar. (5) Zu keiner Zeit galten in South Dakota Reisebeschränkungen. Über „wissenschaftliche Empfehlungen“ von sogenannten „Experten“ äußerte sich die standhafte Gouverneurin wiederholt skeptisch. (7) Stattdessen setzte South Dakota auf die Eigenverantwortung mündiger Bürger. „Wir versetzen sie in die Lage, die beste Entscheidung für sich selbst, ihre Familie und ihr Unternehmen zu treffen“, erklärte die Gesundheitsministerin des Bundesstaats, Kim Malsam-Rysdon, “indem wir sie mit rechtzeitigen und genauen Gesundheitsinformationen versorgen, sobald diese verfügbar sind". (8) Für all dies musste die Gouverneurin, seit Januar 2019 im Amt, reichlich Kritik einstecken. Dass unter Trump das Corona-Virus „nach wie vor verharmlost“ werde, habe in den Vereinigten Staaten „dramatische Folgen“, sorgte sich die Deutsche Welle. „Selbst in einer dünn besiedelten Region wie South Dakota“ sei es „außer Kontrolle“. Im Spätherbst habe „die Todesrate in South Dakota den weltweit höchsten Wert erreicht“, meldeten NBC News. Polemische Breitseiten feuerten aggressive Social-Media-User ab. Ein anscheinend sorgsam orchestrierter, teilweise vulgärer Shitstorm brach über Kristi Noem herein. Der amerikanische Anwalt Michael P. Senger vermutet dahinter Pekings Troll-Armee am Werk. Ab April 2020 wurde Noems Twitter-Account mit Posts geflutet, die ihre „Verantwortungslosigkeit“ anprangerten. „Du bist ein rücksichtsloser Idiot", so heißt es da beispielsweise, „ein verdammter Dummkopf", eine "blöde Person", eine "ignorante Schlampe". "Ordne Stay-at-Home an! Sonst wird ihr Blut an deinen Händen kleben.“ "Wie viele Menschen werden wegen deiner Dummheit, Nachlässigkeit, Ignoranz, mutwilliger Blindheit sterben?" "Wie viele deiner Bürger wirst du noch ERMORDEN, um die Liebe von Trump & Co. zu gewinnen?" (9) Doch Kristi Noem ließ sich nicht beirren. Auch steigende Infektionszahlen versetzten sie nicht in Panik: Wer mehr teste, bekomme halt mehr Fälle. (10) Am Ende sah sich Kristi Noem bestätigt. Alles in allem komme South Dakota besser aus der Pandemie als nahezu jeder andere Bundesstaat, so zog sie am 2. Februar 2021 in einem TV-Interview Bilanz. (11) „Nicht Covid hat die Wirtschaft zerstört, sondern die Regierung!“ „Kürzlich besuchte ich South Dakota, zum ersten Mal in meinem Leben“, berichtete ein Twitter-User im August 2020, „und zwar wegen Kristi Noems Haltung. Es ist ein magischer Ort voller Männer und Frauen, die zutiefst an das Amerika glauben, das es gab, und die neuen Narrative ablehnen, mit denen wir zwangsgefüttert werden. Ich würde sofort dorthin ziehen, wenn ich könnte.“ Anwalt Senger kommentierte: „Auch ich würde gerne dorthin. Ich denke, an einem Ort wie South Dakota funktioniert Online-Propaganda nicht. Man braucht nur ein paar örtliche Restaurants zu besuchen und mit den Leuten dort zu sprechen. Man erkennt sofort, dass hier wirklich niemand eine Sperre will. Problem gelöst.“ „Nicht Covid hat die Wirtschaft zerstört, sondern die Regierung!“, erklärte Kristi Noem am 27. Februar 2021 in einer aufsehenerregenden Rede bei der Conservative Political Action Conference (CPAC), einer alljährlichen Konferenz mit konservativen Aktivisten und Volksvertretern aus den ganzen USA. „Fauci hatte mir prophezeit, dass ich über 10.000 Menschen an einem Tag im Krankenhaus haben werde, wenn ich keinen Lockdown mache. An unserem schlimmsten Tag hatten wir knapp über 600! Ich weiß ja nicht, ob Sie mit mir übereinstimmen, aber Fauci hat sehr oft falsch gelegen!" (12) Anders verfuhr das angrenzende North Dakota. Dort galten strikte Maßnahmen, spätestens in der sogenannten „zweiten Welle“. Seit 13. November herrscht Maskenzwang. Geschäfte mussten schließen. Für Bars und Restaurants galten fortan Kapazitätsgrenzen. Was nützte es? Die Infektionsraten entwickelten sich in den beiden Nachbarstaaten North und South Dakota nahezu deckungsgleich, sowohl im Zeitverlauf als auch in absoluten Zahlen. Im Norden lagen sie sogar etwas höher. Im November 2020 registrierte ausgerechnet North Dakota die höchste Inzidenz weltweit. Mitte April 2021 meldete North Dakota unter allen 50 US-Bundesstaaten die höchste Fallzahl, nämlich 13.828 pro 100.000 Einwohner. (13) Wie viele SARS-CoV-2-Infizierte erkrankten so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten? Pro 100.000 Einwohner kam es in North Dakota im Schnitt aller Pandemiemonate, seit Februar 2020, zu 13 Hospitalisierungen pro Tag. Und in South Dakota? 12. (14) Auch bei den Todesraten herrscht nicht nur nahezu Gleichstand – Kristi-Land schneidet besser ab als sein restriktiver nördlicher Zwilling. Mitte April lag die Infektionssterblichkeit (IFR) – der Anteil derer, die pro 100.000 Einwohner eine Ansteckung nicht überleben – in North Dakota bei 0,15 %, in South Dakota bei 0,11 %. (15) Bei 758.000 Einwohnern registrierte North Dakota ab Pandemiebeginn bis 16. April 1478 Todesfälle; im selben Zeitraum verstarben in South Dakota von 865.000 Einwohnern 1952. (16) Wie viele „Covid-19-Opfer“ gab es in Kristi Noems Bundesstaat seit Februar 2020 im Schnitt pro Woche? EINEN EINZIGEN, nicht anders als in North Dakota. (17) Die Lockdown-Bilanz des Nachbarn im Norden ist zumindest eines nicht: besser als miserabel. War sie es wert, North Dakota nach Xi-Jinping-Rezept zu drangsalieren? Für Fauci hat Kristi Noem bloß Kopfschütteln übrig Mitte April verbreitete Anthony Fauci, der medizinische Chefberater des Weißen Hauses, in einem Fernsehinterview allen Ernstes: „Auch für geimpfte Amerikaner ist es weiterhin nicht in Ordnung, drinnen (ohne Masken und Abstand) zu essen und zu trinken.“ Bei solchen Auslassungen fallen selbst der wortgewandten Kristi Noem auf Twitter nur noch drei Ratlos-Smileys ein. (18) Am 28. Februar 2021, einen Tag nach ihrer aufsehenerregenden Ansprache bei der CPAC-Konferenz, war die Gouverneurin gemeinsam mit Fauci zu Gast bei „Face the Nation“, einer wöchentlichen CBS-Nachrichtensendung, die im Schnitt 3,5 Millionen US-Bürger erreicht. Amerikas Drosten bezeichnete Noems Rede als „unglücklich“ und „wenig hilfreich“. Manchmal glaube man richtig zu liegen, aber dann sehe man die Zahlen. Die Zahlen würden nicht lügen. Er sei sicher, dass man auch stehenden Applaus hätte bekommen können, wenn man sagte, dass man sich geirrt habe. (19) Dann trat Kristi Noem auf. Von der Moderatorin Margaret Brennan auf South Dakotas angeblich hohe Sterbezahlen angesprochen, erwiderte sie, dass lockdownfreudige Bundesstaaten wie New York und Kalifornien keine niedrigeren Todesraten aufweisen. Sie ziehe es vor, den Bürgern die freie Entscheidung zu überlassen. Die Moderatorin hakte nach: Wie könne Noem als Konservative eine Politik verfolgen, die wenig Rücksicht auf Leben nehme? Das müsse man eher die anderen Gouverneure fragen, so konterte Noem. Im übrigen müsse man die Kosten für die Wirtschaft mitberücksichtigen. (20) Zumindest in Sioux Falls, mit 175.000 Einwohnern die größte Stadt in South Dakota, galt die Maskenpflicht noch zwei Wochen länger als anderswo. Doch am 12. März entschied der Stadtrat, sie auch dort nicht mehr zu verlängern. Ausschlaggebend war der aufsehenerregende Fall eines neunjährigen Mädchens, das Opfer üblen Mobbings geworden war, weil es keinen Gesichtslappen trug. „Erst nannten sie mich ein Arschloch und sagten, meine Eltern kümmern sich nicht um mich“, erzählte es Reportern. „Dann beschimpften sie mich als dumm und blöd. Meine Schulbibliothekarin lässt mich nicht in der Bücherei sitzen, während andere, die eine Maske haben, reindürfen.“ Wegen Corona habe sie viele Freunde verloren. „Mit diesem Maskenmandat“, so sagte die Mutter, „fühlen sich die Leute berechtigt, sich für etwas Besseres zu halten als andere Menschen, auf uns herabzusehen und uns zu schikanieren – bloß weil wir eine andere Entscheidung getroffen haben, indem wir uns einfach um die geistige und körperliche Gesundheit unserer Familie kümmern". (21) „Wir vertrauen den Menschen“ „Warum South Dakota so stark aus der Coronavirus-Krise hervorgeht“: So betitelte Kristi Noem einen Gastbeitrag, den sie Anfang April 2021 für den Washington Examiner verfasste. „Während die Regierungen in anderen Bundesstaaten im vergangenen Jahr damit beschäftigt waren, ihre Volkswirtschaften zu zerschlagen, hat South Dakota nie dichtgemacht. Ich war der einzige Gouverneur, der nicht ein einziges Unternehmen oder eine Kirche angewiesen hat, ihre Türen zu schließen. Dadurch hatten wir die einmalige Gelegenheit, unseren Staat auf ein langfristiges Wachstum vorzubereiten." "South Dakota vermied die Zerstörung von kleinen Unternehmen, ausgedehnte Schulschließungen und leidende Gemeinden. Wir haben respektiert, dass die Menschen in South Dakota nicht die harte Hand der Regierung benötigen, um ihnen zu sagen, wie sie sich selbst schützen können. Wir vertrauten den Menschen. Und jetzt ist unsere Wirtschaft die am schnellsten wachsende im ganzen Land, mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. (…) Weil wir unsere Wirtschaft offen hielten, blieb sie stark. Tatsächlich liegen unsere Staatseinnahmen um 11,2 % über dem Niveau, das sie zu diesem Zeitpunkt im letzten Jahr hatten. Wir mussten keine Steuern erhöhen oder neue Schulden aufnehmen, wie es anderswo der Fall ist – (…) während andere Bundesstaaten während der Pandemie sogar den Bankrott in Erwägung zogen. (…) Wir haben gezielte Investitionen in die Infrastruktur getätigt, die das Wirtschaftswachstum für die nächsten Jahre ankurbeln werden. Wir haben unsere Bemühungen zum Ausbau des Breitbandzugangs im ganzen Bundesstaat voll finanziert. Dies wird sicherstellen, dass die Menschen in jeder Ecke von South Dakota die Möglichkeit haben, dort zu arbeiten, wo sie leben wollen, und garantieren, dass ihre Kinder die Mittel haben, die sie für ihre Ausbildung benötigen." "Diese Investitionen in die Zukunft von South Dakota werden die Wirtschaft jetzt ankurbeln und gleichzeitig einige langfristige Herausforderungen für Jahrzehnte in der Zukunft lösen." „Wir dürfen nicht unsere Prinzipien aufgeben, wenn es schwierig wird“ "Andere Staaten sollten sich ein Beispiel an South Dakota nehmen. Der Kampf für eine konservative Regierungsführung ist in Zeiten der Krise noch wichtiger. Wir dürfen nicht unsere Prinzipien aufgeben oder rücksichtslose Politik unterstützen, wenn die Dinge schwierig werden. Wenn Führer ihre Autorität in einer Krisenzeit überschreiten, dann riskieren wir, die Fundamente dieses Landes zu zerstören." "Wir haben die gottgegebenen Rechte der Bürger respektiert, frei zu beten und ihren Lebensunterhalt zu verdienen, während wir die Gesundheit und Sicherheit unserer Bürger geschützt haben. Und als Ergebnis haben der Staat und die Menschen, die hier leben, langfristigen wirtschaftlichen Erfolg erlebt und werden ihn auch weiterhin erleben.