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  • Bibis nächster Lockdown

    Heute Israel, morgen Deutschland? Die Regierung in Tel Aviv verwandelte ihr Land bereits im September 2020 erneut in eine Haftanstalt - wegen steigender Infektionszahlen. Heute Israel, morgen Merkelland? Wegen zunehmender Neuinfektionen hat die Regierung in Tel Aviv einen ZWEITEN landesweiten Lockdown beschlossen. Mindestens drei Wochen soll er dauern. In Kraft tritt er am Freitag, 18. September 2020, um 13 Uhr, vor Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrstag. Neuauflagen dieses selbstzerstörerischen Staatsmasochismus, fernab einer tatsächlichen Bedrohungslage für die Volksgesundheit, könnten in Kürze wieder weltweit Schule machen. Denn weiterhin verwechseln Regierungen weiterhin Infektion und Krankheit, irregeführt von einer verhängnisvollen Neudefinition des Pandemiebegriffs, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Frühjahr 2009 der Welt verordnet hatte. Außer Lebensmittelgeschäften und Arztpraxen soll in Israel alles geschlossen bleiben – auch Schulen und Kindergärten, Hotels und Restaurants, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen. Menschen dürfen sich nicht weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen, außer für Lebensmitteleinkäufe, Apothekengänge und Arztbesuche. Im Freien dürfen sich nicht mehr als 20 Menschen versammeln, in Innenräumen bis zu zehn. Aus Protest gegen den abermaligen Lockdown erklärte der ehemalige Gesundheitsminister Yaakov Litzman, ein wichtiger Koalitionspartner von Ministerpräsident Benjamin „Bibi“ Netanjahu, umgehend seinen Rücktritt. Die „dramatisch“ gestiegene Anzahl der Neuinfektionen lasse keine andere Wahl, so rechtfertigte Netanjahu die umstrittene Entscheidung. „Warnungen von Gesundheitsbeamten“ hätten zu ihr beigetragen. An vier aufeinanderfolgenden Tagen seien in der abgelaufenen Woche jeweils Rekordwerte verzeichnet worden. Die Zahl der Corona-„Fälle“ seit Beginn der Pandemie habe inzwischen 150.000 überschritten. (1) Tests auf Teufel komm raus Zu erwähnen vergaß Netanjahu das Allerwichtigste: Ebenso „dramatisch“ gestiegen ist die Anzahl der durchgeführten Tests. Noch Anfang März hatten in Israel täglich weniger als 200 Corona-Tests stattgefunden, vor der letzten Märzwoche unter 5.000; im April zwischen 5.700 und 15.400; im Juni höchstens 21.000; im Juli bereits bis zu 32.500; im August und September zeitweise schon über 35.000. (2) Hingegen bewegen sich die Zahlen für schwer Erkrankte und Verstorbene aufgrund von Covid-19 – der entscheidende Gradmesser für die Gefährlichkeit einer Pandemie - auch in Israel, wie im Rest der Welt, weiterhin auf niedrigem Niveau. Aktuell befinden sich dort 519 SARS-CoV-2-Infizierte in einem „ernsten oder kritischen“ Zustand – nicht mehr als 1 % der akuten Fälle. Bis 13. September zählte Israel 1119 „Corona-Opfer“ - gerade mal 0,0012 % (!) der Bevölkerung. Von ihnen verschieden die meisten zwar MIT, aber kaum jemals allein WEGEN einer SARS-CoV-2-Infektion. In der ersten Septemberhälfte (bis 13.9.) starben pro Tag nie mehr als 23 Israelis mit „positivem“ Befund; im Schnitt waren es 12. Wie viele fielen an denselben Tagen Unfällen, Herz-Kreislaufleiden, Krebs, Süchten, Blutvergiftungen, Fehlbehandlungen, Krankenhauskeimen, Nebenwirkungen von Medikamenten zum Opfer? Wieso darf man 2020 auf der Erde an allem und jeglichem erkranken und sterben, ohne dass ein Hahn danach kräht – bloß nicht an Corona? Auch in Israel, wie überall auf diesem Planeten, bleiben vier von fünf Infizierten beschwerdefrei, putzmunter und kerngesund; weitere 15 % entwickeln bloß milde, erkältungsähnliche Symptome. Und auch dort liegt das Durchschnittsalter von „Corona-Opfern“ um die 80 Jahre – genaugenommen bei 81,3. Aus der Mitte ihres Lebens gerissen hat sie der „Killerkeim“ also nicht unbedingt. Wie können es bloße Ansteckungsraten rechtfertigen, ein ganzes Land in eine Haftanstalt zu verwandeln, das öffentliche Leben einzufrieren, der Wirtschaft schwersten Schaden zuzufügen, grundlegende Freiheitsrechte außer Kraft zu setzen? Wie arg muss man eine „zweite Welle“ fürchten, die eher Fernsehsendungen und Zeitungsseiten füllt als Arztpraxen, Intensivstationen und Friedhöfe? Schon Israels erster Lockdown hatte sich verheerend ausgewirkt Mit drastischem Infektionsschutz hatte Israels Regierung früh begonnen, dafür von WHO-hörigen Hardlinern als „Musterschüler“ gelobt. Bereits in der ersten Märzhälfte 2020 verhängte sie Einreisebeschränkungen, verbot Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern, schloss Schulen und Universitäten. Am 18. März ordnete sie an, alle Hotels, Kindergärten, Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants, Vergnügungsorte wie Freizeitparks, Theater, Kinos oder Fitnesszentren dichtzumachen; ausgenommen blieben Lebensmittelgeschäfte, Banken, Apotheken und Tankstellen. Mit Bargeld zu bezahlen, war verboten. Viele Infizierte wurden zwangsweise in größeren Hotels untergebracht, welche die israelische Armee zu Isolierstationen umrüstete. Bei Verstößen gegen eine angeordnete Quarantäne drohten Haftstrafen von bis zu sieben Jahren. Vom 18. März an kamen Instrumente zur Massenüberwachung zum Einsatz. Zur Kontaktverfolgung steuerte die Spionagefirma NSO Software bei, die sich weltweit bei der Überwachung von regimekritischen Aktivisten und Menschenrechtlern bewährt hat. Eine neue Verordnung erlaubte es dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet, individuelle Informationen der Bürger zu sammeln. Dazu griff er auf Handy- und Bewegungsdaten zu, die nicht anonymisiert waren. Wer sich in den vorangegangenen zwei Wochen im Umkreis von zwei Metern für 10 Minuten oder mehr von jemandem befand, der sich als „Coronavirus-Träger“ herausstellte, wurde per SMS alarmiert, er müsse sich unverzüglich in Quarantäne begeben. Zur Abstandskontrolle sprach sich Premier Netanjahu dafür aus, alle Bürger mit einem sensorsteuernden Mikrochip zu versehen: „Jede Person, jedes Kind – ich will es an Kindern zuerst – sollte einen Sensor haben, der einen Alarmton abgibt, wenn man zu nahe kommt, wie diejenigen an Autos.“ (3) Strenge Ausgangsbeschränkungen galten in Israel bis Anfang Mai. Auf die Wirtschaft wirkte sich der Lockdown verheerend aus. Eine Million Menschen verloren ihre Arbeit, die Arbeitslosenquote stieg auf 20 %. Im zweiten Quartal brach das Bruttoinlandsprodukt, aufs Jahr hochgerechnet, um 28,7 % ein. Die Staatsausgaben schossen um 25,2 % in die Höhe. (4) Ging Israels Zentralbank im Frühjahr noch von einem V-förmigen Krisenverlauf aus, so stimmt sie die Nation mittlerweile auf eine lang anhaltende Belastung ein. Zudem rechnet sie mit einem Haushaltsdefizit von etwa 13% – einem der höchsten weltweit. Bei einer Erhebung des Zentralamtes für Statistik im August 2020 erklärten 19 Prozent aller befragten Unternehmen, „unter den gegenwärtigen Umständen“ könnten sie nur noch drei Monate lang überleben; weitere 21 Prozent gaben an, ihr Betrieb lasse sich höchstens noch vier bis sechs Monate lang aufrechterhalten. In der Bevölkerung wuchs der Widerstand, in Umfragen sanken Netanjahus Beliebtheitswerte. In Tel Aviv weigerten sich Restaurantbesitzer, angeordneten Schließungen zu folgen, woraufhin die Regierung ihre Vorgaben wieder zurücknahm. (Na also: Ziviler Ungehorsam wirkt.) Mehrere tausend Menschen trauten sich, mit jeweils zwei Metern Abstand gegen die Corona-Diktate der Regierung Netanjahu zu demonstrieren: „Sie sprechen von einer exponentiellen Zunahme der Coronafälle, aber das einzige was exponentiell zunimmt, das sind die Menschen, die aufstehen, um unser Land und unsere Demokratie zu schützen.” Ständig wechselnde und widersprüchliche Corona-Anordnungen, die Sorge um die eigene Existenz und ihre Grundrechte verunsicherten und empörten immer mehr Bürger. Eine Einmalzahlung von 190 Euro für fast jeden Israeli, plus knapp 40 Euro für jedes Kind unter drei Jahren, besänftigte nur wenige aufgebrachte Gemüter. Nachdem Gesundheitsbehörden Mitte Mai in Israel nur noch 16 Neuinfizierte pro Tag zählten, ließen sie abrupt Lockerungen zu; Schulen öffneten wieder, Strände, Bars und Restaurants ebenfalls. Als während der ersten Hitzewelle des Jahres Temperaturen bis zu 42 Grad herrschten, hob das Gesundheitsministerium die Pflicht zum Tragen von Masken zeitweise auf. Gerüchte, ein zweiter Lockdown stehe bevor, sorgten in Israel schon seit Wochen für heftige Diskussionen. Eine Koalition von Alarmisten aus Politik, Wissenschaft und Medien beklagte rund um die Uhr einen „sprunghaften Anstieg“ an Corona-Neuinfektionen. „Rekordwerte“ wurden vermeldet. In der ersten Juliwoche wurden mehr als 1300 neue „Fälle“ gezählt - 500 Mal mehr als noch Anfang Mai und der höchste Tageszuwachs seit Pandemiebeginn. Ende August fielen über 2000 „Fälle“ pro Tag auf. Bis Anfang September rückte Israel, gemessen an der Bevölkerungszahl von 9,2 Millionen, mit über 3100 neuen „Fällen“ pro Tag an die Spitze der westlichen Welt. Bereits im Juli hatte Netanjahu bei einer Pressekonferenz die Vermutung geäußert, die vielen Ansteckungen seien auf "zu frühe" Lockerungen der Corona-Maßnahmen zurückzuführen. Das Land stecke "mitten in einem weltweiten Sturm. Wir befinden uns inmitten einer zweiten Welle." Wo bleiben die Beweise, Bibi? Zwingende Argumente dafür, dass Israels Lockdown-Antwort auf die „erste Welle“ notwendig und effektiv war, blieb Netanjahu indes schuldig. Mitte März, bei Beginn des drakonischen „Seuchenschutzes“, hatte das Land noch KEINEN EINZIGEN Covid-19-Todesfall verzeichnet. Hingegen STIEG die Sterberate von der dritten Lockdown-Woche an kontinuerlich, bis Ende April. Nach Lockdown-Ende, ab Anfang Mai, SANK sie stetig, bis Ende Juni. Seither lag sie in der Regel bei 5 bis 15 Fällen pro Tag – und damit auf dem gleichen Niveau wie gegen Lockdown-Ende im April -, mehr als 23 waren es nie. (Ein plötzlicher Spitzenwert von 71, am 20. August, rührte daher, dass Gesundheitsbehörden im nachhinein zusätzliche Todesfälle einbezogen, aufgrund geänderter Kriterien.) (Siehe Grafik unten: Israels Covid-19-Fälle.) Einen Lockdown rechtfertigt ebensowenig Israels „Case Fatality Rate“ (CFR) seit Anfang März 2020: das Verhältnis der „bestätigten“ Covid-19-Todesfälle zu den „bestätigten“ SARS-CoV-2-Infektionen. Diese hatte VOR dem Lockdown stets bei oder nahe NULL gelegen. Hingegen stieg der CFR-Wert während der GESAMTEN Lockdown-Phase bis Anfang Mai, und darüber hinaus noch DREI WEITERE WOCHEN, steil an. DANACH halbierte sie sich. Ab Ende Juli verharrte sie bei Werten von 0,7 bis 0,8 % - bis Mitte September. (Siehe beiliegende Grafik: Israels Covid-19-Fälle.) Wo bleiben also die Beweise, Benjamin? Nach 70 Tagen wäre der Spuk vorbei - mit oder ohne Lockdown Wie in Deutschland, so werden auch in Israel kritische Stimmen renommierter Wissenschaftler penetrant überhört. Ende August warnte Professor Mark Last, Direktor des Data Science Research Center der Ben-Gurion-Universität in Be’er Scheva, eindringlich vor einem erneuten Lockdown – er sei unnötig und bringe nichts. „Die perfekte Lösung, um die Pandemie zu stoppen, wäre er dann, wenn man ihn für immer aufrechterhalten kann", so Prof. Last. "Aber jeder Tag ist mit immensen Kosten verbunden. Und der Nutzen wäre sehr kurz, denn nach seinem Ende geht alles weiter wie gehabt, und wir haben wieder mehr Fälle.“ Es führe kein Weg daran vorbei, auf eine sich allmählich entwickelnde Herdenimmunität zu setzen. „Bald sollten wir genug Menschen in der Bevölkerung haben, die irgendwann einmal mit dem Coronavirus infiziert waren, und diese Menschen haben Antikörper“; sie werden „einen Rückgang der täglichen Zahl der Neuinfektionen bewirken“. Ebenso übergingen Israels oberste Infektionsschützer eine Studie, die der israelische Mathematiker Isaac Ben-Israel bereits Mitte April 2020 veröffentlichte. Wie er statistisch nachwies, erreicht die Covid-19-Epidemie grundsätzlich nach rund 10 Wochen ihr Ende – egal wo sie stattfindet und unabhängig davon, welche Gegenmaßnahmen die Regierungen ergreifen. (5) Ben-Israel, Professor an der Universität Tel Aviv, gehört dem Nationalen Rat für Forschung und Entwicklung an und leitet die israelische Raumfahrtagentur. Nachdem sein Forscherteam Daten der von SARS-CoV-2 heimgesuchten Länder analysierte, kam es zu dem verblüffenden Schluss: Die Verbreitung des Virus erreicht nach etwa 40 Tagen einen Höhepunkt und klingt nach 70 Tagen nahezu vollständig ab – unabhängig davon, was die jeweiligen Regierungen dagegen unternommen haben. „Es gibt ein konstantes Muster“, erklärte Isaac Ben-Israel in Israels TV-Sender Channel 12, „die Zahlen sprechen für sich selbst. (…) Überraschenderweise ist dieses Muster Staaten gemeinsam, die einen harten Lockdown mit der Paralyse der Wirtschaft umgesetzt haben, aber auch Ländern, die sehr viel zurückhaltendere Maßnahmen ergriffen und das Alltagsleben fortgesetzt haben.“ „Eingeschüchtert und gehirngewaschen“ Behaupten Regierungen nicht stolz, allein der von ihnen durchgesetzte Infektionsschutz - mit Versammlungsverboten, Kontaktbeschränkungen, Schul- und Ladenschließungen, Abstandsregeln und Maskenpflicht - habe die Seuche eingedämmt? Manche reagierten rasch, andere zögerten zunächst. Ben-Israels Analysen legen indes nahe: All die behördlichen Zumutungen, der Entzug von Grundrechten, das Einfrieren öffentlichen Lebens, die Sabotage an der eigenen Wirtschaft sind letztlich für die Katz. Auch ihr Timing spielt keine Rolle. Denn in Ländern wie Schweden und Taiwan, die auf Hygienediktatur weitgehend verzichteten, verlief die Pandemie mitnichten anders. Weder in Stockholm noch in Taipeh stellte sich bei den Infektionsraten jenes „exponentielle Wachstum“ ein, vor dem uns Spahn, Drosten und Wieler monatelang täglich aufs Neue das Fürchten lehrten; auch dort war nach knapp sechs Wochen ein Gipfelpunkt erreicht – und nach rund zehn Wochen war der Spuk schon fast vorbei. Was weiterhin „wütet“, ist das Panikvirus. Der ehemalige israelische Gesundheitsminister Professor Yoram Lass hält die Lockdown-Maßnahmen für “völlig unverhältnismäßig”. Covid-19 sei vergleichbar mit einer Grippe-Epidemie und hätte niemals eine solche politische Zerstörung von Existenzen gerechtfertigt. Man habe die Menschen eingeschüchtert und “gehirngewaschen”. Die Ausgangssperren würden mehr Menschen töten als das Virus. “Die Zahlen begründen keine Panik.” (6) Aber was kümmert das schon passionierte Seuchenschützer 2020? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.tachles.ch/corona; https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/israel-verhaengt-wegen-corona-dreiwoechigen-lockdown-16952153.html (2) https://ourworldindata.org/grapher/full-list-covid-19-tests-per-day?time=2020-02-20..latest&country=~ISR; https://www.jpost.com/health-science/coronavirus-tests-in-israel-to-increase-to-60000-per-day-637980; https://www.timesofisrael.com/israels-daily-virus-test-rate-plummets-below-8000-from-highs-of-around-30000/#gs.g2elka (3) https://www.jewishpress.com/news/the-courts/state-to-high-court-even-more-shin-bet-involvement-in-fighting-the-coronavirus/2020/04/14/; https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/netanyahu-sensoren/ (4) https://www.onvista.de/news/israels-wirtschaft-bricht-im-quartal-um-28-7-prozent-ein-386410339; https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-07/proteste-israel-benjamin-netanjahu-korruptionsprozess-regierungskritik-demokratie-corona-krise (5) „The end of exponential growth: The decline in the spread of coronavirus“, https://www.timesofisrael.com/the-end-of-exponential-growth-the-decline-in-the-spread-of-coronavirus/, 19.4.2020; https://www.timesofisrael.com/top-israeli-prof-claims-simple-stats-show-virus-plays-itself-out-after-70-days/#gs.fjdibs, 14.4.2020. (6) https://www.spiked-online.com/2020/05/22/nothing-can-justify-this-destruction-of-peoples-lives/; https://en.globes.co.il/en/article-lockdown-lunacy-1001322696

  • Sinnlos destruktiv

    Eine US-Studie mit über 3000 Rekruten lässt ahnen: Nicht einmal ein militärisch überwachter Lockdown könnte Corona-“Fälle“ verhindern. Und wenn der angedrohte Mega-Lockdown immer noch zuwenig brächte? Wenn die Inzidenz von sogenannten Corona-„Fällen“ hoch bliebe – wie schon beim „Lockdown light“ im November, beim „harten“ Lockdown seit Dezember? Was dann? Noch weiter verschärfen? Eine US-Studie desillusioniert Hardliner: Nicht einmal militärische Überwachung überall, jederzeit könnte Corona-„Fälle“ verhindern. Selbst wenn Merkel & Co. ganz Deutschland in eine rund um die Uhr bewachte Kaserne verwandeln würden, bestünde eine „epidemische Lage“ fort – sogar eher noch ausgeprägter als bei mäßigeren Schutzmaßnahmen. Selbst extreme Quarantäne, laufend wiederholte Tests und strikte, unablässig kontrollierte Isolation bringen KEINE Vorteile. Diesen hochbrisanten Schluss legt eine US-amerikanische Studie nahe, die das Medizinische Forschungszentrum der Marine zusammen mit der Icahn School of Medicine durchführte. Die 41 beteiligten Wissenschaftler veröffentlichten sie am 11. November im hochangesehenen New England Journal of Medicine. Leitmedien schweigen darüber. Die Studie mit dem charmanten Namen CHARM – ein Kürzel für „Covid-19 Health Action Response for Marines“ – fand vom 12. Mai bis 15. Juli 2020 statt. Über 3.000 Rekruten der US-Marineinfanterie, im Schnitt 19 Jahre alt, wurden dazu eingeladen, 1.848 machten freiwillig mit. Zwei Wochen lang begaben sie sich in extreme Quarantäne, von den übrigen Kameraden strikt abgesondert und mehrfach getestet, sowohl mittels PCR als auch serologisch, um Antikörper in Blutproben zu bestimmen. Das Regime, dem sie sich als Versuchskaninchen unterwarfen, war weitaus strenger als alles, was unsere regierenden Seuchenschützer uns bislang zugemutet haben. 1.554 ersparten sich den experimentellen Hygieneterror, sie bildeten die Kontrollgruppe der Studie. SÄMTLICHE Rekruten der Versuchsgruppe trugen ÜBERALL – drinnen wie unter freiem Himmel - zweilagige Stoffmasken, und dies JEDERZEIT, außer beim Schlafen und Essen. Peinlich genau achteten sie auf soziale Distanzierung, hielten mindestens zwei Meter Abstand voneinander. Das Militärgelände durften sie nicht verlassen. Sie hatten keinen Zugang zu elektronischen Geräten und sonstigen Objekten, die zu „Schmierinfektionen“ durch kontaminierte Oberflächen beitragen könnten. Routinemäßig wuschen sie sich gründlichst die Hände. Engere Sozialkontakte bot ihnen bloß ihr Zimmerkollege, mit dem sie Doppelbett, Waschbecken und Bad teilten. Alle Rekruten reinigten ihre eigenen Räume täglich, die Toiletten desinfizierten sie nach jeder Benutzung. Vorbereitete Mahlzeiten nahmen sie in einem Speisesaal ein, der nach dem Essen mit Bleichmitteln gereinigt wurde. Die meisten Unterweisungen und Übungen fanden im Freien statt. Jede Bewegung der Rekruten wurde überwacht. Sie hatten vorgegebene „Einbahnwege“ einzuhalten, mit ausgewiesenen Ein- und Ausgängen für jedes Gebäude, damit sie anderen Personen möglichst selten begegneten. Jeder Rekrut durchlief ein tägliches Temperatur- und Symptomscreening. Fiel irgendeiner durch covid-verdächtige Symptome auf, wurde er sofort PCR-getestet und umgehend isoliert, bis die Ergebnisse vorlagen. Die Aufseher, welche diese Quarantänemaßnahmen in Acht-Stunden-Schichten mit Argusaugen kontrollierten und rigoros durchsetzten, durften das abgeriegelte Kasernengelände ebenfalls nicht verlassen. Auch sie mussten ständig Masken tragen, sich täglichen Temperaturkontrollen und einem Symptomscreening unterziehen. War jemand PCR-testpositiv, so wurde er sofort vom Dienst suspendiert. Rekruten und Aufsehern war es untersagt, mit dem Hilfspersonal auf dem Gelände zu interagieren, etwa mit den Hausmeistern und dem Verpflegungspersonal. Was kam dabei heraus? In der Versuchsgruppe waren am Tag Null, bei Studienbeginn, von 1.847 Teilnehmern 16 PCR-positiv. Nach sieben Tagen waren es mehr als doppelt so viele, nämlich 40. Und nach zwei Wochen? 51, also 2,8 Prozent. Und in der viel moderater „geschützten“ Kontrollgruppe? Von 1.554 Teilnehmern waren nach zwei Wochen 26 testpositiv – 1,7 Prozent, also sogar noch etwas WENIGER. Extremer Infektionsschutz ist demnach kurioserweise mit einem leicht HÖHEREN Infektionsgrad verbunden – und dies innerhalb einer besonders disziplinierten Personengruppe, die ans Gehorchen gewohnt ist. Wo pflegen Regeln gewissenhafter befolgt zu werden als beim Militär? Neun von zehn positiv getesteten Rekruten waren übrigens kerngesund – sie hatten keinerlei Symptome entwickelt. Mit Vorsicht zu bewerten ist die CHARM-Studie, weil es sich bei den festgestellten „Infektionen“ auch um ein Testartefakt handeln könnte; die Falsch-Positiv-Rate von PCR-Tests liegt zwischen 1,4 und 7,6 %, wie der „INSTAND“-Ringversuch ergab. (1) Unabhängig davon legt der Vergleich zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe aber den Schluss nahe: Nicht-Isolation ist kein Treiber der Virusausbreitung. Damit bestätigen sich unbeachtete Studien des Statistikprofessors Issac Ben-Israel (s. der KLARTEXT-Beitrag vom 30. April 2020; des American Institute for Economic Research (AIER); sowie der Universitäten Toronto, Houston und Ioannina (Griechenland): Lockdowns sind sinnlos destruktiv. Egal wie frühzeitig sie beginnen, wie lang sie andauern, wie gnadenlos sie eine Bevölkerung drangsalieren: Sie dämmen Infektionen nicht ein, berauben Milliarden Menschen aber ihrer Grundrechte und richten verheerende Kollateralschäden an: medizinische, wirtschaftliche, soziale und psychische. Nicht von ungefähr beklagt Peru, das Land mit der härtesten Ausgangssperre Südamerikas, die global höchste Covid-Sterberate, relativ zur Einwohnerzahl. „Das tödlichste Corona-Land der Welt“ nannte es die Tageszeitung Die Welt. (2) In Europa stehen Italien, Belgien, Frankreich und Spanien trotz besonders strikter Seuchenschutzregimes schlechter da als die maskenfreien Niederlande und der beharrliche Lockdown-Verweigerer Schweden. Japan weist, ohne Lockdown, die bei weitem niedrigste Mortalität aller G8-Länder auf – 1400 offizielle Todesopfer bei 125 Millionen Einwohnern. Zu einer statistisch auffälligen „Übersterblichkeit“ kam es weltweit, auch in Deutschland, nicht etwa VOR Lockdowns oder NACH deren Ende, sondern WÄHRENDDESSEN. Selbst die Weltgesundheitsorganisation, ausgerechnet sie, warnt inzwischen vor Lockdowns – sie hätten eine „schreckliche globale Katastrophe angerichtet“. Wäre „Lockdown“ der Name eines Medikaments: Sollte es irgendwer einnehmen, in Anbetracht der hinlänglich bestätigten Nebenwirkungen und des widerlegten Nutzens? Wann werden sogenannte Qualitätsmedien endlich ihrem Anspruch gerecht, indem sie die öffentliche Aufmerksamkeit auf solche Fakten lenken? Wo ist das Gericht, das den Verbrechen von Hygieneterroristen gegen die Menschlichkeit alsbald ein Ende setzt? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.instand-ev.de/System/rv-files/340%20DE%20SARS-CoV-2%20Genom%20April%202020%2020200502j.pdf (2) https://www.welt.de/politik/ausland/plus215424760/Peru-Das-toedlichste-Corona-Land-der-Welt.html; siehe auch https://web.de/magazine/news/coronavirus/corona-katastrophe-peru-weltweit-hoechste-sterberate-trotz-lockdown-35093490

  • Schallende Ohrfeige für Seuchenschützer

    Hygieneterror für die Katz? Eine US-Studie über rund 50 Regionen in aller Welt deutet darauf hin: Lockdown, Quarantäne, Maskenpflicht und sonstige staatliche Maßnahmen haben den Verlauf der Corona-Pandemie nicht nennenswert beeinflusst. Zum selben Ergebnis war ein israelischer Statistiker schon im April 2020 gekommen. Eine schallende Ohrfeige müssen staatliche Seuchenschützer einstecken – erteilt von einer der weltweit angesehensten privaten Forschungseinrichtungen, dem US-amerikanischen National Bureau of Economic Research (NBER). Deren soeben veröffentlichte Studie deutet darauf hin: Schließungen, Sperrungen, Aufenthaltsverbote, Maskenpflicht, Quarantänen, Ausgangssperren, Reisebeschränkungen und sonstige Maßnahmen beeinflussten den Verlauf der Pandemie nicht: weder die Infektionsraten noch die Todesstatistik. Die drei NBER-Wissenschaftler Andrew Atkeson, Karen Kopecky und Tao Zha bezogen in ihre Studie 23 Länder und 25 US-Bundesstaaten ein, die bis Ende Juli mehr als 1000 Covid-19-Tote verzeichneten – von Schweden über Panama und Iran bis Japan, von Kalifornien bis New York. Dabei interessierten sie insbesondere zwei Kennzahlen: die Wachstumsrate der Todesfälle – also ihre Zu- oder Abnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraums – sowie die effektive Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. (1) Dabei kamen verblüffende Regelmäßigkeiten zum Vorschein: 1. Sobald die untersuchten Regionen 25 Covid-19-Verstorbene verzeichnet hatten, sanken die Wachstumsraten der Todesfälle pro Tag, egal wie unterschiedlich hoch sie zunächst ausgefallen waren, innerhalb von 20 bis 30 Tagen auf ungefähr Null. (In Deutschland beispielsweise war ein kumulativer Wert von 25 am 23. März erreicht, in Italien am 3. März, in den USA am 10. März, in der Türkei am 31. März (2); in Kalifornien am 21. März, in Texas am 26. März. (3) Mit anderen Worten: Die Sterberate steigt nicht weiter an, sobald eine Schwelle von 25 Fällen erreicht ist – in JEDEM Land, in JEDEM Staat, UNABHÄNGIG DAVON, was dort wann und wie lange gegen die Pandemie unternommen wurde. 2. Seit dieser Anfangsphase pendelt die Wachstumsrate der täglichen Todesfälle anhaltend um die Null-Linie – „ÜBERALL auf der Welt“. 3. Je länger die Pandemie andauerte, desto weniger unterschieden sich die Sterbetrends in den rund 50 untersuchten Regionen. In allen untersuchten Ländern und US-Bundesstaaten näherten sich die Werte für Mortalität (4) und Letalität (5) von Covid-19 einander an. 4. Auch die Infektionsraten in verschiedenen Regionen glichen sich einander nach und nach an. Die effektive Reproduktionszahl R bewegte sich schon nach den ersten 30 Tagen der Epidemie um den Wert 1 – WELTWEIT. „Diese Studie liefert eine starke statistische Unterstützung für das, was so viele Wissenschaftler seit einem halben Jahr beobachten“, kommentiert der US-Ökonom Stephen C. Miller, Professor am Johnson Center for Political Economy der Universität Troy. „Die Epidemie hat die natürliche Tendenz, sich zunächst schnell auszubreiten und sich dann scheinbar von selbst zu verlangsamen. (…) Regierungen haben ein beispielloses soziales, wirtschaftliches und politisches Experiment zur Verhaltenskontrolle der gesamten Bevölkerung durchgeführt, das hohe wirtschaftliche und menschliche Kosten verursacht hat. Die Autoren stellen die richtige Frage: Hat dieses Experiment einen Unterschied gemacht? Die verblüffende Antwort lautet: Beweise dafür gibt es einfach nicht.“ (6) 1920 gegründet, gilt das NBER als Amerikas führende nichtstaatliche Organisation für ökonomische Forschung. 32 Nobelpreisträger gehören ihr an. Über 1400 Professoren für Volks- und Betriebswirtschaft, die heute an nordamerikanischen Universitäten und Colleges lehren, sind NBER-Mitglieder. Neben ihrem Hauptsitz in Cambridge, Massachusetts, betreibt sie eine Zweigstelle in New York City. (7) Satzungsgemäß verpflichtet sie sich, „unvoreingenommene Wirtschaftsforschung durchzuführen und unter öffentlichen Entscheidungsträgern, Wirtschaftsfachleuten und der akademischen Gemeinschaft zu verbreiten“. (8) Studie bestätigt Datenanalysen aus Israel Die NBER-Studie bestätigt Erkenntnisse, die der israelische Mathematiker Isaac Ben-Israel bereits Mitte April 2020 veröffentlichte, ohne dass Politik und Leitmedien die geringste Notiz davon nahmen. Wie er statistisch nachwies, erreicht die Covid19-Epidemie grundsätzlich nach rund 10 Wochen ihr Ende – egal wo sie stattfindet und unabhängig davon, welche Gegenmaßnahmen die Regierungen ergreifen. (9) Ben-Israel, Professor an der Universität Tel Aviv, gehört dem Nationalen Rat für Forschung und Entwicklung an und leitet die israelische Raumfahrtagentur. Nachdem sein Forscherteam Daten der von SARS-CoV-2 heimgesuchten Länder analysierte, kam es zu dem verblüffenden Schluss: Die Verbreitung des Virus erreicht nach etwa 40 Tagen einen Höhepunkt und klingt nach 70 Tagen nahezu vollständig ab – unabhängig davon, was die jeweiligen Regierungen dagegen unternommen haben. „Es gibt ein konstantes Muster“, erklärte Isaac Ben-Israel in Israels TV-Sender Channel 12, „die Zahlen sprechen für sich selbst. (…) Überraschenderweise ist dieses Muster Staaten gemeinsam, die einen harten Lockdown mit der Paralyse der Wirtschaft umgesetzt haben, aber auch Ländern, die sehr viel zurückhaltendere Maßnahmen ergriffen und das Alltagsleben fortgesetzt haben.“ Behauptet Deutschlands Regierung nicht stolz, allein der von ihr durchgesetzte Infektionsschutz - mit Versammlungsverboten, Kontaktbeschränkungen, Schul- und Ladenschließungen, Abstandsregeln und Maskenpflicht - habe die Seuche eingedämmt? Setzten Italien, Österreich, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Spanien, Israel nicht noch strengere Maßnahmen durch, die wochenlange Ausgangssperren einschlossen? Manche reagierten rasch, andere zögerten zunächst. Ben-Israels Analysen legen indes nahe: All die behördlichen Zumutungen, der Entzug von Grundrechten, das Einfrieren öffentlichen Lebens, die Sabotage an der eigenen Wirtschaft waren letztlich für die Katz. Auch ihr Timing spielte keine Rolle. Denn in Ländern wie Schweden und Taiwan, die auf Hygienediktatur weitgehend verzichteten, verlief die Pandemie mitnichten anders. Weder in Stockholm noch in Taipeh stellte sich bei Infektionsraten jenes „exponentielle Wachstum“ ein, vor dem uns Spahn, Drosten und Wieler monatelang täglich aufs Neue das Fürchten lehrten; auch dort war nach knapp sechs Wochen ein Gipfelpunkt erreicht – und nach rund zehn Wochen war der Spuk schon fast vorbei. Was weiterhin „wütet“, ist das Panikvirus. Somit stehen nicht nur viele Regierungen blamiert da, sondern auch deren wissenschaftliche Berater. Für die „Lockerungsdiskussionsorgien“, vor denen Kanzlerin Merkel graut, wird es nun erst recht höchste Zeit. Als Nicht-Mediziner beschränkte sich Ben-Israel auf eine rein statistische Analyse. Auf die Frage nach den Gründen für das festgestellte Phänomen sagt er: „Ich habe keine Erklärung. Es gibt alle möglichen Spekulationen. Vielleicht hat das Virus eine eigene Lebensspanne.“ Damit könnte er insofern recht haben, als SARS-CoV-2 womöglich rund 40 Tage benötigt, um einen Großteil der Bevölkerung zu infizieren – oder an ihrem körpereigenen Abwehrsystem abzuprallen, weil frühere Kontakte mit Coronaviren es bereits gewappnet hatten. Daraufhin begann sich Herdenimmunität zu entwickeln: Immer mehr Menschen können niemanden mehr anstecken, sind selbst immun geworden. Und so ebbt die Welle zügig ab – ein Rhythmus, in dem alljährlich auch Grippewellen kommen und gehen. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) Das Robert-Koch-Institut berechnet R als Quotienten der Neuinfektionen in zwei aufeinanderfolgenden Zeitabschnitten von jeweils 4 Tagen. (2) https://covid19.who.int/region/euro/country/tr (3) https://coronavirus.jhu.edu/us-map (4) Mortalität: das Verhältnis der Zahl der Todesfälle zur gesamten statistisch berücksichtigten Personenanzahl, in der Regel auf 100.000 Einwohner bezogen (5) Letalität: der Anteil der Infizierten, der irgendwann an der Krankheit stirbt. (6) https://www.aier.org/article/lockdowns-and-mask-mandates-do-not-lead-to-reduced-covid-transmission-rates-or-deaths-new-study-suggests/ (7) https://www.nber.org/; https://en.wikipedia.org/wiki/National_Bureau_of_Economic_Research (8) https://www.nber.org/info.html (9) „The end of exponential growth: The decline in the spread of coronavirus“, https://www.timesofisrael.com/the-end-of-exponential-growth-the-decline-in-the-spread-of-coronavirus/, 19.4.2020.

  • Bitte Klartext – aber nicht zu arg

    Was will, was tut meine Stiftung Auswege? Was bedeutet die Coronakrise für eine solche ganzheitsmedizinisch ausgerichtete Einrichtung, für den Zustand unseres Gesundheitswesens, für die Zukunft der freien Welt, unserer Werte und Ideale, unserer Kinder und Enkel? Hierzu bat mich das Magazin Naturscheck um ein Interview. Doch zu schlechter letzt durfte es im Sommer-Heft nur gekürzt erscheinen – aus bezeichnenden Gründen, passend zur „neuen Normalität“. An meinen „radikalsten Antworten“, so teilte mir die Chefredaktion mit, könnten „Werbepartner“ Anstoß nehmen, weshalb „eine gewisse Sachlichkeit“ und „etwas Fingerspitzengefühl“ geboten sei. „Seit ‚C‘ (Corona) schauen die Unternehmer ganz anders hin und auch die Unternehmen/Ärzte/Rathäuser/Läden etc., wo unsere Hefte ausliegen. (…) Bereits nach den letzten beiden Ausgaben kam extrem viel Gegenwind, bspw. dürfen wir unsere Hefte nicht mehr in den denn´s-Bioläden und an einigen anderen Stellen auslegen.“ Eine Nebenwirkung der Cancel Culture: Sie fördert vorauseilenden Gehorsam mittels Selbstzensur. Im Folgenden finden Sie die vollständige Fassung meines Interviews. Die Passagen, die der redaktionellen Schere im Kopf zum Opfer fielen, habe ich darin blau markiert. "Lieber Herr Dr. Wiesendanger, Sie sind seit vielen Jahren auf alternativen medizinischen Pfaden unterwegs. Derzeit weht ja jedem ganzheitlich denkenden Menschen ein rauer Wind ins Gesicht. Es scheint nur noch eine medizinische Sichtweise erlaubt - und wer von dieser abweicht, den trifft das Schwert der medialen Inquisition. Man diskutiert sogar politisch darüber, den Beruf des Heilpraktikers abzuschaffen. Wie erleben Sie diese bedenkliche Entwicklung? Dr. Harald Wiesendanger: Sie ist ja nicht neu. Wer Alternativmedizin befürwortet, nutzt oder gar selber praktiziert, hat immer schon Gegenwind gespürt. Denn sie will heilen und vorbeugen, damit stört sie seit jeher das Milliardengeschäft mit der Krankheit. In den letzten zwei, drei Jahrzehnten sind die Gegenkräfte allerdings immer mächtiger geworden, und die Coronakrise verschärft dieses Ungleichgewicht. Die Regisseure und Profiteure dieser unsäglichen „Plandemie“ steuern eine monströse Propagandawalze, die jeden plattmacht, der Big Pharma in die Quere kommt. Gegenwehr findet statt, aber wo bleibt eine wirksame? Ich sehe keine, die noch zur Masse der Bevölkerung durchdringt. Wer querdenkt, wird ignoriert, verunglimpft, zensiert. In einigen Ihrer letzten Artikel war zu spüren, dass Sie wütend sind. Vor allem auf Ihre journalistischen Berufskollegen, die ohne zu hinterfragen politisch vorgegebene Zahlen kolportieren und nur noch „Staatsexperten“ zu Wort kommen lassen. In unserer letzten NATURSCHECK-Ausgabe haben wir Auszüge aus Ihrem Text „Ich schäme mich - meines Berufsstands“ abgedruckt, in welchem sie die Unwissenschaftlichkeit der aktuellen Berichterstattung anprangern. Was stört Sie besonders? Dr. Harald Wiesendanger: Aus der Vierten Gewalt ist im Höllentempo ein zahnloser, paralytischer Stubentiger geworden. Muss ein echter Journalist für die Mächtigsten dieser Welt nicht ein fortwährender Albtraum sein? Immer auf Abstand, investigativ, unerbittlich – ein misstrauischer „Verschwörungstheoretiker“ von Berufs wegen. Solche Leute findet man neuerdings, von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, nur noch in ein paar zensurgefährdeten Internet-Blogs. Die sogenannten „Qualitätsmedien“ hingegen geben sich für Staatspropaganda her wie seit einem Dreivierteljahrhundert nicht mehr. Es überwiegen Schreibtischtäter, die mir so vorkommen, als bewerben sie sich täglich aufs Neue um einen Arbeitsplatz beim künftigen Zentralorgan der „coronistischen Einheitspartei“. Das widert mich an. Das sind harte Worte! Doch sind Sie mit dieser Ansicht sicher nicht alleine. Wie konnte es – Ihrer Meinung nach - zu einer solch einseitigen Berichterstattung kommen? Dr. Harald Wiesendanger: Schuld daran ist, anders als im Dritten Reich, keine Diktatur, die Medien autoritär gleichschaltet. Es genügt, dass sie alle besinnungslos aus derselben Quelle schöpfen: Sie übernehmen, was ihnen das Oligopol der großen Nachrichtenagenturen vorsetzt. Diese beherrschen das weltweite News Business. Wer sie für eigene Zwecke einspannen kann, der kontrolliert, was weltweit für berichtenswert und wahr gehalten wird. Geht das? Durchaus. Industrien mit Billionenumsätzen und steinreiche Pseudo-Philanthropen verfügen über die Mittel dazu – Regierungen, Militärs und Geheimdienste ebenfalls. Kürzlich wurde das sehr umstrittene Infektionsschutzgesetz verabschiedet, das uns alle zu potentiellen Straftätern degradiert. Neben hohen Geldbußen drohen bis zu fünf Jahre Haft, wenn wir uns privat mit Freuden treffen. Immer mehr freiheitsliebende Menschen sorgen sich deshalb um den Verlust unserer demokratischen Grundrechte. Ein großer Teil der Bevölkerung jedoch scheint es vorzuziehen, in einem „sicheren Gefängnis“ zu leben. Wie sehen Sie die weitere Entwicklung unseres Landes? Dr. Harald Wiesendanger: Eher düster. Unser Land bewegt sich auf dieselbe dystopische Zukunft zu, die dem ganzen Planeten blüht: auf einen totalitären Albtraum, der uns unserer verbliebenen Freiheitsrechte, unserer Privatsphäre, eines humanen Gemeinwesens beraubt – eine alles und jeden überwachende, zensierende, steuernde Technokratie, die wir vielleicht unserem ärgsten Feind wünschen, ganz bestimmt aber nicht unseren Kindern und Enkeln. Wer das als Schwarzmalerei abtut, kennt nicht die Planspiele des Weltwirtschaftsforums, der Rockefeller und Gates Foundations, die Agenda 2030 der Vereinten Nationen. In einer Pandemie sehen sie eine fabelhafte Gelegenheit, einen „Großen Umbruch“ einzuleiten. Die Eliten, die eine „Neue Weltordnung“ propagieren, haben die Macht dazu, sie über uns hereinbrechen zu lassen. Weit und breit sehe ich niemanden, der sie noch aufhalten kann. Das klingt nicht sehr optimistisch. Viele Menschen, vor allem mittelständische Unternehmer (über)leben derzeit in der Hoffnung, daß diese „Pandemie“ irgendwann zuende sein wird … Dr. Harald Wiesendanger: Mag sein, dass uns demnächst ein bisschen „alte Normalität“ gewährt wird, sobald der größte Teil der Menschheit durchgeimpft ist. Aber schon jetzt stimmt man uns auf die nächste Pandemie ein, die noch viel schlimmer ausfallen könnte. Und solange virologische Institute weltweit ihre irrwitzige „Gain-of-Function“-Forschung fortsetzen dürfen, lauert SARS-CoV-3 tatsächlich schon um die nächste Ecke. Spätestens beim nächsten „Killerkeim“, mit oder ohne Anführungszeichen, werden Notstandsregimes die Abrissarbeiten an westlichen Demokratien fortsetzen und zum Abschluss bringen. Der gesamten Menschheit droht ein mindestens Tausendjähriges Reich, gegen das Widerstand ebenso aussichtslos wird, wie er es in Rotchina längst geworden ist. Obwohl viele Datenschützer und Menschenrechtler vor genau diesem Szenario warnen, werden derartige Aussagen ja heutzutage schnell mit den üblichen medialen Standard-Schimpfworten belegt oder als weltfremder Kulturpessimismus bezeichnet. Fakt ist: Niemand von uns kann in die Zukunft schauen – und vielleicht kommt ja auch alles ganz anders, als wir denken oder gar befürchten … Ein derzeit vielzitiertes Sprichwort besagt ja, dass in jeder Krise auch eine Chance (zur Veränderung) liegt. Was bedeutet diese Wendezeit für Sie persönlich? Dr. Harald Wiesendanger: Auch für meine kleine, subjektive Welt ist 2020 das Jahr Eins einer neuen Zeitrechnung. Als ich zur Welt kam, waren Nazi-Horror und Weltkrieg schon seit elf Jahren vorüber. Ehe eine „Plandemie“ nun ein neues Kapitel der Weltgeschichte eingeleitet hat, durfte ich den größten Teil meines Lebens in relativer Freiheit, Sicherheit und Wohlstand verbringen: voller Sinn, Ideale und Hoffnungen. Keiner Generation ging es jemals besser als meiner. Und so danke ich dem Schicksal für die unverdiente Gnade der rechtzeitigen Geburt. Nochmals zurück zum Thema „Rettung durch die Impfspritze“. Das Thema Impfen ist ja derzeit umstrittener den nje. Wir erleben einen medizinischen Menschheitsversuch, wie es ihn noch niemals zuvor gegeben hat. Niemand weiß, wie die Langzeitwirkungen der wenig geprüften, in unser genetisches System eingreifenden Impfstoffe sein werden. Zudem wird aus der einmaligen rettenden Impfung immer mehr eine Art lebenslanges „Impf-Abonnement“. Denn jede Mutante benötigt ein neues „Heilmittel“. Aus den USA kam kürzlich die Meldung, daß 60 % der Neuinfizierten unter den bereits Geimpften verortet seien. Trotzdem stehen die „Impfwilligen“ Schlange. Was fällt Ihnen dazu ein? Dr. Harald Wiesendanger: Nichts pauschal Abwertendes. Impfungen können Leben retten. Manche sind sinnvoll, etwa gegen Diphtherie oder Tetanus. Andererseits ist keine frei von Nebenwirkungen. Also müssen wir in jedem Einzelfall Nutzen und Risiko gegeneinander abwägen. Für eine solche Abwägung benötigen wir umfassende Informationen. In Sachen Corona fehlen sie uns jedoch. Es gibt sie, aber man enthält sie der Bevölkerung vor. Folglich überwiegt hier eindeutig das Risiko. Wozu sollten wir alle uns gentechnisch gegen eine Virusinfektion wappnen, die 99,87 Prozent überleben und fast nur Hochbetagte, mehrfach Vorerkrankte und Immunschwache fürchten müssen? Wozu müssen Altersgruppen mitmachen, die mit größerer Wahrscheinlichkeit auf der werktäglichen Fahrt zur Arbeit tödlich verunglücken, vom Blitz erschlagen werden oder sich beim Treppensturz das Genick brechen, als SARS-CoV-2 zum Opfer zu fallen? Fragen über Fragen. Sie sogenannten „Querdenkern“ zu überlassen, ist töricht. Allen ahnungslos Impfwilligen, angeblich drei von vier Mitbürgern, wünsche ich von Herzen doppeltes Glück. Mögen sie zügig die ersehnte Spritze bekommen, damit ihre Coronoia endlich abklingt. Und mögen sie ihren Mut, sich zum Versuchskaninchen für den größten Feldversuch der Geschichte zu machen, nicht mit ihrer Gesundheit bezahlen. Fatalerweise verkennen sie, dass die moderne Medizin weitgehend zu einem Wirtschaftszweig verkommen ist, auf Gewinnmaximierung ausgerichtet wie jeder andere. Diesem System geht es umso besser, je schlechter es uns geht - je zahlreicher, je früher, je länger wir krank werden und es bleiben. Jeder Gesundgebliebene, jeder Genesene ist letztlich ein Konsumverweigerer. Aus dieser Perspektive wäre eine Impfung, die uns alle für immer gegen Covid-19 wappnet, überaus geschäftsschädigend. Am allerdümmsten wäre eine Universalimpfung, die uns gegen jegliche Infektion bis ans Lebensende immunisiert. Ökonomisch optimal wäre vielmehr eine, die möglichst häufig „aufgefrischt“ werden muss und mit erheblichen, anhaltenden Nebenwirkungen verbunden ist. Bloß tödlich darf sie nicht sein, denn Leichen bedürfen bekanntlich keiner Therapie mehr. Das klingt zwar etwas zynisch, entspricht aber leider der aktuellen Realität. Themenwechsel: Sie sind der Begründer der Stiftung AUSWEGE. Welche Funktion hat diese Stiftung, und was wird in der Praxis gemacht? Dr. Harald Wiesendanger: Ihr Name ist Programm: Chronisch Kranken, für welche die Schulmedizin zuwenig oder gar nichts mehr tun kann, versucht meine Stiftung seit nunmehr 16 Jahren therapeutische Auswege zu eröffnen – in unkonventionellen Heilweisen, von Homöopathie und Akupunktur über energetische Massagen und Meditation bishin zu spiritueller Psychotherapie und Geistigem Heilen. Dazu vermitteln wir rund 200 erfahrene, handverlesene Therapeuten. Wir beraten mit einer telefonischen „Helpline“. Und wir behandeln: in neuntägigen Heilcamps unter ärztlicher Aufsicht, dieses Jahr zum 33. und 34. Mal. Was geschieht dort? Dr. Harald Wiesendanger: Hier kümmern sich bis zu 20 Helfer – Ärzte, Heilpraktiker, Psychologen, Heiler und weitere Fachkräfte – ehrenamtlich um ebensoviele Hilfesuchende und ihre Angehörigen. Rund 1100 kamen bisher. Die Wenigsten haben es bereut. Geboten werden ihnen dort keine blitzschnellen „Wunderheilungen“, wohl aber Impulse für einen selbstbestimmten Genesungsweg danach. Darüber hinaus liegt uns die Prävention am Herzen. Wir möchten Menschen befähigen, sich um ihre Gesundheit so bewußt und selbstverantwortlich zu kümmern, daß sie erst gar nicht nach Auswegen suchen müssen. Für wie viele „Corona-Opfer“ und Verängstigten könnte der „Auswege“-Ansatz einen alternativen Lösungsweg aufzeigen? Dr. Harald Wiesendanger: Vorsichtig geschätzt: für vier von fünf. Alle Gefährdeten und Impfwilligen würden wir daran erinnern, was sie schon im Biologieunterricht gelernt haben müßten: Keiner Mikrobe sind sie „schutzlos ausgeliefert“. Sie verfügen über eine hochwirksame Virenabwehr, die 999 von 1000 SARS-CoV-2-Infizierten das Leben rettet: ihr eigenes Immunsystem. Stärken können sie es rezeptfrei - mit Abspecken, vollwertiger Ernährung und reichlich Bewegung, frischer Luft und weniger Genußgiften, Psychohygiene und Sozialkontakten. So einfach wäre maskenfreier, distanzloser Seuchenschutz ohne Freiheitsberaubung, Wirtschaftssabotage und Entmenschlichung des Gemeinwesens. Und die vielzitierten Risikogruppen? Dr. Harald Wiesendanger: Auch ohne eine Spritze gäbe es für sie viele bewährte, preiswerte, nahezu nebenwirkungsfreie Alternativen, einer Virusinfektion vorzubeugen und einen schweren Covid-Verlauf zu verhindern. Dazu zählen ausreichend Vitamin C und D, Zink und andere Vitalstoffe, antivirale Arzneimittel wie Ivermectin und Hydroxychloroquin, vernebeltes Wasserstoffperoxid, desinfizierende Mund/Rachen- und Nasenspülungen. Der Bevölkerung Hinweise darauf vorzuenthalten, scheint mir geradezu kriminell. Ich habe gelesen, dass Sie sich lange Zeit für das Thema „Geistiges Heilen“ starkgemacht haben. Wie kam es dazu? Dr. Harald Wiesendanger: Das begann Anfang der neunziger Jahre. Hinter der esoterischen Nebelwand stieß ich auf einen harten Kern von Phänomenen, die zweifellos existierten, obwohl ich keinen blassen Schimmer hatte, wie sie überhaupt möglich waren: Ich begegnete vermeintlich therapieresistenten Patienten, deren Symptome sich gegen ärztliche Prognosen phänomenal rasch und weitreichend besserten, nachdem ihnen sogenannte „Heiler“ die Hand auflegten oder ihnen aus der Ferne etwas vermittelten, was sie missverständlich „Energie“ nennen. Ich stieß auf Hunderte von hochwertigen Studien, die darauf hindeuteten, daß mehr dahintersteckt als bloß ein Placebo-Effekt. Und viele weitere Aspekte faszinierten mich: psychologische, rechtliche, gesundheitspolitische, religiöse, philosophische. Was hat Sie dazu bewogen, diese Phänomene kritischer zu betrachten und andere Wege zu gehen? Dr. Harald Wiesendanger: Fünfzehn Jahre lang beschäftigte ich mich hauptsächlich mit dieser hochumstrittenen Heilweise, schrieb über ein Dutzend Bücher darüber, gab eine Fachzeitschrift heraus, organisierte Kongresse, gründete einen Dachverband. Dann reichte es. Das Thema begann mich zu langweilen, und ich wollte nicht in der Schublade des „Eso-Fuzzis“ enden. Außerdem hatte ich die Nase voll von allzu vielen Wirrköpfen, Möchtegerns und Geschäftemachern, von Eiferern, Egomanen und Intriganten, die mir in der Szene begegneten. Meinem „Auswege“-Projekt kam diese Vorgeschichte zugute: Es fixiert Hilfesuchende nicht auf alleinseligmachende Geistheilerei, sondern bietet ihnen das ganze faszinierende Spektrum der Natur- und Erfahrungsheilkunde, der energetischen und spirituellen Medizin. Das Motto Ihrer Stiftung lautet: „Heil werden und heil bleiben – durch eine menschlichere Medizin“. Im alten China wurden Ärzte dafür belohnt, dass ihre „Patienten“ gesund waren. Dabei wurde vor allem auf Prävention und Eigenverantwortung gesetzt. Bei uns gilt heute – wie schon oben erwähnt – die marktwirtschaftliche Regel: Krankheit ist ein großes Geschäft! Und je kranker die Gesellschaft, desto mehr Umsatz läßt sich damit erzielen. Ein Paradoxon in sich! Wie müsste eine menschlichere Medizin aussehen, um diesem „Teufelskreis“ zu entrinnen? Dr. Harald Wiesendanger: Ihre Frage enthält schon meine halbe Antwort. Die Schulmedizin kümmert sich um unsere Krankheiten. Davon lebt sie. Um unsere Gesundheit müssen wir uns selber kümmern. Davon leben wir. Unsere Freiheit dazu ist in der „neuen Normalität“ bedrohter denn je. Wir sind dabei, sie für immer zu verlieren. Wie viele Menschen sehen diese drohende Gefahr? Dr. Harald Wiesendanger: Nach über einem Jahr nutzloser, zerstörerischer, grob verfassungswidriger Lockdowns tun es weiterhin kaum mehr zehn Prozent der Bevölkerung, wie Umfragen zeigen. Das macht mich fassungslos. Schaffen die Wenigen, die durchblicken, es noch rechtzeitig, einen Großteil der irregeführten, verängstigten Mehrheit wachzurütteln? Jedenfalls nicht vom Telegram-Ghetto aus. Wacht die Mehrheit von alleine auf? Nicht im Panikmodus, unter medialer Dauerhypnose. Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch meine. Aber sie liegt in den vorletzten Zügen. Trotzdem weiterzukämpfen, ist eine Frage der Selbstachtung. Zeitlos gilt die Mahnung der deutschen Widerstandskämpferin Sophie Scholl: „Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben.“ Lieber Herr Dr. Wiesendanger, auch wenn das Thema schwer verdaulich ist, bedanken wir uns doch ganz herzlich für das interessante Gespräch und für Ihre Aufklärungsarbeit. Das Interview führte Michael Hoppe

  • Wissenschaft à la Pippi Langstrumpf

    Das Robert-Koch-Institut verbreitet Fake News über die Corona-Pandemie – so offenkundig und penetrant, dass schwerlich ein Versehen dahintersteckt. Und keiner widerspricht. Abgesehen von Fachleuten, die nicht zu Wort kommen dürfen. „Widdewiddewidd und Drei macht Neune / Ich mach´ mir die Welt / Wie sie mir gefällt“, trällert Pippi Langstrumpf. Und das Robert-Koch-Institut (RKI) trällert mit: In der Corona-Krise biegt es Falldefinitionen so zurecht, dass dramatisch höhere Ansteckungsraten herausspringen. Geben bisherige Kriterien sie nicht her, werden sie flugs „angepasst“. Wissenschaftlich? Lachhaft. Und verantwortungslos. Warum ist das RKI anscheinend darauf aus, die Seuchenhysterie zu schüren? Wer veranlasste das? Wem nützt es? Wie kann es sein, dass unter den „Experten“, denen die Bundesregierung ausschließlich lauscht, offenbar niemand genug Grips und Mumm aufbringt, sich davon öffentlich zu distanzieren? Was läuft da im Hintergrund? Sah sich RKI-Chef Lothar Wieler nicht Mitte März 2020 noch zu „vorsichtigem Optimismus“ veranlasst, weil weniger Neuinfektionen zu vermelden waren? Seither sieht er aber wieder rabenschwarz: Weiterhin wachse die Ansteckungsrate „rasant“, so verbreitet er. Am 26. März 2020 verkündete das RKI den „bislang stärksten Anstieg von Neuinfektionen“: plus 4995 binnen eines Tages. Am 27. März kamen 5780 hinzu, am 28. März 6294. Bis 31. März stieg die Gesamtzahl auf 62.000. Mit bis zu zehn Millionen Infizierten in den nächsten 2 bis 3 Monaten rechnet Wieler. „Wir stehen erst am Anfang dieser Epidemie“, mahnt er. Zum Gruseln? Wie gruselig ist es dann erst, dass sich in einer gewöhnlichen Influenza-Saison bis zu 70 Prozent der Bevölkerung – über 50 (!) Millionen – anstecken können, ehe sich die Welle an der erreichten „Herdenimmunität“ bricht? Pseudo-Wissenschaft à la Pippi Langstrumpf Worüber das RKI Medienvertreter, politisch Verantwortliche und Öffentlichkeit im Unklaren lässt: Wer auf beeindruckende Infiziertenzahlen aus ist, braucht bloß beeindruckend oft testen zu lassen. Je mehr Tests, desto mehr positive. Angenommen, innerhalb einer Woche finden 20.000 Tests statt, dabei werden 2000 Infektionen feststellt, in der darauffolgenden Woche wird 40.000 Mal getestet, wobei 4000 Infizierte auffallen. Daraus ergibt sich keineswegs, dass das Virus seine Verbreitung nun beängstigenderweise verdoppelt hat – die Ansteckungsrate bleibt bei 10 % -, sondern bloß, dass häufiger nach ihm gesucht worden ist. Mit eben diesem Trugschluss verängstigt das RKI seit Wochen ein ganzes Land – und verführt regierende Medizinlaien zu verheerenden Fehlentscheidungen am Fließband. Wie z.B. aus RKI-Berichten für den Zeitraum vom 9. bis 22. März hervorgeht, sind in der 11. Kalenderwoche (KW) knapp 8.000 Deutsche positiv getestet worden, in der 12. KW 24.000 – also fast drei Mal mehr, oh Schreck! Was dabei unter den Tisch fiel: In KW 11 fanden annähernd 130.000 Tests statt, in KW 12 aber rund 350.000. Das bedeutet: Bezogen auf die Testhäufigkeit stieg die Anzahl der „positiv“ Aufgefallenen lediglich um EINEN Prozentpunkt: von 6 auf 7. Und so belegt die dramatisch „ansteigende Kurve“, auf welche Panikvirusinfizierte rund um den Globus starren, weniger die zunehmende Aktivität des Virus als die zunehmende Aktivität von Virologen. Wer das verkennt, hat die Bezeichnung „Wissenschaftler“ nicht verdient; wer darüber vorsätzlich hinwegtäuscht, handelt angesichts der Folgen verantwortungslos, ja geradezu kriminell. Und wie steht es mit den Opferzahlen? In Endlosschleife präsentieren uns Medien hochemotionale Bilder, die befürchten lassen, Alte, Vorerkrankte und Immunschwache seien akut vom Aussterben bedroht. In Wahrheit richtet diese angebliche „Jahrhundert-Pandemie“ weiterhin nicht mehr Schaden an als eine gewöhnliche Grippewelle – darauf deuten die Zahlen für akute Atemwegserkrankungen und Sterbefälle seit Monaten hin, in Deutschland, in Europa und weltweit. Darüber täuscht uns das RKI hinweg, indem es penetrant unsere Aufmerksamkeit auf die Infektionsrate lenkt. Kaum war diese rückläufig, da änderte das RKI am 24. März kurzerhand die Zählweise. Als Covid-19-Fall gilt nun plötzlich auch jemand, der Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatte und Symptome zeigt. Die Meldungen der Krankenhäuser und Landesbehörden an das RKI müssen nun solche Fälle einschließen. Die Folge: Tatsächliche und vermutete Neuinfektionen lassen sich nicht mehr auseinanderhalten, ebensowenig wie vorliegende, schon überstandene und erst noch auftretende Erkrankungen. Allesamt landen sie im selben Monstertopf. Ein Irrwitz. Was ist denn nun ein „Covid-19-Fall“, gemäß überarbeiteter RKI-Definition? Bislang musste die Erkrankung „klinisch diagnostiziert sein“, also an typischen Symptomen eindeutig festgestellt. Das, und nur das, ist fachlich sauber und korrekt. Unterscheidet die Infektiologie – von Robert Koch höchstselbst begründet – nicht traditionell zwischen Infektion und Erkrankung? Keine Erkrankung ohne klinische Manifestation, wie die RKI-Alarmisten in ihrem eigenen „Fachwörterbuch Infektionsschutz und Infektionsepidemiologie“ (2015) nachschlagen könnten. Doch was kümmert das RKI sein Geschreibsel von gestern? Stattdessen gilt seit dem 24. März diese neue Kriterienliste (siehe Screenshot von der offiziellen RKI-Website): 1. „Spezifisches klinisches Bild von Covid-19, ohne labordiagnostischen Nachweis, aber mit epidemiologischer Bestätigung. (Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflegeheim oder Altenheim.)“ Zum einen: Ein „SPEZIFISCHES klinisches Bild“ von Covid-19 gibt es nicht. JEDES seiner Symptome könnte von anderen Erkrankungen herrühren. Zum anderen: Seit wann eignet sich „Unter demselben Dach“ als Diagnosekriterium? Falls drei Stockwerke unterhalb des Heimzimmers, in dem meine Oma in seuchenbehördlicher Schutzhaft verkümmert, bei zwei Senioren eine Lungenenzündung festgestellt wird, wird Oma automatisch zum Covid-19-Fall – OHNE jegliche Untersuchung, insbesondere ohne Virentest. Auch bakteriell ausgelöste Lungenentzündungen werden automatisch dem Corona-Virus zugeschrieben. Wären im Erdgeschoss bei einem rüstigen Rentner Tripper-Symptome aufgefallen – hätte Oma in der dritten Etage dann ebenfalls als Tripper-Fall zu gelten? Haarsträubende Logik. Allein dieses eher hirnrissige Kriterium produziert Betroffene zuhauf. In Deutschlands 12.000 Altenheimen leben knapp 800.000 Senioren, in den 14.000 teil- und vollstationären Pflegeheimen weitere 860.000. Allein von „medizinischen Einrichtungen“ des Typs Krankenhaus gibt es rund 2000, die ihre 500.000 Betten zu durchschnittlich 75 Prozent auslasten, also rund 375.000 Patienten aufnehmen. Angenommen, in jeder dieser Einrichtungen begännen 2 Insassen mit Lungenentzündung zu hüsteln, niesen und fiebern, womit sie angeblich das „klinische Bild von Covid-19“ erfüllen. Gleichzeitig hüsteln, niesen und fiebern in jeder Einrichtung 10 weitere Insassen, womöglich bloß, weil sie erkältet sind. Dann würden letztere, „ohne labordiagnostischen Nachweis“, AUTOMATISCH zu Covid-19-Patienten, allein wegen des gemeinsamen „klinischen Bilds“. Und somit wären, schwuppdiwupp, in den genannten (zusammengerechnet) 28.000 Einrichtungen x 10 = 280.000 neue „Covid-19-Fälle“ geboren, aus denen sich fabelhaft Alptraumstatistiken basteln lassen. 2. „Spezifisches oder unspezifisches klinisches Bild von Covid-19, ohne labordiagnostischen Nachweis, aber mit epidemiologischer Bestätigung (Kontakt zu einem bestätigten Fall).“ Im Ernst? Falls mir zwei Wochen, nachdem ich einem vermeintlichen Covid-19-Patienten die Hand schüttelte, die Nase läuft, der Hals schmerzt und das Atmen schwerer fällt als sonst, macht mich das RKI AUTOMATISCH ebenfalls zu einem. Dass meine Symptome „unspezifisch“ sind, also ebensogut von einer Influenza oder einer hundsgewöhnlichen Erkältung herrühren könnten, ist dem RKI auch hierbei: wurscht. 3. „Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei nicht erfülltem klinischen Bild“. Das heißt: Ich kann nach jedem vernünftigen klinischen Maßstab kerngesund und quietschfidel sein, ohne die geringsten Beschwerden – aber falls der Corona-Test positiv ausfällt, weil ich unbemerkt einen Erreger aufgeschnappt habe, stempelt das RKI mich kurzerhand zum „Patienten“. Ich kann eine SARS-Cov2-Infektion längst problemlos überstanden haben und mich wieder pudelwohl fühlen: Weil das Virus aber nach wie vor in meinem Körper schlummert, erscheine ich weiterhin in der Statistik, bloß weil der hochsensitive Test immer noch ein Schnipselchen Virengenom anzeigt. Nach derselben Logik handelt es sich bei 9 von 10 Bundesbürgern um therapiebedürftige Herpes-„Kranke“ – so viele tragen Herpes-simplex-Viren mit sich herum, viele jahrzehntelang. Ebenso fragwürdig ist der „labordiagnostische Nachweis“. Weist nicht JEDES Testverfahren - zumal ein im Eiltempo durchgewinktes, nicht ausreichend geprüftes – eine Fehlerquote auf? Egal. Was kümmert das RKI eine brandneue Studie, die darauf hindeutet, dass der hochgelobte PCR-Test, der nach speziellem Virengenom sucht, in 50 bis 80 % (!) aller Fälle „falsch-positiv“ ausschlägt, d.h. Fehlalarm gibt. (1) (Bezeichnend: Offenbar wurde auf die Forscher inzwischen massiv Druck ausgeübt, ihren hochbrisanten Studienbericht zurückzuziehen.) Die wahre Fehlerrate der in Deutschland verwendeten PCR-Tests kennt keiner, weil unabhängige Validierungsstudien fehlen – stattdessen vertraut man blind dem Drosten-Netzwerk. Der grundsätzliche Schwachpunkt: Bei PCR handelt es sich um ein indirektes Testverfahren; es zeigt lediglich an, ob eine Person Kontakt mit einem Erreger hatte. Dies bedeutet aber nicht automatisch, dass diese Person deswegen jemals Krankheitssymptome entwickelt oder gar verstirbt. Offen lässt PCR außerdem die Frage nach Ursache oder Nebensache: Sind die Menschen DURCH oder MIT SARS-CoV-2 verstorben? Eine unwichtige Unterscheidung? Anscheinend nicht für das RKI. Wir alle sterben mit Wasser im Körper – also hat uns H2O ins Grab befördert? Was, um Himmels willen, hat all dies noch mit Wissenschaft zu tun? 1100 Mitarbeiter beschäftigt das Robert-Koch-Institut, darunter 450 Wissenschaftler. Zweifellos zählen viele medizinisch Hochqualifizierte dazu. Unvorstellbar, dass ausnahmslos jeder von ihnen voll hinter der Lothar-Horror-Picture-Show steht, die ihr Oberboss Tag für Tag publikumswirksam inszeniert. Weshalb muckt kein einziger öffentlich auf? Das dürften Verschwiegenheitsklauseln im Arbeitsvertrag verhindern, wohl auch ein Maulkorberlass aus gegebenem Anlass. Wir warten sehnsüchtig auf den ersten Whistleblower, der sich traut, die verängstigte Nation darüber aufzuklären, was hinter den RKI-Kulissen läuft – selbst auf die Gefahr hin, dass ihn so viel Zivilcourage nicht bloß einen hochdotierten Job kosten würde, sondern seine weitere akademische Karriere. Wo steckt der unverbiegbare Rückgratbesitzer, welcher dem RKI aus Gewissensgründen das gleiche Waterloo beschert wie Dr. med. Klaus Hartmann seinem früheren Arbeitgeber, dem Paul-Ehrlich-Institut? Nebenbei gefragt: Warum wohl ist dieser tadellose Arzt und engagierte Impfkritiker aus Wikipedia spurlos verschwunden – im Gegensatz zu 14 weiteren Klaus Hartmanns einschließlich eines Kickers, die eines Eintrags würdig scheinen -, während ihn die Online-Dreckschleuder „Psiram“ ausgiebig schmäht? (Harald Wiesendanger)

  • Verdächtig.

