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  • Als ein Dominostein namens Italien fiel

    Am 9. März jährt sich eines der folgenschwersten Ereignisse in der Geschichte Europas: Als erste westliche Demokratie begann Italien das unerprobte Seuchenschutzmodell eines totalitären Regimes nachzuahmen. Um der Corona-Pandemie zu begegnen, verfügte Rom landesweit einen monatelangen strikten Lockdown. Damit setzte eine Kettenreaktion ein: Sobald dieser erste Dominostein kippte, fielen weitere. Wenig später strebten so gut wie alle übrigen EU-Staaten danach, sich gesundheitspolitisch in eine rotchinesische Exklave zu verwandeln. Italien müsse ab Mitternacht zur „Schutzzone“ werden, so verfügte Ministerpräsident Giuseppe Conte am 9. März um 21 Uhr – nach rund 9000 positiven Tests auf SARS-CoV-2 sowie 463 Todesfällen, die als Covid-19-Opfer galten. Von diesem Tag an verwandelte sich ganz Italien, bis dahin ein gefestigter demokratischer Rechtsstaat, in ein geradezu surreales Duplikat der chinesischen Provinz Hubei. Was zuvor bereits für einzelne Gemeinden, Provinzen und Regionen beschlossen worden war, galt nunmehr fürs ganze Land: Schulen und Universitäten schlossen, Kinos und Theater ebenso. Kurz darauf folgten Geschäfte und Gaststätten, schließlich Betriebe. Versammlungen und Veranstaltungen wurden untersagt; Maskenzwang und Social Distancing, Ausgangssperren, Quarantänen und Reiseverbote wurden verfügt. Auf zeitweilige Lockerungen im Sommer 2020 folgten ab Herbst erneute, teilweise noch verschärfte Hygieneauflagen, abermals nicht bloß für Risikogruppen, Erkrankte und ihre engeren Kontaktpersonen, sondern für die gesamte Bevölkerung. Was veranlasste die Regierung Conte dazu? Wissenschaftliche Studien, die den alternativlosen Nutzen von Lockdowns belegten, lagen ihr nicht vor. Denn es gab keine. Bis heute stehen sie aus. Rom ließ sich verführen, wie bald darauf auch Berlin und Paris, Madrid und London. Wie Italien verführt wurde Zum einen beeindruckten Italiens Regierung voreilige Lobeshymnen und Empfehlungen des chinafreundlichen WHO-Generaldirektors. Am 29. Januar 2020 hatte in Wuhan, dem mutmaßlichen Epizentrum der Pandemie, eine Massenquarantäne gerade erst begonnen. Doch schon tags darauf pries Tedros Gehebreyesus die Volksrepublik China dafür, dass sie mit der Abriegelung, "beispiellos in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit", einen „neuen Standard für die Reaktion auf den Ausbruch gesetzt" habe. Keinen Monat später kam eine von der WHO in China durchgeführte „gemeinschaftliche Mission“ zu dem Ergebnis, Pekings radikale Maßnahmen seien bestens geeignet, das Virus einzudämmen. (1) Darüber hinaus erzeugte eine Propagandawelle in sozialen Medien reichlich Druck. Bevor und während Italien den Wuhan-Lockdown nachahmte, tat es das unter Dauerbeschuss durch chinesische Desinformation mit alarmistischen Posts, gruseligen Filmchen und Schnappschüssen. Zwischen dem 11. bis 23. März stammten rund 46 % der Tweets mit dem Hashtag #forzaCinaeItalia („Auf geht´s, China und Italien!“) von Bots, beim Hashtag #grazieCina („Danke, China“) lag ihr Anteil bei 37 %. Zudem drängten eilends angereiste chinesische Experten dazu, aus ihrem vermeintlichen Erfahrungsschatz zu schöpfen. Am 12. März eingetroffen, rieten sie schon zwei Tage später dringend dazu, die eingeleiteten Maßnahmen noch drastisch zu verschärfen: „Es gibt immer noch zuviele Leute auf den Straßen, wie auch verbesserungswürdige Verhaltensweisen.“ Am 19. März hatte der Vizepräsident des Chinesischen Roten Kreuzes, Sun Shuopeng, einen vielbeachteten Auftritt bei einer Pressekonferenz in Mailand. Italiens Lockdown, so bemängelte er, sei „nicht streng genug. Hier in Mailand, dem am stärksten von Covid-19 betroffenen Gebiet, gibt es keine sehr strikte Abriegelung. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren noch, und die Menschen bewegen sich noch, man isst noch zu Abend und feiert in den Hotels, und man trägt keine Masken.“ Dies alles müsse strengstens verboten werden – für ausnahmslos alle. „Wir brauchen jeden Bürger, der sich am Kampf gegen Covid-19 beteiligt und dieser Politik folgt.“ Die Italiener müssten jegliche "wirtschaftlichen Aktivitäten stoppen“ und ihre „Mobilität einschränken", indem „jeder einfach zu Hause bleiben“ solle. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur International Business Times zog daraus den vermeintlich zwingenden Schluss: Zwar sei Italien „eine freie demokratische Republik“ - aber „vielleicht muss sie für eine Weile eine chinesische Philosophie annehmen“. Dass seine Expertenratschläge scheinbar in fürsorglicher Absicht erfolgten, unterstrich China durch blumige Beteuerungen und großzügige Gesten. Sein Botschafter in Rom, Li Junhua, erklärte, Italien habe China in der Vergangenheit geholfen; nun stehe es China zu, im Namen der großen Freundschaft die Hilfe zu erwidern. Er erinnerte an zwei chinesische Patienten, die im Institut Lazzaro Spallanzani behandelt und geheilt wurden, sowie an den italienischen Flug vom 15. Februar 2020 mit 18 Tonnen Sanitärausrüstung für Wuhan. Im Gegenzug schaffte das Chinesische Rote Kreuz nun 31 Tonnen Atemgeräte, Überwachungsgeräte, zehntausende Schutzanzüge und Atemmasken sowie Medikamente nach Rom. (2) Der chinesische Internetgigant Alibaba spendete eine Million Atemschutzmasken und 100.000 Testkits an das italienische Rote Kreuz. (3) Den Weg bereitet hatte Chinas Allmächtiger Xi Jinping höchstpersönlich, als er Italien im März 2019 einen pompösen Staatsbesuch abstattete. Als erstes westliches Land schloss sich Italien bei diesem Anlass Chinas gigantomanem Investitions- und Infrastrukturprojekt „Neue Seidenstraße“ an, mit dem Pekings Kommunisten die globale Handelsordnung auf den Kopf stellen wollen. (4) Man unterzeichnete 29 Verträge im Wert von 2,5 Milliarden Euro, die Italiens lahmende Wirtschaft ankurbeln helfen sollen. Geschichtsbewusst gedachte Xi bei dieser Gelegenheit des venezianischen Händlers Marco Polo, der schon vor sieben Jahrhunderten in Italien „die erste Leidenschaft für China“ entzündet habe. Diese uralte Glut sei nun neu entflammt. Wer widersteht schon einer solchen Charmeoffensive, zumal in vermeintlich höchster Not? Dabei hätte es von Anfang an beste Gründe gegeben, das rotchinesische Sozialexperiment umgehend zu beenden, anstatt stur an ihm festzuhalten. Sie wurden ignoriert – fahrlässig, vielleicht sogar vorsätzlich, um eine insgeheime Agenda hinter der Plandemie weiterzubetreiben: 1. Worauf sich Italiens Lockdown-Befürworter beriefen – überlastete Kliniken, sprunghaft steigende Todeszahlen -, hatte in Wahrheit andere Ursachen als ein grassierender „Killerkeim“. Wer sie anzusprechen wagte, stand als „Verharmloser“ am Pranger. 2. Frühzeitig belegten internationale Vergleichsstudien: Lockdowns sind weitgehend wirkungslos und kontraproduktiv, in Italien wie anderswo. Ihr mutmaßlicher Nutzen steht in krassem Missverhältnis zu den gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Schäden, die sie anrichten. Länder wie Schweden, Südkorea, Japan sowie mehrere US-Bundesstaaten, die darauf verzichten, fahren keineswegs schlechter. Dem ersten Punkt widme ich einen gesonderten KLARTEXT: „Was steckt hinter Italiens Corona-Horror?“ Wie steht es mit dem zweiten Punkt: Was hatte Italien davon, rotchinesischen Hygieneterror gegen die gesamte Bevölkerung nachzuahmen? Die Krise habe «sehr hohe menschliche, soziale und wirtschaftliche Kosten» mit sich gebracht, wie Regierungschef Conte einräumte – einen „beispiellosen Schock“ habe sein Land erlebt. Italien rutschte in die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Pandemiejahr 2020 brach das Bruttoinlandsprodukt um rund zehn Prozent ein. (5) Fast 450.000 Menschen verloren ihren Job. 240.000 italienische Firmen mussten ihre Geschäftstätigkeit einstellen. (6) Bis Mai 2020 waren 3,7 Millionen Arme auf Lebensmittelhilfen angewiesen, eine Million mehr als ein Vierteljahr zuvor; zu den „neuen Armen“ Italiens zählten Arbeitslose, Familien ohne Ersparnisse, aber auch Kleinhändler und Handwerker, die schließen mussten. Aber war die Rettung von Menschenleben nicht jedes Opfer wert? Dieser angebliche Nutzen wird immer fragwürdiger. Dazu genügt ein Vergleich mit lockdownlosen Ländern wie Schweden, die ihre freiheitlich-demokratische Verfassung nicht einem rotchinesischen Social-Engineering-Feldversuch opfern wollten. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Lars Fischer: „Covid-19: Wie China das neue Coronavirus ausbremste“, Spektrum.de, 3.3.2020, https://www.spektrum.de/news/wie-china-das-neue-coronavirus-ausbremste/1709842; Berit Uhlmann: „Coronavirus – WHO-Bericht lobt Chinas Reaktion“, Süddeutsche Zeitung, 2.3.2020, https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-china-quarantaene-reisebeschraenkung-1.4827927; Fabian Kretschmer: „Propaganda: Xi Jinping gibt sich als Corona-Bezwinger“, RP online, 10.3.2020, https://rp-online.de/politik/ausland/chinas-praesident-gibt-sich-als-corona-bezwinger_aid-49482069; Lea Deuber: „Wie die WHO Lobeshymnen auf China singt“, Süddeutsche Zeitung, 14.3.2020, https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-china-who-1.4844104; STAT News: „WHO praises China's response to coronavirus, will reconvene expert panel“, 29.1.2020, https://www.statnews.com/2020/01/29/who-reconvene-expert-committee-coronavirus/; Sarah Karlin-Smith: „U.S. officials praise Chinese transparency on virus — up to a point“, Politico, 29.1.2020, https://www.politico.com/news/2020/01/29/officials-praise-china-transparency-virus-108926. (2) Fabrizio Caccia: „I ricercatori cinesi portano in dono a Roma l’antivirale di Wuhan“, corriere.it. 13.3.2020, https://www.corriere.it/video-articoli/2020/03/13/i-ricercatori-cinesi-vi-abbiamo-portato-plasma-gli-anticorpi/2051fc5a-6540-11ea-86da-7c7313c791fe.shtml (3) „Coronavirus: Von Armani bis Berlusconi, VIPs spenden für Spitäler“, kurier.at, 18.3.2020, https://kurier.at/stars/coronavirus-von-armani-bis-berlusconi-vips-spenden-fuer-spitaeler/400785002 (4) https://www.dw.com/de/italien-liegt-jetzt-an-chinas-seidenstra%C3%9Fe/a-48037795; https://www.zdf.de/nachrichten/heute/italien-will-sich-an-chinas-initiative-fuer-neue-seidenstrasse-beteiligen-100.html; https://www.sueddeutsche.de/politik/xi-jinping-in-italien-chinas-brueckenkopf-in-europa-1.4363118 (5) https://www.nau.ch/news/wirtschaft/italiens-regierungschef-nennt-wirtschaftliche-coronafolgen-beispiellosen-schock-65723535; https://kurier.at/chronik/welt/vor-einem-jahr-begann-der-corona-albtraum-in-italien/401190958; https://www.tagesschau.de/ausland/draghi-italien-vertrauensfrage-103.html (6) Filippo Poltronieri u.a.: „Mafia in Italien: Kampf um Rom“, www.spiegel.de/politik/ausland/mafia-in-italien-kampf-um-rom-a-00000000-0002-0001-0000-000174874894.