“ Für den Fall, dass Donald Trump im Jahr 2024 nicht erneut ins Weiße Haus einziehen will, wünschen sich 11 % aller Republikaner, dass Kristi Noem für das Präsidentenamt kandidiert. Populärer als sie ist parteiintern nur noch Floridas Gouverneur Ron DeSantis, ebenfalls ein bekennender Lockdown-Phobiker. (22, siehe auch KLARTEXT "Aufstand der Neandertaler".) Wäre Kristi nicht schon 2016 die bessere Alternative zu „The Donald“ gewesen – wie 2020 zum dauermaskierten Joe Biden? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://twitter.com/govkristinoem?lang=de, 15. April 2021. (2) Ralf Georg Reuth: „Angela Merkels zweierlei Welten“, Welt am Sonntag, 19.6.2005, https://www.welt.de/print-wams/article129161/Angela-Merkels-zweierlei-Welten.html; „DDR-Vergangenheit holt Merkel ein: Nichts verheimlicht – nicht alles erzählt“ ntv.de, 13.5.2013, https://www.n-tv.de/politik/Nichts-verheimlicht-nicht-alles-erzaehlt-article10631536.html (3) Gerd Langguth: Angela Merkel. Aufstieg zur Macht. Biografie. 2. Aufl. München 2007, S. 116; Mein Weg. Angela Merkel im Gespräch mit Hugo Müller-Vogg, Hamburg 2005, S. 62. (4) Ewald König: „Angela Merkel: ‚Mit der CDU will ich nichts zu tun haben‘“, Die Zeit, 18.6.2015, https://www.zeit.de/2015/25/angela-merkel-cdu-geschichte. (5) "Governor pushes schools to remain open, disparages masks", AP News 28.7.2020, https://apnews.com/article/sioux-falls-school-boards-south-dakota-kristi-noem-virus-outbreak-faedb1d1cb9faf7ac2046391466f461a (6) "South Dakota governor uses coronavirus relief funds for $5 million tourism ad despite COVID surge", https://www.cbsnews.com/news/kristi-noem-south-dakota-coronavirus-relief-funds-tourism/ (7) "Noem says South Dakota is doing 'good' as virus surges", AP News 22.10.2020, https://apnews.com/article/virus-outbreak-health-south-dakota-f967a1a56b798f43ae0d2be971b27b39; https://web.archive.org/web/20201116193231/https:/apnews.com/article/virus-outbreak-health-south-dakota-f967a1a56b798f43ae0d2be971b27b39. (8) Zit. nach https://www.nbcnews.com/health/health-news/north-dakota-south-dakota-set-global-covid-records-how-did-n1257004 (9) https://twitter.com/MichaelPSenger/status/1292880368987709447; https://www.tabletmag.com/sections/news/articles/china-covid-lockdown-propaganda; https://laptrinhx.com/researcher-suggests-deliberate-chinese-propaganda-campaign-forced-world-into-lockdown-117462256/ (10) "Noem blames surge in cases on testing as hospitals fill", AP News 13.10.2020, https://apnews.com/article/virus-outbreak-health-sioux-falls-south-dakota-5d28c62f4b7c7cb51e764f3ecb4e1cb5; https://web.archive.org/web/20201116193330/https:/apnews.com/article/virus-outbreak-health-sioux-falls-south-dakota-5d28c62f4b7c7cb51e764f3ecb4e1cb5 (11) Erin Snodgrass: „South Dakota Governor says COVID-19 response better than 'virtually every other state,' despite having overall second-highest rate of cases“, Business Insider 3.2.2021, https://www.businessinsider.com/south-dakota-governor-virus-response-better-than-every-other-state-despite-conflicting-numbers-2021-2?amp. (12) https://www.youtube.com/watch?v=bcBrfyFuIEw&feature=youtu.be; "Kristi Noem CPAC 2021 Speech Transcript", https://www.rev.com/blog/transcripts/kristi-noem-cpac-2021-speech-transcript (13) https://www.statista.com/statistics/1109004/coronavirus-covid19-cases-rate-us-americans-by-state/, abgerufen am 19.4.2021. (14) https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/south-dakota-covid-cases.html; https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/north-dakota-covid-cases.html; abgerufen am 18.4.2021. (15) Nach https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/north-dakota-covid-cases.html; https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/south-dakota-covid-cases.html, abgerufen am 18.4.2021. (16) https://usafacts.org/visualizations/coronavirus-covid-19-spread-map/state/south-dakota, abgerufen am 18.4.2021. (17) https://usafacts.org/visualizations/coronavirus-covid-19-spread-map/state/south-dakota; https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/south-dakota-covid-cases.html, abgerufen am 18.4.2021. (18) https://twitter.com/govkristinoem?lang=dem Post vom 12.4.2021. (19) Quint Forgey: „Fauci on CPAC speech: ‘I'm sure that you can get a standing ovation by saying I'm wrong’“, Politico 28.2.2021, https://www.politico.com/amp/news/2021/02/28/fauci-covid-noem-cpac-471858 (20) Transcript: Governor Kristi Noem on "Face the Nation", CBS News 28.2.2021, https://www.cbsnews.com/amp/news/transcript-gov-kristi-noem-on-face-the-nation-february-28-2021/ (21) Gustaf Kilander: „South Dakota city drops mask mandate after 9-year-old girl said she was ‘bullied’ at school“, The Independent vom 12.3.2021, https://www.independent.co.uk/news/world/americas/south-dakota-mask-mandate-b1816442.html?amp (22) "Trump wins Cpac straw poll with 55 Percent", The Hill 28.2.2021, https://thehill.com/homenews/campaign/540909-trump-wins-cpac-straw-poll-with-55-percent. Fotos Noem: http://noem.house.gov/about-me, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=98022820; Foto Merkel: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=96378820

  • Das Vertrauensparadox - Je verlogener, desto glaubhafter

    Ist es möglich, um so mehr zu vertrauen, je übler man an der Nase herumgeführt wird? Die Coronakrise beweist eindrucksvoll: Das geht. Die Erklärung ergibt sich aus der Psychologie der Meinungsbildung – und einer zunehmenden Einöde namens Medienlandschaft. Ohne sie wäre der Corona-Albtraum längst vorbei. Ist es zu fassen? Noch nie haben sich mehr Bundesbürger auf ihre Medien verlassen als 2020, im ersten Jahr der SARS-CoV-2-Pandemie. Dies wollen Meinungsforscher der Universitäten Mainz und Düsseldorf in einer Langzeitstudie herausgefunden haben. Demnach vertrauen 56 % aller Deutschen darauf, was Presse, Funk und Fernsehen ihnen vermitteln – deutlich mehr als in den fünf Jahren vor der Coronakrise. Bis 2020 hatte dieser Wert zwischen 28 und 44 % gelegen. Nur noch 11 % glauben, Medien würden systematisch lügen; in den Vorjahren waren es 13 bis 19 % gewesen. 65 % erklären, die Medienberichterstattung helfe ihnen „zu verstehen, was gerade passiert“. Wie verständlich ist dieses massenhafte „Verstehen“? Wer die Krise seit den ersten Horrormeldungen aus Wuhan wachen Geistes mitverfolgt hat, kann über solche Umfragewerte nur fassungslos den Kopf schütteln. Denn von Anfang an benahm sich die vielbeschworene Vierte Gewalt wie gleichgeschaltet. „Die Maske ist ein Instrument der Freiheit“ (Markus Söder), „Glauben Sie nur offiziellen Mitteilungen“ (Angela Merkel), „Diese Maßnahmen dürfen niemals hinterfragt werden“ (Lothar Wieler), „Was wir brauchen, ist für lange Zeit eine neue Normalität“ (Olaf Scholz): Für solche Ungeheuerlichkeiten wären Politgrößen im vorigen Jahrhundert noch auf allen Kanälen medial gegrillt, geteert und gefedert worden; jede Pressekonferenz wäre für sie zum angstschweißtreibenden Spießrutenlaufen geraten. Und heute? Ohne kritische Distanz reichen so gut wie alle Redaktionen, zahnlos und ohne Rückgrat, das offizielle Narrativ weiter: Das böse Virus muss auf natürliche Weise entstanden sein. Covid-19 ist viel tödlicher als Influenza. Es „wütet“, nicht seine Bekämpfer. Der PCR-Test kann Infektionen feststellen. Die bloße Anzahl positiver Tests ist aussagekräftig. Positiv Getestete sind krank, danach „genesen“; sterben sie, dann als „Covid-Opfer“. Symptomfreie sind ansteckend. Das Gesundheitswesen steht kurz vor dem Kollaps. Lockdowns sind alternativlos und nützen – es sei denn, sie fallen noch zu lasch aus. Kollateralschäden sind hinzunehmen. Opfer müssen sein, keines ist zu groß. Einschränkungen sind zumutbar, auch für Kinder. Mund-Nasen-Bedeckungen schützen und sind gesundheitlich unbedenklich. Parlamente und Justiz lassen die Exekutive weitgehend gewähren – gut so. Maßnahmenkritiker sind „Corona-Leugner“, rechtsradikal und antisemitisch, gewaltbereit, geistig verwirrt und asozial, Impfskeptiker egoistisch und verantwortungslos. Das Berichtenswerteste an Demonstrationen sind Verstöße gegen Verordnungen und Auflagen. Auf WHO, Johns-Hopkins-University und Robert-Koch-Institut ist Verlass. Drosten irrt nie. Lauterbach kennt sich aus. Gates will doch nur helfen. Es besteht eine Notlage, die tiefe Einschnitte in Grundrechte rechtfertigt. Es geht allein um den Schutz unserer Gesundheit. Allein Impfstoffe können die Seuche beenden, bis dahin sind wir ihr schutzlos ausgeliefert; sie sind wirksam und sicher. Es gilt zu testen, testen, testen. Je höher die Inzidenz, desto schlimmer. Mutanten sind gefährlicher. Aufenthalte in Hochrisikogebieten sind hochriskant. Impfpässe und sonstige Immunitätsausweise sind wünschenswert, ohne sie gibt es kein Zurück zur Normalität. Hinter alledem steht „die Wissenschaft“. Undsoweiter undsofort. Wie kann ein mündiger, mutmaßlich mit einer intakten Großhirnrinde ausgestatteter Bürger derartige Einflüsterungen ungeprüft für bare Münze nehmen? Wie kann er bedenkenlos sein Leben daran ausrichten, nunmehr seit über einem Jahr? Wie kann er