    Auch durch unnatürliche Mutationen verrät sich der Covid-19-Erreger als Laborkonstrukt. Stammt das neuartige Coronavirus aus dem Labor? Nichts als Fake News, eine haltlose Verschwö­rungs­­theo­rie, so versichern uns Regierungen, Fachleute, Medien. Als schlagenden Beweis führen sie „RaTG13“ an: einen engen natürlichen Verwandten von SARS-CoV-2, der 2013 in Fledermäusen entdeckt worden sei. Doch bei diesem „RaTG13“ handelt es sich mögli­cher­weise um eine der dreistesten Fälschungen der Wissen­schafts­geschichte. Das behauptet jedenfalls „Falke“, ein offen­kundiger Experte für Virologie, der unerkannt blei­ben will, wohl aus berechtigter Furcht vor dem chinesi­schen Regime. Ein erstes Argument von „Falke“ habe ich in der vorherigen Folge dieser Artikelserie vorgestellt. Hier folgt sein zwei­tes. (1) In der natürlichen Evolution mutiert Erbgut ständig. Oft findet dabei ein Austausch von einzelnen DNA- oder RNA-Bausteinen statt, d.h. es verändert sich eine ein­zelne Basiseinheit (Nukleotid) in der Reihenfolge sämt­licher Nukleotide, welche das genetische Material des Orga­nismus bilden. (Viren weisen eine RNA auf, nicht DNA. Das heißt, anstelle von zwei Nukleotid­strängen, die sich in der bekannten „Doppelhelix“-Struktur nach Art einer Strickleiter umeinander winden, liegt bloß ein Strang vor.) Einzelne Abschnitte, „Regio­nen“, dieses Strangs bilden „Gene“: sie kodieren Amino­säuren, die sich zu Proteinen zusammenfügen, den Grund­bausteinen des Körpers, jeder mit besonderen Funktionen. Der genetische Code setzt sich aus vier Nukleotiden zusammen: Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin (T). Drei aufeinanderfolgende Nukleotide bilden ein Codon, z.B. CUA, AUU, GUC. Jedes Codon verschlüsselt eine bestimmte Aminosäure (von insgesamt 20). Andererseits entspricht eine Aminosäure in der Regel vier Codons; bei einigen Aminosäuren sind es ein oder zwei mehr, bei einigen anderen ein oder zwei weniger. (2) Das bedeutet: Wird ein Nukleotid ersetzt, dann verändert sich garantiert auch das Codon – die entspre­chende Aminosäure hingegen kann sich ändern oder auch nicht. Der Grund dafür ist, dass das neue Codon die gleiche Aminosäure verschlüsseln kann wie das alte. Wenn ein einzelnes Nukleotid innerhalb eines Gens mutiert, so kann dies also zweierlei Folgen haben: Entweder hat diese Veränderung keinen Einfluss auf den genetischen Code, und damit auch nicht auf die Reihen­folge der Aminosäuren im entsprechenden Protein – dann sprechen Virologen von einer „synonymen Mutation“. Oder der genetische Code verändert sich, somit auch die Aminosäuresequenz des dadurch kodierten Proteins, was diesem neue Eigenschaften verleiht – dies bezeichnen Fachleute als „nicht-synonyme Mutation“. Für „Falke“, den bislang unbeachteten Zweifler an einem natürlichen Ursprung der Corona-Pandemie, ergeben sich daraus weitere Ansatzpunkte für seinen Verdacht. Er weist darauf hin, dass die genannten Zufallsmutationen keineswegs chaotisch ablaufen. Sie folgen naturgesetzli­chen Regeln. Synonyme Mutationen finden etwa fünf Mal häufiger statt als nicht-synonyme. Mit anderen Worten: Jede sechste Mutation eines Nukleotids verän­dert eine Aminosäure. Vergleichen Genetiker hingegen SARS-CoV-2 mit seinem angeblich nahen Verwandten RaTG13, so stoßen sie auf ein Muster, das mit der natürlichen Evolution durch Austausch einzelner Nukleotiode „völlig unverein­bar“ ist, wie Falke betont. Hier beträgt das Verhältnis zwischen synonymen und nicht-synonymen Mutationen 44 zu 1. Damit weicht es extrem von der natürlichen 5-zu-1-Relation ab. Damit nicht genug. SARS-CoV-2 und RaTG13 sind einander über das gesamte Spektrum der RNA-Sequenz und der Aminosäuren in jedem Genomabschnitt äußerst ähnlich – mit Ausnahme der S2-Hälfte des Spike-Pro­teins. Hier müssten jedem Fachmann, vorneweg Chri­stian Drosten, enorme Unterschiede auffallen. Die S2-Spike-Proteinregion entspricht nämlich nicht einmal annähernd der relativen Häufigkeit von synonymen und nicht-synonymen Mutationsraten, wie sie natürliche Viren­verwandte kennzeichnen. Obwohl 90 Nukleotid­unter­schiede vorliegen, gibt es bloß zwei Aminosäure-Substitutionen statt der zu erwartenden 15 – also bei weitem weniger, als eine natürliche Evolution hervor­bringen würde. Daraus folgt für Falke zwingend: Von den beiden angeblichen „Verwandten“, SARS-CoV-2 und RaTG13, ist mindestens einer nicht natürlich, vielleicht sogar beide. Falls es sich bei RaTG13 tatsächlich um eine Fälschung handelt: Welches sind dann die echten Fledermaus-Coronaviren, die am engsten mit SARS-CoV-2 verwandt sind? Welche könnten somit seine „Eltern“ sein? Falke identifiziert sie als ZC45 und ZXC21; die vorliegende Fachliteratur beschreibt sie umfassend. Genetisch stehen sie einander überaus nahe: Ihre Sequenzen stimmen zu 97 % überein. Beiden ähnelt SARS-CoV-2 ganz enorm. Fast über die gesamte Aminosäuresequenz hinweg ergibt sich eine Übereinstimmung von 95 %. Bloß eine entscheidende Region fällt dabei merkwürdigerweise völlig aus dem Rahmen; die S1-Region des Spike-Proteins. In ihr befin­det sich jener Teil eines Virus, von dem abhängt, wie gut es Menschen infizieren kann: die sogenannte „Rezeptor-Bindungsdomäne“ (RBD); sie entscheidet darüber, ob das Virus imstande ist, an den ACE2-Rezeptor auf der Oberfläche menschlicher Zellen anzudocken. Hier be­schränkt sich die Übereinstimmungsquote auf 69 %. Dass eine derart große Differenz innerhalb des Zeitraums, in dem diese Viren in der Natur koexistiert haben sollen, auf natürliche Weise zustande gekommen sein sollte, hält Falke für höchst unwahrscheinlich. Die Fledermaus-Coronaviren ZC45 und ZXC21 stammen übrigens ausnahmsweise einmal nicht aus „Batwomans“ Kollektion. Entdeckt, gesammelt und publiziert hat sie die Abteilung für Epidemiologie der „Third Military Medical University“ in Chongqing, ein militärisches Forschungs­labor der Kommunistischen Partei Chinas; in deren ausschließlichem Besitz befinden sie sich. (3) Den militärischen Hintergrund der Coronaforschung zeigte der Daily Telegraph, eine der größten britischen Tageszeitungen, am 11. Mai 2020 in einer explosiven Ent­hül­lungsstory auf. (4) Demnach war die Rote Armee an einer von der australischen Regierung mitfinanzierten Studie über die „wissenschaftlichen Erforschung der Ursprünge des Coronavirus“ beteiligt, die inzwischen in angesehenen medizinischen Fachzeitschriften erschienen ist. Der einzige ausländische Mitverfasser, der Virologe und Evolutionsbiologe Professor Edward Holmes von der Universität Sydney, preist sie als Beitrag zur Lösung des Rätsels, wie Covid-19 vom Tier auf den Menschen über­gehen konnte. Dabei verließen sich die Studienautoren voll und ganz auf Chinas staatliches Schlüssel­labora­torium für Krankheitsereger und Biosicherheit, um die "genetische Sequenzierung" und "Virus-Isolierung" vor­zu­nehmen. Dieses Labor gehört zum Pekinger Institut für Mikrobiologie und Epidemiologie, das der Akademie für Medizinische Militärwissenschaften der Roten Armee untersteht. Der Institutsdirektor Professor Wu-Chan Cao, dem am Ende des Studienberichts für seinen "substantiel­len Beitrag" gedankt wird, hat den Rang eines Oberst inne; ein Porträtfoto in seiner offiziellen Biografie prä­sen­tiert ihn in Militäruniform. Dem Daily Telegraph zufolge ist Rotarmist Cao Vor­standsmitglied des Wuhan Institute of Virology. Die WIV-Homepage führt ihn als Mitglied eines „Wissen­schaft­lichen Beratungskomitees“ auf. (5) Ihn könnte ein Mitglied des Geheimdienst-Ausschusses im amerikani­schen Kongress, Rom Cotton, gemeint haben, als er kürz­lich öffentlich machte, die Rote Armee habe im Januar 2020 offenbar ihren Top-Epidemiologen ins Wuhan-In­sti­­tut für Virologie versetzt. Wozu diese Personal­rochade? (6) Gibt es einen klareren Fall von Interessen­konflikt? (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 5. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 10 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://nerdhaspower.weebly.com/ratg13-is-fake.html, https://spark.adobe.com/page/7BVPjWfEJgQYB/ 2 Näheres hier: https://passel2.unl.edu/view/lesson/3ccee8500ac8/6 3 Hu D, Zhu C, Ai L, He T, Wang Y, Ye F u.a.: „Genomic characterization and infectivity of a novel SARS-like coronavirus in Chinese bats“, Emerging Microbes & Infections 7 (1) 2018, S. 154, DOI: 10.1038/s41426-018-0155-5 , https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30209269/; https://www.researchgate.net/publication/327594906_Genomic_characterization_and_infectivity_of_a_novel_SARS-like_coronavirus_in_Chinese_bats; https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1038/s41426-018-0155-5. 4 https://www.dailytelegraph.com.au/coronavirus/the-covid-files-australianfunded-coronavirus-paper-used-in-chinese-military-facility/news-story/7241a6b112816f3951495e0fa52ed2aa 5 http://english.whiov.cas.cn/About_Us2016/Committees/ 6 Nach https://www.peakprosperity.com/covid-19-a-result-of-lab-manipulation-suspicions-grow/

  • Ertappt.

    Einer der bedeu­tend­sten Virologen der Nachkriegszeit, der Nobelpreisträger Professor Luc Montagnier,erklärt den Covid-19-Erreger für genmanipuliert. Seither fallen Rufmörder über ihn her. Im Zeitalter des „Faktenchecks“ schützt nicht einmal mehr ein Nobelpreis davor, öffentlich verhöhnt zu werden, sobald man gegen den Mainstream zu den­ken wagt. Diese Erfahrung macht zur Zeit einer der bedeu­tend­sten Virologen der Nachkriegszeit: Professor Luc Montagnier, der von 1972 bis 1997 am Institut Pa­steur in Paris forschte und lehrte. Mühelos enttarnte er Gen­mani­pu­lationen am neuen Coronavirus. Seither sieht er sich übelstem Rufmord ausgesetzt. Wie der inzwischen 88-jährige, Ehrendoktor mehrerer Universitäten, Mitte April im französischen TV-Sender CNews erklärte, habe er gemeinsam mit einem Kollegen, dem Biomathematiker Jean-Claude Perez, die RNA des Covid-19-Erregers sorgfältig analysiert – also jenen Strang aus knapp 30.000 Nukleotiden, chemischen Grundbausteinen, welche das Erbgut dieses Virus, sein Genom, ausmachen. Seither stehe für ihn fest: „Nicht das Ganze, aber zumindest ein Teil dieses Virus wurde manipuliert.“ Spezialisten für Molekularbiologie haben seines Erachtens einem Fledermaus-Virus Elemente des Aids-Erregers hinzugefügt. Eingebaut wurden Gene für Spike-Proteine, die es dem Virus ermöglichen, mensch­liche Zellen zu infizieren, indem es an ACE2-Rezeptoren auf deren Oberfläche andockt. Darüber hinaus wurde ein Hüllprotein von HIV namens GP141 übertragen, das die Immunabwehr beeinträchtigt. (1) (Wie der Aids-Erreger, so greift auch SARS-CoV-2 im Menschen bevorzugt T-Zellen an.) Auch Elemente des Malaria-Erregers – des Parasiten plasmodium falciparum - seien eingebaut worden. Da habe jemand „gründliche Arbeit“ geleistet, „mit der Präzision eines Uhrmachers“. (2) Wozu das geschah, weiß auch Montagnier nicht. Aber er hegt einen Verdacht: „Vielleicht wollten sie einen Aids-Impfstoff herstellen.“ Im Laufe dieser Arbeit könnten veränderte Coronaviren aus Versehen aus dem Labor entwichen sein. (3) Derartige Manipulationen hatte zuvor schon eine indi­sche Forschungsgruppe aufgedeckt. Bereits am 31. Januar 2020 stellte sie einen Artikel darüber online: (4) „Im Spike-Protein des neuartigen Coronavirus“, so berichteten sie, „fanden wir vier Inserts“ – Einbauten eines Stücks Erbmaterial oder einzelner Bausteine in ein Gen -, „bei denen es unwahr­scheinlich ist, dass sie zufälliger Natur sind“. Wenige Tage später zogen die Autoren ihren Text allerdings wieder zurück, offenbar unter enormem Druck Chinas. Die betroffenen Wissenschaftler weigerten sich aber, einen verlangten Widerruf zu veröffentlichen. Statt­dessen kündigten sie an, ihre Ergebnisse anderweitig neu zu veröffentlichen, so berichtet die Washington Times. (5) Nein, der Rückzug habe fachliche Gründe gehabt, meint ein sechsköpfiges Autorenteam, dem zwei ganz bestimmt völlig unabhängige Wissenschaftler chinesischer Staats­universitäten angehörten, Mitte Februar im Fachjournal Emerging Microbes & Infections: (6) Sie hätten „keinerlei Anhaltspunkte dafür gefunden, dass die vier verdächtigen Inserts HIV-spezifisch sind“; man finde sie im Erbgut vieler verschiedener Lebensformen, etwa in Bakterien. Und wie springt die Fachwelt mit Professor Montagnier um? Welches Echo findet seine Entdeckung in Massen­medien? Wer sollte Gensequenzen eines Virus eher dort wieder­erkennen können, wo sie nicht hingehören, als jemand, dem die höchstmögliche wissenschaftliche Auszeichnung dafür zuteil wurde, dass er eben dieses Virus als erster identifizierte? Für die Entdeckung des Aids-Erregers HIV erhielt Montagnier 2008 den Nobelpreis für Medizin. Das bewahrt ihn jedoch nicht davor, beleidigt, diffamiert und lächerlich gemacht zu werden. Besonders deutlich wird Deutschlands virologischer Halb­gott, Christian Drosten: Es falle ihm „als aktivem Wissen­schaftler in der Virologie schwer zu sagen, dass ein Nobelpreisträger im Fach Virologie Unsinn ver­breitet. Aber das ist kompletter Unsinn.“ (7) Drosten zählt zu den 27 Mitunterzeichnern einer „Erklärung zur Unter­stützung der Wissenschaftler, Fachleute des öffentlichen Gesundheitswesens und Mediziner Chinas im Kampf gegen COVID-19“ vom 19. Februar 2020. Darin „verurteilen“ sie „gemeinsam nachdrücklich Verschwörungstheorien, die darauf hindeuten, dass COVID-19 keinen natürlichen Ursprung hat“ – „in Solidarität mit allen Wissenschaft­lern und Gesundheitsfachleuten in China“. Keine Frage, „dieses Coronavirus stammt von Wildtieren. Verschwö­rungstheorien schaffen nichts anderes als Angst, Gerüch­te und Vorurteile, die unsere weltweite Zusammenarbeit im Kampf gegen dieses Virus gefährden.“ (8) Auf Twitter verbreitete der Virologe Trevor Bedford: „Die beobach­teten Insertionen sind komplett vereinbar mit natürlicher Evolution dieser Viren in Fledermäusen.“ (9) Dem schlossen sich „Faktenchecker“ einhellig an: so etwa vom European Scientist (10) und Health Feedback (11), von Correctiv (12) und Mimikama.at. (13) Le Monde, eine der wichtigsten meinungsbildenden Zeitungen Frankreichs, richtete Montagnier am 17. April 2020 regelrecht hin: Inzwischen sei dieser Greis in der Fach­welt überaus „umstritten“, seit er sich gegen Impfungen ausspricht, Infektionen mit Radiowellen behandeln lassen will, nahe am „Wassergedächtnis“ der Homöopathie argu­mentiert und davon überzeugt ist, das HI-Virus lasse sich mit einer gesunden Lebensweise, die eine voll­wertige Ernährung, Antioxidantien und Hygiene ein­schließt, auch ohne Medikamente restlos beseitigen. Endgültig unter die Gürtellinie zielt Le Monde mit einem hanebüchenen Vergleich: „Wir können eine lange Liste von Nobelpreisträgern in der Wissenschaft aufstellen, die entweder in der Ideologie (wie die Nobelpreisträger in Physik, die zu Nazis wurden, Lenard, Stark) oder in der falschen Wissenschaft (Watson und seine rassistischen Äußerungen 2007) aus der Spur geraten sind", so zitiert das Blatt zustimmend einen Historiker der Universität Paris, Alexandre Moatti. (14) Der Leser lernt daraus: Wer offi­zielle Corona-Mythen anzuzweifeln wagt, landet ruck­zuck im selben Topf wie Altersschwachsinnige, Nazis und Rassisten, egal welche Lebensleistung er zuvor erbracht hat. Étienne Simon-Lorière, Professor am Institut Pasteur in Paris, gibt zu bedenken: "Wenn wir ein Wort aus einem Buch nehmen und es wie ein anderes Wort aussieht, können wir dann sagen, dass das eine vom anderen abge­schrieben wurde? Das ist absurd!" (15) Nein, absurd ist eher ein solcher Vergleich: Was Montagnier im geneti­schen Code dieses neuartigen Coronavirus wieder­erkannte, war kein einzelnes Wort, sondern eher ein ganzer Satz innerhalb eines Kontexts, in dem er nichts zu suchen hat. Statt vom hohen Ross des „Faktencheckers“ herab Fach­leute hinzurichten, denen sie in puncto Lebensleistung höchstens bis zum Knie reichen, sollten Montagnier-Kriti­ker nicht bloß aus Quellen schöpfen, die ihre Lieb­lingstheorie bestätigen. Stattdessen besorgen sie sich besser Veröffentlichungen eben jener Topwissenschaft­lerin des Wuhan-Instituts, die sie blindlings in Schutz nehmen. Dass Shi Zhengli am Genom von Fledermaus-Coronaviren ausdauernd herumbastelt, um sie „scharfzu­machen“, hatte sie selbst der Fachwelt bereits 2008 kundgetan (16) und in einem weiteren Forschungsbericht 2015 unmissverständlich bestätigt (17): Am Spike-Protein, der keulenartigen Ausstülpung der Virushülle, griff sie in eine bestimmte Abfolge von Aminosäuren, nämlich in der Region 310-518, gentechnisch ein. Dabei benutzte sie ein sogenanntes „Pseudovirus“, ein synthetisches Pro­dukt, dem das HIV-Virus, der Auslöser von Aids, als Vorlage diente; im Artikel wird er „pHIV-Luc“ bzw. „pLai3ΔenvLuc2“ genannt, wobei das „Luc“ offenkundig auf HIV-Entdecker Luc Montagnier verweist. Um dieses „pHIV-Luc“ zu erzeugen, wurden aus dem Aids-Erreger einzelne Gene entfernt, inaktiviert und in die Corona-Schimäre eingebaut. Shis Artikel erwähnt sogar eine spezielle „HIV-Arbeitsgruppe“, die innerhalb des Wu­han-Instituts eingerichtet worden ist. Kein Wunder, dass es Montagnier leicht fiel, Teile des HIV-Genoms in dem Konstrukt aus Wuhan wieder­zuerkennen. „Wie auch immer die Dinge ausgehen werden“, sagt er, „die Wahrheit kommt stets ans Licht, und es ist Aufgabe der chinesischen Regierung, ihrer Verantwortung gerecht zu werden." (18) Schützenhilfe erhält Montagnier von dem renommierten Mikrobiologen Petr Chumakov vom Engelhardt-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in Mos­kau. Auch er glaubt nicht an einen natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2. In Fachkreisen sei es allgemein be­kannt, dass Wuhans Virologen „völlig verrückte Dinge“ in ihren Laboren anstellen. (19) Wie der Biowaffenexperte Francis Boyle vermutet, könnte bei der Entwicklung von SARS-CoV-2 darüber hinaus Nanotechnologie zum Einsatz gekommen sein. (Zum Wuhan-Institut gehört auch ein „Zentrum für Molekulare Mikrobiologie und Nanobiologie“. (20) Die erstaunliche Fähigkeit, sich in Aerosolen stundenlang in der Luft zu halten – der hauptsächliche Übertragungsweg dieses Coronavirus und ein Hauptgrund dafür, dass er hochinfektiös ist -, könnte ihm nanotechnologisch ver­passt worden sein. Am 28. Januar 2020 verhafteten US-Bundesbehörden den Vorsitzenden des Harvard-Fach­bereichs Chemie, den Nanoexperten Charles Lieber, weil er des illegalen Handels mit China verdächtigt wurde. Lieber, der an Nanotechnologie für biologische Materia­lien forscht, soll von der chinesischen Regierung Unsum­men kassiert haben, um in Wuhan das „WUT-Harvard Joint Nano Key Laboratory“ einzurichten, ein gemein­sames Projekt der Wuhan University of Techno­logy und Harvard. Dafür soll er ein Monatssalär von 50.000 US-Dollar bezogen haben, plus 150.000 Dollar pro Jahr für Spesen, plus 1,5 Millionen für den Labor­aufbau. Die Staats­anwaltschaft wirft Lieber vor, er habe US-Ermittler darüber belogen. (21) Falls SARS-CoV-2 tatsächlich ein Laborkonstrukt ist: Wurde es absichtlich freigesetzt? Der Hauptverdächtige, die Volksrepublik China, sieht sich mit der Unterstellung konfrontiert, sie habe das Virus womöglich gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt, um die entstehenden Un­ruhen, die allgemeine Panik, das erwartete Massen­sterben für Säuberungen unter Regimegegnern zu nutzen. Das ist absurd. Auch ohne solch ein monströses Attentat auf die eigene Bevölkerung reicht Pekings Machtfülle längst aus, jeden Querdenker unschädlich zu machen. Was hätten die KP-Funktionäre zudem von einer Epidemie, die kein Volk mehr übrig lassen könnte, das es zu regieren gäbe – und womöglich nicht einmal die Machthaber selbst verschont, samt ihrer Verwandten und Freunde? Hätte nicht ein Einsatz im aufmüpfigen Hongkong näher gelegen? Oder im benachbarten Taiwan, um diese „abtrünnige Provinz“ in die Knie zu zwingen, von allen Separatisten zu befreien und heim ins Reich zu holen? Ebenso abwegig ist die Idee, ein äußerer Feind – etwa die Vereinigten Staaten – könnten einen biologischen Schlag gegen die aufstrebende Weltmacht Nummer 2 geführt haben. Auch die USA verfügen über kompetente Viro­logen, die selbst einem so begrenzt aufnahmefähigen Präsidenten wie Donald Trump wohl hätten klarmachen können: Wer einen derart hochinfektiösen Erreger wie SARS-CoV-2 freisetzt, wirft im allseits vernetzten globa­len Dorf des 21. Jahrhunderts garantiert einen Bumerang, der prompt zurückfliegt und den Werfer trifft. (Bis 1. Juni 2020 zählten die USA bereits 1,8 Millionen Infizierte und rund 105.000 corona-positiv getestete Tote. (22) Alle „Verschwörungstheorien“, die in SARS-CoV-2 ein Laborprodukt sehen, widerlegt angeblich eine neue wissenschaftliche Studie ein für alle mal – „zweifelsfrei“, wie ihre Autoren versichern. Am 17. März 2020 erschien sie im Fachmagazin Nature Medicine. Wissenschaftler und Politiker, Faktenchecker und Journalisten berufen sich seither bei jeder Gelegenheit geradezu reflexhaft auf sie. Wie beweiskräftig ist sie wirklich? Darum geht es in der nächsten Folge dieser Artikelserie. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 1. Juni 2020 bei Facebook, als Teil 6 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.nature.com/articles/s41423-020-0424-9 2 https://www.youtube.com/watch?v=usyQgPU-VrI; https://www.youtube.com/watch?v=durcHyxpFT4; https://timesofindia.indiatimes.com/india/coronavirus-man-made-in-wuhan-lab-nobel-laureate/articleshow/75227989.cms 3 »Coronavirus was created in a laboratory – Nobel Prize winner Luc Montagnier.« Yucatan News, 29.04.2020, https://www.theyucatantimes.com/2020/04/coronavirus-was-created-in-a-laboratory-nobel-prize-winner-luc-montagnier/ 4 https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.01.30.927871v1.full.pdf 5 https://www.washingtontimes.com/news/2020/may/21/australian-researchers-see-virus-design-manipulati/ 6 „HIV-1 did not contribute to the 2019-nCoV genome“, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7033698/ 7 So Drosten im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“, https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript194.pdf. 8 https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30418-9 9 http://archive.is/2fe85 10 https://www.europeanscientist.com/en/big-data/no-sars-cov-2-does-not-contain-hiv-genetic-code/ 11 https://healthfeedback.org/did-the-covid-19-virus-originate-from-a-lab-or-nature-examining-the-evidence-for-different-hypotheses-of-the-novel-coronavirus-origins/ 12 https://correctiv.org/faktencheck/2020/05/20/nein-in-sars-cov-2-wurden-nicht-im-labor-sequenzen-von-hiv-eingefuegt 13 https://www.mimikama.at/allgemein/hiv-labor/ 14 https://www.lemonde.fr/les-decodeurs/article/2020/04/17/le-coronavirus-fabrique-a-partir-du-virus-du-sida-la-these-tres-contestee-du-pr-luc-montagnier_6036972_4355770.html 15 https://science.thewire.in/the-sciences/luc-montagnier-coronavirus-wuhan-lab-pseudoscience/ 16 https://jvi.asm.org/content/jvi/82/4/1899.full.pdf 17 https://www.nature.com/articles/nm.3985 18 Zit. nach https://www.voxnews.online/artikel/these-des-kuenstlich-erzeugten-virus-immer-plausibler. 19 Zit. nach https://www.die-tagespost.de/gesellschaft/feuilleton/die-geister-der-gottspielerei;art310,208118 20 Siehe http://english.whiov.cas.cn/Research2016/Group2016/ 21 https://www.economist.com/science-and-technology/2020/02/01/an-american-chemist-is-suspected-of-illegal-dealings-with-china?gclsrc=aw.ds&gclid=EAIaIQobChMI5PGhob3t6AIVxp6zCh32IwBaEAAYASAAEgJaKfD_BwE&gclsrc=aw.ds; https://www.npr.org/2020/02/14/806128410/harvard-professors-arrest-raises-questions-about-scientific-openness 22 https://coronavirus.jhu.edu/us-map, Datenstand 1. Juni 2020, 9 Uhr Foto Montagnier (bei einer Pressekonferenz am 6.12.2008): Prolineserver / GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html)

  • Dieser Lockdown ist eine sinnlose Zumutung

    Ab 21. März 2020 beschlossen Bund und Länder in der Corona-Krise umfangreiche Infektionsschutzmaßnahmen: Schließung von Geschäften aller Art, einschließlich Cafés und Restaurants; Mindestabstände von 1,50 Meter im öffentlichen Raum; Verbot von Aufenthalten mit mehreren Personen, die nicht zur Familie gehören; strenge Hygienevorschriften in allen Betrieben; Verbot privater Feiern; mancherorts zusätzlich Maskenpflicht und Ausgangssperre. All dies brachte: NULLKOMMANICHTS. Und das Allerpeinlichste: Diese Nullnummer entlarven ausgerechnet Zahlen aus dem Robert-Koch-Institut – allerdings solche, die RKI-Präsident Lothar Wieler bei seinen täglichen Pressekonferenzen lieber für sich behält. Jedoch finden sie sich schwarz auf weiß in den „Wochenberichten“ und „Epidemiologischen Bulletins“ des RKI, im Internet abrufbar für jeden, der sehen will, lesen und denken kann. Lange VOR der staatlichen Verbotsorgie waren demnach deutlich rückläufig: die Zahl der Arztbesuche wegen Atembeschwerden; die Anzahl ärztlicher Diagnosen von akuten Atemwegserkrankungen mit und ohne Fieber, dem Hauptmerkmal von Covid-19; die effektive Reproduktionsrate, d.h. die Anzahl der Menschen, die ein Infizierter ansteckt. Schon VOR Kontaktverbot und Ausgangssperre war diese Kennzahl UNTER 1 GEFALLEN – und ist seither im großen und ganzen KONSTANT geblieben. Und das bedeutet? Bereits in der ersten Märzhälfte hatte das neuartige Coronavirus die deutsche Bevölkerung offenbar derart durchseucht, dass Herdenimmunität einzusetzen begann. Um die Krise zügig zu beenden, hätte daraufhin Dreierlei ausgereicht: der Natur weiterhin ihren Lauf lassen; auf Alte und Vorerkrankte besondere Rücksicht nehmen, wie in jedem Grippewinter – und alle Alarmisten isolieren. Dass die Maßnahmen der Regierung gegen das Corona-Virus gewirkt haben, bezweifelt inzwischen auch ein ehemaliger Berater des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder, der Finanzwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Homburg. Die Reproduktionszahl 1, von Merkel & Co. als Erfolg des Lockdown präsentiert, war schon mehrere Tage vor den Maßnahmen des 23. März erreicht, wie auch Prof. Homburg auffiel. „Der Lockdown hat überhaupt keine Auswirkungen auf die Verbreitung des Virus.“ Im übrigen sei die Pandemie in Europa so gut wie vorbei, wie die jüngsten Todesfallstatistiken aus zwei Dutzend Ländern belegen. Bekamen Merkel, Spahn, Söder & Co. die entlarvenden Befunde und Statistiken des RKI nie zu Gesicht? Fragten sie nie danach? Begreifen sie die Tragweite nicht? Oder setzen sie die offizielle Panikmache, die Verletzung elementarster Grundrechte, die Zerstörung der Wirtschaft wider besseres Wissen fort? Auf wessen Einflüsterungen hin? Mit welchem Kalkül? So oder so: Längst wären Rücktritte fällig. (Harald Wiesendanger) Zu den RKI-Wochenberichten: https://influenza.rki.de/wochenberichte.aspx Zu den „Epidemiologischen Bulletins“ des RKI: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/AktuelleAusgaben/aktuelleAusgaben_table.html

  • Spinnen die Engländer?

    Seit in England am 19. Juli 2021 so gut wie alle staatlichen Corona-Maßnahmen schlagartig fielen, ist es seltsam still geworden um eines der strengsten Infektionsschutzregimes des ersten Pandemiejahres. Wie steht es inzwischen um die Volksgesundheit im Vereinigten Königreich? Muss es den mutmaßlichen Leichtsinn des „Freedom Day“ bitter büßen? Seltsam: Aus der globalen Medienlandschaft ist die britische Insel neuerdings geradezu spurlos verschwunden, so als hätte die Nordsee sie verschlungen. Während ihre Seuchenstatistik noch bis vor kurzem in Endlosschleife hochwillkommenes Futter fürs globale Grusel-TV lieferte, gehen Mainstream-Medien neuerdings seltsam einmütig über sie hinweg. Geräuschlos beerdigt man sie im Massengrab politisch unkorrekter Fakten. Wann der Untergang des zweiten Atlantis einsetzte, lässt sich exakt datieren. Es war der 19. Juli 2021, der „Freedom Day“. „Wann, wenn nicht jetzt?“, hatte Premier Boris Johnson bei einer virtuellen Pressekonferenz gefragt. Eigenverantwortung statt Vorschriften – so lautete fortan die Devise. Das Maskentragen ist nun so gut wie überall in England freiwillig, ebenso das Abstandhalten. Es gibt keine Beschränkungen mehr für Clubs oder private Partys. Auch Theater und Kinos dürfen ihre Säle voll besetzen. Das gilt zumindest in England; Schottland, Wales und Nordirland zögern noch, sie entscheiden eigenständig, wie sie mit der Pandemie umgehen. Von steigenden Inzidenzen, wie auch von Horrorprognosen explodierender Fallzahlen, ließ sich Johnson verblüffenderweise nicht mehr beirren, ganz anders als noch bis vor wenigen Monaten. Dass Lockdown-Fetischisten erwartungsgemäß einen Shitstorm über ihn hereinbrechen lassen würden, nahm er diesmal ziemlich gelassen in Kauf. Offenbar dämmerte ihm, besser spät als nie: Selbst wenn alle 54 Millionen Engländer zu 100 % testpositiv wären, könnten sie sich bester Gesundheit erfreuen, weil der Umstand, Billionen Mikroben als Wirt zu dienen, mit Symptomfreiheit vollauf vereinbar ist. Dafür hat Johnson reichlich Prügel einstecken müssen. Unvorsichtig, geradezu tollkühn sei er, so hieß es. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da die berüchtigte Delta-Variante um sich greife, riskiere er eine ganz schreckliche neue „Welle“. Die Online-Redakteure der Tagesschau befremdete „ein Experiment, wie es in kaum einem Land in dieser Form probiert wurde“ - so als bestünde das wahre Experiment nicht seit Frühjahr 2020 in historisch beispiellosem, evidenzfernem Seuchenschutz à la Rotchina. Die Frankfurter Rundschau zitierte lieber „reichlich skeptische Stimmen“ als reichlich positive. Die Wirtschaftswoche fand das vernichtende Urteil des unsäglichen Oberapokalyptikers Karl Lauterbach zitierfähig, Johnson führe einen „unethischen Feldversuch mit der Bevölkerung“ durch. (1) „England verliert, Corona gewinnt“, kommentierte RTL, einer von vielen Sendern, die selber nichts mehr zu verlieren haben, was journalistische Distanz anbelangt. Focus unkte über einen „Disaster Day“. Die Frankfurter Allgemeine berief sich auf Englands peinlichste Seuchen-Kassandra, den Epidemiologen Neil Ferguson, um jede Menge „Fragezeichen“ zu setzen. Allgemeiner Medien-Tenor: Kaltblütig nehme Johnson eine „Überlastung des Gesundheitswesens“ in Kauf. Findet sich keine, wird sie alarmistisch an die Wand gemalt. Wie man das anstellt, führte exemplarisch die Deutsche Presse-Agentur vor, als sie am 20. August auf die Finalrunde der Fußball-Europameisterschaft in London zurückblickte, mit Zehntausenden Zuschauern dicht an dicht in Wembley und Fanmassen vor den Stadiontoren. Dort „haben sich 3.404 Menschen mit dem Coronavirus infiziert“, nachdem „2.295 der Anwesenden (…) höchstwahrscheinlich infektiös gewesen“ seien, erschrak die dpa (2), und Zeit Online gleich mit – wobei gewisse Hamburger Qualitätsredaktionen anderthalb Jahre nach Pandemiebeginn anscheinend noch immer nicht kapiert haben, was es bedeutet, „testpositiv“ zu sein. Mehr wusste die dpa nicht zu vermelden. Offenbar konnte ihr Londoner Regionalbüro trotz angestrengter Recherche weit und breit keinen einzigen schwerkranken oder verstorbenen Finalrundenbesucher ausfindig machen. Sonst wäre er mit Sicherheit in den Mittelpunkt einer neuen „Killerkeim“-Story gerückt. Wer sich derartigen Medien so schutzlos ausliefert, wie er es gegenüber Coronaviren niemals gewesen ist, lässt sich auch im 18. Plandemiemonat noch bange machen. „Viele, die es sich leisten können, ziehen sich freiwillig aus dem öffentlichen Leben zurück. Aus Angst vor Ansteckung, etwa in überfüllten Bussen und Bahnen“, will der Deutschlandfunk ermittelt haben. „Jeder zweite Brite hält die Aufhebung der Coronamaßnahmen für falsch“, meldete der Tagesspiegel pünktlich zum „Freedom Day“. Wieso betonte er stattdessen nicht, was die andere Hälfte richtig findet? Weiterhin griff kein Mainstream-Medium die Kernfrage auf: Was ist das bloß für eine sonderbare Pandemie, die sich eher in Testzentren, Inzidenzkurven und farbenfrohen Dashbards herumtreibt als in Kliniken, Krematorien und auf Friedhöfen? Zunächst fielen in Johnsons Reich der wiedererlangten Freiheit nicht einmal deutlich mehr Testpositive auf - ein „unerwartetes Covid-19-Phänomen“, das auch die Ärzte Zeitung verblüffte. Nachdem am 21. Juli der sommerliche Höchstwert erreicht war – mit 703 sogenannten „Infektionen“ pro einer Million Einwohner -, sackte er bis 3. August steil auf 379 ab. „England: Sinkende Corona-Inzidenzzahlen geben Rätsel auf“, titelte das Ärzteblatt zwei Tage später, am 5. August. „EM, Partys, Schutzmaßnahmen radikal gelockert – trotzdem gehen in England nach einem zunächst rasanten Anstieg die Infektionszahlen deutlich runter. Eine schlüssige Erklärung dafür gibt es bislang nicht.“ Bis 18. August waren es allerdings wieder 442 Fälle pro 1 Million – so what? Wie viele dieser 442 waren denn lebensbedrohlich erkrankt? Wie viele starben? Hält das Dauergenöhle von angstschweißgebadeten „Covid-Heulbojen“ – so Oskar Lafontaine neulich über alle Lauterbachs – denjenigen nackten Zahlen aus England stand, auf die es ankommt: Hospitalisierte, auf Intensivstationen Verlegte, Tote? Wie schneidet England insofern vor allem im Vergleich mit den weiterhin stabilen Hygienediktaturen Deutschlands und Frankreichs, Italiens und Spaniens ab? Auch nach dem „Freedom Day“, und inmitten der angeblich ganz fürchterlichen „Delta-Welle“, werden in britische Krankenhäuser weitaus weniger Covid-Patienten eingeliefert als noch im Frühjahr 2020 und zum Jahreswechsel 2020/21. Die Corona-Diktaturen anderswo schneiden keineswegs besser ab. Ebensowenig füllen sich seit dem „Freedom Day“ die Intensivstationen britischer Krankenhäuser in besorgniserregendem Ausmaß – weder im Vergleich zur Pandemiezeit davor noch gemessen an anderen Ländern, die an strikten Corona-Maßnahmen festhalten. Auch von einem Covid-Massensterben auf der britischen Insel seit dem „Freedom Day“ kann keine Rede sein. Weiterhin liegen die Briten unter dem europäischen Durchschnitt. Nach Gov.uk, der offiziellen Online-Informationsseite der britischen Regierung, starben noch am „Freedom Day“ 70 Engländer „an oder mit“ SARS-CoV-2. Zwischen dem 15. und 19. August, den aktuellsten Terminen bei Redaktionsschluss dieses Artikels, waren es 22 bis 67. Und so wundern sich Zeitgenossen, in deren Großhirnrinde der Killerkeim aus Wuhan nicht allzu gnadenlos gewütet hat: Wozu ein mit immer neuen Ausflüchten verlängertes Notstandsregime à la Merkel, Macron & Co., wenn es offenkundig nicht besser schützt als Johnsons Laissez-faire aus wiederentdeckter Freiheitsliebe? Nun stehen Faktenchecker vor der besonderen Herausforderung, die politisch inkorrekten Statistiken wegzuzuchecken. Liegt es an der Impfquote? Die ist in England zwar tatsächlich hoch: Bis zum 19. August waren im Vereinigten Königreich 60,6 % aller Einwohner vollständig geimpft, weitere 9,3 % zumindest einfach. (3) Doch Spanien übertrifft Großbritannien insofern sogar deutlich (65,4 % / 10,1 % ), Frankreich liegt nur knapp zurück (54,1 % / 5,3 %). Auch Merkellands Quoten – 58 % bzw. 5,3 % - können sich sehen lassen. Jüngste Repräsentativumfragen deuten sogar daraufhin, dass die tatsächliche Piekshäufigkeit hierzulande, zumindest unter den Erwachsenen, erheblich über den amtlichen Zahlen des Robert-Koch-Instituts liegen könnte: Gegenüber Infratest dimap erklärten bereits bis 13. Juli rund 75 Prozent der 18- bis 59-Jährigen, sie hätten ihre erste Spritze erhalten. Im ARD-DeutschlandTrend gaben am 5. August 83 % an, sie seien „bereits geimpft“ oder würden dies „auf jeden Fall“ nachholen, weitere 4 % „wahrscheinlich“. Doch seit immer mehr Studien befürchten lassen, dass Geimpfte in puncto Infektionsgefährdung, Viruslast und „Superspreader“-Qualitäten mühelos mit „Impfmuffeln“ mithalten, die Schutzwirkung der „Piekse“ binnen weniger Monate rapide abnimmt, steht es um die Aussagekraft von Impfquoten ohnehin mies. Aus der Erklärungsnot heraushelfen können wohl nur noch unkonventionelle Ansätze. Womöglich liegt es im britischen Naturell, auch unreglementiert viel größeren Sicherheitsabstand zu halten. Vielleicht türmen Coronaviren vor dem englischen Dauerregen aufs Festland. Oder die notorisch ungenießbare englische Küche – von zu Brei gekochtem Gemüse über frittierte Marsriegel bis Aalsülze, Toast mit Dosenbohnen, einer beinahe schwarzen Blutwurst namens „Black Pudding“ - wirkt derart antiviral, dass sie nicht nur Geschmacksnerven und Verdauungstrakt zartbesaiteter Touristen traktieren, sondern selbst Killerkeimen den Garaus machen. Es wird sich schon noch eine Ausflucht finden, auf Faktenchecker war insofern schon immer Verlass. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.wiwo.de/politik/deutschland/karl-lauterbach-johnsons-feldexperiment-an-der-bevoelkerung-ist-verantwortungslos/27433856.html; s. auch https://twitter.com/karl_lauterbach/status/1425224354590253063 (2) https://home.1und1.de/magazine/news/coronavirus/corona-news-ticker-tausende-fans-infizierten-em-finalrunde-london-35990536; https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_90519970/corona-news-tausende-fussballfans-infizieren-sich-bei-em-finale-in-london.html (3) https://ourworldindata.org/covid-vaccinations, abgerufen am 20.8.2021

  • „Wie viel weißt Du wirklich?“ - Eine Ungeimpfte schreibt einer verlorenen Freundin

    „Liebe Ex-Freundin! Du hast mir vor Augen geführt, wie tödlich SARS-CoV-2 sein kann – zumindest für unser Verhältnis. So viele Jahre lang haben wir einander gemocht, respektiert, vertraut. Wir schienen unzertrennlich. Doch nun hast Du mir wutentbrannt die Freundschaft aufgekündigt. Weil ich mich nicht impfen lasse, im Gegensatz zu Dir. „Bloß ein Pieks, oder höchstens zwei, und du hättest den vollen Impfschutz, auch zur Sicherheit deiner Mitmenschen“, sagst Du. Stattdessen gefährde ich andere, so wirfst Du mir vor. Und beschimpfst mich als Covidiotin, als Verschwörungstheoretikerin. Ich sei verantwortungslos, unsolidarisch, dumm. Dumm finde ich, unsere Beziehung wegzuwerfen, ohne dass Du mich erklären lässt, warum ich mich anders entschieden habe als Du." "Alles andere als dumm finde ich hingegen Dich. Im Gegenteil, Du bist eine hochintelligente Frau, mit Abitur und Hochschulabschluss. Deinen Scharfsinn habe ich stets bewundert. Von einem Dummkopf unterscheidet sich jemand wie Du unter anderem darin, dass Du kein Risiko eingehst, das den voraussichtlichen Nutzen bei weitem überwiegt. Bestimmt verfährst Du nach diesem Grundsatz, wenn es beispielsweise um Dein Erspartes geht: Solltest Du an der Börse spekulieren? Eine bestimmte Immobilie erwerben? Bei einer Lotterie mitmachen, oder bei Glücksspielen im Casino? Wäre solche Vorsicht nicht erst recht angebracht, wenn nicht nur Dein Geld auf dem Spiel steht, sondern Deine Gesundheit, Dein Leben? Und nicht zuletzt das Wohlergehen und die Zukunft Deiner Kinder, die Du ebenfalls so schnell wie möglich impfen lassen willst? Damit Du Nutzen und Risiken eines medizinischen Eingriffs gegeneinander abwägen kannst, schreibt der Gesetzgeber vor, dass Du zuvor aufgeklärt werden musst. Nicht bloß teilweise, sondern vollständig. Nur dann kannst Du „informiert zustimmen“. Ohne ein solches Einverständnis wäre die Injektion eine strafbare Körperverletzung. Hat eine solche Aufklärung bei Dir stattgefunden? Wenn ja, hätte sie bestimmt länger als ein paar Minuten dauern müssen, gefolgt vom Angebot einer Bedenkzeit. Denn sie wäre zumindest auf folgende Fragen eingegangen: 1. Wie gefährlich ist diese Corona-Pandemie wirklich, auch im Vergleich zur saisonalen Grippe? 2. Wie hoch ist Dein persönliches Risiko, abhängig unter anderem von Deinem Alter und Deiner körperlichen Verfassung? Schließlich bist Du keine mehrfach vorerkrankte, immungeschwächte Greisin im Pflegeheim, sondern eine ziemlich fitte Frau in den besten Jahren. 3. Gibt es Alternativen zur Impfung, mit denen Du Dich schützen könntest? 4. Bist Du womöglich schon geschützt? 5. Was bedeutet es, dass der Impfstoff noch gar nicht regulär zugelassen ist? 6. Was weiß man bisher darüber, wie wirksam er tatsächlich ist? Wie groß ist die Gefahr, dass sich ein Geimpfter trotzdem infiziert, andere ansteckt, schwer an Covid-19 erkrankt, daran stirbt? 7. Welcher Art ist der Impfstoff? Was ist alles drin im Serum? 8. Wie lange hält der Impfschutz an? 9. Wie häufig, wie schwer sind Nebenwirkungen? 10. Und nicht zuletzt: Wie vertrauenswürdig sind die Hersteller, auf deren Daten sich Zulassungsbehörden, Regierungen und Medien verlassen? Liebste Ex-Freundin, ich bezweifle, dass Du auch nur in einem einzigen Punkt wahrheitsgemäß und umfassend aufgeklärt worden bist, ehe Du Dir die Spritze in den Arm stecken ließt. Oder meinst Du, eine solche Aufklärung sei überflüssig gewesen, weil Du die richtigen Antworten eh schon kennst? Aber woher? Ich bezweifle nicht, dass Du Dich über Corona von Anfang eingehend informiert hast, im Fernsehen, in der Presse, im Internet. Und aus alledem, was Du dort fandest, hast Du völlig logische Schlüsse gezogen. Bloß eines hast Du dabei nicht bedacht: Deine Wissensquellen könnten vergiftet sein. Du vertraust ihnen, zumal sie einander gegenseitig bestätigen: der Sprecher der Nachrichtensendung, der Chefredakteur der Tageszeitung, die geladenen Gäste der TV-Talkshow, Dein bevorzugtes Online-Newsportal. Du rechnest nicht damit, dass sie Dir womöglich systematisch vorenthalten, was Du wissen müsstest, um wirklich informiert urteilen und entscheiden zu können. Aus der Geschichte wissen wir beide: Mit Massenpropaganda und Zensur ein ganzes Volk zu täuschen, ist möglich – einschließlich Journalisten, Abgeordneten, Richtern, Behördenleitern, Polizisten, Lehrern, Arbeitgebern. Dass sich diese Geschichte gerade jetzt wiederholen könnte, scheint Dir jedoch unvorstellbar. Mir nicht. Jede Krise hat Gewinner, das war immer schon so, selbst in Weltkriegen. An einer Pandemie lassen sich Hunderte Milliarden Euro verdienen. Es gibt Manager und Investoren, die dafür über Leichen gehen. Eine Pandemie eröffnet großartige Chancen für mehr soziale Kontrolle – totalitäre Regimes ergreifen sie, andere sind in Versuchung, sich solchen anzunähern. Umzudenken begann ich, sobald ich anfing, aus Informationsquellen zu schöpfen, die mir Mainstream-Medien vorenthalten. Worauf ich dabei gestoßen bin, stelle ich Dir gerne in einem längeren Brief zusammen – vorausgesetzt, unsere Beziehung ist Dir noch so viel wert, dass Du Dir die Zeit dafür nehmen magst. Gib mir bitte kurz Bescheid. Ich grüße Dich, ebenso herzlich wie weiterhin maskenfrei, ungeimpft und voller Hoffnung auf mehr warmes Licht in dieser finsteren Zeit, die mich frieren lässt. Dich etwa nicht?“ Anmerkung der Redaktion: Wird die Ex-Freundin das Angebot der Impfskeptikerin annehmen? Welche Argumente wird die vermeintliche Covidiotin dann vortragen? Falls sich der Briefwechsel fortsetzt, wird KLARTEXT ihn umgehend veröffentlichen. (Harald Wiesendanger)