  • „Professor Lockdown“ schlug zu

    Am 16. März 2020 erschien „Report 9“, das wohl fatalste Papier der Wissenschaftsgeschichte. Es sagte Berge von Corona-Leichen voraus und drängte zu Lockdowns nach rotchinesischem Vorbild. Dabei blamierte sich der Verfasser, Prof. Neil Ferguson vom Imperial College in London, ein weiteres Mal mit folgenschweren Weissagungen, die nicht bloß haarscharf daneben lagen, sondern meilenweit. Wie konnte sich dieser falsche Prophet Gehör verschaffen? Wessen Interessen diente er? Wäre ein Hofastrologe einst ungeschoren davongekommen, falls er dem König vier Mal hintereinander schreckliches Unheil weissagte – und jedesmal haarsträubend daneben lag? Schon der erste krasse Fehlalarm hätte ihn den Kopf gekostet, zumindest aber eine Verbannung eingetragen. Im 21. Jahrhundert leben Hellseher risikoloser – vor allem, wenn sie Neil heißen und an einer altehrwürdigen englischen Universität lehren, die sich bei ihren mächtigen Gönnern und Partnern seltsamerweise umso beliebter macht, je eindrucksvoller ihr Personal für die Zukunft schwarz sieht. Dann dürfen sie sogar noch mit einer fünften Prophezeiung hanebüchen daneben liegen. In Amt und Würden bleiben sie weiterhin. So geschah es im Imperial College von London, einer 1907 gegründeten Hochschule, die laut Wikipedia „zu den forschungsstärksten und renommiertesten Universitäten der Welt“ zählt. 8000 Mitarbeiter beschäftigt es. Der Jahresetat lag schon 2015/16 bei 1,1 Milliarden Euro. „In verschiedenen Bewertungen für akademische Institutionen erreicht die Universität regelmäßig Spitzenpositionen.“ Stattliche 73 % ihrer Publikationen gelten als „weltweit führend“ oder „exzellent“. Zu nichts Geringerem als dem „Goldstandard für Wissenschaft“ haben Journalisten es erklärt. Report 9: das fatalste wissenschaftliche Schriftstück aller Zeiten Aus dieser vermeintlich untadeligen Quelle stammt „Report 9“ – das wohl einflussreichste, folgenschwerste wissenschaftliche Papier aller Zeiten. In die Welt gesetzt wurde es am 16. März 2020, keine drei Wochen, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Chinas Massenquarantäne in der Provinz Hubei voreilig gelobt hatte. Im Report 9 präsentierte ein sogenanntes „Covid Response Team“ um Neil Ferguson, einem Epidemiologen und Professor für mathematische Biologie, ein Computermodell, das die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus abschätzen sollte. Um Maßnahmen zu rechtfertigen, wie die Welt sie nie zuvor gesehen hat, sollte es eine ausschlaggebende Rolle spielen. Wofür die Bibel über ein Jahrtausend benötigte, gelang ihm in wenigen Wochen: Es berührte das Denken von Milliarden Menschen, wühlte ihre Psyche auf, stellte letztlich ihren Alltag auf den Kopf. Allerdings verhieß es eher die Hölle als das Paradies. In Report 9 malte Ferguson auf 20 Seiten „die größte Gesundheitsbedrohung seit der „Spanischen Grippe“ 1918 aus, die 20 bis 50 Millionen Menschen das Leben gekostet haben soll. Falls die Welt keine äußerst repressiven Gegenmaßnahmen ergreife, seien allein in Großbritannien 550.000 Tote zu erwarten; es drohe eine 30-fache Überbelegung der verfügbaren Krankenhausbetten. Für die Vereinigten Staaten prophezeite Ferguson 2,2 Millionen Covid-19-Opfer, für Kanada 326.000. Für Schweden kam Ferguson in einem zwei Wochen später nachgereichten „Report 13“ auf 85.000. (1) Schwedische Forscher, die Fergusons Modell auf ihr eigenes Land anwandten, errechneten daraus sogar 96.000 Tote. Um die angeblich drohende Katastrophe abzuwenden, empfahl Ferguson dringendst einen harten Lockdown für die gesamte Bevölkerung. Dieser müsse „mindestens 12 bis 18 Monate“ aufrechterhalten werden, allenfalls mit kurzen zwischenzeitlichen Lockerungen. Bis wann soll das so weitergehen? „Solange das Virus in der Bevölkerung zirkuliert“, also bis auch der allerletzte positive Testfall ausgemerzt und das Zero-Covid-Ideal erreicht ist. Oder „bis ein Impfstoff zur Verfügung steht“. So steht es wörtlich in Report 9. Und so betonte Ferguson es fortan bei jeder Gelegenheit. (2) Von milderen Strategien, die Seuche einzudämmen, riet Report 9 nachdrücklich ab. Beschränke man sich darauf, Infizierte zu isolieren und bloß für soziale Distanzierung gegenüber den Hauptrisikogruppen zu sorgen, so würden sich die Opferzahlen bestenfalls halbieren. Großbritannien hätte dann immer noch 275.000 Tote zu beklagen, die USA 1,1 Millionen; es würden acht Mal mehr Klinikbetten benötigt als vorhanden. Freie Fahrt für „Professor Lockdown“ „Der Report 9 hatte sensationelle Auswirkungen“, so kommentiert der Aalener Ökonom Prof. Christian Kreiß (3), Autor von Enthüllungsbüchern wie Gekaufte Forschung und Gekaufte Wissenschaft. „Kurze Zeit darauf verhängten zahllose Staaten auf der ganzen Erde einen harten Lockdown mit genau den Maßnahmen, die Ferguson und seine Mitstreiter vorgeschlagen hatten. Beispielsweise wurden in 150 Ländern Schulschließungen durchgeführt, die allein bis Ende Mai 1,2 Milliarden Schulkinder (etwa 70 Prozent aller Schulkinder weltweit) betrafen. (…) Neil Ferguson wurde in der britischen Presse daraufhin als ‚Professor Lockdown‘ betitelt. Noch heute basieren fast alle Lockdown-Maßnahmen weltweit sowie die Begründungen dafür im Kern auf der Argumentation dieses Papers.“ Die britische Regierung sah sich daraufhin zu einer Vollbremsung samt radikaler Kehrtwende veranlasst. Während der Rest Europas im Nu dem italienischen Beispiel folgte und eine völlig neue, unerprobte Art von Infektionsschutz umsetzte, hatte Großbritannien ebenso wie Schweden zunächst einen unaufgeregteren, besonneren Weg gewählt. Man vertraute altbewährten, verfassungskonformen Plänen zur Seuchenbekämpfung und setzte darauf, eine „Herdenimmunität“ entstehen zu lassen, wie sie im Laufe jeder Grippewelle allmählich zustande kommt. Noch am 13. März versicherte Premier Boris Johnson bei einer Pressekonferenz, es werde zunächst keine umfassenderen Quarantänemaßnahmen und keine Einschränkungen für Großveranstaltungen geben. Um Johnsons Standhaftigkeit war es schlagartig geschehen, nachdem Ferguson seine Horrorzahlen dem nationalen Wissenschaftsrat vorgelegt hatte, dem er angehörte: SAGE, ein Kürzel für Scientific Advisory Group for Emergencies. Diesem 20-köpfigen Expertengremium obliegt es, die britische Regierung in Notfällen von nationaler Tragweite zu beraten. Um offene Ohren musste Ferguson in dieser Runde vermutlich nicht erst mühsam ringen. Denn geleitet wird es von einem Mann, der zuvor zwölf Jahre lang dem Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK) beim Geldverdienen half, zuletzt als Präsident des Bereichs Forschung und Entwicklung: Sir Patrick Vallance. Im März 2018 wechselte Vallance zur Regierungsseite. Hier stieg der zweibeinige Inbegriff eines Interessenkonflikts ohne Umwege zum „Chief Scientific Adviser“auf. (4) In dieser herausragenden Rolle stand er dem „Government Office of Science“ vor, welches den Premierminister und das Kabinett berät. (5) Im Mai 2020 übernahm Vallance, ausgerechnet er, die Leitung einer eigens eingerichteten „Vaccine Taskforce“ der Regierung. (6) Da kannte sich Vallance schon bestens aus: Mit einem Anteil von 24 % im Impfstoffsegment ist GSK die Nummer Eins auf dem Weltmarkt. Auch ein anderes Schwergewicht in der SAGE-Runde dürfte Fergusons Panikmache wohl eher keinen Widerstand geleistet haben: der Epidemiologe Chris Whitty, dessen Malariaforschung in Afrika die Gates-Foundation mit 31 Millionen Pfund sponserte. Ausgerechnet er war 2019 zum „Chief Medical Officer“ (CMO) von England berufen worden, dem obersten Regierungsberater in Gesundheitsfragen. (7) Und auch ein gewisser Jonathan Van-Tam saß neben Ferguson in der SAGE-Runde: ein Experte für Atemwegsviren, der von 2000 bis 2004 bei GlaxoSmithKline tätig gewesen war. Der erwähnten „Vaccine Taskforce“ gehörte er ab Mai 2020 ebenfalls an. Am 23. März 2020 hatte Großbritannien gerade mal 365 mutmaßliche Covid-19-Todesopfer registriert - 0,06 % von landesweit 600.000 Sterbefällen pro Jahr. Trotzdem verkündete Johnson am selben Tag in einer Fernsehansprache allgemeine Ausgangsbeschränkungen. Das Haus dürfe nur noch verlassen werden, um wesentliche Dinge wie Lebensmittel und Medikamente einzukaufen, für den Weg zur Arbeit, oder einmal am Tag allein oder mit Mitgliedern desselben Haushalts für sportliche Aktivitäten. Alle Läden, die nicht der Grundversorgung dienen, mussten mit sofortiger Wirkung schließen. Versammlungen von mehr als zwei Personen wurden verboten. (8) Mitte April verlängerte Johnson den Lockdown um drei weitere Wochen. (9) Allerdings scheint es so, als hätten Fergusons Horrorprognosen im Vereinigten Königreich kaum jemanden so kalt gelassen wie Ferguson selbst. Anfang Mai 2020 ließ sich der coronoide Nationalheld peinlicherweise dabei ertappen, wie er wiederholt zuhause seine verheiratete Geliebte empfing. Dabei pfiff er auf das Social Distancing, das er seinen Landsleuten eingebrockt hatte. (10) In einem Interview im Dezember 2020 erinnerte sich Neil Ferguson daran, wie China seine Abriegelungsempfehlungen an die britische Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE) inspiriert hatte: „Ich glaube, das Gefühl der Leute, was in Bezug auf die Kontrolle möglich ist, hat sich zwischen Januar und März ziemlich dramatisch verändert... Es ist ein kommunistischer Einparteienstaat, sagten wir. Wir dachten, wir könnten damit in Europa nicht durchkommen (...) Und dann hat Italien es getan. Und wir erkannten, dass wir es können (...) Wenn China es nicht getan hätte, wäre das Jahr ganz anders verlaufen.“ (11) Korrekterweise hätte Ferguson hinzufügen müssen: „… und wenn ich nicht darauf gedrängt hätte, China nachzuahmen“. Steilvorlage für Drosten Zu seinen „Freunden und Kollegen“ zählt Ferguson Deutschlands Chefalarmisten Christian Drosten. Im Nu griff dieser die rabenschwarze Zukunftsschau aus London begeistert auf. Report 9 war gerade erst zwei Tage publik, da widmete ihm Drosten in seiner regelmäßigen NDR-Sendung bereits eine Lobeshymne, kaum dass er das Papier ganz gelesen und verstanden hatte, wie er selber einräumte. Gleichwohl „halte ich diese Studie für eine der besten, die bisher verfügbar ist (…) bei der ganz besonders feinkörnig nachgeschaut wurde, also bei der das mathematische Modell besonders elaboriert ist, und auch kleinste Details mit rein programmiert wurden.“ (12) Immerhin schränkte Drosten ein, dass auch diesen „kleinsten Details“ natürlich keine Gewissheiten zugrunde liegen, sondern mehr oder minder gewagte Annahmen. Beispielsweise gehe Fergusons Papier rein hypothetisch davon aus, dass zwei von drei „Fällen“, d.h. positiv Getesteten, Symptome entwickeln, also an Covid-19 tatsächlich erkranken; ein Drittel überstehe eine Infektion beschwerdefrei oder spüre bloß schwache, erkältungsähnliche Symptome. Zu weitaus zurückhaltenderen Schätzungen gelangten Wissenschaftler, die von Erfahrungen mit anderen SARS-Viren und starken Influenzawellen ausgingen. Der Mikrobiologe Prof. Sucharit Bhakdi sagte voraus, dass 90 % aller Infizierten überhaupt nicht oder bloß milde erkranken. Der Immunologe Prof. Stefan Hockertz ging sogar von 95 % aus, weitere Wissenschaftler schätzten die Quote auf 80 %. (13) Demnach blähte Ferguson den Anteil derer, die eine Infektion tatsächlich zu Patienten macht, spekulativ von 10 bis 20 % auf 67 % auf, einen völlig aus der Luft gegriffenen Wert. Und diese horrende Übertreibung ließ die prognostizierten Zahlen von Hospitalisierungen, Einweisungen auf die Intensivstation, von erforderlichen Beatmungsplätzen, von Toten gewaltig in die Höhe schnellen. Auch dies räumte Drosten durchaus ein: „Aber ob das wirklich ein Drittel sind (die nicht erkranken), wissen wir nicht, das ist hier wirklich eine Schätzung. Daran sieht man schon mal, solche Schätzungen, die sind mutig, und die können komplett falsch sein, und die können am Ende einer Modellrechnung extreme Auswirkungen haben. Das ist immer das Problem bei Modellen, an einigen Stellen muss man Schätzungen eingeben. Da hat man dann also eine wissenschaftliche Studie, die sieht extrem kompliziert aus, aber an den wichtigen Stellschrauben steht dann plötzlich da: Ja, da haben wir einen Experten gefragt und er hat das geschätzt. Das ist so ein bisschen das Problem an solchen Studien.“ „Wissen wir nicht“, „ein Experte hat das geschätzt“, „ist so ein bisschen das Problem“ – und trotz alledem ist Drosten überzeugt davon, dass „wir jetzt diesen Denkprozess unter Experten in der Wissenschaft starten müssen, auch ungewöhnliche Optionen zu denken, wenn wir an diese Modellierungszahlen glauben. Und ich glaube schon an diese Zahlen.“ Auch wenn sie „komplett falsch sein können“, muss man mutig „daran glauben“. So verkommt Wissenschaft zum geradezu religiösen Fürwahrhalten von Schätzungen, von schieren Spekulationen, mit Professor Drosten als Hohepriester, dem seine Gemeinde zu folgen hat, wenn er Fergusons Steilvorlage aufgreift, um noch mehr Panik zu schüren: „Eine der besten Studien, die bisher verfügbar ist“, sei „eben nicht nur auf die USA, sondern auch auf England gerechnet, ein Land, das uns sehr ähnlich ist. Und die Aussichten sind wirklich verzweifelnd. Es ist wirklich schlimm, was man da unterm Strich raus liest aus dieser Studie, und wir müssen uns jetzt hinsetzen und miteinander über Möglichkeiten sprechen.“ Es gehört wenig Phantasie dazu, sich auszumalen, wie viele Nackenhaare sich im Krisenkabinett Merkel steil stellten, als der verdienstkreuzbehängte Chefsouffleur des Berliner Panikorchesters dort solche Töne anschlug. Und auch die Radikalkur, die Ferguson empfahl, fand Drostens Zustimmung. Mit den „ungewöhnlichen Optionen“ meinte er einen Lockdown. Dieser sei sinnvoll, allerdings schwer durchzuhalten – sowohl fünf Monate am Stück als auch zwei Jahre lang mit Unterbrechungen. Deshalb „müssen wir zusätzlich etwas anderes finden (…) einen Impfstoff.“ So lieferte er die Vorlage für jenes denkwürdige Junktim der Bundeskanzlerin vom 9. April 2020, in dem unüberhörbar eine erpresserische Drohung mitschwang: „Die Pandemie wird nicht verschwinden, bis wir einen Impfstoff haben“ – und alle ihn sich brav spritzen lassen. Eine Woche nach Drostens Podcast brach auch über Deutschland der erste Lockdown herein. Die Deutschen auf das alternativlos Notwendige einstimmen half ein von der Dynamik ungehinderten „exponentiellen Wachstums“ ergriffener Ferguson- und Drosten-Fan: der telegene Harald Lesch, der erste Universalgelehrte seit da Vinci und Goethe. Gerade ihm traut seine Fernsehgemeinde zu, von allem alles zu wissen, ob Asteroid oder Kernkraftwerk, Fracking oder Viren. (14) Seine reichweitenstarken Fernsehbeiträge zur Coronakrise qualifizieren ihn ohne weiteres für einen hochdotierten PR-Vertrag im medizinisch-industriellen Komplex. Faktenchecks blieben Ferguson erspart So begierig Mainstream-Medien den Report 9 aufgegriffen hatten, so seltsam desinteressiert schienen sie an Faktenchecks, um die zappendustere Zukunftsschau aus dem Hause Imperial nach einer Weile auf den Prüfstand zu stellen. Fergusons Prognosen lagen nicht bloß haarscharf daneben, sondern meilenweit. Über sieben Monate, nachdem sie in die Welt hinausposaunt worden waren – Ende Oktober 2020, kurz vor Beginn der nächsten Lockdown-Welle in Europa und weltweit -, lag die offizielle Zahl der sogenannten „Corona-Opfer“ in Großbritannien bei knapp 47.000 (statt der geweissagten 550.000), in den USA bei 236.000 (statt 2,2 Millionen), in Kanada bei 10.300 (statt 326.000). (15) Ist es den empfohlenen Lockdowns zu verdanken, dass die schlimmsten Befürchtungen nicht eintraten? Das Beispiel Schweden widerlegt diesen gängigen Einwand. Als einziges größeres westliches Land hatte es auf Massenquarantänen nach chinesischem Vorbild verzichtet. Trotzdem waren dort bis Ende Oktober 2020 erst knapp 6.000 „Corona-Tote“ zu beklagen – gerade mal 8 % der Zahl, die Report 9 prognostiziert hatte. 