sich verheerende Kollateralschäden ausblenden oder kleinreden lassen? Er kann es, solange er meint, es sei Verlass auf die Mainstream-Journalisten, deren Absonderungen er sich aussetzt. Wie kommt er dazu? Gegenseitig beglaubigt Quellen erscheinen glaubhaft, wenn sie einander gegenseitig bestätigen. Eben dies zählt zu den Besonderheiten dieser seltsamen Pandemie: Niemals seit dem Untergang des Dritten Reichs waren sich Massenmedien derart einig darüber, wie eine Krise darzustellen und zu bewerten, wie ihr zu begegnen ist. Der Konsens könnte kaum breiter sein. Das beeindruckt und überzeugt Otto Normalversteher. Was ihm die „Tagesschau“ meldet, steht so auch in seiner Tageszeitung. Worüber sich die Expertenrunde bei Anne Will einig ist, deckt sich mit dem Grundkonsens unter Maybrit Illners Gästen. Der Kommentar im „heute journal“ passt zu jenem in den „Tagesthemen“, „Monitor“ liegt auf einer Wellenlänge mit „Report“, „Spiegel“ und „Focus“ berichten weitgehend übereinstimmend. Überall tauchen gleiche oder ähnliche Bilder auf, kommen dieselben mutmaßlichen Experten zu Wort, werden dieselben Forschungsergebnisse zitiert. Panikmacher haben Vortritt, Mahner kommen zu kurz, entschiedenste Kritiker bleiben gänzlich ausgesperrt. Andere Studien, konträre Meinungen fallen unter den Tisch, und so scheint es, als gäbe es keine. „Strittigen Thesen (wie denen von Professor Bhakdi) im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Plattform zu bieten, widerspricht unserem Auftrag“, stellt ein ARD-Intendant klar. (1) Echter Dissens findet demnach auftragsgemäß nicht statt, weshalb es dem Publikum so vorkommt, als erübrige er sich von vornherein. Und weil das so ist, tun Querdenker der Bevölkerungsmehrheit Unrecht, wenn sie ihr „Coronoia“ und „Massenhysterie“ unterstellen. Im Gegenteil, sie urteilt und verhält sich völlig rational – auf der Grundlage der Informationen, mit denen Journalisten sie füttern. Dass sich Hinz und Kunz ganz arg fürchtet, bestmöglich behütet sein will und jede noch so drakonische Freiheitsbeschränkung nicht bloß mitträgt, sondern mehr davon fordert: das sind durchaus vernünftige Reaktionen auf eine Nachrichtenlage, wie sie eindeutiger kaum sein könnte. Je öfter man sich ihr aussetzt, je länger man sie auf sich wirken lässt, desto besser meint man Bescheid zu wissen. Die Virenpanik wächst proportional zum Medienkonsum. Wie kommt die Journaille zur Schere im Kopf? So systemkonform wie in der Coronakrise verhielten sich Medien bisher nur in totalitären Staaten. Wenn es keine Regierung ist, die sie gleichschaltet – wie kommt es dann zu dem Einheitsbrei? Lügen sie, weil sie „alle gekauft“ sind? Wer lügt, sagt absichtlich die Unwahrheit. Auch Journalisten sind käuflich, wie Vertreter jedes Berufsstands. Dass in der Medienlandschaft einzig und allein flächendeckende Korruption für vorsätzliche Täuschung sorgt, ist allerdings eine absurde Unterstellung. Ob Magazinredakteur, TV-Moderator oder Zeitungskolumnist: Die meisten pflegen hinter alledem zu stehen, was sie unters Volk bringen. Aber woher wissen sie eigentlich, dass stimmt, was sie verbreiten? Alle schöpfen aus denselben Quellen Der Eindruck der Gleichschaltung entsteht, weil alle letztlich aus denselben Quellen schöpfen – überall im Mainstream fließt dasselbe Wasser vom selben Ursprung in dieselbe Richtung. Es geht zu wie im Supermarkt: die Regale voll mit Zehntausenden von Artikeln, vielfältig verpackt und benannt – hergestellt jedoch von wenigen Marktführern. Vom Klischee des „rasenden Reporters“ war der typische Redakteur nie weiter entfernt als heute. Eigenständige Recherche kommt unter News-Verbreitern nur noch ausnahmsweise vor. Zu personalintensiv, zu zeitaufwändig, zu teuer. Lieber übernimmt man, was gebrauchsfertig, in tadelloser Optik, von den Big Three kommt, den drei marktbeherrschenden Nachrichtenagenturen: Reuters, Associated Press (AP) und Agence France-Press (AFP). Mindestens eine dieser umfassenden Text- und Bildlieferanten bezieht so gut wie jede Redaktion rund um den Globus. Hinzu kommt in der Regel ein Abo beim inländischen Platzhirsch; in der Bundesrepublik ist dies die Deutsche Presse Agentur (dpa), bei den Eidgenossen die Schweizerische Depeschenagentur (SDA), in Österreich die Austria Presse Agentur (APA). So kommt es, dass der Redakteur von heute eher Verarbeiter als Schöpfer ist; seine Eigenleistung beschränkt sich in der Regel darauf, eintreffende Agenturbeiträge zu sichten, eine Auswahl zu treffen, nach Bedarf zusammenzufassen, zu kürzen oder zu ergänzen, mit einer Überschrift zu versehen und geeignetes Bildmaterial hinzuzufügen. Bei den Moderatoren von Nachrichtensendungen und Talkshows handelt es sich in der Regel um hochdotierte, mehr oder minder telegene Schauspieler: Ihr Job ist es, die Journalistenrolle möglichst überzeugend zu verkörpern. In Wahrheit haben sie keine einzige Information, die sie an ihre Leser und Zuschauer weiterreichen, selbst recherchiert und gründlich gegengecheckt. Darf man von einer Karen Miosga, einer Marietta Slomka, einer Bettina Schausten, einem Claus Kleber erfahren, wann sie zuletzt irgendeines der Themen, die sie smart vor die Kamera bringen, selber auch nur ansatzweise investigativ ergründet haben? Wie viel Prozent der Fragen, die sie Interviewpartnern mehr oder minder schonungsvoll stellen, ergeben sich auf eigenen Recherchen? Die belämmernde Wahrheit lautet: Auch die Crème de la Crème von Deutschlands allabendlichen Welterklärern verlässt sich auf Zulieferer – nahezu blind, sofern diese nicht erheblich voneinander abweichen. Den globalen Nachrichtenfluss steuert unangefochten ein Oligopol. Längst haben sich die Big Three zu monströsen Info-Konzernen entwickelt. Jeweils mehrere tausend Mitarbeiter, verteilt auf Hunderte von Büros, produzieren mehrere hunderttausend Text- und Bildbeiträge pro Jahr. Ihre Jahresumsätze liegen im höheren dreistelligen Millionenbereich. Die Autorität dieser weltweit agierenden News-Fabriken ist schwerlich zu überschätzen. Sie setzen Themenschwerpunkte – „Agenda Setting“ - und legen Prioritäten fest. Sie definieren, was Fakt ist. Sie bestimmen, welche Informanten Gehör finden. Sie setzen Maßstäbe dafür, was berichtenswert und vertrauenswürdig ist, was vernachlässigbar und unglaubhaft. Was sie liefern, gilt unter Medienschaffenden geradezu kanonisch, kaum ein Redakteur hinterfragt es. „Abgeschlossene Blase“ Die überragende Bedeutung der großen Agenturen unterstrich kürzlich ein langjähriger Redakteur und Nachrichtensprecher bei einem öffentlich-rechtlichen Sender: „Warum sind die ‚Mainstream-Medien‘ eine abgeschlossene Blase? Weil sie ihre Informationen aus den immer gleichen, vorsortierten Quellen beziehen – und das sind zum großen Teil die Agenturen, die zur selben Blase gehören. Sie sind so etwas wie die Gatekeeper der veröffentlichten Meinung. Das war natürlich immer schon so, aber in der Corona-Krise wird es deutlich wie noch nie. Die großen Agenturen berichten überwiegend das, was das offizielle Corona-Narrativ stützt und was von den allermeisten Regierungen der ganzen Welt vertreten und umgesetzt wird. (…) Für mich in meiner Arbeit bedeutet das, dass ich irgendwelche Studien oder Informationen, die ich selbst im Internet finde, nicht verwenden kann, denn mir würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorgeworfen, mich einer unsicheren Quelle zu bedienen. Würden aber dpa, AP, AFP oder Reuters die Studie vermelden, wäre ich quasi auf der sicheren Seite und könnte es vermelden. Bei Nachfragen würde ich auf die Agentur verweisen.“ Hinzu kommt „ein weit verbreiteter journalistischer Herdentrieb“, so beklagt der Informant, der ungenannt bleiben möchte. Dabei orientieren sich Kleinere an den Großen. Der Redakteur vom Hintertupfinger Boten, vom Wonnegau-Kurier, vom Allerseligenhäuser Tagblatt versäumt es nicht, einen Blick in den „Spiegel“ und die „Zeit“ zu werfen, in die FAZ und die Süddeutsche – all die Qualitätsmedien, die ihm täglich auf den Tisch flattern. Auch sie pflegen auf Agenturlinie zu liegen. „Am Abend wird ‚heute‘ und die ‚tagesschau‘ geguckt, danach die einschlägigen Talkshows, von Anne Will bis Maischberger. Auch dort ist fast ausnahmslos Mainstream zu finden.“ Denn auch dort ist es Agenturmaterial, das rund um die Uhr auf Monitoren flimmert und Mailboxen füllt. Berufsbedingt müssen Journalisten all das, was sie für die aktuelle Nachrichtenlage halten, besonders intensiv auf sich wirken lassen. Von morgens bis abends tauchen sie in den vorgefilterten Fluss von Corona-Infos ein, in den News-Agenturen sie werfen. Kein Wunder, dass manchem Redakteur kritische Distanz neuerdings schwerer zu fallen scheint als seiner Putzfrau, sofern sie nie Zeitung liest und den Fernseher bloß für Soaps einschaltet. Die Illusion der „freien“ Mitarbeit Die Big Three betreiben ein Netz von tausenden Korrespondenten in aller Welt. Haben diese nicht vor Ort in Erfahrung gebracht und überprüft, was ihre Auftraggeber rund um den Globus streuen? Kein Korrespondent berichtet ohne Vorgaben. Im voraus steht fest, worüber er berichten soll. Eine eigene Meinung kann sich „unser Reporter vor Ort“ nur innerhalb der Grenzen leisten, die ihm seine Zentralredaktion vorgibt; diese Vorgaben wiederum berücksichtigen, was andere Agenturen melden. Was er mit eigenen Augen sieht oder von Gesprächspartnern erfährt, hat Gewicht, wiegt im Konfliktfall aber zumeist weniger schwer. Nach welchen Informationen ein Korrespondent sucht, mit wem er spricht, wem er das Mikrofon vor die Nase hält, worauf er die Kamera richten lässt: Darüber entscheidet mitnichten er alleine. Bekennende Freigeister und Querköpfe haben in diesem Metier auf Dauer keine Chance. Neben den Festangestellten gibt es natürlich noch die sogenannten „freien“ Journalisten – rund 10.000 hauptberufliche allein in Deutschland, weltweit wohl mehr als eine Million. Der „Freie“ heißt so, weil er grundsätzlich schreiben