  • Die Pandemie verblödet Babies

    Eine neue US-Studie schlägt Alarm: Kinder, die während der Coronakrise zur Welt gekommen sind, weisen einen erheblich niedrigeren Intelligenzquotienten auf als früher Geborene. Wütet das Wuhan-Virus etwa auch in den Gehirnen unserer Jüngsten? Die Forscher verweisen auf ein Bündel von schädlichen Faktoren, die hyperaktiver Infektionsschutz heraufbeschworen hat. Ein Psychologenteam der Brown University in Providence unter Leitung von Sean Deoni, einem außerordentlichen Professor für Pädiatrie untersuchte die kognitiven Leistungen von 672 Kindern, die auf Rhode Island geboren worden waren, dem kleinsten Bundesstaat der USA, an deren nördlicher Atlantikküste gelegen. 188 von ihnen waren nach Juli 2020 zur Welt gekommen, 308 vor Januar 2019, 176 zwischen Januar 2019 und März 2020. Alle waren gesund, frei von Behinderungen. Im Jahrzehnt vor 2020 lag der mittlere IQ-Wert, den Kinder zwischen drei Monaten und drei Jahren in standardisierten Tests von sprachlichen, nonverbalen und anderen geistigen Fähigkeiten erzielten, bei rund 100. Dem entsprachen die IQs der „vorpandemischen“ Babies, welche die vorerst als Preprint veröffentlichte Studie einbezog: Die gemessenen Werte bewegten sich zwischen 98,5 und 107,3. Die „Corona-Kinder“ hingegen erreichten einen weitaus niedrigeren mittleren Score: Ihr IQ fiel um 27 bis 37 Punkte ab. Diese Abweichung „ist keineswegs unscheinbar“, erklärt Deoni. „So etwas gibt es normalerweise nicht, außerhalb der wichtigsten kognitiven Störungen.“ „Das Gehirn von Säuglingen“, so führen die Autoren der Studie aus, "wird mit einer immensen Fähigkeit geboren, zu lernen, sich umzustrukturieren und anzupassen. Dabei ist es allerdings hochempfindlich und anfällig für Vernachlässigung und Umweltbelastungen, die teilweise schon vor der Geburt beginnen.“ Hat das Virus womöglich im Gehirn der Kleinen gewütet? Diese Spekulation weisen die Studienautoren zurück: „Weder die eingeschlossenen Schwangeren noch ihre Kinder wiesen Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion auf, keine hatten einen positiven Antikörper- oder RT-PCR-Test. Auch berichteten die Familien, sie seien zu Hause geblieben, hätten sich ständig maskiert und sozial distanziert. Das deutet darauf hin, dass die beobachteten Effekte eher auf die Umwelt als auf mögliche direkte Auswirkungen der Infektion zurückzuführen sind.“ Wie die deutsche „Research-Gap“-Studie bereits im Juli 2020 feststellte, hatte die Einführung der Maskenpflicht „schwerwiegende psychische Folgen“. Dieser Befund betraf alle Generationen – wie folgenschwer war der evidenzferne, politisch motivierte Mummenschwanz da erst für Säuglinge und Kleinkinder? Besonders belastend dürfte sich auf die Corona-Kinder ausgewirkt haben, dass sie in Lockdowns viel Zeit drinnen mit gestressten, überforderten, zermürbten Eltern verbringen mussten. Weitgehend abgeschnitten von üblichen Sozialkontakten, in erhöhter Isolation fehlten wesentliche Anregungen für kognitive Fortschritte. Unzufriedene, gereizte Mütter und Väter bieten zudem weniger Aufmerksamkeit und liebevolle, intensive Zuwendung. „Die Interaktion, die das Kind normalerweise erhalten würde, ist erheblich zurückgegangen“, konstatiert Deoni. Es habe an positiver Stimulation gemangelt. Trägt eine Mutter andauernd Maske, so nimmt sie weniger Sauerstoff auf, dafür betreibt sie Selbstbegasung mit rückgeatmetem Kohlendioxid (1). Je nach Maskentyp atmet sie zusätzlich ein: Polypropylen, Klebstoffe, Bindemittel, UV-Stabilisatoren, flüchtige organische Kohlenwasserstoffe, Formaldehyd, Anilin, künstliche Duftstoffe, Kobalt, Mikrofaserpartikel, im feuchtwarmen Milieu der Maske ausgebrüteten Keime. Ist auszuschließen, dass all dies ihrem Nachwuchs vorgeburtlich geschadet haben könnte? Man mag sich gar nicht ausmalen, welch ausgeprägte Intelligenzminderung in der Rhode-Island-Studie zum Vorschein gekommen wäre, wenn sich Extremisten des „Zero-Covid“-Lagers durchgesetzt hätten: Um Infektionsraten auf Null zu drücken, empfahlen manche sogenannte Experten allen Ernstes nachdrücklich, schon Säuglinge und Kleinkinder zu maskieren – eine Altersgruppe, deren statistisches Corona-Risiko ohne bereits bestehende schwere Vorerkrankungen im Nano-Bereich verschwindet. Wie eine im Juli veröffentlichte umfassende Datenanalyse aus Großbritannien belegt, liegt dort die Todesrate unter gesunden Kindern bei 2 zu einer Million, umgerechnet 0,0002 %. Im ersten Jahr der Pandemie trugen 12,023 Millionen Minderjährige zur britischen Todesstatistik ganze 25 Fälle bei; bei 19 lagen „chronische Komorbiditäten“ und/oder „lebensbegrenzende“ medizinische Umstände vor. "Ich wusste zwar, dass die Chancen mikroskopisch klein sind, aber nicht, dass sie derart mikroskopisch sind", kommentiert ein Journalist des Online-Magazins UndercoverDC. "Würde die Sterblichkeitsrate mit drei Stellen hinter dem Komma ausgedrückt statt mit vier, so beträgt sie 0,000.“ Die Infection Fatality Rate (IFR) unter britischen Minderjährigen beträgt 0,005 %. Nur 5 von 100.000 starben „an oder mit“ SARS-CoV-2, 62 waren es zwischen März 2020 und Februar 2021 - darunter gerade mal zwei, die jünger als fünf Jahre alt waren. In den ersten Lebensmonaten spielt die Interaktion mit der Mutter eine entwicklungspsychologische Schlüsselrolle: Nichts beobachtet ein Neugeborenes aufmerksamer als ihr Antlitz, schon im dritten Monat reagiert es darauf mit Antwortlächeln. Verhüllt die primäre Bezugsperson ihr Gesicht, so verschwindet die Mimik weitgehend – der Ausdruck von Freude, Überraschung, Sorge, Erschrecken und Dutzenden weiterer Empfindungen und Emotionen, die ein Kind an subtilsten Bewegungen der 41 Gesichtsmuskeln ablesen lernt. Ein Lappen über der unteren Gesichtshälfte „eliminiert nonverbale Hinweise, dämpft Äußerungen“, so Deoni, und sabotiert das wechselseitige Kommunizieren. Für die sprachliche Entwicklung eines Babies enorm wichtig sind Wahrnehmungen, wie Mundbewegungen mit Lauten zusammenspielen. Am stärksten von IQ-Verlust betroffen waren Kinder aus unteren Sozialschichten. Häufig verschärften hier beengtere Wohnverhältnisse, vorübergehende Arbeitslosigkeit und materielle Sorgen die familiäre Situation, an der das Baby in der Regel zwangsläufig mitlitt. Auch „waren Eltern mit geringeren sozioökonomischen Mitteln weniger in der Lage, sich eine Tagesbetreuung oder einen verlängerten Elternurlaub zu leisten.“ Die Studie schließt nicht aus, dass die festgestellten geistigen Rückstände nur vorübergehend und im Laufe der Zeit wieder aufzuholen sind, sobald die Gesellschaft zur Normalität zurückkehrt. (Ob und wann das geschehen wird, möchten die Wissenschaftler nicht voraussagen.) Je älter das Kind, und je länger das Notstandsregime andauert, desto schwieriger wird es allerdings, kognitive Defizite wettzumachen. Denn „die ersten Lebensjahre sind entscheidend“. Zyniker gewinnen dem erschütternden Befund freilich auch positive Aspekte ab: Je niedriger der IQ, desto eher kommt man mit Great Reset und neuer Normalität klar, so geben sie zu bedenken. Im übrigen bemängeln sie, dass die Studie die jüngste Intelligenzentwicklung von Erwachsenen sträflich ausgeklammert hat – die Ergebnisse von Meinungsumfragen zum Corona-Thema, wie auch das neuerdings bevorzugte Sozialverhalten, lassen seit Frühjahr 2020 durchaus das Schlimmste befürchten. (Harald Wiesendanger) Anmerkung (1) https://www.aerzteblatt.de/archiv/215610/Einfluss-gaengiger-Gesichtsmasken-auf-physiologische-Parameter-und-Belastungsempfinden-unter-arbeitstypischer-koerperlicher-Anstrengung#_blank; https://www.technocracy.news/blaylock-face-masks-pose-serious-risks-to-the-healthy/#_blank Titelfoto: Deepak Meena/Pixabay

  • Zerreißprobe - Streit um Impfpflicht spaltet die Vereinigten Staaten

    Blau gegen Rot: In den USA führen immer mehr demokratisch regierte Bundesstaaten eine Impfpflicht gegen Covid-19 ein, getreu der harten Linie von Präsident Joe Biden. Republikanische Gouverneure gehen mehrheitlich auf Konfrontationskurs: Um Grundrechte zu schützen, verzichten sie auf den panischen Einsatz von noch nicht einmal zugelassenen Vakzinen gegen eine Bedrohung, deren Ausmaß sie bezweifeln. Ungeimpfte zu diskriminieren, stellen manche sogar unter Strafe. In diesem Konflikt könnte sich nichts Geringeres entscheiden als die Zukunft der freien Welt. Wie wird der Oberste Gerichtshof urteilen? Wann tut er es endlich? Am 11. August wurde Kalifornien zum ersten US-Bundesstaat, der von allen Lehrern und sonstigen Schulangestellten, vom Kindergarten bis zur 12. Klasse, den Nachweis verlangt, dass sie gegen Covid-19 geimpft oder testnegativ sind. Wie es in einer Anordnung des kalifornischen Gesundheitsministeriums heißt, müssen die Schulen „den Impfstatus aller Beschäftigten überprüfen“ und „über ein Konzept verfügen, wie sie den verifizierten Impfstatus überwachen“. Lehrer, die sich nicht impfen lassen wollen, müssen sich wöchentlichen Tests unterziehen, selbst wenn sie bereits eine natürliche Immunität gegen das Virus besitzen. Das Ministerium beruft sich dabei auf die rasante Ausbreitung der Delta-Variante: Ungeimpfte, so erklärt es, würden „sich eher infizieren und das Virus verbreiten“. Dabei ignoriert Kalifornien den jüngsten Befund der CDC: Soeben räumte die US-Seuchenschutzbehörde eine Welle von „Impfdurchbrüchen“ unter geimpften Amerikanern ein, fand unter ihnen keine geringere Viruslast als unter Ungeimpften, hält sie folglich für nicht minder ansteckend. Deshalb empfiehlt sie neuerdings wieder Test- und Maskenpflicht auch für schon „Gepiekste“. Obendrein belegen offizielle Daten, dass Delta zwar ansteckender ist, aber keineswegs tödlicher – im Gegenteil. Hätten die Panikmacher recht, so müssten seit Frühsommer Covid-Kranke zuhauf die Intensivstationen füllen - seither herrscht die Delta-Variante nämlich auch in Nordamerika zu über 80 % vor, wie in Deutschland und anderswo in Westeuropa; in den USA waren es Anfang August schon sage und schreibe 93 %. Doch selten stand es um die Volksgesundheit besser als derzeit, jenseits des Großen Teichs wie diesseits. Außerdem behauptet die kalifornische Gesundheitsbehörde, eine Massenimpfung werde einen „Rundum-Schutz für ungeimpfte Schüler“ schaffen. Gouverneur Gavin Newsom sieht darin „einen nachhaltigen Weg, um unsere Schulen offenzuhalten“. Damit setzt er sich über mehrere Studien hinweg, denen zufolge testpositive Kinder fast immer symptomfrei bleiben oder nur leichte Beschwerden aufweisen – die saisonale Grippe ist für Minderjährige weitaus gefährlicher. Ebenfalls am 11. August führte der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, eine Impfpflicht ein. Sie sieht vor, dass Staatsbedienstete von der zweiten Septemberwoche an eine Covid-Impfung oder einmal pro Woche einen negativen Test nachweisen müssen. Eine ähnliche Vorschrift hatte Kalifornien bereits im Juli eingeführt. Seit dem 10. August gelten in Rhode Island und Pennsylvania Impfvorschriften für Beschäftigte des staatlichen Gesundheitswesens. Die Gouverneurin von Oregon, Kate Brown, hat soeben für Herbst eine Impfpflicht für Angestellte angekündigt, wie auch das Landesoberhaupt von Maine, Janet Mills. „Mit diesem Schritt wird Maine zu einem der aggressivsten Staaten der Nation, wenn es darum geht, Impfungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen vorzuschreiben", verlautbarte Mills in einer Presseerklärung. Wie sie am 12. August in einer Pressekonferenz betonte, würden „für medizinische Fachkräfte, einschließlich Zahnärzten und Sanitätern, die sich der Pflichtimpfung mit dem experimentellen Covid-19-Impfstoff in Maine entziehen wollen, nicht viele Anlaufstellen übrigbleiben. (…) Ehrlich gesagt, wenn jeder dies tut und wir von allen Lizenzen verlangen, wird es nicht viele Möglichkeiten geben zu gehen. Die Leute werden ihren Job nicht mehr so leicht aufgeben und einen anderen annehmen können.“ Am 16. August folgte Delaware: Gouverneur John Carney (D) erließ nicht nur eine Impf- oder Testvorschrift für Staatsbedienstete und Mitarbeiter des Gesundheitswesens - er forderte die Unternehmen nachdrücklich dazu auf, dem Beispiel zu folgen. Bereits im Juli führten Connecticut, Hawaii, Illinois, Maryland, Massachusetts, New Mexico, New Jersey, New York, North Carolina und Virginia irgendeine Art von Covid-Impfpflicht ein. Zahlreiche Städte in den USA - darunter New York City, Los Angeles, Philadelphia und San Francisco - haben sogar noch restriktivere Maßnahmen erlassen. Vorreiter war New York. Bereits im März führte der drittbevölkerungsreichste Bundesstaat der USA den „Excelsior Pass“ ein, gewissermaßen eine elektronische „Bordkarte“ zum Einchecken ins Alltagsleben. Mit ihm sollen Bürger ihren Impfstatus oder ein negatives Testergebnis per Smartphone-App oder Website schnell überprüfen und belegen können. Das von IBM entwickelte System durchforstet staatliche Impfregister, identifiziert die Akte einer Person und erzeugt dann einen scannbaren QR-Code. Unter den „blauen“ Bundesstaaten sperrt sich allein Pennsylvania noch gegen einen Covid-19-Impfpass. Kniefälle vor dem greisen Hygienediktator im Oval Office Die meisten Blues folgen damit der harten Linie jenes dauermaskierten 78-Jährigen, in dem sogenannte Covidioten den nach Bill Gates zweitmächtigsten Impffetischisten Amerikas sehen: Joe Biden. Geht es nach ihm und seinem pharmanahen Chef-Einflüsterer Anthony Fauci, so dürfen nur noch Geimpfte keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Kürzlich ordnete er an, dass sich Bundesbedienstete, aber auch Auftragnehmer impfen lassen oder sich wöchentlichen Tests und anderen Sicherheitsmaßnahmen unterziehen müssen. Seine jüngste Idee: Nur noch Covid-Geimpfte sollen die Grenzen von Bundesstaaten passieren dürfen – kontrolliert an Checkpoints auf Highways. Biden warte bloß noch auf die Gelegenheit, um "den richtigen Hebel zur richtigen Zeit zu ziehen", erklärt Ben Wakana, stellvertretender Direktor für strategische Kommunikation und Engagement der Covid-19-Reaktionseinheit des Weißen Hauses. "Das Ergebnis“, so kommentiert ABC News, „ist eine prekäre Gratwanderung, da Biden daran arbeitet, das Leben für Ungeimpfte unangenehmer zu machen, ohne eine Gegenreaktion in einem zutiefst polarisierten Land auszulösen, die seine Ziele im Bereich der öffentlichen Gesundheit nur untergraben würde.“ Dabei müsste Biden klar sein, dass er sich juristisch auf dünnem Eis bewegt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es auf US-Bundesebene keine Gesetze, die es der Regierung erlauben würden, ein Impfmandat für die allgemeine Bevölkerung zu erlassen – schon gar nicht mit experimentellen Vakzinen ohne reguläre Zulassung. Zu diesen Ausnahmen zählen die Forderung nach einem Impfnachweis für Einwanderer, die eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen, und die Impfpflicht für Militärangehörige. Indes führen Notstandsregimes von Berlin bis Paris, von Rom bis Madrid vor, wie leicht sich, an einer apathischen Justiz vorbei, Gesetzeslagen zurechtbiegen lassen. „Der Präsident, der einen Teleprompter benötigt, um daran erinnert zu werden, welcher Tag heute ist“, liefert sich mit europäischen Staatenlenkern wie Merkel und Macron einen Aktionismuswettbewerb um den freiwilligsten Impfzwang aller Zeiten. Das Bestreben des Weißen Hauses, die Ungeimpften weiter zu dämonisieren, wird vorerst noch gebremst durch die Befürchtung, eine verfassungswidrige Durchführungsverordnung zu unterzeichnen, die verlangt, dass jedermann eine als „Impfung“ getarnte gentechnische Umprogrammierung über sich ergehen lassen muss, die noch nicht einmal eine offizielle FDA-Zulassung erhalten hat. „Stattdessen fordert Biden Unternehmen auf, die Drecksarbeit für ihn zu erledigen und zu verlangen, dass sich alle Mitarbeiter impfen lassen“, konstatiert das Infoportal ZeroHedge. „Die meisten von ihnen kommen dieser Aufforderung bereits nach.“ Ad ultimo? „Schließlich sind wir erst bei der Delta-Variante - wenn wir bei Omega ankommen, wird die Fed jeden Tag ein paar hundert Billiarden drucken ...“ Retten Republikaner die Demokratie vor Demokraten? Je größere Mühe sich der „blaue“ Teil der amerikanischen Staatsführung gibt, der Vakzinindustrie PR- und Marketingdienste zu leisten, desto entschlossener kämpfen „rote“, republikanisch geführte US-Bundesstaaten dafür, die freiheitliche Demokratie vor den Demokraten zu retten. Unter den Reds schwenkte bisher bloß einer auf den rigiden Kurs des Weißen Hauses ein: In Vermont erließ Gouverneur Phil Scott eine Impfpflicht für Angestellte im öffentlichen Dienst. Fast alle übrigen „roten“ Gouverneure liegen hingegen auf Konfrontationskurs gegenüber immer neuen, noch verfassungsferneren Hygienediktaten aus dem Weißen Haus. Den Anfang machte Greg Abbott in Texas: Am 7. April erließ er eine Executive Order, die jede Regelung untersagt, welche von Texanern verlangen würde, einen Impfnachweis zu zeigen – sei es im öffentlichen Einrichtungen oder im privaten Sektor. „Staatliche Behörden und politische Untergliederungen dürfen keine Anordnungen, Verordnungen, Richtlinien, Vorschriften, Regeln oder ähnliche Maßnahmen erlassen oder durchsetzen, die von einer Person als Bedingung für die Inanspruchnahme einer Dienstleistung oder das Betreten eines Ortes, eine Dokumentation über den Impfstatus der Person für einen COVID-19-Impfstoff verlangen“, so heißt es in dem Erlass. Zudem verbietet Texas allen Unternehmen, die staatliche Mittel erhalten oder von Steuergeldern profitieren, auf einem Impfnachweis zu bestehen. Die Regierung dürfe nicht verlangen, dass Texaner ihre Impfung nachweisen müssten und damit private Gesundheitsinformationen offenbaren, „nur um durch ihr tägliches Leben zu gehen“, erklärte Abbott. „Wir werden weiterhin mehr Texaner impfen und die öffentliche Gesundheit schützen – jedoch ohne die persönlichen Freiheiten unserer Bürger zu beschneiden.“ Anfang Mai folgte Florida. Seither droht jedem Unternehmen oder jeder Schule dort eine Geldstrafe von 5.000 Dollar, wenn sie einen "Impfpass" oder sonstige Nachweise der Covid-19-Impfung verlangen. „Diese Pässe sind eine sehr, sehr schlechte Idee“, erklärte Gouverneur Ron DeSantis. „Wenn Sie in ein Kino oder ein Konzert gehen wollen, gehen Sie. Wenn Sie nicht wollen, dann nicht. Aber von jemandem zu verlangen, dass er eine Art von Impfnachweis vorlegt, ist völlig inakzeptabel. Das ist nichts, was wir hier in irgendeiner Weise unterstützen werden.“ Das sei „völlig vom Tisch. Wenn Unternehmen das in Florida machen wollen“ – sei es in Läden oder Restaurants, bei Veranstaltungen, in Sportstätten oder kulturellen Einrichtungen -, „denke ich, dass das mehr ist als nur eine private Entscheidung. Es hat Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, (…) die wirklich negativ wären.“ Nicht einmal für Klinikpersonal will DeSantis eine dirigistische Ausnahme machen. (1) Ehe DeSantis bereits im Sommer 2020 so gut wie alle Corona-Maßnahmen aufhob, hatte er sich von Spitzenwissenschaftlern wie Nobelpreisträger Michael Levitt und den Professoren Jay Battacharya und Michael Kulldorff beraten lassen; Lauterbachs zählten nicht dazu. In Alabama unterzeichnete die republikanische Gouverneurin Kay Ivey am 24. Mai 2021 ein Gesetz, das Behörden daran hindert, Dokumente zur Überprüfung des Impfstatus auszustellen. Darüber hinaus stellt es sicher, dass Ungeimpften nicht der Zutritt zu Unternehmen, Universitäten, Schulen und staatlichen Einrichtungen verweigert wird. Wie einer der engagiertesten Unterstützer dieses Erlasses, der republikanische Senator Arthur Orr, erklärte, seien ihm Berichte über Geschäfte zu Ohren gekommen, die ungeimpfte Kunden ablehnten, die nicht geimpft worden waren. Eine solche „Politik der Diskriminierung“ fortzusetzen, würde "uns in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft verwandeln“. (2) Inzwischen befreiten sich rund 20 republikanisch geführte US-Bundesstaaten aus der Corona-Impfzwangsjacke. Seither sind Covid-Impfpässe und Pflichtimpfungen per Erlass oder Gesetz unter anderem verboten in Wyoming, South Carolina, Montana, South Dakota, North Dakota, Arizona, Idaho, Arkansas, Utah, Iowa, Indiana, Nebraska und Tennessee. Wo bleibt Justitia? Weshalb der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, der Supreme Court, die unverhältnismäßigen Grundrechtseingriffe hyperaktiver Seuchenschützer nicht schon längst gestoppt hat, ist ebenso rätselhaft wie der skandalöse Dauerschlaf von Karlsruher Bundesverfassungsrichtern. Baldiger Demokratieschutz ist auch von dieser Seite nicht zu erwarten, im Gegenteil: Mitte August sprach der Supreme Court acht Studenten der Indiana University das Recht ab, sich der Impfaufforderung ihrer Universität zu widersetzen. Wer nicht mitmacht, darf exmatrikuliert werden – es sei denn, er kann triftige medizinische oder religiöse Weigerungsgründe geltend machen. (3) Die Vorinstanzen hatten diese Vorschrift auf der Grundlage eines Gerichtsurteils aus dem Jahr 1905 bestätigt, das eine Pockenimpfpflicht für zulässig erklärte. Die Corona-Pandemie 2020 ff., mit ihrem eher grippeartigen Schadenspotential, an der damaligen Gefahrenlage zu messen, will sich der Supreme Court offenbar bis auf weiteres ersparen – um „der kontroversen nationalen Diskussion über Impfstoffe zu entgehen“, wie Noah Feldman vermutet, Juraprofessor an der Universität Harvard. Für solch träges, geradezu feiges Lavieren fallen Kritikern bloß drei mögliche Gründe ein: Entweder stehen auch Richter unter gewaltigem Druck von Regierungen und Behörden, lassen sich von Lobbyisten korrumpieren – oder gucken in ihrer Freizeit zuviel Mainstream-TV. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.clickorlando.com/news/2021/08/05/gov-ron-desantis-objects-to-vaccine-mandates-at-florida-hospitals/; https://news.wjct.org/post/gov-desantis-objects-hospital-vaccine-mandates-plans-fight-counties-masks (2) https://edition.cnn.com/2021/05/24/politics/vaccine-passports-alabama-kay-ivey/index.html; https://www.rt.com/usa/524724-alabama-covid-passport-ban/ (3) https://www.reuters.com/world/us/supreme-courts-barrett-rejects-indiana-university-students-vaccine-mandate-2021-08-12/; https://apnews.com/article/health-courts-coronavirus-pandemic-us-supreme-court-c10f02b467c86e2b61c6743aedd4fc69

  • Der beste Seuchenschutz: gute Gesundheitserziehung

    Wie konnte sich ein Großteil der Bevölkerung weismachen lassen, sie sei einem „Killerkeim“ aus Wuhan „schutzlos ausgeliefert“, erst und allein eine Impfung könne sie retten? Die wahren Covidioten sind jene, die solchen wissenschaftsfernen Unfug für bare Münze nehmen. Ihre Panik, ihre Gefügigkeit, ihre Verführbarkeit beweist, wie jämmerlich ihre Gesundheitserziehung versagt hat, wie dringend nötig sie eine bessere hätten. Wer weiß, dass es so etwas wie ein Immunsystem gibt; dass auch er über eines verfügt; wie es mit Erregern aller Art fertig wird, auf eine in Jahrmillionen entwickelte und bewährte Weise; wie man es stärken kann – der lässt sich nicht länger bange machen, einsperren, eine Maske umschnallen, Grundrechte vorenthalten, zum Versuchskaninchen machen. Die Coronoia unserer Zeit verweist auf ein bildungspolitisches Versagen ohnegleichen. Wer hat es zu verantworten, wem nützt es, wie ist es zu beheben? Von tausend Menschen, die sich mit dem sogenannten „Killerkeim“ aus Wuhan ansteckten, überlebten in den meisten Ländern 995 bis 999 – schon vor einer Impfung. Die „Letalität“ von Covid-19, also der Anteil der Verstorbenen an allen Infizierten, liegt im weltweiten Durchschnitt bei 0,1 % bis 0,5 % - und damit im Bereich der mittelstarken Grippe-Pandemien von 1936 und 1957. (1) Für 35- bis 44-Jährige liegt sie bei 0,068 %, für alle noch Jüngeren bei 0,004 %. (2) Selbst im als „Corona-Hölle“ gehypten Indien starben, einer neuen Antikörperstudie zufolge, lediglich 0,058 % aller SARS-CoV-2-Träger. Den Länderrekord hält Japan, mit einer Rate von sechs Toten unter einer Million (!) Infizierten (3) – so wenige wie unter Schweizer Teenagern. Wie sind solche Infection Fatality Rates (IFR) möglich, wo wir der Corona-Seuche doch angeblich „schutzlos ausgeliefert“ waren, ehe uns Big Pharma neuartige Vakzine bescherte? Im globalen Schnitt erkranken höchstens 5 von 1000 an Covid-19, weil die übrigen 995 zuvor nicht krank genug sind. Ihr Immunsystem funktioniert, es gelingt ihm, den Erreger unschädlich zu machen. Ist es geschwächt, lässt es sich stärken – nichtpharmazeutisch, auf natürliche Weise. Das gilt auch für vielzitierte „Risikogruppen“: die Alten, die Übergewichtigen, die Immunschwachen, die Diabetiker, Hypertoniker, Atemwegserkrankten und sonstigen Chroniker. Selbst unter ihnen überleben die meisten eine Ansteckung; noch mehr täten es, wenn sie endlich erfahren dürften, was sie selbst dafür tun könnten. Die anhaltende Massenpanik, das blinde Vertrauen in lügende Politiker, Experten und Medien, die willige Unterwerfung unter die Hygienediktatur, die bedingungslose Bereitschaft, sich zum Versuchskaninchen im größten, riskantesten medizinischen Experiment der Geschichte zu machen: letztlich sind all dies Symptome eines Bildungsnotstands ohnegleichen. Sie verraten einen Mangel an Gesundheitsunterricht, vor allem über die Bedeutung einer vollwertigen Ernährung und reichlich Bewegung. Ein Staat, dem an der Volksgesundheit liegt, versetzt seine Bürger in die Lage, für ihre Gesundheit möglichst selber zu sorgen, eigenverantwortlich und aufgeklärt. Das Trauerspiel um Ernährungskunde Ein Schulfach „Ernährung“ sei „nicht nötig“, so befanden der Bankkaufmann Jens Spahn und seine Kabinettskollegin, die ehemalige Weinkönigin und Religionslehrerin Julia Klöckner, schon im November 2018 in einer gemeinsamen Erklärung. (4) Das ist, zurückhaltend bewertet: sch…ade. Mit Hilfe zur gesundheitlichen Selbsthilfe kann ein wahrhaft fürsorglicher Staat eigentlich gar nicht früh genug beginnen. Denn die Weichen für Verhaltensmuster, die chronische Erkrankungen fördern oder vermeiden helfen, werden in der frühen Kindheit gestellt: auch, aber nicht nur durch falsche Ernährung. Deshalb muss Gesundheitserziehung schon in Kitas und Kindergärten stattfinden, spätestens aber von der ersten Schulklasse an – nicht am Rande, sondern als Hauptfach. Am besten, sie verwandelt fächerübergreifend jede Bildungsanstalt von Grund auf. Ein neuer Geist tut not. Wem die Dringlichkeit nicht einleuchtet, der sollte sich während Großer Pausen auf Deutschlands Schulhöfen umschauen. Schon jedes fünfte Kind ist offensichtlich übergewichtig, fast jedes Zehnte hat die Grenze zur Adipositas überschritten. Jedes sechste Kind und jeder vierte Jugendliche weist bereits eine chronische Grunderkrankung auf, die länger als ein Jahr dauert. (5) Unter Medizinern ist der Radiologe Prof. Dietrich Grönemeyer, älterer Bruder des Sängerstars Herbert, der bekannteste Fürsprecher eines „Verstehens des eigenen Körpers von der Kindheit an“. Mit einer 2007 gegründeten Stiftung, die seinen Namen trägt, setzt er sich vehement für Gesundheitsunterricht in den Schulen ein – „denn bei den Erwachsenen ist es meistens zu spät“. (6) Eine frühzeitige gesundheitliche Aufklärung, so glaubt er felsenfest, könne das Gesundheitssystem finanziell entlasten und Volkskrankheiten eindämmen. Neu sind solche Forderungen beileibe nicht. Leser des Pädagogischen Beobachters, des Zürcher „Wochenblatts für Erziehung und Unterricht“, fanden schon in der Ausgabe vom 19. Februar 1876 ein Plädoyer für die „Aufnahme der Gesundheitslehre als selbstständiges Fach“. Dies dürfe nicht „als ungebührliche Einmischung der Ärzte in das Gebiet der Pädagogik“ missverstanden werden. Vielmehr diene es dem „Kampf gegen tiefwurzelnde Schäden und eingerostete Vorurtheile“. (7) Doch seit eh und je verhindern politisch Verantwortliche, dass der plausiblen Idee endlich entschlossene Taten folgen. Ihre Blockadehaltung rechtfertigen sie mit den immergleichen sechs Argumenten, eines dürftiger als das andere. Sechs klägliche Ausflüchte Wo kämen wir denn hin, so fragen Skeptiker, wenn alle neuen Fächer, die irgendwem irgendwie sinnvoll erscheinen, Einzug in die Schule halten würden? Nicht einmal 48-Stunden-Tage würden ausreichen. Ein Fach „Alltagswissen“ könnte Kindern klarmachen, wie man ein Bankkonto eröffnet, seine Steuererklärung erstellt, eine Versicherung und einen Mietvertrag abschließt, den Rechtsweg beschreitet. Unterricht in „Benehmen“ wünschen sich 75 Prozent der Deutschen, jeder Zweite ein Pflichtfach „Wirtschaft“. „Viele Fächer resultieren aus dem Partikularinteresse von Verbänden oder Institutionen“, gibt Die Zeit zu bedenken. „Der Verbraucherverband Bundeszentrale hält natürlich Verbraucherbildung für ziemlich brauchbar. Das Rote Kreuz meint, Erste Hilfe solle gelehrt werden. Der Plattdeutschverein setzt sich natürlich für Plattdeutsch ein, und der Verein ‚Optimisten für Deutschland‘ hält das Unterrichten in Glück für unabdingbar.“(8) Die dürftige Logik dieses Arguments teilen Leute, die grundsätzlich nicht spenden: „Ich kann nicht jedem helfen – also helfe ich keinem.“ Auch wenn ich nicht jede Not lindern kann: Sollte ich nicht zumindest die folgenschwerste angehen? In Umfragen nimmt Gesundheit unter den wichtigsten Werten den Spitzenplatz ein, noch vor Familie und Erfolg. Darf, muss sich diese Gewichtung nicht gerade im Kultusbereich vehement niederschlagen? Gesundheitserziehung sei Sache des Elternhauses, so heißt es – ebenso wie die Erziehung zur Körperhygiene, zu selbstständigem Anziehen, zur Aggressionskontrolle, zu grundlegenden sozialen Fähigkeiten wie Umgangsformen und Empathie. Nun auch noch diese Aufgaben übernehmen zu müssen, überfordere die Schule. Sie „kann nicht reparieren, was zuvor schon kaputt gemacht worden ist", wie ein Sprecher des sächsischen Kultusministeriums erklärte. (9) Genauso sehen das Lehrerverbände: „Wir sind es leid, für alle Defizite der Familie geradezustehen - gleiches gilt für die Jugendgewalt. Gesunde Ernährung bleibt der Job des Elternhauses.“ (10) Die Schule sei „kein Reparaturbetrieb für gesellschaftliche Fehlentwicklungen“. (11) Fakt ist: Daheim findet Gesundheitserziehung immer seltener statt. Kinder lernen am Modell. Welche Vorbilder bieten Eltern, bei denen regelmäßig Fast Food und Softdrinks, Tiefkühl- und Fertigprodukte auf den Tisch kommen, allabendlich vor dem Fernseher Nasch- und Knabberzeug bereitliegen? Die Emanzipationsbewegung hat der Frau Selbstverwirklichung im Beruf ermöglicht – und Haushalten die Person genommen, die fürs sorgfältige Planen von Mahlzeiten, fürs gewissenhafte Einkaufen, fürs frische Zubereiten zuständig war. In immer weniger Familien wird gekocht – kaum jemand hat noch Zeit dafür oder nimmt sie sich, kaum einer kann es noch wie einst die Oma; immer mehr Erwachsene weisen erschütternde Wissenslücken auf, was Zubereitung, Herkunft und Vielfalt von Lebensmitteln betrifft. Den modernen Haushalt kennzeichnen Mikrowelle und Tiefkühltruhe, industrielle Fertiggerichte, flinke Lieferservices und hastiges Eating on the Run. Mit ihrer Ess- und Kochkultur verlieren nachfolgende Generationen die Fähigkeit, sich selbstbestimmt und ausgewogen zu ernähren. Wer allen Ernstes meint, das Zuhause sei weiterhin der richtige Ort für Gesundheitserziehung, hat anscheinend noch nie beachtet, womit eilige Mütter und Väter im Supermarkt ihre Einkaufswagen füllen – und was bei Deutschlands Mahlzeiten überwiegend auf den Tisch kommt. Gesundheitsunterricht finde doch längst statt, in genügendem Maße, so bekommen wir ferner zu hören. Dies geschehe in Fächern wie Biologie und Chemie, Hauswirtschaft, Heimat- und Sachkunde. Dass Informationen zur Ernährung insofern „allgemein in den Schulalltag integriert“ werden, sei völlig ausreichend, so befanden Jens Spahn und Julia Klöckner. (12) Demnach verweilen 64 Prozent der Schüler im Dauerschlaf: So viele haben nach eigenen Angaben im Unterricht selten oder nie etwas darüber erfahren, wie man sich vernünftig ernährt. (13) Was sie an „integrierter Information“ zu hören bekommen, ist in der Regel theoretischer Stoff, der sie weder berührt noch anregt, schon gar nicht eingefleischte Gewohnheiten verändert. Für ein gesondertes Unterrichtsfach Gesundheit sei in den ohnehin überfrachteten Stundenplänen unserer Schulen schlicht kein Platz mehr, erklären Blockierer. "Man verfügt zurzeit ohnehin über zu wenig Unterrichtszeit, die Kinder Deutsch, Englisch oder Mathematik zu lehren", stellt der Präsident des Deutschen Lehrerverbands klar. (14) Von der Fülle an Lernstoff seien unsere Kinder schon jetzt überfordert. Wo kein Platz ist, muss halt einer geschaffen werden – notfalls auf Kosten anderer Fächer. Lehrpläne entrümpeln, von einem jahrhundertealten, überholten Fächerkanon Abschied nehmen, heilige Kultuskühe schlachten: all das ist überfällig. Jenes Leben, auf das die Schule vorbereiten soll, muss zuallererst ein gesundes sein. Ist Wissen, wie das geht, etwa unbedeutender als die metergenaue Höhe des Mount Everest, die exakten Daten von Kaiserkrönungen, die kovalente Zweielektronen-Bindung, die Serienformel des Wasserstoffspektrums, Arkuskosinusfunktionen und partielle Integration? Welcher Stoff könnte während der mindestens 12.000 Stunden, die Kinder in der Schule verbringen, lebenswichtiger sein? Gesundheitsunterricht sei zu teuer, heißt es. Allein auf das Land Niedersachsen würden bei zwei Wochenstunden Gesundheit 200 Millionen Euro pro Jahr zukommen, wie Ministerialbeamte dort ermittelt haben wollen. (15) Aber fürs „digitale Klassenzimmer“ stehen andererseits ohne weiteres mehrere Milliarden zur Verfügung? Gesundheitsunterricht bringe nichts, so wird behauptet: Das gehe zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Für abstrakte Wissensvermittlung gilt das sicherlich. Aber es geht auch anders: anschaulich, praktisch, unterhaltsam, spannend, interaktiv. Schule neu denken und gestalten Neun von zehn Deutschen wünschen sich in Umfragen endlich ein Schulfach „Gesunde Ernährung“. (16) Das allein wäre freilich zuwenig. Klar ist: Es darf nicht bloß darum gehen, ein weiteres Fach zu installieren. Eine solche Neuerung würde „von untätigen Politikern, einer trägen Verwaltung oder desinteressierten Lehrern bloß als Alibi missbraucht“, schwant dem freien Bildungsreferenten Siegfried Seeger. „Wer auf diese Weise sein Gewissen erleichtern möchte, schadet unseren Kindern.“ (17) Schützenhilfe erhält Seeger durch die Studie „primakids“, welche die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften und die Techniker Krankenkasse schon im Jahr 2004 an über 500 Erst- bis Viertklässlern an 14 Grundschulen durchführten: Übergewichtige Kinder nahmen durch ein Schulfach Gesundheit keineswegs ab; die Pfunde purzelten lediglich, wenn die gesamte Schule auf Gesundheit eingestellt war – und das private Umfeld mitmachte. (18) Ziel muss nichts Geringeres als ein Gesamtkunstwerk sein, nämlich die gesunde Schule: ein heilsamer Ort, an dem alles, was unsere Kinder erfahren und tun, ihrem körperlichen und psychischen Wohlergehen dient, dem gegenwärtigen wie ihrem künftigen. Über Wissensvermittlung hinaus gehört dazu reichlich körperliche Aktivität, die Spaß macht; schadstofffreie Architektur, ergonomisches Mobiliar, saubere Toiletten; gute Raumluft, viel natürliches Licht, frohe Farben; Schutz vor Elektrosmog; eine Lernatmosphäre, die der Seele gut tut, neugierig macht, Kreativität viel Raum gibt, Selbstständigkeit, bewussten Konsum und kritisches Denken fördert; ein harmonisches Miteinander, das behutsame Mediation von Konflikten vorsieht, Minderheiten schützt und Mobbing im Keim erstickt. Erst in einer solchen Umgebung entwickeln sich Einstellungen und Gewohnheiten, die auch außerhalb des Schulgeländes, und auch noch lange nach Schulabschluss, Gesundheitsverhalten dauerhaft prägen können. Eine solche Schule beschränkt das Thema Ernährung nicht auf ein paar zusätzliche Lehrbuchseiten, Arbeitsblätter und Vorträge von Lehrerseite. Mehr Wissen genügt bei weitem nicht – es geht um Können und Tun. Die fundierteste Ernährungslehre verpufft ohne vorbildliche Praxis, und die muss sich zuallererst daran bewähren, was auf den Teller kommt. Immer mehr Ganztagesschulen richten Mensen ein. Über drei Millionen Kinder in Deutschland haben einen Rechtsanspruch darauf, dort verpflegt zu werden. Wie das geschieht, hat entscheidenden Einfluss auf ihre körperliche Verfassung, ihr Wohlbefinden, ihre Konzentration und Leistungsfähigkeit, wie auch auf ihre Ess- und Trinkgewohnheiten außerhalb der Schule. Also sind zuallererst Prioritäten zu klären. Sollen Kinder möglichst billig satt werden? Dann setzt man weiterhin auf die normierte Kost von Großküchen, die fantasielos eintönige Speisepläne, lange Transportwege, stundenlang warmgehaltenes, minderwertiges, zu fettes Essen und geschmacksverstärkte Pampe bieten, vom totgekochten Gemüseallerlei über aufgeweichte Nudeln und halbzerfallene Salzkartoffeln bis hin zu ledrigem Schweineschnitzel mit verbrannter Panade unter Fertigsoße. Davor flüchten Schüler, deren Taschengeld reicht, lieber zur Frittenbude um die Ecke, es sei denn, die Schulmensa bietet ausnahmsweise ein Junkfood-Highlight wie Currywurst mit Pommes und Ketchup. Es fehlen Gemüse, Salat, Obst. Qualität und Vielfalt bleiben auf der Strecke. Um eine wirksame, nachhaltige Ernährungswende hinzukriegen, müssen Schulen bestehende Caterer-Verträge nachverhandeln oder kündigen, Lieferverträge mit nahen Biobauern schließen. Sie müssen eigene Küchen einrichten oder reaktivieren, damit vor Ort frisch und vielfältig gekocht werden kann. Und sie sollten einen eigenen Garten anlegen, in dem Gesundes angebaut, gehegt und geerntet wird. Ganz wichtig: Die Schüler müssen einbezogen werden, unter Anleitung von Lehrkräften, Ehrenamtlichen und tatkräftiger Mithilfe von Eltern, die gerade Zeit haben. Kinder sollten Mitverantwortung übernehmen – sei es fürs Anpflanzen und Düngen, fürs Schälen und Schneiden, fürs Anrühren oder fürs Würzen. Ernährungslehre kann alle Sinne ansprechen, neugierig machen, faszinieren. Gemeinsam einkaufen; der Produktion von Lebensmitteln, ihren Inhaltsstoffen, ihrer Verwertung im Körper auf den Grund gehen; Essen selber zubereiten, mit Küchengeräten umgehen; Leckeres sehen, riechen und schmecken: so etwas prägt die Essgewohnheiten von Kindern weitaus mehr als tausend Worte. Der pädagogischen Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Sie braucht nur Raum zur unbürokratischen Entfaltung. „Kinder essen alles, wenn man sie mitkochen lässt“, versichert die österreichische Fernsehköchin Sarah Wiener, die 2007 eine eigene Stiftung zur „Praktischen Ernährungsbildung für Kinder“ ins Leben gerufen hat. „Man kann die Kinder mit an den Herd holen. Damit sie die erste kulturelle Leistung der Menschheitsgeschichte erbringen: beurteilen zu können, was sie sich in den Mund stecken. Kinder, die Kocherfahrungen sammeln, Geschmäcker ausprobieren, mit Genuss essen lernen und miterleben, wie Lebensmittel in der Landwirtschaft erzeugt werden, ernähren sich gesünder und verhalten sich nachhaltiger gegenüber ihrer Umwelt.“ (19) Ihre Neugier und Freude zu wecken, ihren Geschmack zu trainieren, erfordert freilich Zeit und Geduld. Andernfalls hat der schonend gedünstete Kabeljau keine Chance gegen Käpt´n Iglos Fischstäbchen. Und bloß gesund ist nicht genug: Eine Mahlzeit muss auch schmecken und lecker aussehen. Ebenso stimmen muss die Atmosphäre. Und es muss in die Tiefe gegangen werden. Ungesunde Ernährungsroutinen sind großteils Ergebnis einer zur kulturellen Selbstverständlichkeit gewordenen Massenmanipulation von Kindes- beinen an. Unsere Kleinen sind von überzuckerten, versalzten, zu fettigen, künstlich aromatisierten Nahrungsmitteln regelrecht abhängig geworden, weil ihr Geschmackssinn denaturiert wurde: Was weniger süß oder salzig, würzig, herzhaft schmeckt wie Pizza und Hamburger, Pasta und Pommes, hat bei ihnen kaum noch eine Chance. Solche Vorlieben aufzugeben, setzt voraus zu verstehen, dass sie industriell programmiert sind. „Wer eine natürliche Frucht gegenüber künstlichen Fruchtaromen für fade hält und dem Geschmack von Gemüse oder vegetarischem Essen überhaupt nichts abgewinnen kann, ist im Grunde ein Patient, dem geholfen werden muss“, meint der Hobbykoch Jürgen Dollase, Autor von kulinarischen Büchern und für das SZ-Magazin „der beste deutsche Gastronomiekritiker“. Darauf zu verzichten, das kulinarische Bewusstsein zu öffnen und zu erweitern, findet Dollase „schlicht verantwortungslos. Eine unzusammenhängende Beschäftigung mit dem Schulessen, die nicht berücksichtigt und thematisiert, was außerhalb der Schule passiert, ist Nonsens und wird nie mehr zustande bringen, als ein paar Bio-Beilagen neben die Hamburger oder Würstchen zu legen.“ (20) Manches erfordert erst noch eine verbesserte Aus- und Fortbildung von Lehrern und Erziehern, neue Unterrichtsmaterialien, überarbeitete Lehrpläne, geeignete Räumlichkeiten. Vieles ließe sich aber sofort umsetzen – zwei halbe Stunden Bewegung an jedem Schultag beispielsweise. In allen Pausen könnte für die Kinder frisches Obst und Gemüse bereitstehen, dazu reichlich stilles Wasser. Der nächste Klassenausflug könnte zu einem Biobauernhof führen statt zu einem Museum für moderne Kunst. Im Schnitt 5,36 Euro kostet ein Schulessen in Deutschland, davon übernehmen Eltern 3,50 Euro. (21) Das reicht allenfalls für normierte Großküchenkost. Mit vier Cent mehr, wie Bundesernährungsministerin Julia Klöckner weismachte (22), ist es schwerlich getan. Wer Schulkindern mittags ein aus frischen, regionalen, saisonalen Zutaten zubereitetes Essen servieren will, ohne Chemiemüll, in Bio-Qualität, muss wohl oder übel mehr Geld in die Hand nehmen, mindestens ein bis zwei zusätzliche Euro. Bund, Länder und Gemeinden sollten finanziell überforderten Familien unter die Arme greifen. Die rund 1,2 Milliarden Euro, mit denen Deutschlands Kommunen bislang die Schulverpflegung bezuschussen, sind zuwenig. Gesunde Schule funktioniert unmöglich ohne die Eltern, schon gar nicht gegen sie. Was zuhause geschieht, kann die beste schulische Gesundheitserziehung hintertreiben, ihren Ertrag zunichte machen. Das erlebte Englands Starkoch Jamie Olivier, als er 2015 eine vielbeachtete Kampagne startete, um an britischen Schulen Junkfood durch vollwertige Mahlzeiten zu ersetzen: Mütter reichten daraufhin ihren ökotrophologisch gepeinigten Kleinen das geliebte Fastfood über den Schulzaun. (23) Deshalb müssen Mütter und Väter überzeugt und einbezogen werden; sie müssen offen sein, sich Zeit nehmen und mitengagieren, auch innerhalb der Schule. Dazu benötigen viele erst mal reichlich Nachhilfeunterricht. Der statistisch bedeutendste Risikofaktor für Übergewicht bei Kindern sind übergewichtige Eltern. Auch zusätzliche, qualifizierte Lehrkräfte braucht das Land – schon heute fehlen Zehntausende. „Viele von ihnen fühlen sich überfordert, wenn sie gesundheitsrelevante Themen fächerübergreifend unterrichten sollen, die in ihrer Ausbildung wenig Raum hatten. Ihr Arbeitspensum ist schon jetzt ungeheuer hoch“, gibt Gudrun Zander zu bedenken, Dezernentin am Landesinstitut für Schule und Ausbildung Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. (24) Den Couch Potatoes Beine machen Dabei geht es längst nicht bloß um Ernährung. Gesundheit erfordert gleichermaßen körperliche Aktivität. Wie viel Anreiz zu mehr Bewegung bieten Eltern ihrem Nachwuchs, wenn sie selbst zu jenen 57 Prozent Couch Potatoes zählen, die pro Woche weniger als 150 Minuten moderat oder 75 Minuten intensiv körperlich aktiv sind, wie von der WHO als Mindestrichtwert empfohlen? (25) Um „die Lust an Bewegung und Prävention zu fördern“, wirbt Grönemeyer für eine tägliche Stunde Schulsport. Dazu entwickelte er ein Programm mit 40 Übungen für 20 Minuten, nach dem Motto: „Turne bis zur Urne.“ 2015 initiierte Grönemeyer „Die bewegte Schulpause“. Aber wozu starre „Übungen“? Jeder Schultag sollte einfach reichlich Freiheit und Anreiz für ausgiebige Bewegung bieten, die Spaß macht und fit hält: Laufen, Rennen, Spielen, Hüpfen, Fangen, einfach alles, was den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern fördert, zum reinen Vergnügen, ohne Leistungsdruck und Benotung. Falls Jungs jeden Tag kicken wollen: Lasst sie doch. Traditioneller Sportunterricht hingegen gehört ausgelagert, in den Verein. In der Schule gänzlich fehl am Platz sind Leibesertüchtiger, die sich der Frühförderung künftiger Olympiasieger verpflichtet fühlen oder sadistische Neigungen ausleben, indem sie sichtlich überforderte, verängstigte Kinder zu halsbrecherischen Bodenturn- und Reckübungen zwingen. Endlose Lippenbekenntnisse, zaghafte Ansätze Warum ziehen Bundes- und Landesregierungen nicht längst naheliegende schulpolitische Konsequenzen? Zumindest wolkige Absichtserklärungen haben sie mittlerweile reichlich in die Welt gesetzt. "Mir ist wichtig, dass Kinder in der Schule etwas darüber lernen, wie sie gesund leben können", bekannte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bereits im Herbst 2007; dazu zählte sie vor allem Ernährung und Bewegung. Vorausgegangen war die Anregung eines Staatssekretärs des Verbraucherschutzministeriums, ein gesondertes Schulfach „Ernährungs- und Verbraucherbildung“ einzuführen. Daraus folgte? Herzlich wenig. Bloß zwei Bundesländer, Bremen und Hamburg, zeigten sich offen dafür – der Rest winkte ab. „Wenig sinnvoll“ fand den Vorstoß auch der damalige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD). (26) Fünf Jahre später, im November 2012, verabschiedete die Kultusministerkonferenz immerhin eine „Empfehlung“, der zufolge „Gesundheitsförderung als unverzichtbares Element einer nachhaltigen Schulentwicklung verstanden“ werden müsse. „Ziel einer guten und gesunden Schule“ sei es, „die Gesundheitsressourcen und -potenziale aller Akteure in der Schule zu erhalten und zu stärken“. (27) Allerdings liege „Ernährungsbildung in der Länderverantwortung und in der Selbstverwaltung der Schulen“. (28) Im Juli 2015 trat ein „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ in Kraft, das unverbindliche, vage Zielsetzungen bevorzugt. Auf Verpflichtungen verzichtet es. Soweit Kitas und Schulen darin vorkommen, stellt es Früherkennungsuntersuchungen, die „Förderung der Impfprävention“, Aids- und Drogenaufklärung in den Vordergrund. An der belämmernden Tatsache, dass die Bundesrepublik lediglich drei Prozent ihrer Gesundheitsausgaben für Vorsorge verwendet – davon wiederum nur einen Bruchteil im schulischen Bereich -, ändert das Gesetz nicht das Geringste. Dass solche Papiere Deutschlands Schüler auch nur um ein Zehntelprozent gesünder gemacht haben, trauen sich nicht einmal die Autoren zu behaupten. Das Bundesverbraucherministerium lobt sich dafür, bereits im Jahre 2008 sogenannte „Vernetzungsstellen für eine gesunde Mittagsverpflegung“ zu fördern, ab 2019 mit zwei Millionen Euro pro Jahr. Darüber hinaus richtete es innerhalb der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft ein „Nationales Qualitätszentrum für Ernährung in der Schule“, kurz NQZ. Viel Bürokratie, wenig Ertrag: Einerseits ist gesünderes Essen natürlich besser als minderwertiges - ohne ein umfassendes pädagogisches Schulkonzept, das mehr als bloß Mägen füllt, genügt es aber nicht annähernd. Föderaler Flickenteppich voller Löcher Solange Schule in Deutschland weitgehend Ländersache bleibt und Landesregierungen es selbstverwalteten Schulen überlassen, ob und wie sie Notwendiges umsetzen, gleicht die Bildungslandschaft in Sachen Gesundheit einem Flickenteppich. Löbliche Ansätze gibt es durchaus reichlich. Grönemeyers zweitägige Schulseminare und Musical-Touren; eine Aktion „Gesundes Frühstück“; fächerübergreifende „Projektwochen“; Schulgärten und Schulküchen; ein Besuch auf dem Bauernhof; ein Training von älteren Schülern zu „Ernährungsbotschaftern“ für jüngere: all das kann nicht schaden. An hessischen Schulen ist ein „Gesundheitszertifikat“ zu erwerben; an zwei Bremer Gymnasien erhalten Oberstufenklassen Gesundheitsunterricht; Hamburger Stadtteilschulen bieten seit dem Schuljahr 2009/10 ein Fach „Ernährungslehre“ an; das Land Sachsen bietet seinen Schulen „Unterstützungsangebote“ auf Internetportalen an. In Bayern gibt es an Realschulen das Pflichtfach "Ernährung und Gesundheit" – aber nur in der Jahrgangsstufe Sieben. Thüringen verweist auf das Fach „Schulgarten“. Baden-Württembergs Real- und Hauptschulen sehen das Wahlpflichtfach "Alltagskultur, Ernährung, Soziales" vor. In den dritten Klassen von baden-württembergischen Grundschulen kommt ein „Ernährungsführerschein“ betiteltes Medienpaket zum Einsatz; Neun- bis Zehnjährige lernen dabei etwa, wie die Ernährungspyramide und das Innere einer Paprika aussieht. In Niedersachsen taucht das Fach "Gesundheit" seit 2002 im Curriculum von beruflichen Gymnasien und Realschulen auf. Doch die meisten Projekte laufen nur für begrenzte Zeit, sind nicht regulär in den Schulalltag integriert, beschränken sich notgedrungen auf wenige ausgewählte Aspekte. Insbesondere in Gymnasien bieten sie weithin staubtrockene, sekundenschlaffördernde Wissenschaft nach Lehrbuch. Und eine gelegentliche Sonderveranstaltung? Für Schüler ist es ein Leichtes, daran Interesse zu zeigen – oder so zu tun -, zumal sie als willkommene Abwechslung vom üblichen Schulalltag empfunden wird. Ob sie nachwirkt? Da sind Zweifel angebracht. Hier eine gutgemeinte Initiative, dort eine nette Idee – ob und wie ein Heranwachsender gesund leben lernt, hängt davon ab, ob er zufällig in der richtigen Gemeinde die richtige Bildungsstätte besucht, wo innovative Schulleiter, überzeugte Lehrer und begeisterte Eltern mit viel Herzblut gemeinsame Sache gemacht haben. Bei vereinzelten Maßnahmen war von vornherein absehbar, wie herzlich wenig sie bewegen würden. Dass sie trotzdem stattfanden, zeugt entweder von erschütternder Naivität, von aktionistischer Placebo-Politik („Wir tun was!“) oder von einer raffinierten Sabotage des Projekts Gesunde Schule („Siehste, bringt nix!“). Kleine Lichtblicke an Grundschulen Noch am ehesten findet wirksame Gesundheitserziehung bisher an Grundschulen statt. Von drei Landesärztekammern und zwei AOKs entwickelt, läuft seit 2001 mancherorts das Präventionsprogramm „Gesund macht Schule“. Es umfasst die Schwerpunktthemen „Essen und Ernährung“, „Bewegung und Entspannung“, „Menschlicher Körper/Beim Arzt“, „Sexualerziehung“ und „Ich-Stärkung und Suchtprävention“. Im Schuljahr 2017/18 setzten es bundesweit bereits 239 Primarschulen um, womit es über 55.000 Schüler samt Eltern erreichte. (29) Neben vielerlei durchdachten Unterrichtsmaterialien – vom anatomischen Teddy bis zum Hygienekoffer -, Newslettern, Elternbriefen, einem Internetportal und Fortbildungen für Lehrkräfte setzt es insbesondere auf „Patenschaften“, die Ärzte mindestens ein Jahr lang für eine oder mehrere Schulen übernehmen. An der bundesweiten Initiative fit4future der Cleven-Stiftung und DAK-Gesundheit, unterstützt von der Technischen Universität München, nehmen insgesamt 600.000 Kinder an 2000 Grund- und Förderschulen teil. (30) Die Schulen erhalten unter anderem Spiel- und Sportgeräte sowie „Brainfitness“-Boxen; Lehrerworkshops finden statt. Das am weitesten verbreitete Präventionsprogramm für deutsche Erst- bis Viertklässler, Klasse2000 (31), legten Mediziner und Pädagogen des Klinikums Nürnberg im Jahre 1991 vor. In Bayern gestartet, findet es inzwischen in allen Bundesländern Anwendung. Bis heute schlossen über 1,8 Millionen Kinder Bekanntschaft mit Symbolfigur „Klaro“, einem Strichmännchen mit gelbem Smileykopf. Zur Zeit macht bundesweit jedes siebte Grundschulkind bei Klasse2000 mit: Im Schuljahr 2017/18 nahmen über 480.000 Kinder aus mehr als 21.200 Grundschulklassen teil, das entspricht über 15 Prozent aller Grundschulklassen. Spielerisch-unterhaltsam lernen die Kleinen fünf Themenbereiche kennen: „Gesund essen & trinken“, „Bewegen & entspannen“, „Sich selbst mögen & Freunde haben“, „Probleme & Konflikte lösen“, „Kritisch denken & Nein-Sagen können“. Die Inhalte werden den Schülern in neun bis 13 Einheiten im Rahmen des regulären Unterrichts vermittelt, überwiegend von den Lehrkräften, teilweise auch von sogenannten „Gesundheitsförderern“ aus medizinischen und pädagogischen Berufen. Wirksamkeitsstudien belegen den Nutzen: Noch drei Jahre später, in der 7. Klasse, kommen Tabak- und Alkoholkonsum unter ehemaligen Klasse2000-Kindern deutlich seltener vor (7,9 Prozent) als in einer Kontrollgruppe derselben Stufe (19,7 Prozent). (32) Schon während des Programms essen Klasse2000-Kinder häufiger fünf Portionen Obst und Gemüse und höchstens eine Süßigkeit pro Tag; greifen seltener zu Fast Food und Softdrinks; wählen häufiger einen „aktiven“ Schulweg, der sie zu körperlicher Aktivität zwingt, also z.B. Radfahren oder Zu-Fuß-Gehen, anstatt sich mit dem Auto fahren zu lassen. (33) Alljährlich werden Lehrkräfte, Schüler, Eltern und „Gesundheitsförder“ befragt, Konzept und Inhalte daraufhin aktualisiert und angepasst. Solche Projekte müssen schleunigst überall Schule machen. Warum geschieht weiterhin nicht flächendeckend das Notwendige – ausgerichtet an einem klaren, bundeseinheitlichen Konzept für alle Schultypen und Jahrgangsstufen; motivationspsychologisch durchdacht; fest verankert im Stundenplan; großzügig gefördert durch staatliche Mittel; flankiert von einer breitangelegten, koordinierten Kampagne zuständiger Ministerien und Einrichtungen wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - und wissenschaftlich begleitet zwecks laufender Erfolgskontrolle, um herauszufinden, wie viel letztlich hängenbleibt? Im Frühjahr 2018 legte ein Expertenteam der Uni Bielefeld und der Berliner Hertie School of Governance einen „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ vor. Er sieht vor, entsprechende Bildungsangebote bundesweit in den Lehrplänen von Kindertagesstätten, Grund- und weiterführenden Schulen fest zu verankern. (34) Warum greifen staatliche Stellen solche Anstöße nicht endlich entschlossen auf? Warum wird „das Thema seit zehn, fünfzehn Jahren verschleppt“, wie Thomas Fischbach beklagt, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte? (35) Von Wirtschaftslobbyisten sabotiert Der traurigen Wahrheit kommt näher, wer berücksichtigt, welche politischen Lager sich seit Jahr und Tag am stursten querlegen. Als Abwiegler, Bremser, Zerreder tun sich vor allem Vertreter wirtschaftsnaher Parteien vor. Das Hauptmotiv liegt auf der Hand: Welches Schulkind würde noch zu den pestizid- und hormonbelasteten Produkten industrieller Landwirtschaft greifen, sobald es über ausreichende „Gesundheitskompetenz“ verfügt? Welches würde sich noch sogenannte „Lebensmittel“ der ZuckerSalzFett-Connection vorsetzen lassen? Einen Mix aus synthetischen Farb- und Konservierungsstoffen, Emulgatoren und Geschmacksverstärkern schlucken? Importware, Tiefkühlkost und Fertigmahlzeiten aus der Mikrowelle lieber auf dem Teller haben als regional erzeugte, frisch zubereitete Bio-Qualität? Sich den Durst von Getränkekonzernen löschen zu lassen, statt einfach den Wasserhahn aufzudrehen? Jeder wissenschaftlich halbwegs fundierte Gesundheitsunterricht öffnet Augen. Zwangsläufig mündet er in eine blamable Systemkritik, die Umsätze gefährdet. Sie sorgt für neue Generationen, an denen es für Arzneimittelhersteller erheblich weniger zu verdienen gibt. Wo kämen wir hin, falls so etwas Schule macht? Dieser Beitrag enthält Auszüge aus dem 2019 erschienenen Buch von Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen – Wie wir es durchschauen, überleben und verwandeln, dort S. 573-588. Anmerkungen (1) https://swprs.org/fakten-zu-covid-19/ (2) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.07.23.20160895v6.full.pdf, S. 12. (3) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.09.21.20198796v1, S. 8. (4) Zit. nach Jürgen Dollase: „Wenn Minister nicht das Ganze im Auge haben“, Eat-Drink-Think.de, 12.11.2018, www.eat-drink-think.de/wenn-minister-nicht-das-ganze-im-auge-haben-julia-kloeckner-vom-bundesministerium-fuer-ernaehrung-und-landwirtschaft-und-gesundheitsminister-jens-spahn-wollen-kein-schulfach-ernaehrung, abgerufen am 8.6.2019. (5) Siehe H. Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen (2019), https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe.html S. 39 ff.: „Minderjährige – unterwegs zu Chronikern“. (6) mdr.de, 28.2.2018: „Medizin für Kinder -Grönemeyer fordert Schulfach ‚Gesundheit‘“, www.mdr.de/wissen/bildung/groenemeyer-fordert-gesundheitsunterricht-an-schulen-100.html, abgerufen am 7.6.2019. (7) Pädagogischer Beobachter 7/1876, S. 1-2: „Gesundheitsunterricht in und ausser der Schule“, PDF, http://doi.org/10.5169/seals-237875. (8) Zeit online, 7.2.2018: „Ein Stundenplan für morgen“, www.zeit.de/2018/07/schulfaecher-unterricht-inhalte-bildungspolitik/komplettansicht, abgerufen am 7.6.2019. (9) Zit. nach Frankfurter Rundschau, 24.9.2007: „Breite Mehrheit gegen Schulfach ‚Ernährung‘“, www.rundschau-online.de/breite-mehrheit-gegen-schulfach--ernaehrung--10970094. (10) Zit. nach Welt.de, 24.1.2008: „Kochen könnte auch an Deutschlands Schulen Pflichtfach werden“, www.welt.de/welt_print/article1588415/Kochen-koennte-auch-an-Deutschlands-Schulen-Pflichtfach-werden.html, abgerufen am 8.6.2019. (11) Zit. nach Herolé Blog, 12.3.2019: „Brauchen wir das Schulfach „Gesunde Lebensweise“?“, www.herole.de/blog/brauchen-wir-das-schulfach-gesunde-lebensweise, abgerufen am 7.6.2019. (12) Zit. nach Dollase, a.a.O. (13) Nach LBS-Kinderbarometer 2007, S. 100 ff. (14) Zit. nach Welt.de, 24.1.2008, a.a.O. (15) Nach Focus.de, 31.1.2008: „Schlank durch Bildung - Brauchen wir ein Schulfach Gesundheit?“, www.focus.de/familie/schule/unterricht/brauchen-wir-ein-schulfach-gesundheit-schlank-durch-bildung_id_2192524.html. (16) Zeit online, 7.2.2018, a.a.O. (17) 122 Zit. nach www.focus.de/familie/schule/unterricht/brauchen-wir-ein-schulfach-gesundheit-schlank-durch-bildung_id_2192576.html, abgerufen am 7.6.2019. (18) Angela Schröder u.a.: Primärprävention und Gesundheitsförderung in der Grundschule: Überblick zu Programminhalten und Ergebnissen der vierjährigen kontrollierten Interventionsstudie "primakids" in vierzehn Hamburger Grundschulen, Hamburg 2009, Schriftenreihe Studien zur Kindheits- und Jugendforschung, Bd. 54. (19) Zit. nach https://sw-stiftung.de/startseite, abgerufen am 14.6.2019, sowie nach Süddeutsche Zeitung Nr. 256, 7.11.2018, S. 2. (20) Eat-Drink-Think.de, a.a.O. (21) www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Kita-Schule/Studie-Kosten-Schulverpflegung.pdf;jsessionid=8FEE1022E4ADA25580C25E39634EA004.1_cid367?__blob=publicationFile; www.deutschlandfunk.de/ernaehrung-5-40-euro-reichen-fuer-ein-gesundes-schulessen.680.de.html?dram:article_id=432511, abgerufen am 14.6.2019. (22) www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2018/169-Schulessen.html, abgerufen am 14.6.2019. (23) www.n-tv.de/panorama/Jamie-Oliver-attackiert-Theresa-May-article19849473.html; https://eatsmarter.de/gesund-leben/news/anti-food-kampagne-warum-jamie-oliver-wut-kocht; abgerufen am 8.6.2019. (24) Zit. Focus.de, a.a.O. (25) Nach dem DKV-Report 2018: „Wie gesund lebt Deutschland?“, www.ergo.com/de/DKV-Report, abgerufen am 6.6.2019. (26) Kölnische Rundschau, 24.9.2007: „Breite Mehrheit gegen Schulfach ‚Ernährung‘“, www.rundschau-online.de/breite-mehrheit-gegen-schulfach--ernaehrung--10970094. (27) www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/weitere-unterrichtsinhalte/gesundheitserziehung.html; die „Empfehlung“ als PDF: www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2012/2012_11_15-Gesundheitsempfehlung.pdf; abgerufen am 6.6.2019. (28) www.dnsv.eu/kmk-ausgestaltung-liegt-in-der-laenderverantwortung-und-in-der-selbstverantwortung-der-schulen, abgerufen am 6.6.2019. (29) www.gesundmachtschule.de, abgerufen am 7.6.2019. (30) https://kids.fit-4-future.de/de; https://youtu.be/U3mW16PxFio, abgerufen am 7.6.2019. (31) www.klasse2000.de; www.youtube.com/watch?v=1RPl0NpyoVY, abgerufen am 7.6.2019 (32) M. Maruska u.a.: Das Unterrichtsprogramm Klasse2000: Effekte auf Substanzkonsum und Gesundheitsverhalten 3 Jahre nach Ende der Intervention. Kurzzusammenfassung, PDF, https://web.archive.org/web/20140202130640/https://www.ift-nord.de/pdf/Klasse2000_Kurzzusammenfassung2012.pdf, abgerufen am 7.6.2019. (33) Petra Kolip: Evaluation Programm Klasse2000. Zusammenfassender Abschlussbericht, PDF, Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften 2016, www.klasse2000.de/fileadmin/user_upload/Studie_Ernaehrung_und_Bewegung_2016-Abschlussbericht.pdf, abgerufen am 7.6.2019. (34) www.nap-gesundheitskompetenz.de/; der Aktionsplan zum Download: www.nap-gesundheitskompetenz.de/app/download/7775446063/Nationaler%20Aktionsplan%20Gesundheitskompetenz.pdf?t=1535644861, ib. S. 32. (35) Zit. nach Herolé Blog, a.a.O.