70 % betrafen Pflegeheimbewohner. Bis Anfang März 2021, gegen Ende der „zweiten Welle“, waren es 13.000 amtliche „Covid-19-Opfer“. Im Durchschnitt starben sie mit 84 Jahren. Bei jenem Teil der schwedischen Bevölkerung, der jünger als 65 ist, blieb die Sterblichkeit sogar unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Dass an Fergusons Modell etwas oberfaul sein musste, war zumindest Schwedens Chef-Epidemiologen Anders Tegnell von Anfang an klar. „Wir haben (es) uns angesehen und konnten sehen, dass die Variablen, die in das Modell eingesetzt wurden, ziemlich extrem waren (...) Warum haben sie die Variablen gewählt, die extreme Ergebnisse lieferten? Also waren wir ziemlich skeptisch. Wir haben einige eigene Arbeiten durchgeführt, die in eine ganz andere Richtung zeigten. Am Ende stellte sich heraus, dass unsere Prognose viel näher an der realen Situation lag. Wahrscheinlich, weil wir Daten verwendeten, von denen wir glaubten, dass wir sie verstehen konnten und die aus der tatsächlichen Situation kamen und nicht aus irgendeinem theoretischen Modell." Generell, so warnte Tegnell in einem Interview mit dem britischen Online-Sender Spectator TV, müsse man „mit Modellen sehr vorsichtig sein. Sie werden nicht gemacht, um Prognosen zu erstellen, sie werden gemacht, um verschiedene Arten von Maßnahmen zu testen, um zu sehen, welche Art von Effekt sie haben könnten. Denn kippt man Müll rein, so kommt Müll raus." In Wahrheit dürften landesweite Abriegelungen bei weitem mehr Menschenleben gekostet haben, als sie retteten. In Großbritannien, wie in allen übrigen Lockdown-Ländern, trat eine deutliche Übersterblichkeit nicht etwa vor Beginn der rigorosen Seuchenschutzmaßnahmen auf, sondern währenddessen. (16) Dabei liegen die wahren Sterberaten noch weit unter den amtlichen Schreckenszahlen. Wer positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, geht automatisch als „Covid-19-Opfer“ in die offizielle Statistik ein, wenn er innerhalb des darauffolgenden Monats stirbt – selbst wenn er in Wahrheit bei einem Unfall umkam, einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall, einem Krebsleiden, einer schweren Influenza erlag. Wie die US-Seuchenschutzbehörde CDC inzwischen einräumt, lag bei 94 % der US-amerikanischen „Corona-Toten“ mindestens eine andere lebensbedrohliche Grunderkrankung vor. Nach Obduktionen von 735 angeblichen Covid-19-Opfern – im Schnitt 83 Jahre alt - gehen Rechtsmediziner der Universität Hamburg sogar davon aus, dass lediglich bei 1 % eine SARS-CoV-2-Infektion als alleinige Todesursache gelten kann. Müssen wir Ferguson fairerweise zugute halten, dass „Prognosen schwierig sind, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“, eingedenk des vielzitierten Bonmots von Mark Twain? So ist es. Aber wieso lag Report 9 so krass daneben? Computermodelle des voraussichtlichen Pandemieverlaufs erstellten auch mehrere andere Forschergruppen. Ihre Genauigkeit verglichen Wissenschaftler der Universität von Los Angeles und des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME). (17) Über alle Zeiträume hinweg wiesen das Imperial-Modell bei weitem größere Fehlerquoten auf als die anderen – und zwar penetrant in Richtung von viel zu hohen Schätzungen. Herbstliche Wellenmache Spätestens im Sommer 2020 ließen amtliche Statistiken Imperials Nostradamus so splitternackt dastehen, wie es der neu gekleidete Kaiser im berühmten Märchen von Hans Christian Andersen tat. Leider sahen Politiker und Medienvertreter nicht genau genug hin. Zahlen des britischen Office for National Statistics (ONS) belegten schon damals: Die Mortalität lag 2020 im Bereich der starken Grippewelle 1999/2000. Das Center for Evidence-Based Medicine (CEBM) der Universität Oxford schätzte die Infection Fatality Rate (IFR) von Covid-19 auf 0,3 bis 0,49 %. Das heißt: Von tausend Infizierten starben nicht mehr als drei bis fünf. Bei 45- bis 64-Jährigen betrug sie 0,5 %, bei Jüngeren gerade mal 0,03 %, wie ausgerechnet Epidemiologen des Imperial College feststellten. Doch Ferguson dachte nicht daran, seine Panikmache einzustellen, ebensowenig wie Drosten in Deutschland. Und die Ungenauigkeiten setzten sich fort. Ende Oktober 2020 weissagte er, Großbritannien werde bis Mitte Dezember weit über 2000 Todesfälle pro Tag zu beklagen haben. (18) In Wahrheit lag diese Zahl bis Ende 2020 zu keinem Zeitpunkt über 556. Warum waren Fergusons Voraussagen derart miserabel? Fachleute bemängelten sein Modell von Anfang an. Doch bis zu politisch Verantwortlichen drang ihre Kritik offenbar nicht durch, und Leitmedien schwiegen darüber. Bereits am 17. Mai 2020 zitierte die englische Tageszeitung Daily Mail Informatiker, die Professor Lockdowns Modell als ein „Durcheinander“ bewerteten, „für das man in der Privatindustrie gefeuert würde“. Bei Verwendung desselben Modells seien Wissenschaftler der Universität Edinburgh zu völlig anderen Ergebnissen gelangt. Auch Gesundheitsexperten der Universität Oxford hatten es frühzeitig kritisiert. Anfang Juni 2020 veröffentlichte das Montreal Economic Institute eine Analyse mit dem Titel „Das fehlerhafte COVID-19-Modell, das zum Lockdown von Kanada führte“. Darin weist es auf gravierende wissenschaftliche Mängel hin. So habe kein Peer-Review stattgefunden, eine Bewertung durch andere, unabhängige Wissenschaftler. Mehrere tausend (!) Zeilen des Programms seien „undokumentiert“, wie Ferguson selbst einräumte; (19) somit kann kein Außenstehender sie nachvollziehen. Ein leitender Software-Entwickler von Google stellte im Code, der dem Modell zugrunde lag, „amateurhafte Fehler“ fest. „Alle wissenschaftlichen Papiere, die auf diesem Code beruhen, sollten auf der Stelle zurückgezogen werden“, so schloss er. Auf zwei Faktoren, deren Ausblendung im Imperial-Modell besonders ins Gewicht fielen, hatten Ärzte und Wissenschaftler, die sich als „Covidoten“ verhöhnen lassen mussten, schon bei Pandemiebeginn vergeblich hingewiesen. Zum einen treten Atemwegsviren saisonal auf; um sich greifen sie in der kalten Jahreszeit. Dass SARS-CoV-2 dabei keine Ausnahme macht, begann sich europaweit, auch in Deutschland, bereits ab Ende Februar/Anfang März abzuzeichnen, ehe staatlicher Lockdown-Terror einsetzte: Infektions- und Erkrankungsraten waren bereits rückläufig. (20) Ebensowenig berücksichtigte das Imperial-Modell: Menschen pflegen über ein Immunsystem zu verfügen, das mit so gut wie allen Infektionen bestens klarkommt, solange es intakt ist. Fergusons Zahlen setzten voraus, dass sich das Virus völlig ungehindert ausbreitet. Tatsächlich war ein Großteil der Bevölkerung – die Schätzungen reichen bis zu 80 % - aber durch frühere Kontakte mit anderen Coronaviren bereits geschützt, sie hatte eine „Kreuzimmunität“ erworben. Nur so war erklärbar, dass nach einer Infektion bei weitem weniger Menschen als befürchtet schwer erkrankten und verstarben. Angesichts derart offenkundiger Stümpereien drängen sich Zweifel an Fergusons Qualifikation auf. Der Mann ist kein Mediziner, weder Immunologe noch Epidemiologe. Als Informatiker ist er ebensowenig ausgebildet. In Biologie kann er nicht einmal eine Abitursnote („A-level“) vorweisen, wie er in einem BBC-Interview zugeben musste. (21) Laut Wikipedia „erhielt er seinen Bachelor of Arts-Abschluss in Physik 1990 in Lady Margaret Hall, Oxford, und seinen Doktor der Philosophie in theoretischer Physik 1994 am Linacre College, Oxford." Andererseits sind formale Qualifikationen natürlich nicht der einzige Indikator für Kompetenz. Auch ohne Titel und Urkunden kann jemand in einem bestimmten Fachgebiet Großes leisten. Immerhin gilt Ferguson seit zwei Jahrzehnten als vielgefragter Experte für mathematische Modelle von komplexen dynamischen Systemen. Zu diesen zählt zweifellos auch ein Pandemiegeschehen, ebenso das Wetter und der Aktienmarkt. In dieser Rolle hat Ferguson allerdings nicht etwa fortwährend geglänzt. Vielmehr blamierte er sich reihenweise, erstmals im Jahre 2001 anlässlich eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien. 6,5 Millionen Rinder, Schafe und Schweine wurden auf Fergusons Modellrechnungen hin „not“geschlachtet. Der ökonomische Schaden belief sich auf 12 bis 18 Milliarden Pfund. Eine Studie der Universität Edinburgh zerpflückte Fergusons Modell hinterher nach allen Regeln epidemiologischer Kunst. Ein Jahr später, 2002, spukte der „Rinderwahn“ in der medialen Geisterbahn umher. Bis zu 50.000 Menschen könnten aufgrund von BSE-verseuchtem Rindfleisch sterben, so schloß Ferguson aus seinem Computermodell. Diese Zahl steige womöglich auf 150.000, falls das Virus auf Schafe überspringt. In Wahrheit erlagen der Creutzfeld-Jacob-Krankheit im Jahre 2001 ganze 88 Briten, im darauffolgenden Jahre 95, zwischen 2001 bis März 2021 insgesamt 2159. Als im Jahre 2005 das Vogelgrippe-Virus H7N9 um sich zu greifen begann, rechnete Ferguson mit „bis zu 200 Millionen Toten weltweit“. Erst acht Jahre später, im Februar 2013, sprang der Erreger erstmals von Geflügel auf Menschen über. Bis Mai 2018 zählte die WHO weltweit 615 Todesfälle, bis Ende 2020 kam ein einziger hinzu. Als Mitglied einer ‘Strategic Advisory Group of Experts’ (SAGE) trug Ferguson im Jahre 2009 entscheidend dazu bei, dass die Weltgesundheitsorganisation wegen der Schweinegrippe (H1N1) falschen Alarm schlug. (22) Er sagte eine Fallsterblichkeit (CFR, case fatality rate) zwischen 0,3 und 1,5 % voraus; am wahrscheinlichsten schienen ihm 0,4 %. Das heißt, vier von tausend Erkrankten sterben daran. Die britische Regierung schloss daraus, dass „ein vernünftiges Worst-Case-Szenario besagt, die Schweinegrippe werde in Großbritannien zu 65.000 Todesfällen führen“. Wie viele Briten starben tatsächlich daran? Bis Mitte März 2010 waren es 457. Am Ende hatte H1N1 für eine der mildesten Grippewellen seit der Jahrtausendwende gesorgt. Zu Fergusons Verteidigung muss fairerweise angemerkt werden: Am allerschwierigsten sind Prognosen, wenn sie komplexe dynamische Systeme betreffen. Obwohl für Vorhersagen des Wetters oder der Aktienmärkte seit Jahrzehnten ein Multmilliardenaufwand getrieben wird, reichen sie weiterhin kaum über einen Zeithorizont von wenigen Tagen hinaus. Denn hier betreten Wissenschaftler die Welt der Chaostheorie - sie untersuchen Systeme, die auf die geringste Abweichung in Anfangsbedingungen extrem empfindlich reagieren. Selbst vielen Laien ist mittlerweile der Butterfly Effect ein Begriff: Schon eine winzige Veränderung im Luftstrom, ausgelöst durch den Flügelschlag eines Schmetterlings, kann aufgrund der komplexen Wechselwirkung von Milliarden Teilchen letztlich dazu führen, dass ein Tornado auftritt. Auch ist Ferguson zugute zu halten, dass man bei wissenschaftlichen Schätzungen zwischen "Vorhersage", "Projektion" und "vernünftigem Worst-Case-Szenario" unterscheidet. Das erspart ihm aber nicht zwei lästige Fragen. Wenn sich Mutmaßungen von "vernünftigen Worst-Case-Szenarios" zuverlässig als um mehrere Größenordnungen höher herausstellen als das, was tatsächlich eintritt - welchen Wert haben diese Schätzung dann noch? Und wie verantwortungsvoll ist es, diese Mutmaßungen lauthals in die Welt hinauszuposaunen, ohne eine klare Anleitung zu geben, wie sie zu interpretieren sind? Ferguson kann nichts für die mangelnde wissenschaftlichen Ausbildung vieler Journalisten und die Sensationsgier, die Medien dazu verführt, beängstigende Zahlen eher zu veröffentlichen als beruhigende. Er trägt keine Schuld an der fachlichen Inkompetenz von Regierenden und Behördenvertretern. Er muss sich nicht dafür entschuldigen, dass Laien ehrfürchtig erschaudern und sich blenden lassen, sobald reichlich Mathematik zum Einsatz kommt, die imposante Kurven und Tabellen auf Monitore zaubert. Aber er muss mit alledem rechnen. Er muss Missverständnissen begegnen, sobald ihm auffällt, dass die Aussagekraft seiner Modelle krass überschätzt wird. Das unterließ Ferguson. Statt das Feuer einzudämmen, das sein Funken entzündet hatte, schürte er es noch. Wie konnte ein derart falscher Prophet all diese Blamagen unbeschadet überstehen? „Der wahre Skandal besteht doch darin: Warum hörte irgendwer diesem Kerl überhaupt zu?“, so liest man beim Onlineportal Statistical Modeling, Causal Inference, and Social Science der Columbia-University in New York. Wie kann es sein, dass sich Fergusons Universität, in berechtigter Sorge um ihr Ansehen, nicht längst von ihm distanzierte, sich von ihm trennte? Warum hält sie eisern an einem solch hinlänglich diskreditierten Mann fest? Was macht diesen Lehrstuhlinhaber für seinen Arbeitgeber so besonders wertvoll? Auf der Suche nach einer Erklärung stoßen wir auf eine bezeichnende Reihe von hochpotenten Partnern und Gönnern. Ein Lehrstück über Drittmittelprostitution Besonders spendabel gegenüber Imperial zeigte sich seit 2010 die Bill und Melinda Gates-Foundation. Bis heute flossen von dort zusammengerechnet knapp 190 Millionen US-Dollar; allein im Jahr 2020 waren es 79 Millionen. Offenbar finanzierte Gates auch direkt die Arbeit von Neil Ferguson - allein 184 Millionen britische Pfund für Voraussagen der Covid-19-Sterblichkeit. Stattliche Beträge ließ Gates auch dem „MRC Centre for Global Infectious Disease Modeling“ zukommen, das Ferguson im Imperial College 2008 eingerichtet hatte. Es beliefert die WHO mit „raschen Analysen von drängenden Problemen bei Infektionskrankheiten“ sowie „Modellen“ hierzu. (27) Zu Imperials großzügigsten Mäzenen zählt darüber hinaus der in London ansässige Wellcome Trust, die weltweit viertreichste Stiftung – und letztlich eine überdimensionierte Pharmamarketing-Agentur in philanthropischem Gewand. Ihr Vermögen lag 2020 bei 34 Milliarden Euro. (28) 1936 von dem Pharma-Magnaten Sir Henry Wellcome ins Leben gerufen, fördert sie medizinische Forschung, erklärtermaßen zu dem noblen Zweck, „die Wissenschaft dabei zu unterstützen, die drängenden gesundheitlichen Herausforderungen zu lösen, vor die sich jedermann gestellt sieht“. Dass diese Lösungen aus Produkten der Arzneimittelindustrie bestehen, versteht sich in Anbetracht der Wellcome-Historie von selbst. Der Gründer war mit dem nach ihm benannten Pharmaunternehmen Burroughs Wellcome steinreich geworden, das 1995 mit dem Konkurrenten Glaxo verschmolz; vier Jahre später war es, dicht hinter Novartis und Merck, nach Umsatz der drittgrößte Medikamentenhersteller der Welt. Pünktlich zur Jahrtausendwende ging es in dem Konzerngiganten GlaxoSmithKline (GSK) auf, einem von vielen Profiteuren der Pandemie. Auch unmittelbar ist das Imperial College mit der Arzneimittelindustrie seit langem aufs engste verbandelt. Bei der Schweinegrippe 2009 beriet sein Rektor, Sir Roy Malcolm Anderson, sowohl die WHO als auch die britische Regierung. Als Mitglied des WHO-Notfallkomitees war Anderson maßgeblich daran beteiligt, dass verblüffend rasch die höchste Pandemiestufe 6 ausgerufen wurde. Und ausgerechnet in Großbritannien, so ließ Andersons Gefahreneinschätzung befürchten, wütete die Schweinegrippe am allermeisten, weswegen besonders rigorosee Gegenmaßnahmen ergriffen werden mussten. Lautstark