kann, für wen er will, worüber er will, was er will. Aber kann er es auch verkaufen? Wer seinen Lebensunterhalt damit bestreiten muss, Beiträge gegen Honorar irgendwo unterzubringen, ist gut beraten, nicht penetrant quer zur Redaktionslinie zu liegen. In Coronazeiten kritische Auseinandersetzungen mit dem Hygieneregime loszuwerden, ist kaum leichter, als Abnehmer zu finden für ein Plädoyer für die Wiedereinführung der Todesstrafe oder für freien Sex mit Kindern, gegen die CO2-Hypothese des Klimawandels oder die Genderneutralisierung der Sprache. Die Nachrichtenwelt global auf Linie zu bringen, ist demnach ein strategisches Kinderspiel: Man braucht nichts weiter als die Kontrolle über die Marktführer unter den Agenturen. Geht das überhaupt? Wie könnte man sich diese Macht verschaffen? Teil 2 (folgt): Die 7 Werkzeuge zur Gleichschaltung der Medien (Harald Wiesendanger) Anmerkung (1) Zit. nach https://ddrwebquest.wordpress.com/2020/09/29/der-marchenerzahler-der-ard-kai-gniffke/ Quellenangaben in der Tabelle "Nachrichtenagenturen": 1 https://ir.thomsonreuters.com/static-files/da652026-f444-4d77-bdfc-93f77a3a6f79 2 https://de.wikipedia.org/wiki/Agence_France-Presse 3 https://de.wikipedia.org/wiki/Associated_Press 4 https://www.ap.org/about/annual-report/2019/ap-by-the-numbers 5 https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Presse-Agentur 6 https://www.dpa.com/de/unternehmen/zahlen-fakten 7 "2019 Annual Report". Thomson Reuters, https://ir.thomsonreuters.com/static-files/e16cf13e-228b-4abf-97f2-e626fda56871 8 "Home - Reuters News - The Real World in Real Time". Reuters News Agency; "Careers". www.reuters.tv. 9 https://en.wikipedia.org/wiki/Agence_France-Presse 10 https://en.wikipedia.org/wiki/Associated_Press 11 "Consolidated Financial Statements" (PDF). Associated Press, April 2015. Bild Zeitungsleser: rawpixel.com

  • Meinungsfreiheit „begünstigt Verbrechen“

    „Freiheit? Nur gegen Spritze.“ So lautete die Überschrift eines Facebook-Artikels, in dem ich bereits am 28. April 2020 voraussagte: Der staatliche Hygieneterror läuft auf eine Erpressung hinaus. Enden wird er frühestens nach Massenimpfungen der Bevölkerung. Ein Jahr lang entging mein Text den Adleraugen von Faktencheckern – doch am 30. April 2021 schlug die Zensur zu. Facebook machte ihn unsichtbar, weil er „Schaden zufügt und Verbrechen begünstigt“. Tut er das? Urteilen Sie selbst. Mein Facebook-Post vom 28. April 2020: Die Katze ist aus dem Sack. „Freiheit erst nach Impfung“: So lautet die Devise, nach welcher Regierungen weltweit ihre Bevölkerungen nun zu erpressen versuchen. Obwohl medizinische Gründe für Kontaktbeschränkungen, Ausgangs- und Versammlungsverbote, Maskenpflicht, Lockdown immer dürftiger werden, dauern die verfassungswidrigen Zumutungen an – angeblich, weil andernfalls eine weitere „Welle“ droht, ein „exponentielles Wachstum“ von Infektionszahlen, eine „Überforderung unseres Gesundheitswesens“, eine dramatische „Übersterblichkeit“. Dass diese penetrante Panikmache sich nicht einmal mehr auf Zahlen aus dem Robert-Koch-Institut stützen kann, scheint Regierenden einerlei. Erst massenhafte, notfalls erzwungene Impfungen, so trichtern sie uns unbeirrt ein, können die Corona-Pandemie eindämmen, uns vom Killerkeim erlösen. Bill Gates applaudiert. Der Panikmache folgen nun Taten, wie ferngesteuert von den Marketingagenturen der Impfstoffhersteller. Ohne Diskussion einigte sich Kanzlerin Merkel darauf am 15. April 2020 in einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer: „Eine zeitnahe Immunität in der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 ohne Impfstoff zu erreichen, ist ohne eine Überforderung des Gesundheitswesens und des Risikos vieler Todesfälle nicht möglich. (…) Ein Impfstoff ist der Schlüssel zu einer Rückkehr des normalen Alltags. Sobald ein Impfstoff vorhanden ist, müssen auch schnellstmöglich genügend Impfdosen für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen." Immer mehr Landesfürsten bekennen sich öffentlich zu diesem Ziel: „Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“, erklärte Markus Söder am 22. April. Vorher kämen für eine „Gemeinschaft der Einsichtigen“ Lockerungen nicht in Frage. Am 24. April bekräftigte Merkel in einem Livestream der Weltgesundheitsorganisation: „Wir alle müssen mit der Pandemie leben, bis wir einen Impfstoff gefunden haben.“ Es sei wichtig, dass das Serum dann "in alle Teile der Welt" verteilt werde. Am selben Tag erklärte UN-Generalsekretär António Guterres: „Ein Covid-19-Impfstoff muss als globales öffentliches Gut betrachtet werden. Nicht ein Impfstoff für ein Land oder eine Region - sondern ein Impfstoff, der erschwinglich, sicher, wirksam, leicht zu verabreichen und universell verfügbar ist - für jeden, überall.“ Wie lässt sich diese Entwicklung noch aufhalten? Mit überwältigender Mehrheit beschloss der Bundestag kürzlich eine Masernimpfpflicht. Wie wahrscheinlich ist es, dass er in der Corona-Krise umschwenkt? (Allein die AfD-Fraktion, ausgerechnet sie, sträubt sich.) Der Bundesrat wird sich nicht querlegen. Alle Bundesländer tragen die staatlichen Beschränkungen mit, kein einziges schert aus. Der Bundespräsident? Unterzeichnete das Masernschutzgesetz, ohne mit der Wimper zu zucken. Appellierte an die Fernsehnation, weiterhin „die Regeln einzuhalten“. Es sei „gut, dass der Staat jetzt kraftvoll handelt.“ Lassen wir ihn also kraftvoll drauflosspritzen? Querdenke klingt anders. Die Leitmedien? Beweisen seit Krisenbeginn, dass sie sich einhellig für Hofberichterstattung hergeben, die journalistische Standesethik mit Füßen tritt. (Siehe mein Beitrag "Ich schäme mich - meines Berufsstands".) Das Bundesverfassungsgericht? Wehrt mit seinen von den Regierungsparteien inthronisierten Richtern beharrlich so gut wie alle Versuche ab, den staatlichen Grundrechtsverletzungen Einhalt zu gebieten. Experten? Werden übergangen, sofern sie keinen Arbeitsplatz im Robert-Koch-Institut haben oder den Chefsessel in der virologischen Abteilung der Charité besetzen. Die Bevölkerung? Beim Masernthema lag die öffentliche Zustimmungsquote bei rund 90 Prozent, und ähnlich begeistert trug die Nation von Anfang an das Corona-Krisenmanagement der Regierenden mit, wie süchtig nach der „harten Hand“. Schon eine erste (nichtrepräsentative) Umfrage der Märkischen Allgemeinen Anfang April stimmte wenig hoffnungsfroh: „Wenn es eine Impfung gegen den Coronavirus geben würde, würden Sie sich impfen lassen?“, so fragte die Redaktion ihre Leser. 86 Prozent hätten kein Problem damit – sie antworteten „Ich denke schon“ (44,9 %) oder gar „Ja, unbedingt“ (41 %). „Nein, warum auch“ meinten lediglich 14,1 %. Seit 27. April 2020 liegen Ergebnisse der ersten Repräsentativbefragung vor – und auch sie belegen, was die Massenpropaganda in den meisten Köpfen anrichtet: Eine deutliche Mehrheit betrachtet es geradezu als Bürgerpflicht, der Hygienediktatur einen Blankoscheck für Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit auszustellen. 61 % sprechen sich für eine Corona-Zwangsimpfung aus – davon 45 % „auf jeden Fall“, weitere 16 % sind „eher“ einverstanden damit. Nur jeder Vierte (24%) möchte sich „unter keinen Umständen“ zu einer Impfung verpflichten lassen, 8 % „eher nicht“. Dabei wäre die Generation 65plus am ehesten bereit zu (77 %), die 30- bis 39-Jährigen am wenigsten (47 %). Männer befürworten die Zwangsspritze eher als Frauen (65,6 zu 56,3 %). Ein Großteil der Anhänger von Regierungsparteien sind erwartungsgemäß dafür (CDU: 77,1 %, SPD: 75,1 %), aber auch Unterstützer der Grünen sagen mehrheitlich Ja dazu (68,5 %); lediglich unter AfD-Sympathisanten stimmt nicht einmal jeder Dritte zu (30 %). Dabei läuft die Propagandamaschine pro Corona-Impfung gerade erst an; ehe Ende 2020/Anfang 2021 das Massengespritze beginnen kann, dürfte sie die Zustimmungsquote in der Bevölkerung eher noch höher treiben. Was also tun? Informationen teilen, bei jeder Gelegenheit, auch hier auf Facebook, solange die zunehmende Internet-Zensur es noch zulässt. Auf die Straße gehen, bei Demos der kommenden Monate mitmarschieren. Bei Abgeordneten des eigenen Wahlkreises vorstellig werden, aufsässig sein, hartnäckig Druck machen. Öffentliche Aufrufe mittragen. Die Petition „Nein zu Zwangsimpfungen in Deutschland“ hat bisher schon über 200.000 Unterstützer gefunden. (Stand: 28. April 2020.) Eine Rücktrittsforderung an die Adresse unseres unsäglichen Bundesgesundheitsministers unterstützen knapp 20.000. (Stand: 28. April.) Keinesfalls resignieren: Massenimpfungen drohten auch schon während der pseudo-pandemischen „Schweinegrippe“ 2009 – glücklicherweise kam es schließlich doch nicht dazu. Denn rasch zeigten sich bestürzend viele schwere Impfnebenwirkungen, vor allem neurologische Schäden. (Zuvor hatten genasführte Regierungen weltweit für 18 Milliarden Dollar Impfstoffe gekauft.) Wenn Fachleute wie Wodarg und Bhakdi recht haben, dann wird die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen und Covid-19-Erkrankungen bis Frühsommer 2020 drastisch gesunken sein, weil sich die Ansteckungswelle an der zunehmend erreichten Herdenimmunität bricht. Spätestens dann dürften Panikmachern ihre Lieblingsargumente ausgehen – es sei denn, SARS-Cov-2 mutiert zu Varianten, die neuen Stoff fürs Gruselkabinett bieten. Bleibt zu hoffen, dass einem wachsenden Teil des Wahlvolks endlich dämmert, was Drosten Amtsvorgänger in der virologischen Abteilung der Charité, Professor Detlev Krüger, soeben bekräftigt hat: „Corona ist nicht gefährlich als die Grippe.“ Immerhin beginnt selbst in Söderland der Rückhalt für die Hygienediktatur allmählich zu bröckeln. Jeder dritte Bajuware findet die Einschränkungen im Alltag mittlerweile „nicht mehr angemessen“. Besonders ungeduldig sind 30- bis 39-Jährige, wie soeben eine Repräsentativumfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Augsburger Allgemeinen ergeben hat. Während Anfang April noch 84,3 Prozent der befragten Bayern erklärten: "Ja, die Ausgangsbeschränkungen sind angemessen", liegt die Zustimmung jetzt nur noch bei 61,1 Prozent. 33,4 Prozent antworten inzwischen mit Nein; bei der ersten Befragung waren es 11,3 Prozent gewesen. Größte Befürworter der Ausgangsbeschränkungen bleiben mit 77,2 Prozent Menschen über 65 Jahre; doch auch unter ihnen lag die Zustimmung drei Wochen zuvor noch bei 93,7 Prozent. Lasst uns mithelfen, dass Zweifel und Überdruss, Wut und Widerstand weiter wachsen. Die italienische Journalistin Franca Magnani hatte recht: "Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen." Nicht minder aktuell ist die Mahnung der deutschen Widerstandskämpferin Sophie Scholl: "Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu brauchen wir einen harten Geist und ein weiches Herz.“ Harald Wiesendanger Fotoausschnitt Spahn: © Martin Kraft (photo.martinkraft.com), creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/de Fotoausschnitt Merkel: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