  • Gegen Corona: Abspecken!

    Übergewicht vervielfacht das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, einen schweren Verlauf durchzumachen, daran zu sterben. Warum halten Regierende ihre Bevölkerung nicht zu gesünderer Ernährung und mehr Bewegung an, um sie gegen epidemische Infektionskrankheiten zu wappnen – statt ihr einzureden, ungeimpft sei sie SARS-CoV-2 „schutzlos ausgeliefert“? Nicht einmal der doofste Coronaleugner, der verschwörungstheoretischste Schwurbler wird bestreiten wollen, dass Shutdowns und Ausgangssperren, Home Office und Home Schooling äußerst effektiv sind. Ob sie den Pandemieverlauf nennenswert mildern, ist zwar fraglich. Doch zweifellos ruinieren sie zuverlässig eben jene Volksgesundheit, die Seuchenschützer zu behüten vorgeben. Mit Zahlen belegen kann dies die Technische Universität München, seit ihr Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ) im April 2021 rund tausend zufällig ausgewählte Erwachsene zwischen 18 und 70 Jahren online befragte. (1) Dabei ergab sich: Rund 40 % der Studienteilnehmer haben seit Beginn der Pandemie zugenommen – im Durchschnitt 5,6 Kilo. Am häufigsten, zu 53 %, klagten darüber Mitmenschen, die schon zuvor mit ihren Pfunden gekämpft hatten. Adipöse, mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30, legten im Schnitt sogar 7,2 Kilo zu. (2) Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Zwar geben 60 % der Befragten an, seit Frühjahr 2020, als das Panikvirus Westeuropa erreichte und sich demokratisch gewählte Regierende in hygienediktatorische Abschließer und Wegsperrer verwandelten, habe sich ihr Ernährungsverhalten nicht wesentlich verändert. Sie aßen einfach mehr und öfters - weil sie „mehr Zeit zum Essen“ hatten (33 %) und „aus Langeweile“ (28 %). Besonders gerne griffen sie dabei zu Süßigkeiten, Fast Food und überzuckerten Softdrinks. Am ausgeprägtesten zeigte sich dieses Verhalten bei jenen, die sich durch die Coronakrise besonders stark psychisch belastet fühlten. Zugleich räumten 52 % der Befragten ein, sich seit Pandemiebeginn weniger zu bewegen als zuvor. Als häufigsten Grund gaben sie an, im Alltag habe es an Möglichkeiten zu körperlicher Ertüchtigung gefehlt (54 %). Auch seien die Räumlichkeiten für Einzel- und Gruppensport – von Turnhallen bis Fitnessstudios – geschlossen gewesen (53 %). Seuchenschützer setzten einen Teufelskreis in Gang Dass die Nation weiter verfettete, trug letztlich dazu bei, den Notstand aufrechtzuerhalten, zu verlängern, zu verschärfen. Denn Fettleibigkeit gilt als Treiber der Covid-19-Pandemie: Mit dem BMI steigt das Risiko, dass eine Virenübertragung eine Infektion auslöst, für einen schweren Krankheitsverlauf sorgt, gar zum Tode führt. „So entsteht ein Teufelskreis aus dem Zusammenspiel von Corona und Adipositas“, erklärt der Leiter der Münchner Studie, der Ernährungsmediziner Prof. Hans Hauner. „Der Kollateralschaden durch die Fokussierung auf Corona ist daher im Bereich der vielen lebensstilbedingten Krankheiten enorm.“ (3) Adipositas als Pandemietreiber: Diesen fatalen Zusammenhang belegen mittlerweile mehrere Studien. Unter US-Amerikanern, die wegen besonders schwerer Covid-Verläufe ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, war Fettleibigkeit die zweithäufigste Vorerkrankung (48,3 %), gleich hinter Bluthochdruck (49,7 %) – seinerseits zumeist eine Folge von Ernährungssünden – und noch vor chronischen Lungenkrankheiten (34,6 %). Nach einer Metaanalyse von 75 Studien, welche Mediziner der Universität von North Carolina in Chapel Hill vorlegten, wird für Covid-Erkrankte, wenn sie adipös sind, eine Hospitalisierung um den Faktor 2,13 wahrscheinlicher, die Aufnahme in die Intensivstation um den Faktor 1,74. Zudem tragen adipöse Menschen ein erheblich erhöhtes Covid-Todesrisiko – je nach Ausprägung der Fettleibigkeit um das 3,7- bis Zwölffache. Fettleibigkeit erhöht das Covid-Sterberisiko Auf den ersten Blick wird uns dieser Zusammenhang klar, sobald wir zwei Aufstellungen nebeneinanderlegen: die Länderliste nach Adipositasrate (4) und eine Übersicht über die weltweiten Übersterblichkeitsraten. In vielen Ländern geht weitverbreitete Fettleibigkeit mit hohen Covid-Todeszahlen einher. Dazu zählen die Vereinigten Staaten (36%); der größte Teil Europas, insbesondere Großbritannien (28%) und viele Staaten Osteuropas, z.B. das Baltikum, Polen, Ungarn, Tschechien, Bulgarien mit 23% bis 26%; Russland (23 %) und Kasachstan (21 %); der überwiegende Teil Lateinamerikas, einschließlich Mexiko und Peru, mit 20 bis 30 %; Südafrika (28%), sowie die Türkei, Irak und Iran (26% zu 32%). Andererseits zeichnen sich viele Länder mit geringer Covid-Sterblichkeit zugleich durch eine niedrige Adipositasrate aus. Dies gilt insbesondere für Vietnam, Bangladesch, Kambodscha, Japan, Südkorea und Laos (alle unter 5 %), Singapur, die Philippinen und Indonesien (5 % bis 7 %) und Thailand (10 %), wie auch für weite Teile Schwarzafrikas (5 bis 10 %). Bloß scheinbar nicht ins Bild passen Australien und Neuseeland: Obwohl dort fast jeder dritte Einwohner fettleibig ist, liegen die Covid-Todeszahlen niedrig. Der Grund liegt auf der Hand: Die Insellage begünstigt besonders strenge Grenzkontrollen; Einreisen von potentiellen Spreadern ließen sich leicht unterbinden. Auf den Punkt bringt es der amerikanische Endokrinologe Dr. Robert Lustig, emeritierter Professor an der University of California in San Francisco: „SARS-CoV-2 unterscheidet nicht, wen es infiziert. Aber es unterscheidet, wen es tötet.“ Nicht erst Adipositas, schon Übergewicht ist riskant Bereits ein paar Kilos zuviel machen für Covid-19 und andere Virusinfektionen erheblich anfälliger. Einem umfassenden Bericht der World Obesity Federation zufolge, der im März 2021 im British Medical Journal erschien, verzehnfacht sich die Covid-Sterblichkeitsrate in Ländern, in denen mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig ist, mit einem BMI über 25. Die Studie analysierte Mortalitätsdaten der Johns Hopkins University und Daten des Global Health Observatory der WHO zum Thema Adipositas. Von den 2,5 registrierten Millionen Covid-19-Todesfällen bis Ende Februar 2021 fielen 2,2 Millionen auf Länder, in denen mehr als die Hälfte der Bevölkerung als übergewichtig gilt. In Daten aus über 160 Ländern korrelierten Covid-19-Sterblichkeit und der Anteil übergewichtiger Erwachsener linear miteinander. Die Wissenschaftler fanden „kein einziges Beispiel für ein Land, in dem weniger als 40 % der Bevölkerung übergewichtig sind und das gleichzeitig hohe Sterberaten (über 10 pro 100.000) aufwies. Ebenso hatte kein Land mit einer Sterberate von über 100 pro 100 000 weniger als 50% der Bevölkerung Übergewicht.“ Vietnam zum Beispiel glänzt mit der niedrigsten Covid-19-Todesrate weltweit (0,04 pro 100.000); zugleich ist die dortige Übergewichtigenrate mit 18,3% die zweitniedrigste. Großbritannien hat die dritthöchste Sterberate weltweit (184 Todesfälle pro 100.000) und die vierthöchste Prävalenz von Übergewicht mit 63,7 %. Die Vereinigten Staaten haben mit 152,49 Todesfällen pro 100.000 die nächsthöchste Sterberate und einen Bevölkerungsanteil von 67,9 % Übergewichtigen. Im Juli 2020 berichtete die britische Gesundheitsbehörde Public Health von zwei systematischen Übersichtsarbeiten, die zeigten: Im Vergleich zu Covid-Patienten mit gesundem Gewicht waren Betroffene mit einem BMI über 25 kg/m2 - 2,03-mal häufiger in einem kritischen Krankheitsstadium - wurden 6,98-mal künstlich beatmet - hatten eine 3,68-mal höhere Sterbewahrscheinlichkeit. Eine weitere im Mai 2020 veröffentlichte Studie ergab: Fettleibigkeit verdoppelt das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen Covid-19. Nach Angaben der Autoren "deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass eine Änderung des Lebensstils dazu beitragen kann, das Risiko von Covid-19 zu reduzieren“. Bereits während der MERS- und H1N1-Influenza-Epidemien hatte sich gezeigt, dass übergewichtige Bevölkerungsgruppen generell anfälliger für Atemwegserkrankungen sind. Die World Obesity Foundation appelliert deshalb an Regierungen, in die Adipositas-Prävention zu investieren, um auf zukünftige Pandemien besser vorbereitet zu sein. In einem Leitartikel für das British Medical Journal prangerten Wissenschaftler der Queen Mary University in London die fatale Rolle der Lebensmittelindustrie an: Sie trage entscheidend dazu bei, die Fettleibigkeitsrate zu erhöhen und letztlich weitere Covid-19-Todesfälle herbeizuführen. Den Autoren zufolge "ist jetzt klar, dass die Lebensmittelindustrie nicht nur für die Adipositas-Pandemie, sondern auch für die Schwere der Covid-19-Krankheit und ihre verheerenden Folgen mitverantwortlich ist". Höhere Viruslast, mehr abgesonderte Aerosole Darüber hinaus belegen Studien, dass Fettleibige eine höhere Viruslast aufweisen, und dies über einen längeren Zeitraum. Der Grund dafür könnte eine höhere Konzentration von ACE2-Zellrezeptoren im Fettgewebe sein, an welche SARS-CoV-2-Viren mit ihren Spikes andocken. Auch nehmen ausgeatmete Aerosole mit dem Body-Mass-Index (BMI) zu. Dass Fettleibige für schwere Krankheitsverläufe anfälliger sind, beruht nicht nur auf Vorerkrankungen, sondern hat auch biomechanische Gründe. Übergroße Fettwülste schieben das Zwerchfell nach oben und drücken es gegen die Lungen, was deren Ausdehnung behindert und den Atemluftstrom reduziert. Infolgedessen kollabieren die Bronchien in den unteren Lungenlappen, wo mehr Blut zur Sauerstoffanreicherung eintrifft als in den oberen Lappen. „Wenn man schon mit diesem Nachteil ankommt, verschlechtert sich die Situation rasch“, konstatiert die Lungenfachärztin Anne Dixon von der University of Vermont. Zudem ist die innere Auskleidung der Blutgefäße, das Endothel, bei stark Übergewichtigen krankhaft verändert, wodurch sich die Gefahr für Blutgerinnsel erhöht. „Normalerweise vermitteln die Endothelzellen dem Blut: ,Gerinne nicht!“, erklärt die Hämatologin Beverley Hunt von den Guy’s and St. Thomas’ Hospitals in London. „Wir glauben aber, dass das Virus dieses Signal verändert, denn es greift die Endothelzellen an, die mit einer Aktivierung des Gerinnungssystems reagieren.“ Das Blut verklebe derart, „wie ich es noch nie in meiner Laufbahn gesehen habe“. Die Gerinnsel können die Blutgefäße in der Lunge blockieren. Überdies ist das Immunsystem der Adipösen geschwächt, weil Fettzellen Immunorgane wie die Milz, das Knochenmark und die Thymusdrüse besiedeln. „Wir verlieren Immungewebe im Austausch gegen Fettgewebe“, stellt die Ernährungswissenschaftlerin Catherine Andersen von der Fairfield University im US-Bundesstaat Connecticut fest. „Dadurch schützt das Immunsystem den Körper weniger effektiv vor eindringenden Mikroben.“ Nicht nur bilden sich bei Dicken weniger Immunzellen - sie funktionieren auch schlechter. Das fand die Immunologin Melinda Beck von der University of North Carolina in Chapel Hill in Studien mit schwergewichtigen Mäusen. So erzeugten sogenannte T-Zellen in den Nagern weniger Moleküle, die helfen, Virus-infizierte Körperzellen zu zerstören; zudem wuchs ein Teil der T-Zellen nicht zu voller Größe heran. (5) Lockdown-Ritter von der traurigen Gestalt Vor diesem Hintergrund stehen Äußerungen und Erscheinungsbild so manches staatlichen Seuchenschützers in absurdem Missverhältnis. Welcher Anblick könnte lächerlicher sein als der eines eher breit- als hochformatigen Regierungsmitglieds, das keine Kamera auslässt, um oben einen undichten Gesichtslappen zu präsentieren, gelegentlich bloß auf der Nase – und einen halben Meter weiter unten eine der stattlichsten Wampen der Republik? Wann findet sich endlich jemand, der diesem Corona-Ritter von der traurigen Gestalt klarmacht: Das Bauchfett, das er mit sich herumschleppt, beschert ihm ein mindestens zehnfach höheres Erkrankungs- und Mortalitätsrisiko, als ihm sein lächerliches Hygienetextil erspart. Für Zeitgenossen wie ihn hatte zumindest die Stadtverwaltung von Huntington im US-Bundesstaat New York eine prima Idee. Im Herbst 2020 forderte sie ihre 200.000 Einwohner auf, "eine Diät zu machen, weil sich die Wahrscheinlichkeit verdoppelt, dass Covid-19 bei Ihnen übel ausgeht, falls Sie übergewichtig sind.“ Auf eine nicht minder glänzende Idee kamen ab August 2020 in Mexiko mehr als ein Dutzend Bundesstaaten: Sie beschlossen, die Pandemie zu bekämpfen, indem sie den Verkauf von Junk Food verboten – zwar nur an Minderjährige, aber immerhin. (6) Keine Krise ohne Gewinner Für den mexikanischen Ansatz eher nicht erwärmen dürfte sich die Gates Foundation. Die Milliarden, mit denen sie die WHO, große Medienhäuser und das Fact-Checking-Netzwerk erfreut, erwirtschaftet es schließlich nicht nur mit riesigen Aktienpaketen, die es von Impfstoffherstellern und sonstigen Pharmariesen wie Pfizer, GlaxoSmithKline, Sanofi, Gilead, Roche und Novartis hält - sondern auch mit stattlichen Anteilen an einigen der größten Lebensmittelkonzerne wie Nestlé, Coca Cola, PepsiCo, Unilever, Kraft-Heinz, Mondelez und Tyson Foods, die an industriell hochverarbeitetem Fertigfutter, Salz- und Süßzeug verdienen. (7) Aktien von McDonald´s hat Gates ebenfalls im Portfolio, 2014 im Wert von 1,4 Milliarden Dollar. Auch billionenschwere Vermögensverwalter wie BlackRock und Vanguard, die bei den größten börsennotierten Unternehmen maßgeblich mitmischen, werden die Regierungen, die sie beraten, eher nicht zu einer grünen Revolution pro Bio-Vollwerternährung und einer Fitness-Offensive drängen. Dann macht man doch lieber die gesamte Menschheit mal eben zu Versuchskaninchen von experimentellen Vakzinen. Sie versprechen astronomische Gewinne. Wie jede schwere Krise, so bringt auch diese Pandemie strahlende Profiteure hervor. Über 99 Prozent der Weltbevölkerung zählen allerdings nicht dazu. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.ekfz.tum.de/fileadmin/PDF/Pressemitteilung_Ernaehrung_und_Bewegung_in_Zeiten_von_Corona_final_020621.pdf; https://www.ekfz.tum.de/fileadmin/PDF/PPT__EKFZ_und_Forsa_2_Final.pdf; https://www.youtube.com/watch?v=_d5_zrrhq2E (2) Der Body-Mass-Index (kurz BMI) errechnet sich aus der Körpermasse m (in Kilogramm), geteilt durch das Quadrat der Körpergröße l (in Meter). Dieser Wert wird mit geschlechts- und altersabhängigen Standardwerten verglichen. (3) Zit. nach https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/covid-19-corona-befeuert-eine-andere-pandemie_id_13381832.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter_GESUNDHEIT (4) laufend aktualisiert bei Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_obesity_rate (5) Nach https://www.xing-news.com/reader/news/articles/3500318?cce=em5e0cbb4d.%3AYmjctu7_Egf29X1p6KTGAB&link_position=digest&newsletter_id=66956&toolbar=true&xng_share_origin=email (6) https://www.npr.org/2020/09/14/912029399/we-had-to-take-action-states-in-mexico-move-to-ban-junk-food-sales-to-minors?utm_medium=RSS&utm_campaign=health; https://www.gob.mx/conadesuca/prensa/lopez-gatell-llamo-veneno-embotellado-a-los-refrescos-industria-pide-no-estigmatizar; https://www.usatoday.com/story/news/world/2020/08/23/coca-cola-bottled-poison-mexico-finds-covid-19-villain-soda/5607741002/ (7) https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-03/who-unabhaengigkeit-bill-gates-film/seite-2; https://www.deutschlandfunkkultur.de/unabhaengigkeit-der-weltgesundheitsorganisation-das-dilemma.976.de.html?dram:article_id=423076

  • Was bringt es, dankbar zu sein?

    Dankbarkeit ist ein Schlüssel zu Glück und innerem Frieden. Diese uralte buddhistische Weisheit bestätigen inzwischen westliche Psychologen. Lässt sich „die größte aller Tugenden“, wie Cicero sie nannte, trainieren? Je mehr davon, desto besser – beispielsweise in der Coronakrise? Dankbar sein: In gewissem Sinne gelingt dies den meisten von uns täglich. Wir denken und sagen „Danke“, wenn uns jemand die Tür aufhält. Uns seinen Sitzplatz im Bus anbietet. Für uns die Münze aufhebt, die wir an der Kasse fallen ließen. Uns ein Kompliment macht. Uns etwas schenkt. Dankbar zu sein, bedeutet in solchen Fällen: aus aktuellem Anlass Wertschätzung empfinden und kundtun – dafür, dass jemand uns etwas Gutes getan hat. Der besonders Höfliche bedankt sich grundsätzlich für jede nette Geste, jede noch so kleine Gefälligkeit. In der Philosophie des Buddhismus bedeutet Dankbarkeit allerdings weitaus mehr. Sie meint eine positive Grundhaltung, die dauerhaft das Leben als Ganzes prägt: unsere Einstellung zur Welt, zu unserem eigenen Dasein. Was auch immer wir erleben, erinnern, uns vorstellen, wird dadurch heller und wärmer. Dazu bedarf es nicht unbedingt eines übernatürlichen Jemand, der uns gnädig beschenkt. Religiöse Menschen danken Gott, Atheisten niemandem, zumindest keiner höheren Macht. Auch ein Ungläubiger kann von Dankbarkeit erfüllt sein, tief und anhaltend. Dafür, was er hat. Dafür, was er ist. Für all das, was ihm gelungen ist. Für alles, was ihn glücklich, sein Leben schöner macht, bereichert und erfüllt. Aber auch dafür, was ihm erspart geblieben ist. Manche studieren philosophische Literatur, in der Erwartung, darin seien Argumente zu finden, aus denen sich die Notwendigkeit, dankbar zu sein, als Conclusio zwingend ergibt. Sie vergeuden kostbare Lebenszeit. Nüchtern betrachtet, bietet uns die Welt ebensoviel Anlass, mit ihr zu hadern, uns enttäuscht von ihr abzuwenden und an ihr zu verzweifeln, als mit ihr im Reinen zu sein. Wen sie zum Zyniker, zum Griesgram, zum Schwarzseher macht, der findet überall, jederzeit mehr als genug allerbeste Gründe, es zu bleiben. Wenn sich Dankbarkeit aber nicht aus rationaler Überlegung ergibt: Woraus kann sie dann überhaupt erwachsen? Aus Pragmatismus. Wenn ebensoviel für wie gegen eine gewisse Einstellung spricht: Welchen Sinn macht es, die weniger befriedigende vorzuziehen? Wozu sollte ich diejenige wählen, die mich unglücklicher macht? Warum sollte ich die Augen verschließen vor allem Positivem, was mir widerfährt, und es geringschätzen? Was hätte ich davon, sofern ich kein Masochist bin? Es gibt keinen besseren Grund dafür, dankbar zu sein, als die Einsicht: Es tut mir schlicht und einfach gut. Es macht mich zufriedener. Es verhilft mir zu innerem Frieden. Ich fühle mich besser dadurch. Das erfordert nicht, sich etwas vorzumachen – sprichwörtlich die “rosarote Brille“ aufzusetzen. Der Dankbare, zumindest der weise, übersieht nicht alles Elend, alle Gewalt, alle Niedertracht, alles Unrecht. Es ist ihm nicht gleichgültig. Schon gar nicht findet er es gut. Er gewichtet es bloß anders, wenn er es wahrnimmt. Er lässt nicht zu, dass es in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit rückt, zuviel psychische Energie absorbiert und sein gesamtes Leben bedrückend überschattet. Leichter gesagt als getan, so scheint es. Wofür soll ich dankbar sein, wenn mein Lebensgefährte mich lange Zeit kaltblütig belügt und betrügt, um mich schließlich zu verlassen? Wenn meine Kinder, für die ich mich aufgeopfert habe, gleichgültig ihrer Wege gehen? Wenn mein Chef mir aus fadenscheinigen Gründen kündigt, statt zu würdigen, wie viel ich für sein Unternehmen geleistet habe? Nein, kein Argument ist gut genug, um zu erzwingen, dass man mit alledem ins Reine kommt. Mit derartigen Schicksalen hin können Betroffene zurecht bis ans Lebensende hadern, um dann vergrämt und verbittert den letzten Atemzug tun. Aber müssen, sollten sie es? Hätten sie nicht mehr davon, die Perspektive zu wechseln? Als der treulose Partner ging, machte er mich frei für einen neuen, der mir so etwas nicht antun wird. Ehe Kinder ihre Eltern links liegen lassen, haben sie deren Leben womöglich jahrzehntelang bereichert und erfüllt. Der Rausschmiss aus der Firma bietet die Gelegenheit, sich beruflich neu zu orientieren, anderen Interessen nachzugehen, ein brachliegendes Talent zu entfalten. Falls gewisse Prinzipien verhindern, das Geschehene so zu sehen – wie hilfreich, wie unentbehrlich sind sie dann? Was fernöstliche Weisheitslehren seit Jahrtausenden betonen, bestätigt inzwischen auch die wissenschaftliche Psychologie des Westens. Gesundheit, relativer Wohlstand, Freiheit; die Abwesenheit von Gefahr; die subjektive Gewissheit eines eigenen Lebenssinns; eine erfüllende Aufgabe; das Gefühl, geliebt zu werden; das Eingebundensein in tiefe, verlässliche soziale Beziehungen: All dies zählt zwar zu den wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass ein Mensch nachhaltig glücklich ist. Aber sie reichen nicht aus. Nicht minder kommt es auf einen weiteren Faktor an: Dankbarkeit. Dankbarkeit lässt sich trainieren Der Welt, dem Leben in einer dankbaren Grundhaltung zu begegnen, ist keineswegs ein Charakterzug, der uns in die Wiege gelegt sein muss. Diese Art von „sonnigem Gemüt“ kann man sich aktiv aneignen – durch regelmäßiges Training. In wissenschaftlichen Studien, in psychologischen Beratungsstellen, in psychotherapeutischen Praxen, in Selbsthilfegruppen haben sich dazu eine Reihe von Übungen bewährt. Als besonders hilfreich erwiesen sich (1): Die Visualisierungsübung. Denke an eine lebende Person, der du besonders dankbar bist. (2) Die Tagebuch-Übung. Notiere dir am Ende jedes Tages drei bis fünf Dinge, für die du heute dankbar warst. Die Brief-Übung. Schreibe täglich jemandem einen Dankesbrief. An wen? Wofür? Das bleibt dir überlassen, ebenso, ob du einen Brief überhaupt verschickst. Der Dankbarkeitsbesuch. Du überbringst den Brief dem Adressaten. Die Murmel-Übung. Stecke jeden Morgen eine Handvoll Murmeln in die rechte Tasche deiner Hose oder Jacke. Jedesmal, wenn du im Laufe des Tages etwas erlebst, was du als erfreulich, wertvoll, schön, erfüllend empfindest, greifst du nach einer Murmel und steckst sie in die linke Tasche. Abends, vor dem Einschlafen, leerst du sie, nimmst eine Murmel nach der anderen in die Hand - und rufst dir in Erinnerung, für welches „Dankeschön“ jede einzelne Murmel steht. Die Zahnputz-Übung. Immer wenn du vor dem Badspiegel die Zähne putzt, beantwortest du dir eine Frage wie: „Für welche fünf Dinge bin ich im Moment dankbar?“, „Was ist mir in den vergangenen Tagen Erfreuliches widerfahren, was ist mir gut gelungen?“ Schon nach wenigen Tagen wird sich eine Assoziation verfestigt haben: Wann immer du dich im Spiegel mit einer Zahnbürste im Mund siehst, werden sich die positiven Gedanken einstellen, die dir durch den Kopf gegangen waren. Darüber hinaus empfehle ich die Was-wäre-wenn-Übung. Vergegenwärtige dir täglich einen Menschen, den du in letzter Zeit für ein hartes Schicksal bedauert hast. Vielleicht bist du ihm kürzlich begegnet, hast über ihn gelesen oder erzählen gehört, oder du sahst einen Film, in dem er vorkam. Nun male dir aus, wie es wäre, in seiner Haut zu stecken – womöglich zu hungern, kein Dach über dem Kopf zu haben, wehrlos Gewalt zu erfahren, um sein nacktes Überleben zu kämpfen? Solche Vergleiche machen demütig und dankbar. Denn sie führen vor Augen, wie wenig selbstverständlich all das ist, was unser eigenes Dasein lebenswert macht. Beispielsweise der Besitz eines intakten Körpers. Einer wie der Australier Nick Vujicic ist ohne Arme und Beine zur Welt gekommen – trotzdem empfindet er sein Leben als sinnvoll. Dem Herrgott dankt er für die Chance, Seine Botschaft als Evangelist und Motivationsredner weiterzugeben. (3) Auf nichts haben wir einen natürlichen Besitzanspruch. Es trotzdem zu besitzen, ist niemals ein schlechter Grund, Danke zu sagen. In einer Vergleichsstudie, die sechs verschiedene Übungen testete, hatte der „Dankbarkeitsbesuch“ den stärksten Kurzzeiteffekt. Auf längere Sicht erwies sich die Tagebuch-Übung als am wirkungsvollsten: Noch Monate später fühlten sich Teilnehmer, die sie praktiziert hatten, deutlich glücklicher. Die größten Erfolge stellten sich sogar erst nach einem halben Jahr ein. (4) Für welche Übung auch immer du dich entscheidest: Praktiziere sie mindestens einen Monat lang. Die negativen Einstellungen und Sichtweisen, die Dankbarkeit erschweren, beruhen auf tiefverwurzelten, über einen langen Zeitraum verfestigten Glaubenssätzen. Von heute auf morgen verschwinden sie nicht. Lass dir Zeit, sie zu aufzulösen. Undankbarkeit: ein Erziehungsfehler Wem es schwerfällt, dankbar zu sein, der stammt in der Regel aus einem Elternhaus, das ihn nicht dazu erzog. Diesem Zusammenhang widmet die amerikanische Familientherapeutin Wendy Mogel ein Kapitel in ihrem vielbeachteten Buch The Blessings of a Skinned Knee: Using Jewish Teachings to Raise Self-Reliant Children (2001). Ihres Erachtens tragen drei pädagogische Kardinalsünden dazu bei. Zum einen versäumen es Eltern, durch ihr eigenes Verhalten ein überzeugendes Vorbild zu bieten. Zweitens unterlassen sie es, zu Hause eine Kultur des Sich-Bedankens einführen, die entsprechende Gewohnheiten einübt und die Aufmerksamkeit des Kindes auf die Güter und Vorzüge lenkt, die es alltäglich genießt. Auch dürfen Wünsche nicht ständig sofort in Erfüllung gehen. Um Dankbarkeit zu empfinden, müssen Kinder daran gewöhnt sein, Sehnsüchte auszuhalten. Dankbarkeit: eine transformative Kraft Mit einer dankbaren Lebenseinstellung fühlen sich die Dinge nicht bloß besser an – sie werden es auch. Das ist kein bloßes Glaubensbekenntnis, sondern empirisch gesichertes Faktum. Je dankbarer ein Mensch ist, desto besser fühlt er sich subjektiv. Um so ausgeglichener und glücklicher ist er, um so gehobener seine Laune und sein Selbstwertgefühl. Um so zufriedener blickt er auf sein Leben. Um so seltener ist er anhaltend niedergeschlagen und lustlos. (5) Darüber hinaus baut Dankbarkeit innere Anspannung ab. Und sie erhöht die psychische Widerstandskraft, die sogenannte „Resilienz“: die Fähigkeit, schwierige Situationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu bewältigen. Dabei setzen Dankbare seltener negative Bewältigungsstrategien ein: Das jeweilige Problem versuchen sie nicht zu vermeiden oder wegzudefinieren, suchen die Schuld weniger bei sich selbst, lassen sich davon seltener zu Alkohol- und Drogenkonsum verleiten. (6) Geradezu augenblicklich beginnen sich soziale Beziehungen zu verbessern. Denn der Dankbare wird von seinem Umfeld als ausgeglichener, offener, entspannter, positiver wahrgenommen, er erscheint ihm sympathischer. Entsprechend freundlicher, herzlicher begegnet es ihm. Auch geht der Dankbare bereitwilliger auf Andere zu, bittet sie mit größerer Wahrscheinlichkeit um Unterstützung. Er ist einfühlsamer und altruistischer, hilft eher, spendet großzügiger. (7) All dies sorgt wiederum für Erfahrungen, die Dankbarkeit begünden und fördern. Eine selbstverstärkende Dynamik setzt ein, nach dem Motto: Wer gibt, dem wird gegeben. Psychische Belastungen lassen nach. In zahlreichen Studien zeigte sich: Je mehr Dankbarkeit Patienten empfinden, desto weniger leiden sie an chronischer Erschöpfung und Müdigkeit. Schlafstörungen quälen Dankbare viel seltener – vermutlich, weil sie weniger negative, mehr positive Gedanken mit ins Bett nehmen. (8) Enttäuschungen, Niederlagen, traumatische Erlebnisse lassen sich leichter verarbeiten. Vor allem bei Depressionen erweist sich Dankbarkeit als eines der wirkungsvollsten nichtmedikamentösen Heilmittel. Denn sie kurbelt die Produktion von Dopamin und Serotonin an, den „Glückshormonen“, wie der Volksmund sie nennt. Dopamin wirkt antriebssteigernd, es stärkt Motivation. Serotonin ist ein natürlicher Stimmungsaufheller. Und dies ist längst nicht die einzige günstige Auswirkung auf der physischen Ebene. Dankbarkeit senkt messbar Entzündungswerte, stärkt das Immunsystem. Selbst bei gravierenden körperlichen Einschränkungen erweist sie sich als hervorragendes Therapeutikum – wie auch als ausgezeichnetes Mittel zur Prävention. Empirisch gut belegt ist dieses Phänomen inbesondere für Herzleiden. (9) Bei Patienten mit Koronarinsuffizienz vergrößerten Dankbarkeitsübungen erheblich die Herzfrequenzvariabilität (HRV), das Zeitintervall zwischen den Herzschlägen - ein wichtiger Indikator für Herzgesundheit. Das Infarktrisiko sinkt. Wie schädlich sich „negative traits“ wie Stress, Depression und Angst auswirken, weiß die Kardiologie seit den späten fünfziger Jahren, als sich die Forschungspioniere Meyer Friedman und Ray Rosenman damit zu befassen begannen. Sie fanden heraus, dass sogenanntes „Typ A-Verhalten“ – gekennzeichnet durch Feindseligkeit, Zeitdruck und Konkurrenzdenken – das Risiko verdoppelt, eine koronare Herzerkrankung zu entwickeln und daran zu sterben. Dankbarkeitsübungen helfen, das „Typ A“-Muster zu durchbrechen. Serotonin spielt dabei mit: im Herz-Kreislauf-System reguliert dieses Hormon die Spannung der Blutgefäße. Kurzum, dankbare Menschen sind gesünder. Innerer Frieden über alles? Dankbarkeit ist ein Glücksrezept für jede Lebenslage. Es gibt schlichtweg keine Umstände, unter denen sie unmöglich aufzubringen wäre. Selbst Entführte und Vertriebene, selbst Eingesperrte und Misshandelte, selbst Untertanen totalitärer Regimes könnten immer noch schlechter dran sein. Keine Situation ist zu schlimm, um nicht noch irgendwelche positiven Aspekte zu bieten. Selbst im Ghetto, im Konzentrationslager, in Guantanamo. Eben dies macht grenzenlose Dankbarkeit politisch brandgefährlich. Sie kann dazu verleiten, Missstände hinzunehmen, auszuhalten, stets das Beste daraus zu machen. Die Bereitschaft und Fähigkeit wird dabei zu einer herausragenden Tugend überhöht. Doch letztlich macht sie passiv und wehrlos, egozentrisch und unsolidarisch. Warum wohl hält sich ausgerechnet in Indien, dem Mutterland des Buddhismus, seit Jahrtausenden ein himmelschreiend ungerechtes, menschenverachtendes Kastensystem? Insofern erfüllen fernöstliche Glücksphilosophien, worin Karl Marx zurecht eine Hauptfunktion der Religion im allgemeinen sah: Sie bieten „Opium fürs Volk“, zum Nutzen der Mächtigen. Dieses Opium macht duldsam, gefügig und gleichgültig. Psychotherapie, die es einsetzt, um „Resilienz“ zu stärken, verkommt zwangsläufig zum Herrschaftsinstrument. Lebenszufriedenheit ist auch eine Frage der Selbstachtung. Wie kann ich gutgelaunt, bester Dinge, mit mir selber völlig im Reinen in den Spiegel schauen, falls ich darin jemanden erblicke, der haarsträubendem Unrecht noch einen Anlass für Dankbarkeit abgewinnt, statt dagegen anzugehen? Um der Selbstachtung willen ist es bisweilen erforderlich, andere Prioriäten zu setzen als persönliches Glück und inneren Frieden – beispielsweise aus Verantwortung für seine Nächsten. Das führt uns zu der Frage, wie dankbar sich ein geistig wacher, wohlinformierter, wahrheitsliebender Zeitgenosse, dem am weiteren Schicksal seiner Nachkommen liegt, in der Coronakrise erweisen sollte. Nein, wir brauchen dem Weltgeist nicht ergeben die inexistenten Füße zu küssen, falls er uns spätestens mit der nächsten Pandemie eine dystopische Zukunft beschert, die wir allenfalls unserem ärgsten Feind wünschen, aber gewiss nicht unseren Kindern und Enkeln. Solche Umstände erfordern nicht dankbares Hinnehmen, sondern blankes Entsetzen und erbitterten Widerstand, nicht im Alleingang, sondern gemeinsam mit Gleichgesinnten. Aber wenn wir das Unheil weder abwenden noch ihm entkommen können? Dann gilt es, in die neue Normalität möglichst viel von unserer kleinen, heilen Privatwelt hinüberzuretten. Solange uns das gelingt, können wir zumindest dafür „Danke“ sagen – wem auch immer. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.huffpost.com/entry/having-gratitude-_b_1073105; https://bewusst-vegan-froh.de/forschungen-zeigen-dankbarkeit-veraendert-dein-gehirn-und-macht-dich-gesuender-und-gluecklicher/ (2) Nach P.C. Watkins u.a.: „Gratitude and happiness: Development of a measure of gratitude, and relationships with subjective well-being“, Social Behavior and Personality 31/2003, S. 431-452. (3) https://www.youtube.com/watch?v=1bGqTf_jHSE; Siehe das Kapitel „Der Mann ohne Gliedmaßen – Wenn ein Leben zur Botschaft wird“ in Harald Wiesendanger: Auswege - Kranken anders helfen, 1. Aufl. 2015, https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/auswege-kranken-anders-helfen.html (4) M. Seligman u.a.: „Positive psychology progress: Empirical validation of interventions“, American Psychologist 60/2005, 410-421. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen M. E. McCullough u.a.: „The grateful disposition: A conceptual and empirical topography“, Journal of Personality and Social Psychology 83/2002, 112-127; S. Lyubomirsky u.a.: „Pursuing happiness: the architecture of sustainable change“, Review of General Psychology 9(2) 2005, S. 111 ff., http://thesciencenetwork.org/docs/BB3/Lyubomirsky_PursuingHappiness.pdf (5) M. E. McCullough u.a: „ The grateful disposition: A conceptual and empirical topography“, Journal of Personality and Social Psychology 82/2002, S. 112-127; A. M. Wood u.a.: „Gratitude uniquely predicts satisfaction with life: Incremental validity above the domains and facets of the Five Factor Model“, Personality and Individual Differences 45/2008, S. 49-54, https://web.archive.org/web/20110928103827/, http://personalpages.manchester.ac.uk/staff/alex.wood/gratitude%20and%20life%20satisfaction.pdf; T. B. Kashdan u.a.: „Gratitude and hedonic and eudaimonic well-being in Vietnam War veterans“, Behaviour Research and Therapy, 44/2006, S. 177-199; M. E. McCullough u.a.: (2004). „Gratitude in Intermediate affective terrain: Links of grateful moods with individual differences and daily emotional experience“, Journal of Personality and Social Psychology 86/2004, S. 295-309; Alex Wood u.a.: "Gratitude--Parent of All Virtues“, The Psychologist 20.1/2007, S. 18-21. (6) A. M. Wood u.a.: „Coping style as a psychological resource of grateful people“, Journal of Social and Clinical Psychology, 26/2007, S. 1108–1125, https://web.archive.org/web/20110928104000/http://personalpages.manchester.ac.uk/staff/alex.wood/gratitude%20and%20coping.pdf (7) David DeSteno u.a.: „Gratitude as moral sentiment: Emotion-guided cooperation in economic exchange“, Emotion 10 (2) 2010, S. 289–293, doi:10.1037/a0017883; siehe auch Robert A. u.a.: "Gratitude as a Human Strength: Appraising the Evidence", Journal of Social and Clinical Psychology 19.1/2000, S. 56-69. (8) A. M. Wood u.a.: „Gratitude influences sleep through the mechanism of pre-sleep cognitions“, Journal of Psychosomatic Research 66/2011, S. 43-48, https://web.archive.org/web/20110928104025/http://personalpages.manchester.ac.uk/staff/alex.wood/gratitude_sleep.pdf (9) https://greatergood.berkeley.edu/article/item/can_gratitude_be_good_for_your_heart Titelbild Dankbarkeit: John Hain/Pixabay

  • Demenz wegessen?

    Eine 85-jährige Demenzkranke hat ihr Gedächtnis teilweise wiedererlangt, nachdem sie ihre Ernährung radikal umstellte. Die britische Alzheimer-Gesellschaft empfiehlt sie Mitbetroffenen inzwischen als Vorbild. Im Jahr 2015 fiel Mark Hatzer, einem Anwalt aus Prestwich bei Manchester, immer häufiger auf, dass bei seiner Mutter Sylvia das Gedächtnis rapide nachließ. So hatte die damals 79-Jährige Schwierigkeiten, sich an Geburtstage oder Verabredungen mit Freunden zu erinnern. Sie rang nach Wörtern. Vertraute Gegenstände fand sie nicht mehr. Nachdem sich solche Aussetzer häuften, wurde im Dezember 2016 bei der ehemaligen Telefonistin Alzheimer diagnostiziert. Ziemlich rasch verschlechterte sich ihr Zustand. Epilepsie setzte ein, eine häufige Begleiterscheinung von Alzheimer. Nach einem heftigen Krampfanfall, bei dem sie schwer stürzte, wurde die Seniorin im März 2017 ins North Manchester General Hospital eingeliefert. Für Mark, damals 48, brach eine Welt zusammen. 1977 hatte der Junggeselle seinen Bruder verloren, 1987 auch seinen Vater. Seither seien er und seine Mama „immer eine sehr enge kleine Familieneinheit“ gewesen, bekennt er. Und so kam er an „den Tiefpunkt meines Lebens“, als er sie im Krankenhaus besuchte: Seine über alles geliebte Mutter erkannte ihn nicht mehr. Die Krankenschwestern, die sich um sie kümmerten, beschuldigte sie der Entführung. Deshalb rief sie sogar die Polizei an. Zwischendurch meinte sie, in ein Hotel geraten zu sein – allerdings „ein ziemlich schäbiges“. Ärzte bedrängten Mark, die offenkundig verwirrte Frau in eine Pflegeanstalt zwangseinweisen zu lassen. Doch der Anwalt weigerte sich. Stattdessen holte er seine Mutter nach zwei Klinikmonaten wieder nach Hause. Dort überzeugte er sie davon, „anstelle der verschriebenen Medikamente eine alternative Behandlung zu versuchen“. Ein Jahr später, 2018, war Sylvia Hatzer nicht wiederzuerkennen. Sie blühte auf, wirkte viel wacher, klarer und engagierter als zuvor. „Sie wurde wieder ihr altes Selbst“, erlebte Mark, „aktiver und aufgeschlossener“. Allmählich erinnerte sie sich wieder an Geburtstage. Voller Freude ging sie zum Tanztee. Einen Großteil ihrer Pflege übernahm sie selbst. „Es geht es ihr sehr gut, sie sieht zehn Jahre jünger aus, und wenn man sie trifft, würde man nicht ahnen, dass sie das alles durchgemacht hat.“ Reporter, die von Sylvia Hatzers Geschichte erfuhren, machten sie zur nationalen Berühmtheit. (1) Im Sommer 2018 lud Queen Elizabeth sie sogar zur traditionellen Garden Party ein - als Anerkennung für Sylvias Bemühungen, Tausenden von Demenzkranken neue Hoffnung zu geben. Was war ihr Geheimnis? „Es war kein Wunder über Nacht“, stellt Sylvias Sohn klar. Im Vordergrund stand eine radikale Ernährungsumstellung. Mark wusste, dass Demenz im Mittelmeerraum relativ selten vorkommt. „Das liegt an deren Ernährungsweise“, vermutete er. Deshalb bemühte er sich, Besonderheiten der mediterranen Küche zu übernehmen – unter anderem Fisch wie Lachs oder Makrele und andere Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Besonders häufig auf Sylvias Speisezettel standen außerdem: Vollkorngetreide, insbesondere Hafer; Vollkornbrot, Bohnen, Süßkartoffeln, Karotten und Kohlrüben; grünes Blattgemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Spinat; Pilze, vor allem braune Sorten; Nüsse, vor allem Para- und Walnüsse; frische Beeren, vor allem Blaubeeren, Brombeeren und Erdbeeren; Leinsamen, Sonnenblumenkerne; Kräuter und Gewürze; Tee, insbesondere Kräuter- und Grüntee, ungezuckert; Kaffee; Zartbitterschokolade guter Qualität, mit einem Kakaogehalt von mindestens 70 Prozent. Hinzu kamen „regelmäßige sanfte Bewegung und kognitive Übungen“. "Es ist fantastisch, dass Sylvia zusammen mit ihrem Sohn Mark Maßnahmen ergriffen hat, um einen persönlichen Plan zu erstellen, der für ihre Demenzdiagnose gut funktioniert“, sagt Sue Clarke, Bezirksleiterin der britischen Alzheimer-Gesellschaft. Auf ihrer Website hat die Wohltätigkeitsorganisation Mark Hatzers Blog über Sylvias wundersame Geschichte eingebunden. (2) Sie teilt das Ernährungs- und Bewegungsprogramm der Hatzers und veröffentlicht ihre Rezepte auf Flyern. "Die Leute denken: Wenn man eine Demenz-Diagnose bekommt, ist das Leben zu Ende“, sagt Mark Hatzer, „Man wird gute und schlechte Tage haben. Aber es muss nicht das Ende sein.“ Das sind erfreuliche Nachrichten für geschätzte 36 Millionen Menschen, die weltweit an dieser Krankheit leiden; am häufigsten, in 62 % aller Fälle, liegt Alzheimer vor. Allein in Großbritannien sind 850.000 betroffen; bis 2025 rechnen Experten mit einem Anstieg auf über eine Million. In Deutschland waren Ende 2018 fast 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt (3); bis 2050 wird mit 2,7 Millionen gerechnet. (4) Jeder Sechste über 80 ist bereits dement. Sylvia Hatzers Geschichte macht Betroffenen und ihren Angehörigen Hoffnung: Das Fortschreiten der Demenz lässt sich in manchen Fällen zumindest verlangsamen, zum Teil offenbar sogar stoppen und umkehren, zumindest zeitweise – ohne Medikamente. „Lasst Nahrung eure Medizin sein und Medizin eure Nahrung“, empfahl der griechische Arzt Paracelsus schon vor zweieinhalbtausend Jahren. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.bbc.com/news/health-43863186; https://www.mirror.co.uk/news/uk-news/dementia-sufferer-82-who-couldnt-12406506; https://www.manchestereveningnews.co.uk/news/greater-manchester-news/mums-dementia-bad-kept-hospital-14557468; https://www.thesun.co.uk/news/6115953/sylvia-hatzer-mark-diet-dementia-blueberries-chocolate-diet (2) https://www.alzheimers.org.uk/blog/marks-story-we-were-living-nightmare-we-couldnt-wake-up-from; https://www.alzheimers.org.uk/blog/marks-story-if-it-wasnt-alzheimers-i-would-never-have-known-i-have-long-lost-cousin (3) Informationsblatt 1: Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen (PDF), Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Juni 2020, https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/pdf/factsheets/infoblatt1_haeufigkeit_demenzerkrankungen_dalzg.pdf (4) Bericht des Dachverbands nationaler Alzheimer-Gesellschaften, 2020. Zit. nach rp-online.de. 18.2.2020: „2,7 Millionen Demenzkranke im Jahr 2050 erwartet“, https://rp-online.de/kultur/2-7-millionen-demenzkranke-im-jahr-2050-erwartet_aid-49044369