warb Anderson öffentlich dafür, große Vorräte an Antigrippemitteln und Impfstoffen anzulegen. Wie Journalisten aufdeckten, stand Anderson gleichzeitig, als „non-executive director“, mit jährlich 136.000 Euro auf der Gehaltsliste von GlaxoSmithKline – für den zweitgrößten Pillendreher der Welt eine prächtige Investition im „Peanuts“-Format, gemessen an der Rendite. Auch dank Andersons PR-Künsten scheffelte GSK Milliarden mit dem Verkauf eines nebenwirkungsreichen Vakzins namens Pandemrix sowie des weitestgehend nutzlosen Virostatikums Tamiflu. (29) Auf die WHO-Empfehlung hin sicherte sich GSK von 16 Ländern Bestellungen über 195 Millionen Dosen für einen Impfstoff gegen das H1N1-Virus – und verhandelte mit 50 weiteren. Allein zwischen Mai und Juli 2009 soll GSK einen Gewinn von 2,1 Milliarden Pfund verbucht haben. Im Jahre 2015 richtete das Imperial College ein gemeinsames Labor mit GlaxoSmithKline ein. Regelmäßig lässt es hochkarätige Pharmavertreter bei sich auftreten – so etwa 2019 Sheuli Porkess, Deputy Chief Scientific Officer des Verbandes der britischen Pharmaindustrie; oder Mark Toms, Chief Scientific Officer von Novartis Pharmaceuticals UK; oder Toni Wood, Senior Vice President von GSK: 2018 hielt er den Eröffnungsvortrag der jährlichen Konferenz des hauseigenen Institute for Molecular Science and Engineering (IMSE). (30) Zu ihren festen „Partnern“ zählt Imperial, neben GSK, so gut wie alle großen Nummern des Pharmabusiness, darunter einige der bedeutendsten Impfstoffhersteller: von Pfizer über AstraZeneca bis Johnson&Johnson und EliLilly. Anfang 2019 organisierte das Imperial College eine Konferenz mit dem bezeichnenden Titel „Achieving success in drug development through collaboration with the pharmaceutical industry“. Im übrigen beteiligt sich Imperial an klinischen Versuchen zur Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs. Ein Seuchenalarmist wie Neil Ferguson, mit einer weltweit führenden Universität als unüberhörbares Megaphon für seine Kassandrarufe, spielt all diesen Partnern vortrefflich in die Karten. Je schlimmer eine Pandemie vermeintlich wütet, je schrecklicher die weiteren Aussichten sind, desto vordringlicher scheint es, Impfstoffe zu entwickeln. Desto bereitwilliger subventionieren Regierungen deren Entwicklung, ordern enorme Mengen, lockern das Zulassungsverfahren, entlasten Hersteller von Schadenshaftung. Desto nachdrücklicher machen sie in der Bevölkerung gratis Produktwerbung. Desto eher sind sie bereit, Massenimpfungen notfalls zu erzwingen. Desto länger helfen sie dabei mit, Angst zu schüren. Desto länger betreiben sie restriktiven Infektionsschutz. Jahrelang stand Ferguson selbst auf den Honorarlisten großer Pharmakonzerne wie GlaxoSmithKline, Baxter und Roche, wie der Dokumentarfilm „trustWHO“ 2018 aufdeckte. Darauf angesprochen, räumte Ferguson gegenüber dem Pharma-Onlinemagazin Scrip solche Zuwendungen ein, fand sie allerdings völlig normal: "Ich denke, es wäre schwierig, einen echten Experten für Grippeimpfstoffe und antivirale Medikamente zu finden, der nicht irgendwann einmal mit Pharmaunternehmen zusammengearbeitet hat. (…) Die Entwicklung solcher Produkte wird von kommerziellen Unternehmen durchgeführt, sie haben die Daten, und sie sind an Forschung interessiert, die sich auf ihre Produkte bezieht. (…) Ich denke, dass die Wissenschaft im Allgemeinen von Verbindungen zwischen akademischer und kommerzieller Forschung profitiert, ebenso wie die Qualität der wissenschaftlichen Beratung, die den öffentlichen Gesundheitsbehörden angeboten wird." Gleichwohl will Ferguson seine lukrativen Dienste für GlaxoSmithKline und Roche schon 2007 eingestellt haben. Wieso eigentlich? Obwohl spätestens im Sommer 2020 klar war, dass Ferguson mit seinen apokalyptischen Prognosen ebenso danebenlag wie mit seinen totalitären Empfehlungen, ließ ihn das Imperial College weiterhin gewähren, ganz im Sinne von Gates, Wellcome und Big Pharma. Und so genoss er die Narrenfreiheit, weiteres Unheil anzurichten. Wie Neil den Briten Weihnachten versaute Kurz vor Weihnachten 2020, am 19. Dezember, kündigte Premierminister Boris Johnson verschärfte Eindämmungsmaßnahmen an. Notwendig mache sie eine Mutationslinie des Coronavirus – VUI-202012/01, auch N501Y oder B.1.1.7 -, die wohl „bis zu 70 % ansteckender“ sei. Führen mehr Infektionen zu mehr Schwerkranken und Toten? Hierüber schwieg der Premier. Wie kam er bloß zu seiner Gefahreneinschätzung? Nach Recherchen der BBC beruhte Johnsons „70 %“-Alarm ausschließlich auf Informationen, die tags zuvor in einem Beratungsgremium der britischen Regierung diskutiert worden waren, der New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group, kurz NERVTAG. NERVTAG wiederum hatte die ominösen „70%“ aus einer einzigen Quelle geschöpft: einer zehnminütigen Präsentation, die ein enger Mitarbeiter Fergusons, Dr. Erik Volz, am 18. Dezember, also am selben Tag, gehalten hatte. Seinen Kurzvortrag hielt Volz vor der Covid-19 Genomics UK (COG-UK), einem im April 2020 eingerichteten Forschungsverbund. Größtenteils vom Wellcome Trust und der britischen Regierung finanziert, hat COG-UK die Aufgabe, aus Proben von Infizierten das Erbgut des neuen Coronavirus zu sammeln, zu sequenzieren und zu analysieren. Binnen sechs Monaten waren dabei schon über 40.000 Genome zusammengekommen. Dazu zählte auch der neue Stamm. Dessen voraussichtliche Verbreitung schätzte die Ferguson-Gruppe in einem weiteren Computermodell ein. Es ging von einer um 70 % höheren Infektionsrate aus. Wie die Videoaufzeichnung von Volz´ Präsentation belegt, verteidigte der Ferguson-Mitarbeiter jedoch diesen Schätzwert keineswegs. Im Gegenteil, er warnte wiederholt und nachdrücklich davor, ihn überzubewerten und voreilige Schlüsse daraus zu ziehen. Dabei ließ Volz Bemerkungen fallen wie „Wir befinden uns im Grunde noch in einem sehr frühen Stadium, wir haben im Grunde erst einen Monat Wachstum beobachtet“, „die Modellanpassung ist nicht besonders gut" und „nicht notwendigerweise geeignet“. Es sei "zu früh, um zu sagen", wie infektiös N501Y überhaupt ist. Die 70 %-Schätzung entspreche "dem aktuellen Stand unseres Wissens", in den wiederum Trends eingehen, die "nicht immer bewahrheiten". Zudem seien die verfügbaren Datensätze von minderer Qualität, „sehr verrauscht und überdispers“. Aufgrund dessen sprachen sich bei der entscheidenden NERVTAG-Sitzung die meisten Anwesenden gegen jede Art von „sofortigem Handeln wegen der neuen Mutation“ aus. Sie wollten „weitere Beweise abwarten“, wie aus dem von Daily Mail veröffentlichten Protokoll hervorgeht. Am NERVTAG-Treffen nahm allerdings auch „Professor Lockdown“ höchstpersönlich teil, ebenso wie seine Kollegin Wendy Barclay, eine Virologin, deren Imperial-Labor vom Wellcome Trust mitfinanziert wird. Diese beiden, so äußerte eine hochrangige Whitehall-Quelle gegenüber Daily Mail, bildeten fortan eine „lautstarke Minderheit“: Sie setzten ein mediales „Mobbing“ in Gang, um die britische Regierung zu drastischen Maßnahmen zu drängen. Unmittelbar nach Johnsons vorweihnachtlicher Lockdown-Bescherung ließ Ferguson keine Kamera aus, um das völlig unbewiesene Gerücht zu streuen, die neue SARS-CoV-2-Variante habe womöglich „eine höhere Neigung, Kinder zu infizieren“. Zwar hätten "wir keine Art von Kausalität dafür festgestellt, aber wir können es in den Daten sehen“. Kollegin Barclay assistierte ihm. Auch sie fütterte Leitmedien mit der Behauptung, die neue Mutante befalle vermehrt Kinder; diese seien „vielleicht genauso anfällig für dieses Virus wie Erwachsene“. Für Pharmakonzerne, die in alsbaldige Impfkampagnen auch Minderjährige einbeziehen wollen, könnte keine Marketinghilfe wertvoller sein. Dabei legen Daten des Office of National Statistics nahe, dass Kinder eher vom Blitz erschlagen werden, als an Covid-19 zu sterben. Die Covid-Todesrate beträgt bei 5- bis 14-Jährigen 1 zu 3,6 Millionen. (32) Den Anschein einer wissenschaftlichen Rechtfertigung für den Weihnachts-Lockdown lieferte das NERVTAG-Gremium samt Ferguson für Boris Johnson erst einen Monat nach Weihnachten. Wie der Premierminister am 22. Januar bei einer Pressekonferenz verkündete, legen wissenschaftliche Analysen nahe, dass die neue B.1.1.7-Mutante „30 % mehr infizierte Menschen töten könnte“, womöglich sogar bis zu 91 %. Eine dieser „Analysen“ stammte von selbstverständlich von Ferguson. Schon vor Johnsons Auftritt geisterte die Schreckensmeldung durch die Medien. Dafür sorgte Ferguson, indem er einen Herausgeber des Senders ITV News „briefte“. Für eine „zweite Welle“ dieses Mutantenhorrors sorgten Fergusons „Freunde und Kollegen“ von der Universität Exeter Anfang März; in einer Studie mit über 110.000 positiv auf SARS-CoV-2-Getesteten wollen sie „ein um 64 % erhöhtes Sterberisiko“ bei Menschen ermittelt haben, die sich mit der neuen Variante anstecken. Mit diesen Zahlen schürten Leitmedien prompt neue Panik (33), Lockdown-Fans bekamen den nächsten Aufwind. Was Ferguson indes unkommentiert ließ, war die Veränderung des absoluten Sterberisikos: Es bleibt relativ niedrig und steigt von 2,5 auf 4,1 Todesfälle unter 1000 Infizierten. Sowohl diese Quoten als auch die Schwankungsbreite sind alles andere als sensationell. Von Grippepandemien, wie sie 1957 und 1968 um den Globus fegten, unterscheiden sie sich nicht radikal. Je nach vorherrschenden Varianten sorgen auch Influenzaviren in manchen Wintern für mehr Tote als in anderen. Geschichte geschrieben Als Brandstifter Roms hat sich Kaiser Nero wohl für immer einen Platz in Geschichtsbüchern gesichert. Ohne Übertreibung darf man Neil Fergusons Machwerken einen ähnlichen Stellenwert zutrauen. „Historiker werden sicherlich noch in Jahrhunderten fassungslos sein, welche Rolle ein zutiefst fehlerhaftes Computermodell dabei spielte, eine Kette von Ereignissen auszulösen, welche die westliche Gesellschaft grundlegend und vielleicht katastrophal geschädigt hat“, meint der britische Informatiker Derek Winton. Fergusons Imperial-Team beriet er in Softwarefragen gelegentlich. „Wenn (falls!) sich der Staub der Coronavirus-Pandemie endlich legt, wird es für zukünftige Historiker schwierig sein, zu einem anderen Schluss als dem folgenden zu kommen: Wir haben unsere sorgfältig geplanten und einstudierten Pandemie-Vorsorgepläne aufgegeben zugunsten einer experimentellen Maßnahme auf der Basis einer nicht von Experten überprüften, nicht dokumentierten, obskuren, prädiktiv ungenauen Modellierung, unter Verwendung eines Designs, das eine der wichtigsten beteiligten Variablen auslässt, erstellt von einem Experten, der offensichtlich keine formale Ausbildung in Computermodellierung oder Epidemiologie vorweisen kann, dafür eine Erfolgsbilanz, die aus krassen Überschätzungen von Sterberaten besteht.“ Waren die Modelle des Imperial College also hilfreich? Ohne Zweifel – für seine Sponsoren. Und so veranschaulicht die Corona-Pandemie auf unübertrefflich imposante Weise, was Drittmittelprostitution im Wissenschaftsbetrieb bedeutet – und was sie aus ihm macht. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.imperial.ac.uk/media/imperial-college/medicine/mrc-gida/2020-03-30-COVID19-Report-13.pdf; https://www.spectator.co.uk/article/why-boris-johnson-needs-to-speak-to-anders-tegnell; https://sverigesradio.se/artikel/7437147 (2) https://spiral.imperial.ac.uk:8443/bitstream/10044/1/77482/14/2020-03-16-COVID19-Report-9.pdf; https://www.imperial.ac.uk/news/196234/covid-19-imperial-researchers-model-likely-impact/; https://www.heraldscotland.com/news/18425661.boris-johnson-mass-produced-vaccine-will-create-impregnable-shield-defeat-coronavirus/ (3) https://www.nachdenkseiten.de/?p=66244&pdf=66244; https://www.rubikon.news/artikel/historisches-wissenschaftsversagen (4) "U.K. Government Appoints Next Chief Scientific Adviser", Scientific American, 9.11.2017, https://www.scientificamerican.com/article/u-k-government-appoints-next-chief-scientific-adviser/ (5) „Appointment of Dr Patrick Vallance as government Chief Scientific Adviser". Cabinet Office. 8.11.2017, https://www.gov.uk/government/news/appointment-of-dr-patrick-vallance-as-government-chief-scientific-adviser; "Patrick Vallance, President, R&D, GSK to become UK Government's Chief Scientific Adviser". GlaxoSmithKline. 8.11.2017, https://www.gsk.com/en-gb/media/press-releases/patrick-vallance-president-rd-gsk-to-become-uk-governments-chief-scientific-adviser/ (6) „Funding and manufacturing boost for UK vaccine programme Government of the United Kingdom“, Presseerklärung vom 17.5.2020, https://www.gov.uk/government/news/funding-and-manufacturing-boost-for-uk-vaccine-programme. (7) „Whitty, Prof. Christopher John Macrae". Who's Who. 1.12.2018. doi:10.1093/ww/9780199540884.013.U250932, https://www.ukwhoswho.com/view/10.1093/ww/9780199540884.001.0001/ww-9780199540884-e-250932 (8) „Einschränkungen: Großbritannien erlässt allgemeine Ausgangsbeschränkungen“, zeit.de. 23.3.2020, https://www.zeit.de/news/2020-03/23/grossbritannien-erlaesst-allgemeine-ausgangsbeschraenkungen. (9) tagesschau.de: „Corona-Krise: Großbritannien verlängert Maßnahmen“, https://www.tagesschau.de/ausland/grossbritannien-massnahmen-101.html; „Coronavirus: UK lockdown extended for 'at least' three weeks“, bbc.com. 16.4.2020, https://www.bbc.com/news/uk-52313715 (10) "Exclusive: Government scientist Neil Ferguson resigns after breaking lockdown rules to meet his married lover". The Telegraph, 5.5.2020, https://www.telegraph.co.uk/news/2020/05/05/exclusive-government-scientist-neil-ferguson-resigns-breaking/; "Top government adviser quits after breaking lockdown with his mistress". The Times, 6.5.2020, No. 73152. p. 1; "Coronavirus: Prof Neil Ferguson quits government role after 'undermining' lockdown", BBC News. 6.5.2020, https://www.bbc.com/news/uk-politics-52553229; "UK coronavirus adviser resigns after reports his lover visited during lockdown", CNN, 6.5.2020, https://edition.cnn.com/2020/05/05/uk/neil-ferguson-imperial-coronavirus-sage-gbr-intl/index.html (11) „Professor Neil Ferguson: People don’t agree with lockdown and try to undermine the scientists“, The Times of London, 25.12.2020, https://www.thetimes.co.uk/article/people-don-t-agree-with-lockdown-and-try-to-undermine-the-scientists-gnms7mp98. (12) ndr.de/nachrichten/info, ab Min. 16:42, https://www.ndr.de/nachrichten/info/16-Wir-brauchen-Abkuerzungen-bei-der-Impfstoffzulassung,audio655164.html (13) https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/03/30/systematische-panikmache-zur-tatsaechlichen-und-statistisch-erzeugten-gefaehrlichkeit-des-corona-virus/; mdr.de, 2. 10. 