  • Netzwerken mit Gschmäckle

    Anfang April 2020 ging die Meldung um den Globus: Mittels „phylogenetischer Netzwerkanalyse“ sei es gelungen, Ursprung und Verbreitung des neuartigen Coronavirus nachzuvollziehen. Dabei habe sich zweifelsfrei ergeben, dass SARS-CoV-2 keinesfalls aus Wuhan stammen kann – insbesondere nicht aus dem dortigen Institut für Virologie. Also ist die Laborhypothese vom Tisch? Von wegen. Nicht nur im Krieg, auch bei Erdbeben, Tsunamis und Epidemien kann es zu einer „zweiten Welle“ kommen. Manchmal fällt sie schlimmer aus als die erste. Im Nachrichtenmeer gibt es dieses Phänomen ebenfalls. Da hat irgendwann ein Ereignis für mächtig Wirbel gesorgt. Dann hört und liest man längere Zeit nichts mehr davon. Und plötzlich macht es abermals Schlagzeilen. Besonders merkwürdig ist dieses Phänomen, wenn sich seit der ersten Welle keinerlei neue Aspekte ergeben haben. Und wenn sie gleichzeitig mehrere Redaktionen erfasst, scheinbar unabhängig voneinander. Für solche sonderbaren Synchronizitäten fallen mir nur zwei mögliche Erklärungen ein. Entweder sind die beteiligten Redakteure, oder ihre zuliefernden Agenturen und freien Mitarbeiter, irgendwie paranormal miteinander verbunden. Gab ihnen eine göttliche Eingebung, eine telepathische Kettenreaktion, ein Simultantraum womöglich den entscheidenden Impuls? Oder im Hintergrund hat jemand ihre Aktivitäten choreografiert. Dieser „Jemand“ kann eine PR-Agentur sein, die im Kundenauftrag ein und denselben Stoff, höchst professionell aufbereitet, in alle Himmelsrichtungen streut – und dafür treuherzige Abnehmer findet. In der Coronakrise machte dieses Medienphänomen ein Bruderpaar gleich zweimal berühmt: Michael Forster, Molekularbiologe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, und Peter Forster, Archäologe an der Universität Cambridge. Anfang April 2020 ging die Meldung um den Globus: Den beiden sei es per „phylogenetischer Netzwerkanalyse“ gelungen, Ursprung und Verbreitung des neuartigen Coronavirus nachzuvollziehen. (1) Dabei habe sich zweifelsfrei ergeben, dass SARS-CoV-2 unmöglich aus Wuhan stammt. Sein Ausgangspunkt liege zwar in China, aber woanders, in der Provinz Guangdong tausend Kilometer südöstlich, einer Region mit reichlich Fledermaushöhlen. Genau denselben angeblichen Durchbruch meldeten mehrere Medien fünf Monate später, am 15. und 16. September, erneut (2) – kurz nachdem eine aus China geflohene Whistleblowerin, die Virologin Li-Meng Yan, den Anstoß gegeben hatte, die fast schon eingeschlafene Debatte über eine Laborherkunft von SARS-CoV-2 wiederzubeleben. Nun mag ein Erkenntnisgewinn ja so grandios sein, dass man ihn gar nicht oft genug in Erinnerung rufen und über den grünen Klee loben kann. Verdankt die Menschheit den Forster-Brüdern also eine solche Errungenschaft? Was genau wollen sie herausgefunden haben? Wie gingen sie dazu vor? Der Viren-Stammbaum der Forsters erfreut China und die WHO ungemein “Phylogenetische Netzwerkanalyse“: allein schon das fachchinesische Wortungetüm lässt die meisten Laien ehrfurchtsvoll erschaudern. Dabei handelt es sich um nichts weiter als digitalisierte Ahnenforschung: Aus festgestellten Ähnlichkeiten schließt man auf Verwandtschaften und Abstammungslinien, daraus erstellt man Stammbäume. Dabei hilft der Computer – vorausgesetzt, man füttert ihn vorher mit Daten, die so aufbereitet sind, dass er sie verarbeiten kann. Dann liefert er Analysen und grafische Darstellungen von einer Präzision und Komplexität, die früher monatelange Sisyphosarbeit von Hand erfordert hätte. Hunderte möglicher Stammbäume erstellt und vergleicht er in Sekundenbruchteilen. Mehrere Dutzend Programme stehen dafür zur Wahl (3), die eingesetzte Software trägt Namen wie „PhyloNet“, „SplitsTree“, „TCS“ und „Dendroscope“. Die Forsters bevorzugten das „Network 5011CS Package“. Entwickelt wurde die pylogenetische Netzwerkanalyse Ende der siebziger Jahre ursprünglich von Archäologen, um die menschliche Stammesgeschichte zu rekonstruieren. Biologen und Ökologen nutzen sie, um Evolutionspfade der unterschiedlichsten Organismen zu ermitteln. Seit 2003 wenden Linguisten sie außerdem zur Erforschung der Sprachgeschichte an. „Es ist jetzt an der Zeit“, so fanden die Gebrüder Forster, „diese Herangehensweise auf virologische Daten anzuwenden, um zu erforschen, wie diese Methode zum Verständnis der Evolution des Coronavirus beitragen kann.“ Genome eignen sich dazu von vornherein hervorragend. Die Abfolge von Nukleinbasen, aus denen DNA- bzw. RNA-Stränge bestehen, lassen sich inzwischen automatisiert ermitteln und sehr leicht miteinander vergleichen. Es sind immer die gleichen vier, bloß unterschiedlich kombiniert: Adenin A, Guanin G, Thymin T, Uracil U und Cytosin C. Jeder Infektionszyklus modifiziert die Abfolge, teils weil spontane Mutationen auftreten, teils dadurch, dass Viren untereinander Erbmaterial tauschen, „rekombinieren“. Ermittelte Sequenzdaten von Virengenomen laden Forscher in internationale Datenbanken hoch, um sie weltweit miteinander zu teilen. In „GISAID“, einem der umfangreichsten derartigen Wissensspeicher, lagern inzwischen über 107.000 Genomsequenzen des Covid-19-Erregers aus aller Welt. (Stand: 24.9.2020.) Von dort beschafften sich die Forsters die Daten der ersten 160 vollständigen Genome von SARS-CoV-2-Viren, die seit Ende 2019 bis Anfang März 2020 in menschlichen Wirten entdeckt worden waren. Damit gefüttert, spuckte die eingesetzte Software schließlich einen „Stammbaum“ aus, demzufolge SARS-CoV-2 sich während der ersten Pandemiemonate zu drei verschiedenen Typen entwickelte. Die Wissenschaftler nennen sie A, B und C. Was sie über deren Evolutionspfade herausgefunden haben wollen, veröffentlichten sie am 8. April 2020, (4) begleitet von erleichtertem Aufatmen in Peking und Genf. Typ A soll mit einem Fledermaus-Coronavirus, in dem die Forsters den wahrscheinlichsten Ausgangspunkt der Pandemie sehen, zu 96,2 % übereinstimmen. Somit dürfte es sich dabei um den Urahn aller menschlichen SARS-CoV-2-Viren handeln, so meinen sie. Alle Infizierten, bei denen Typ A nachgewiesen wurde, stammten entweder aus Wuhan oder hielten sich dort auf, als sie sich ansteckten. Überraschenderweise herrschte in Wuhan allerdings Typ B vor. Er soll älteren Datums und vom Südosten Chinas ausgegangen sein. Rasch setzte er sich in Ostasien durch. Bald darauf tauchte er in Australien auf, in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko, in Frankreich, Deutschland und Italien. Aus ihm entwickelte sich Typ C. In Europa war er im Frühjahr bereits der wichtigste Typ, mit Vertretern in Frankreich, Italien, Schweden und England. Auf dem chinesischen Festland war er bis dahin nicht aufgetaucht, wohl aber in Singapur und Hongkong, Taiwan und Südkorea, schließlich auch in Kalifornien und Brasilien. Immens wertvoll sei dieser Stammbaum, so versichern und die Forsters. „Getreu nachgezeichnet“ hätten sie „die Infektionswege für dokumentierte Covid-19-Fälle“, so klopfen sie sich selbst auf die Schulter. Und nicht nur helfe ihre Analyse das Rätsel zu lösen, wie SARS-CoV-2 in die Welt kam. Auch könne er dazu beitragen, die künftigen Reisewege des Virus besser vorauszusagen; darauf gestützt lassen sich unerkannte Sars-CoV-2-Infizierte aufspüren, welche dann in Quarantäne gestellt werden können. Somit leiste die phylogenetische Netzwerkanalyse einen entscheidenden Beitrag dazu, die Seuche einzudämmen. Zuviel versprochen Zu überschätzen, was man selber zustande gebracht hat, ist eine allzu menschliche Schwäche, gegen die Wissenschaftler nicht eher gefeit sind als Sportler, Schriftsteller und Schauspieler. Faktenchecker, welche die Forster-Studie einhellig hochleben lassen, unterschlagen reichlich Expertenkritik, die ihnen anscheinend nicht in den Kram passt: Derartige „Ahnenforschung“ kann mehr oder minder ausgeprägte strukturelle Ähnlichkeiten aufdecken, aber keine tatsächlichen Abstammungslinien belegen. Ihre Grafiken sind ebenso hübsch wie irreführend. (5) Schon mit der Verwurzelung des phylogenetischen Baums ist einiges faul. Die Forsters verankern ihn ausgerechnet in jenem angeblich nächsten natürlichen Verwandten von SARS-CoV-2, der in immer begründeterem Verdacht steht, von der Topvirologin des Wuhan-Instituts dreist gefälscht worden zu sein: im „Fledermaus-Coronavirus“ RaTG13. Aber selbst wenn RaTG13 echt wäre, kommt dieses Virus als Urahn schwerlich in Frage, wie Carla Mavian einwendet, eine Pathologin und Immunologin von der University of Florida in Gainesville: „Die Sequenzidentität zwischen SARS-CoV-2 und dem Fledermausvirus von 96,2% bedeutet, dass sich diese viralen Genome - die fast 30.000 Nukleotide lang sind - durch mehr als 1.000 Mutationen unterscheiden. Es ist unwahrscheinlich, dass eine so weit entfernte Außengruppe eine zuverlässige Wurzel für das Netzwerk bildet.