  • Gepriesen sei der Flickenteppich

    Die Rettung vor Inzidenzterror und Impf-Apartheid, Great Reset und Neuer Normalität rückt näher. Verdanken könnten wir sie: dem Föderalismus. Immer mehr US-Bundesstaaten pfeifen nämlich selbstbewusst auf das Corona-Regime in Washington. Von Florida über Texas bis South Dakota und Georgia ist die Hygienediktatur dabei, in sich zusammenzufallen. Amerika steht vor einer historischen Kehrtwende, die in Kürze ein weltweites Beben auslösen könnte. Deutschen Landesfürsten blüht dann eine überfällige Lektion in Verfassungsrecht. Welch unermesslichen Schaden hätten sie von ihrem Volk abwenden können, wenn sie frühzeitig ebenso Rückgrat gezeigt hätten wie Dutzende US-Gouverneure, statt dem Druck aus Berlin immer brav nachzugeben? Was wäre los in Deutschland, wenn das Blatt mit den ganz großen Buchstaben morgen mit der Schlagzeile aufmachen würde: „Kretschmer hat die Nase voll! Sachsen geht Corona-Sonderweg. Ab sofort: Alles geöffnet. Masken weg. Schluss mit Abstand. Testpflicht entfällt. Zusammenkommen, reisen, ausgehen, einkaufen nach Herzenslust. Impfpässe verboten. Klage gegen Robert-Koch-Institut.“ Das wäre ungeheuerlich. Ein Donnerschlag. Und noch unwahrscheinlicher als ein Kanzler Kretschmer. Aber keineswegs verrückt. Und schon gar nicht verfassungsrechtlich ausgeschlossen. Sondern gelebter Föderalismus vom Feinsten, im Einklang mit Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes, darin sogar mit einer „Ewigkeitsklausel“ unabänderlich festgeschrieben: Deutschland ist kein Einheitsstaat, sondern ein Bundesstaat. Seinen Gliedern fallen bestimmte staatsrechtliche Kompetenzen zu, sie besitzen eine eigene Hoheitsgewalt. Gleiche Probleme dürfen die Länder unterschiedlich lösen. Das ermöglicht und fördert fruchtbaren Wettbewerb, in dem sich manche Lösungen als besser herausstellen können, andere als weniger effektiv oder gar schädlich. Ein Bundesland darf sich folglich das Recht herausnehmen auszuscheren, wenn es aus wohlerwogenen Gründen nicht mittragen kann, was andere Länder oder der Bund beschließen. Das gilt auch für die Organisation des Gesundheitswesens. Nein, Michael Kretschmer gilt als der Allerletzte, der solche Erwägungen anstellen würde. Aber er sollte es, wie jeder deutsche Landesfürst. Dazu genügt ein Blick über den Großen Teich. Denn das Unwahrscheinliche passiert gerade in den Vereinigten Staaten. Hier besinnen sich mittlerweile 28 Bundesstaaten auf ihre verfassungsmäßige Teilsouveränität. So viele hoben den Maskenzwang auf – oder verhängten ihn gar nicht erst. Zwölf haben Impfpässe verboten. Von South Dakota über Florida und Texas bis Georgia rebellieren sie gegen jene weitgehend unwirksame, zerstörerische, verfassungswidrige Art von Infektionsschutz, an dem Washington festhält. Florida erklärt alle Strafen, die wegen Verstößen gegen Corona-Verordnungen verhängt worden waren, für null und nichtig. Gemeinsam mit Alaska und Mississippi verklagt es Amerikas oberste Seuchenschutzbehörde CDC – wegen Machtmissbrauch ohne wissenschaftliche Evidenz, aus politischen Motiven. Brave Landesfürsten – Wie Niedersachsen und Thüringen im Nu einknickten Zaghafter Widerstand gegen den Infektionsschutz des Bundes regte sich durchaus auch unter deutschen Landesfürsten. Doch stets knickten sie im Nu wieder ein. Soeben wollte Niedersachsens Regierung zumindest beim Einkaufen im Einzelhandel die Maskenpflicht aufheben, angesichts von Inzidenzwerten im Sturzflug. Doch schon einen Tag darauf, am 22. Mai, hatte das Gedankenspiel bereits sein Verfallsdatum überschritten. (1) Dazu genügte der erste sachte Gegenwind. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnte vor „Leichtsinn“. "Unsere Ungeduld darf am Ende nicht zu Übermut führen". RKI-Chef Lothar Wieler betonte, es gebe immer mehr Belege – welche wären das denn? -, wie wirksam Masken auch in Alltagssituationen seien. Wenn jetzt gelockert würde, müsse der "Basisschutz" mit Abstand, Hygiene und Masken von allen möglichst beibehalten werden. Ein Landesverband des Marburger Bundes unterstrich dies, ebenso die Deutsche Stiftung Patientenschutz. Unter dem Hashtag #diemaskebleibtauf deutete sich in den sozialen Medien ein Shitstorm an. So viel Einspruch reichte aus fürs Zurückrudern. „Die Landesregierung wird diesen Punkt nochmal sehr ernsthaft überdenken“, kündigte deren Sprecherin Anke Pörksen am 21. Mai an. Das „Überdenken“ gelang in Windeseile. „Mund-Nasen-Bedeckung rettet Leben“, so fiel der niedersächsischen Gesundheitsministerin Daniela Behrens plötzlich wieder ein. Und Niedersachsens Landeschef Stephan Weil? Tauchte ab. Ebenso kläglich im Sande verlaufen war schon Ende Mai 2020 ein zaghafter Lockerungsversuch Thüringens. „Wir müssen aus dem Krisenstatus raus“, hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow erklärt. Menschen könnten nicht weiter gezwungen werden, die Aufhebung von Verboten vor Gerichten zu erstreiten - wie etwa die Öffnung von Fitnessstudios. Wer Grundrechte einschränke, müsse das gut begründen können. „Von Ver- zu Geboten, von staatlichem Zwang hin zu selbstverantwortetem Maßhalten“ müsse das neue Motto lauten. Ramelow kündigte an, ab dem 6. Juni wolle er auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten. Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen hätten damit allenfalls noch regional gegolten. Daraufhin brach über Ramelow prompt eine Empörungswelle herein. Von „verheerend“ bis zu einer amtlichen Ohrfeige der Kanzlerin reichte das Echo. Angela Merkel halte weiterhin verbindliche und durchsetzbare Corona-Anordnungen für notwendig, so richtete Regierungssprecher Steffen Seibert aus. „Es darf auf keinen Fall der Eindruck entstehen, die Pandemie wäre schon vorbei“, warnte Gesundheitsminister Jens Spahn. Der bayerische Kollege Markus Söder erkannte ein „fatales Signal“. Ähnliche Kritik kam vom saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans und von NRW-Regierungschef Armin Laschet. Das genügte. Schon einen Tag später ruderte Ramelow zurück: Die Thüringer müssen auch weiterhin in Bussen, Bahnen und Geschäften Masken zum Schutz vor einer Coronainfektion tragen. „Lieber spät als nie“ komme diese „Einsicht“, so kommentierten die Westfälischen Nachrichten. Bund-Länder-Konferenz, erweitertes Infektionsschutzgesetz: Verfassungsbrüche abgenickt Hätte das Weiße Haus so etwas wie eine „Bund-Länder-Konferenz“ erzwingen können – ein in der amerikanischen wie der bundesdeutschen Verfassung überhaupt nicht vorgesehenes außerparlamentarisches Entscheidungsgremium, in dem sich Bedenkenträger, Zauderer und Abweichler regelmäßig vom Regierungschef und ihm geneigten Ministerpräsidenten auf Linie bringen lassen? Landesoberhäupter vom Format einer Kristi Noem oder Ron DeSantis, eines Greg Abbott oder Brian Kemp hätten da mit Sicherheit niemals mitgespielt. Schon gar nicht hätten US-Gouverneure brav eine im Eilverfahren durchgepeitschte „Anpassung“ des Infektionsschutzgesetzes mitgetragen, die den Bund verfassungswidrig ermächtigt, sich über originäre Zuständigkeiten der Länder hinwegzusetzen, sobald eine gewisse „Inzidenz“ erreicht ist. Eine erhebliche Gefährdung der Volksgesundheit mag einen Notstand darstellen, der vorübergehende Einschnitte in Grundrechte legitimiert. Aber positiv PCR-getestet zu sein – und damit zum „Fall“ zu werden, der einen Inzidenzwert erhöht -, ist noch lange keine Krankheit. Um den Mumm aufzubringen, sich querzulegen, hätten Weil und Ramelow bloß aufgreifen müssen, was führende Staatsrechtler an Infektionsschutz à la Merkel entsetzt: von Hans-Jürgen Papier, dem ehemaligen Verfassungsgerichtspräsidenten (2), über Ferdinand Kirchhof, den früheren Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts, bis zu Jens Gnisa, früherer Vorsitzender des Deutschen Richterbunds, Hinnerk Wißmann, Professor für Öffentliches Recht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, und Thomas Mayen, Honorarprofessor an der Universität Köln. Stattdessen zogen es ausnahmslos alle Ministerpräsidenten vor, auf der Panikwelle mitzusurfen. Auch sie haben in der Pandemie historisch versagt. Was spricht eigentlich gegen Patchwork? Wieso setzen Merkel und Spahn alles daran zu verhindern, dass auch nur ein einziges Bundesland ausschert? Warum betont die Bundesregierung bei jeder Gelegenheit, wie gefährlich ein „föderaler Flickenteppich“ uneinheitlicher Corona-Regeln sei? Weshalb musste sie der Vielfalt unbedingt „ein Ende setzen“, ehe diese auch nur ansatzweise entstehen konnte, und möglichst viele Kompetenzen schleunigst auf den Bund verlagern? Die Antwort liegt auf der Hand: Jeder Alleingang hätte den Berliner Generalplan durchkreuzen können. Im April 2020 hatte die Kanzlerin ein denkwürdiges Junktim hergestellt: Die Pandemie sei nicht etwa dann zu Ende, wenn es kaum noch SARS-CoV-2-infizierte Schwerkranke und Tote gibt – sondern erst, „wenn es einen Impfstoff gibt“, den sich eine Bevölkerungsmehrheit spritzen lässt, egal bei welchem Krankenstand. Der Super-GAU für Angies Agenda: nicht volle Intensivstationen, sondern vorzeitig leere Keine Landesregierung durfte daran rütteln. Was hätte ein Ministerpräsident womöglich angerichtet, wenn er Merkel selbstbewusst Contra gegeben hätte: „Wir machen das anders, ohne PCR-Tests, ohne Spritze, ohne nie dagewesene Auflagen für Gesunde, ohne Shutdowns. Wir konzentrieren uns darauf, die bekannten Risikogruppen zu schützen – alle Übrigen lassen wir in Ruhe. Gefährdete statten wir gerne mit Gratismasken, Luftfiltern und Desinfektionsmitteln aus. Vorsorglich und therapeutisch setzen wir Vitamin D, Zink, Selen und andere immunstärkende Mittel und Maßnahmen ein, außerdem Ivermectin, vernebeltes Wasserstoffperoxid, antivirale Mund- und Nasenspülungen, empfehlen Gewichtsreduktion, mehr Bewegung und vollwertige Ernährung. Schulen, Läden, Betriebe, die Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen: Alles bleibt bei uns offen, PCR-Tests brauchen wir nicht. Wer sich krank fühlt, hält Abstand und bleibt zu Hause. Von Symptomfreien geht ein vernachlässigbar geringes Risiko aus, im Freien praktisch gar keines. Also spricht nichts gegen Versammlungen und Demonstrationen, volle Stadien und Biergärten.“ Wovor den Berliner Hygieneterroristen dabei am meisten gegraut hätte, wären nicht etwa Intensivstationen und Massengräber voller „Corona-Opfer“ im Land der Abtrünnigen gewesen – sondern die Aussicht, dass Kliniken und Leichenhallen dort womöglich leer geblieben wären. Dass der Alleingang funktioniert hätte. Dass der Abweichler ein unwiderlegbares Exempel statuiert hätte: Es geht auch ohne Vakzine, verfassungswidrige Grundrechtsbeschränkungen und verheerende Kollateralschäden. Also bestünde der Super-GAU für Merkels Agenda nicht etwa darin, dass der gesundheitspolitische Sonderweg eines aufmüpfigen Bundeslands schiefgeht – sonderrn dass er klappt. Und das sagt schon fast alles darüber, inwieweit es bei dieser Agenda um unsere Gesundheit geht. Kretschmers verpasste Gelegenheit Wie abwegig ist das Gedankenspiel eingangs? Einen kurzen Moment lang bestand tatsächlich die Chance, dass sich Sachsen zu Merkellands Florida aufschwingt. Mit dem Rückgrat eines DeSantis hätte Ministerpräsident Michael Kretschmer nämlich Geschichte schreiben können. Doch nach kurzem Zögern schwamm er weiter mit dem Strom der Corona-Hardliner. Und das kam so. (3) Noch im Frühjahr 2020 hatte sich Kretschmer auffällig zurückgehalten, während sich andere Ministerpräsidenten längst ins Berliner Panikorchester einreihten, um das schaurige Lied vom „Krieg gegen das Virus“ anzustimmen. Grundrechtsdemonstranten, die andernorts bereits als wirre Verschwörungstheoretiker und Neonazis verleumdet und bekämpft wurden, lieh er ein offenes Ohr. Er „respektiere“ sie und wolle „gerne verstehen, was sie ablehnen“, so erklärte Sachsens Ministerpräsident am 14. Mai. (4) Zwei Tage später verblüffte er die Nation, als er unangekündigt bei einer Demo im Dresdner Großen Garten auftauchte, um mit den Protestierenden zu diskutieren. Dabei deutete er an, dass er eine Beendigung der Maskenpflicht für sinnvoll erachtet. (5) Einer der Teilnehmer, der Künstler Michael Grasemann, regte daraufhin einen Runden Tisch mit Wissenschaftlern an, die den Corona-Maßnahmen kritisch gegenüberstehen. Vor laufenden Kameras sagte Kretschmer zu, dabei mitzumachen. Und tatsächlich fand ein solches Treffen am 26. Juni 2020 statt – vielsagend totgeschwiegen von allen Leitmedien der Deutschland AG. Begleitet von Sachsens Sozialministerin Petra Köpping, setzte sich ein noch einigermaßen neugieriger, geistig offener Ministerpräsident zusammen mit dem Mikrobiologen Prof. Sucharit Bhakdi und seiner Frau Karina Reiss, einer Biochemikerin. Mit dabei waren ferner, neben Grasemann, unter anderem der Wirtschaftswissenschaftler Stefan Homburg sowie die Mediziner Martin Haditsch, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie; Prof. Dr. Christoph Lübbert, Chefarzt der Leipziger Klinik für Infektiologie; und zwei Dresdner Ärzte, der Allgemeinmediziner Dr. Michael Schnur und der Gynäkologe Prof. Dr. med. Sven Hildebrandt. (6) Das Gespräch moderierte der Journalist Dr. Peter Ufer. Von den vorgetragenen Argumenten anscheinend ins Grübeln gebracht, soll Kretschmer in Aussicht gestellt haben, die Maskenpflicht in Kürze aufzuheben, vielleicht noch im Juli. Tonaufnahmen der Sitzung gab er ausdrücklich zur Verbreitung frei, wie Teilnehmer versichern. Doch kurz darauf sollen zwei Sicherheitsmitarbeiter „mit besonderen Privilegien“ diese Aufnahmen eingezogen haben. Wenige Tage später, so heißt es, tauchte Gesundheitsminister Jens Spahn zu einem inoffiziellen Blitzbesuch in Dresden auf. Warum er anreiste, worüber er mit Kretschmer sprach, worauf sich die beiden verständigten: Niemand weiß es. Der Verdacht liegt nahe, dass Kretschmer sich dabei „auf Linie“ bringen ließ. Gleich darauf ordnete er offenbar an, dass über den Runden Tisch nichts kommuniziert werden dürfe. Am 14. Juli folgte die neue Sächsische Corona-Verordnung, vollauf im Einklang mit der Merkel-Linie. Ein Auskunftsersuchen der Initiative FragDenStaat wies die Sächsische Staatskanzlei mit Schreiben vom 27. August zurück. Amerika ist dabei, pflichtvergessenen Mitläufern wie Kretschmer eine überfällige Lektion in Verfassungsrecht zu erteilen. Im vermeintlichen oder tatsächlichen Notstand, gerade dann, kommt es auf Landesoberhäupter an, die den Föderalismus selbstbewusst verteidigen und stärken, statt sich in ihren grundgesetzlich garantierten Rechten beschneiden zu lassen und übereilt Zuständigkeiten an die Staatsregierung abzugeben. Je zentralistischer Gesundheitspolitik angelegt ist, desto eingleisiger geht sie vonstatten. Desto „alternativloser“ erscheint sie. Um so leichter manipulierbar ist sie durch übermächtige Lobbygruppen, wie sich am Beispiel der WHO nun ein weiteres Mal nach den Vogel- und Schweinegrippe-Skandalen zeigt. Sechzehn deutsche Bundesländer: In der Coronakrise stehen sie für sechzehn verpasste Chancen, einen Sonderweg einzuschlagen, dessen Erfolg die Berliner Superspreader von Panik und Autoritarismus frühzeitig blamiert hätte. Nicht auszudenken, was Mut zum Patchwork unserem panikvirusinfizierten, drostenisierten Land hätte ersparen können. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.tagesschau.de/inland/maskenpflicht-119.html; https://www.tagesspiegel.de/politik/lockerungen-in-laendern-niedersachsen-bleibt-doch-bei-maskenpflicht/27211694.html (2) https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/papier-kritisiert-neues-corona-gesetz-als-persilschein-fuer-regierung; https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/121810/Verfassungsrechtler-Papier-Die-Deutschen-sind-keine-Untertanen; https://www.welt.de/politik/deutschland/plus227789681/Hans-Juergen-Papier-Die-Menschen-dieses-Landes-sind-keine-Untertanen.html (3) Nach https://peds-ansichten.de/2020/08/politiker-druck-michael-kretschmer-corona/ (4) ARD-Tagesschau: „Kretschmer fordert Differenzierung“, 14.5.2020; https://www.tagesschau.de/inland/demonstrationen-corona-101.html (5) „Michael Kretschmer zeigt sein wahres Gesicht — PR-Besuch bei Anti-Corona Demo in Dresden“, komplett, 17.5.2020, https://www.youtube.com/watch?v=cWtEwr7N_Jg&t=493s (6) https://www.youtube.com/watch?v=Rx-ec3nUcrc, erstaunlicherweise noch nicht gelöscht; https://lbry.tv/@angry-ex-npc:4/Runder-Tisch-mit-MP-Kretschmer-und-den-Professoren-Reiss,-Bhakdi,-Homburg,-Haditsch,-L%C3%BCbbert-u.a.:9 Bildelemente: Porträt Kretschmer: Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=87492373 Porträt Weil: Von Anne Hufnagl - Anne Hufnagl - SPD Niedersachsen, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101589492 Porträt Ramelow: Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83439966 Merkel-Bildausschnitt: Von Armin Linnartz, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16103982 Patchwork: AnnaER/Pixabay; Wirbelsäule: Alfred Derks/Pixabay

  • „Nur Diebe und Terroristen tragen Masken“

    „Nur Diebe und Terroristen tragen Masken“, meint Vittorio Sgarbi. Deswegen verbot er jegliche Mund-Nasen-Bedeckungen in der italienischen Gemeinde, deren Bürgermeister er ist. Das war im September 2020. Politik und Medien reagierten einhellig entsetzt. Doch ein Dreivierteljahr später belegen Statistiken: Um die Volksgesundheit steht es in Sutri keineswegs schlechter als anderswo. Dieser Mann ist ein Lautsprecher. Ein eitler, theatralischer Selbstdarsteller. Ein geborener Provokateur. Ein Narziss. Starrsinnig. Unversöhnlich. Rücksichtslos. Oft geradezu obszön. Mehrfach verurteilt wegen Beleidigung, Verleumdung und Widerstand gegen Amtsträger. Kein Fettnäpfchen lässt er aus. Um so mehr ärgert Vittorio Sgarbis zahlreiche Gegner: Dieser Kerl hat womöglich recht. Zumindest mit jener spektakulären, staatlichen Seuchenschutz verhöhnenden Verordnung, die ihn im September 2020 auf einen Schlag berühmt machte, weit über die Grenzen Italiens hinaus. Die Rede ist von Vittorio Sgarbi, Bürgermeister eines Städtchens namens Sutri, 50 km nordwestlich Rom. Bei seiner Verordnung für die 6600 Einwohner, aber auch für Zugereiste berief er sich auf ein Gesetz aus dem Jahr 1975, das Italien zur Bekämpfung des Terrorismus erlassen hatte. Darin heißt es, niemand dürfe mit Helm, Maske oder auf andere Weise vermummt auf die Straße gehen. Denn das Gesicht der Person müsse jederzeit erkennbar sein. (1) „Nur Diebe und Terroristen setzen Masken auf", so hieß es in einer Pressemitteilung Sgarbis. Wer trotzdem damit „an öffentlichen Orten“ herumläuft, ohne dass ein „Bedarf“ dafür besteht, muss seither ein Bußgeld zahlen. (1) Der streitbare Bürgermeister, seit Juni 2018 im Amt, findet es beispielsweise „widersinnig, dass man ohne Maske isst, sie jedoch aufsetzt, sobald man vom Tisch aufsteht. Dies ist eine lächerliche Prozedur, die nichts mit gesundheitlichen Erfordernissen zu tun hat.“ Der 69-jährige Sgarbi, ein landesweit bekannter Kunstkritiker und Politiker, ist seit 1994 Mitglied der Abgeordnetenkammer. Von 1999 bis 2001 war er Abgeordneter des Europäischen Parlaments, von 2001 bis 2002 Staatssekretär für Kulturgüter und kulturelle Aktivitäten in der Regierung Berlusconi. In der Coronakrise gilt er als scharfer Gegner der Maskenpflicht und sonstiger Corona-Maßnahmen. Unermüdlicher Provokateur Seit seinem aufsehenerregenden Vermummungsverbot hat Sgarbi nie aufgehört, sich als Fahnenträger der Anti-Lockdown-Widerstandsbewegung zu inszenieren. Mit Vorliebe flammend empört, ergeht er sich in Schimpftiraden gegen den staatlichen Seuchenschutz, wo immer sich ihm eine öffentlich beachtete Gelegenheit dazu bietet. AHA-Hygiene ignoriert er kaltblütig, Ausgangssperren und Versammlungsverbote ebenfalls. Und so sammelte er bis Mai 2021 bereits acht Bußgeldbescheide. Jedem hat er widersprochen, bezahlen will er keinesfalls. Über den Maskenzwang setzt sich Sgarbi selbst im römischen Parlament beharrlich hinweg. Ermahnungen von Sitzungsleitern ignoriert er. Wenn ihn Saalordner deswegen gewaltsam von seinem Sitz wegzerren und an Händen und Füßen hinaustragen, ist ihm ein Platz in den Hauptnachrichtensendungen gewiss. Am späten Abend des 5. April 2021, des Ostersonntags, postete Sgarbi auf seiner Facebook-Seite ein Video, das er selbst im Freien gedreht hatte. „Nur eine Regierung von Schwachköpfen kann die Menschen im Haus einsperren, um fernzusehen, während es an der frischen Luft so aussieht“, donnerte er. „Und im Fernsehen hört man einen Virologen, der sagt, dass man nach der Impfung auch im Freien eine Maske tragen muss. Die sind verrückt. Das sind Leute, die nur Ihre Krankheit wollen." Tags darauf, am 6. April, legte Sgarbi auf Roms Piazza Montecitorio einen weiteren typischen Auftritt hin. Vor Hunderten versammelter Gastronomen, die artig maskiert und Abstand haltend gegen Corona-Auflagen protestierten, kletterte Sgarbi auf eine improvisierte Bühne, um ins Mikrofon zu brüllen: "Wer im Freien eine Maske trägt wie ihr, mit Sicherheitsabstand und Schiss, ist wie jemand, der mit Kondom S*x macht.“ Unter allen Vergleichen, die hinken, tut es dieser auf mindestens zwei Beinen – die Schutzwirkung von Präservativen ist immerhin erwiesen. Kurz vor Weihnachten 2020 sorgte Sgarbi in Florenz für Empörung. Anlässlich der feierlichen Installation einer „Pop-Krippe“, mit Musikfiguren von Lucio Dalla bis Freddie Mercury, stand Sgarbi mit drei weiteren Festrednern beisammen – im Freien, vor den Uffizien. Wie eine Live-Übertragung bei Facebook dokumentierte, trug Sgarbi als einziger teils gar keine Maske, teils schob er sie demonstrativ unters Kinn. Damit sorgte er für einen kuriosen Kontrast, als sein Florentiner Amtskollege Dario Nardella an die Verantwortung der Bürger in Coronazeiten appellierte und wiederholt darum bat, „mit gesundem Menschenverstand die geltenden Regeln zu respektieren“. Prompt handelte sich Sgarbi einen Shitstorm ein: „Schande über ihn", "absolut inakzeptabel", "verwerfliches Verhalten". Jemand erinnerte an eine Frau, die im Oktober nahe der Piazza della Repubblica in Florenz verhaftet und in Handschellen abgeführt wurde, weil sie keine Maske trug. Wieso verfährt die Polizei mit Sgarbi nicht ebenso? Ein paar Wenige nahmen Sgarbi allerdings in Schutz. Wie gesund ist ein Menschenverstand, der von einem hohen Risiko ausgeht, dass Symptomfreie einander an der frischen Luft anstecken? Wie viel Respekt verdienen entsprechende Schutzvorschriften? „Lächerliche Maßnahmen“ Als die italienische Regierung pünktlich vor Weihnachten 2020 Versammlungsauflagen verschärfte, tobte Sgarbi am 20. Dezember im Parlament über „lächerliche Maßnahmen“ gegen das Coronavirus: „Warum darf ich zuhause nicht mehr als zwei Gäste haben? Wieso nicht vier? Bis gestern haben sich hier im Parlamentssaal regelmäßig 500 Leute versammelt, ohne dass es einen einzigen toten Abgeordneten oder Minister gab - und zu mir können nicht mehr als zwei Leute kommen? F*** dich, du I***, du A***.“ Und wieso, fragt Sgarbi in Rage, gilt die Ausgangssperre bloß bis einschließlich Sonntag 27. Dezember, nicht aber für die Werktage ab Montag 28. Dezember? „Schaut das Virus, ob es ein Feiertag ist oder nicht?“ Falls in geschlossenen Räumen tatsächlich Lebensgefahr besteht – wieso, will Sgarbi wissen, setzt man dann nicht Luftfilter und Desinfektionsgeräte ein? „Es gibt sie, wir könnten sie seit März haben. Die Regierung könnte sie kaufen, um sie Schulen und Theatern zu geben, der private Sektor könnte sie kaufen. Ich kann ein Restaurant desinfizieren, warum lasst ihr mich das nicht machen, ihr Regierungssch***? Wie könnt ihr regieren, wenn ihr nichts kapiert, ihr Schwachköpfe?“ Wenn Sgarbi eine Corona-Infektion für zumeist harmlos erklärt, spricht er immerhin aus eigener Erfahrung. Als er sich im Dezember 2020 von seinem Hausarzt PCR-testen ließ, stellte sich heraus, dass er Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut hatte. „Also hatte ich das Coronavirus wahrscheinlich. Aber es ging mir bestens. Ich war asymptomatisch, ohne es zu merken.“ Andererseits musste Sgarbi miterleben, wie kurz hintereinander sein alter Chauffeur, sein Assistent sowie der stellvertretende Bürgermeister von Sutri mit einer Corona-Diagnose starben. Ebenso erging es dem von Sgarbi hochgeschätzten Starfotografen Giovanni Gastel. Vor allem Gastels Tod habe ihn „zum Umdenken gebracht“, räumt Sgarbi ein. „Denn ich war überzeugt, dass er daran unmöglich sterben kann“. Inzwischen glaube er jedoch, dass es „zwei Covids gibt: eines, das dich erwischt, ohne dass du es sehen kannst, und eines, das aus dem Hinterhalt über dich herfällt und dich umhauen kann“. (2) Kranke erster und zweiter Klasse Anfang 2021 erhielt Sgarbi die Diagnose Prostatakrebs, noch ohne Metastasen (3); vom 12. April an unterzog er sich einer Strahlentherapie. Seither prangert er bei fast jedem öffentlichen Auftritt einen besonderen Kollateralschaden staatlichen Infektionschutzes an: die Vernachlässigung aller schweren Erkrankungen, die nicht „Covid-19“ heißen. „Ein Arzt, der Krebspatienten vernachlässigt, ist einer, der mir auf den Sack geht. Es gibt nicht nur Covid auf der Welt." „Alles ist dem Covid-Gott und seinen Bedürfnissen untegeordnet.“ „Eine Erkrankung wie meine scheint zweitrangig, weniger wichtig als die Mythologie um die Seuche“, und das findet er inakzeptabel. „Die Onkologie im Allgemeinen ist heute ein Opfer des Medienterrorismus, der für die Pandemie betrieben wird.“ Liegt Sgarbi damit denn völlig daneben? "Im Gerichtssaal zwingen sie mich, die Maske zu behalten, die mir als Krebspatient schadet und nicht dazu dient, das Covid zu bekämpfen, das ich nicht mehr haben kann, weil ich es bereits durchgemacht habe. Ein Paradoxon.“ Ein ärztliches Attest, das ihn vom Maskentragen befreit, schickte er an Roberto Fico, den Präsidenten der italienischen Abgeordnetenkammer: "Er kümmert sich nicht um Krebs oder Herzprobleme, nur um Covid, das weniger tödlich ist als Lungenkrebs durch Rauchen. Im Parlament sind wir mit einem logischen Paradoxon konfrontiert: sehr strenge Vorschriften für eine Krankheit, die für mehr als 90 Prozent der Menschen, die daran erkranken, nicht tödlich ist - aber wenn man eine andere hat, wie z. B. Krebs oder eine Herzkrankheit, interessiert das niemanden.“ Amtskollegen distanzieren sich von Sgarbi in aller Öffentlichkeit. So desavouierte ihn die Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Sulmona, Annamaria Casini, Anfang Dezember 2020 vor Pressvertretern während eines gemeinsamen Spaziergangs: „Sgarbi sollte für die Einhaltung der Regeln werben und wissen, dass die Gesetze nicht kommentiert, sondern respektiert werden müssen. Wenn ein Mann wie er, der in Fragen der öffentlichen Gesundheit ein Beispiel geben sollte, sich über solche Regeln hinwegsetzt, so ist das wirklich besonders schlimm", betonte Casini. "Hier in Sulmona herrscht seit diesem Sommer Maskenpflicht, und gerade dank dieser restriktiven Maßnahme ist es unseren Bürgern gelungen, die Ansteckung einzudämmen.“ Ätsch - Die Katastrophe blieb aus Hat Sgarbi all die verbalen Prügel verdient, die er öffentlich einstecken muss? Man muss diesen Proleten nicht mögen oder gar beklatschen. Man muss ihm nicht jede Ausfälligkeit durchgehen lassen. Man muss nicht jede seiner regierungskritischen Äußerungen mitunterschreiben. Eines allerdings sollte man fairerweise nicht versäumen: neugierig nachzuforschen, ob sich Sgarbis Umgang mit der Seuche wirklich so fatal auswirkt, wie seine Gegner unterstellen, ohne Beweise vorzulegen. Hat dieser Bürgermeister in seiner eigenen Gemeinde Unheil angerichtet? Füllen die schutzlos ausgelieferten Einwohner von Sutri seit der „ersten Welle“ zuhauf Arztpraxen, Kliniken und Intensivstationen? Pflastern Berge von Leichen die Gassen des malerischen Städtchens? Erkrankten und starben dort mehr Menschen an Covid-19? Stößt Sutris Friedhof coronabedingt an seine Kapazitätsgrenze? Von alledem kann keine Rede sein. Bis Mitte Mai 2021 wurden unter den rund 6400 Einwohnern von Sutri 258 „Fälle“ aktenkundig. Acht (!) verstarben „an oder mit“ SARS-CoV-2. Das ergibt eine Covid-Mortalität von 0,124 %. Damit steht Sgarbis Städtchen besser da als viele umliegende Gemeinden, die auf Mund-Nasen-Bedeckung und Social Distancing achten: (4) Falls Sgarbi völlig danebenläge: Wie müsste dann Italiens bisherige Covid-Bilanz aussehen, im Vergleich zu einem Land wie Schweden, das auf Lockdowns, Ausgangssperren und Maskenzwang verzichtete? „Womit haben wir bloß Sgarbi verdient?“, fragt ironisch ein Journalist des Nachrichtenportals today.it. Die Antwort muss lauten: mit kollektivem Unterdrücken von berechtigten Zweifeln, mit denen der Provokateur aus Sutri die Nation zurecht nervt. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.miss.at/buergermeister-in-italien-verbietet-das-tragen-von-masken/; https://www.derstandard.de/story/2000119675269/buergermeister-italienischer-kleinstadt-stellt-das-tragen-von-masken-unter-strafe; https://kurier.at/politik/ausland/buergermeister-in-italien-fuehrt-maskenverbot-ein/401015855; https://www.krone.at/2220517; https://www.unionesarda.it/de/articolo/news/italia/2020/08/29/sgarbi-a-sutri-multe-per-chi-indossa-la-mascherina-senza-necessit-137-1054214.html; https://www.romatoday.it/attualita/coronavirus-sgarbi-mascherine-sutri-multe-.html (2) Sinngemäß von mir übersetzt. Das Originalzitat lautet: „In realtà ci sono due Covid, uno che ti prende e non si vede, un altro che ti prende di traverso". https://www.ilgiornale.it/news/cronache/vittorio-sgarbi-ho-avuto-covid-e-ho-cancro-p-1932578.html (3) https://www.today.it/politica/vittorio-sgarbi-cancro-mascherina-parlamento.html; https://www.ilgiornale.it/news/cronache/vittorio-sgarbi-ho-avuto-covid-e-ho-cancro-p-1932578.html; https://www.ilgiornale.it/news/cronache/vittorio-sgarbi-far-radioterapia-e-aula-mi-fanno-tenere-1933631.html (4) Statistik nach http://www.tusciaweb.eu/2021/04/riepilogo-3/, Stand: 17. Mai 2021. Bildausschnitt Sutri: Von Croberto68 - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5964841 Grafiken mit Vergleichen Schweden – Ialien: https://ourworldindata.org/coronavirus/country/italy 12. Mai 2021: Sgarbi empört sich über Maskenträger in der Kirche https://www.facebook.com/search/top?q=vittorio%20sgarbi Porträtfoto Sgarbi (Zitatkasten): By Bruno Cordioli - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39349954

  • Der Mercola-Skandal: ein Augenöffner

    Einer der prominentesten Ganzheitsmediziner Amerikas, Dr. Joseph Mercola, muss auf seinen Internetseiten zahlreiche Artikel löschen, die unerwünschte Standpunkte begründeten: Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Impfungen seien fraglich; es gebe bewährte, hochwirksame, preiswerte Alternativen zur Vorsorge und Behandlung von Covid-19. Dem Dauerdruck von juristischen Drohungen, persönlichen Anfeindungen und übler Nachrede hielt der streitbare Arzt nicht mehr stand. Erschreckend deutlich führt der Mercola-Skandal vor Augen, wie gefährdet das Grundrecht auf Meinungsfreiheit in der westlichen Welt inzwischen ist. Er offenbart die Machenschaften eines Propaganda-Netzwerks, das bestimmen will, was wir erfahren und äußern dürfen. Dessen Masterminds ziehen im Hintergrund die Fäden, in den USA und weltweit. Regierungen fördern ihr Treiben, Gerichte lassen sie gewähren, Mainstream-Medien machen sich zu ihren Handlangern, die breite Öffentlichkeit ahnt nichts. Boris Reitschuster ist mehr als nur irgendein erfahrener, vielgelesener Journalist. Der frühere Moskau-Korrespondent des Nachrichtenmagazins Focus ist ein Phänomen - geradezu eine Institution. Ein Leuchtturm. Mit seinen unerschrockenen Auftritten bei Bundespressekonferenzen, als berüchtigte Nervensäge inkompetenter, lügender, schwurbelnder Regierungsvertreter, ragt er aus einer pflichtvergessenen Meute braver Hofberichterstatter ziemlich einsam heraus. Sein Blog reitschuster.de, im Dezember 2019 gestartet, hat es binnen eines Jahres zu Deutschlands führender Online-Plattform für anderswo übergangene, unterdrückte, diskreditierte Wahrheiten, für überfällige Fragen und unerwünschte Widerrede gebracht. Mit 18,5 Millionen Aufrufen allein im April 2021 erreicht sie, als einziges systemkritisches Medium, noch eine nennenswert breite Masse. Bewunderer bezeichnen Reitschuster als die Ein-Mann-Opposition der Republik. Sie feiern ihn als glänzendes Beispiel dafür, was die vielbeschworene Vierte Gewalt sein könnte und müsste, falls sie standesgemäß ihren Job erledigt – gerade jetzt, wo es auf sie ankäme wie seit 1945 nicht mehr. Doch damit könnte es von heute auf morgen vorbei sein. Oder spätestens übermorgen, bei der nächsten Plandemie. Wie gefährdet journalistische Frontkämpfer wie Reitschuster in der neuen Normalität sind, führt ein Blick über den Großen Teich vor Augen. Übelste Anfeindungen muss dort Dr. Joseph Mercola aushalten, einer der bekanntesten Alternativmediziner und Gesundheitspublizisten Amerikas. Allein schon der hanebüchene Wikipedia-Eintrag über den 67-jährigen Arzt gleicht einer öffentlichen Hinrichtung. Er stehe „in ständiger Kritik“, weil er „widerlegte Ansichten“ vertrete und „pseudowissenschaftliche Ratschläge“ von sich gebe. Auf gefährlicher Mission Viel Feind, viel Ehr: Einen derart schlechten Ruf muss man sich hart erarbeiten. Mercola tut es, indem er seit über einem Vierteljahrhundert unbeirrt dem folgt, was er „meine Mission“ nennt: „Ihnen zu helfen, Ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen“, anstatt sie Leuten zu überlassen, die daran verdienen, wenn Gesundheit verlorengeht. Er kämpfte gegen neurotoxisches Fluorid im Trinkwasser, gegen Zahnfüllungen aus Quecksilber, gegen genetisch veränderte Organismen, giftige Agrarchemikalien und synthetische Dünger. Er warnte vor zuviel Antibiotika in der Humanmedizin und der Tierzucht, vor den Gefahren des Vitamin-D-Mangels, vor schädlichen Transfetten, wie auch vor Vioxx, jenem teuflischen Entzündungshemmer, der mehr als 60.000 Patienten umbrachte, ehe er endlich vom Markt genommen wurde. In seinem Enthüllungsbuch The Great Bird Flu Hoax zeigte Mercola im Jahr 2006 am Beispiel der Vogelgrippe auf, wie übermächtige Interessengruppen für Pseudo-Pandemien sorgen können – und was sie davon haben. Dieser beharrliche Einsatz für die öffentliche Gesundheit bescherte dem mutigen Arzt viel Aufmerksamkeit und Anerkennung. Von Mercolas 15 Büchern schafften es immerhin drei auf die Bestsellerliste der New York Times. Seit 1997 ist Mercola.com eine der weltweit erfolgreichsten unabhängigen Internetquellen für Gesundheitsinformationen aus Sicht der Alternativmedizin. Unter Mercolas Regie tragen mehrere Dutzend festangestellte und freie Mitarbeiter dazu bei. Mit 10 bis 20 Millionen Aufrufen pro Monat kann Mercola.com sogar mit den National Institutes of Health mithalten, Amerikas wichtigster Behörde für biomedizinische Forschung. (1) Zeitweilig toppte sie die Internet-Auftritte der American Medical Association und des New England Journal of Medicine. Mercolas soeben erschienenes Buch The Truth About Covid-19 hat das Zeug zum Megahit, allein Amazon orderte im voraus 100.000 Exemplare. Wer unvoreingenommen auf sich wirken lässt, was Mercola online zu bieten hat, kommt schwerlich umhin, davor eher den Hut zu ziehen als enttäuscht reißaus zu nehmen. Zwar zeigt der Ganzheitsmediziner stets klare Kante, pflegt seine Standpunkte aber vorbildlich zu belegen. Die meisten Artikel sind aufwändig recherchiert; üblicherweise enden sie mit einer Aufzählung aller hinzugezogenen Quellen, oft mehr als ein bis zwei Dutzend. Medizinjournalisten in aller Welt könnten sich davon eine dicke Scheibe abschneiden, erst recht, seit in der Medienlandschaft ein Panikvirus wütet. Die enorme Resonanz macht Mercola zwangsläufig zur Zielscheibe für alle, deren Geschäftsinteressen er im Gesundheitswesen in die Quere kommt. In Pandemiezeiten verstärkten sich die Angriffe gegen ihn. Denn von Anfang an hinterfragte er scharfsinnig das offizielle Narrativ. Aus triftigen Gründen bezweifelt er einen natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2. In der Pandemie sieht er eine Plandemie, benennt mutmaßliche Drahtzieher und Profiteure, zeigt die verheerenden Kollateralschäden von Lockdowns auf. Eindringlich warnt er vor kaum geprüften, neuartigen Impfstoffen, äußert Bedenken an ihrer Wirksamkeit und Sicherheit. Woche für Woche präsentierte er bewährte Möglichkeiten, Covid-19 ohne Spritze vorzubeugen und zu behandeln: sei es mit Vitaminen und Mineralstoffen, mit vernebeltem Wasserstoffperoxid, mit antiviralen Arzneimitteln wie Ivermectin und Hydroxychloroquin. Mercolas Schlussfolgerungen muss man nicht teilen. Aber man muss einräumen, dass er sich reichlich Mühe gibt, sie zu begründen. Und gewiss muss man eines nicht: ihm das Grundrecht absprechen, sie publik zu machen. Zum Abschuss freigegeben - Hetzjagd auf einen Querdenker Doch Mercola ist zu einflussreich, als dass ihn seine Gegner gewähren lassen könnten. Seit Monaten sieht er sich einer massiven Rufmordkampagne ausgesetzt, die darauf abzielt, seinen Ruf zu zerstören und ihn zum Schweigen zu bringen. Nicht bloß einzelner Angreifer muss er sich erwehren. Er sieht sich einem ganzen Netzwerk gegenüber, so verzwickt geflochten, dass einem beim Nachvollziehen leicht der Kopf schwirrt. Dessen Aktionen muten wie koordiniert durch eine PR-Agentur an. An vorderster Front agiert dabei das Center for Science in the Public Interest (CSPI), eine Verbraucherorganisation mit Sitz in Washington. (2) Im August 2020 forderte CSPI-Präsident Peter Lurie die Food and Drug Administration (FDA), Amerikas oberste Behörde für Arznei- und Lebensmittelüberwachung, sowie die Handelskommission (Federal Trade Commission) dazu auf, „ein Vollstreckungsverfahren gegen Mercola einzuleiten, wegen ungesetzlicher Behauptungen, die fälschlicherweise und irreführend vorgeben, Covid-19-Infektionen zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.“ Zugleich forderte das CSPI seine Mitglieder auf, die Behörden mit vorformulierten Tweets zu überschwemmen, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Tatsache ist: Neben seinem Informationsdienst betreibt Mercola auch einen Shop für Nahrungsergänzungsmittel und andere Gesundheitsprodukte. Am Stammsitz in Cape Coral, Florida, kümmert sich ein Großteil seiner 135 Mitarbeiter (3) um den Vertrieb, die übrigen unterstützen ihn redaktionell. Beide Arbeitsbereiche trennt Mercola aber strikt voneinander: Kein einziger Artikel enthält Produktwerbung, um Leser zu Bestellungen zu verleiten, im Gegensatz etwa zum deshalb vielkritisierten „Zentrum der Gesundheit“. Und nirgendwo auf Mercolas Produktseiten wird Heilung versprochen. Die CSPI-Unterstellungen sind deshalb bösartig aus der Luft gegriffen. In wessen Auftrag? Wer finanziert die CSPI? Im Jahr 2017 stammten rund die Hälfte ihrer Einnahmen, 7,2 Millionen Dollar, aus „Spenden“, davon 2,2 Millionen von Stiftungen. Zu ihnen zählen die Rockefeller Foundation, der Rockefeller Family Fund, die Bloomberg Philanthropies, die Joyce Foundation, die Tides Foundation, die Public Welfare Foundation sowie die Pew Charitable Trusts. Mit der Cornell Alliance for Science, Bill Gates´ agrarwirtschaftlichem PR-Instrument, ist die CSPI eine enge Partnerschaft eingegangen. Ebenso übel mitgespielt wird Mercola von Health Guard, einem zwielichtigen Onlinedienst, der Gesundheitswebsites nach bestimmten Kriterien für „Glaubwürdigkeit“ und „Transparenz“ einstuft. Er sorgt dafür, dass Warnungen aufpoppen, sobald jemand nach Mercolas Artikeln sucht oder die Adresse seiner Homepage in einen Internetbrowser eingibt. Das sogenannte „Sicherheitstool“ benotet mittels Farbcodes, die neben Google- und Big-Suchergebnissen sowie Social-Media-Beiträgen auftauchen. Bei HealthGuard handelt es sich um einen Nischendienst von NewsGuard, einem Cyber-Wahrheitswächter, der zu seinen „Partnern“ das US-Außenministerium, das Pentagon und die Weltgesundheitsorganisation zählt. Der Internet-Watchdog gibt vor, uns zu überprüften Fakten aus vertrauenswürdigen Quellen zu führen. In Wahrheit verfolgt sein eindeutig voreingenommenes Ranking-System einen einzigen Zweck: Durch niedrige Bewertungen soll es die Bevölkerung davon abhalten, auf Informationen zu stoßen, die dem politischen und ökonomischen Establishment nicht passen. Neuerdings betreibt NewsGuard ein "Coronavirus Misinformation Tracking Center", das einen "Top COVID-19 Vaccine Myths Tracker" bereitstellt. News Guard ist eine perfide Propagandawaffe, ausgeheckt und mitfinanziert von einem der größten Werbe- und Mediendienstleister der Welt: der Publicis Groupe. Seit fast einem Jahrhundert manipuliert dieser öffentlichkeitsscheue Koloss rund um den Globus, was Menschen über kommerzielle Produkte denken. Mit über 77.000 Mitarbeitern in 109 Ländern erwirtschaftete er 2015 fast zehn Milliarden Euro Umsatz. Zu Publicis´ Kunden zählen einige der größten Pharmafirmen, darunter Impfstoffhersteller und andere Profiteure der Pandemie – darunter Lilly, Abbot, Roche, Amgen, Genentech, Celgene, Gilead, Biogen, AstraZeneca, Sanofi, GlaxoSmithKline und Bayer gehören, um nur einige zu nennen. (4) Die „Partnerschaft“ mit NewsGuard, so erklärt Publicis unverblümt, diene dazu, „die 'Infodemie' von Fehlinformationen über Covid-19 und Covid-Impfstoffe zu bekämpfen". Zudem ist Publicis ein Partner des Weltwirtschaftsforums. Seit 2008 kooperiert Publicis mit Google, was ihm noch größere Möglichkeiten eröffnet, unerwünschte Ansichten zu verbergen, die seiner Klientel schaden könnten. Auch Gates´ Microsoft zählt zu NewsGuards „Partnern“, zunächst ab 2018 im Rahmen eines „Defending Democracy Against Disinformation“-Programms. Seit 2020 erhalten Nutzer des Microsoft Edge-Browsers kostenlosen Zugang zu NewsGuard, und Microsofts Suchmaschine Bing darf auf die Daten des Wahrheitswächters zugreifen. Weitere Verbindungen unterhält NewsGuard zu pharmafinanzierten Websites wie WebMD und Medscape. Vor einem Jahrzehnt wurde Medscape dabei ertappt, wie es einen getürkten Online-Test auf Depressionen dazu missbrauchte, Schleichwerbung für das Antidepressivum Cymbalta zu betreiben. Auch für Monsanto machte sich das Portal stark. Regelmäßig veröffentlicht es industriefreundliche Artikel, bei denen es sich in Wahrheit um bezahlte Werbung handelt, sogenannte „Advertorials“. Nicht von ungefähr residiert NewsGuard an einer der edelsten Medienadressen der Welt: im Paley Center in New York City. Zur Klarstellung: Für Kommunikationsprofis ist Paley, was das World Economic Forum in Davos für führende Köpfe aus Politik und Wirtschaft darstellt. Es bezieht so gut wie alle großen US-Medien ein, darunter AOL, CBS, Fox und Tribune Media. Alljährlich sponsert es ein globales Forum für Branchenführer. Im November 2015 trat Susan Gianinno, die Präsidentin von Publicis Nordamerika, dem Kuratorium des Paley Center bei. „Digitaler Hass“ wird geschürt statt bekämpft Ebenso verbandelt ist HealthGuard mit dem Center for Countering Digital Hate (CCDH), einer dubiosen Ein-Mann-Organisation mit Hauptsitz in London, die nicht offenlegen will, wer sie finanziert. Sie erwähnt „philanthropische Stiftungen“ und „Mitglieder der Öffentlichkeit“, nennt aber keine Namen. (5) Statt „digitalem Hass“ zu begegnen, heizt die CCDH ihn skrupellos an: Mit ungezügelter extremistischer Rhetorik bekämpft sie Impfskeptiker als Volksfeinde, darauf abzielend, die öffentliche Empörung gegen sie zu schüren. „Was die CCDH in Wahrheit betreibt, ist digitales Hass-Coaching“, stellt Mercola fest. Anfang Juli 2020 machte die CCDH mit der Bloßstellung einer angeblichen „Anti-Vaxx Industry“ (6) auf sich aufmerksam. Darin beruft sie sich auf einen „weltweiten wissenschaftlichen Konsens über Impfstoffe“. Dieser werde „durch ein kleines, aber entschlossenes und ausgeklügeltes Netzwerk von Einzelpersonen und Gruppen unterminiert, die online Fehlinformationen verbreiten. Ihre Reichweite und Nachhaltigkeit erhöhen sie, indem sie geschickt die sozialen Medien missbrauchen, um zu missionieren und ihren Außenseiterglauben als normal darzustellen. (…) Verteidiger der globalen Gesundheit müssen begreifen, in welchem Krieg wir uns befinden. Wir haben es mit einer Gegenkraft zu tun, welche die Menschen davon zu überzeugen versucht, dass Covid ungefährlich ist, dass Impfstoffe gefährlich sind und dass man Ärzten und Wissenschaftlern nicht trauen kann. So zu tun, als gäbe es die Bedrohung nicht, ist nicht gut genug. Anzunehmen, dass Impfprogramme eingehalten werden, ist fahrlässig.“ Dabei schreckt Ahmed nicht davor zurück, Impfskeptiker zu potentiellen Terroristen zu erklären. Es handle sich um „eine extremistische Gruppe, die ein nationales Sicherheitsrisiko darstellt". Denn "wenn jemand erst einmal einer Art von Verschwörung ausgesetzt war, ist es leicht, ihn auf einen Weg zu führen, auf dem er radikalere Weltanschauungen übernimmt, die zu gewalttätigem Extremismus führen können." Mit anderen Worten: Menschen, welche die Sicherheit und Notwendigkeit eines Covid-19-Impfstoffs hinterfragen, könnten anfällig dafür sein, aggressiv und militant gegen die staatliche Grundordnung vorzugehen. Also müsse dringend gehandelt werden, fordert Ahmed. Dazu ruft die CCDH namentlich die Marktführer Facebook, Instagram, Twitter, Google und YouTube auf. Big Tech mache sich eines „Failure to Act“ schuldig, so der Titel eines weiteren CCDH-Berichts, der im September 2020 folgte. Es sei ein Skandal, dass sie „weniger als 1 von 20 Desinformationen“ entferne. (7) Gegen wen Big Tech zuallererst vorgehen müsse, listete die CCDH im Dezember 2020 in einem „Anti-Vaxx Playbook“ auf. In diesem Machwerk bekennt sie sich dazu, laufend nicht weniger als 425 impfstoffbezogene Social-Media-Konten zu verfolgen und auszuspionieren, die zusammengerechnet auf 59,2 Millionen Follower kommen. Aufgrund dessen identifizierte sie Mercola als einen der sechs einflussreichsten „Anti-Vaxxer“, die sie für immer zum Schweigen bringen und aus öffentlichen Foren verbannen will. Im März 2021 veröffentlichte die CCDH erweiterte Abschusslisten der „Top 10“ bzw. „Top 12 Anti-Vaxxer“. Zu ihnen zählen neben Mercola der Journalist Del Bigtree, die Ärzte Andrew Wakefield und Sherri Tenpenny, der Anwalt Robert F. Kennedy jr. und seine gemeinnützige Organisation Children´s Health Defense, sowie Barbara Loe Fisher, die Mitbegründerin und Vorsitzende des National Vaccine Information Center (NVIC), das sich für den ethischen Grundsatz des Informed Consent einsetzt: Damit der Verbraucher Nutzen und Risiken von Impfstoffen überhaupt gegeneinander abwägen kann, dürfen ihm keine wichtigen Informationen vorenthalten werden. Die bösen „Top-12“ seien für 65% der Impfstoff-"Desinformation" in den sozialen Medien verantwortlich, wie die CCDH herausgefunden haben will. Daher, so fordert sie, sollten diese Zwölf im Interesse des Gemeinwohls von allen Internet-Plattformen verschwinden. In der Zeitschrift Nature Medicine rief die CCDH zur "Demontage der Anti-Impfstoff-Industrie“ auf. Der Geschäftsführer der CCDH, ein gewisser Imran Ahmed, wurde im April 2020 in die „Commission on Countering Extremism Pilot Task Force“ der britischen Regierung berufen, just zu dem Zeitpunkt, als die weltweite Corona-Panikmache einsetzte. Ahmed unterhält weitreichende Verbindungen zu Politikern und Think Tanks, welche denkfähige Mitbürger, sobald sie Covid-Impfstoffe in Frage zu stellen wagen, als Bedrohung der nationalen Sicherheit anprangern. Dem siebenköpfigen CCDH-Vorstand, der Ahmeds Aktionen „unterstützt und prüft“, steht Simon Clark vor, bei der Nachrichtenagentur Reuters einst der erste Direktor für Internetdienste, Senior Fellow des politischen Think-Tanks Center for American Progress und Vorsitzender von Foreign Policy for America. In diesem sitzt mit Stephen Grand ein Vertreter des Atlantic Council, ebenso wie Avril Haines, ein ehemaliger stellvertretender Direktor der CIA und Teilnehmer am Event 201. Ein weiteres CCDH-Vorstandsmitglied, Kirsty McNeill, ist Mitglied des European Council of Foreign Relations - einer weiteren Schlüsselfigur hinter dem Great Reset - und Direktor beim Save the Children Fund. Dieser wird von der Gates Foundation finanziert und zählt zu den Partnern von Gates' GAVI Vaccine Alliance. Ebenfalls dem CCDH-Vorstand gehört Damian Collins an, ein Mitglied des britischen Parlaments und ehemaliger Vorsitzender des House of Commons Digital, Culture, Media and Sport Select Committee. Collins gründete Infotagion, das "versucht, die Desinformation über COVID-19 zu bekämpfen". Hand in Hand mit der CCDH hetzt eine andere obskure Gruppe namens Anti-Vax Watch – angeblich „ein Bündnis besorgter Einzelpersonen“, mutmaßlich aber eine verdeckte PR-Initiative. Es sei „an der Zeit, gegen Desinformation zu impfen“, meint sie. Denn „die schädlichen und schändlichen Botschaften von Anti-Vaxxern dringen in den Mainstream ein, wobei sie böswillig und absichtlich auf gefährdete Gruppen inmitten einer globalen Gesundheitskrise abzielen“. Gates´ willige Propagandahelfer Bald darauf schloss sich der Hetzkampagne gegen „Desinformanten“ wie Mercola auch das National Public Radio (NPR) an, ein gemeinnütziges, aus staatlichen und privaten Zuwendungen finanziertes Medienhaus mit Sitz in Washington, D.C. Anscheinend ausschließlich aus der CCDH-Quelle schöpfend, produzierte NPR einen schändlichen Beitrag mit dem Titel "For Some Anti-Vaccine Advocates, Misinformation Is Part of a Business" ("Für einige Impfgegner ist Fehlinformation Teil eines Geschäfts"). Der Tenor: Rattenfänger wie Mercola missbrauchen die Pandemie, um „mit Fake News ihre Reichweite zu erhöhen und ihren Kundenstamm zu vergrößern“. Natürlich verlor der Sender kein Wort darüber, dass die Gates Foundation ihn seit dem Jahr 2000 mit Spenden von ingesamt 7,5 Millionen Dollar bedacht hat, verteilt auf zehn verschiedene Überweisungen. Und selbstverständlich behielt der Sender Mercolas unverzügliche Stellungnahme lieber für sich: „Der NPR spielt eine wichtige Rolle dabei, die pharmazeutischen Agenda zur Förderung von Zwangsimpfungen voranzutreiben, mit Hilfe von Bill Gates' Finanzierung. Sie verteidigen die mächtigste und korrupteste Industrie der Welt, während Sie ein kleines Unternehmen angreifen, das gegen sie gekämpft hat.“ Nachdrücklich begrüßt NPR Facebooks immer dreistere Zensur von abweichenden Meinungen. Besonders lobenswert findet es der Sender, dass Zuckerbergs Medienmonster neuerdings gegen jegliche Posts vorgeht, welche die Impfbereitschaft der Bevölkerung schwächen könnten – unabhängig vom Wahrheitsgehalt der betreffenden Beiträge. Nebenbei bemerkt: Facebook zählt zu den Sponsoren des NPR. Mit irrwitzigen Summen stellt die Gates-Stiftung sicher, dass sich käufliche Medienhäuser wie NPR schamlos für Pharma-Propaganda einspannen lassen. Nach Recherchen des Columbia Journalism Review ließ sie Nachrichtenmachern in aller Welt mehr als eine Viertelmilliarde Dollar zukommen. Zu den Empfängern zählen die BBC, NBC, Al Jazeera, ProPublica, National Journal, The Guardian, Univision, Medium, The Financial Times, The Atlantic, die Texas Tribune, Gannett, Washington Monthly, Le Monde und das Center for Investigative Reporting; Wohltätigkeitsorganisationen, die mit Nachrichtenagenturen verbunden sind, wie BBC Media Action und der Neediest Cases Fund der New York Times; journalistische Organisationen wie das Pulitzer Center on Crisis Reporting, die National Press Foundation und das International Center for Journalists; und eine Vielzahl anderer Gruppen, die Nachrichteninhalte erstellen oder an Journalismus arbeiten, wie die Leo Burnett Company. Darüber hinaus beteiligt sich die Gates-Stiftung alljährlich als Promotor an Dutzenden von hochrangigen journalistischen Konferenzen - beispielsweise am Perugia Journalismus Festival, am Global Redakteurs Netzwerk, oder der Weltkonferenz des Wissenschaftsjournalismus. Unter den deutschen „Qualitätsmedien“, die bei Gates bedenkenlos die Hand aufhalten, findet sich der Spiegel, ausgerechnet er; 2,3 Millionen Euro flossen ihm zu. Zwar beteuert das Hamburger Nachrichtenmagazin, selbstverständlich beeinflusse diese Zuwendung auf gar keinen Fall die objektive Berichterstattung des Blattes über seinen Wohltäter Gates. Das Gegenteil beweist das Blatt allerdings mit fortgesetzten Attacken auf Gates-Kritiker. Ironischerweise "finanzierte die Stiftung sogar einen Bericht des American Press Institute aus dem Jahr 2016, der dazu diente, Richtlinien zu entwickeln, wie Nachrichtenredaktionen ihre redaktionelle Unabhängigkeit von philanthropischen Geldgebern wahren können", wie es in dem Review-Artikel heißt. "Gates' Großzügigkeit scheint dazu beigetragen zu haben, ein zunehmend freundliches Medienumfeld für die sichtbarste Wohltätigkeitsorganisation der Welt zu schaffen." Stets sind die Spenden des Microsoft-Mitbegründers an Bedingungen geknüpft. "Wenn Gates Geld an Nachrichtenredaktionen gibt, schränkt er ein, wie das Geld verwendet wird - oft für Themen wie globale Gesundheit und Bildung, an denen die Stiftung arbeitet - was dazu beitragen kann, seine Agenda in den Nachrichtenmedien zu erhöhen.“ Besonders spendabel fördert Gates die ausufernde Faktencheckerei. Koordiniert und zertifiziert werden die zuverlässig regierungs- und industriefreundlichen Anstrengungen der Wahrheitsfinder durch das Poynter Institute, einer hochangesehenen Journalistenschule aus Florida, die als Autorität in puncto Standesethik gilt. Seit Ende 2015 leitet Poynter das International Fact-Checking Network. Gesponsert wird es, laut eigenen Angaben, unter anderem von der National Endowment for Democracy (NED), einer halbstaatlichen Agentur, die von Fördergeldern aus Washington lebt; von George Soros' Open Society Foundation; sowie von der Bill und Melinda Gates-Stiftung. Allein 2015 beschenkte Gates das Poynter-Institut mit 383.000 Dollar, gebunden an die Zweckbestimmung, "die Genauigkeit von Behauptungen in den weltweiten Medien in Bezug auf globale Gesundheit und Entwicklung zu verbessern“. Nach Angaben von Kelly McBride, Senior Vice President von Poynter, wurde dieses Geld an Faktenchecker weitergeleitet. Beim Beschützen vor „Desinformation“ helfen spendable Eliten also tatkräftig mit. Cyberkrieg gegen die Meinungsfreiheit Gemeinsam starteten HealthGuard, CCDH, WebMD und Medscape kürzlich eine öffentliche Service-Kampagne namens „VaxFacts“. Ihr erklärtes Ziel ist es, "Fakten und Hilfsmittel bereitzustellen, die Verbrauchern helfen, informierte Entscheidungen über Impfstoffe zu treffen", wie WebMD meldet. Parallel dazu finanziert Google, im Rahmen seiner „Digital News Initiative“, Faktenchecker mit drei Millionen Dollar, um "Impfstoff-Fehlinformationen" entgegenzuwirken, wie Mercola sie angeblich verbreitet. Am Vernichtungskrieg gegen Impfskeptiker wie Mercola beteiligt sich ferner das Sabin Vaccine Institute, das von der Bill & Melinda Gates-Stiftung mehrere Millionen Dollar erhalten hat (8), unter anderem, um ein Papier mit dem Titel „Meeting the Challenge of Vaccine Hesitancy" (9) zu erstellen. Sabin-Präsident Dr. Peter Hotez rief kürzlich im Wissenschaftsmagazin Nature allen Ernstes dazu auf, „Cyberwarfare-Experten in den Krieg gegen Impfkritiker“ einzubeziehen: "Präzise, gezielte Gegenbotschaften aus der globalen Gesundheitsgemeinschaft sind wichtig, aber unzureichend, ebenso wie öffentlicher Druck auf Social-Media-Unternehmen. Die Vereinten Nationen und die höchsten Regierungsebenen müssen (…) sich bemühen, Anti-Impf-Gruppen in den Vereinigten Staaten zu zerschlagen. Die Bemühungen müssen sich auf den Bereich der Cybersicherheit, der Strafverfolgung, der öffentlichen Bildung und der internationalen Beziehungen ausweiten. Eine hochrangige behördenübergreifende Arbeitsgruppe, die dem UN-Generalsekretär unterstellt ist, könnte die vollen Auswirkungen der Anti-Impf-Aggression bewerten und harte, ausgewogene Maßnahmen vorschlagen. Der Task Force sollten Experten angehören, die sich mit komplexen globalen Bedrohungen wie Terrorismus, Cyberangriffen und nuklearer Aufrüstung befasst haben, denn die Anti-Wissenschaft nähert sich nun ähnlichen Gefahren. Es wird immer deutlicher, dass das Vorantreiben der Immunisierung eine Gegenoffensive erfordert." Warum, so wundert sich Mercola, „fordert Hotez den Einsatz von Kriegstaktiken gegen amerikanische Bürger, die nichts Illegales getan haben?“ Auch Geheimdienste mischen mit Jüngsten Medienberichten zufolge beteiligen sich inzwischen auch Militärs und Geheimdienste am Cyberkrieg gegen „Anti-Vaxx-Propaganda“ und sonstige „Desinformation“ durch angebliche Volksgefährder wie Mercola. (10) Das britische GCHQ (Government Communications Headquarters) setzt dazu Tools und Taktiken ein, die sich im „Krieg gegen den Terror“ nach dem 11. September 2001 bewährt haben, zuletzt gegen den „Islamischen Staat“. Darüber hinaus hat die britische Regierung die 77. Brigade des britischen Militärs, die auf "Informationskriegsführung" spezialisiert ist, angewiesen, eine Online-Kampagne zu starten, um "irreführenden Erzählungen" über Covid-19-Impfstoffe entgegenzuwirken. In den Vereinigten Staaten mischen im War against Anti-Vaxxers anscheinend auch Streitkräfte, Geheimdienste und das FBI mit. Hinweise darauf finden sich in einem im Juni 2019 bekanntgewordenen „Weißbuch“. Darin wird behauptet, die amerikanische Anti-Impf-Bewegung werde von russischen regierungsnahen Organisationen orchestriert, die darauf aus seien, "Unzufriedenheit und Misstrauen in Themen und Initiativen zu säen, die den Interessen der USA dienen“ (11); "die größte Bedrohung bei der Kontrolle eines Ausbruchs geht von denen aus, die Impfungen kategorisch ablehnen". (12) Anfang Oktober 2020 vergaben die US-Luftwaffe und das „Kommando für Spezialoperationen“ der amerikanischen Streitkräfte einen Multimillionen-Dollar-Auftrag an die Firma Primer, einen Spezialisten für Künstliche Intelligenz. Zu dessen Kunden zählt die Bill & Melinda Gates Foundation. Primer soll „die allererste maschinelle Lernplattform“ entwickeln, die es ermöglicht, „mutmaßliche Desinformationen nahezu in Echtzeit automatisch zu identifizieren und zu bewerten“. Sie ergänzt Gates´ neugeschmiedete Coalition for for Content Provenance and Authenticity (C2PA). (Siehe KLARTEXT „‘Dieses Zeug‘ muss weg“.) Am Horizont taucht der vollautomatische Wahrheitswächter auf, im Dienst einer technokratischen Elite, die „Superspreadern“ von angeblichen Fake News ein für allemal den Garaus machen lässt. Mercola muss klein beigeben Schon jetzt sind die aggressiven Zensur-Kampagnen durchschlagend erfolgreich. Darauf gestützt, forderten zwölf Generalstaatsanwälte in einem Brief vom 24. März 2021 die CEOs von Twitter und Facebook dazu auf, sämtliche Konten Mercolas zu entfernen. Darüber hinaus veröffentlichten zwei dieser Staatsanwälte am 8. April 2021 in der Washington Post einen Beitrag, in dem sie von sozialen Medien verlangen, die vom CCDH identifizierten "Anti-Vaxxer" zu löschen. Die mangelnde Akzeptanz der neuartigen mRNA-Technologie, so behaupten sie, liege daran, dass eine kleine Gruppe von Individuen mit einer Social-Media-Präsenz - Mercola eingeschlossen - die Öffentlichkeit erfolgreich mit Lügen über nicht existierende Impfstoffrisiken in die Irre führe. "Die Lösung ist alles andere als kompliziert. Es ist an der Zeit, dass Facebook-CEO Mark Zuckerberg und Twitter-CEO Jack Dorsey diesen giftigen Wasserhahn zudrehen und die kleine Handvoll Individuen, die diese betrügerischen Fehlinformationen verbreiten, komplett entfernen", schreiben sie. Zunächst weigerte sich Mercola, sich diesen immer heftigeren Angriffen zu beugen. „Ich war bereit, mich vor Gericht zu verteidigen, nachdem ich die Vorwürfe von einigen der besten Anwälte des Landes überprüfen ließ.“ Doch „leider wurden die Drohungen vor kurzem sehr persönlich und spitzten sich bis zu dem Punkt zu, an dem ich viele der Informationen und Recherchen, die ich bisher zur Verfügung gestellt habe, nicht mehr aufrechterhalten konnte. Diese Drohungen sind nicht rechtlicher Natur, und ich habe nur begrenzte Möglichkeiten, mich gegen sie zu verteidigen.“ Und so sah sich Mercola nun gezwungen, sämtliche Artikel über die Vitamine D, C und Zink sowie die meisten Beiträge über Covid-19 dauerhaft von seiner Website zu entfernen. Wer sich ein eigenes Urteil darüber bilden will, welch diskussionswürdige, qualitativ hochwertige Informationen somit dem virtuellen Rotstift zum Opfer fallen, liest am besten Mercolas von Experten begutachtete Studie zum Thema „Evidence Regarding Vitamin D and Risk of Covid-19 and Its Severity" vom Oktober 2020. Sie ist kostenlos auf der Website der Fachzeitschrift Nutrients zugänglich. Die Meinungsfreiheit ist tot - jedenfalls in Bezug auf Corona Aber gilt nicht auch für Mercola der Erste Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten? Klipp und klar verbietet er, die Rede- und Pressefreiheit einzuschränken. Von der amerikanischen Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, hat der Kongress dieses Grundrecht im Januar 2021 beerdigt – zumindest in Bezug auf Covid-19-Angelegenheiten -, zum ersten Mal in 230 Jahren. Dieser geräuschlose Sabotageakt an der Verfassung hätte kaum trickreicher vonstatten gehen können: Er versteckt sich in einem Gesetzestext von sage und schreibe 2124 Seiten. Vermutlich kein einziger der Senatoren und Abgeordneten, die ihn absegneten, hat ihn vollständig gelesen, geschweige denn bedacht: den Consolidated Appropriations Act. Dieses legislative Ungetüm schließt eine „COVID-19 Verbraucherschutz“-Klausel ein. Sie stattet die Regierung mit der Befugnis aus, jedermann als „Verbrecher“ zu verfolgen, der sich dem offiziellen Corona-Narrativ widersetzt. Das tut er, wenn er „sich an einer unlauteren oder irreführenden Handlung oder Praxis (…) beteiligt, die mit der Behandlung, Heilung, Vorbeugung, Linderung oder Diagnose von COVID-19 oder einer staatlichen Leistung im Zusammenhang mit COVID-19 steht“. Umfassender könnte ein Freibrief für Zensur kaum ausfallen. Er macht es zu einem kriminellen Delikt, unzuverlässige Tests unzuverlässig zu nennen, aufgeblähte Fallzahlen aufgebläht, verfälschte Corona-Sterbestatistiken verfälscht. Er verbietet es, die fragwürdige Sicherheit und Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen zu hinterfragen. Er stellt es unter Strafe, auf bewährte Alternativen zur Vorsorge und Behandlung von Viruserkrankungen hinzuweisen. Er unterdrückt Kritik an Lockdowns, Maskenzwang und sonstigen staatlichen Seuchenschutzmaßnahmen, an der Regierung und ihren Beratern, an Gesundheitsbehörden, an der WHO, an der Pharmaindustrie, an Impffetischisten wie Gates. Wo halten Amerikas oberste Verfassungshüter eigentlich ihren Tiefschlaf? In einer Gemeinschaftsunterkunft mit ihren Amtskollegen aus Karlsruhe, Paris und London? „Wie hätte Hitler 2021 Bücher verbrannt?“ „Wie hätte Hitler 2021 Bücher verbrannt?“, fragt Mercola. Mittels digitaler Löschorgien, keine Frage. Der Corona-Verbraucherschutzparagraph gilt nur „für die Dauer des öffentlichen Gesundheitsnotstands COVID-19“, so heißt es im Consolidated Appropriations Act. Da sich dieser angebliche „Notstand“ durch mühelos manipulierbare, klinisch bedeutungslose Fallzahlen definiert, lässt er sich allerdings beliebig in die Länge ziehen. Darüber hinaus liefert die fatale Klausel eine Blaupause für die Konstruktion künftiger Notlagen. Nach der Pandemie ist schließlich vor der nächsten. Auch die Klimakatastrophe lässt grüßen. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Bryan Smith: "Dr. Mercola: Visionary or Quack?". Chicago Magazine, 31.1.2012, https://web.archive.org/web/20200307060324/https:/www.chicagomag.com/Chicago-Magazine/February-2012/Dr-Joseph-Mercola-Visionary-or-Quack/. (2) https://www.cspinet.org/; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/08/31/center-for-science-in-the-public-interest.aspx; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/08/17/cspi-organized-attack-against-mercola.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20200817Z1&mid=DM627879&rid=942350251 (3) Nach https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2021/05/26/npr-pharmaceutical-propaganda-disguised-as-journalism.aspx (4) https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2021/02/16/publicis-groupe.aspx?ui=d503235325038e7b4f1f46eb68a48ff02ee0b104fe815572e6d5504e6da7c48e&sd=20200215&cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20210216&mid=DM806330&rid=1085760469; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2021/05/26/npr-pharmaceutical-propaganda-disguised-as-journalism.aspx. Siehe Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen – Wie wir es durchschauen, überleben und verwandeln, Schönbrunn 2019, S. 451 f., https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe.html (5) https://www.counterhate.com/our-people; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2021/04/05/freedom-of-speech-threatened-by-censorship-extremists.aspx?ui=d503235325038e7b4f1f46eb68a48ff02ee0b104fe815572e6d5504e6da7c48e&sd=20200215&cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20210405&mid=DM849384&rid=1125222488 (6) “The Anti-Vaxx Industry”, Center for Countering Digital Hate, 6.7.2020, https://www.counterhate.co.uk/anti-vaxx-industry (7) “Failure to Act”, Center for Countering Digital Hate, 3.9.2020, https://www.counterhate.co.uk/failure-to-act (8) https://philanthropynewsdigest.org/news/sabin-institute-receives-12-million-from-gates-foundation-to-develop-hookworm-vaccine; https://www.gatesfoundation.org/ideas/media-center/press-releases/2000/05/sabin-vaccine-colloquium; https://www.sabin.org/updates/pressreleases/bill-melinda-gates-foundation-and-sabin-vaccine-institute-partner-improve (9) https://www.sabin.org/updates/pressreleases/amid-covid-19-vaccine-race-sabin-vaccine-institute-and-aspen-institute-release; https://www.sabin.org/updates/resources/meeting-challenge-vaccination-hesitancy (10) https://www.thetimes.co.uk/article/gchq-in-cyberwar-on-anti-vaccine-propaganda-mcjgjhmb2; https://ukdefencejournal.org.uk/gchq-tackling-russian-anti-vaccine-disinformation-report/; https://www.thenationalnews.com/world/uk-wages-cyber-war-against-anti-vaccine-propaganda-spread-by-hostile-states-1.1108527 (11) https://www.infragardnational.org/wp-content/uploads/2019/07/InfraGard_June_2019_Article3.pdf, S. 27 (12) https://www.infragardnational.org/wp-content/uploads/2019/07/InfraGard_June_2019_Article3.pdf, S. 25 Porträtfoto Mercola: By Joseph Mercola - https://www.flickr.com/photos/josephmercola/4339669475/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30659350

  • Amerikas „Corona-Wunder“

    Wie lange können Westeuropas Seuchenschützer noch ignorieren, was in den Vereinigten Staaten vor sich geht? Bereits 28 US-Bundesstaaten verweigern Washington die Corona-Gefolgschaft. Lockdowns, Maskenpflicht und andere Grundrechtsverletzungen sind dort Geschichte. Von South Dakota über Texas bis Florida ist Schluss mit der Pandemisierung des Alltags. Die Apokalypse kommt trotzdem nicht über sie: Statistiken belegen immer weniger Infektionen, Hospitalisierungen, Covid-Tote. Lassen wir doch einfach Bilder für sich selbst sprechen. In South Dakota, Texas und Florida – drei US-Bundesstaaten, die sich längst vom Lockdown-Regime verabschiedet haben oder es gar nicht erst installierten – „wütet“ die Corona-Pandemie keineswegs ärger als in Kalifornien, das sich für besonders strikten Infektionsschutz entschied. Die nachfolgenden Aufnahmen – Screenshots aus Fernsehsendungen und privaten Videoclips – zeigen Szenen des Jahres 2021 aus Florida und Texas: befreite Bürger, die ohne Maske, ohne Distanz das Panikvirus verabschiedet haben und endlich wieder zum Alltag übergehen. Mehr als tausend Worte sagen diese Bilder darüber, wie notwendig und alternativlos Infektionsschutz nach rotchinesischem Vorbild ist.