2020, https://www.mdr.de/nachrichten/panorama/interview-klaus-rabe-corona-wieviele-infizierte-krank-100.html (14) Siehe H. Wiesendanger: „Aufklärer vom Panikvirus infiziert - Selbst Harald Lesch streut jetzt Fake News“, https://www.stiftung-auswege.de/images/downloads/auswege-newsl65.pdf, PDF S. 24-27. (15) Nach „Our World of Data“ (OWID), der hochwertigen Online-Datenbank einer Forschergruppe der Universität Oxford, https://ourworldindata.org/coronavirus/country/ (16) http://inproportion2.talkigy.com/collateral_judgement.html; s.KLARTEXT „Seltsam übersterblich - Wie Großbritannien zu seiner Covid-19-Opferstatistik kam“. https://www.klartext-online.info/post/seltsam-%C3%BCbersterblich (17) Joseph Friedman u.a.: „Predictive performance of international COVID-19 mortality forecasting models“, 19.11.2020, https://doi.org/10.1101/2020.07.13.20151233. (18) Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE), SPI-M-O: „Long term winter scenarios preparatory working analysis“, 31.10.2020, https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/938967/201031_SPI-M_preparatory_analysis_long_term_scenarios.pdf. (19) Neil Ferguson auf Twitter am 22.3.2020, zit. bei https://lockdownsceptics.org/the-imperial-model-and-its-role-in-the-uks-pandemic-response/#_blank (20) Siehe H. Wiesendanger: „Ausgerechnet Zahlen aus dem Robert-Koch-Institut belegen: Dieser Lockdown ist eine sinnlose Zumutung“ und „Wir werden getäuscht. Robert-Koch-Institut verbreitet weiterhin Fake News – und keiner widerspricht“ in Auswege Infos Nr. 66 / Mai 2020, https://www.stiftung-auswege.de/images/downloads/auswege-newsl66.pdf (21) https://www.bbc.co.uk/programmes/m000mt0h, ab Min. 6:15. (22) https://economictimes.indiatimes.com/industry/healthcare/biotech/healthcare/did-who-experts-fuel-swine-flu-scare/articleshow/5439232.cms?utm_source=contentofinterest&utm_medium=text&utm_campaign=cppst; http://www.digitaljournal.com/article/285670 (23) Andrew Scheuber, Chinese President sees UK-China academic partnerships at Imperial, Imperial College London, Oct. 21, 2015, https://www.imperial.ac.uk/news/168497/chinese-president-sees-uk-china-academic-partnerships/ (24) Zit. nach A. Scheuber, a.a.O. (25) (25) „Social Sciences and Management Ranking“, www.topuniversities.com. Abgerufen am 13.3.2020. (26) David Lee: „World Economic Forum Establishes “A.I. Council” Co-chaired by Chinese AI Expert Kai-Fu Lee“, Pandaily, 24.1.2019, https://pandaily.com/world-economic-forum-establishes-artificial-intelligence-council/; Imperial College London, „China and Imperial“, https://web.archive.org/web/20201231155935/https://www.imperial.ac.uk/about/introducing-imperial/global-imperial/east-asia/china/. (27) https://apps.who.int/whocc/Detail.aspx?FJdjEEdrcMNfOU4d+dseSg==, abgerufen am 11.3.2021 (28) Stand 2020; https://en.wikipedia.org/wiki/Wellcome_Trust#cite_note-endowment-4, abgerufen am 10.3.2021.) (29) Aus dem ARTE-Dokumentarfilm „Profiteure der Angst“ (2009), https://www.youtube.com/results?search_query=profiteure+der+angst+arte+doku; s. auch https://www.radio-utopie.de/2009/08/05/profitables-doppelspiel-mit-der-ah1n1-pandemie/ (30) Nach Christian Kreiß, „Nachdenkseiten“ vom 28.10.2020, https://www.nachdenkseiten.de/?p=66244 (31) Neil M. Ferguson, Steven Riley u.a.: „Report 11 — Evidence of initial success for China exiting COVID-19 social distancing policy after achieving containment“, Imperial College COVID-19 Response Team, 24.3.2020, https://www.imperial.ac.uk/mrc-global-infectious-disease-analysis/covid-19/report-11-china-exiting-social-distancing/. (32) Nach Daily Telegraph, 10.6.2020, S. 1: „Lightning a bigger risk to pupils than Covid“, https://www.pressreader.com/uk/the-daily-telegraph/20200610/281522228322629; https://www.dailymail.co.uk/news/article-8404537/School-children-15-higher-risk-struck-LIGHTNING-dying-coronavirus.html; https://www.mirror.co.uk/news/uk-news/kids-more-likely-struck-lightning-22166411 (33) https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/grossbritannien-corona-variante-b-1-1-7-ist-laut-studie-toedlicher-als-das-urspruengliche-virus-a-faaf0a90-0f3c-48f0-8aaa-24de76a764f1; https://www.welt.de/wissenschaft/article228029951/Britische-Mutante-B-1-1-7-ist-laut-Studie-zu-64-Prozent-toedlicher.html

  • Aufstand der Neandertaler

    Sie haben die Nase voll: In den USA heben immer mehr Bundesstaaten sämtliche Corona-Einschränkungen auf. Die Missbilligung durch ihren frischgewählten Präsidenten Joe Biden („Neandertaler-Denken“), die fortgesetzten Warnungen seines medizinischen Chefberaters Anthony Fauci, ein Sturm der Entrüstung in US-Leitmedien: All das lässt widerspenstige Gouverneure kalt. Lauter Covidioten, die sich tödlichen „Öffnungsorgien“ hingeben? Sie blieb stur, von Anfang an. Seit das neue Coronavirus auch in den Vereinigten Staaten um sich griff, weigerte sich die Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, hartnäckig, die gesamte Bevölkerung ihres Bundesstaats wegzusperren, nach dem totalitären Vorbild der Volksrepublik China. Seuchenschutz wollte sie ausschließlich auf dem Boden der amerikanischen Verfassung betreiben. Und so blieben Schulen und Betriebe geöffnet, Läden und Restaurants ebenfalls. Dass Maskenzwang und Social Distancing die Verbreitung von SARS-CoV-2 verhindern, bezweifelte Noem immer schon. Als dreifache Mutter ermutigte sie Eltern, ihre Kinder trotz Pandemie weiterhin zur Schule zu schicken. (1) Um die Wirtschaft ihres Bundesstaats während des Corona-Rezession anzukurbeln, förderte sie den einheimischen Tourismus mit mehreren Millionen Dollar. (2) Zu keiner Zeit galten in South Dakota Reisebeschränkungen. Über „wissenschaftliche Empfehlungen“ von sogenannten „Experten“ äußerte sich die standhafte Gouverneurin wiederholt skeptisch. (3) Stattdessen setzte South Dakota auf die Eigenverantwortung mündiger Bürger. „Wir versetzen sie in die Lage, die beste Entscheidung für sich selbst, ihre Familie und ihr Unternehmen zu treffen“, erklärte die Gesundheitsministerin des Bundesstaats, Kim Malsam-Rysdon, “indem wir sie mit rechtzeitigen und genauen Gesundheitsinformationen versorgen, sobald diese verfügbar sind". (4) Für all dies musste die Gouverneurin, seit Januar 2019 im Amt, reichlich Kritik einstecken. Dass unter Trump das Corona-Virus „nach wie vor verharmlost“ werde, habe in den USA „dramatische Folgen“, sorgte sich die Deutsche Welle. „Selbst in einer dünn besiedelten Region wie South Dakota“ sei es „außer Kontrolle“. Im Spätherbst habe „die Todesrate in South Dakota den weltweit höchsten Wert erreicht“, meldeten NBC News. Polemische Breitseiten feuerten aggressive Social-Media-User ab. Ein anscheinend sorgsam orchestrierter, teilweise vulgärer Shitstorm brach über Kristi Noem herein. Der amerikanische Anwalt Michael P. Senger vermutet dahinter Pekings Troll-Armee am Werk. Ab April 2020 wurde Noems Twitter-Account mit Posts geflutet, die ihre „Verantwortungslosigkeit“ anprangerten. „Du bist ein rücksichtsloser Idiot", so heißt es da beispielsweise, „ein verdammter Dummkopf", eine "blöde Person", eine "ignorante Schlampe". "Ordne Stay-at-Home an! Sonst wird ihr Blut an deinen Händen kleben.“ "Wie viele Menschen werden wegen deiner Dummheit, Nachlässigkeit, Ignoranz, mutwilliger Blindheit sterben?" "Wie viele deiner Bürger wirst du noch ERMORDEN, um die Liebe von Trump & Co. zu gewinnen?" (5) Doch Kristi Noem ließ sich nicht beirren. Auch steigende Infektionszahlen versetzten sie nicht in Panik: Wer mehr teste, bekomme halt mehr Fälle. (6) Am Ende sah sich Kristi Noem bestätigt. Alles in allem komme South Dakota besser aus der Pandemie als nahezu jeder andere Bundesstaat, so zog sie am 2. Februar 2021 in einem TV-Interview Bilanz. (7) „Nicht Covid hat die Wirtschaft zerstört, sondern die Regierung!“ „Kürzlich besuchte ich South Dakota, zum ersten Mal in meinem Leben“, berichtete ein Twitter-User im August 2020, „und zwar wegen Kristi Noems Haltung. Es ist ein magischer Ort voller Männer und Frauen, die zutiefst an das Amerika glauben, das es gab, und die neuen Narrative ablehnen, mit denen wir zwangsgefüttert werden. Ich würde sofort dorthin ziehen, wenn ich könnte.“ Anwalt Senger kommentierte: „Auch ich würde gerne dorthin. Ich denke, an einem Ort wie South Dakota funktioniert Online-Propaganda nicht. Man braucht nur ein paar örtliche Restaurants zu besuchen und mit den Leuten dort zu sprechen. Man erkennt sofort, dass hier wirklich niemand eine Sperre will. Problem gelöst.“ „Nicht Covid hat die Wirtschaft zerstört, sondern die Regierung!“, erklärte Kristi Noem am 27. Februar 2021 in einer Rede bei der Conservative Political Action Conference (CPAC), einer alljährlichen Konferenz mit konservativen Aktivisten und Volksvertretern aus den ganzen USA. „Fauci hatte mir prophezeit, dass ich über 10.000 Menschen an einem Tag im Krankenhaus haben werde, wenn ich keinen Lockdown mache. An unserem schlimmsten Tag hatten wir knapp über 600! Ich weiß ja nicht, ob Sie mit mir übereinstimmen, aber Fauci hat sehr oft falsch gelegen!" (8) Anders verfuhr North Dakota. Dort galten strikte Maßnahmen, spätestens in der sogenannten „zweiten Welle“. Seit 13. November herrscht Maskenzwang. Geschäfte mussten schließen. Für Bars und Restaurants galten fortan Kapazitätsgrenzen. Was nützte es? Die Infektionsraten entwickelten sich in den beiden Nachbarstaaten North und South Dakota nahezu deckungsgleich, sowohl im Zeitverlauf als auch in absoluten Zahlen. Im Norden lagen sie sogar etwas höher. Im November 2020 registrierte ausgerechnet North Dakota die höchste Inzidenz weltweit. Mitte März 2021 meldete North Dakota unter allen 50 US-Bundesstaaten die höchste Fallzahl, nämlich weit über 13.000 pro 100.000 Einwohner. (9) Bei den Todesraten herrschte nahezu Gleichstand. Mitte März lag die Infektionssterblichkeit (IFR) – der Anteil derer, die pro 100.000 Einwohner eine Ansteckung nicht überleben – in North Dakota bei 0,17 %, in South Dakota bei 0,18 %. (10) Bei 758.000 Einwohnern registrierte North Dakota ab Pandemiebeginn bis 14. März 1488 Todesfälle; im selben Zeitraum verstarben in South Dakota von 865.000 Einwohnern 1909. (11) Dieser Unterschied ist zumindest eines nicht: hochsignifikant. War er es wert, North Dakota nach Xi-Jinping-Rezept zu drangsalieren? Einen Tag nach ihrer aufsehenerregenden Ansprache trat die Gouverneurin gemeinsam mit Anthony Fauci im CBS-Programm „Face the Nation“ auf, einer wöchentlichen Nachrichtensendung, die im Schnitt 3,5 Millionen US-Bürger erreicht. Noems Rede bezeichnete der medizinische Chefberater des Weißen Hauses als „unglücklich“ und „wenig hilfreich“. Manchmal glaube man richtig zu liegen, aber dann sehe man die Zahlen. Die Zahlen würden nicht lügen. Er sei sicher, dass man auch stehenden Applaus hätte bekommen können, wenn man sagte, dass man sich geirrt habe. (12) Dann trat Kristi Noem auf. Von der Moderatorin Margaret Brennan auf South Dakotas angeblich hohe Sterbezahlen angesprochen, erwiderte sie, dass lockdownfreudige Bundesstaaten wie New York und Kalifornien keine niedrigeren Todesraten aufweisen. Sie ziehe es vor, den Bürgern die freie Entscheidung zu überlassen. Die Moderatorin hakte nach: Wie könne Noem als Konservative eine Politik verfolgen, die wenig Rücksicht auf Leben nehme? Das müsse man eher die anderen Gouverneure fragen, so konterte Noem. Im übrigen müsse man die Kosten für die Wirtschaft mitberücksichtigen. (13) Zumindest in Sioux Falls, mit 175.000 Einwohnern die größte Stadt in South Dakota, galt die Maskenpflicht noch zwei Wochen länger als anderswo. Doch am 12. März entschied der Stadtrat, sie auch dort nicht mehr zu verlängern. Ausschlaggebend war der aufsehenerregende Fall eines neunjährigen Mädchens, das Opfer üblen Mobbings geworden war, weil sie keinen Gesichtslappen trug. „Erst nannten sie mich ein Arschloch und sagten, meine Eltern kümmern sich nicht um mich“, erzählte es Reportern. „Dann beschimpften sie mich als dumm und blöd. Meine Schulbibliothekarin lässt mich nicht in der Bücherei sitzen, während andere, die eine Maske haben, reindürfen.“ Wegen Corona habe sie viele Freunde verloren. „Mit diesem Maskenmandat“, so sagte die Mutter, „fühlen sich die Leute berechtigt, sich für etwas Besseres zu halten als andere Menschen, auf uns herabzusehen und uns zu schikanieren – bloß weil wir eine andere Entscheidung getroffen haben, indem wir uns einfach um die geistige und körperliche Gesundheit unserer Familie kümmern". (14) Neue Hoffnung und Freiheit in Georgia Ähnlich wie Kristi Noem erging es Brian Kemp aus Georgia, der als erster Gouverneur den Lockdown eines US-Bundesstaates beendet hatte. Bereits seit dem 24. April 2020 dürfen dort Friseure, Tattoostudios, Bowlingbahnen und Massagesalons – mit Auflagen – wieder Kunden bedienen. Seit dem 27. April auch Restaurants. Und das, obwohl die regionalen Fallzahlen zu jenem Zeitpunkt ihren Höhepunkt gerade erst erreicht hatten. Im Juli 2020 verbot der Gouverneur seinen Bürgermeistern sogar, in ihren Kommunen eine Maskenpflicht einzuführen. Ein Sturm der Entrüstung fegte daraufhin durch Amerikas Medienlandschaft. „Georgias Experiment opfert Menschenleben“, schrieb The Atlantic; der ganze Bundesstaat werde sich in eine riesige Leichenhalle verwandeln. Die befürchtete Apokalypse ist trotzdem ausgeblieben. Bei den Todesfällen pro Kopf liegt Georgia unter dem nationalen Durchschnitt. Die Sterberate ist in den zwei Monaten nach der Wiedereröffnung sogar gesunken, stieg im August wieder an und liegt nun auf dem durchschnittlichen Niveau von 2014 bis 2019. Drei Viertel der sogenannten Covid-19-Opfer sind 65 Jahre oder älter, nur 3 % unter 40 Jahren. Ein Drittel starb in Pflegeheimen. Das Durchschnittsalter der Todesfälle liegt bei 74 Jahren. Bei fünf von sieben betroffenen Kindern lagen schwere Komorbiditäten vor. „Mit anderen Worten, alles ganz typisch für dieses Virus. Weder die Abriegelung noch die Öffnung wirkten sich in die eine oder andere Richtung aus, was eine ernsthafte Rüge für all die Staaten darstellt, die sich einbildeten, ihre Quarantänen, Schließungen und Ausgangssperren könnten ein Virus irgendwie einschüchtern. Auch widerlegt es die hysterischen Vorhersagen der Medien“, so kommentierte Jeffrey A. Tucker, Direktor des American Institute for Economic Research, Ende 2020 nach einer dreitägigen Studienreise durch Georgia. „In jeder Hinsicht hat Georgia allen Katastrophenprognosen getrotzt. Es ist nie passiert.“ Währenddessen „brummt die Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,7 % deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Ein Anstieg im November 2020 ist auf eine Rekordzahl von Menschen zurückzuführen, die wieder in den Arbeitsmarkt drängten. Die Zahl der Arbeitskräfte in Georgia liegt derzeit bei einem Rekordhoch von 5,17 Millionen. All die Unternehmen, die sich in den letzten 10 Jahren in Atlanta angesiedelt haben, können sich bestätigt fühlen - sie haben die richtige Wahl getroffen.“ Hoffnung und Freiheit, die „alte Normalität“ kehrte zurück. „Drei Tage in Georgia zu verbringen, war eine glorreiche Erinnerung an das gute Leben. Die Restaurants und Bars sind voll, die Menschen gehen einkaufen und verbringen Zeit miteinander, überall gibt es Händeschütteln und Umarmungen. Die Kinos sind geöffnet. Die Bürogebäude sind wieder voll besetzt. Man kann sogar zu einem Festtagskonzert in der Symphoniehalle gehen. Die Ferien sind nicht ausgefallen“, so berichtet Tucker. „Am bemerkenswertesten ist die Abwesenheit der reumütigen Verzweiflung, die man an jedem öffentlichen Ort im abgeriegelten Nordosten beobachten kann. Dort sind die Menschen immer noch in grimmige Lumpen mit Gesichtsschutz gekleidet, brüllen sich gegenseitig an, sich zu maskieren, oder verstecken sich zu Hause in Angst vor etwas, das sie nicht sehen können. Traurigkeit ist an solchen Orten überall zu sehen.“ „Hier sieht man tatsächliches Glück“ „In Georgia sieht man tatsächliches Glück: Lächeln auf den Gesichtern und leichte Gespräche über etwas anderes als das Virus. Das Aussehen und die Atmosphäre des Ortes, mit geschäftigen Einkaufsvierteln und Urlaubsfreude überall, hat mich absolut überrascht. Allein die Tatsache, dass ich mich ein paar Tage in dieser Umgebung aufhielt, hob meine eigene Stimmung ins Unermessliche.