“ Auch weist Mavian darauf hin, dass die Verwurzelung zeitliche Abläufe ignoriert. Unter anderem „wird ein Virus aus Wuhan aus Woche 0, vom 24. Dezember 2019, als Abkömmling einer Gruppe von Viren dargestellt, die in den Wochen 1 bis 9 gesammelt wurden - vermutlich von vielen Orten außerhalb Chinas -, was weder evolutionär noch epidemiologisch Sinn macht“. Die Genome von A, B und C weichen laut Mavian viel zu gering voneinander ab, um daraus drei gravierend unterschiedliche „Typen“ abzuleiten. Wie die Forster-Gruppe selbst einräumt, „unterscheidet eine einzige synonyme Mutation - Nukleotidveränderung in einem Gen, die nicht zu einem veränderten Protein führt - den Typ A vom Typ B, während eine nichtsynonyme Mutation - die zu einem Protein mit einer einzigen Aminosäurenveränderung führt - die Typen A und C und eine weitere die Typen B und C trennt. Angesichts der schnellen Evolutionsrate von SARS-CoV-2 ist das zufällige Auftreten neuer Mutationen durchaus zu erwarten, selbst in einem relativ kurzen Zeitrahmen. Wenn ein Virusstamm eingeführt wird und sich in einer neuen Population ausbreitet, können sich solche zufälligen Mutationen vermehren“, ohne biologisch einen Unterschied zu machen. Die Datenbasis, aus der die Forsters ihr Netzwerk spinnen, ist dürftig. In der ersten Märzwoche 2020 verzeichnete die Johns-Hopkins-University weltweit erst über 4.000 Infizierte; von diesen geht in die Forster-Analyse nicht einmal jeder Zwanzigste ein. Völlig offen bleibt, wie repäsentativ der spärliche Datensatz von 160 Genomen überhaupt ist. Pro Land enthält er meist weniger als eine Handvoll sequenzierte Stämme, vereinzelt sogar bloß ein bis zwei. Dabei gilt in der Fachliteratur über phylogenetische Netzwerkanalysen eine repräsentative Stichprobenziehung, wie der Forster-Gruppe klar sein müsste, als wesentliche Bedingung für seriöse Befunde. (6) Die Behauptung der Forsters, dass ihre Vorgehensweise „zu einem Verständnis der Coronavirus-Evolution beitragen kann", beruht im übrigen auf einem „Missverständnis sowohl der Methode als auch ihrer Interpretation“, so gibt ein fünfköpfiges Forscherteam um Santiago Sanchéz-Pacheco vom kanadischen Zentrum für Biodiversitätr in Toronto zu bedenken. (7) „In Wirklichkeit stellt sie nur Verwandtschaften dar, nicht aber eine Phylogenie im engeren Sinne. Aufgrund der fehlenden Richtung liefern sie keine Informationen über die Evolutionsgeschichte der Sequenzen.“ Auch berücksichtige die Netzwerkanalyse nicht, dass bei Viren, wie bei allen bekannten Lebewesen, ein Gentransfer nicht bloß „vertikal“ stattfindet; genetisches Material wird nicht nur entlang der Abstammungslinie übertragen, von Vorfahren zu Nachkommen, von einer Generation zur darauffolgenden. Oft wird Erbgut auch „horizontal“ transferiert, zwischen Individuen derselben Art oder auch verschiedener Arten. Dieser Gentransfer ist nicht an einen Fortpflanzungsvorgang gebunden. Also bleibt er in Stammbäumen außen vor. Aus all diesen Gründen, so lautet Sanchez-Pachecos vernichtendes Fazit, „führt die Forster-Studie leider mehr in die Irre, als dass sie die Evolutionsgeschichte von SARS-CoV-2 beim Menschen erhellt“; sie „begünstigt Missverständnisse, Ungenauigkeiten und Fehldarstellungen grundlegender phylogenetischer Prinzipien“. Dieser niederschmetternden Einschätzung schließt sich Thanat Chookajorn von der Mahidol-Universität in Bangkok, Thailand an. „Als Evolutionsbiologe, der in einem Entwicklungsland arbeitet, habe ich aus erster Hand erfahren, wie sensationelle Erkenntnisse Entscheidungsprozesse beeinflussen können, indem Zeit und Ressourcen zur Kontrolle von Virusstämmen umgelenkt werden, die als ‚aggressiv‘ gelten. Im Nebel des Krieges werden knappe Ressourcen überstürzt zugeteilt, und die Entwicklungsländer verfügen nicht bei jeder wichtigen Sitzung über gut informierte wissenschaftliche Berater, die zu ausgewogenen wissenschaftlichen Standpunkten beitragen könnten. Die wissenschaftliche Gemeinschaft als Ganzes muss bei der Interpretation neuer Erkenntnisse im Zusammenhang mit Covid-19 besonders vorsichtig sein und jeder potenziellen Fehlinformation umgehend begegnen.“ (8) Hinzu kommt, dass Virenstämme kommen und gehen. Von SARS-CoV-1, dem pandemischen Coronavirus von 2003, dürften mittlerweile mehrere zehntausend Stämme entstanden sein, von denen die allermeisten gar nicht mehr existieren. Auch vom ursprünglichen SARS-CoV-2, dem Wuhan-Virus, fehlte bereits im Sommer 2020 jede Spur. Nach „genetischen Abständen“ zu suchen, ist aber ein sinnloses Unterfangen, wenn man die inzwischen verschwundenen Virenstämme nicht allesamt kennt. (9) Es wirft ein bezeichnendes Licht auf den Qualitätsverfall des Wissenschaftsjournalismus, dass all diese Expertenkritik in den medialen Jubelarien auf das Forster-Papier vollständig unter den Tisch gefallen ist. Selbstverständlich hätte dabei auch Erwähnung finden müssen, dass die Forsters sich beeilten, die Einwände zu entkräften. Doch wäre es für die interessierte Öffentlichkeit nicht enorm aufschlussreich gewesen zu erfahren, dass die Fachwelt überhaupt solche Einwände erhob? Hätten politische Entscheider und ihre Beratergremien nicht darauf hingewiesen werden müssen, ehe sie die Forster-Befunde ahnungslos für bare Münze nehmen? (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) Siehe z.B. https://www.focus.de/gesundheit/news/corona-pandemie-archaeologen-verblueffen-mit-these-kam-sars-cov-2-ueber-deutschland-und-singapur-nach-italien_id_11881397.html; https://wissen.newzs.de/2020/04/09/den-genetischen-urspruengen-des-coronavirus-auf-der-spur/; https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ahnenforschung-bei-sars-cov-2-116951/; https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111889/Archaeologen-SARS-CoV-2-gelangte-ueber-Deutschland-und-Singapur-nach-Italien (2) https://www.focus.de/gesundheit/news/wann-und-wo-begann-die-pandemie-wirklich-virenjaeger-erklaert-coronavirus-breitete-sich-schon-viel-frueher-aus_id_12415755.html; https://www.merkur.de/welt/coronavirus-mutation-ausbruch-ausbreitung-weg-forscher-welt-sars-cov-2-genom-news-typ-a-typ-b-c-spurensuche-zr-13648215.html; https://www.futurezone.de/science/article230429576/Neue-Studie-zum-Coronavirus-Ursprung-Nicht-in-Wuhan-und-viel-frueher.html (3) https://web.archive.org/web/20141125081801/http://www.lirmm.fr/~gambette/PhylogeneticNetworks/show.php?keyword=programs; https://en.wikipedia.org/wiki/Phylogenetic_network (4) Peter Forster/Lucy Forster/Colin Renfrew/Michael Forster: „Phylogenetic network analysis of SARS-CoV-2 genomes“, Proceedings of the National Academy of Sciences 2020, DOI: 10.1073/pnas.2004999117 (5) https://www.pnas.org/content/117/23/12518; https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/cla.12147; https://jcm.asm.org/content/49/10/3568?ijkey=08b1653b2eca7b6f446bc75a31bc7e6325b9667c&keytype2=tf_ipsecsha; https://www.pnas.org/content/117/23/12520; https://www.pnas.org/content/117/23/12522 (6) S. D. Frost u.a.: „Eight challenges in phylodynamic inference“, Epidemics 10/2015, S. 88–92, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1755436514000437 (7) https://www.pnas.org/content/117/23/12518; https://doi.org/10.1073/pnas.2007062117 (8) https://www.pnas.org/content/117/23/12520; https://doi.org/10.1073/pnas.2007076117 (9) Johannes Kreis: „SARS-CoV2 – in 6 Monaten über 100 verschiedene Virenstämme“, https://www.wodarg.com/fremde-federn/ Titelbild: Gerd Altmann / Pixabay.

  • Versehen oder Absicht? Nano-Zusätze in Impfstoffen entdeckt

    Impfskandal Nr. 1001: In allen 44 untersuchten Impfstoffen haben italienische Wissenschaftler Mikro- und Nano­teilchen entdeckt, überwiegend aus Schwer­metallen. Kam es versehentlich zu den Verun­reinigungen? Oder erfolgten sie vorsätzlich? Wozu? Dass Impfungen Schaden anrichten können, ist unbestreitbar. Auf der Suche nach Ursachen, die bisher womöglich übersehen wurden, unterzog ein Team um die Toxikologin Antonietta Gatti von der Universität Modena 44 gängige Impfstoffe einer aufwändigen, neuartigen Qualitäts­kontrolle. (1) Jeweils 20 Mikroliter Vakzin untersuchte es mit Hilfe eines Rastertunnelmikroskops. Dessen Auflösungsvermögen reichte bis zu 0,5 Nanometern, also unter ein Millionstel Millimeter – genug, um sogar Objekte aufzuspüren, die nur wenige Atome groß sind. Darüber hinaus setzten sie die sogenannte „Energiedispersive Röntgenspektroskopie“ (EDS) ein: eine Messmethode zur Materialanalyse, bei der Röntgenstrahlen die Atome in der Probe anregen; diese Atome senden dann ihrerseits eine charakteristische Röntgenstrahlung aus, die Aufschluss darüber gibt, aus welchen chemischen Elementen sich die Probe zusammensetzt. Was die Forscher dabei entdeckten, verblüffte sie: Ausnahmslos jeder Impfstoff war mit winzigen anorganischen Fremdkörpern kontaminiert, kleiner als 100 Nanometer, einzeln oder zusammengeballt – Partikel, die „in Impfstoffen nichts zu suchen haben und von keinem Hersteller als Inhaltsstoffe angegeben werden. Ihr Vorkommen ist vorerst unerklär­lich“, wie es im Forschungsbericht heißt. Die Teilchen bestehen nicht nur aus Aluminium – einem schon bekannten, zurecht berüchtigten „Wirkverstär­ker“ (Adjuvans) -, sondern auch aus Silizium, Magnesium, Titan, Chrom, Mangan, Eisen, Calciumtitanat (CaTiO3) und Kupfer: allesamt Stoffe, die weder biolo­gisch abbaubar noch biokompatibel sind: Sie schaden Lebewesen und machen krank. Diese Gefahrenquelle ist „persistent“; sie endet nie, ehe stirbt, wer sie in sich trägt. Nach Injektion löst ein Großteil der Partikel im Körper eine „Nano-Bio-Interaktion“ aus: Sie verbinden sich mit einer organischen Komponente – der sog. „Protein-Corona-Effekt“ -, manche sind vollständig von Gewebe umgeben. Damit regen sie das Immunsystem zu zwecklosen, überschießenden Reaktionen an: Ebenso hyperaktiv wie erfolglos versucht es, die Eindringlinge zu bekämpfen. Bis zu mehreren tausend Mikro- und Nano-Partikel pro 20 Milliliter Impfstoff fand die