  • Auf nach Florida – Zurück zur Normalität

    In den USA dreht sich gerade der Corona-Wind: Schon jeder zweite Bundesstaat, allen voran Florida, verweigert Washington die weitere Gefolgschaft bei der Pandemiebekämpfung. Der Föderalismus triumphiert. Nach über einem Jahr Coronakrise deutet sich an: Nicht weitere Zentralisierung rettet die panikvirusverseuchte Welt, sondern das krasse Gegenteil - eine politische Kultur des „Flickenteppichs“. In Washington geht das Gerücht, dass dortige Friseure von prominenter Kundschaft neuerdings täglich Besuch bekommen. Denn ob Präsident Joe Biden, US-Gesundheitsminister Xavier Becerra oder die graue Beratereminenz Anthony Fauci: Ihnen allen stehen inzwischen unentwegt alle verbliebenen Haare zu Berge, angesichts einer ungeheuerlichen Nachrichtenlage, die bis vor kurzem undenkbar schien. Mittlerweile besinnen sich nämlich bereits 24 Bundesstaaten auf ihre verfassungsmäßige Teilsouveränität. So viele hoben den Maskenzwang auf – oder verhängten ihn gar nicht erst. Zwölf verboten Impfpässe. Schulen, Läden, Betriebe, Gaststätten: uneingeschränkt offen. Versammeln dürfen sich beliebig viele. Abstand hält nur, wer will. Von South Dakota über Texas bis Georgia rebellieren selbstbewusste Gouverneure gegen jene ineffektive, zerstörerische, verfassungswidrige Art von Infektionsschutz, an welcher Washington festhält. Der „Sonnenschein-Staat“ als Vorkämpfer Zu den Vorreitern zählt Florida. Anders als Kalifornien, das ein besonders strenges Hygieneregime durchsetzte, entschied sich der Sunshine State im Südosten der USA frühzeitig für einen „schwedischen“ Weg. Schon von der ersten Maiwoche 2020 an, nach Abebben der ersten Corona-Infektionswelle, begann sich der Bundesstaat Schritt für Schritt wieder zu öffnen; vom Juni an ließ Gouverneur Ron DeSantis jegliche geschäftlichen Tätigkeiten wieder zu, wenn auch mit Auflagen. Im August nach den Sommerferien öffneten alle Schulen Floridas wieder. An fünf Tagen boten sie vollen Unterricht – ungeachtet einer Klage der größten Lehrergewerkschaft. Für Kinder bestehe ein äußerst geringes Risiko, erklärte DeSantis. Am 28. September 2020 hob Florida so gut wie alle Restriktionen auf. Bars, Kinos, Freizeitparks wie Disneyland, ja sogar Stripclubs — alles offen, weitgehend ohne Kapazitätsbeschränkungen, bei eher geringfügigen Hygieneregeln. Selbst Großveranstaltungen sind längst wieder erlaubt. Twitter- und YouTube-Videos aus Miami, St. Petersburg und Disneyworld zeigen Abertausende von Menschen, die in der Silvesternacht dicht an dicht, unmaskiert und ausgelassen das Neue Jahr willkommen heißen. (1) Brach über den Bundesstaat daraufhin die Apokalypse herein? Anfangs heftig kritisiert, findet Floridas Sonderweg immer mehr Anerkennung. Selbst der als antirepublikanisch geltende US-Sender CNN titelte Mitte März 2021: „Florida boomt, Governeur DeSantis’ Kurs ist von Erfolg gekrönt. (…) Seine Rechnung scheint aufgegangen." "Jeder hat mir gesagt, dass ich falsch liege", so zitiert CNN DeSantis. Als „DeathSantis“ musste er sich verunglimpfen lassen. (2) Ein Anwalt sammelte im Sommer 2020 Spenden für eine riesige Plakatwand, die er neben DeSantis´ Grundstück aufstellen wollte, um den Gouverneur „zu entlarven und zu demütigen. Ich habe es satt, ihm dabei zuzusehen, wie er andere Floridianer umbringt.“ "Ich stand unter ständigem Druck von radikalen Demokraten und den liberalen Medien“, blickt DeSantis zurück. „Aber ich habe mich geweigert, nachzugeben. Es ist klar: Florida hat es richtig gemacht. (…) In Florida kann man wie ein Mensch leben. Außerdem boomt unsere Wirtschaft.“ Recht hat er. Denn die Zahlen sprechen für sich. Weder die Neuinfektionen noch die Hospitalisierungen noch die Covid-Todesopfer nahmen überdurchschnittlich zu; bei all diesen Parametern liegt Florida im US-Mittelfeld. Florida beschämt Kaliforniens Lockdown-Masochisten Im Vergleich zu Kalifornien, das eine besonders stramme Hygienediktatur installierte, schnitt Florida erheblich besser ab. (3) Mitte März 2021 verzeichnete Kalifornien die mit Abstand höchste Fallzahl aller US-Bundesstaaten: über 3,6 Millionen (4) – womit seine eigens aufgebaute „Kontaktverfolgungs-Armee“ von 20.000 Freiwilligen wenigstens reichlich zu tun bekam. 9,2 % der kalifornischen Bevölkerung waren bis dahin positiv getestet worden; in Florida waren es 9,5 %. Lohnte sich in Sacramento, in San Francisco, in Los Angeles für diese Differenz ein monatelanger, hochdestruktiver Inzidenzterror – zumal bei weit über 90 % aller Menschen, die ein nie validierter PCR-Test zum „Fall“ stempelt, von einer ernsten Erkrankung keine Rede sein kann? Warum weist Florida etwas mehr „Corona-Opfer“ pro 100.000 Einwohner auf als Kalifornien – 170 zu 158 -, aber weniger „Fälle“ im Sinne von positiv PCR-Getesteten (8370 zu 8621)? Ältere Menschen, die anfälliger für das Virus sind, machen in Florida einen größeren Teil der Bevölkerung aus. Mit einem Anteil von 16,5 % belegt es den zweiten Platz unter den US-Bundesstaaten; bei den Todesfällen belegt es Platz 27. In Kalifornien hingegen machen Senioren 14,8 % der Bevölkerung aus. Trotzdem kam es in kalifornischen Pflegeheimen zu 2,27 Todesfällen pro 100 Einwohner, Florida hingegen verzeichnete nur 0,72. Ingesamt registriert der Sunshine State weniger „Corona-Opfer“ als im US-Durchschnitt. Auch ökonomisch zahlte Kalifornien einen unnötig hohen Preis, wie das Amerikanische Institut für Wirtschaftsforschung (AIER) feststellte. (4) Die Arbeitslosenquote blieb in Florida konstant niedriger. Im Dezember 2020 lag sie dort bei 6,1 %, während sie in Kalifornien 9 % betrug. „Das bedeutet, dass schwindelerregende 1.700.383 Menschen in Kalifornien arbeitslos sind, verglichen mit 614.327 in Florida. Die Kluft zwischen den Staaten ist immer noch immens, wenn die Zahlen um die Bevölkerungszahl bereinigt werden, (…) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beider Staaten ist ähnlich, obwohl Floridas jährliche Rate etwas höher ist. Kalifornien ist - gemessen am BIP - die größte Volkswirtschaft aller US-Bundesstaaten und übertrifft sogar die des Vereinigten Königreichs. Der Rückgang des kalifornischen BIP ist also nicht nur steiler als der von Florida, sondern er wirkt sich auch stärker auf die gesamte Wirtschaft der USA aus.“ „Wir retteten Tausende von Unternehmen und Hunderttausende von Arbeitsplätzen in der Gastgewerbebranche“, so konnte DeSantis Mitte Mai 2021 stolz verkünden. Von Januar bis April war Floridas´ Arbeitslosenquote weiter gesunken, auf 4,7 %. Der Landesdurchschnitt lag da bei 6 %. "Benutzt einfach den gesunden Menschenverstand", sagte DeSantis bereits im Dezember. "Let's keep people employed." „Alles offen – die Zahlen fallen trotzdem“ Zeitweilig steigende Fallzahlen führte Gouverneur DeSantis wiederholt auf häufigere Tests zurück. Keinesfalls werde er ihretwegen wieder „schließen“. (5) Auch weigerte er sich, das Maskentragen verpflichtend zu machen. (6) Vielmehr untersagte er lokalen Behörden, Maskenzwang anzuordnen. (7) Mitte Mai erließ DeSantis eine Amnestie für alle, die wegen Missachtung von Corona-Auflagen, wie etwa Masken- und Abstandsgeboten, zu Geldbußen oder gar Haftstrafen verurteilt worden waren. Von dieser Begnadigung profitierte unter anderem das Ehepaar Mike und Jillian Carnevale aus Broward County, das sich drei Mal geweigert hatte, im gemeinsam betriebenen Fitnessstudio Maskenpflicht durchzusetzen. Jedesmal war es verhaftet worden. (8) Zwischenzeitliche Einschränkungen – etwa das Sperren von Stränden oder ein Versammlungsverbot für mehr als 50 Personen (9) – galten in Florida nur örtlich begrenzt und eng befristet. Am 25. September 2020 hob DeSantis verbliebene staatliche Covid-Beschränkungen für die Wirtschaft auf. Dies betraf vor allem Kneipen und Restaurants, die nun wieder mit voller Kapazität öffnen konnten. Gleichzeitig untersagte er lokalen Behörden, Bußgelder für das Nichttragen von Masken zu verhängen. Zur Begründung hieß es, dass die Hospitalisierungen von Corona-Patienten, seit sie ihren Höhepunkt erreicht hatten, um 76 % zurückgegangen seien. Es gebe keine Anzeichen für eine zweite Welle, und selbst wenn eine käme, seien die Krankenhäuser vorbereitet. (10) „Hier in Florida ist praktisch alles auf“, so schrieb mir ein Einheimischer Mitte März 2021, nachdem er einen KLARTEXT-Artikel („Aufstand der Neandertaler“) im Web entdeckt hatte. „Und die Zahlen fallen trotzdem. Auch wenn erst wenige geimpft sind. Händeringend fordern Dr. Fauci und die neue Administration, Restaurants usw. zu schließen. (…) Zur Zeit ist hier Spring Break, Frühjahrsferien. Hundertausende Jugendliche tummeln sich an den Stränden.“ Ob des wilden Partytreibens gaben sich Politiker, Mainstream-Medien und die üblichen Experten einhellig entsetzt. (11) Dafür sei „jetzt nicht die Zeit“, warnte die CDC. Ein Superspreader-Event könne das werden, insbesondere für die neue, angeblich noch viel gefährlichere Corona-Variante B.1.1.7. Auch Präsidentenberater Anthony Fauci meldete sich zu Wort: „Wir wollen, dass die Leute während des Spring Break eine gute Zeit haben. Aber man kann nicht alle Vorsichtsmaßnahmen weglassen." Doch, man kann. Nichts Schlimmes geschieht daraufhin, wie das Beispiel Florida vor Augen führt. „Letztlich haben alle haben auf unterschiedliche Weise dasselbe erreicht“, so kommentiert ein Twitter-User die nachfolgende Vergleichsgrafik für drei US-Bundesstaaten. „Einige hielten Schulen offen und einige schlossen sie. Einige hielten Geschäfte offen und einige schlossen sie. Manche brauchten Masken und manche nicht. (…) Der Unterschied besteht darin, ob man sich entschieden hat, zu den Kosten auch noch wirtschaftliche und soziale Verwüstung hinzuzufügen.“ (12) Schon im Mai 2020 hatte eine Studie der US-Bank J.P. Morgan nachgewiesen, dass in vielen US-Bundesstaaten – darunter Alabama, Wisconsin, Colorado, Iowa, Wyoming und Mississippi – die ominöse Reproduktionsrate R abnahm, nachdem die Frühjahr-Lockdowns aufgehoben wurden. Die Autoren schlossen daraus, dass das Virus "wahrscheinlich seine eigene Dynamik hat", die "nichts mit den oft inkonsistenten Abriegelungsmaßnahmen zu tun hat". (13) „Wir sind fertig mit Covid“ Seit 3. Mai ist die Pandemie in Florida offiziell beendet. Am jenem Tag unterzeichnete DeSantis die „Session Bill 2006“, eine Verfügung, die sämtliche verbliebenen Corona-Einschränkungen auf kommunaler Ebene endgültig aufhob. "Tatsache ist, dass wir uns nicht mehr in einem Ausnahmezustand befinden", erklärte DeSantis bei der Zeremonie. "Ich denke, das ist evidenzbasiert.“ Florida stellte somit alle Seuchenschutzmaßnahmen ein. Private Unternehmen dürfen allerdings weiterhin verlangen, dass Mitarbeiter und Besucher Masken tragen und Abstand halten. Darüber hinaus legt die Verfügung fest, dass Notstandsanordnungen künftig nur noch für maximal 42 Tage gelten dürfen. Auch erteilt sie dem Gouverneur die Befugnis, Städte und Landkreise jederzeit zu überstimmen, und Landkreiskommissionen die Macht, Entscheidungen von Bürgermeistern für nichtig zu erklären. Außerdem räumt das Gesetz dem Parlament die Macht ein, alle Notstandsmandate oder Beschränkungen aufzuheben, die der Gouverneur erlassen hat. Notstandsbefugnisse von örtlichen Behörden werden auf zehn bis höchstens dreißig Tage begrenzt. Um sie zu verlängern, muss eine Abstimmung stattfinden, bei der eine Mehrheit der Wähler sie billigt. Oberstes Ziel dieser Gesetzesänderungen ist es, Infektionsschutzmaßnahmen künftig viel stärker zu kontrollieren und sorgsamer abzuwägen. DeSantis will Überregulierungen eindämmen – und die Freiheitsrechte der Bürger vor willkürlichen, zu lang andauernden staatlichen Übergriffen schützen, auch im vermeintlichen Katastrophenfall. Entschlossen gegen jeglichen Impfzwang Auch Florida empfiehlt Corona-Impfungen. Gegen Nötigung und Benachteiligung von Nichtgeimpften will DeSantis jedoch entschieden vorgehen. Am 2. April unterzeichnete er eine Verordnung, die jegliche Verwendung eines Covid-Impfpasses verbietet; zwölf weitere US-Bundesstaaten schieben den gleichen Riegel vor. Floridas Behörden dürfen keine Dokumente ausstellen, die den Impfstatus einer Person gegenüber Dritten bestätigen – im Gegensatz zu New York, das Ende März einen entsprechenden „Excelsior Passport“ einführte. „Eine schreckliche Idee“ sieht DeSantis darin. Sie führe „zu zwei Klassen von Bürgern“. Es sei "völlig inakzeptabel, dass die Regierung oder der private Sektor Ihnen die Anforderung auferlegt, dass Sie einen Impfnachweis zeigen, um einfach nur am normalen Leben teilzunehmen", erklärte der Gouverneur. „Das ist völlig vom Tisch. Wenn es Unternehmen gibt, die das in Florida machen wollen, dann ist das meiner Meinung nach mehr als nur eine private Entscheidung." Eine Geldstrafe bis zu 5000 Dollar droht Unternehmen, Schulen und sonstigen Eirichtungen, die einen Impfnachweis verlangen. Immer mehr US-Bundesstaaten haben, Florida folgend, dem Konzept des Corona-Impfpasses bereits eine klare Absage erteilt: von Idaho und Utah über Nebraska und Kansas bis zu Missouri, Arkansas und Mississippi. Florida verklagt die Seuchenschutzbehörde CDC Bei Schadensbegrenzung will DeSantis es nicht belassen. Ihm scheint es höchste Zeit, jene zur Rechenschaft zu ziehen, die Amerika ohne Not über ein Jahr lang in selbstzerstörerische, „irrationale“ Lockdowns getrieben haben. Und deshalb will Floridas Gouverneur, der in Harvard Jura studierte und als Ermittler im Büro des Bundesstaatsanwalts arbeitete, nun die US-Seuchenschutzbehörde CDC verklagen. In der Coronakrise sei sie „in den Gott-Modus gewechselt“ und „Amok gelaufen“. Vor einem Bundesgericht soll demnächst eine Anhörung stattfinden. Alaska und Texas haben sich der Klage bereits angeschlossen. Den angerichteten Schaden kann Florida ziemlich genau beziffern. Allein in den ersten sechs Monaten der Pandemie verlor es 3,2 Milliarden Dollar durch die Schließung der Kreuzfahrtindustrie, darunter fast 50.000 Arbeitsplätze mit 2,3 Milliarden Dollar an Löhnen, wie ein Bericht der Federal Maritime Commission vom September 2020 ausweist. Seit die CDC die US-Kreuzfahrtindustrie stilllegte, gingen die Betriebseinnahmen von Floridas Seehäfen um fast 300 Millionen Dollar zurück; bis Juli wird dieses Minus fast 400 Millionen Dollar erreichen, wie das Florida Department of Transportation erwartet. Aus politischen Motiven habe sich die CDC übermäßig in staatliche Entscheidungen eingemischt. Als Beispiele nennt DeSantis die Verwüstung der Tourismusbranche, etwa durch das Verbot von Kreuzfahrten, wie auch die Forderung nach Sommerlagern, bei denen Kinder im Freien Masken tragen sollen; dies entbehre jeder empirischen Grundlage, sondern folge der Agenda der Lehrergewerkschaften. „Sorry, das ist keine Wissenschaft, das ist Politik. (…) Wollen Sie, dass eine nicht gewählte Bürokratie die Macht hat, eine wichtige Industrie auf unbestimmte Zeit herunterzufahren? Dazu sind sie nicht befugt. Und deshalb verklagen wir sie.“ Als DeSantis dieses Vorhaben am 5. Mai bei einer Pressekonferenz ankündigte, ließ er mehrere Bürger zu Wort kommen, die blindwütiger „Seuchenschutz“ besonders geschädigt hat. „Viele sind gestorben, nicht wegen Covid-19, sondern weil sie verzweifelt waren.“ „Diese Menschen griffen zu Drogen oder begingen Selbstmord, weil ihr Leben von der CDC zerstört wurde“, sagte DeSantis. „Das ist die harte Hand der Regierung, die Familienunternehmen zerschlägt, Arbeitsplätze vernichtet und das Leben von Millionen Menschen zerstört.“ (14) Niederschmetternde Bilanz - für alle Befürworter von Lockdowns Man stelle sich vor: Ein unbeirrbarer deutscher Ministerpräsident, der gerne selber denkt, hätte sich frühzeitig mit Wolfgang Wodarg, Sucharit Bhakdi, Stefan Hockertz, Stefan Homburg, Drostens Vorgänger Detlev Krüger und anderen „Covidioten“ zusammengesetzt, sich daraufhin gegen einen Lockdown entschieden – und nach einem halben Jahr, gemeinsam mit jenen Ratgebern, stolz Bilanz über den erfolgreichen Sonderweg des Bundeslandes gezogen. So erfrischend unkonventionell verfuhr Gouverneur DeSantis. Im September 2020 hatte er sich Rat von Spitzenwissenschaftlern geholt – bei einem Round Table, über YouTube gestreamt. Seine Gesprächspartner waren drei renommierte Professoren von zwei Elite-Universitäten: Nobelpreisträger Michael Levitt (Stanford) – ein Biophysiker – sowie die Mediziner Martin Kulldorff (Harvard) und Jay Bhattacharya (Stanford). Wiederum gemeinsam mit Wissenschaftlern zog DeSantis am 18. März 2021 im Kongressgebäude der Hauptstadt Tallahassee öffentlich Bilanz über ein halbes Jahr ohne Maskenzwang und sonstige Einschränkungen. Abermals saßen Martin Kulldorff und Jay Bhattacharya mit am Runden Tisch; neu hinzu kamen die Epidemiologin Sunetra Gupta von der Universität Oxford sowie Scott Atlas, Medizinprofessor an der Stanford University. Eine äußerst lesenswerte Abschrift der aufschlussreichen, von DeSantis moderierten Diskussion findet sich hier, eine deutsche Übersetzung wichtiger Passagen hier. Die hochkarätigen Fachleute stellten DeSantis‘ Politik, seinen Bundesstaat offenzuhalten, ein glänzendes Zeugnis aus. „Wenn man Florida mit Kalifornien vergleicht, dann fällt es schwer, weiterhin zu glauben, dass Lockdowns funktionieren“, erklärte Prof. Gupta. Der Internetzensur entkam nicht einmal diese hochkarätige Runde: YouTube löschte die 105-minütige Videoaufzeichnung des wahrlich historischen Events - wegen angeblichen Verstoßes gegen „Richtlinien“, ohne weitere Begründung. In einem Web-Archiv ist sie erfreulicherweise weiterhin abrufbar. Experten loben Floridas offene Schulen Besonderes Lob erntete DeSantis dafür, dass er Kindergärten und Schulen durchgehend offenhielt, ohne Einschränkungen. Zwar bot er überängstlichen Eltern die Möglichkeit, für ihre Kleinen Fernunterricht zu wählen. Doch selbst auf den Höhepunkten der „Wellen“ durften Lehrer und Schüler füreinander physisch präsent bleiben – maskenfrei. „Es gibt absolut keine gesundheitlichen Gründe, Kinder daran zu hindern, in die Schule zu gehen“, so stellte Prof. Kulldorff klar. „Es ist nicht gefährlich für Kinder, dort zu sein, und auch nicht für die Lehrer“, abgesehen von über 60-Jährigen, solange es noch keinen wirksamen und sicheren Impfstoff für sie gibt. In Schweden, wo die Schulen seit Frühjahr 2020 geöffnet blieben, ohne Masken und Distanzierung, „gab es unter 1,8 Millionen Kindern bis 15 Jahren, die alle in der Schule oder in der Tagesstätte waren, genau null Todesfälle. Die Lehrer trugen ein geringeres Risiko als der Durchschnitt anderer Berufe.“ Über die blindwütige Lockdown-Politik innerhalb der USA und weltweit, gegen längst vorliegende wissenschaftliche Evidenz, fällte DeSantis´ Expertenrunde ein vernichtendes Urteil. Als „größtes Fiasko in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit“ bezeichneten sie Prof. Kulldorff und Prof. Bhattacharya einhellig. Sunetra Gupta ergänzte: „Die Menschen leiden unter all den Kosten des Lockdowns, ohne dass es irgendeinen offensichtlichen Nutzen gibt.“ „Blaupause für das ganze Land“ Sein besonnenes Krisenmanagement, sein mutiger Konfrontationskurs gegenüber Washington hat DeSantis viel Anerkennung beschert – und eine politische Welle ins Rollen gebracht, die das Weiße Haus nicht kalt lassen kann. „DeSantis' Covid-Politik“, so stellt das News-Portal trendingpolitics.com fest, „ist eine Blaupause für das ganze Land - und vor allem für Demokraten in New York, New Jersey und Kalifornien, wo Lockdowns gescheitert sind und Krankenhausaufenthalte und Todesraten in die Höhe schossen.“ Unter Republikanern, soweit sie Trump nicht nachtrauern, gilt Floridas standhafter Gouverneur mittlerweile als Wunschkandidat bei den nächsten Präsidentschaftswahlen. Biden wird sich dann warm anziehen müssen - falls er nicht vorher schon die Bühne räumt. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://twitter.com/i/status/1345092863089061890; https://twitter.com/i/status/1345083105875472384; https://www.youtube.com/watch?v=gmW5Ledweqo; https://www.youtube.com/watch?v=lkETxG2LgvM (2) https://www.orlandoweekly.com/Blogs/archives/2020/07/28/florida-lawyer-fundraising-to-put-a-ron-deathsantis-billboard-outside-of-the-governors-mansion; https://twitter.com/DWUhlfelderLaw/status/1287944457950765058?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1287944457950765058%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.orlandoweekly.com%2FBlogs%2Farchives%2F2020%2F07%2F28%2Fflorida-lawyer-fundraising-to-put-a-ron-deathsantis-billboard-outside-of-the-governors-mansion (3) Nach https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1106292/umfrage/fallzahl-des-cornavirus-covid-19-in-den-usa-nach-bundesstaat/, abgerufen am 14.3.2021. (4) https://frankfurtzack.medium.com/warum-lockdowns-nicht-so-wirken-wie-gedacht-9a92c093d361; https://www.aier.org/article/the-florida-versus-california-showdown/ (5) Emma Newburger, Florida and Texas report record surge of new coronavirus cases over Fourth of July weekend, CNBC vom 4. Juli 2020. (6) Emma Newburger, Florida reports more than 15,000 new coronavirus cases, shattering record, CNBC vom 12. Juli 2020; Eliott C. McLaughlin/Christina Maxouris, Florida reports more than 12,000 new Covid-19 cases, again, as governor declines to mandate masks, CNN vom 19.7.2020. (7) James Crump, Florida governor accused of ‘killing spree’ after extending ban on cities from imposing own mask mandates, The Independent vom 27.11.2020. (8) https://trendingpolitics.com/gov-ron-desantis-is-pardoning-anyone-who-violated-mask-mandates-social-distancing-guidelines-in-florida-knab/; https://de.rt.com/nordamerika/117528-florida-gouverneur-ron-desantis-verkuendet-begnadigung-fuer-covid-19-regelverstoesse/ (9) Vandana Rambaran, Coronavirus spike forces Miami to close beaches for July 4 weekend, Fox News vom 27. Juni 2020; Kelly McCleary/Melissa Alonso/Susannah Cullinane, Miami and Fort Lauderdale beaches closing for Fourth of July amid coronavirus concerns, CNN vom 28. Juni 2020. (10) Greg Allen, Florida's Governor Lifts All COVID-19 Restrictions On Businesses Statewide, NPR vom 25. September 2020. (11) https://www.badische-zeitung.de/wilde-spring-break-parties-in-florida-schueren-neue-corona-aengste; https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/wilde-spring-break-parties-in-florida-schueren-neue-corona-aengste-9951265; https://www.nordbayern.de/panorama/wilde-spring-break-partys-in-florida-schuren-neue-corona-angste-1.10949650 (12) https://twitter.com/yinonw/status/1348810832189255680 (13) https://www.dailymail.co.uk/news/article-8347635/Lockdowns-failed-alter-course-pandemic-JP-Morgan-study-claims.html; https://www.foxbusiness.com/markets/coronavirus-infections-decline-after-ropening-data-jp-morgan; https://www.stern.de/wirtschaft/lockdown-kostet-viel-und-bringt-wenig---so-eine-studie-von-jp-morgan-9274848.html (14) https://www.cnsnews.com/blog/craig-bannister/desantis-were-suing-cdc-because-one-unelected-bureaucracy-doesnt-have; https://uncutnews.ch/aus-der-gouverneur-von-florida-ist-fertig-mit-corona-und-verklagt-das-us-gesundheitsministerium-cdc/ Porträtfoto Ron deSantis: Von Bundesregierung der Vereinigten Staaten - Office of Congressman Ron DeSantis, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23973477 Map "Reopening Plans US States": https://www.nytimes.com/interactive/2020/us/states-reopen-map-coronavirus.html, Stand 21.5.2021 Vergleich Florida/Kalifornien: - Fallzahlen: https://public.tableau.com/profile/amelia.janaskie7647#!/vizhome/LTCScatterplot/Sheet2; https://public.tableau.com/profile/amelia.janaskie7647#!/vizhome/FLvsCASummary/Sheet1 - Todeszahlen: https://ig.ft.com/coronavirus-chart/?areas=eur&areas=usa&areas=bra&areas=gbr&areas=ind&areas=hun&areasRegional=usca&areasRegional=usfl&cumulative=0&logScale=0&per100K=1&startDate=2020-09-01&values=deaths

  • Mehr als tausend Worte

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – auch im Streit um Mund-Nasen-Bedeckungen. Lassen wir ein paar Grafiken für sich selbst sprechen. Dass Masken beim Seuchenschutz eher schaden als nutzen, belegen inzwischen über 60 wissenschaftliche Studien. (1) Faktenchecker zerpflücken sie, Politiker ignorieren sie, Leitmedien verschweigen sie, die Bevölkerung kennt sie nicht. Wozu noch weitere ellenlange Texte über einen Forschungsstand produzieren, der kaum eindeutiger sein könnte? Die folgenden vier Abbildungen sprechen für sich, jede sagt mehr als tausend Worte. Harald Wiesendanger Anmerkung (1) https://tkp.at/2021/04/23/deutsche-meta-studie-beweist-massive-schaedigung-durch-masken/; https://www.mdpi.com/1660-4601/18/8/4344/htm; https://corona-blog.net/schutz_oder_gefahr_ueber_50_studien-welche-gegen-das-tragen-von-mund-nasen-bedeckungen-sprechen/; https://fassadenkratzer.wordpress.com/2021/04/14/pathologe-zu-tode-geschutzt-ist-auch-gestorben-die-maske-verursacht-vielfach-schwere-krankheiten/; https://swprs.org/face-masks-evidence/ Quellen: Entwicklung der „Fall“-Zahlen in 8 Ländern und 7 US-Bundesstaaten vor und nach Einführung einer Maskenpflicht: https://swprs.org/face-masks-evidence/ Corona-„Fälle“ in Bayern (mit FFP2/N95-Zwang) und Deutschland allgemein: https://swprs.org/face-masks-evidence/ US-Bundesstaaten mit und ohne Maskenpflicht: https://twitter.com/birb_k Europa-Vergleich: https://twitter.com/yinonw/status/1321177359601393664 Titelbild: Zwei Köpfe: Gerd Altmann/Pixabay; Maske: Hatice EROL/Pixabay

  • Maske für Forrest Gump?

    Was würde der Volksgesundheit Schlimmes widerfahren, wenn sämtliche Corona-Verordnungen von heute auf morgen verschwänden, wie ein böser Traum? Ehe sich Lauterbachianer auf solche Fragen hin apokalyptischen Visionen hingeben, sollten sie sich einen Bildungsurlaub in Georgia gönnen, der Heimat des tragikomischen Kinohelden Forrest Gump – einem von mittlerweile 24 US-Bundesstaaten, die hyperaktiven Seuchenschützern die Gefolgschaft verweigern. Statt überfüllten Intensivstationen und Friedhöfen gibt es dort zu besichtigen: die überfällige Rückkehr zu Unbeschwertheit und Freiheit, einem menschlichen Miteinander, einem lebenswerten Leben. Wer den mit sechs Oscar prämierten Kinohit „Forrest Gump“ gesehen hat, wird sie kaum mehr vergessen können: jene Parkbank an einer Bushaltestelle, auf welcher die von Tom Hanks grandios verkörperte Hauptfigur, mit einer Pralinenschachtel auf dem Schoß, ihre Lebensgeschichte erzählt. Stünde diese Bank irgendwo in Merkelland, so würde eine „Notbremse“ ohne Not dafür sorgen, dass sie nachts leer bleibt. Befände sie sich an einer deutschen Bushaltestelle, so wäre es ordnungswidrig, ohne Mund-Nasen-Bedeckung darauf zu hocken – selbst wenn sich dort weit und breit niemand sonst aufhält. Nähmen zwei Maskierte darauf Platz, dann wohl ängstlich darauf bedacht, mindestens anderthalb Meter Abstand voneinander zu halten. Um bloß keine Aerosole voller Killerkeime abzusondern, dürften sie aufs Mundöffnen zwecks Gespräch verzichten. Ihre Lebensgeschichte würden sie eher im Home Office in eine Tastatur tippen oder bei einer Zoom-Konferenz in eine Webcam sprechen. Pralinen würden sie einander vemutlich erst nach gründlicher Desinfektion überreichen, unter vorsorglicher Verwendung von Schutzhandschuhen. Aber Forrests Bank steht 7500 Kilometer westlich, jenseits des Großen Teichs – in Savannah im US-Bundesstaat Georgia. Wer das Original im dortigen Historischen Museum besichtigen will, braucht dazu keinen negativen PCR-Test, schon gar keinen Impfpass. Wer auf dem Duplikat am Park des Chippewa Square verweilt und sich umschaut, erblickt hier weit und breit fast nur alte Normalität – einen entspannten, panikvirusfreien Alltag, wie er vor Frühjahr 2020 selbstverständlich war. Dass der Pandemiealarm der WHO fortbesteht, kümmert in Georgia anscheinend bloß noch ein paar überängstliche Passanten, die weiterhin mit Lappen im Gesicht herumlaufen. Shoppen im Plant Riverside District, Savannahs riesigem Entertainment Komplex? In legendären Restaurants wie Olde Pink House oder Pirates´ House deftige Südstaatenküche schlemmen? Sich am vollen Strand des nahen Tybee Island sonnen? Keine Corona-Verordnung verdirbt die Freude daran. Denn wie sein südlicher Nachbar Florida, so zählt Georgia zu jenen mittlerweile 24 US-Bundesstaaten, die staatlichem Lockdown-Masochismus selbstbewusst abgeschworen haben, zum Verdruss der Biden-Administration. Dafür sorgte frühzeitig der republikanische Gouverneur Brian Kemp. „Lockdown very light“ endete bereits im April 2020 Zwar rang sich auch Kemp zu ein paar Vorsichtsmaßnahmen durch, nachdem am 5. März 2020 in Georgia der erste Covid-Todesfall bekannt geworden war. Neun Tage später, bei gerade mal 64 bestätigten testpositiven „Fällen“, erklärte er den „Gesundheitsnotstand“. In den darauffolgenden Wochen schloss er alle öffentlichen Schulen bis zum Ende des Schuljahrs. Bars und Nachtclubs mussten dichtmachen. Versammlungen von mehr als zehn Personen waren verboten, es sei denn, es ließ sich sechs Fuß Sicherheitsabstand einhalten, umgerechnet 1,8 Meter. Kemp wies Behörden an, Home Office einzuführen, und untersagte Staatsbediensteten nicht notwendige Reisen. Er drängte auf PCR-Tests von besonders gefährdeten Mitarbeitern im Gesundheitswesen, wie auch von Kontaktpersonen von Covid-Patienten. Mitte April setzte Kemp ein bis dahin geltendes „Anti-Masken-Gesetz“ aus, „damit die Menschen den Anweisungen örtlicher Gesundheitsbehörden folgen können, ohne eine Strafverfolgung befürchten zu müssen". Für „alle Einwohner und Besucher Georgias“ erließ er am 23. März eine zweiwöchige Shelter-in-Place-Anordnung, die er am 2. April um zehn Tage verlängerte: Sie sollten zu Hause bleiben, es nur für „wesentliche“ Aktivitäten verlassen und „soziale Interaktion einschränken“. (1) Von westeuropäischen Endlos-Lockdowns waren diese Maßnahmen allerdings meilenweit entfernt. Und sie endeten frühzeitig. Noch im Frühjahr 2020 wagte Georgia den schrittweisen Ausstieg aus dem Panikmodus. Am 24. April kippte der Gouverneur, trotz steigender Fallzahlen, die meisten Corona-Regelungen. Von da an durften Friseure, Tattoostudios, Bowlingbahnen und Massagesalons – mit Auflagen – wieder Kunden bedienen. Seit dem 27. April auch Restaurants. „Bevor Sie jemandem das Geschäft kaputt machen, ihm und seinen Angestellten die Lebensgrundlage entziehen (…), da lassen Sie ihn doch lieber selbst entscheiden, was er verantworten kann!“ (2) Betriebe, Schulen, Läden: alles wieder geöffnet. Und das, obwohl die regionalen Fallzahlen zu jenem Zeitpunkt ihren Höhepunkt gerade erst erreicht hatten. Die meisten verbliebenen Corona-Einschränkungen hob der Gouverneur per Executive Order vom 30. April auf: Masken, Abstand und Hygiene werden nur noch „dringend empfohlen“, auch in Restaurants und Bars. Bedienungen müssen sich nicht mehr vermummen. Versammlungen beliebiger Größe sind wieder erlaubt. Sportstadien können bis auf den letzten Platz besetzt sein. Vorschriften für Kinos, Fitnessstudios und -zentren, für Tätowierer, Kosmetiker, Friseure und Masseure entfallen. " Georgias Bürger wissen am besten, wie sie sich und ihre Familien schützen können, und sie verdienen es, zur Normalität zurückkehren zu können“, sagte Mallory Blount, eine Sprecherin von Kemp. (3) Allerdings erlaubte Kemp in der ersten Maiwoche einzelnen Gemeinden, Masken vorzuschreiben, falls die „Inzidenz“ pro 100.000 Einwohnern über 100 Fällen liegt. Davon wollen Savannah und Columbus zumindest in Innenräumen Gebrauch machen, andere Städte wie Augusta verzichten darauf. Eine landesweite Maskenpflicht bestand aber zu keiner Zeit. Ab 1. Juni konnten Bars und Nachtclubs wieder aufmachen, ab dem 12. Juni auch Freizeitparks. Bis zu 50 Personen durften wieder zusammenkommen, Social Distancing vorausgesetzt. Am 15. Juli 2020 verbot der Gouverneur seinen Bürgermeistern sogar, in ihren Kommunen weiterhin Maskentragen zu erzwingen. Als sich die Bürgermeisterin von Atlanta, Keisha Lance Bottoms, dem widersetzte, klagte Kemp gegen sie. (4) Er müsse „desaströse Maßnahmen“ verhindern, „die das Leben und die Lebensgrundlage unserer Bürger bedrohen“, so rechtfertigte der Gouverneur seinen rigorosen Schritt. Bottoms´ „Anordnungen dienen nur dazu, die Öffentlichkeit zu verwirren“, hieß es in der Klageschrift. Wer sich mit Maske sicherer fühle, möge sie tragen – aber nur nach eigenem freien Willen. Ein Sturm der Entrüstung fegte daraufhin durch Amerikas Medienlandschaft. „Georgias Experiment opfert Menschenleben“, schrieb The Atlantic; der ganze Bundesstaat werde sich in eine riesige Leichenhalle verwandeln. Die Apokalypse ist ausgeblieben Die befürchtete Apokalypse ist trotzdem ausgeblieben. Ohne Shutdowns, Ausgangssperren und Maskeraden sind die Fallzahlen kontinuierlich rückläufig, seit sie auf dem Gipfelpunkt der sogenannten „zweiten Welle“, am 8. Januar, einen Tageshöchstwert von 13.296 erreicht hatten; Mitte Mai liegen sie stabil unter 1000. Ebenso stetig sank ab Mitte Juni 2020 die Anzahl der schweren Covid-19-Verläufe, die eine Einlieferung ins Krankenhaus erfordern. Den Trend unterbrach im Winter eine „zweite Welle“, die in Georgia allerdings nicht heftiger ausfiel als im Lockdown-Staat Kalifornien. Knapp 6400 Hospitalisierungen von SARS-CoV-2-„Infizierten“ gab es am 13. Januar – vier Monate später waren es nur noch rund 1300, Tendenz weiter fallend. Bei den Covid-Todesfällen pro Kopf liegt Georgia unter dem nationalen Durchschnitt. Die Sterberate war in den zwei Monaten nach der Wiedereröffnung sogar gesunken, stieg im August wieder an und liegt nun auf dem durchschnittlichen Niveau von 2014 bis 2019. Der Höchstwert während der Pandemie war am 16. Februar 2021 mit 246 Corona-Toten erreicht – bis Mitte Mai sank auch diese Zahl auf zwei bis drei Dutzend pro Tag. Drei Viertel der sogenannten Covid-19-Opfer sind 65 Jahre oder älter, nur 3 % unter 40 Jahren. Ein Drittel starb in Pflegeheimen. Das Durchschnittsalter der Todesfälle liegt bei 74 Jahren. Bei fünf von sieben betroffenen Kindern lagen schwere Komorbiditäten vor. „Mit anderen Worten, alles ganz typisch für dieses Virus“, so kommentierte Jeffrey A. Tucker, Direktor des American Institute for Economic Research (AIER), Ende 2020 nach einer dreitägigen Studienreise durch Georgia. „Weder die Abriegelung noch die Öffnung wirkten sich in die eine oder andere Richtung aus, was eine ernsthafte Rüge für all die Staaten darstellt, die sich einbildeten, ihre Quarantänen, Schließungen und Ausgangssperren könnten ein Virus irgendwie einschüchtern. Auch widerlegt es die hysterischen Vorhersagen der Medien. In jeder Hinsicht hat Georgia allen Katastrophenprognosen getrotzt. Es ist nie passiert.“ „Open for Business“ Wie Gouverneur Kemp immer wieder betonte, sei eine zügige Rückkehr zur „Normalität“ notwendig, weil es auch auf „die ökonomische Gesundheit“ ankomme. "Viele Kleinunternehmer kämpfen immer noch mit den Auswirkungen, die Covid-19 auf unsere Wirtschaft hatte", erklärte Kemp Anfang April in einer Videobotschaft. "Und wir wissen, dass unsere hart arbeitenden Bürger kein weiteres Jahr wie das letzte ertragen können." Und so verkündete er: „Georgia is open for business“. Dank dieser Politik „brummt die Wirtschaft“, so stellte Tucker fest. „Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,7 % deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Ein Anstieg im November 2020 ist auf eine Rekordzahl von Menschen zurückzuführen, die wieder in den Arbeitsmarkt drängten. Die Zahl der Arbeitskräfte in Georgia liegt derzeit bei einem Rekordhoch von 5,17 Millionen. All die Unternehmen, die sich in den letzten zehn Jahren in (der Hauptstadt) Atlanta angesiedelt haben, können sich bestätigt fühlen - sie haben die richtige Wahl getroffen.“ Hoffnung, Freiheit, die „alte Normalität“ kehrten zurück. „Drei Tage in Georgia zu verbringen, war eine glorreiche Erinnerung an das gute Leben. Die Restaurants und Bars sind voll, die Menschen gehen einkaufen und verbringen Zeit miteinander, überall gibt es Händeschütteln und Umarmungen. Die Kinos sind geöffnet. Die Bürogebäude sind wieder voll besetzt. Man kann sogar zu einem Festtagskonzert in der Symphoniehalle gehen. Die Ferien sind nicht ausgefallen“, so berichtet Tucker. „Am bemerkenswertesten ist die Abwesenheit der reumütigen Verzweiflung, die man an jedem öffentlichen Ort im abgeriegelten Nordosten beobachten kann. Dort sind die Menschen immer noch in grimmige Lumpen mit Gesichtsschutz gekleidet, brüllen sich gegenseitig an, sich zu maskieren, oder verstecken sich zu Hause in Angst vor etwas, das sie nicht sehen können. Traurigkeit ist an solchen Orten überall zu sehen.“ „Hier sieht man tatsächliches Glück“ „In Georgia sieht man tatsächliches Glück: Lächeln auf den Gesichtern und leichte Gespräche über etwas anderes als das Virus. Das Aussehen und die Atmosphäre des Ortes, mit geschäftigen Einkaufsvierteln und Urlaubsfreude überall, hat mich absolut überrascht. Allein die Tatsache, dass ich mich ein paar Tage in dieser Umgebung aufhielt, hob meine eigene Stimmung ins Unermessliche.“ „Während meines Besuchs in Georgia empfand ich unbeschreibliche Freude, als ich wie ein normaler Mensch an einer Bar saß. Ich fragte die Barkeeperin, wie es für sie sei, zu arbeiten und nicht eingesperrt zu sein. Daraufhin hielt sie einen eloquenten Monolog über den Wert der Arbeit. Sie erklärte, dass sie zuvor nicht verstanden habe, wie wichtig es ist, in einer Arbeitsumgebung für andere wertvoll zu sein. Sie liebt ihre Kunden und es erfüllt ihr Herz mit Freude, sie zu bedienen. All die Monate der Schließung - ihre Bar öffnete vorsichtiger als die meisten anderen - hatten sie fast zur Verzweiflung getrieben.“ „Mein Gespräch mit ihr war ähnlich wie so viele andere in zwei Städten in Georgia. Die Menschen sind dankbar, in einem Staat zu leben, in dem Freiheit eine Rolle spielt; in dem man nicht daran gehindert wird, seinen Lebensunterhalt zu verdienen; in dem man selbst entscheiden kann, welches Risiko man eingehen will; in dem die Regierung die Rechte und die Intelligenz der Menschen mehr oder weniger respektiert. Und wenn Sie daran zweifeln, dass dies der richtige Weg ist: Die Beweise dafür sind da, für jeden, der bereit ist, hinzuschauen.“ „Die ‚Gesundheitsbeamten‘ und Medienkläffer haben alle gewarnt, dass Georgia ein Selbstmordkommando sei, als es im April 2020 eröffnet wurde“, kommentiert Tucker. „Jetzt sehen wir das Gegenteil: nämlich einen Staat, der mit Leben und Optimismus erfüllt ist. Der Gouverneur trotzte nicht nur den Medien und den lockdownfreudigen Intellektuellen, sondern sogar dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Georgia präsentiert sich nun als ein wunderschönes Ausstellungsstück dafür, was geschieht, wenn eine Regierung es ablehnt, Menschen im Namen der Viruskontrolle zu foltern.“ Nur eine Minderheit „sagt Yes“ zur Covid-Impfung Aber auch das gibt es in Georgia: So wirbt das Department of Public Health für Covid-Impfungen: Allerdings hält sich die Bevölkerung eher zurück; Mitte Mai waren erst 28 % vollständig geimpft – eine der niedrigsten Quoten aller US-Bundesstaaten. (Hier belegt Georgia Rang 44.) In Kalifornien waren es zum selben Zeitpunkt bereits 35 %, in New York 38 %. Die acht staatlichen Massenimpfstellen in Georgia schlossen am 21. Mai, nachdem die Behörden "einen deutlichen Rückgang der Nachfrage" festgestellt hatten. Unterdessen haben Georgias 26 öffentliche Universitäten und Colleges klargestellt: Zu Covid-Impfungen werden sie weder Studenten noch Personal zwingen. (Eben dies haben Unis in Kalifornien, Colorado, Maryland, Massachusetts, New Jersey, New York, Oregon, Ohio and Washington angekündigt.) Wann weht Amerikas wiederwachter Geist der Freiheit ostwärts über den Großen Teich? Dieser Sturm könnte Westeuropas Hygieneterroristen hinwegfegen. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) file:///C:/Users/Besitzer/AppData/Local/Temp/03.23.20.01.pdf; file:///C:/Users/Besitzer/AppData/Local/Temp/04.02.20.01.pdf (2) Sebastian Hesse: „Lockdown in den USA: Georgia wagt die Öffnung - zu früh?“, tagesschau.de, 24.4.2020, https://www.tagesschau.de/ausland/usa-corona-lockdown-suedstaaten-101.html (3) https://atlanta.eater.com/2021/4/8/22373375/georgia-governor-lifts-capacity-restrictions-restaurants-bars-lifts-ban-large-gatherings-covid19; https://www.insurancejournal.com/news/southeast/2021/05/03/612474.htm; https://www.foxnews.com/politics/georgia-gov-brian-kemp-lifts-most-of-states-remaining-coronavirus-restrictions (4) „Gouverneur von Georgia klagt gegen Maskenpflicht“, Stern, 17.7.2020, https://www.stern.de/politik/die-morgenlage--gouverneur-von-georgia-klagt-gegen-maskenpflicht-9341122.html Bildausschnitt Tom Hanks auf Bank (Filmplakat): By Source, Fair use, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=19621716 Foto Brian Kemp: Von Office of U.S. Senator David Perdue - https://www.flickr.com/photos/senatordavidperdue/32780495051/in/photolist-RWGB8a, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71052951 Bildausschnitt Tom Hanks auf Bank (Filmplakat): By Source, Fair use, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=19621716 Foto Brian Kemp: Von Office of U.S. Senator David Perdue - https://www.flickr.com/photos/senatordavidperdue/32780495051/in/photolist-RWGB8a, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71052951

  • Zu früh verabschiedet

    Wie sähe Infektionsschutz in Deutschland aus, wenn dieser Mann seinen Arbeitsplatz behalten hätte? Professor Detlev Krüger, von 1989 bis 2016 Direktor des Institutes für Virologie an der Charité in Berlin, bewertete die Corona-Krise von Anfang an erheblich unaufgeregter als sein Amtsnachfolger, der chronische Alarmist Christian Drosten. Vergesst die Inzidenz, nur echte Covid-Fälle zählen: So deutlich Stellung bezog der heute 71-jährige Detlev Krüger am 13. April 2021, kurz nachdem das Bundeskabinett die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes abgenickt hatte. „Wir raten dringend davon ab, bei der geplanten gesetzlichen Normierung die ›7-Tages-Inzidenz‹ als alleinige Bemessungsgrundlage für antipandemische Schutzmaßnahmen zu definieren“, heißt es in einem Brief () an die Fraktionschefs von Union, SPD, FDP, Grünen und Linken, den Krüger gemeinsam mit dem Epidemiologen Klaus Stöhr verfasste, der 15 Jahre lang für die Weltgesundheitsorganisation tätig war. Die RKI-Inzidenz, bei der »unabhängig von einer Erkrankung mittels Diagnostiktest eine Infektion mit SARS-Coronavirus-2 gefunden« wird, führe in die Irre. Er gebe »zunehmend weniger die Krankheitslast« in der Bevölkerung wieder. Darüber hinaus unterliege der Wert »schwankenden Erfassungswahrscheinlichkeiten, die völlig unabhängig vom eigentlichen Infektionsgeschehen sind«. Infektionen mit geringer Viruslast führen regelmäßig nicht zu einer Erkrankung und bringen auch keine Ansteckungsgefahr mit sich. Je mehr symptomlose Bürger getestet werden, desto mehr falsch-positive Tests fließen in den Inzidenzwert ein. Im Extremfall könnte es pro 100.000 Einwohnern 100.000 „Fälle“ geben, die allesamt putzmunter sind und sich beschwerdefrei bester Gesundheit erfreuen. Folglich taugt die „Inzidenz“ zwar vorzüglich dazu, Panikmache fortzusetzen, den Anschein einer Pandemie beliebig lange aufrechtzuerhalten. Als Gradmesser einer echten Gefahrenlage hingegen ist sie unbrauchbar. Seuchenschutz gesetzlich an die „Inzidenz“ zu koppeln, könne „zur Folge haben, dass selbst dann massive Einschränkungen der Freiheitsrechte mit gravierenden Auswirkungen auf Wirtschaft, Kultur und die körperliche und seelische Gesundheit erfolgen müssten, wenn längst weniger krankenhauspflichtige Erkrankungen als während einer durchschnittlichen Grippewelle resultierten.“ Das neugefasste Infektionsschutzgesetz „verschärft den Mangel an Sachbezug und die Gefahr einer Verletzung der Verhältnismäßigkeit“. Hat das Berliner Panikorchester solch mahnende Töne jemals von Drosten gehört? Bewertungsgrundlage dafür, Schutzmaßnahmen auszuwählen, sollte Krüger zufolge “vielmehr die Häufigkeit der Erkrankungen und ihrer jeweiligen Schwere“ sein, „also insgesamt die Krankheitslast. Die Krankheitslast berücksichtigt unter anderem Hospitalisierungen, krankheitsbedingten Arbeitsausfall, Behinderung und verlorene Lebensjahre.“ Wie grundlegend anders hätte Seuchenschutz in Merkelland aussehen können, wenn der virologische Chefeinflüsterer „Krüger“ geheißen hätte? Wenn er Stammgast in Talkshows wäre, laufend bei Pressekonferenzen neben Regierungsvertretern säße, an Sitzungen von Krisenstäben teilnähme? Wie viel Inkompetenz hätte er den Herren Spahn und Lauterbach, Söder und Wieler durchgehen lassen? Mutanten? „Nichts Sensationelles, sondern ganz normal" Auch die Panikmache mit Mutanten kritisierte Krüger deutlich. Dass sich ein Virus verändert, ist "nichts Sensationelles, sondern ganz normal", so erklärte er im Februar 2021. Die britische Variante sei beispielsweise nicht tödlicher als andere Corona-Formen, außerdem würden die derzeitigen Impfstoffe gegen die Mutante wirken. Statt „in der Bevölkerung Angst zu erzeugen“, könne man in einer aufgeklärten Gesellschaft Menschen „auch durch sachliche Informationen zu ordentlichem Verhalten bewegen. Man sollte Respekt vor diesem Virus haben, aber Angst ist völlig fehl am Platz.“ (1) Kollateralschäden ausgeblendet Die fatalen Nebenwirkungen der beschlossenen Maßnahmen sieht Krüger nicht hinreichend berücksichtigt: „Wenn Tumorpatienten nicht mehr operiert werden können – in der ersten Welle war das nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft bei 50.000 der Fall – wenn die Suizidrate steigt und wenn Kinder vernachlässigt werden, dann führt das zu ernst zu nehmenden Problemen." Nach dem ersten Lockdown hätten verantwortliche Poitiker abwägen sollen, "welchen Schaden und welchen Nutzen die einzelnen Anti-Corona-Maßnahmen bewirkt haben". Freiheitsrechte einzuschränken, Wohlstand zu verringern und Arbeitslosigkeit zu erzeugen, wirke sich letztlich negativ auf die Gesundheit der Menschen aus. Bereits im April 2020 ignoriert Was Professor Krüger einer Angela Merkel, einem Jens Spahn geraten hätte, ließen bereits zwei kaum beachtete Interviews erahnen, die er im Frühjahr 2020 gab. Schon damals kritisierte er Ausgangssperren deutlich: „Man darf Menschen nicht einsperren, wenn man Infektionsschutz betreiben will. Wenn man die Leute einsperrt, ist das für ihre körperliche und psychische Konstitution katastrophal. Und beides wirkt ja in der Infektionsabwehr zusammen.“ Darf man Corona- und Grippewellen nicht vergleichen? „In vieler Hinsicht“, stellte Drostens Vorgänger im April 2020 klar, „kann man das durchaus vergleichen, sowohl bei der Übertragungsweise der Viren als auch bei den Risikogruppen, wobei bei der Grippe noch Schwangere und Kinder hinzukommen.“ Schutzhaft für Senioren „unberechtigt“ Mussten unsere Alten zu ihrem eigenen Schutz weggesperrt werden? Dass sich Deutschlands Heime per Lockdown in Haftanstalten verwandelten, kritisiert Prof. Krüger mit deutlichen Worten: „Es gibt keinerlei rechtliche oder moralische Berechtigung, die Rechte der älteren Mitbürger gezielt zu beschneiden. Ich meine, auch hier sollte man eine Abwägung treffen zwischen den möglichen Schäden durch die Infektion und den möglichen Schäden durch die Maßnahmen, die gerade laufen.“ Momentan „gehen alte Leute nicht mehr zum Arzt, weil in der Klinik alles auf Corona eingestellt ist oder eben, weil sie Angst haben, sich zu infizieren. Ein Problem ist auch, wenn die Alten durch die Isolation vereinsamen und depressiv und suizidal werden. Und selbst der Fakt, dass die vielen Altenpfleger aus Osteuropa jetzt nicht einreisen dürfen, ist ein Problem. Dies alles könnte zu massiven Kollateralschäden führen gerade bei dieser Gruppe, die eigentlich geschützt werden soll. Übrigens, Sie kennen das Durchschnittsalter der Corona-Toten in Deutschland? Das ist um die 80. Und die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt ebenfalls um die 80. Das finde ich einen durchaus interessanten Aspekt, der doch viele Maßnahmen relativiert.“ Aber bringen Kontakte mit Kindern und Enkeln unsere Senioren nicht in Gefahr? „Wenn die Großeltern bereit sind, die normalen Hygieneregeln einzuhalten und dieses Restrisiko zu tragen, sehe ich nicht, warum man die Großeltern zu deren vermeintlichem Schutz aus der Familie ausschließen sollte.“ Maskenpflicht? „Aktionismus“. Ebensowenig hält Prof. Krüger von aufgezwungener Gesichtsmaskerade. „Das jetzt plötzlich von der Politik entdeckte Tragen von „Mund-Nasen-Schutz“ halte ich für Aktionismus. Es sollte klar sein, dass man sich damit nicht schützen kann, weil man weiter die Umgebungsluft ungefiltert atmet. Es gibt hierbei lediglich einen gewissen Effekt, wenn man selbst infiziert und damit Virusausscheider ist. Der ‚Mund-Nasen-Schutz‘ gaukelt eine Sicherheit vor, die nicht existiert; er ist eher eine ‚Keimschleuder‘ für verschiedenste Krankheitserreger, wenn er unsauber wird.“ Im übrigen, so gibt Prof. Krüger zu bedenken, „leben wir doch schon unser ganzes Leben mit respiratorischen Infektionen. Wir wissen doch alle, wie man sich davor schützt: nicht anniesen und anhusten, nicht dieselbe Luft mit Infizierten in einem schlecht belüfteten Raum teilen, Händewaschen - also all die grundlegenden Hygieneregeln, die eigentlich schon in Fleisch und Blut übergegangen sein sollten.“ Weitere Wellen? „Wir werden damit leben können“ Befürchtet auch Drostens Vorgänger weitere „Wellen“? „Dass wir auch in Zukunft mit dem neuen Coronavirus leben müssten, wird von Politik und Medien meist wie eine Drohung kolportiert. Aber alle Viren beschäftigen uns ein Leben lang. Vieles wird jetzt plötzlich so dargestellt, als ob das alles Neuland wäre. Natürlich wird das Virus wahrscheinlich nicht mehr aus unserer Umwelt verschwinden. Aber es gibt viele andere gefährliche und sogar noch gefährlichere Viren, mit denen wir auch zu leben gelernt haben oder die wir erfolgreich bekämpfen können.“ Über seinen Amtsnachfolger will Krüger nichts Schlechtes sagen. Das ehrt ihn. Ohne Drosten beim Namen zu nennen, kann er sich allerdings eine Bemerkung nicht verkneifen, die durchaus als Seitenhieb aufzufassen ist: Einige Virologen würden nur selten „über den Tellerrand schauen“. Grundsätzlich bemängelt Krüger deren Schlüsselrolle in der Corona-Krise. „Hier spielen gesamtgesellschaftlich so viele sich überschneidende Faktoren eine Rolle, dass man natürlich Entscheidungen auf einer viel breiteren Basis aus den verschiedensten Bereichen von Wissenschaft und Gesamtgesellschaft treffen muss, als nur aufgrund des Rats einzelner Virologen. So würde ich - um allein bei der Medizin zu bleiben - hier auch mehr Infektions- und Intensivmediziner an Bord holen. Und wir haben gerade gelernt, dass auch Rechtsmediziner und Pathologen äußerst wichtige Einsichten vermitteln könnten.“ Detlev Krüger, Jahrgang 1950, studierte in Ost-Berlin Medizin. 1981 habilitierte er sich im Gebiet der Virologie und Molekulargenetik. 1982 erhielt er den Rudolf-Virchow-Preis und 1984 die Carl-Correns-Medaille, zwei der bedeutendsten Auszeichnungen auf seinem Fachgebiet. Harald Wiesendanger Anmerkung (1) https://www.focus.de/gesundheit/news/in-aktuellem-interview-virologe-warnt-vor-mutations-panik-nichts-sensationelles-sondern-ganz-normal_id_12977045.html; https://www.welt.de/wissenschaft/plus226284717/Ex-Charite-Virologe-Angst-ist-fehl-am-Platz.html