“ „Während meines Besuchs in Georgia empfand ich unbeschreibliche Freude, als ich wie ein normaler Mensch an einer Bar saß. Ich fragte die Barkeeperin, wie es für sie sei, zu arbeiten und nicht eingesperrt zu sein. Daraufhin hielt sie einen eloquenten Monolog über den Wert der Arbeit. Sie erklärte, dass sie zuvor nicht verstanden habe, wie wichtig es ist, in einer Arbeitsumgebung für andere wertvoll zu sein. Sie liebt ihre Kunden und es erfüllt ihr Herz mit Freude, sie zu bedienen. All die Monate der Schließung - ihre Bar öffnete vorsichtiger als die meisten anderen - hatten sie fast zur Verzweiflung getrieben.“ „Mein Gespräch mit ihr war ähnlich wie so viele andere in zwei Städten in Georgia. Die Menschen sind dankbar, in einem Staat zu leben, in dem Freiheit eine Rolle spielt, in dem man seinen Lebensunterhalt verdienen kann, in dem man selbst entscheiden kann, welches Risiko man eingehen will, in dem die Regierung die Rechte und die Intelligenz der Menschen mehr oder weniger respektiert. Und wenn Sie daran zweifeln, dass dies der richtige Weg ist: Die Beweise dafür sind da, für jeden, der bereit ist, hinzuschauen.“ „Die ‚Gesundheitsbeamten‘ und Medienkläffer haben alle gewarnt, dass Georgia ein Selbstmordkommando sei, als es im April 2020 eröffnet wurde. Jetzt sehen wir das Gegenteil, einen Staat, der mit Leben und Optimismus erfüllt ist. Der Gouverneur trotzte nicht nur den Medien und den lockdownfreudigen Intellektuellen, sondern sogar dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Georgia steht nun als ein wunderschönes Ausstellungsstück dafür, was passiert, wenn die Regierung es ablehnt, Menschen im Namen der Viruskontrolle zu foltern.“ In Florida scheint wieder die Sonne Anders als Kalifornien, das ein besonders strenges Hygieneregime durchsetzte, entschied sich Florida frühzeitig für einen „schwedischen“ Weg. Schon von der ersten Maiwoche 2020 begann sich der Sunshine State Schritt für Schritt wieder zu „öffnen“; vom Juni an ließ Gouverneur Ron DeSantis jegliche geschäftlichen Tätigkeiten wieder zu, wenn auch mit Auflagen. Im August nach den Sommerferien öffneten alle Schulen Floridas wieder, an fünf Tagen boten sie vollen Unterricht – ungeachtet einer Klage der größten Lehrergewerkschaft. Für Kinder bestehe ein äußerst geringes Risiko, erklärte DeSantis. Am 28. September 2020 hob Florida so gut wie alle Restriktionen auf. Bars, Kinos, Freizeitparks wie Disneyland, ja sogar Stripclubs — alles offen, weitgehend ohne Kapazitätseinschränkungen, bei Beachtung von eher geringfügigen Hygieneregeln. Selbst Großveranstaltungen waren wieder erlaubt. Twitter- und YouTube-Videos aus Miami, St. Petersburg und Disneyworld zeigen Abertausende von Menschen, die in der Silvesternacht dicht an dicht, unmaskiert und ausgelassen das Neue Jahr willkommen heißen. (15) Brach über den Bundesstaat daraufhin die Apokalypse herein? Weder die Neuinfektionen noch die Hospitalisationen noch die Covid-Opfer nahmen seither überdurchschnittlich zu; bei allen Parametern liegt Florida im US-Mittelfeld. Im Vergleich zu Kalifornien schnitt es erheblich besser ab. Mitte März 2021 verzeichnete Kalifornien die mit Abstand höchste Fallzahl aller US-Bundesstaaten: über 3,6 Millionen (16) – womit seine eigens aufgebaute „Kontaktverfolgungs-Armee“ von 20.000 Freiwilligen wenigstens reichlich zu tun bekam. 9,2 % der kalifornischen Bevölkerung waren bis dahin positiv getestet worden; in Florida waren es 9,5 %. Lohnte sich in Sacramento, in San Francisco, in Los Angeles für diese Differenz ein monatelanger, hochdestruktiver Hygieneterror – zumal bei weit über 90 % aller Menschen, die ein nie validierter PCR-Test zum „Fall“ stempelt, von einer ernsten Erkrankung keine Rede sein kann? Steigende Fallzahlen führte Gouverneur DeSantis wiederholt auf häufigere Tests zurück. Keinesfalls werde er wieder „schließen“. (17) Auch weigerte er sich, das Maskentragen verpflichtend zu machen. (18) Vielmehr untersagte er lokalen Behörden, Maskenzwang anzuordnen. (19) Zwischenzeitliche Einschränkungen – etwa das Sperren von Stränden oder ein Versammlungsverbot für mehr als 50 Personen (20) – galten in Florida nur örtlich begrenzt und eng befristet. Am 25. September 2020 hob DeSantis alle staatlichen Beschränkungen für die Wirtschaft zur COVID-19-Eindämmung auf. Dies betraf vor allem Kneipen und Restaurants, die nun wieder mit voller Kapazität öffnen konnten. Gleichzeitig untersagte er es lokalen Behörden, Bußgelder für das Nichttragen von Masken zu verhängen. Zur Begründung hieß es, dass die Hospitalisierungen von Corona-Patienten, seit sie ihren Höhepunkt erreicht hatten, um 76 % zurückgegangen seien. Es gebe keine Anzeichen für eine zweite Welle, und selbst wenn eine käme, seien die Krankenhäuser vorbereitet. (21) „Hier in Florida ist praktisch alles auf“, so schrieb mir ein Einheimischer Mitte März, nachdem er meinen Artikel im Web entdeckt hatte. „Und die Zahlen fallen trotzdem. Auch wenn erst wenige geimpft sind. Händeringend fordern Dr. Fauci und die neue Administration, Restaurants usw. zu schließen. (…) Zur Zeit ist hier Springbreak, Frühjahrsferien. Hundertausende Jugendliche tummeln sich an den Stränden.“ „Letztlich haben alle haben auf unterschiedliche Weise dasselbe erreicht“, so kommentiert ein Twitter-User die nachfolgende Vergleichsgrafik für drei US-Bundesstaaten. „Einige hielten Schulen offen und einige schlossen sie. Einige hielten Geschäfte offen und einige schlossen sie. Manche brauchten Masken und manche nicht. (…) Der Unterschied besteht darin, ob man sich entschieden, zu den Kosten auch noch wirtschaftliche und soziale Verwüstung hinzuzufügen.“ (22) Schon im Mai 2020 hatte eine Studie der US-Bank J.P. Morgan machgewiesen, dass in vielen US-Bundesstaaten – darunter Alabama, Wisconsin, Colorado, Iowa, Wyoming und Mississippi – die ominöse Reproduktionsrate R abnahm, nachdem die Frühjahr-Lockdowns aufgehoben wurden. Die Autoren schlossen daraus, dass das Virus "wahrscheinlich seine eigene Dynamik hat", die "nichts mit den oft inkonsistenten Abriegelungsmaßnahmen zu tun hat". (23) Weitere Gouverneure werden zu bekennenden „Neandertalern“ Am 3. März 2021 kündigte Texas an, sämtliche Corona-Maßnahmen aufzuheben. (24) Die Zeit für Einschränkungen sei vorbei, verkündete der republikanische Gouverneur Greg Abbott. Die Maskenpflicht hob er ebenso auf wie Kapazitätsgrenzen für Restaurants und andere Unternehmen. "Das muss ein Ende haben. Jetzt ist die Zeit, Texas hundertprozentig zu öffnen. Jeder, der arbeiten möchte, sollte diese Möglichkeit haben. Jedes Geschäft, das geöffnet sein möchte, sollte geöffnet sein. Ich beende die Maskenpflicht im gesamten Bundesstaat." Dem widersetzte sich der Bürgermeister von Austin, Steve Adler. In seiner Stadt werde er die Maskenpflicht beibehalten. (25) Der Attorney General von Texas reichte dagegen umgehend Klage ein. (26) Abbotts bemerkenswerte Fernsehansprache verfolgte US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus live mit. Ein Kamerateam filmte ihn dabei. Durch eine akkurat sitzende schwarze Mund-Nasen-Bedeckung hindurch hörte man ihn murmeln: „Bedenklich, bedenklich, bedenklich … Ich denke, das ist ein großer Fehler … Das Allerletzte, was wir brauchen, ist diese Neandertaler-Denkweise, dass in der Zwischenzeit alles in Ordnung ist und man die Maske abnehmen könne. Vergessen Sie es. Sie ist immer noch wichtig.“ Wer brieft eigentlich diesen Mann – und enthält ihm dabei penetrant vor, dass Schweden durchaus nicht im Neandertal liegt? Es sei „sehr wichtig, auf die Wissenschaftler zu hören“, erklärte Biden. Er wisse, dass die Reporter dies wüssten; er wünsche, dass alle gewählten Amtsträger ähnlich klug seien. (27) Seither ahnt Amerika, bei welchen Wissenschaftlern Biden lieber weghört. In einem Interview auf Fox News konterte der Gescholtene prompt: Die Aufhebung der Maskenpflicht mache keinen großen Unterschied mehr, da Texaner gelernt hätten, sich verantwortungsbewusst zu verhalten. (28) Noch am selben Tag folgte Mississippi dem texanischen Beispiel. Ohne Stufenplan. Ohne Tests. Ohne Bedingungen. Da man nun Impfstoffe habe, ende die Zeit, wo die Regierung den Bürgern erzähle, was sie tun oder lassen sollten, so verkündete Gouverneur Tate Reeves. (29) Einen Tag später, am 4. März, kündigte der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine an: Er werde alle Corona-Maßnahmen aufheben, sobald die Fallzahlen über zwei Wochen auf höchstens fünfzig neue „Fälle“ je hunderttausend Einwohner fallen. (30) Am 5. März gab der Kongress von Utah, bis dahin ähnlich paralytisch wie der Deutsche Bundestag, ein unverhofftes Lebenszeichen von sich. Es schränkte die Rechte des Gouverneurs in einem Notstand ein und beschloss, die Maskenpflicht zu beenden. Der frischgewählte Amtsinhaber, Spencer Cox, drückte Zustimmung aus. Durch die zunehmenden Impfungen würden derartige Regelungen überflüssig werden, selbst wenn man noch nicht alle Bürger impfen könne. (31) Eine Woche später, am 11. März, einigte sich Cox mit dem Kongress von Utah darauf, dass die Maskenpflicht zum 10. April ausläuft. (32) Bei einer anschließenden Pressekonferenz forderte Cox die Bürger auf, sich danach „nicht wie Narren“ zu verhalten. (33) Wyoming folgte am 8. März. Gouverneur Mark Gordon teilte mit, in der darauffolgenden Woche werde die Maskenpflicht aufgehoben. Kneipen, Restaurants, Kinos und Sportstudios würden ab den 16. März wieder zum normalen Betrieb ohne Kapazitätsgrenzen zurückkehren. (34) Was Merkel und Söder wohl als „Öffnungsorgien“ bezeichnen würden, liegt in den USA voll im demoskopischen Trend. Nach einer von CNN Anfang März durchgeführten Umfrage glauben inzwischen 77 % der US-Amerikaner, das Schlimmste der Pandemie sei überwunden – auch wenn 30 % davon ausgehen, dass die negativen Auswirkungen noch längere Zeit anhalten werden. (35) Trotzdem kündigte Präsident Biden am 11. März an, landesweit könnten Einschränkungen wieder eingeführt werden, falls sich nicht alle Amerikaner an das Maskengebot halten. Floridas Gouverneur DeSantis konterte: Er finde es verrückt, mögliche erneute Corona-Repressionen auch nur zu erwägen. Florida werde einen Lockdown keinesfalls mehr mitmachen. (36) Inzwischen steht fest, dass die Sterberate in den Vereinigten Staaten im Pandemiejahr 2020 nicht einmal ein Zehntel Prozent vom Niveau der drei Vorjahre abweicht. Seit 2017 liegt sie konstant bei 0,9 %. (37) „Seid keine Feiglinge!“ Ihren eigenen Beitrag, um die Krise zu beenden, hat unterdessen die US-Country-Ikone Dolly Parton geleistet. Auf Twitter teilte sie ein vierminütiges Video, das sie bei einem Termin in einer Klinik in Tennessee zeigt. (38) Dort ließ sich die 75-Jährige am 2. März mit dem mRNA-Impfstoff von Moderna impfen, dessen Entwicklung sie mit einer Spende von einer Million US-Dollar unterstützt hatte. Sie sei „total begeistert“. Bestens gelaunt forderte sie ihre Fans auf, es ihr gleichzutun: "Ein Pieks in den Arm und schon sind wir ein Stück näher an der Normalität, was auch immer das ist", schwärmte die wie auch immer abnormal vollbusige Parton. Dazu performte sie ihren größten Hit "Jolene" mit leicht verändertem Text: "Vaccine. I'm begging of you please don't hesitate!" ("Impfstoff. Ich flehe euch an, zögert nicht!") (39) "Alle Feiglinge sollten sich ein Herz fassen und sich spritzen lassen." Na denn, auf zur Mutprobe! Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) "Governor pushes schools to remain open, disparages masks", AP News 28.7.2020, https://apnews.com/article/sioux-falls-school-boards-south-dakota-kristi-noem-virus-outbreak-faedb1d1cb9faf7ac2046391466f461a (2) "South Dakota governor uses coronavirus relief funds for $5 million tourism ad despite COVID surge", https://www.cbsnews.com/news/kristi-noem-south-dakota-coronavirus-relief-funds-tourism/ (3) "Noem says South Dakota is doing 'good' as virus surges", AP News 22.10.2020, https://apnews.com/article/virus-outbreak-health-south-dakota-f967a1a56b798f43ae0d2be971b27b39; https://web.archive.org/web/20201116193231/https:/apnews.com/article/virus-outbreak-health-south-dakota-f967a1a56b798f43ae0d2be971b27b39. (4) Zit. nach https://www.nbcnews.com/health/health-news/north-dakota-south-dakota-set-global-covid-records-how-did-n1257004 (5) https://twitter.com/MichaelPSenger/status/1292880368987709447; https://www.tabletmag.com/sections/news/articles/china-covid-lockdown-propaganda; https://laptrinhx.com/researcher-suggests-deliberate-chinese-propaganda-campaign-forced-world-into-lockdown-117462256/ (6) "Noem blames surge in cases on testing as hospitals fill", AP News 13.10.2020, https://apnews.com/article/virus-outbreak-health-sioux-falls-south-dakota-5d28c62f4b7c7cb51e764f3ecb4e1cb5; https://web.archive.org/web/20201116193330/https:/apnews.com/article/virus-outbreak-health-sioux-falls-south-dakota-5d28c62f4b7c7cb51e764f3ecb4e1cb5 (7) Erin Snodgrass: „South Dakota Governor says COVID-19 response better than 'virtually every other state,' despite having overall second-highest rate of cases“, Business Insider 3.2.2021, https://www.businessinsider.com/south-dakota-governor-virus-response-better-than-every-other-state-despite-conflicting-numbers-2021-2?amp. (8) https://www.youtube.com/watch?v=bcBrfyFuIEw&feature=youtu.be; "Kristi Noem CPAC 2021 Speech Transcript", https://www.rev.com/blog/transcripts/kristi-noem-cpac-2021-speech-transcript (9) https://www.statista.com/statistics/1109004/coronavirus-covid19-cases-rate-us-americans-by-state/, abgerufen am 13.3.2021. (10) Nach https://www.nytimes.com/interactive/2020/us/north-dakota-coronavirus-cases.html, abgerufen am 14.3.2021. (11) https://www.nytimes.com/interactive/2020/us/north-dakota-coronavirus-cases.html, abgerufen am 14.3.2021. (12) Quint Forgey: „Fauci on CPAC speech: ‘I'm sure that you can get a standing ovation by saying I'm wrong’“, Politico 28.2.2021, https://www.politico.com/amp/news/2021/02/28/fauci-covid-noem-cpac-471858 (13) Transcript: Governor Kristi Noem on "Face the Nation", CBS News 28.2.2021, https://www.cbsnews.com/amp/news/transcript-gov-kristi-noem-on-face-the-nation-february-28-2021/ (14) Gustaf Kilander: „South Dakota city drops mask mandate after 9-year-old girl said she was ‘bullied’ at school“, The Independent vom 12.3.2021, https://www.independent.co.uk/news/world/americas/south-dakota-mask-mandate-b1816442.html?amp (15) https://twitter.com/i/status/1345092863089061890; https://twitter.com/i/status/1345083105875472384; https://www.youtube.com/watch?v=gmW5Ledweqo; https://www.youtube.com/watch?v=lkETxG2LgvM (16) Nach https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1106292/umfrage/fallzahl-des-cornavirus-covid-19-in-den-usa-nach-bundesstaat/, abgerufen am 14.3.2021. (17) Emma Newburger, Florida and Texas report record surge of new coronavirus cases over Fourth of July weekend, CNBC vom 4. Juli 2020. (18) Emma Newburger, Florida reports more than 15,000 new coronavirus cases, shattering record, CNBC vom 12. Juli 2020; Eliott C. McLaughlin/Christina Maxouris, Florida reports more than 12,000 new Covid-19 cases, again, as governor declines to mandate masks, CNN vom 19.7.2020. (19) James Crump, Florida governor accused of ‘killing spree’ after extending ban on cities from imposing own mask mandates, The Independent vom 27.11.2020. (20) Vandana Rambaran, Coronavirus spike forces Miami to close beaches for July 4 weekend, Fox News vom 27. Juni 2020; Kelly McCleary/Melissa Alonso/Susannah Cullinane, Miami and Fort Lauderdale beaches closing for Fourth of July amid coronavirus concerns, CNN vom 28. Juni 2020. (21) Greg