Forschungsgruppe: Spitzenreiter war Varilrix, ein Vakzin gegen Windpocken: 20 Mikroliter davon enthalten über 2700 Mikro- und Nanopartikel – aus Ferriozinc (FeZn-Legierung), Ferrosilicium (FeSi), Aluminium-Silizium-Eisen (AlFeSi), Silizium-Aluiminium-Titan-Eisen (SiAlTiFe), Magnesium-Silizium (MgSi), Titan, Zirconium (Zr) und Wismut (Bi). Wie viel davon bekommt ein geimpftes Baby ab? Eine Impfdosis Varilrix enthält 0,5 Milliliter (ml). Ein Milliliter entspricht 1000 Mikrolitern. Mit einer einzigen Varilrix-Impfung werden einem Säugling ab 9 Monaten demnach 2700 x 500 = 1,35 Millionen Nano-/Mikropartikel injiziert. Wie schlimm ist das? Was geschieht mit solchen Fremdkörpern, nachdem sie injiziert wurden? - An der Einstichstelle können sie zu Schwellungen und Granulomen führen, knötchenförmigen Gewebeneubildungen. - Über die Blutbahn werden sie im ganzen Körper verteilt – „wohin, zu welchen Organen, kann niemand voraussagen“ (Gatti). - Sie überwinden alle physiologischen Barrieren, u.a. die Blut-Hirn-Schranke. - Sie reichern sich in allen Geweben und Organen an: Lymphknoten, Lungen, Magen, Darm, Nieren, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Fortpflanzungsorgane, Knochenmark, Gehirn. - Sie setzen sich auf Zellmembranen ab, blockieren dort den Zellstoffwechsel. - In die Zellen eingedrungen, schädigen sie Mitochondrien, den Zellkern, die DNS. Gendefekte, Krebs, Zelltod drohen. - Agglomerate von Nanopartikeln schwächen die Immunabwehr, u.a. indem sie die Phagozyten („Fresszellen“) überlasten. - Sie sorgen für die vermehrte Produktion von freien Radikalen, dadurch für anhaltenden oxidativen Stress, der zu chronischen Entzündungen führt. - Aufgrund ihrer hohen chemischen Reaktionsfreude behindern sie Enzyme, Hormone und andere Proteine in ihrer Funktion. - Sie gehen Verbindungen mit anderen Toxinen ein, was sie noch gefährlicher macht. Der Organismus kann die anorganischen Fremdkörper weder zersetzen noch ausscheiden. Manche Effekte kommen sofort zum Vorschein – Entzündungen etwa. Andere hingegen, so gibt das Forscherteam zu bedenken, könnten erst mit erheblicher Verzögerung klinisch auffällig werden. Antonietta Gattis alarmierende Befunde, wie auch ihre naheliegenden Schlüsse und besorgten Warnungen, haben Gewicht, denn im Forschungsbetrieb ist sie kein Irgendwer. Als „ausgewählte Expertin“ berät sie die Ernährungs- und Landwirtschafts­organisation (FAO) der Vereinten Nationen, als Mitwirkende im „NANOTOX“-Forschungsverbund die Europäische Kommission. Ihr Buch Nanopathology: the health impact of nanoparticles (2008) gilt als Standardwerk. Für Italiens „Nationalen Forschungsrat“ leitet sie ein Labor für Nanodiagnostik. Wie geraten die toxischen Fremdkörper in die Impfstoffe? „Wir gehen davon aus, dass es zu dieser Kontamination unabsichtlich kommt“, erklärt Gatti. „Sie könnte von verschmutzten Komponenten des industriellen Herstellungsprozesses herrühren, zum Beispiel beim Filtrieren, was die Hersteller bisher nicht überprüft haben und deshalb auch nicht entdecken konnten.“ Um das Problem zu beheben, bedürfe es folglich „einer eingehenden Inspektion der Arbeitsplätze und der vollständigen Kenntnis des Produktionsprozesses“. Derart vorsichtig zu schlussfolgern, bewahrte die Professorin nicht vor drastischen Folgen. Am 23. Februar 2018 drang die Polizei in ihre Wohnung ein, kurz darauf auch in ihr Forschungslabor. Bei den Hausdurchsuchungen wurden Computer und Unterlagen mit sämtlichen wissenschaftlichen Daten über ihre Impfstoff­forschung beschlagnahmt. (ihr Kollege Stefano Montanari berichtete darüber bei Face­book, s.u.) Spätestens jetzt musste ihr klar geworden sein, wie hochbrisant ihre Entdeckung war – und dass nun ihre weitere akademische Laufbahn, ihre berufliche Existenz auf dem Spiel stand. Der Warnschuss wirkte offenbar nachhaltig: Wer heute nach Antonietta Gatti recherchiert, stellt fest, dass die Dame ihre herausgehobenen Positionen im Wissenschaftsbetrieb behielt – vom heißen Eisen „Nano-Vakzine“ aber tunlichst die Finger lässt. Dieser Eklat nährt den Verdacht, dass Gatti eher versehentlich einen ungeheuerlichen Skandal aufdeckte, den Vakzinhersteller und Behörden unter Verschluss halten wollten: das vorsätzliche Beimengen von Nanopartikeln in Impfstoffe, ohne Hinweise in Beipackzetteln und Fachinformationen, ohne Aufklärung von impfenden Ärzten. Ob nun Versehen oder Absicht: Überaus nützlich wären die Nano-Zugaben auf jeden Fall, zumindest für die Hersteller. Die Pharmaindustrie lebt von chronischer Krankheit, nur so funktioniert ihr Geschäftsmodell. Toxische Nanozusätze wären daher, aus betriebswirtschaftlicher Sicht, fürwahr eine glänzende Idee. Welche in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind davon betroffen? Mehrere Anfragen danach ließ die zuständige Aufsichtsbehörde, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), unbeantwortet. Auf ihren Internetseiten beschränkt sich das PEI auf spärliche Angaben zu Influenzaimpfstoffen. (2) In der Tat, so räumt das PEI ein, enthalten Grippevakzine „Wirkverstärker“ (Adjuvantien), von denen „einige Komponenten (…) im Größenbereich von Nanometern liegen“. Hierbei handle es sich aber „nicht um technologisch gezielt hergestellte Nanopartikel, insbesondere nicht um Materialien aus Metallen oder Kunststoffen“. Vielmehr enthalten die Wirkverstärker „Polysorbat, hergestellt aus pflanzlichen Ausgangsstoffen, und andere in der Natur vorkommende Stoffe wie (…) Squalen“. Alle Stoffe seien „biologisch abbaubar“. Wie kann eine Aufsichtsbehörde beunruhigende Forschungsergebnisse derart schamlos ausklammern? - Als organische Verbindung wird Squalen – eine farblose, ölige, nahezu wasserunlösliche Flüssigkeit - von allen höheren Lebewesen produziert; es kommt in Hautfetten und im Blut vor, wie auch in den Myelinhüllen, welche die Nervenzellen schützend umgeben. Es „natürlich“ zu nennen, ist insoweit korrekt. Synthetisches Squalen hingegen löst bei Ratten und Mäusen Autoimmunerkrankungen wie Arthritis und Lupus erythematodes aus. (3) - Das gelbliche, geruchlose Polysorbat 80 taucht in Industrieölen, Reinigungs- und Waschmitteln auf, aber auch in Speisen; es hilft, nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten wie Öl und Wasser zu einem fein verteilten Gemisch, der sogenannten Emulsion, zu vermengen und zu festigen. Als Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 433 ist es EU-weit zugelassen. In der Arzneimittelherstellung dient es als Lösungsvermittler, Emulgator und Konservierungsstoff. Wie die Zeitschrift Nature 2015 berichtete, treten bei Mäusen Störungen der Darmflora, Darmentzündungen und Gewichtszunahme auf, wenn ihrem Trinkwasser 12 Wochen lang ein einprozentiger Anteil von Polysorbat 80 beigemengt wird; die schützende Schleimschicht des Darms schrumpft um zwei Drittel. (4) Mediziner der Georgia State University in Atlanta entdeckten 2016, dass sich bei Mäusen nach Polysorbat 80-Gaben, weil sie eine chronische Östrogen-Stimulation auslösen, Tumore häuften. (5) Bei Ratten beschleunigt Polysorbat 80 die Geschlechtsreife, zugleich verringert es das Gewicht der Gebärmutter und Eierstöcke, lässt Follikel verkümmern. Kurzum: Die Chemikalie kann die Fortpflanzungsfähigkeit völlig versiegen lassen. Warum wohl wurde bereits ein Infertilitätsimpfstoff, der Polysorbat und Squalen enthält, zum Patent angemeldet? Bei etlichen jungen Mädchen, die mit dem Polysorbat-80-haltigen Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft wurden, beobachteten Frauenärzte anschließend ein Eierstockversagen. In Wahrheit wird schon seit den Nullerjahren an Nano-Vakzinen geforscht. Dabei geht es unter anderem um Impfstoffe, die nicht mehr injiziert werden, sondern sich oberflächlich auftragen lassen. An Nanopartikel gebundene Wirkstoffe sollen in den Haarfollikeln freigesetzt, durch Körperschweiß aktiviert und an die Haut abgegeben werden. (6) Damit, so warnen Kritiker, würden verdeckte Massenimpfungen möglich: etwa mittels eines feinen Sprühnebels, welcher jeden einhüllt, der eine Sicherheitskontrolle an einem Flughafen, einem Krankenhaus, einem Alten- und Pflegeheim, einer Schule passiert. Könnte derselbe überfürsorgliche Staat, der am Grundgesetz vorbei einen Masernimpfzwang beschloss und sich nach ausgerufener „Corona-Krise“ im Nu über Freiheitsrechte hinwegsetzte, nicht durchaus auf solche Ideen kommen? (Harald Wiesendanger) P.S.: Dies ist die überarbeitete Fassung eines Artikels, der erstmals im Oktober 2020 erschien. Anmerkungen (1) Antonietta Gatti (Nationaler Forschungsrat, San Vito, Italien) u.a.: „New Quality-Control Investigations on Vaccines: Micro- and Nanocontamination“, International Journal of Vaccines 4 (1) 2017, DOI: 10.15406/ijvv.2017.04.00072, http://medcraveonline.com/IJVV/IJVV-04-00072.pdf (2) https://www.pei.de/DE/newsroom/veroffentlichungen-arzneimittel/sicherheitsinformationen-human/archiv-infos-influenza-pandemie-2009-2010/sicherheit-25-09-2009-nanopartikel.html, abgerufen am 12.3.2020. (3) B.C. Carlson u.a.: „The Endogenous Adjuvant Squalene Can Induce a Chronic T-Cell-Mediated Arthritis in Rats“, American Journal of Pathology 156 (6) 2000, S. 2057–2065, PMID 10854227; M. Satoh u.a.: „Induction of lupus autoantibodies by adjuvants“, Journal of Autoimmunity 21 (1) 2003, S. 1–9, PMID 12892730. (4) Benoit Chassaing u.a.: „ Dietary emulsifiers impact the mouse gut microbiota promoting colitis and metabolic syndrome“, Nature 519, 5. März 2015, S. 92–96, doi:10.1038/nature14232. (5) Lars Fischer: „Emulgatoren fördern Darmkrebs“, spektrum.de, 7. November 2016, www.spektrum.de/news/emulgatoren-foerdern-darmkrebs/1428857. (6) Siehe Ärzte Zeitung: „Mit Nanopartikeln: Impfen ohne Injektion“, 28.5.2019, https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Impfen-ohne-Injektion-254358.html; https://www.nanopartikel.info/nanoinfo/koerperbarrieren/2002-nanopartikel-und-die-haut. Titelbild: Gerd Altmann/Pixabay

  • Kasse gemacht.