  • Nebel des Grauens – aber nur für das Virus

    Vernebeltes Wasserstoffperoxid macht SARS-CoV-2 zuverlässig den Garaus – nicht nur auf Oberflächen sowie in Aerosolen von Innenräumen, sondern vermutlich sogar im Körper von Infizierten. Dafür sprechen jahrzehntelange ärztliche Erfahrungen. Weshalb erfährt die Bevölkerung nichts davon? Wieso wird dieser vielversprechende Ansatz zur Vorbeugung und Behandlung von Covid-19 kleingeredet, lächerlich gemacht, zensiert? Warum haben Infektionsschützer nicht längst großangelegte Studien darüber veranlasst? Besäßen Covid-19-Erreger eine menschliche Psyche: Wovor hätten sie die meiste Angst? Merkel, Spahn und Wieler dürften auf Impfstoffe tippen. Doch damit lägen sie wohl daneben. Eher wäre es der „Nebel des Grauens“: feinste Tröpfchen von Wasserstoffperoxid. Während SARS-CoV-2 immerhin 99,87 % aller Infizierten überleben lässt, kennt dieser Nebel keine Gnade mit SARS-CoV-2, wie mit allen Viren und Bakterien. Er macht ihm den Garaus – hochwirksam, schnell, enorm preiswert, einfach in der Anwendung und ohne unerwünschte Nebenwirkungen, sofern richtig gehandhabt. Nicht von ungefähr hält Amerikas prominentester Ganzheitsmediziner, Dr. Joseph Mercola, vernebeltes Wasserstoffperoxid für „das sicherste und effektivste Covid-19-Mittel, das es gibt“. Oberflächen im Nu desinfiziert Um unsere Hände hochwirksam gegen Coronaviren zu desinfizieren, genügen Seife und warmes Wasser vollauf. Aber wie behandeln wir größere Flächen? Auf Aluminium überlebt SARS-CoV-2 zwei bis acht Stunden, auf Stahl drei Tage, auf Glas vier Tage, auf Plastik und Keramik bis zu fünf Tagen. Das erleichtert seine Verbreitung. (1) Je glatter die Oberfläche, desto größer ist die Infektionsgefahr. Auch eine besonders hohe oder niedrige Raumtemperatur und Leuchtfeuchtigkeit verlängern die Überlebensdauer. Die gute Nachricht lautet: Weil es sich bei SARS-CoV-2 um ein umhülltes Virus handelt – eine Blase aus Fettmolekülen umgibt seine einsträngige RNA -, ist es sehr empfindlich gegenüber einer Vielzahl von Desinfektionsmitteln. (2) Allerdings haben die meisten auch Nachteile. So inaktiviert Alkohol Influenza- und Coronaviren hochwirksam. Dazu muss er allerdings mit Wasser verdünnt werden, auf Konzentrationen von 60 bis 80 %. Nur dann schädigt er die Mikroben nicht bloß äußerlich, sondern durchdringt ihre Hüllen und zerstört sie von innen. Zudem ist Alkohol entzündlich und trocknet schnell ab. Desinfektionsmittel auf Chlorbasis töten ebenfalls nicht nur Pilze und Bakterien, sondern auch Viren zuverlässig ab. Aber auch sie bringen Nachteile mit sich. Sie reizen die Schleimhäute. Sie können empfindliche Oberflächen beschädigen. Wenn sie Hitze und Licht ausgesetzt sind oder mit anderen Chemikalien zusammenkommen, bilden sich womöglich giftige Gase. (3) Unproblematisch sind hingegen zahlreiche zugelassene Desinfektionsmittel, die 1 % bis 7,5 % Wasserstoffperoxid enthalten: H2O2, eine blassblaue, in verdünnter Form farblose, geruchsneutrale, weitgehend stabile Flüssigverbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Es „wirkt, indem es zerstörerische freie Hydroxylradikale produziert, die Membranlipide, DNA und andere wichtige Zellkomponenten angreifen können“, so erklärt die CDC. Chemisch ähnelt es dem Wasser – es weist bloß ein zusätzliches Sauerstoffatom auf -, so dass sich beim Abbau keine gefährlichen Verbindungen bilden. Maximal umweltfreundlich zerfällt H2O2 in Wasserstoff und Sauerstoff – im Grunde also reinste Natur. Im Regenwasser kommt es vor, im Schnee findet es sich, in der frischen Luft bildet es sich aus Ozon. Was könnte unbedenklicher sein? Noch besser wirkt sogenanntes „beschleunigtes“ Wasserstoffperoxid (AHP), das unter Markennamen wie Optim1 und Oxivir im Handel ist. Es enthält reinigungsstarke Zusätze, z.B. Netzmittel, welche die Oberflächenspannung der Flüssigkeit herabsetzen, so dass sie sich leichter ausbreiten kann. Manche Hersteller mischen Silber bei; mit ihm reagieren die Schwefelatome, die das Coronavirus enthält – was die viralen Bausteine irreversibel zerstört. SARS-CoV-2 und andere Viren kann AHP in nur 30 Sekunden (!) abtöten. Während des SARS-Ausbruchs 2003 ernannte das kanadische Gesundheitsministerium AHP zum Mittel der Wahl, wenn es um Flächendesinfektion in Einrichtungen des Gesundheitswesens geht. Bis heute gilt es als bestes und sicherstes Breitband-Viruzid. Ein Weg zu coronafreier Innenraumluft? Auf Aerosole, in denen mutmaßliche Killerkeime stundenlang durch Innenräume schweben, richtet sich eine regelrechte Massenpanik. Ob Büroräume oder Klassenzimmer, Museen oder Konzertsäle, Bibliotheken oder Sporthallen, Läden, Kinos oder Gaststätten: Sie alle haben sich in Hochrisikozonen verwandelt, in denen Angstschweiß in Strömen fließt, weil hier irgendein Spreader geniest oder gehustet, gesprochen oder gesungen haben könnte. Maske auf, mindestens anderthalb Meter Abstand, reichlich lüften, Anwesendenzahl beschränken, vorsichtshalber ganz dichtmachen: Mehr ist staatlichen Infektionsschützern in fünfzehn Pandemiemonaten nicht eingefallen. Dabei hätte Wasserstoffperoxid von Anfang an einen Großteil der umstrittenen, eher nutzlosen Corona-Verordnungen erübrigen können. Denn einsetzen lässt es sich auch, um Innenräume zu desinfizieren. Das nötige Gerät hierfür, ein Vernebler, erinnert entfernt an eine Schneekanone: Große Düsen versprühen eine feine, weiße Wolke, die sich raumfüllend verteilt, bis in den hintersten Winkel. "Hierzu nutzt man die physikalische Eigenschaft der Diffusion“, so erklärt Kathrin Höhne vom Anbieter Bedo Production & Services (B-P-S), einem mittelständischen Unternehmen im bayerischem Niederding. „Denn diese Desinfektionsmittel-Aerosole sind so lange in der Luft unterwegs, bis sie einen ausgeglichenen Feuchtigkeitsgehalt in der Luft haben. Das heißt, die wollen mit jedem Teil, das in der Luft ist, diesen Ausgleich schaffen. Und deswegen ist diese Vernebelung auch unglaublich wirksam, weil sie an Stellen kommt, an die man mit einem normalen Putztuch nicht mehr hinkommt. […] Diese Aerosole senken sich auch irgendwann auf Oberflächen ab und desinfizieren diese mit." Danach muss bloß noch gelüftet werden. Die ganze Prozedur dauert ein bis zwei Stunden. Und hinterlässt einen zu 99,9 % gereinigten, folglich so gut wie coronafreien Raum, versichert B-P-S. (4) Ob „der Dampf in der Raumluft auch an den Stellen hingelangt, wo es möglicherweise schwierig ist“, müsse erst noch „validiert“ werden, beanstandet Michael Pietsch, Leiter der Hygieneabteilung an der Universitätsmedizin Mainz. Der ARD-Sender mdr vermisst „unabhängige, wissenschaftliche Belege und Erkenntnisse, wie und wann (die Vernebelung mit Wasserstoffperoxid) eingesetzt werden kann“. Und wieso haben das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut nicht schon längst entsprechende Untersuchungen veranlasst? Mit Wasserstoffperoxid Covid-19 vorbeugen und behandeln? Mit Wasserstoffperoxid lassen sich Haare blondieren, Zähne bleichen, Sprengstoff produzieren, Treibgas für Raketen und Torpedos herstellen. Hier setzt billige Polemik an, um seinen Gebrauch in der Medizin lächerlich zu machen. Hohn und Spott sind freilich fehl am Platz. Prophylaktisch und therapeutisch ist H2O2 nämlich seit langem in vielfältigem Einsatz. Zahlreiche Zahnarztpraxen lassen Patienten ihren Mundraum mit verdünntem Wasserstoffperoxid spülen, ehe die Behandlung beginnt. Zwar halte dies die Virenzahl nur eine halbe Stunde lang niedrig – dies genüge aber, um das Praxispersonal deutlich besser vor Corona zu schützen, wie eine Zahnärztin aus Fürstenzell in einem Presseinterview erklärt. Manche Mediziner raten zum regelmäßigen Gurgeln mit Wasserstoffperoxid. Dies taten in einer kleineren Studie zehn Covid-19-Erkrankte jeweils 30 Sekunden lang. Eine halbe Stunde später soll sich die Viruslast in ihrem Mund und Rachen allerdings nicht merklich verringert haben. Faktenchecker schließen daraus, ein desinfizierender Effekt trete höchstens kurzfristig auf, sei „wissenschaftlich nicht untersucht und wenig wahrscheinlich“. Im übrigen seien üble Nebenwirkungen und Langzeitschäden nicht auszuschließen. So spülten jeweils ein Drittel von 38 Versuchspersonen fünf Wochen lang mit 0,75 %- bzw. mit 1,5 %-igem Wasserstoffperoxid oder mit Kochsalzlösung. In den beiden Peroxid-Gruppen brachen drei Probanden vorzeitig ab, wegen Schmerzen und Geschmacksstörungen. Wieso haben sich staatliche Infektionsschützer nicht längst dazu aufgerafft, die vermissten „wissenschaftlichen Untersuchungen“ schleunigst stattfinden zu lassen? Hätte sich dabei nicht herausstellen können, dass Wasserstoffperoxid durchaus medizinisch Sinn macht, sofern es richtig angewandt wird? Eben darauf deuten reichlich Praxiserfahrungen hin, die der US-amerikanische Arzt Dr. David Brownstein mit Wasserstoffperoxid gesammelt hat. Im Juli 2020 veröffentlichte er in der Fachzeitschrift Science, Public, Health Policy, and the Law eine von Experten begutachtete Fallstudie mit Covid-19-Erkrankten. Wie der Ganzheitsmediziner darin berichtet, behandelte er in seiner Privatklinik in West Bloomfield, 45 km nordöstlich von Detroit, Michigan, 107 Betroffene mit Peroxid; zusätzlich verabreichte er ihnen die Vitamine A, C und D sowie Jod und Ozon. Dasselbe Protokoll setzt er seit über 25 Jahren bei Influenza und grippeähnlichen Erkrankungen ein. Bis Anfang März 2021 kamen rund 130 weitere Covid-Fälle hinzu. Wie bekam ihnen der Peroxid-Ansatz? "Unter unseren ersten 107 Covid-19-Patienten hatten wir keinen Todesfall", berichtet der Arzt. "Es gab ein paar Krankenhausaufenthalte, aber viel weniger, als es die Statistiken erwarten ließen.“ (5) Nicht einmal jeder Zwanzigste war von Long-Covid betroffen. Näheres schildert Brownstein in seinem kürzlich erschienenen Buch A Holistic Approach to Viruses. (6) Einen einzigen Corona-Tod konnte Brownstein nicht verhindern: Am zweiten Behandlungstag verstarb in seiner Klinik ein Mann Ende 80 mit zahlreichen schweren Komorbiditäten, bei dem Covid-19 schon zwei Wochen zuvor ausgebrochen war. Auch dem Klinikpersonal kam Brownsteins Ansatz zugute. Präventiv angewandt, sorgte er dafür, dass während der ersten Corona-Welle im März und April 2020 kein einziger Mitarbeiter erkrankte. Als es in der zweiten Welle einen erwischte, „löste er damit eine Infektionskaskade aus“, berichtet Brownstein. „Alle Betroffenen wurden behandelt, und alle erholten sich. Jetzt haben wir Herdenimmunität erreicht. 87 Prozent von uns haben Antikörper gegen Covid-19.“ (7) Brownstein arbeitet mit Konzentrationen weit unterhalb derer, die in der oben erwähnten Studie Nebenwirkungen auslösten. Er verdünnt das Peroxid auf 0,04 % - nicht mit destilliertem Wasser, sondern mit 0,9 %-iger Kochsalzlösung, was ungefähr der Konzentration entspricht, die in Körperflüssigkeiten vorkommt. Kühl gelagert, bleibt es rund ein Vierteljahr wirksam. Wie kommt das H2O2 in den Patienten? Dafür sorgt ein leistungsstarker elektrischer Tischvernebler, dem Brownstein gegenüber schwächeren batteriebetriebenen Handgeräten den Vorzug gibt. Denn das Peroxid muss möglichst tief in die Lunge vordringen. Bei Amazon sind solche Geräte für 30 bis 40 Euro zu haben. Ist Covid-19 bereits ausgebrochen, verabreicht Brownstein das Peroxid zusätzlich intravenös. Auf welchen biochemischen Mechanismen beruht dieser Ansatz? Als Desinfektionsmittel tötet Wasserstoffperoxid Viren bei Kontakt zuverlässig ab. Darüber hinaus scheint es aber auch als sekundärer Botenstoff zu wirken, der Zellfunktionen steuert. (8) "Es ist eine oxidative Therapie“, so erläutert Brownstein. „Wir sind alle irgendwie darauf konditioniert, dass Antioxidantien gut und Oxidantien schlecht sind, aber in Wirklichkeit braucht man ein Gleichgewicht zwischen ihnen. Man nennt es Redox. Es ist wie eine Tretmühle. Sie brauchen Oxidantien, um den Abbau von alten Zellen, altem und verletztem Gewebe zu stimulieren, und Sie brauchen Antioxidantien, um deren Reparatur anzuregen." "Die Oxidantien haben also einen Nutzen. Sie stimulieren den Redoxweg, und ich denke, was wir mit Wasserstoffperoxid, Ozon und hochdosiertem Vitamin C erreichen, ist, dass Sie diesen Redoxweg stimulieren, um Elektronen zu bewegen." "Wenn man Elektronen umherbewegt, kann man Energiemoleküle herstellen, ATP, man kann Reparaturzellen und STEM-Zellen stimulieren und die Dinge wieder in Gang bringen. Der menschliche Körper produziert eine enorme Menge an Peroxid – überall, in jeder Zelle. Wenn dies ein gefährliches Oxidationsmittel wäre, warum sollten er dann so viel davon herstellen?" "Die Verwendung kleiner Mengen von Peroxid, entweder als Infusion oder als Vernebler, hat nur einen guten klinischen Effekt. Ich sehe keinerlei schädliche Nebenwirkungen.“ Über die antivirale Wirkung hinaus verbessert vernebeltes Peroxid auch die Sauerstoffversorgung und die Atmung allgemein. Der Zusatz von Jod, einem immunstärkenden Spurenelement, erhöht die Schutzwirkung erfahrungsgemäß noch. Brownstein gibt dazu einen Tropfen 5%-iger Lugolscher Lösung (9) bei; dieser liefert 6,25 Milligramm Iod. Reisenden, die befürchten, sich mit Covid-19 anzustecken, rät Brownstein dazu, ihren Vernebler, richtig verdünntes Wasserstoffperoxid sowie Jod stets mitzunehmen. „Auf diese Weise können sie bei ihrer Ankunft am Zielort vernebeln, was alle Krankheitserreger, denen sie auf der Reise ausgesetzt waren, effektiv abtöten sollte.“ (10) Dabei ist Brownstein beileibe nicht der einzige Arzt, der auf Wasserstoffperoxid zur Prävention und Behandlung von Covid-19 und anderen Viruserkrankungen schwört. Seinen Ansatz stützen Dr. Thomas Levy – siehe dessen Artikel „An At-Home Treatment That Can Cure Any Virus, Including Coronavirus“ und sein kostenloses E-Book Rapid Virus Recovery – sowie Dr. Frank Shallenberger. Maulkorb für Tabubruch Ein paar Monate lang postete Brownstein Videointerviews mit seinen Covid-Patienten, in denen sie ihre Geschichte erzählten. Damit handelte er sich nicht nur absehbare Verrisse durch Faktenchecker ein, sondern auch eine Abmahnung der Federal Trade Commission (FTC): Jegliche „Werbung“ für Hilfe bei Covid-19 sei sofort zu unterlassen, weil es keine etablierte Prävention, Behandlung oder Heilung für diese Krankheit gebe. "In ihrem ersten Brief an mich verlangte die FTC: 'Weil es keine klinischen Studien am Menschen gibt, die dokumentieren, dass das, was Sie sagen, funktioniert, müssen Sie es entfernen.' Daraufhin schickte meine Frau, die Anwältin ist, der Behörde meine im Juli veröffentlichte Studie. Doch diese genügte nicht – die FTC verlangte eine randomisierte und kontrollierte.“ Allein darin bestehe eine „kompetente und verlässliche wissenschaftliche Evidenz“. Nun kam sich Brownstein vor wie im falschen Football-Film: „Es fühlte sich so an, als hätten wir den Ball in die Endzone geschlagen, und dann haben sie den Torpfosten 30 Meter zurückversetzt.“ Hunderte Patienten hatte er mit gutem Erfolg behandelt – worauf sonst sollte es denn ankommen? Wer heilt, hat recht. „Ich habe keine randomisierte Studie durchgeführt, weil es für mich unethisch ist, den Leuten eine Behandlung vorzuenthalten, wenn ich mir so sicher bin, dass sie funktioniert. Ich hätte nachts nicht schlafen können, wenn ich Leute randomisiert hätte, die die Therapie bekommen, und andere, die sie nicht bekommen.“ "Anstatt sich nur auf Masken und soziale Isolation zu verlassen, sollten wir besser über das Immunsystem sprechen", sagt Brownstein. "Wie können wir es unterstützen? Seit wann ist es illegal, darüber zu sprechen? Seit wann muss man darüber schweigen? (…) Covid-19 ist ein Paradebeispiel dafür, was mit unserem Land falsch läuft.“ (11) Anderswo ebenfalls. Harald Wiesendanger Dieser Artikel darf nicht als Therapieempfehlung oder gar als Heilungsversprechen missverstanden werden. Er ersetzt weder andere medizinische Maßnahmen noch das Gespräch mit einem Arzt. Anmerkungen (1) https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0195670120300463; https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.09.20033217v2 (2) Siehe z.B. die Übersicht der US-Seuchenschutzbehörde CDC: https://www.cdc.gov/infectioncontrol/guidelines/disinfection/disinfection-methods/chemical.html (3) Näheres siehe https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK214356/ (4) https://www.sueddeutsche.de/bayern/kultur-bayern-corona-oberding-desinfektionsmittel-1.4955830; https://amoair.com/berliner-ensemble; https://www.merkur.de/lokales/erding/oberding-ort29189/niederdinger-wundernebel-firma-zieht-berufung-zurueck-90166249.html (5) Zit. nach https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2021/03/07/nebulized-peroxide.aspx?ui=d503235325038e7b4f1f46eb68a48ff02ee0b104fe815572e6d5504e6da7c48e&sd=20200215&cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art2ReadMore&cid=20210307&mid=DM823215&rid=1101233236 (6) https://www.biomedhealthcenter.com/store/a-holistic-approach-to-viruses; https://shop.harmanyequine.com/shop/books-information/a-holistic-approach-to-viruses/; https://cube-blackbird-rjba.squarespace.com/shop/p/a-holistic-approach-to-viruses (7) Zit. nach https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2021/03/07/nebulized-peroxide.aspx?ui=d503235325038e7b4f1f46eb68a48ff02ee0b104fe815572e6d5504e6da7c48e&sd=20200215&cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art2ReadMore&cid=20210307&mid=DM823215&rid=1101233236 (8) https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2014/dkfz-pm-14-64-Gezielte-Oxidation-steuert-Zellfunktionen.php; https://www.welt.de/print-welt/article690569/Wasserstoffperoxid-Zellgift-und-Botenstoff-zugleich.html (9) https://www.klinik-st-georg.de/lugolsche-loesung/; https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Lugolsche%20L%C3%B6sung. So benannt ist die Lösung nach dem französischen Jean Lugol (1786-1851). Er entdeckte 1835, dass sich Jod leichter in Wasser löst und besser verträglich ist, wenn ihm die doppelte Menge Kaliumiodid beigegeben wird. Eine 5%-ige Lugolscher Lösung besteht demnach aus fünf Gramm Jod, zehn Gramm Kaliumiodid und 85 Gramm gereinigtem Wasser.) (10) Zit. nach https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2021/03/07/nebulized-peroxide.aspx?ui=d503235325038e7b4f1f46eb68a48ff02ee0b104fe815572e6d5504e6da7c48e&sd=20200215&cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art2ReadMore&cid=20210307&mid=DM823215&rid=1101233236 (11) Zit. nach https://cohlife.org/wp-content/uploads/Dr.-David-Brownstein-How-Nebulized-Peroxide-Helps-Against-Respiratory-Infections.pdf

  • „Dieses Zeug“ muss weg

    Um „Desinformation“ weltweit noch wirksamer zu bekämpfen, hat Bill Gates soeben ein neues Bündnis großer Medien- und Tech-Unternehmen geschmiedet. Die „Coalition for Content Provenance and Authenticity“ (C2PA) soll die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, das Internet von „Fake News“ und „Verschwörungstheorien“ zu säubern – umfassend und ein für allemal. Dieser vervollkommneten Zensur wird kein Querdenker mehr entkommen. Gemäß einer Presseerklärung, die Gates´ Microsoft am 22. Februar 2021 veröffentlichte, zählen zu den Gründern dieser großen Koalition von Wahrhaftigkeitszertifizierern vorerst die New York Times, die BBC sowie die Software-Riesen Adobe, ARM, Intel und Truepic. Im gesamten World Wide Web soll das Unternehmensbündnis „die Integrität des Inhalts“ bewahren und sicherstellen, „dass die ursprünglichen Informationen auf ihrem Weg nicht manipuliert wurden“. Dazu wird Microsoft Software entwickeln, die jeden beliebigen Inhalt – sei es ein Text, Bild, Video oder Dokument - mit einem einmaligen digitalen Fingerabdruck versieht: einem sogenannten Hash, einer unverwechselbaren Codesequenz. Jeder Hash soll so spezifisch sein wie der Content, dem er anhängt; „die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Inhalte denselben Hash haben, liegt praktisch bei Null“. Unter anderem lässt ein Hash automatisch erkennen, ob den betreffenden Inhalt ein anerkanntes Qualitätsmedium wie die New York Times erstellt hat, ein alternatives digitales Medium oder auch ein einzelner Benutzer. Falls der Inhalt von einem Medium stammt, das von einer in der Times veröffentlichten Information abweicht, stuft ihn ein Algorithmus sofort als Fake ein. Was bedeutet das beispielsweise für Aussagen über Covid-Vakzine? Die „integre“, bekanntlich „verlässliche“ Times erklärt: „mRNA-Impfstoffe sind wirksam und sicher.“ Postet ein Querdenker die gegenteilige Behauptung, so vertritt er nicht einfach einen anderen Standpunkt, aus womöglich triftigen Gründen – er „modifiziert“ die vertrauenswürdige Information der Times, er „verfälscht“ sie. Und dann? Dann beginnt keine Debatte, kein Abwägen von Gründen pro und contra. Sie endet vielmehr umgehend. C2PA befördert ausgewählte Leitmedien wie die New York Times nämlich gewissermaßen zum Heiligen Stuhl der Nachrichtenwelt - künftig liefern sie sozusagen den Goldstandard der absoluten Wahrheit. An ihm müssen sich andere digitale Medien, wie auch jeder einfache User, bald messen lassen. Machen sie sich dabei einer „Modifizierung“ des ursprünglichen Inhalts schuldig, trifft sie das Cyber-Fallbeil der Zensur. Mit "modifizieren" meinen die C2PA-Macher, dass "die Urheberschaft gestohlen" und die ursprüngliche Information „manipuliert“ wurde, womöglich „in böswilliger Absicht“. In diesem Fall mangelt es ihnen an „Authentizität“. Dann soll Microsoft-Software dafür sorgen, dass solche Nachrichten vollautomatisch als „irreführend“ gekennzeichnet und aus dem Internet verbannt werden. Einspruch sinnlos, Gegenwehr ausgeschlossen Jedes Medium, dessen Content der New York Times und ihren Quellen widerspricht und eine abweichende Version anbietet, riskiert somit die digitale Verbannung durch die große Koalition von Microsoft und seinen Partnern. Überall, unverzüglich und auf Dauer. Einspruch sinnlos, Diskussion unmöglich, Gegenwehr ausgeschlossen – denn der Zensor ist eine künstliche Intelligenz, die sich per Machine Learning eigenständig immer weiter perfektioniert. Dass ihr die fundamentalen Freiheitsrechte westlicher Demokratien einprogrammiert werden, ist eher nicht zu erwarten. Das Stichwort „Provenance“ – Herkunft - steht für eine weitere neue Funktion von Bill Gates' C2PA: Sie will den Weg von "verfälschten" Inhalten auf ihrer gesamten Reise durch das Internet nachvollziehen, selbst wenn sie von einem anonymen Benutzer ausgehen. Gates will Microsoft eine Software entwickeln lassen, die jegliche Informationen verfolgen kann, welche seine Koalition für "irreführend" hält, egal ob es sich um einen Artikel in einem Blog, ein Video auf einer Plattform, einen Post in einem sozialen Netzwerk oder ein Meme handelt. In jedem Fall werden sowohl der Autor als auch diejenigen, die Fake News „konsumiert“ haben, zuverlässig identifiziert. Beim „Endverbraucher“ von Desinformationen lässt sich jeder Aufruf, jeder Kommentar, jedes „Folgen“ und „Teilen“, ja selbst ein Smiley erfassen. Dazu, so erklärt Microsoft, sei "die Zusammenarbeit mit Chip-Herstellern, Nachrichtenorganisationen sowie Software- und Plattformunternehmen entscheidend, um einen umfassenden Provenance-Standard zu ermöglichen und eine breite Akzeptanz im gesamten Content-Ökosystem zu fördern". „Vertrauenswürdige Medien schützen“ In der C2PA machen drei Vorläufer gemeinsame Sache. (1.) Schon 2019 hatten über ein Dutzend Big Player zur „Trusted News Initiative“ (TNI) zusammengefunden: neben den drei Marktführern unter den Nachrichtenagenturen – AP, AFP und Reuters – die BBC, CBC/Radio-Canada, die European Broadcasting Union (EBU), Facebook, Google/YouTube, Twitter, die Financial Times, die Washington Post. First Draft, The Hindu sowie das Reuters Institute for the Study of Journalism. Und natürlich Microsoft. Die TNI-Partner „machen sich gegenseitig auf Desinformationen aufmerksam, die eine unmittelbare Bedrohung für das Leben darstellen. Somit können die Inhalte von den Plattformen umgehend überprüft werden können, während die Verlage sicherstellen, dass sie nicht unwissentlich gefährliche Unwahrheiten veröffentlichen.“ Dieses „Schnellwarnsystem“ kam erstmals 2019/20 Parlamentswahlen in Großbritannien, Myanmar und Taiwan zum Einsatz, wie auch bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Im Pandemiejahr rückte die gemeinsame „Bekämpfung von gefährlichen Desinformationen über das Coronavirus“ in den Vordergrund. Im Dezember 2020, bei einem Gipfeltreffen in London unter Leitung des BBC-Generaldirektors, beschloss das Aktionsbündnis, sich auf das Thema Impfstoffe zu konzentrieren. „Beispiele sind weit verbreitete Memes, die Unwahrheiten über Impfstoffe mit Freiheit (…) in Verbindung bringen. Andere Beiträge versuchen, die Gefahren des Coronavirus herunterzuspielen, und suggerieren, dass hinter der Entwicklung eines Impfstoffs ein Hintergedanke steckt.“ Und wie steht es mit Beiträgen, in denen Leitmedien die Corona-Gefahren übertreiben, Freiheitsbeschränkungen und andere Kollateralschäden kleinreden, aufs Hinterfragen von Impfkampagnen verzichten? Derartige Desinformation zu „bekämpfen“, planen die C2PA-Initiatoren gewiss nicht. (2.) „Project Origin“ (1), betrieben seit Herbst 2020 von Microsoft gemeinsam mit den „Informationsführern“ BBC, der New York Times, den kanadischen Staatssendern CBC und Radio-Canada betrieben, gab sich das Motto „Protecting Trusted Media“ – „Vertrauenswürdige Medien schützen“. Es war darauf aus, „Desinformation im digitalen Nachrichten-Ökosystem zu bekämpfen, indem es Signale an einen Inhalt anhängt, um dessen Integrität zu demonstrieren und diese Informationen den Nutzern zur Verfügung zu stellen“. Der Verbraucher erhält „automatisierte Warnsignale vor manipulierten oder gefälschten Medien“. Und wer legt die Maßstäbe für Integrität und Vertrauenswürdigkeit fest? Wer stellt sicher, dass die „Informationsführer“ sie erfüllen? (3.) Parallel dazu hatte Adobe bereits eine „Content Authenticity Initiative“ (CAI) ins Leben gerufen. Ihr ging es darum, die Herkunft digitaler Bildinhalte zu ermitteln, wodurch „die Konsumenten beurteilen können, ob das, was sie sehen, vertrauenswürdig ist“, d.h. eine visuelle Realität abbildet. Was kommt da auf uns zu? Was ist schlimm daran, wenn C2PA demnächst jeden Inhalt, der das Internet erreicht, mit einem „digitalen Fingerabdruck“ versieht: einem Signal, das es ermöglicht, seine Herkunft zu erkennen und damit auch seinen Urheber zu identifizieren? Um sich darüber klarzuwerden, genügt es, drei von Gates´ Koalitionspartnern näher zu betrachten. Wenn wir eine doc- oder jpeg-Datei erstellen, ist wahrscheinlich irgendein Microsoft-Dienst beteiligt, sei es Word oder die übrige Office Suite, Notepad, Paint oder Edge. Ehe wir Fotos, Videos und Dokumente veröffentlichen, bedienen wir uns am ehesten bei Adobe, dem Unternehmen hinter Photoshop, Illustrator, Acrobat, Premiere und anderen marktführenden Anwendungen. Truepic, ein senkrechtstartendes Startup, hat ein Verfahren entwickelt, um die Herkunft von Fotos zu festzustellen, sobald sie mit einem Smartphone aufgenommen werden. Und dann ist da noch Intel, das den Markt für CPUs beherrscht: den Zentraleinheiten aller datenverarbeitender Geräte. Ob du einen Satz tippst, eine Mail verschickst, eine Bilddatei kopierst oder einen Screenshot anfertigst: Immer ist es die CPU, die diese Dateien verarbeitet. Der Zugriff auf die CPU eröffnet die ultimative Form von digitaler Überwachung. Auch wenn du nicht mit dem Internet verbunden bist, „weiß“ die CPU immer noch, was dein Computer tut. Gebündelt eröffnen diese Technologien die Möglichkeit, alle Arten von Informationen von dem Moment an zu verfolgen und zu deanonymisieren, in dem sie auf einem Computer, einem Laptop oder irgendeinem anderen Datenverarbeitungsgerät erstellt werden. Wer sie kontrollieren will, versieht sie mit Signalen, um sicherzustellen, dass sie jederzeit zensiert und unterdrückt werden, wo immer sie online unterwegs sind. Zugleich ermöglichen es die Signale, den Urheber von Inhalten zu ermitteln, die der Zensor als „nicht vertrauenswürdig“ einstuft. Auf welche Szenarien müssen wir uns infolgedessen einstellen? 1. Die ARD sendet einen überaus wohlwollenden Beitrag über Angela Merkel. Du weißt, dass er nicht ganz wahr ist. Also produzierst du ein satirisches Kurzvideo, das die Story entlarvt, und teilst es mit ein paar Freunden, die es ihrerseits weiterleiten. Während es viral geht, findet künstliche Intelligenz darin „Desinformationen“ und ermittelt dich als Urheber. Daraufhin wirst du bestraft. Vielleicht wird dein Internetzugang für eine Woche gesperrt, im Wiederholungsfall für einen Monat. Vielleicht fällt die Sanktion drastischer aus. 2. Das Online-Magazin Rubikon veröffentlicht einen Artikel über Lothar Wieler, der zwar sachlich ist, ihn aber in ein schlechtes Licht rückt. Den Text illustriert eine Grafik, die du anderswo posten und teilen möchtest. Das funktioniert aber nirgendwo, egal welchen Browser du benutzt. Denn die C2PA-Technologie hat den Beitrag als „Hassrede“ eingestuft. 3. Reitschuster.de stellt auf seiner Website einen Podcast zur Verfügung. Umgehend stuft ihn die C2PA-Software als Fake News ein. Daraufhin kann niemand ihn mehr downloaden; wer es schafft, kann den Podcast nicht mehr auf seinem Gerät abspielen. Womöglich poppt stattdessen ein Fenster auf, mit dem Hinweis: „Dieser Beitrag wurde als Fehlinformation erkannt. Bitte ziehen Sie stattdessen die von der C2PA zertifizierten Quellen heran. Diese sind …“ 4. Zehntausende haben einen Fernsehbeitrag gespeichert, demzufolge die Impfskepsis Rekordwerte erreicht. Die C2PA-Technologie erkennt darin Fake News – und löscht die Filmdatei von allen Computern, die damit „infiziert“ sind. 5. Querdenker, wie auch alle, die mit deren Gedankengut auch nur teilweise sympathisieren, werden als Spreader von „verfassungsrelevanter Delegitimierung des Staates“ bezeichnet, wenn nicht gar als „inländische Terroristen“. Folglich müssen all ihre Online-Aktivitäten überwacht werden, notfalls verdeckt, ohne Vorwarnung und Erlaubnis. Was auch immer von ihnen ausgeht – sei es ein Text, ein Video, eine Sprachnachricht, ein Bild -, können Staatschützer mit C2PA-Unterstützung zu ihnen zurückverfolgen, über die IP-Adressen von CPUs. Daraufhin dürfen sich die Gedankenverbrecher auf Behördenbesuch gefasst machen. Hier ein paar „Verschwörungstheorien“, deren Verbreitung C2PA verhindert hätte: Hatte am 14. März 2020 nicht eine „vertrauenswürdige Quelle“, das Bundesgesundheitsministerium, den offiziellen Tweet gepostet?: „Achtung, Fake News! Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesgesundheitsministerium / die Bundesregierung würde bald massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte, helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen.“ Ganz gewiss mitgeholfen hätte dabei C2PA. Nicht acht Monate später, auch nicht acht Wochen später, sondern acht Tage (!) später begann der erste Lockdown. Dass die Bundesregierung Geimpfte privilegieren wolle, hätte C2PA bis vor kurzem als „Desinformation“ unterdrückt. Schließlich hatte sich Jens Spahn am 28. Dezember 2020 klipp und klar gegen Sonderrechte ausgesprochen. Am 4. April 2021 kündigte derselbe Minister eben solche Privilegien an. Steht Deutschlands Ladeninhabern ein zweiter Shutdown bevor? Fake News. „Man würde mit dem Wissen von heute (…) keine Friseure mehr schließen und keinen Einzelhandel mehr schließen“, stellte Jens Spahn am 1. September 2020 klar. Doch gut drei Monate später, am 16. Dezember, musste der Einzelhandel erneut weitestgehend schließen. „Eine weitere flächendeckende Schulschließung kommt nicht infrage“, versicherte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek am 22. September 2020. Wer das Gegenteil voraussagte, wäre von C2PA als „Desinformant“ abgestempelt worden. Knapp drei Monate später, am 16. Dezember 2020, machten die Schulen wieder dicht, die Präsenzpflicht wurde ausgesetzt. Dies sollte bloß bis zum 10. Januar 2021 dauern. Es gilt noch immer. Weg mit „dem Zeug“ - Was Gates unter „der Wahrheit“ versteht Wozu noch C2PA, wo eine Armee von Faktencheckern das Netz doch ohnehin schon massenhaft „säubert“? Wie Bill Gates im Oktober 2020 beim Wall Street Journal Summit in London beklagte (2), seien die bisherigen Maßnahmen, Verschwörungstheorien und „Fehlinformationen“ im Internet zu unterdrücken, „weniger kreativ, als wir an diesem Punkt benötigen“. Er vermisse und fordere „intelligente Lösungen“. Den Tech-Plattformen sei es bisher nicht gelungen, der menschlichen „Schwäche“ für „aufregende Dinge“ (titillating things) Rechnung zu tragen – beispielsweise „solchen Behauptungen, das Coronavirus sei von Menschen geschaffen oder ‚Es gibt eine Verschwörung‘.“ Soziale Medien, so bemängelte Gates, erlauben es derartigen Inhalten weiterhin, in Windeseile die Runde zu machen. „Dieses Zeug verbreitet sich viel schneller als die Wahrheit. Die lautet, wissen Sie, es kommt von einer Fledermaus, wissen Sie, wir versuchen immer noch, den genauen Übertragungsweg herauszufinden.“ (3) An diesem Beispiel führt der selbsternannte Hüter der reinen Wahrheit mustergültig vor Augen, welcher Umgang mit missliebigen Meinungen ihm für die Zukunft der Menschheit vorschwebt. Tatsächlich ist die Zoonose-Hypothese des Pandemieursprungs weiterhin hochumstritten, während sich die Indizien für ein biotechnisches Laborkonstrukt häufen. Einen „wissenschaftlichen Konsens“ darüber gibt es nicht, zumindest wenn man die Einschätzungen unabhängiger Experten mitberücksichtigt, statt jenen zweibeinigen Interessenkonflikten zu trauen, die aus durchsichtigen Motiven das offizielle Narrativ stützen. (4) Überfällige Nachforschungen und Diskussionen darüber will Gates offenbar als „Zeug“ unterbinden. „Desinformation“: Darunter verstehen Wahrheitswächter wie Gates Informationen, die das Narrativ des Establishments in Frage stellen. Zutreffender wäre die Übersetzung „Dissidenteninformation“. Über Meinungskontrolle, wie sie schon jetzt bei Social-Media-Plattformen und Suchmaschinen stattfindet, geht C2PA weit hinaus. Sie setzt tiefer an, auf der Ebene der Offline-Software und –Hardware, voraussichtlich bis zur grundlegendsten Einheit: der CPU. Die Verbreitung „ungeprüfter“ Informationen soll verhindert werden, bevor sie überhaupt online gehen. Verunglückter Goldstandard Dass Gates ausgerechnet ein Blatt wie die New York Times zum Wahrhaftigkeitsmaßstab befördert, ist ausreichend absurd, um sein Zensurprojekt bereits pränatal zu blamieren. Mit ihrem Jahrzehnte zurückreichenden Sündenregister von journalistischem Fehlverhalten ließe sich eine Dokumentation füllen, die Mühe hätte, zwischen zwei Buchdeckel zu passen. Die „am meisten respektierte Zeitung der Welt“ (5) verharmloste den „Holodomor“, Stalins Völkermord an Millionen Ukrainern Anfang der dreißiger Jahre (6), ebenso wie Hitlers Judenverfolgung (7). Selbst nach rückblickender Einschätzung des eigenen Herausgebers ging das Blatt mit brisanten Themen wie Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe voreingenommen um. (8) Sie unterstützte den Einmarsch in den Irak. (9) Im Nahost-Konflikt nimmt sie, einer Harvard-Studie zufolge, eher die israelische Perspektive ein als die palästinensische. (10) – mit einer Voreingenommenheit, "die sich (...) in der Verwendung von Schlagzeilen, Fotos, Grafiken, Beschaffungspraktiken und Aufmacherabschnitten widerspiegelt." (11) Von der CIA ließ sich die New York Times in die „Operation Mockingbird“ einspannen: einer 1948 angelaufenen verdeckten Kampagne zur Medieninfiltration. Tausende von Journalisten warb der Geheimdienst dafür an. (12) Von der Glaubwürdigkeit der New York Times ist die amerikanische Öffentlichkeit mittlerweile erheblich weniger überzeugt als ihr reichster Fan. Jeder zweite US-Bürger vertraut ihrer Berichterstattung nur noch teilweise oder überhaupt nicht mehr. (13) Kaum besser steht es um den Ruf von Gates´ zweitem großen Medienpartner, der BBC. Den Vorwurf linksliberaler Voreingenommenheit bestätigt der britische Staatssender seit jeher penetrant. (14) Auch die BBC hat sich von Geheimdiensten zu Propagandazwecken benutzen lassen. Durchgesickerte Dokumente enthüllen, dass BBC News, wie auch die Nachrichtenagentur Reuters, an einem verdeckten Programm des britischen Foreign and Commonwealth Office (FCO) beteiligt waren, um Russlands Einfluss auf seine Nachbarn zu schwächen. „Die BBC und Reuters stellen sich selbst als unanfechtbare, unparteiische und maßgebliche Quelle für Weltnachrichten dar", erklärt der ehemalige britische Labour-Abgeordnete Chris Williamson. "Aber beide sind durch diese Enthüllungen enorm kompromittiert. Eine derartige Doppelmoral bringt (…) die Schreiberlinge der Medienkonzerne nur noch mehr in Verruf." (15) Dies war nicht das erste Mal, dass Reuters und die BBC in eine Mockingbird-artige Kampagne verwickelt waren. Wie im Januar 2020 freigegebene Dokumente belegen, bezahlte die britische Regierung den Agenturriesen Reuters "in den 1960er und 1970er Jahren dafür, eine antisowjetische Propagandaorganisation zu unterstützen, die vom Geheimdienst MI6 betrieben wurde", so berichtet das Infoportal GrayZone. Die BBC ließ sich dabei „als Durchreiche benutzen“, um Zahlungen an Reuters zu verschleiern. Auf solche „Goldstandards“ für Wahrhaftigkeit müssen wir uns also in Gates´ schöner neuer Normalität gefasst machen? Es kommt, um zu bleiben Von der Weltgesundheitsorganisation über die Europäische Union bis hin zur GAFTA, der Allianz der Tech-Giganten Google, Apple, Facebook, Twitter, Amazon: Die schwerwiegenden Eingriffe in die Presse- und Meinungsfreiheit, die sie ab Frühjahr 2020 einleiteten, rechtfertigten sie mit dem Covid-Notstand. Also verschwindet die Zensur, sobald die Pandemie vorbei ist? Edward Snowden, der unerschrockene NSA-Whistleblower, warnte bereits Ende März 2020, kurz nach Beginn der ersten Welle von Lockdowns: Der Überwachungsstaat, der jetzt entsteht, werde die Coronakrise überdauern. Die derzeitigen Freiheitsbeschränkungen, der Verlust unserer Grundrechte, die installierten Zensurinstrumente könnten irreversibel sein. „Staaten tendieren dazu, Gefahrensituationen in die Länge zu ziehen“, warnte er. Oder sie erfinden neue Bedrohungen. Plötzlich könnten Notfallmaßnahmen permanent werden – um beispielsweise Opposition dauerhaft auszuschalten. (16) Gates´ C2PA-Vorhaben bestätigt Snowdens schlimmste Befürchtungen. Denn es zielt längst nicht bloß darauf, das offizielle Corona-Narrativ zu verteidigen. Ebensowenig beschränkt es sich auf Impfpropaganda, Gates´ drängendste Passion. Bei C2PA geht es um nichts weniger als alles – um „Desinformation“ im allgemeinen, um die Jagd auf Fake News-Spreader und Verschwörungstheoretiker jeglicher Art. Ist die Microsoft-Software erst einmal weltweit implementiert, so wird sie den gesamten Cyberspace im Nu auf Linie bringen. Sie wird das gesamte Internet „säubern“. Jeglicher Content, der den Interessen der politischen und ökonomischen Eliten zuwiderläuft, wird verschwinden, spurlos und für immer. Künftigen Generationen wird es so vorkommen, als hätte es Bedenken, Gegenstimmen, Protest nie gegeben. Sollte Widerstand hin und wieder aufkommen, so wird unzähligen „vertrauenswürdigen“ Quellen zu entnehmen sein: Die Urheber sind wissenschaftsferne Wirrköpfe, skrupellose Gedankenverbrecher, psychisch gestörte Volksschädlinge. Technisch vervollkommnete Zensur Das C2PA-Projekt wird die absolute Kontrolle über den globalen Informationsfluss, die Ausschaltung jeglicher Kritik erheblich erleichtern. Dazu genügt es, jene paar Leitmedien in den Griff zu bekommen, die Gates & Co. zum Maßstab der „Vertrauenswürdigkeit“ erheben. Dass sich die weltgrößten Medienhäuser und Nachrichtenagenturen dafür einspannen lassen, lässt ihre unrühmliche Vergangenheit befürchten. (Siehe KLARTEXTE „Das Vertrauensparadox“ und „Wie kommt die Schere in den Kopf?“) Totalitäre Überwachungsregimes wie Rotchina werden an der geplanten C2PA-Software ihre helle Freude haben. Die umfassende Meinungskontrolle, auf die Gates´ Zensurbündnis aus ist, lässt sich nämlich fabelhaft verbinden mit einem ausgefeilten Sozialpunktesystem. Je mehr Fake News du produzierst, speicherst, bearbeitest, absonderst, konsumierst, zustimmend kommentierst oder weiterleitest, desto mehr Punktabzüge riskierst du – und damit Nachteile und Sanktionen der unterschiedlichsten Art. Das WWW zur Weltwahrheitswacht zu machen, liegt Gates seit langem am Herzen. Beinahe überall, wo an der Einschränkung und Beseitigung der Meinungsfreiheit gearbeitet wird, hat er seine Finger im Spiel. Finanziell am Tropf von Gates-Organisationen hängend, koordiniert die WHO seit Frühjahr 2020 die immer dreisteren Löschorgien der marktbeherrschenden Social Media-Konzerne. Das Poynter Institut, das Faktenchecker aus aller Welt „zertifiziert“, lebt von Gates-Spenden. Mit C2PA tut der größte Bill aller Zeiten nur den konsequenten nächsten Schritt. Weit und breit ist niemand in Sicht, der größenwahnsinnige Pseudo-Philanthropen wie ihn noch aufhalten könnte. Was wird bei der nächsten Pandemie dann aus Querdenkern? Zumindest vom Cyberspace werden sie vollständig ausgesperrt bleiben. Selbst ihr Telegram-Ghetto wird leer sein, wie auch dieser Blog hier. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.originproject.info/; https://www.bbc.co.uk/blogs/aboutthebbc/entries/46f5eb33-b7b8-4a9b-a24e-2c38e0cf8c2a (2) https://www.wsj.com/video/watch-bill-gates-at-wsj-ceo-council-summit/031C310C-128B-4229-BC1D-660B99BDA759.html; https://ceocouncil.wsj.com/event/ceo-council/ (3) Zit. nach https://reclaimthenet.org/microsoft-forms-coalition-to-censor-disinformation-online/ (4) Siehe Harald Wiesendanger: Corona-Rätsel, Schönbrunn 2020, E-Book, https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/corona-raetsel-pdf.html (5) Jessica Bennett, „Inside the New York Times' Photo Morgue, A Possible New Life for Print“, WNYC News, 7.5.2012, http://www.wnyc.org/story/206643-wnyc-tumblr/ (6) Eugene Lyons, Eugene (1938). Assignment in Utopia (1938), https://books.google.com/books?id=ZXLhwVJvfXMC&q=The+food+shortage+which+has+affected+almost+the+whole+population+in+the+last+year%2C+and+particularly+in+the+grain-producing+provinces&pg=PA573; R. Conquest: Reflections on a Ravaged Century, New York 2000; Andrew Stuttaford: "Prize Specimen – The Campaign to Revoke Walter Duranty's Pulitzer", National Review, 7.5.2003, https://web.archive.org/web/20030519230426/http:/www.nationalreview.com/stuttaford/stuttaford050703.asp; "The Foreign Office and the famine: British documents on Ukraine and the Great Famine of 1932–1933", Studies in East European Nationalisms, https://books.google.com/books?id=jQcPAQAAMAAJ; "N.Y. Times Urged to Rescind 1932 Pulitzer", USA Today, 2.2.2008, https://www.usatoday.com/news/nation/2003-10-22-ny-times-pulitzer_x.htm (7) Max Frankel: "Turning Away From the Holocaust", New York Times, 14.11.2001, https://www.nytimes.com/2001/11/14/specials/onefifty/20FRAN.html (8) Daniel Okrent: "Opinion – THE PUBLIC EDITOR; Is The New York Times a Liberal Newspaper?“, New York Times, 25.7.2004. (9) Antony Loewenstein: "The New York Times' role in promoting war on Iraq", Sydney Morning Herald, 23.3.2004, https://www.smh.com.au/articles/2004/03/23/1079939624187.html; NYTimes Editors: "FROM THE EDITORS; The Times and Iraq", New York Times, 26.5.2004, https://www.nytimes.com/2004/05/26/world/from-the-editors-the-times-and-iraq.html (10) Matt Viser: "Attempted Objectivity: An Analysis of the New York Times and Ha'aretz and their Portrayals of the Palestinian-Israeli Conflict", International Journal of Press/Politics 8 (4), September 2003, S. 114–120, doi:10.1177/1081180X03256999. S2CID 145209853. (11) Barbie Zelizer u.a.: "How Bias Shapes the News: Challenging the New York Times' Status as a Newspaper of Record on the Middle East". Journalism 3 (3), Dezember 2002, S. 283–307. doi:10.1177/146488490200300305. S2CID 15153383. (12) https://freepress.org/article/operation-mockingbird-new-york-times-confesses-role-subverting-first-amendment; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2021/03/10/reuters-bbc-were-paid-for-propaganda-campaign.aspx?ui=d503235325038e7b4f1f46eb68a48ff02ee0b104fe815572e6d5504e6da7c48e&sd=20200215&cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20210310&mid=DM825991&rid=1103708474 (13) "Further Decline in Credibility Ratings for Most News Organizations", Pew Research Center for the People and the Press, 16.8.2012, http://www.people-press.org/2012/08/16/further-decline-in-credibility-ratings-for-most-news-organizations/ (14) Josh Halliday: "BBC reporting scrutinised after accusations of liberal bias", The Guardian, 10.10.2012, https://www.theguardian.com/media/2012/oct/10/bbc-review-liberal-bias (15) Zit. nach https://thegrayzone.com/2021/02/20/reuters-bbc-uk-foreign-office-russian-media/ (16) https://www.youtube.com/watch?v=9we6t2nObbw; https://t3n.de/news/edward-snowden-warnt-virus-1266408/; https://thenextweb.com/news/snowden-warns-the-surveillance-states-were-creating-now-will-outlast-the-coronavirus; https://apps.derstandard.at/privacywall/story/2000116169370/snowden-warnt-ueberwachungsstaat-den-wir-jetzt-schaffen-wird-corona-ueberstehen Porträtfoto Gates: By United States Department of Health and Human Services - https://www.flickr.com/photos/hhsgov/39912162735/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69351594 Bild „truth“: PDPics/Pixabay

  • Wie kommt die Schere in den Kopf?