Allen, Florida's Governor Lifts All COVID-19 Restrictions On Businesses Statewide, NPR vom 25. September 2020. (22) https://twitter.com/yinonw/status/1348810832189255680 (23) https://www.dailymail.co.uk/news/article-8347635/Lockdowns-failed-alter-course-pandemic-JP-Morgan-study-claims.html; https://www.foxbusiness.com/markets/coronavirus-infections-decline-after-ropening-data-jp-morgan; https://www.stern.de/wirtschaft/lockdown-kostet-viel-und-bringt-wenig---so-eine-studie-von-jp-morgan-9274848.html (24) https://www.n-tv.de/panorama/Texas-und-Mississippi-beenden-Corona-Massnahmen-article22397910.html; Tim Fitzsimons, Texas and Mississippi to lift mask mandates and roll back Covid restrictions, NBC News vom 2. März 2021. (25) John Bowden, Texas AG demands Austin drop mask mandate or face legal action, The Hill vom 10. März 2021. (26) Christina Maxouris/Jason Hanna/Amir Vera, Texas attorney general files lawsuit against Austin leaders over mask requirement, CNN vom 11. März 2021. (27) Will Feuer, President Joe Biden slams governors for lifting mask mandates, calls it 'Neanderthal thinking', CNBC vom 3. März 2021. (28) Quint Forgey, Abbott: Texas mask mandate rollback ‘isn’t going to make that big of a change’, Politico vom 4. März 2021. (29) Tim Fitzsimons, Texas and Mississippi to lift mask mandates and roll back Covid restrictions, NBC News vom 2. März 2021. (30) Randy Ludlow/Jackie Borchardt, Ohio will end coronavirus health orders when cases dip, Gov. Mike DeWine says, cincinnati.com vom 4. März 2021. (31) Katie McKellar, 2021 Utah Legislature wrapped: Lawmakers exert control over COVID-19 restrictions, Deseret News vom 6. März 2021. (32) Bryan Schott, How the governor and lawmakers settled on April 10 to lift the statewide mask mandate, Salt Lake Tribune vom 11. März 2021. (33) Taylor Stevens, Gov. Spencer Cox urges Utahns to not ‘make a fool of yourself’ when statewide mask mandate ends, Salt Lake Tribune vom 11. März 2021, https://www.sltrib.com/news/politics/2021/03/11/gov-spencer-cox-urges/ (34) Morgan Hughes, Wyoming will lift mask mandate next week, Casper Star-Tribune vom 8. März 2021. (35) Jennifer Agiesta, CNN Poll: One year into the coronavirus pandemic, most Americans say the worst has passed, CNN vom 11. März 2021, https://amp.cnn.com/cnn/2021/03/11/politics/cnn-poll-coronavirus-pandemic-vaccine/index.html (36) Cameron Jenkins, DeSantis to Biden: Thought of reinstating COVID-19 restrictions ‘insane‘, The Hill vom 12. März 2021. (37) Nach DCD-Census vom 30.12.2020, https://www.cdc.cov/nchs/nvss/vsrr/provisional-tables.htm, https://www.cdc.cov/nchs/nvss/vsrr/covid19/index.htm (38) https://twitter.com/dollyparton?lang=de, Post vom 2. März 2021. (39) https://www.stern.de/lifestyle/leute/dolly-parton--country-star-mit--eigenem--impfstoff-versorgt-30409902.html?utm_campaign=alle-nachrichten&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard

  • „Wir hätten Tausende gerettet“

    Eine Stiftung namens „Auswege“ verbreitet das ungeheuerliche Gerücht: Wenn sie sich um alle echten unter den angeblich 75.000 deutschen Corona-Opfern rechtzeitig hätte kümmern dürfen – sie hätte über 80 % gerettet. Wie kommt sie bloß auf diese haarsträubenden Fake News? Inzwischen sollen rund 75.000 Deutsche „an oder mit“ Covid-19 verstorben sein, so meldet das Robert-Koch-Institut. „Gesetzt der Fall, bei ihnen allen würde es sich um echte ‚Corona-Tote‘ handeln“, sagt der „Auswege“-Gründer Harald Wiesendanger. „Dann läge ihre Anzahl wohl um mehrere Zehntausend niedriger, wenn unsere Stiftung hätte entscheiden dürfen, wie Patienten mit schweren Covid-Verläufen zu behandeln sind. Auch unkonventionelle Medizin erspart niemandem den letztendlichen Tod. Zumindest würde sie aber viele davor bewahren, einer SARS-CoV-2-Infektion zu erliegen. Allein mit bewährten Mitteln der Natur- und Erfahrungsheilkunde wären vier von fünf Betroffenen zu retten gewesen – ohne Impfstoffe.“ Diese Schätzung ergibt sich der Stiftung Auswege zufolge aus einer Vielzahl von Studien darüber, wie sich die frühzeitige Gabe von Mikronährstoffen auf eine Covid-19-Erkrankung auswirkt. Vitamine und Spurenelemente unterstützen und verbessern die Immunantwort erheblich. Mangelt es daran, so werden schwere Covid-19-Verläufe mit tödlichem Ausgang viel wahrscheinlicher. Beispielsweise liegen die Sterberaten höher in Ländern, deren Bevölkerung im Schnitt einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel aufweist. Auf diesen Zusammenhang stieß ein Forscherteam der Northwestern University in Evanston, Illinois, bereits im April 2020, als es Patientendaten aus zehn Ländern auswertete, darunter auch Deutschland. Der jüngsten Nationalen Verzehrstudie II zufolge liegt bei 85 % der Deutschen ein Vitamin-D-Mangel vor. (1) Wie effektiv Vitamin D bei Covid-19 hilft, hat sich mittlerweile in 41 Studien erwiesen, in denen 359 Wissenschaftler zusammengerechnet über 6700 Patienten einbezogen. (2) Bei bereits hospitalisierten Covid-19-Patienten senkt hochdosiertes Vitamin D, mit rund 100‘000 Einheiten pro Tag, das Risiko einer Intensivbehandlung um 96 %, die Mortalität um 80 bis 89 %. In einer spanischen Studie mit stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten musste ohne Vitamin-D-Gaben jeder Zweite auf die Intensivstation, aber nur 2 % der Vitamin-D-Behandelten. Eine weitere spanische Studie mit 930 Covid-Patienten im Krankenhaus ergab, dass hochdosiertes Vitamin D3 die Aufnahme auf der Intensivstation um 82 % und die Mortalität um 64 % senkt. Nachdem ein Mitglied des englischen Parlaments, David Davis, davon erfahren hatte, twitterte er: „Die Ergebnisse dieser großen, gut durchgeführten Studie sollten dazu führen, dass diese Therapie jedem COVID-Patienten in jedem Krankenhaus in den gemäßigten Breiten verabreicht wird. (…) Da die Studie einen eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen Vitamin D und der COVID-Mortalität aufzeigt, sollte die Regierung die Dosis und Verfügbarkeit von kostenlosem Vitamin D für alle gefährdeten Gruppen erhöhen. Diese Ansätze werden viele Tausende von Leben retten. Sie sind überfällig und sollten sofort in Angriff genommen werden" – nicht nur im Vereinigten Königreich. Im Frühjahr 2020 ergab eine Studie an hochbetagten Bewohnern eines französischen Pflegeheims, die an Covid-19 erkrankt waren: Von jenen, die einmalig hochdosiertes Vitamin-D erhielten, überlebten 82,5 % - gegenüber 44,4 % in der Vergleichsgruppe ohne entsprechende Vitamin-D-Gabe. Darüber hinaus unterschätzen Schulmediziner die Bedeutung von Mineralstoffen für die körpereigene Immunabwehr. Gaben von Zink, zusammen mit frühzeitig eingesetztem und richtig dosiertem Hydoxychloroquin/HCQ, lassen US-Ärzten zufolge die Rate der Hospitalisierungen um 84 % zurückgehen. Bei Covid-19-Patienten, die schon in einer Klinik liegen, erhöhen tiefe Plasma-Zink-Werte, unter 50 mcg/dl, das Sterberisiko um 130 %. Andererseits senkt hochdosiertes Zink bei ihnen die Todesrate um 45 %. Binnen acht bis zwölf Stunden bessert sich ihr Zustand ganz erheblich, Symptome wie Atembeschwerden gehen rasch zurück. International bewährt hat sich ein Behandlungsprokoll, das täglich 75 bis 150 mg Zink vorsieht; denn Zink hemmt bei SARS-CoV-2 die Aktivität des Enzyms PNA-Polymerase, somit die Replikation des Virus. Darüber hinaus haben sich in der Anfangsphase von Covid-19 1000 mg Vitamin C und 5000 Einheiten Vitamin D als hochwirksam erwiesen. (3) Übertragen auf Deutschlands offizielle Corona-Statistik, ergibt sich daraus: Allein ein bisschen Naturheilkunde, beschränkt auf Zink und Vitamin D, hätte die Anzahl der „Covid-19-Todesfälle“ , soweit sie stimmt, auf wenige tausend senken können. Noch weitaus niedriger läge diese Zahl, wenn die Bevölkerung ihr Gesundheitsverhalten konsequent daran ausrichten würde, was die sogenannte „alternative“ Medizin darüber weiß, wie man Infektionskrankheiten vorbeugt. Mit den Milliarden, die in Entwicklung, Ankauf und Einsatz von unerprobten, nebenwirkungsreichen Impfstoffen geflossen sind, hätte verantwortungsvolle Politik besser eine Aufklärungskampagne zum Thema „Wie stärken wir unser Immunsystem?“ finanziert. Der Pandemie hätte sie ihren Schrecken nehmen können – was schrecklich bloß für Impfstoffhersteller gewesen wäre. Näheres im KLARTEXT „Wie Phönix unter der Asche“. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Nationale Verzehrstudie II – Ergebnisbericht, Teil 1 und 2, 30.01.2008, S. 109-110, https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/NVS_Ergebnisbericht.pdf;jsessionid=8980E764BFDE7EBF615168FF3A619638.internet2831?__blob=publicationFile&v=2 (2) https://vdmeta.com/, Stand 17. Dezember 2020. (3) https://covid19criticalcare.com/; https://www.evms.edu/covid-19/covid_care_for_clinicians/; https://aapsonline.org/mccullough-protocol-3-page.pdf

  • Ein „Game Changer“, der nicht mitspielen darf

    Ein altbewährtes, preiswertes Medikament könnte SARS-CoV-2-Übertragungen weitgehend verhindern. Es könnte so gut wie jedem Covid-19-Erkrankten einen schweren Verlauf ersparen und das Leben retten. Es könnte anhaltenden Nachwirkungen einer Infektion, „Long-Covid“, zuverlässig begegnen. Seit April 2020 belegen dies über 60 Studien. Nutzlose, zerstörerische Lockdowns wären somit überflüssig, Impfkampagnen ebenfalls, eine drohende „Überlastung des Gesundheitswesens“ ausgeschlossen. Trotzdem – oder gerade deswegen – verhindern Politik, medizinisches Establishment und Leitmedien, dass dieses Medikament schleunigst zum Einsatz kommt. Das ist zumindest fahrlässig, wenn nicht verbrecherisch. Erkrankungen durch Parasitenbefall stellen für die Gesundheitssysteme reicherer Länder ein Randproblem dar. In Tropenregionen der Dritten Welt hingegen gehören sie zum Alltag. Am häufigsten treten sie im südlichen Afrika, in Südasien, in Mittel- und Südamerika auf. So hat ein Drittel der Menschheit Fadenwürmer im Körper. Ihre Eier und Larven halten sich hartnäckig in Gewässern, auf Lebensmitteln oder in Klos. Jährlich hunderten Millionen machen die üblen Folgen zu schaffen. Jeder Zehnte, auf den blutsaugende Mücken bestimmte Wurmlarven übertragen, verliert früher oder später sein Augenlicht („Flussblindheit“). Entwickeln sich die Larven in Lymphknoten, so droht eine „lymphatische Filariose“: Nach mehreren Jahren verstopfen und verhärten die Lymphgefäße; im Gewebe staut sich Lymphe, und eine „Elephantiasis“ bildet sich aus, mit abnorm angeschwollenen Körperteilen. Dass es dagegen heutzutage eine einfache, hochwirksame Therapie gibt, ist dem japanischen Mikrobiologen Satoshi Omura und seinem irischen Kollegen William Campbell zu verdanken. 1975 hatte Omura nahe eines Golfplatzes an der Südostküste von Honshu Bodenproben entnommen. In ihnen entdeckte er eine neue Bakteriengattung: Streptomyces avermitilis. Ihr Stoffwechsel produziert Nervengifte: Avermectine. Wie Omura entdeckte, können diese Wirkstoffe Fadenwürmer im Darm von Mäusen abtöten. In derselben Ausgabe der Zeitschrift, in der er 1979 diese Entdeckung publizierte, berichtete ein irischer Fachkollege, William Campbell: Avermectine befreien Rinder, Schafe, Hunde und Hühner von Wurmbefall. Campbell, Mitarbeiter in der Forschungsabteilung des Pharmariesen Merck, isolierte aus den Bakterien in Omuras Bodenproben die neurotoxischen Wirkstoffe, ermittelte ihre chemische Struktur, synthetisierte und mischte sie neu. Daraus entstand Ivermectin: ein hervorragend wirksames Antiparasitikum, das Fadenwürmern jeglicher Art im menschlichen Körper zuverlässig den Garaus macht. (Auch gegen Läuse, Milben, bestimmte Arten von Flöhen und Fliegenlarven wirkt es vorzüglich.) Dafür erhielten Omura und Campbell im Jahre 2015 den Nobelpreis für Medizin. (1) Solange Merck noch das Patent auf Ivermectin hielt, rang sich das Unternehmen zu einer noblen Geste durch: Es spendete der Dritten Welt große Mengen des Präparats. Somit ermöglichte es in den ersten zwanzig Jahren über 570 Millionen Behandlungen. Längst ist Ivermectin auch in Deutschland im Einsatz, um eine Rosacea und die Krätze zu behandeln. Diese beiden Humandiagnosen sind die einzigen, für welche das Mittel hierzulande bislang zugelassen ist. Wem ernstlich daran gelegen ist, Leid zu lindern, Leben zu retten, die Corona-Pandemie zu beenden und die Welt vor ausuferndem Hygieneterror zu retten, der sollte die Zulassung schleunigst erweitern: auf die Prävention und Behandlung von Covid-19. Ärzte-Allianz als Vorkämpfer Dafür setzt sich eine Initiative ein, die zwei herausragende, in Fachkreisen hochgeschätzte amerikanische Ärzte anführen: Dr. Paul E. Marik, Professor für Medizin und Leiter der Abteilung für Lungen- und Intensivmedizin an der Eastern Virginia Medical School in Norfolk, Virginia; und Dr. Pierre Kory, außerordentlicher Professor für Medizin und Leiter der Abteilung für Lungenheilkunde und Intensivmedizin an der University of Wisconsin School of Medicine & Public Health in Madison, Wisconsin. Bis März 2020 hatte sich um Marik und Kory eine Arbeitsgruppe aus renommierten Intensivmedizinern und Ärzten verwandter Fachgebiete gebildet, die sich den Namen „Front Line COVID-19 Critical Care Alliance“ (FLCCC) gab. Über 200 Jahre Erfahrung in Notfallmedizin bringen sie zusammengenommen mit. Was sie verband, war das Entsetzen darüber, wie wenig die Schulmedizin anfänglich für die Hauptbetroffenen der Pandemie tun konnte: für SARS-CoV-2-Infizierte in fortgeschrittenem Krankheitsstadium, die kaum noch Luft bekamen. Es schien, als hätte man keine andere Wahl, als sie möglichst rasch invasiv zu beatmen. Doch für die meisten bedeutete dieser Rettungsversuch erst recht ein Todesurteil. Über 80 % überlebten ihn nicht. (Siehe KLARTEXT „Tatort Intensivstation“.) Ausgehend von Mariks Vorarbeiten, entwickelte die FLCCC-Gruppe bis März 2020 speziell für Covid-19-Fälle im Krankenhaus eine Behandlungsformel, die sie „MATH+“ nannten. Die Buchstaben stehen für die entscheidenden Komponenten. Methylprednison (ein Korikosteroid) und Ascorbinsäure (Vitamin C) – beide intravenös in hoher Dosis verabreicht -, dämmen die Entzündungsreaktion der Lunge ein. Thiamin verbessert Sauerstoffverwertung und Energieverbrauch in den Zellen, es schützt Herz, Gehirn und Immunsystem. Heparin, ein Antikoagulans, beugt Blutgerinnseln vor bzw. löst sie auf. Das Pluszeichen verweist auf Zusätze wie das Hormon Melatonin, das Spurenelement Zink und Vitamin D3, welche die Wirkung noch verbessern. In den Krankenhäusern der FLCCC-Ärzte bewährte sich dieses Konzept von Anfang an vorzüglich. Bei rund 450 Covid-Patienten sank die Sterblichkeitsrate unter 6,1 %, wenn sie innerhalb von sechs Stunden nach Einlieferung gemäß MATH+ behandelt wurden. Die Wenigen, die nicht überleben, erlagen entweder schweren Vorerkrankungen; oder sie trafen in einem zu weit fortgeschrittenen Stadium ein. (2) Mit diesem erstaunlichen Erfolg gab sich die Initiative aber nicht zufrieden. Sie suchte nach noch besseren Behandlungsoptionen. Im Sommer 2020 wurde Mariks Allianz auf zahlreiche neue Corona-Studien aufmerksam, die sich mit Ivermectin befassten. Im April hatten Forscher der Monash University in Melbourne erstmals nachgewiesen: In Zellkulturen vermindert Ivermectin die Replikation von SARS-CoV-2 um den Faktor 5000. Innerhalb von 48 Stunden eliminiert es das Virus zu sage und schreibe 99,999 %. (3) Daraufhin setzte weltweite Forschung darüber ein, was das Antiparasitikum bei Covid-19 ausrichtet. Schon bald begannen sich verheißungsvolle Berichte zu häufen. Klinische Tests belegten übereinstimmend: Das Antiparasitikum schützt hervorragend davor, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, und verhindert, dass aus milden Verläufen schwere werden. Das bestätigte sich beim Einsatz in den Kliniken und Praxen der FLCCC-Ärzte. Und so entwickelten sie ein Konzept, das Ivermectin zur Prophylaxe und Frühbehandlung von Covid-19 empfiehlt. Zink, Vitamin C und D erhöhen die Wirksamkeit noch. Allzweckwaffe zur Vorsorge und Behandlung von Covid-19 Bis Mitte März 2021 deuteten elf Studien mit über 7000 Versuchspersonen übereinstimmend darauf hin, dass sich dank Ivermectin hochwirksam Vorsorge betreiben lässt. Durchschnittlich 89 % derer, die es prophylaktisch nutzten, konnten sich dadurch schützen. Eine Studie kam sogar auf eine Quote von 95 %. (4) Im Februar 2021 erschienen zwei größere Untersuchungen, die eindrucksvoll vor Augen führen, wie enorm medizinisches Personal, eine besonders ansteckungsgefährdete Gruppe, von Ivermectin profitieren können. In Indien genügten zwei Dosen Ivermectin, um bei 3500 Klinikbeschäftigten das Infektionsrisiko über einen Zeitraum von einem Monat um 83 % zu senken. In Argentinien reichte eine wöchentliche Dosis von 12 Milligramm aus, um 800 Gesundheitsberufler zu 100 % (!) vor einer Ansteckung zu bewahren; bei 400 weiteren lag, ohne Ivermectin, das Risiko bei 58 %. (5) In einem Krankenhaus in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, erhielten 58 von 118 Mitarbeitern jeden Monat 12 Milligramm Ivermectin. Von ihnen erkrankten nur vier an Covid-19, also knapp 7 %; unter den 60 der Kontrollgruppe waren es hingegen 44, d.h. 73,3 %. Vier von fünf Covid-Betroffenen erleben eine deutliche Besserung, wenn sie frühzeitig behandelt werden, schon wenn erste Symptome auftreten. 