    Warum stoßen die Bosse des Impfstoffherstellers Moderna riesige Aktienpakete ab? Was wissen die Bosse von „Moderna“? Der Hersteller eines neuartigen mRNA-Impfstoffs gegen Covid-19, der als besonders aussichtsreich gilt, sorgt an den Finanzmärkten für Unruhe: Führungskräfte von Moderna haben in großem Umfang Aktienoptionen eingelöst. Seit Juni 2020 erzielte jeder von ihnen dabei persönliche Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe. Haben sie das Vertrauen in ihr Projekt verloren? Rechnen sie nicht mehr mit einem Erfolg? Aufgrund welcher Informationen? Wissen sie mehr als die Öffentlichkeit? Wie das News-Portal NPR berichtet (1), hat Modernas CEO Stéphane Bancel Wertpapiere seines Unternehmens für rund 40 Millionen Dollar abgestoßen. Chief Medical Officer Tal Zaks erlöste auf demselben Weg rund 60 Millionen Dollar, Präsident Stephen Hoge mehr als 10 Millionen Dollar. Ihre sonderbaren Transaktionen fallen in eine Zeit, in der Sicherheitsbedenken an Modernas neuartigem Vakzin „mRNA-1273“ zunehmen, nachdem alarmierende Meldungen über die Zulassungsstudien durchsickern. „Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 für geringste Sorge und 10 für die größte steht, ist dies eine 11“, kommentiert Daniel Taylor, außerordentlicher Professor für Rechnungswesen an der University of Pennsylvania in Philadelphia. (2) Die Aktiengeschäfte der Moderna-Chefetage scheinen ihm „weit außerhalb der Norm“ zu liegen. Für Taylor werfen sie Fragen auf, wie die internen Kontrollen des Unternehmens aussehen, um Insiderhandel zu verhindern. In der Regel deckt ein Unternehmen seine Führungskräfte mit Aktien ein, um ihnen genügend Anreize zu bieten, es profitabler zu machen. Warum sollten die Moderna-Bosse ihre Firmenanteile abstoßen, bevor der Impfstoff überhaupt auf den Markt kommt? Warum möchten sie den weiteren Höhenflug der Aktie verpassen, für den ihr Produkt sorgen würde, sobald es sich als wirksam, sicher und gut verträglich erwiesen hat? Haben sie insgeheim einen Verdacht? Wissen sie, dass etwas schief gelaufen ist? Oder befürchten sie aus gutem Grund, dass etwas schiefgehen wird? "Hier machen Insider reichlich Gewinn, und sie tun es vor allem mit unserem Geld", sagt Margarida Jorge, Kampagnenleiterin der Initiative "Lower Drug Prizes Now". Moderna lässt sich mit 483 Millionen US-Dollar aus Steuergeldern subventionieren. Dass etwas faul sein könnte, hat sich früh abgezeichnet. Im März 2020 war Moderna weltweit die erste Firma, die eine klinische Studie für einen SARS-CoV-2-Impfstoff genehmigt bekam. (3) Die normalerweise erforderlichen Tierversuche durfte sie überspringen. In Modernas Phase-1-Studie, mit jüngeren Erwachsenen zwischen 18 und 55 Jahren, traten nach der zweiten Impfung bei ALLEN 15 Probanden in der Hochdosisgruppe, bei 250 μg (Mikrogramm), „systemische“, d.h. den ganzen Organismus betreffende Nebenwirkungen auf. (4) Dazu zählten Müdigkeit, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Myalgie (Muskelschmerzen); 21% erlitten "ein oder mehrere schwerwiegende Ereignisse". Drei dieser menschlichen Versuchskaninchen erlitten innerhalb von 43 Tagen nach Impfung sogar ein „schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis“ dritten Grades, welchen die US-Aufsichtsbehörde FDA durch "Verhinderung täglicher Aktivitäten und Notwendigkeit einer medizinischen Intervention" definiert. CNN und CNBC stellten im Mai 2020 Ian Haydon vor, einen 29-jährigen Teilnehmer mit derart schweren Nebenwirkungen, dass sie einen Klinikaufenthalt erforderlich machten: Er habe sich "so krank gefühlt wie nie zuvor in meinem Leben", so bekannte er. (5) Am 29. September berichtete Moderna allerdings über eine „Erweiterung“ der Phase-1-Studie, diesmal mit 40 Personen von 56 bis 70 Jahren. Sie erhielten Dosen zwischen 25 und 100 Mikrogramm. Erstaunlicherweise sollen diesmal „bloß milde oder mäßige Nebenwirkungen“ aufgetreten sein. (6) Schon Ende Mai begann Moderna eine Phase 2-Studie mit 600 Teilnehmern – wo bleiben die Ergebnisse? (7) Ende August 2020 startete bereits Phase 3, mit 30.000 gesunden Erwachsenen in 30 US-Bundesstaaten und Dosierungen zwischen 25 µg und 100 µg. (8) Erste Ergebnisse sollen im November vorliegen. (9) Bill Gates, der Moderna seit 2016 mit über 20 Millionen US-Dollar sponserte (10), führt die beobachteten Nebenwirkungen weitgehend auf die hohen Dosierungen zurück, die nötig seien, um die gewünschten Antikörperspiegel zu erreichen. (11) Wenn aber hohe Dosierungen erforderlich sind, um eine ausreichend starke Immunreaktion auszulösen, und dabei auch systemische Nebenwirkungen bei den meisten "Gepieksten" verursachen - wie sicher wird dann diese Impfung sein? Wenn sie schon junge, kerngesunde Versuchspersonen derart mitnimmt – wie gut werden dann Senioren, Multimorbide und andere Risikogruppen sie vertragen? Falls ein Fünftel schwere Nebenwirkungen erleidet (12), so würden Impfungen der gesamten Menschheit, Gates´ wiederholt erklärtes Lieblingsprojekt, auf 1,5 Milliarden Impfgeschädigte hinauslaufen. Mit ähnlichen Problemen kämpft momentan auch der schwedisch-britische Pharmariese AstraZeneca, Hersteller eines weiteren mRNA-Impfstoffs namens AZD1222. Im Juni bestellten Deutschland, Frankreich, Italien mindestens 300 Millionen Dosen davon (13), die EU im August weitere 300 Millionen. (14) Anfang September stoppte AstraZeneca seine Phase-3-Studien vorübergehend, nachdem bei einem Teilnehmer "eine vermutete schwere und unerwartete Nebenwirkung" aufgetreten war. (15) Wie die „New York Times“ berichtet, sei bei ihm „Transverse Myelitis festgestellt worden, ein entzündliches Syndrom, das das Rückenmark befällt und häufig durch Virusinfektionen ausgelöst wird". (16) Die mRNA-Technologie, auf die Moderna setzt, gilt als „innovativ“. Verabreicht wird dabei ein Stück Erbinformation des Virus; der menschlichen Zelle soll es als Bauplan dienen, um ein Oberflächenprotein des Erregers selbst zu produzieren. Anhand dieses verräterischen „Antigens“ soll das Immunsystem dann das Virus erkennen und bekämpfen. In der Praxis ist dieser Ansatz aber noch völlig unerprobt. Der Deutsche Ethikrat warnt vor ihm. (17) Bisher konnte Moderna, erst 2010 gegründet, kein einziges Produkt auf den Markt bringen. Anfang Januar wurde das Unternehmen an der Börse noch mit weniger 20 Dollar pro Aktie gehandelt und mit rund sechs Milliarden Dollar bewertet. Dann gab Moderna bekannt, es arbeite mit Wissenschaftlern des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) unter Leitung des Top-Präsidentenberaters Dr. Anthony Fauci zusammen, um einen Corona-Impfstoff zu entwickeln. Bis April stellte die US-Regierung Moderna knap eine halbe Milliarde Dollar bereit (18) -, im Rahmen von Trumps „Operation Warp Speed“, so betitelt, weil sie einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 ungefähr so schnell entwickeln helfen soll, wie das Raumschiff Enterprise dank seines fiktiven Warp-Antriebs fliegt, Lichtgeschwindigkeit überflügelnd. (19) Seitdem ist Modernas Aktienkurs förmlich explodiert. Pressemitteilungen, die auf positive Nachrichten aus den wissenschaftlichen Versuchen hindeuteten oder zusätzliche Zusagen von Steuergeldern ankündigten, ließen den Aktienkurs auf einen Höchststand von rund 95 Dollar steigen, bevor er in den letzten Monaten auf 60 bis 70 Dollar fiel. Der Unternehmenswert beläuft sich nun auf rund 25 Milliarden Dollar. Dass die Moderna-Chefs seltsam früh Kasse machen, empört zumindest Covidioten. Hätten sie nicht eher Grund, erleichtert aufzuatmen? Müssen sie weiterhin fürchten, womit anscheinend nicht einmal der Impfstoffhersteller selber noch rechnet? Seit fast zwei Jahrzehnten versuchen Pharmafirmen Corona-Vakzine zu entwickeln. Stets scheiterten die Bemühungen bislang an gefährlichen, oft tödlichen Nebenwirkungen. Ein Skandal kommt selten allein Zum Moderna-Skandal passen jüngste Schlagzeilen aus England. Einem wissenschaftlichen Hauptberater (Chief Scientific Adviser) der britischen Regierung, dem zum „Sir“ geadelten Patrick Vallance, wird ein massiver Interessenkonflikt vorgeworfen. Er sei mit 600.000 Pfund, umgerechnet rund 660.000 Euro, an GlaxoSmithKline (GSK) beteiligt – einem Pharmariesen, der an der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs arbeitet, in Zusammenarbeit mit Sanofi, einem weiteren Branchengiganten. (20) Dazu beisteuern will GSK den Wirkverstärker AS03 (21), der erstmals 2009 in „Pandemrix“ zum Einsatz kam – jenem berüchtigten Impfstoff gegen das Schweinegrippe-Virus H1N1, der mindestens 1300 Kinder zu Narkoleptikern machte: Schlagartig überkommt sie extreme Müdigkeit, die Muskeln versagen; manche Betroffene sacken plötzlich in sich zusammen, stürzen zu Boden. (22) Presseberichten zufolge (23) hält Vallance 43.111 GSK-Aktien. Noch brisanter ist, wie er zu ihnen kam. Bevor er im März 2018 zum Top-Regierungsberater aufstieg, war Vallance seit 2012 Präsident von GlaxoSmithKline, dem siebtgrößten Pharmaunternehmen der Welt, das mit rund 100.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von umgerechnet rund 37 Milliarden Euro erwirtschaftet (24) - ein Musterbeispiel für die „Drehtür“ zwischen Regierungsbehörden und den multinationalen Konzernen, die sie regulieren sollen. Nach seiner Berufung verkaufte Vallance GSK-Aktien im Wert von 5 Millionen Pfund, behielt aber immer noch eine beträchtliche Beteiligung an dem Unternehmen. Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, bei den von Vallance gehaltenen Aktien handle es sich lediglich um einen aufgeschobenen Bonus; der Berater habe alle gesetzlichen Richtlinien befolgt, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden. Na denn. Vallance verdient Lob für ein feines Spekulanten-Näschen. Während ein panikvirusbefallenes England auf die Erlösung durch Impfstoffe hofft, sehen Branchenkenner zumindest bei Glaxo offenbar zunehmend schwarz: Seit einem Hoch Mitte Mai erreicht die GSK-Aktie immer neue Jahrestiefstände, zuletzt am 25. September mit knapp über 16 Euro. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.npr.org/2020/09/04/908305074/bad-optics-or-something-more-moderna-executives-stock-sales-raise-concerns (2) https://www.npr.org/2020/09/04/908305074/bad-optics-or-something-more-moderna-executives-stock-sales-raise-concerns (3) https://pipelinereview.com/index.php/2020031774039/Vaccines/Moderna-Announces-First-Participant-Dosed-in-NIH-led-Phase-1-Study-of-mRNA-Vaccine-mRNA-1273-Against-Novel-Coronavirus.html (4) https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2022483 (5) https://www.statnews.com/2020/05/26/moderna-vaccine-candidate-trial-participant-severe-reaction/ (6) https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2028436 (7) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04405076?term=moderna&cond=covid-19&draw=2 (8) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04470427?term=vaccine&cond=covid-19&draw=5 (9) https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-so-weit-ist-die-impfstoffforschung-gegen-das.1939.de.html?drn:news_id=1177420 (10) https://www.gatesfoundation.org/search#q/k=Moderna&page=3 (11) https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/08/04/side-effects-of-fast-tracked-vaccine.aspx (12) https://www.schildverlag.de/2020/05/26/neues-vom-mrna-impfstoff-jeder-fuenfte-der-freiwillen-impfprobanden-wurde-ernsthaft-krank/ (13) https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/deutschland-bestellt-astrazeneca-impfstoff/ (14) https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/08/17/eu-sichert-sich-corona-impfstoff-von-astrazeneca@user-kmayer (15) https://www.statnews.com/2020/09/08/astrazeneca-covid-19-vaccine-study-put-on-hold-due-to-suspected-adverse-reaction-in-participant-in-the-u-k/ (16) https://archive.is/fymqJ#selection-735.237-735.377 (17) https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-eingriffe-in-die-menschliche-keimbahn.pdf (18) https://edition.cnn.com/2020/05/01/us/coronavirus-moderna-vaccine-invs/index.html (19) https://www.hhs.gov/about/news/2020/05/15/trump-administration-announces-framework-and-leadership-for-operation-warp-speed.html; https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/internationales/corona-impfstoff-trump-will-warp-speed/; https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Warp_Speed; https://www.sciencemag.org/news/2020/05/unveiling-warp-speed-white-house-s-america-first-push-coronavirus-vaccine (20) https://www.pharmazeutische-zeitung.de/proteinbasierter-corona-impfstoff-geht-in-die-klinische-phase-120031/ (21) https://www.pharmazeutische-zeitung.de/gsk-produziert-wirkverstaerker-fuer-eine-milliarde-impfstoffdosen-117900/ (22) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63356/Grippeimpfung-Wie-Pandemrix-eine-Narkolepsie-ausloest (23) https://www.standard.co.uk/news/uk/patrick-vallance-vaccine-shares-denies-conflict-interest-a4555141.html; https://www.telegraph.co.uk/news/2020/09/23/revealed-sir-patrick-vallance-has-600000-shareholding-firm-contracted/; https://truththeory.com/chief-scientific-adviser-criticized-for-large-investments-in-vaccine-developer/; https://www.naturalblaze.com/2020/09/chief-scientific-adviser-criticized-for-large-investments-in-vaccine-developer.html?utm_source=Natural+Blaze+Subscribers&utm_medium=email&utm_campaign=ebf00bd0e5-RSS_EMAIL_CAMPAIGN&utm_term=0_b73c66b129-ebf00bd0e5-388366827 (24) https://www.gsk.com/en-gb/about-us/key-facts/ Bildausschnitt Aufstieg: Gerd Altmann/Pixabay.

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