    Damit aus medialer Vielfalt Einfalt wird, üben Diktaturen Zwang aus. In der sogenannten „freien Welt“ sind zum selben Zweck subtilere Mittel nötig – und überaus erfolgreich. Um Presse, Funk und Fernsehen gleichzuschalten, nutzen Propaganda-Profis sieben bewährte Werkzeuge. (Teil 2 des Beitrags „Das Vertrauensparadox“) Die Nachrichtenwelt global auf Linie zu bringen, scheint völlig unmöglich, ist aber ein strategisches Kinderspiel: Wie im ersten Teil dieses Artikels erläutert, braucht man dazu in erster Linie die Kontrolle über die Marktführer unter den Agenturen: die Big Three – Associated Press, Agence-France Press, Reuters -, dazu den jeweiligen nationalen Platzhirsch. Geht das überhaupt? Wie kommt die Schere in den Kopf? Dazu gilt es sicherzustellen, dass in jeder Agentur die meisten Beteiligten mitspielen, auf die es ankommt: die Mehrheit der Eigentümer, Herausgeber und Geschäftsführer, leitende Redakteure sowie ständige Zulieferer von Texten und Bildern. Hierfür steht ein stattlicher Werkzeugkasten voller bewährter Instrumente bereit. (1) Erstes Werkzeug: Bestechung. In einer Umfrage der Uni Hamburg unter 386 Printjournalisten stimmten zwei Drittel ganz oder teilweise der Aussage zu, dass „korrupte Handlungen ein großes Problem“ in ihrem Berufsstand darstellen. 42 % gaben an, Anzeigenabteilungen hätten schon einmal Druck auf sie ausgeübt. 77 % halten es für eine verbreitete Praxis, dass Journalisten geldwerte Vorteile angeboten werden, wenn ihr Artikel positiv ausfällt bzw.wenn sie negative Berichterstattung unterlassen; 69 % haben dies selbst schon einmal erlebt. Jeder Zweite hält das Ressort Gesundheit/Medizin für besonders korruptionsanfällig. (2) Wie teuer wäre es, maßgebliche Leute bei den Big Three an die Leine zu legen, wie auch bei den jeweiligen nationalen Marktführern in den 20 Ländern mit den einträglichsten Gesundheitsmärkten? Anzuheuern gälte es die Mehrheit der Aufsichtsräte und Geschäftsführer, die Chefredakteure, die Chefs vom Dienst sowie die Leiter des Gesundheitsressorts. Über den Daumen gepeilt: Pro Agentur müssten ein bis zwei Dutzend Personen Schmiergelder zwischen 50.000 und mehreren 100.000 Euro pro Jahr winken. Insgesamt käme da ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen. Aber selbst ein paar hundert Millionen Euro wären kein Problem für die profitabelste Branche der Welt, bei traumhaften Gewinnspannen bis zu 60 %. (3) Bei einem Jahresumsatz, den Analysten mittlerweile auf 1,5 Billionen Dollar schätzen (4), investiert Big Pharma höchstens 10 bis 15 % in Forschung und Entwicklung, aber 40 bis 55 % in Marketing. Das heißt: Mehrere hundert Milliarden (!) pro Jahr fließen, als Werbungskosten steuerlich absetzbar, in Verkaufsförderung im weitesten Sinne. Ein Zehntel davon geht an „Meinungsbildner“. (5) In diese Kategorie fallen Opinion Leaders des Gesundheitswesens und Wissenschaftsbetriebs, Spitzenfunktionäre der einschlägigen Verbände, selbstverständlich aber auch Journalisten der maßgeblichen Agenturen sowie der reichweitenstärksten Fach- und Publikumsmedien. Wenn finanzielle Anreize tatsächlich ausreichen, gestandene Medizinprofessoren und Chefärzte reihenweise in Mietmäuler zu verwandeln – warum sollte dies bei Topjournalisten aussichtslos sein? (7) Rentiert sich eine derart kostspielige Korruption überhaupt? Allein der Covid-19-Impfstoff von Pfizer/BioNTech könnte das profitabelste Medikament aller Zeiten werden. Bereits für das laufende Jahr rechnet Pfizers Finanzchef mit einem Umsatz von 15 bis 30 Milliarden US-Dollar. Falls der Preis pro Dosis von derzeit 19,50 auf marktübliche 150 bis 175 Dollar steigt, wären mit alljährlichen „Auffrischimpfungen“ bis zu 270 Milliarden Dollar pro Jahr zu verdienen. Großzügigste Schmiergelder für jedermann, der solche Geschäfte gefährden könnte, würden einen lächerlichen Bruchteil des zu erzielenden Profits ausmachen. Den überragenden strategischen Wert von Nachrichtenagenturen wissen nicht nur Industrien zu schätzen, sondern auch Regierungen, Militärs und Geheimdienste. Seine Käuflichkeit bewies Reuters bereits bei der Operation Mockingbird (Spottdrossel), einer verdeckten Kampagne zur Medieninfiltration, welche die CIA seit 1948 betrieb. Mit rund einem Drittel ihres Budgets, jährlich eine Milliarde Dollar, bestach sie Hunderte von Journalisten, zunächst in Amerika, dann weltweit. (8) Reuters spielte und kassierte dabei mit – wie auch bei antisowjetischen Propapagandaaktionen des britischen Geheimdiensts MI6 sowie des Counter Disinformation & Media Development (CDMD), einer schattenhaften Abteilung des britischen Außenministeriums. Multimillionenbeträge flossen der Agentur jeweils zu. Kommt für derart Prostitutionswillige die Coronakrise nicht wie gerufen? Sind Spottdrosseln ausgestorben? Zumindest das US-Verteidigungsministerium füttert sie seit jeher. Es unterhält eine Abteilung für Propaganda-Operationen, die 2008 mit einem Budget von 4,7 Milliarden Dollar 27.000 Mitarbeiter beschäftigte. Eine für Public Relations zuständige Dienststelle namens «Joint Hometown News Service» soll auf einem früheren Luftwaffen-Stützpunkt inSan Antonio, Texas untergebracht sein. Von dort aus streute sie allein im Jahr 2009 rund 5400 Pressemitteilungen, 3000 TV-Spots und 1600 Rundfunkinterviews. (9) Zweites Werkzeug: Zulieferer. Eine Schlüsselrolle spielen hierbei PR-Agenturen wie Edelman, FleishmanHillard, Ketchum, Burson-Marsteller, Hill+Knowlton und ihre milliardenschweren Mutterkonzerne, allen voran WWP, Omnicon und Publicis. (10) Für diskret verschwiegene Auftraggeber – Unternehmen, aber auch Wirtschaftsverbände, Stiftungen, Regierungen und Geheimdienste - beliefern sie bedeutende Medien, allen voran Nachrichtenagenturen, mit dem „richtigen“ Stoff. Selten tun sie dies direkt. Eher heuern sie Schreibknechte an, welche unter eigenem Namen die anvisierten Redaktionen beliefern. Nicht immer verfassen diese Mittelsmänner die Beiträge selbst. Big Pharmas PR-Profis bereiten für sie oftmals Hunderte kompletter Artikel samt erstklassigem Bildmaterial vor, die sie bloß noch einreichen müssen. Solche Lieferungen werden gerne übernommen, denn kommen höchst professionell daher. Wer mitspielt, kassiert neben einem happigen Handlanger-Honorar auch noch das „Autoren“entgelt dafür, Vorgefertigtes einzutüten, zu frankieren und zur Post zu bringen. Schon ein halbes Jahrhundert ist es her, dass ein dpa-Redakteur vergeblich vor dieser Gefahr warnte: »Der kritische Sinn wird um so mehr eingeschläfert, je angesehener die Nachrichtenagentur oder die Zeitung ist, die eine Nachricht bringt. Derjenige, der eine fragwürdige Nachricht in die Weltpresse einschleusen will, braucht also nur zu versuchen, seine Nachricht bei einer halbwegs seriösen Agentur unterzubringen, um sicher zu sein, dass sie dann wenig später auch bei den anderen auftaucht. Manchmal geschieht es so, dass eine Falschmeldung von Agentur zu Agentur weitergereicht und dabei immer glaubwürdiger wird.« (11) Drittes Werkzeug: Maulwürfe. Nur noch jeder Dritte, der das Schreiben zum Beruf machen will, studiert Journalistik. Die Mehrheit zieht es in den Public Relations-Bereich – hier winken mehr Jobs, bessere Aufstiegschancen und deutlich höhere Gehälter. Die Besten kommen bei großen, weltweit agierenden PR-Agenturen unter. Dass sie dort auf der Gehaltsliste stehen, muss aber nicht bedeuten, dass sie überwiegend in der Zentrale oder einem Regionalbüro arbeiten. Am wertvollsten sind sie als Maulwürfe, die in Redaktionen für die gewünschte Agenda sorgen. Wer sicherstellen will, dass die großen Nachrichtenagenturen das politisch korrekte Corona-Narrativ pflegen, muss dort bloß die richtigen Leute an die entscheidenden Stellen hieven. Viertes Werkzeug: Politische Einflussnahme. Als GEZ-Zahler dürfen wir aus eigener Tasche die Propaganda finanzieren, mit denen uns Öffentlich-Rechtliche rund um die Uhr eindecken. Dort tragen Aufsichtsgremien dazu bei, dass Redaktionen einigermaßen auf Linie bleiben. So kommt im Verwaltungsrat des ZDF schwerlich jemand an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder und seinem Amtskollegen aus Rheinland-Pfalz und Brandenburg, Malu Dreyer und Dietmar Woidke, vorbei. Auch in den Aufsichtsgremien der Landesrundfunkanstalten stellen Politiker sicher, dass die Staatsferne abnimmt, je brisanter es wird. Auch bei der dpa ist Staatsnähe bereits konstruktionsbedingt gewährleistet. Mehrere Öffentlich-Rechtliche, und somit Pseudo-Unabhängige mit gesetzlich definiertem Programmauftrag, sind im Aufsichtsrat der Agentur vertreten, zusammen halten sie knapp 12 % am Gesamtkapital. Penetrante Regierungskritik, oder gar eine querdenkende Redaktionsleitung, ist unter einem solchen Dach ungefähr so wahrscheinlich wie eine Anti-Zölibats-Kampagne im Vatikan. Die dpa ist nur so frei, wie es ihren rund 200 Gesellschaftern passt: „Diese bestimmen selber, was unter der ‚Unabhängigkeit‘ der ihnen gehörenden Agentur zu verstehen ist“, warnte ein dpa-Insider schon Ende der sechziger Jahre. Wegen der maßgeblichen Rolle des Chefredakteurs können sie „mit der Besetzung eines einzigen Platzes bestimmen, wie die deutsche Presse informiert werden soll.“ Dies sei brandgefährlich, denn „je weniger Journalisten ausgetauscht zu werden brauchen, desto leichter gelingt die Gleichschaltung.“ (13) Von den weltweit rund 140 Nachrichtenagenturen sind allenfalls 20 frei von staatlichem Einfluss - und selbst dann nicht unbedingt frei von Gesinnungsdruck. Reuters befindet sich zu 55 % im Besitz der kanadischen Familie Thomson. Der momentane Vorsitzende, David Thomson, nimmt auf der Forbes-Liste der reichsten Personen der Welt Platz 33 ein, mit einem Vermögen von 43,6 Milliarden US-Dollar. Durch Sympathiebekundungen für den demokratischen Widerstand gegen Lockdown-Terror ist der Medienmogul bislang nicht aufgefallen. Der Rechtsstatus der AFP ähnelt dem der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland. Im Aufsichtsrat sitzen, wie selbstverständlich, drei Regierungsvertreter. Größter Abo-Kunde der AFP sind französische Ministerien und sonstige staatliche Einrichtungen, sie sichern der Agentur 40 % ihres Umsatzes. Fünftes Werkzeug: Erpressung mit Werbegeldern. Bei privaten Sendern, wie auch im gesamten Print- und Internetbereich, sind Werbegelder ein bewährtes Druckmittel. Großkunden aus der Gesundheitswirtschaft wiederholt mit pharmakritischen Beiträgen zu verärgern, kommt Medienschaffende teuer zu stehen. Sechstes Werkzeug: Internet-Zensur. Nehmen sich Redakteure ausnahmsweise die Zeit, zu einem bestimmten Thema ein bisschen Recherche zu treiben, heben sie dafür kaum je ihren Hintern vom Bürostuhl. Sie googeln – und bewegen sich dabei auf einem sorgsam bereinigten Feld. Bei Wikipedia gehen sie gekauften Administratoren auf den Leim, die Artikel wie bestellt zurechtbiegen, anschließend vor weiterer Bearbeitung „schützen“. (14) YouTube tilgt missliebige Filme oder gleich ganze Kanäle. Facebook belegt Accounts, von denen öfters kritische Töne ausgehen, mit einem „Shadow Ban“, der sie aus den Newsfeeds herausnimmt und nahezu unsichtbar macht. Bei Google leisten immer intelligentere Algorithmen ganze Arbeit: Auf Suchanfragen hin verschieben sie systemkritische Seiten weit nach hinten, wohin sich kaum jemand durchklickt. Weit vorne platziert Google hingegen: unausgewogene Wikipedia-Einträge; tendenziöse, von dubiosen Stiftungen finanzierte Faktenchecks; und Online-Pranger wie das berüchtigte Rufmord-Lexikon „Psiram“. Und falls ein Redakteur herumtelefoniert? Sucht er im Gesundheitswesen nach Opinion Leaders, so trifft er mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit auf Experten, denen Industriegelder zufließen – sei es als „Berater“, als Forscher, als Referent, als Autor oder als Preisträger. Die Interessenkonflikte ihrer Interviewpartner erkunden Mainstream-Journalisten kaum jemals. (15) Die Weltreligion des dritten Jahrtausends, der Szientismus, hindert die meisten daran. Der Medienmacher von heute hat studiert. Im Hochschulbetrieb lernte er zumindest eines ganz gewiss: Respekt vor dem Professor, Hochachtung vor dem Wissenschaftsbetrieb. Spätestens vor Institutsportalen pflegen professionelle Zweifel zu enden. Wer weiterfragt, macht sich als Verschwörungstheoretiker verdächtig. Mit Vorliebe schreiben Journalisten von „Faktenchecks“ ab, zumal diese in der Regel von Berufskollegen stammen. Auf die Jagd nach vermeintlichen „Fake News“ und „Desinformation“ gehen manchmal bloß eine Handvoll Schreibtischtäter wie bei Mimikama oder den „Volksverpetzern“. Aber auch große Fernsehanstalten wie die ARD machen mit. Und sämtliche großen Nachrichtenagenturen (16), einschließlich dpa, lassen sich schamlos dafür kaufen, Handlangerdienste für ein informelles Wahrheitsministerium zu leisten. (Siehe KLARTEXT „„Was ist bloß aus dir geworden?“) Wer diese anmaßende Checkerei finanziert und vertrauenserweckend „zertifiziert“, welche Interessen er dabei verfolgt, welche Vorgaben er den Checkern in die Verträge geschrieben hat: all dies hinterfragen die meisten Journalisten ebensowenig wie die Merkwürdigkeit, dass mindestens 99 von 100 derartigen „Tatsachenüberprüfungen“ politisch korrekt und wirtschaftsfreundlich ausfallen. „Studien zu Covid-Impfstoffen wurden nicht überstürzt durchgeführt“ (Reuters), „Verschwörungstheorien über Covid-19 schaffen Probleme in der realen Welt“ (AP) (17); „Falsche Behauptungen über Masken“ (AFP), Schnelltests helfen, „die reale Corona-Lage exakter wiederzugeben“ (dpa): So kommen tyische Ergebnisse daher, zu denen Agenturen bei Faktenchecks gelangen – Regierungspropaganda brav nachplappernd, statt sie gnadenlos zu durchleuchten und auseinanderzunehmen. Wie viel Geld fließt ihnen dafür zu? Aus welchen Quellen? Hierüber halten sie sich verdächtig bedeckt. Siebtes Werkzeug: Entscheider zu Mittätern machen Wer den Ehrgeiz hat, es bis „ganz oben“ zu schaffen, ist am Ziel, wenn er in den erlauchten Kreis der politisch-wirtschaftlichen Elite Aufnahme findet: in das Council of Foreign Relations (CFR) mit seinen Ablegern, insbesondere der Bilderberg-Gruppe und der Trilateralen Kommission. „Der Council ist das entscheidende Verbindungsglied zwischen den großen Konzernen und der Regierung“, erklärt der Politologe William Domhoff. „Die Wichtigkeit dieser Vereinigung (…) kann kaum hoch genug veranschlagt werden ... Dennoch haben die allermeisten Bürger (…) keine Ahnung von der Existenz eines solchen Gremiums.« (18) Nach Deutschland reicht die CFR vor allem über die 1952 eingerichtete „Atlantik-Brücke“ mit Sitz in Berlin; heute gehören ihr rund 500 „führende Persönlichkeiten aus Bank- und Finanzwesen, Wirtschaft, Politik, Medien und Wissenschaft“ an. Auch hier sitzen Top-Manager neben Wirtschaftsjuristen, Banker neben Regierungsbeamten, Geheimdienstler neben Mediengrößen. Ohne im geringsten demokratisch legitimiert zu sein, hat dieses Gremium in der Vergangenheit wiederholt politische Entscheidungsprozesse massiv beeinflusst und in die Medienlandschaft manipulativ hineingewirkt. (19) In diese Zirkel von Auserwählten führt keine Bewerbung. Allein eine persönliche Einladung verschafft Zutritt. „Die Mitgliedschaft von Journalisten im Council, was auch immer sie von sich selbst denken mögen, ist eine Bestätigung ihrer aktiven und wichtigen Rolle in öffentlichen Angelegenheiten und ihres Aufstiegs in die herrschende Klasse (…) Sie analysieren und interpretieren (…) Politik nicht nur; sie helfen sie zu machen. Sie sind ein Teil des Establishments, ob sie es wollen oder nicht, und sie teilen die meisten seiner Werte und Ansichten.“ So fasste Richard Harwood, ehemals leitender Redakteur der Washington Post, die Bedeutung des CFR zusammen. (20) Als der Spiegel noch auf systemkritischen Journalismus aus war, bezeichnete er den Council als die „einflussreichste Institution der westlichen Welt“, als ein „Politbüro des Kapitalismus“. Stand 2017 war, neben Associated Press, auch Reuters im CFR vertreten, und dies vierfach, unter anderem durch den Präsidenten, den Herausgeber und den Geschäftsführer. In der „Atlantikbrücke“ sind so gut wie alle deutschen Leitmedien präsent, die meisten gleich mit mehreren Personen: von ARD, ZDF, ProSiebenSat1 über die Burda-Medien (Focus, Bunte), Axel Springer (Bild, Welt, N24), Bertelsmann (RTL, n-tv, Vox), Gruner+Jahr (Stern), Holtzbrink (Tagesspiegel) und der Funke Mediengruppe (WAZ, Hamburger Abendblatt, Berliner Morgenpost) bis hin zur Süddeutschen, der Frankfurter Allgemeinen, dem Spiegel, der Zeit. (21) In diesen illustren Runden wird Weltpolitik nicht bloß erörtert, sondern angebahnt und mitgestaltet. Seit mindestens zwei Jahrzehnten gilt hier als ausgemacht: Wie jede globale Krise, so schafft eine Pandemie eine fabelhafte Gelegenheit, die Welt neu zu ordnen. Wie? Konzepte lagen längst in der Schublade; bei gemeinsamen Simulationsübungen, zuletzt beim „Event 201“, wurde ihre Umsetzung immer wieder durchgespielt. Wozu? Für Globalisierung und Konzentration, für mehr soziale Kontrolle, für ungestörte Geschäfte, für mehr Profite. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Woher kommt der Eindruck, dass die Großen Drei im Corona-Nachrichtengeschäft wie Marionetten an den Fäden ein und desselben Puppenspielers tanzen? Ihn nährt die weitgehende Abwesenheit von gegenseitiger Konkurrenz. Was ergäbe ein Blindversuch mit Redakteuren, die von coronabezogenen Texten ohne Autorenzeile herausfinden müssten, ob sie eher von AP, AFP, Reuter oder dpa stammen? Sie wären überfordert. Denn sobald es um ein Corona-Thema geht, sind die meisten Outputs so gut wie austauschbar, thematisch wie inhaltlich. Worüber die eine Agentur hinweggeht, das verschweigt auch die andere. Keine schert aus. Alle verneigen sich vor denselben Säulenheiligen, von Fauci über Drosten bis Ferguson; niemand konfrontiert sie mit ihren haarsträubend missratenen Horrorprognosen. Chinas Hygieneregime? Eher vorbildlich. Zero-Covid? Erwägenswert. Immer mehr Überwachung, Freiheitsberaubung, Datenmissbrauch? Geht in Ordnung. Alle betreiben gleichermaßen Angstmacherei mit klinisch belanglosen Zahlen, während sie bedeutsame Statistiken unterschlagen, welche die Massenpanik dämpfen könnten. Ct-Wert, Primer-Anzahl, Falsch-Positiven-Rate? Unerheblich. Steht der nächste Lockdown an, so verbreiten sie unisono Pro-Stimmen; noch stärker als ohnehin betonen sie, wie dramatisch sich die Lage angeblich zuspitzt. Erfolgreiche Gegenmodelle, wie Schweden und über ein Dutzend US-Bundesstaaten sie bieten, werden von allen großen Nachrichtenagenturen fast immer übergangen, kleingeschrieben, diskreditiert. Während die größte Verschwörung der Menschheitsgeschichte immer offenkundiger Tatsachen schafft, verunglimpfen sie jeden, der sie hinterfragt statt hinnimmt, als „Verschwörungstheoretiker“. Keine seziert die immer lächerlichen, widersprüchlicheren, sinnloseren Verordnungen. Keine zieht naheliegende Parallelen zum Schweinegrippe-Fehlalarm vor zwölf Jahren, zwischen den Protagonisten und Profiteuren einst und jetzt, zwischen „Remdesivir“ und „Tamiflu“, zwischen „Vaxzevria“ und „Pandemrix“. Keine erinnert an die von Pharmalobbyisten 2009 durchgedrückte Neudefinition des Pandemiebegriffs, ohne die es einen globalen Notstand 2020 ff. gar nicht gäbe. Keine stellt klar, dass es sich bei einem Großteil der Arzneimittelgiganten, denen Covid-19 ein Multimilliardengeschäft beschert, um rechtskräftig verurteilte Verbrecher handelt: wegen Bestechung von Ärzten, Forschern und Behörden, wegen zurückgehaltener oder gefälschter Studiendaten, wegen verschwiegener Erkenntnisse über fatale Nebenwirkungen. Welchen Grund hätten wir, ihnen zu vertrauen? (22) Nein, so viel Einmütigkeit kann kaum Zufall sein. Es bedarf eines Regisseurs, der aus dem Hintergrund synchronisiert, was an verschiedenen Orten zur Aufführung kommen soll. Wenn nicht unter den Profiteuren der Pandemie – wo sonst soll er zu finden sein? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Näheres in Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen, Kap. 11: „Vergiftete Quellen“, S. 317 ff., Schönbrunn 2019, https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe.html (2) Dennis Deuermeier: „Korruptionswahrnehmung im Journalismus“, in Transparency International: Korruption im Journalismus – Wahrnehmung, Meinung, Lösung, Berlin 2016, S. 8-24, www.transparency.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/2016/Korruption_im_Journalismus_TransparencyDeutschland_2016.pdf (3) Siehe Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen, a.a.O., S. 101 ff. (4) https://www.pharma-fakten.de/fakten-hintergruende/newsbites/prognose-globaler-arzneimittel-umsatz-steigt-bis-2021-auf-15-billionen-dollar/; https://veranstaltungen.handelsblatt.com/pharma/navigation-schwierigen-gewaessern/ (5) Siehe Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen, a.a.O., S. 128 ff. (6) Siehe Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen, a.a.O., Kap. 6 und 7: „Dressierte Halbgötter“ und „Nimmersatte Mietmäuler“; Peter C Gøtzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert, München 2014. (7) Udo Ulfkotte: Gekaufte Journalisten: Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken, Rottenburg 2014; Transparency International u.a.: Gefallen an Gefälligkeiten – Journalismus und Korruption (2014), https://www.transparency.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/2013/Gefallen_an_Gefaelligkeiten_TransparencyDeutschland_2013.pdf. (8) https://freepress.org/article/operation-mockingbird-new-york-times-confesses-role-subverting-first-amendment; https://www.sgtreport.com/2019/10/operation-mockingbird-a-third-of-the-cia-budget-went-to-media-propaganda-operations/; https://allthatsinteresting.com/operation-mockingbird (9) „AP Impact: Pentagon boosts spending on PR“, Associated Press/San Diego Union Tribune, 5.2.2009, https://www.sandiegouniontribune.com/sdut-pentagon-information-war-020509-2009feb05-story.html (10) Siehe Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen, a.a.O., S. 449 ff. (11) Manfred Steffens: Das Geschäft mit der Nachricht. Agenturen, Redaktionen, (12) Journalisten. Hamburg 1969, S. 234. (13) Stefan Zickler/Manfred Steffens: „Wer verantwortet das Geschäft mit der Nachricht?“, Die Zeit, 21.11.2012. (14) Siehe Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen, S. 364-406: „Wikilügia – Ideologen definieren das Weltwissen“; https://swprs.org/wikipedia-disinformation-operation/ (15) Siehe Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen, a.a.O., Kap. 6 und 7. (16) https://apnews.com/hub/ap-fact-check; https://factcheck.afp.com/; https://www.reuters.com/fact-check (17) https://apnews.com/article/how-to-talk-to-believers-covid-19-conspiracy-theories-fc2a0c3e9d6816629da61d9bc3f317e5. Zur Qualität der AP-Faktenchecks allgemein: https://medium.com/@ValidScience/a-surprising-look-at-the-ap-fact-check-bf8ae02343df (18) William G. Domhoff: The Council on Foreign Relations and the Grand Area: Case Studies on the Origins of the IMF and the Vietnam War; Class, Race and Corporate Power, University of California, Santa Cruz 2014, Vol. 2, Issue 1, https://digitalcommons.fiu.edu/cgi/viewcontent.cgi?referer=&httpsredir=1&article=1019&context=classracecorporatepower (19) Anne Zetsche: The Quest for Atlanticism: German-American Elite Networking, the Atlantik-Brücke and the American Council on Germany, 1952–1974. Dissertation, Northumbria University 2016; Thomas Becker: „Welche Politiker im Bundestag sind Mitglied der ‚Atlantik-Brücke‘?“, mdr.de, 18.4.2018, https://web.archive.org/web/20181209165312/https:/www.mdr.de/mdr-thueringen/service/redakteur-politiker-mitglied-in-der-atlantikbruecke-100.html (20) Zit. nach https://swprs.org/die-propaganda-matrix/ (21) Siehe https://swprs.org/die-propaganda-matrix/, Grafik „Medien in Deutschland: das Transatlantik-Netzwerk. (22) Siehe Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen, a.a.O., S. 605 ff.: „Hall of Shame – die übelsten Pharma-Verbrechen“ Titelbild: Tayek Mezahdia/Pixabay

  • Gurgelt doch!

    Antivirale Mundspülungen wären wirksamer als jeder staatliche Infektionsschutz, den wir bisher über uns ergehen lassen mussten. Mit der Corona-Pandemie wäre zügig Schluss. Dafür verbürgt sich einer der führenden Hygiene-Experten Deutschlands: Professor Klaus-Dieter Zastrow. Doch Regierung und Medien hören weg. Als „Corona-Leugner“ oder „Covidiot“ lässt sich der Mann, den die Tageszeitung Die Welt als Deutschlands „Hygiene-Papst“ würdigt, schwerlich abqualifizieren. Klaus-Dieter Zastrow, Inhaber eines Medizin-Lehrstuhls an der Technischen Hochschule Gießen, genießt in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf. Wie Infektionen zu verhindern sind, weiß er mit Sicherheit besser als jene Meute von nassforschen Faktencheckern, die gerade über ihn herfällt. Wenn einer wie Zastrow allen Ernstes erklärt: »Sie gurgeln… und wir hätten niemals einen Lockdown gebraucht«, so hat er nicht reflexhafte Häme verdient, sondern ein offenes Ohr. „Wir hätten nie einen Lockdown gebraucht“ Was Zastrow zu bedenken gibt, klingt so plausibel, dass jeder medizinische Laie es mühelos nachvollziehen kann. Seine dringende Empfehlung liegt derart nahe, dass man nur fassungslos den Kopf darüber schütteln kann, weshalb im Gesundheitsministerium, im Robert-Koch-Institut, unter all unseren auf Alarm gebürsteten Panikologen über ein Jahr lang keiner darauf gekommen ist. „Wir desinfizieren uns die Hände, jeder weiß das, jeder akzeptiert das“, so erklärt Zastrow. (1) „Und jetzt frage ich mal: Warum desinfizieren wir uns nicht die Mundhöhle? Da, wo das Virus sitzt?« Würden wir das befolgen, so wären viele Einschränkungen überflüssig. Denn „Sie gurgeln ja nicht einfach mit Wasser oder Kamillentee…, sondern mit einem Schleimhautdesinfektionsmittel.« (2) »Dann kann man alles aufmachen.« Neben Kitas und Schulen auch die Gastronomie, den Einzelhandel, Kinos, Theater- und Konzertsäle, Sporthallen und Stadien. Denn »wir müssen uns immer (…) wieder in Erinnerung rufen, wo das Virus eigentlich herkommt: aus der »Mundhöhle des Menschen«. Insbesondere empfiehlt Zastrow die Mundspülung Betaisodona, die auf Jod basiert. In jeder Apotheke ist sie rezeptfrei erhältlich. Damit jeden dritten Tag 40 bis 50 Sekunden gurgeln: das sei »das Effektivste überhaupt. (…) Das Risiko zu erkranken und Andere anzustecken ist dann nahezu unmöglich. (…) Und wir hätten niemals einen Lockdown gebraucht, wenn die Politik das von Anfang an übernommen (…) und empfohlen hätte. Denn wir töten die Viren, die uns krank machen, direkt im Mund-Rachenraum ab«, und das binnen einer halben Minute. (3) „Ich kann dem Nächsten ins Gesicht spucken, und er wird trotzdem nicht krank“ Warum lassen wir uns stattdessen AHA-Hygiene verordnen? Weder Abstand noch Mund-Nasen-Bedeckung verringern die Viruslast eines möglichen „Ausscheiders“ oder beseitigen sie gar. Wir tragen »die Maske, auch unter Androhung von Geldstrafen und solchen Sachen, aber die Frage ist ja: Warum tragen wir die überhaupt? – Weil wir verhindern wollen, dass die Viren, die im Mundraum sind, herausgeschleudert werden durch Sprechen, Husten, Niesen, Singen und so weiter. Und mit diesen Tröpfchen kommen die Viren nach außen und dann kriegen sie andere ab, und erkranken. Genau das verhindern Sie mit der Maske. Aber: Wenn wir die Viren jetzt schon im Mundraum abtöten, dann können Sie nichts mehr rausschleudern oder ausscheiden«. Nichts mehr, was »ansteckungsfähig« ist, denn die Viren sind bereits abgetötet. »Darum geht es. Wir senken die Last der ansteckungsfähigen Viren«, was oft auch als Viruslast bezeichnet wird. »Das heißt, ich kann dem nächsten ins Gesicht spucken und der wird trotzdem nicht erkranken.« Und »wenn sich die [gesamte] Bevölkerung jeden dritten Tag so einer Mundspülung unterzieht, ist es vorbei, dann gibt es keine Neuerkrankungen. [Und] das RKI sitzt traurig vorm Monitor und kriegt keine Meldungen mehr.« Dass Mundspülungen im Kampf gegen Corona helfen können, glaubt auch Dr. Susanne Hugget, eine Hygieneexpertin der Asklepios Kliniken. „Grundsätzlich steht die Wirksamkeit handelsüblicher und geprüfter Desinfektionsmittel nicht in Frage, auch nicht gegen das neuartige Coronavirus, das als umhülltes Virus sehr empfindlich ist“, erklärt sie der Bild-Zeitung. Auch bei einer bereits bestehenden Infektion helfen sie. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass bei geringerer Viruslast die Krankheit weniger schwer verläuft“, stellt Dr. Hugget klar. Auch befürworte sie eine prophylaktische Anwendung, beispielsweise nach einer Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Virologen der Ruhr-Universität Bochum stellten unterdessen fest: Von acht getesteten Mundspülungen senkten alle die Viruslast; drei verringerten sie sogar so weit, dass nach halbminütiger Anwendung kein Virus mehr nachweisbar war. Auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene empfiehlt antiseptisches Gurgeln nachdrücklich. Ebenso wie nasale Antiseptik sei es eine zu Unrecht in Vergessenheit geratene, simple Präventionsmaßnahme. So könnte der Ausnahmezustand ruckzuck enden, die „epidemische Lage“ ohne echte Notlage abgeblasen werden. Nicht dank hochriskanter, experimenteller mRNA-Vakzine, die unser Gesundheitswesen mit Multimilliarden belasten. Frei verkäufliche Mundspülungen, wie sie die Bochumer Mediziner testeten, gibt es in der 100 Milliliter-Flasche bei Online-Apotheken für weniger als neun Euro zu bestellen. Zastrow selbst bevorzugt allerdings apothekenpflichtige Mund-Desinfektionsmittel. Ein Desinfektionsmittel, das Viren auf der Mundschleimhaut inaktiviert, schadet allerdings mit Sicherheit auch den mehr als 800 verschiedenen Bakterienarten der Mundflora, die wichtig für unsere Zahngesundheit sind und ihrerseits vor Infektionen schützen. Diesen vorübergehenden Kollateralschaden würden aber wohl selbst die ansonsten kompromisslosesten Gesundheitsbewussten in Kauf nehmen, wenn ihnen dadurch jeglicher weitere staatliche Hygieneterror endlich erspart bliebe. Antiviral wirken im übrigen auch Mundwässer mit ätherischen Ölen, eine Kochsalzlösung und Grüner Tee, Salbeiextrakt, Granatapfel- und Aroniasaft. Schon nach einminütiger Einwirkungszeit sinkt die Infektiosität von SARS-CoV-2 durch Grünen Tee und Granatapfelsaft um 80 %, durch Aroniasaft um 97 %. (4) Spahns Reaktion: ein Armutszeugnis ohnegleichen Zastrow scheute sich nicht, in dieser Sache den Bundesgesundheitsminister persönlich anzurufen. »Der fragte mich dann nach einer klinischen Studie. Da hab’ ich gesagt: ›Herr Spahn, was soll das?! Wir brauchen hier keine klinische Studie. Außerdem kriegen Sie keine klinische Studie. Denn wir müssten 50 Leute nehmen, die wir einer Corona-Situation aussetzten und noch mal 50, wo wir das Gleiche machen. Und die eine Gruppe kriegt dann das Desinfektionsmittel und die andere nicht. Was glauben Sie, in welcher Gruppe würden Sie gerne mitmachen?‹« »Da fing er an zu lachen. Und ich sagte: ›Sie kriegen doch keine Ethikkommission für so einen Menschenversuch… Also: wir haben (…) von den Mitteln seit 40 Jahren Desinfektionsmittelgutachten. Die gibt es ja alle schon. Also das einzige, was wir wissen müssen, wirkt das Mittel gegen die Viren, das heißt: Tötet es die Viren ab? – Und das wissen wir seit 40 Jahren… Und da gibt es auch keinen Zweifel… 100 Prozent werden die gekillt. Und das ist der entscheidende Punkt dabei.‹« Doch Spahn beharrte: Zastrows Idee sei „wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt“. (5) Liegen ihm solche Belege etwa für Wirksamkeit und Sicherheit von experimentellen Covid-Impfstoffen vor? Hat er sie für Masken, Ausgangssperren und Shutdowns? Spahns Horizont erweitern könnten Anrufe bei seinen Amtskollegen in Japan und Korea. Tägliches Gurgeln zur Vorsorge gegen Atemwegsinfektionen hat dort eine lange Tradition. Schon als 2009 die H1N1-Schweinegrippe umging, propagierte das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt es nachdrücklich. Von Beginn der Corona-Pandemie an erneuerte es diese offizielle Empfehlung für die Bevölkerung. Wohl auch deswegen kommt Japan ohne Lockdowns erheblich besser durch die Krise als jede andere große Industrienation. „Die Politik schweigt das einfach tot“ »Aber die Politik, die schweigt das einfach tot«, beklagt Zastrow. „Herrn Ramelow habe ich es auch geschrieben. Also die wissen das alle. Und da fragt man sich: ›Offenbar wollt Ihr, dass die Pandemie noch ein bisschen weitergeht. Keine Ahnung, was das soll?!‹ Denn das ist die beste Methode: Desinfektion, Abtöten der Viren und die Sache ist erledigt.« „Was das soll?“ Was Desinfektionsmittel über Handhygiene hinaus können, hat unsere Seuchenschützer von Anfang an ebensowenig gekümmert wie das präventive und therapeutische Potential von Ivermectin (6) und anderen bewährten antiviralen Medikamenten (5) oder die Möglichkeiten der Natur- und Erfahrungsheilkunde. (7) Sie setzt ausschließlich auf Impfstoffe – und verrät damit, an wessen Fäden sie die Coronakrise angeht. Leitmedien üben sich in geballter Ignoranz Seit September 2020 bemüht sich Zastrow, mit seinen naheliegenden Empfehlungen mediale Aufmerksamkeit zu finden. Maybrit Illner schaltete ihn am 17. September 2020 gerade mal für eine knappe Minute zu. (8) Im Spartenkanal Phoenix durfte er am 24. Februar 2021 ein Kurzinterview geben. Ansonsten übergeht ihn der journalistische Mainstream beharrlich. Stattdessen fallen faktencheckende Medizinlaien über den Experten her, nach dem Motto „Wir haben die Wahrheit, der Professor bloß eine Meinung“. (9) Das ZDF macht aus Zastrows Empfehlung kurzerhand einen „Mythos“. Mundspülungen „eignen sich nicht, um eine Covid-19-Infektion zu behandeln“, so behauptet der Sender. Doch, das tun sie sehr wohl: Sie machen Viren den Garaus, ehe diese von den Schleimhäuten im Mund-Rachen-Raum aus tiefer ins Körperinnere vordringen oder direkt in die Blutbahn gelangen können. Mundspülungen „bieten keinen Eigenschutz“, behauptet das ZDF. Auch dies ist Unfug. „Es ist so“, erklärte Zastrow in einem TV-Kurzinterview: „Die Viren sind abgetötet, es wird irgendein Virus übrigbleiben, was sich dann wieder vermehrt über die nächsten zwei bis drei Tage, das bekommt aber nicht die Viruslast, die es braucht, um wieder ansteckungsfähig zu sein und vor allen Dingen auch, um selbst zu erkranken. Es ist auch ein ganz hoher Eigenschutz dabei. Und wenn man das alle drei Tage macht, dann kann gar nichts passieren, das Virus kommt nicht mehr zum Zug." „Ob Mundspülungen den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung beeinflussen, ist noch nicht nachgewiesen“, bemängelt das ZDF. Natürlich hemmt Gurgeln nicht die Virusproduktion in schon befallenen Zellen. Zastrow geht es in erster Linie um Prävention – darum, das Ansteckungsrisiko drastisch zu verringern, und zwar genau dort, von wo es in erster Linie ausgeht, nämlich im Mund-Rachen-Raum. Wozu noch mutmaßliche Infektionsketten nachverfolgen, wenn man schon das erste Glied der Kette, den Infizierten, auf ebenso simple wie effektive Weise daran hindern kann, zum „Spreader“ zu werden? Und auch nach einer Infektion macht eine viruzide Mundspülung Sinn: Sie eliminiert Erreger im Frühstadium. Darüber hinaus senkt sie das Risiko schwerer oder gar tödlicher Verläufe, wie eine soeben veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der Universität Birmingham belegt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Wirkung lange anhält“, zitiert das ZDF einen Virologen von der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Friedemann Weber. Dem würde Zastrow zustimmen: Einmaliges Gurgeln bringt nichts – beharrlich wiederholtes hingegen sehr wohl. An Zastrows Expertise kann es schwerlich liegen, dass ihm kaum jemand zuhört. (10) Mit Viren, Infektionen und Epidemien kennt sich hierzulande wohl kaum jemand besser aus als er – schon gar kein Spahn, Lauterbach oder Wieler. Von 1985 bis 1987 war Zastrow, Jahrgang 1950, Seuchenreferent des Landes Berlin. Dann wechselte er zum Robert-Koch-Institut, wo er dem Fachbereich »Übertragbare Krankheiten, Impfwesen und Krankenhaushygiene« bis 1995 als Direktor vorstand. Neun Jahre war er Vorsitzender der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) und Geschäftsführer der Ständigen Impfkommission des Bundesgesundheitsamtes (STIKO). Seit 2013 lehrt der Hygienemediziner an der Technischen Hochschule Gießen. Seit 1998 gehört er dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) an. Von 2000 bis 2016 war er Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands Deutscher Hygieniker. Darüber hinaus war Zastrow von 2011 bis 2017 Mitglied der Hygienekommission des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Was qualifiziert Faktenchecker dazu, einer solchen Koryphäe ans Bein zu pinkeln? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Am 24. Februar 2021 im Spartensender Phoenix, https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-vor-ort/regelmaessige-desinfektion-der-mundhoehle-macht-lockdown-ueberfluessig/phoenix/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWU0N2VkZDRjLTk0MTAtNDY5ZS05NmZlLThiOGU1MzdiZDVkNg/ (2) Am 16. April 2021 in einem Interview bei Antenne Thüringen, https://www.antennethueringen.de/blog/vorbeugung-gegen-corona-1350842 (3) Siehe auch die „Aktuelle Empfehlung“ auf der Startseite von Zastrows Homepage https://www.hygiene-zastrow.de/ (4) C. Conzelmann u.a.: „Antiviral activity of plant juices and green tea against SARS-CoV-2 and influenza virus in vitro“, https://doi.org/10.1101/2020.10.30.360545 (5) Zit. nach https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-covid19-schokolade-mundspuelung-100.html (6) Siehe KLARTEXT: „Diese Arznei kann die Coronakrise beenden“, https://www.klartext-online.info/post/diese-arznei-k%C3%B6nnte-die-coronakrise-beenden-sofort-aber-sie-darf-nicht (7) Siehe KLARTEXT „Wie Phönix unter der Asche“, https://www.klartext-online.info/post/wie-ph%C3%B6nix-unter-der-asche (8) https://www.youtube.com/watch?v=r-TLg-7_LhQ; https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-covid19-schokolade-mundspuelung-100.html (9) Siehe z.B. https://www.quarks.de/podcast/science-cops-hilft-gurgeln-gegen-corona-der-fall-zastrow/ (10) https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Dieter_Zastrow; https://www.hygiene-zastrow.de/ Foto Zastrow: Von Felix. Zastrow - Klaus-Dieter Zastrow, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56133813 Foto Trinken: Arnie Watkins/Pexels

  • Ich schäme mich – meines Berufsstands.

    Die Corona-Krise verwandelt Journalisten in Hofberichterstatter. Diesen Text veröffentlichte ich am 29. März 2020, kurz nach Beginn von Deutschlands erstem Lockdown, bei Facebook. Die Resonanz war überwältigend: Er erreichte 1,3 Millionen Leser, Zehntausende teilten ihn, mehrere Zeitschriften druckten ihn nach, ein Arzt verlas ihn auf YouTube. Seit über 35 Jahren arbeite ich als Wissenschaftsjournalist, mit Schwerpunkt Medizin. Jederzeit konnte ich dazu stehen, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Falls jedoch das, was Massenmedien in der Corona-Krise nahezu geschlossen abliefern, noch als „Journalismus“ durchgeht, so will ich damit nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben. Falls das, was sie sich als „Wissenschaft“ verkaufen lassen und unverdaut an ihre Zielgruppen weiterreichen, durchweg Wissenschaft ist, so räume ich schleunigst mein Arbeitsgebiet. Mit blankem Entsetzen und ohnmächtiger Wut verfolge ich das unwürdige Treiben gestandener Berufskollegen: vom Redakteur beim Nachrichtenmagazin über den „Tagesthemen“- und „Heute“-Moderator bis hin zum Mitarbeiter der Presseagentur, zum Rundfunkplauderer, zum Social-Media-Texter, zum Talkshow-Gastgeber. Ungefiltert bringen sie offizielle Horrorzahlen unters Volk, ohne zu hinterfragen, wie diese überhaupt zustande kommen; wie sie ausgewertet werden; was sie eigentlich besagen; wie es um andere Zahlen steht. Sie machen im Eilverfahren zugelassene, mangelhaft überprüfte Tests wichtig und notwendig, ohne zu beleuchten, was diese überhaupt messen; was aus ihnen folgt und was nicht; wie hoch die Fehlerquote ist; wer von ihrem Masseneinsatz profitiert. Sie schocken mit dem jüngsten Corona-Exitus, der allerneuesten, noch haarsträubenderen Todesstatistik, ohne auch nur in einem einzigen Fall nachzuforschen, WORAN die Betroffenen denn eigentlich gestorben sind. Sie machen mit bei staatlicher Panikmache, indem auch sie nicht zwischen Kontamination, Infektion und Erkrankung unterscheiden; indem sie auf die Reproduktionsrate des Tages starren lassen, als sage sie das Geringste über den Gesundheitszustand der Nation aus; sie melden nicht die beruhigend wenigen Infektions- und Todesfälle von heute, sondern die kumulierten, stetig weitersteigenden Zahlen von Pandemiebeginn an. Wer MIT dem Virus stirbt, tut es stets DESWEGEN? Jemand, der seine Leser/Zuschauer derart kurzschließen lässt, könnte ihnen ebensogut weismachen, Wasser sei ein Superkiller, weil ein H2O-Test garantiert bei jeder Leiche positiv ausschlagen würde. Diese „Jahrhundert-Pandemie“ an früheren Grippewellen und WHO-Fehlalarmen zu messen, kommt so einer Journaille nicht in den Sinn. Wild spekuliert sie über Corona-Befall von Promis wie Merkel und Johnson, sobald diese ein wenig niesen, hüsteln und fiebern - jede banale Erkältung darf neuerdings „Breaking News“ produzieren, so weit sind wir schon. Jeder Tote starb am Killerkeim, solange sein Ableben noch Fragen aufwirft. („Lebensgefährte von Klaus Wowereit gestorben – Infektion mit Coronavirus?“, t-online, 29.3.2020.) Untereinander wetteifern Journalisten wie von Sinnen um den gruseligsten Schnappschuss, die herzzerreißendste Corona-Tragödie, das alarmierendste Experten-Statement. Wie selbstverständlich leisten sie Beihilfe zur Unterdrückung von abweichenden Meinungen, machen bedenkenlos mit beim pauschalen Abwerten und Totschweigen von Protest als Verschwörungstheorie. Liebe Kolleginnen und Kollegen, seid ihr noch ganz bei Trost? Was ihr nahezu geschlossen abliefert, sieht eher nach unterwürfigen Bewerbungen beim Zentralorgan der Coronistischen Einheitspartei Deutschlands aus. Kaum einer von euch wagt es, an den Säulenheiligen vom Robert-Koch-Institut und der Charité zu kratzen. Kaum einer hört sich die wohlbegründeten, sachlichen Bedenken vieler Ärzte und Wissenschaftler an, die der Corona-Hype befremdet, ja entsetzt – und wenn doch, mangelt es euch anscheinend an der Courage, das Gehörte an die große Glocke zu hängen. Kaum einer kämpft mit ihnen gegen die ausufernde Zensur in sozialen Medien, unter dem Deckmnantel des Kreuzzugs gegen Fake News. Keiner wundert sich, weshalb sich freie Bürger, bloß weil sie einer „Risikogruppe“ angehören, wie Unzurechnungsfähige gängeln lassen müssen – als ob sie nicht auf sich selber aufpassen könnten. Leben ist stets lebensgefährlich, erst recht am Lebensabend. Welche gesundheitlichen Risiken Opa in Kauf nehmen oder vermeiden will: Sollte das nicht ihm überlassen bleiben, wie Rauchen und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und minderwertige Ernährung? Kein Journalist fragt, warum plötzlich anders verfahren werden muss als bei früheren Grippewellen, die zuverlässig kamen und gingen, wobei sie alljährlich für Millionen Infizierte und Zehntausende Tote sorgten, ohne dass ein Hahn danach gekräht hätte. Keinem scheint aufzufallen, dass die vermeintliche „Lösung“ schon jetzt weitaus schlimmer ist als das Problem. Keiner will wissen, weshalb es Aufrufe zu verstärkter Hygiene, besonderer Vorsicht und Rücksichtnahme nicht genauso getan hätten wie vor 2020. Keiner recherchiert, wer den blutigen Medizinlaien am Kabinettstisch der Bundesregierung eigentlich all die apokalyptischen Infos und Lageanalysen gesteckt hat, die ihnen einen Notstandsaktionismus „alternativlos“ erscheinen lassen; mit wie vielen und welchen Lobbyisten sie vor und während der Krise worüber gesprochen haben. Kaum einer traut sich, auch nur das schüchternste Fragezeichen hinter irgendeine Infektionsschutzmaßnahme zu setzen. Keinen beschäftigt, ob es irgendwem nützen könnte, dass die Krise für möglichst große Massenpanik sorgt und sich in die Länge zieht. Keinen beschleicht das ungute Gefühl, dass er sich gerade instrumentalisieren lässt – als Handlanger in einem Thriller, dessen Story sich mit der Präzision eines Uhrwerks entfaltet, nach einem Drehbuch, das womöglich schon vor Wuhan geschrieben war. Und … und … und … Stattdessen werden wir Zeitzeugen eines Herdenjournalismus, dessen Schafe sich unter Corona-Krisendruck dicht an dicht zusammendrängen und eins wähnen mit Regierungen, Behörden und Volk. „Wir bleiben zu Hause“ schreiben sie oben auf die Fernsehschirme. Wer ist „wir“? Wer kam auf diese Idee, die eine gruselige Anleihe bei der „Volksgemeinschaft“ des Dritten Reichs macht? Wie ein Berufsstand, der als unabhängige, kritische, unvoreingenommene Vierte Gewalt die Mächtigen kontrollieren soll, ebenso blitzschnell wie nahezu einmütig derselben kollektiven Hysterie erliegen kann wie sein Publikum und sich für Hofberichterstattung, Regierungspropaganda, expertengläubige Vergötterung der Heiligen Kuh Wissenschaft hergibt: Das ist mir unbegreiflich, es widert mich an, ich habe genug davon, ich distanziere mich voller Fremdscham von dieser unwürdigen Performance. Anstatt Grundrechte gegen Verfassungssabotage einer Regierung im vermeintlichen Notstand zu verteidigen, als Anwälte der Freiheit unterwegs zu sein, fungieren Journalisten reihenweise als Staatsanwälte gegen Abweichler. Wahrhaftigkeit und sorgfältige Recherche; Schutz der Ehre und Achtung der Würde von Menschen – auch solcher, die abweichende Meinungen vertreten; das Gegenchecken jeder Informationsquelle, egal wie glaubhaft sie auf den ersten Blick erscheinen mag; das Vermeiden sensationeller Darstellungen, die überzogene Hoffnungen oder Befürchtungen wecken könnten: All das zählt zu den obersten Geboten jedes Pressekodex. Den Angriff von SARS-Cov-2 scheint, ein knappes Vierteljahr nach Beginn der Pseudo-Pandemie, keines zu überlebt zu haben, zumindest nicht in den infizierten Hirnen derer, für die sie gelten sollten. Wo hält zur Zeit eigentlich der Presserat seinen Tiefschlaf? Neben der eingepennten parlamentarischen Opposition? Wenigstens einer traut sich noch, den Finger in die klaffende Wunde zu legen: der deutsche Medienwissenschaftler Otfried Jarren, bis Ende 2018 Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich und Präsident der Eidgenössischen Medienkommission in der Schweiz. Scharf kritisiert er im Pressedienst epd medien das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Seit Wochen treten immer die gleichen Experten und Politiker auf, die als Krisenmanager präsentiert würden, so Jarren. Dadurch inszeniere das Fernsehen zugleich Bedrohung und exekutive Macht – und betreibe „Systemjournalismus“. Kritiker bleiben außen vor. Vor allem der Norddeutsche Rundfunk falle ihm durch eine „besondere Form der Hofberichterstattung“ auf. „Die Chefredaktionen haben abgedankt“, folgert Jarren. In der Berichterstattung vermisst er „alle Unterscheidungen, die zu treffen und nach denen zu fragen wäre: Wer hat welche Expertise? Wer tritt in welcher Rolle auf?“ Gesendet würden zudem größtenteils einzelne Statements, eine echte Debatte zwischen Experten, die gegensätzliche Standpunkte und Aspekte einbringen könnten, finde nicht statt. Wie gleichförmig die Berichterstattung über das Coronavirus daherkommt, fällt zumindest dem Medienjournalisten Andrej Reisin unangenehm auf. Im Portal Übermedien kritisiert er, auch in Krisenzeiten sei es nicht die Aufgabe der Medien, den verlängerten Arm der Regierung zu spielen und Kampagnen à la „Wir gegen das Virus“ zu inszenieren, wie es etwa die „Tagesschau“ in sozialen Medien getan habe. Im Deutschlandfunk forderte die Medienjournalistin Vera Linß, im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Coronavirus die Themen Überwachung und Datenschutz stärker in den Fokus zu rücken. Auch Linß bemängelt, dass sich viele Journalisten momentan anscheinend dazu verpflichtet fühlen, die Krisenstrategie ihrer Regierung weitgehend kritiklos zu transportieren – „als eine Art Service-Journalismus“. „Viele Medienleute haben die kritische Distanz zur Pandemiepolitik verloren“, beklagte Anfang Juni der Chefredakteur des Stern in einem Editorial. Wieso benötigte der Mann mehrere Monate, ehe ihm das endlich auffiel? 87 Jahre ist es her, dass in Deutschland aus Journalisten „Staatsdiener“ wurden. Reichspropagandaminister Goebbels hielt dafür ein ausdrückliches „Schriftleitergesetz“ für erforderlich. In der Corona-Krise, wie zuvor bei Themen wie Masernimpfzwang oder der Existenzberechtigung von Heilpraktikern und Homöopathen, stellt sich indes am laufenden Band heraus: Die Medien des 21. Jahrhunderts spuren offenkundig auch ohne Paragraphendruck. Die Schere im Kopf war schon immer die schärfste. Harald Wiesendanger Nachtrag (31. März): Ermutigt vom enormen Echo auf diesen Artikel, bot ich ihn vier Printmedien an, denen ich noch am ehesten zugetraut hätte, ihn zu übernehmen: Frankfurter Rundschau, taz, Der Spiegel, Die Zeit. Reaktionen? Null. Nicht einmal Absagen. Bloß Schweigen.

  • Ich schäme mich – meines Berufsstands.

    Die Corona-Krise verwandelt Journalisten in Hofberichterstatter. Seit über 35 Jahren arbeite ich als Wissenschaftsjournalist, mit Schwerpunkt Medizin. Jederzeit konnte ich dazu stehen, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Falls jedoch das, was Massenmedien in der Corona-Krise nahezu geschlossen abliefern, noch als „Journalismus“ durchgeht, so will ich damit nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben. Falls das, was sie sich als „Wissenschaft“ verkaufen lassen und unverdaut an ihre Zielgruppen weiterreichen, durchweg Wissenschaft ist, so räume ich schleunigst mein Arbeitsgebiet. Mit blankem Entsetzen und ohnmächtiger Wut verfolge ich das unwürdige Treiben gestandener Berufskollegen: vom Redakteur beim Nachrichtenmagazin über den „Tagesthemen“- und „Heute“-Moderator bis hin zum Mitarbeiter der Presseagentur, zum Rundfunkplauderer, zum Social-Media-Texter, zum Talkshow-Gastgeber. Ungefiltert bringen sie offizielle Horrorzahlen unters Volk, ohne zu hinterfragen, wie diese überhaupt zustande kommen; wie sie ausgewertet werden; was sie eigentlich besagen; wie es um andere Zahlen steht. Sie machen im Eilverfahren zugelassene, mangelhaft überprüfte Tests wichtig und notwendig, ohne zu beleuchten, was diese überhaupt messen; was aus ihnen folgt und was nicht; wie hoch die Fehlerquote ist; wer von ihrem Masseneinsatz profitiert. Sie schocken mit dem jüngsten Corona-Exitus, der allerneuesten, noch haarsträubenderen Todesstatistik, ohne auch nur in einem einzigen Fall nachzuforschen, WORAN die Betroffenen denn eigentlich gestorben sind. Sie machen mit bei staatlicher Panikmache, indem auch sie nicht zwischen Infektion und Erkrankung unterscheiden; indem sie auf die Reproduktionsrate des Tages starren lassen, als sage sie das Geringste über den Gesundheitszustand der Nation aus; sie melden nicht die beruhigend wenigen Infektions- und Todesfälle von heute, sondern die kumulierten, stetig weitersteigenden Zahlen von Pandemiebeginn an. Wer MIT dem Virus stirbt, tut es stets DESWEGEN? Jemand, der seine Leser/Zuschauer derart kurzschließen lässt, könnte ihnen ebensogut weismachen, Wasser sei ein Superkiller, weil ein H2O-Test garantiert bei jeder Leiche positiv ausschlagen würde. Diese „Jahrhundert-Pandemie“ an früheren Grippewellen und WHO-Fehlalarmen zu messen, kommt so einer Journaille nicht in den Sinn. Wild spekuliert sie über Corona-Befall von Promis wie Merkel und Johnson, sobald diese ein wenig niesen, hüsteln und fiebern - jede banale Erkältung darf neuerdings „Breaking News“ produzieren, so weit sind wir schon. Jeder Tote starb am Killerkeim, solange sein Ableben noch Fragen aufwirft. („Lebensgefährte von Klaus Wowereit gestorben – Infektion mit Coronavirus?“, t-online, 29.3.2020.) Untereinander wetteifern Journalisten wie von Sinnen um den gruseligsten Schnappschuss, die herzzerreißendste Corona-Tragödie, das alarmierendste Experten-Statement. Wie selbstverständlich leisten sie Beihilfe zur Unterdrückung von abweichenden Meinungen, machen bedenkenlos mit beim pauschalen Abwerten und Totschweigen von Protest als Verschwörungstheorie. Liebe Kolleginnen und Kollegen, seid ihr noch ganz bei Trost? Was ihr nahezu geschlossen abliefert, sieht eher nach unterwürfigen Bewerbungen beim Zentralorgan der Coronistischen Einheitspartei Deutschlands aus. Kaum einer von euch wagt es, an den Säulenheiligen vom Robert-Koch-Institut und der Charité zu kratzen. Kaum einer hört sich die wohlbegründeten, sachlichen Bedenken vieler Ärzte und Wissenschaftler an, die der Corona-Hype befremdet, ja entsetzt – und wenn doch, mangelt es euch anscheinend an der Courage, das Gehörte an die große Glocke zu hängen. Kaum einer kämpft mit ihnen gegen die ausufernde Zensur in sozialen Medien, unter dem Deckmantel des Kreuzzugs gegen Fake News. Keiner wundert sich, weshalb sich freie Bürger, bloß weil sie einer „Risikogruppe“ angehören, wie Unzurechnungsfähige gängeln lassen müssen – als ob sie nicht auf sich selber aufpassen könnten. Leben ist stets lebensgefährlich, erst recht am Lebensabend. Welche gesundheitlichen Risiken Opa in Kauf nehmen oder vermeiden will: Sollte das nicht ihm überlassen bleiben, wie Rauchen und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und minderwertige Ernährung? Kein Journalist fragt, warum plötzlich anders verfahren werden muss als bei früheren Grippewellen, die zuverlässig kamen und gingen, wobei sie alljährlich für Millionen Infizierte und Zehntausende Tote sorgten, ohne dass ein Hahn danach gekräht hätte. Keinem scheint aufzufallen, dass die vermeintliche „Lösung“ schon jetzt weitaus schlimmer ist als das Problem. Keiner will wissen, weshalb es Aufrufe zu verstärkter Hygiene, besonderer Vorsicht und Rücksichtnahme nicht genauso getan hätten wie vor 2020. Keiner recherchiert, wer den blutigen Medizinlaien am Kabinettstisch der Bundesregierung eigentlich all die apokalyptischen Infos und Lageanalysen gesteckt hat, die ihnen einen Notstandsaktionismus „alternativlos“ erscheinen lassen; mit wie vielen und welchen Lobbyisten sie vor und während der Krise worüber gesprochen haben. Kaum einer traut sich, auch nur das schüchternste Fragezeichen hinter irgendeine Infektionsschutzmaßnahme zu setzen. Keinen beschäftigt, ob es irgendwem nützen könnte, dass die Krise für möglichst große Massenpanik sorgt und sich in die Länge zieht. Keinen beschleicht das ungute Gefühl, dass er sich gerade instrumentalisieren lässt – als Handlanger in einem Thriller, dessen Story sich mit der Präzision eines Uhrwerks entfaltet, nach einem Drehbuch, das womöglich schon vor Wuhan geschrieben war. Und … und … und … Stattdessen werden wir Zeitzeugen eines Herdenjournalismus, dessen Schafe sich unter Corona-Krisendruck dicht an dicht zusammendrängen und eins wähnen mit Regierungen, Behörden und Volk. „Wir bleiben zu Hause“ schreiben sie oben auf die Fernsehschirme. Wer ist wir? Wer kam auf diese Idee, die eine gruselige Anleihe bei der „Volksgemeinschaft“ des Dritten Reichs macht? Wie ein Berufsstand, der als unabhängige, kritische, unvoreingenommene Vierte Gewalt die Mächtigen kontrollieren soll, ebenso blitzschnell wie nahezu einmütig derselben kollektiven Hysterie erliegen kann wie sein Publikum und sich für Hofberichterstattung, Regierungspropaganda, expertengläubige Vergötterung der Heiligen Kuh Wissenschaft hergibt: Das ist mir unbegreiflich, es widert mich an, ich habe genug davon, ich distanziere mich voller Fremdscham von dieser unwürdigen Performance. Anstatt Grundrechte gegen Verfassungssabotage einer Regierung im vermeintlichen Notstand zu verteidigen, als Anwälte der Freiheit unterwegs zu sein, fungieren Journalisten reihenweise als Staatsanwälte gegen Abweichler. Wahrhaftigkeit und sorgfältige Recherche; Schutz der Ehre und Achtung der Würde von Menschen – auch solcher, die abweichende Meinungen vertreten; das Gegenchecken jeder Informationsquelle, egal wie glaubhaft sie auf den ersten Blick erscheinen mag; das Vermeiden sensationeller Darstellungen, die überzogene Hoffnungen oder Befürchtungen wecken könnten: All das zählt zu den obersten Geboten jedes Pressekodex. Den Angriff von SARS-Cov-2 scheint, ein knappes Vierteljahr nach Beginn der Pseudo-Pandemie, keines zu überlebt zu haben, zumindest nicht in den infizierten Hirnen derer, für die sie gelten sollten. Wo hält zur Zeit eigentlich der Presserat seinen Tiefschlaf? Neben der eingepennten parlamentarischen Opposition? Wenigstens einer traut sich noch, den Finger in die klaffende Wunde zu legen: der deutsche Medienwissenschaftler Otfried Jarren, bis Ende 2018 Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich und Präsident der Eidgenössischen Medienkommission in der Schweiz. Scharf kritisiert er im Pressedienst „epd medien“ das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Seit Wochen treten immer die gleichen Experten und Politiker auf, die als Krisenmanager präsentiert würden, so Jarren. Dadurch inszeniere das Fernsehen zugleich Bedrohung und exekutive Macht – und betreibe „Systemjournalismus“. Kritiker bleiben außen vor. Vor allem der Norddeutsche Rundfunk falle ihm durch eine „besondere Form der Hofberichterstattung“ auf. „Die Chefredaktionen haben abgedankt“, folgert Jarren. In der Berichterstattung vermisst er „alle Unterscheidungen, die zu treffen und nach denen zu fragen wäre: Wer hat welche Expertise? Wer tritt in welcher Rolle auf?“ Gesendet würden zudem größtenteils einzelne Statements, eine echte Debatte zwischen Experten, die gegensätzliche Standpunkte und Aspekte einbringen könnten, finde nicht statt. Wie gleichförmig die Berichterstattung über das Coronavirus daherkommt, fällt zumindest dem Medienjournalisten Andrej Reisin unangenehm auf. Im Portal „Übermedien“ kritisiert er, auch in Krisenzeiten sei es nicht die Aufgabe der Medien, den verlängerten Arm der Regierung zu spielen und Kampagnen à la „Wir gegen das Virus“ zu inszenieren, wie es etwa die „Tagesschau“ in sozialen Medien getan habe. Im Deutschlandfunk forderte die Medienjournalistin Vera Linß, im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Coronavirus die Themen Überwachung und Datenschutz stärker in den Fokus zu rücken. Auch Linß bemängelt, dass sich viele Journalisten momentan anscheinend dazu verpflichtet fühlen, die Krisenstrategie ihrer Regierung weitgehend kritiklos zu transportieren – „als eine Art Service-Journalismus“. „Viele Medienleute haben die kritische Distanz zur Pandemiepolitik verloren“, beklagte Anfang Juni der Chefredakteur des „Stern“ in einem Editorial. Wieso benötigte der Mann vier Monate, ehe ihm das endlich auffiel? 87 Jahre ist es her, dass in Deutschland aus Journalisten „Staatsdiener“ wurden. Reichspropagandaminister Goebbels hielt dafür ein ausdrückliches „Schriftleitergesetz“ für erforderlich. In der Corona-Krise, wie zuvor bei Themen wie Masernimpfzwang oder der Existenzberechtigung von Heilpraktikern und Homöopathen, stellt sich indes am laufenden Band heraus: Die Medien des 21. Jahrhunderts spuren offenkundig auch ohne Paragraphendruck. Die Schere im Kopf war schon immer die schärfste. Nachtrag (31. März): Ermutigt vom enormen Echo auf diesen Artikel – bei Facebook erreichte er 1,2 Millionen Leser, über 13.000 teilten ihn -, bot ich ihn vier Printmedien an, denen ich noch am ehesten zugetraut hätte, ihn zu übernehmen: Frankfurter Rundschau, taz, Der Spiegel, Die Zeit. Reaktionen? Null. Nicht einmal Absagen. Bloß Schweigen. Harald Wiesendanger

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