16 Studien mit knapp 1700 Patienten kommen dabei auf eine Erfolgsquote von durchschnittlich 79 %, vereinzelt bis zu 90 %. (6) Eine brandneue Studie des israelischen Tropenmediziners Eli Schwarz belegt: Bei Menschen, die sich das Virus bereits eingefangen haben, verkürzt Ivermectin erheblich die Infektionsphase, damit auch den Zeitraum, in dem sie für ihre Umgebung ansteckend sind. „Es hilft, Übertragungsketten zu durchbrechen.“ (7) Beginnt die Ivermectin-Therapie erst in fortgeschrittenem Stadium, ist im Schnitt immer noch bei jedem Zweiten eine Besserung zu erzielen. 19 Studien mit insgesamt knapp 6.800 Patienten ergaben im Schnitt eine Quote von 52 %, eine sogar von 64 %. (8) Ebenso hocheffektiv bekämpft Ivermectin „Long-Covid“ – hartnäckige Nachwirkungen einer überstandenen Infektion. 10 bis 30 % der Betroffenen machen sie zu schaffen. Besonders häufig klagen sie über anhaltenden Husten, leichtes Fieber, bleierne Müdigkeit oder Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Kopf-, Brust- oder Muskelschmerzen, Herzklopfen, Konzentrationsstörungen, Verdauungsprobleme, Hautausschläge und Stoffwechselsymptome. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Gesundheitsminister Jens Spahn am 19. März 2021 verängstigte der allgegenwärtige Seuchennostradamus Karl Lauterbach die Nation mit der Einschätzung, dass „Long-Covid wie ein Krankheits-Tsunami“ wirke, auch „bei den jüngeren Menschen. (…) Wir haben zum jetzigem Zeitpunkt keine gute Behandlungsmöglichkeit. Das ist keine Kleinigkeit. Das hat auch eine hohe Sterbequote auf die lange Sicht betrachtet, weil es mit einer nicht unerheblichen Erhöhung des Depressionsrisikos einhergeht und mit Suizidalidät. Somit haben wir auch bei den jüngeren Menschen eine schwere Betroffenheit.“ (9) Auch wenn Bankkaufmann Spahn zustimmend nickte: Falls der dauerbesorgte Fliegenmann nicht wider besseres Wissen lügt, weiß er nicht, wovon er palavert. Auch gegen das post-virale Syndrom hilft Ivermectin nämlich fabelhaft. In einer Studie mit 33 Long-Covid-Patienten löste sein Einsatz bei 94% der Behandelten jegliche Symptome auf. So verebbt ein Lauterbach-Tsunami in sanftem Wellengekräusel. Und selbst in besonders schlimmen Covid-Fällen erweist sich Ivermectin offenbar als geradezu spektakulär lebensrettend. Im Dezember 2020 berichtete eine französische Forschergruppe: Selbst unter Hochbetagten in Pflegeheimen, im Durchschnitt 90 Jahre alt, verhindert Ivermectin tödliche Verläufe in jedem Fall. In 17 Studien mit insgesamt rund 7.300 Patienten verringerte sich die Mortalität um bis zu 90 %, im Schnitt um 75 %. Mindestens drei von vier „Corona-Todesfällen“ könnte Ivermectin demnach verhindern. (10) Eine von der Weltgesundheitsorganisation geförderte Metaanalyse, im Januar 2021 publiziert, bestätigte diese Zahlen; zugrunde lagen ausschließlich randomisierte, kontrollierte Studien im Krankenhaus, also an bereits schwer Erkrankten. Ivermectin habe das Potenzial, eine „transformative Behandlung“ gegen Covid zu sein, äußerte sich der beeindruckte Forschungsleiter Dr. Andrew Hill von der Pharmakologischen Abteilung der Universität Liverpool. Epidemiologen wundern sich, weshalb manche afrikanische Länder eine verblüffend niedrige Corona-Inzidenz aufweisen. Mancherorts liegt sie nahe Null. Einen Hauptgrund dafür enthüllt womöglich eine Studie, die im November 2020 im International Journal of Antimicrobial Agents erschien: Kaum bis gar keine SARS-CoV-2-Infizierten weisen Länder auf, in denen Ivermectin bei 30 bis 90 % der Bevölkerung zur Prophylaxe gegen Parasiten zum Einsatz kommt. In keinem von 23 Staaten, die derart vorbeugen, waren mehr als 150 von 100.000 Einwohnern corona-testpositiv; in Burkina Faso, Tansania, Niger, Tschad und der Demokratischen Republik Kongo kamen „Fälle“ so gut wie gar nicht vor. Hingegen lagen sechs Länder ohne Ivermectin bei über 400, Libyen sogar bei weit über 700. Was macht Ivermectin zu einer derart vielversprechenden Waffe gegen Covid-19? Inzwischen sind die Wirkmechanismen weitgehend aufgeklärt. (11) Hocheffektiv hemmt es das Enzym 3Clpro, mehrere essentielle Proteine sowie die RNA-Polymerase, die alle an der Vermehrung von SARS-CoV-2 beteiligt sind. Unter Hunderten von untersuchten Molekülen bindet kaum eines besser als Ivermectin an jenen Abschnitt auf dem Spike-Protein, mit dem SARS-CoV-2 an die ACE-2-Rezeptoren menschlicher Zellen andockt. Dadurch verhindert es den Eintritt ins Zellinnere. (12) Ein Berg von Indizien Woche für Woche wächst der ohnehin stattliche Berg an Indizien pro Ivermectin. Den aktuellen Forschungsstand fasst die FLCCC-Ärzteinitiative auf 30 Seiten eindrucksvoll zusammen. Eine laufend aktualisierte Online-Datenbank (13) wies bis Mitte März 2021 nicht weniger als 72 Studien weltweit aus, 35 davon mit Peer Review – also der Begutachtung durch Fachkollegen. 46 verglichen Gruppen von Behandelten und Unbehandelten miteinander. Zusammengerechnet 15.480 Patienten nahmen teil. Ausnahmslos alle (!) Untersuchungen, darunter zwei Dutzend randomisierte und placebokontrollierte, bestätigen positive Effekte. Ebenso eindeutig pro Ivermectin sprechen mittlerweile fünf Reviews bzw. Metaanalysen, quantitativ-statistische Zusammenfassungen von Primäruntersuchungen. (14) Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Ivermectin therapeutisch unwirksam ist, liegt bei sagenhaften 1 zu 70 Trillionen. Entsprechend enthusiastisch äußert sich inzwischen der FLCCC-Vorsitzende Dr. Pierre Kory, im übrigen ein besonnener, in Fachkreisen hochgeschätzter Arzt: „Dieses Mittel wunderbar zu nennen, ist keine Übertreibung. (…) Berge von neuen Daten zeigen seinen fabelhaften Nutzen. (…) Es löscht dieses Virus praktisch aus. (…) Wenn Sie es präventiv einnehmen, werden Sie nicht krank!" Und so richteten FLCCC-Ärzte bei einer Pressekonferenz am 18. März 2021 einen flammenden Appell an „alle Regierungen dieser Welt: Setzt dieser Pandemie ein Ende, indem ihr unverzüglich die politischen Voraussetzungen dafür schafft, dass Ivermectin zur Vorbeugung und Behandlung von Covid-19 zum Einsatz kommt!“ Zehntausende „Corona-Opfer“ wären zu retten gewesen – allein in Deutschland Was bliebe demnach in Deutschland von den offiziellen Horrorzahlen übrig, wenn von Anfang mittels Ivermectin vorgesorgt und behandelt worden wäre? (Siehe die folgende Tabelle.) Statt 2,7 Millionen wären bloß 300.000 „infiziert“, d.h. positiv PCR-getestet. Hätten alle 400.000, bei denen Covid-Symptome auftraten, sogleich Ivermectin eingenommen, so wären rund 320.000 ihre Beschwerden zügig losgeworden. 45.000 der 86.000 schwerkranken Covid-Patienten hätten nicht auf die Intensivstation verlegt werden müssen. Von 75.000 „Corona-Opfern“ wären 56.000 zu retten gewesen. Diese Zahlen ergeben sich, wenn man die durchschnittlichen Besserungsquoten aller vorliegenden Studien aus der IVNMETA-Datenbank – 89 % Vorbeugung, 79 % Symptomlinderung, 52 % Besserung in schweren Covid-Fällen, 75 % weniger Tote - für jeden Einsatzbereich separat betrachtet. Tatsächlich kumulieren die verschiedenen Anwendungen jedoch. Wen Ivermectin beispielsweise vor einer Infektion bewahrt, der entwickelt erst gar keine Symptome; wem Symptome erspart bleiben, wird insbesondere unter keinen schweren leiden; wer gar nicht erst bedrohlich an Covid-19 erkrankt, muss auch nicht auf die Intensivstation; und gewiss überlebt er. Berücksichtigen wir diese Zusammenhänge, so kommen wir zu der Einschätzung: Von Pandemiebeginn an hätten in Deutschland dank Ivermectin nur etwas mehr als 9.000 Covid-Patienten intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Und weniger als 500 wären „an oder mit“ SARS-CoV-2 gestorben. Hätten sie Bundespräsident Steinmeier ausgereicht, um den 18. April zum krokodilstränenreichen Corona-Gedenktag auszurufen? 1 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html, Stand 22.3.2021. 2 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Maerz_2021/2021-03-21-de.pdf?__blob=publicationFile, Stand 22.3.2021. 3 https://ivmmeta.com/, Stand 22.3.2021. 4 https://www.fr.de/ratgeber/gesundheit/corona-ohne-symptome-so-viele-covid-infizierte-kein-husten-fieber-krankheitsanzeichen-covid-asymptomatisch-90211644.html 5 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1108578/umfrage/intensivmedizinische-versorgung-von-corona-patienten-covid-19-in-deutschland/ Eine angeblich drohende „Überlastung des Gesundheitswesens“ hätte sich somit als ein noch albernes Schreckgespenst entpuppt, als es ohnehin von Anfang an war, selbst auf den Höhepunkten der bisherigen „Wellen“. Wie unverhältnismäßig das verfassungswidrige Hygieneregime wütete, wäre noch weitaus offensichtlicher gewesen. Überstürzte Impfkampagnen auf Teufel komm raus hätten sich erübrigt, zum Verdruss all derer, die sich daran eine goldene Nase verdienen möchten. Alle bekannten Risikogruppen wären hochwirksam zu schützen und zu behandeln gewesen, ohne dem gesunden, ungefährdeten Rest der Bevölkerung irrwitzigen AHA-Terrorismus zuzumuten. Jegliche Kollateralschäden – an der Wirtschaft, am sozialen Leben, an der Psyche von Lockdown-Geschädigten – hätten vermieden werden können. Damit nicht genug der guten Nachrichten. Wie klinische Erfahrungen und eine Vielzahl von Studien zeigen, wirkt Ivermectin sogar noch erheblich besser, wenn es nicht allein verabreicht wird, sondern kombiniert mit weiteren Mitteln. Für die Prophylaxe und bei ersten Symptomen haben sich ergänzend Vitamin D3 und Zink bewährt (s. KLARTEXT „Wir hätten Tausende gerettet“), wie auch Quercetin, ein sekundärer Pflanzenstoff, und der Schleimlöser Bromhexin. In schweren Fällen von Covid-19 helfen das zu Unrecht als „giftige Chlorbleiche“ verunglimpfte Hydroxychloroquin, das Antibiotikum Azithromycin und der Entzündungshemmer Prednison. Nach fast 40-jähriger Anwendung, mit Milliarden verabreichter Dosen, muss über Risiken und Nebenwirkungen von Ivermectin nicht mehr spekuliert werden. Sie sind selten, fast immer leicht und vorübergehend. (15) Wenn gelegentlich Juckreiz, Ausschlag, geschwollene Lymphknoten, Fieber, Gelenk- und Kopfschmerzen auftreten, liegt das weniger an Ivermectin als an einer Entzündung, mit welcher der Körper auf das Absterben der Parasiten reagiert. Die Furcht vor Leberschäden ist unbegründet; weltweit fiel bisher nur eine Handvoll auf, und stets klangen sie rasch ab, auch unbehandelt. (16) Neurologische Symptome wie eine gestörte Bewegungskoordination, Benommenheit, Krampfanfälle oder Zittern fielen in drei Jahrzehnten nur in 28 Fällen auf; sie könnten von gleichzeitig eingenommenen anderen Arzneimitteln hergerührt haben, welche die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger machten. (17) Impfstoffe gegen Cholera und Tuberkulose sind die einzigen Medikamente, bei denen der Einsatz von Ivermectin kontraindiziert ist. Weil Ivermectin gegen Covid-19 womöglich in höheren Dosierungen verabreicht wird als gegen Parasiten, müssen mögliche Folgen natürlich sorgfältig beobachtet werden. Dass es nicht nur auf Würmer toxisch wirkt, sondern auch im Menschen, ist allerdings unwahrscheinlich; mit erhöhter Dosis nimmt die Verträglichkeit erfahrungsgemäß nämlich nicht ab, es häufen sich keine unerwünschten Effekte. Im übrigen: Wie schwer wiegen diese Vorbehalte, gemessen an dem monströsen Gefahrenpotenzial der experimentellen Covid-Impfstoffe, mit Abertausenden von Toten bereits im ersten Vierteljahr ihres Einsatzes? Blutungen und Thrombosen im Gehirn hat Ivermectin jedenfalls noch bei niemandem ausgelöst; tödliche Zytokinstürme sind nicht zu befürchten, eine Schädigung der natürlichen Immunität ebensowenig. (18) Trotzdem ist das Mittel in Deutschland vorerst nur für den Einsatz bei Tieren zu beziehen. Hier trägt es den Markennamen „Driponin“. In Österreich wird der Wirkstoff als „Scabioral“ verkauft, in den Niederlanden als „Soolantra“, in Frankreich als „Stromectol“. Wie viel Ivermectin in der Humanmedizin benötigt wird, hängt vom Zweck ab. Zur Vorbeugung haben sich 12 Milligramm alle zwei Wochen bewährt, zur frühzeitigen Behandlung 12 Milligramm täglich, zwei bis fünf Tage lang. In schweren Fällen betrug die in klinischen Studien verabreichte Dosis vereinzelt 28, 36, 56, ja bis zu 112 Milligramm, mit üblichen Abweichungen je nach Körpergewicht. (19) Handelsübliche Packungen enthalten 4 bis 8 Tabletten zu je 3 Milligramm; die kleine kostet bei den günstigsten Online-Apotheken zur Zeit knapp 72 Euro, die größere 132 Euro. Weitaus billiger ist der Bezug aus dem Ausland. In den Vereinigten Staaten sind 100 Tabletten mit 12 Milligramm Ivermectin, ausreichend für bis zu 50 Personen, für rund 50 US-Dollar u haben. Kanadas Pharmacy King bietet fünf Ivermectin-Präparate für 30 bis 71 US-Dollar an. (20) Bei Indiamart.com, wo zertifizierte indische Exporteure Arzneimittel anbieten, kostet eine einzelne Tablette à 3 Milligramm gerade mal 20 Rupien, ab einer Mindestbestellmenge von 100 Stück. (21) Das macht umgerechnet etwas mehr als 23 Euro, woraus sich ein Stückpreis von 0,23 Euro ergibt. SilverlineMedicare bietet eine Packung mit 4 Tabletten zu je 6 Milligramm, unter dem Namen „Covimectin“, für 30 Rupien an, also 0,35 Euro. (22) Privatbesteller sollten allerdings die Lieferkosten mitbedenken. Vor allem müssen sie damit rechnen, dass der Zoll die Lieferung abfängt. Vorsichtshalber schaltet man besser, mit ärztlichem Rezept, eine deutsche Apotheke ein, auch wenn es dadurch erheblich teurer wird. Einige Länder verbieten allerdings die Einfuhr. Ist es nicht eine Schande, dass die meisten Patienten, ja sogar Ärzte weiterhin keinen Zugang zu billigem, sicheren Ivermectin erhalten, insbesondere in westlichen Ländern? Um es zu beschaffen, sehen sie sich oftmals gezwungen, sich auf zwielichtige Online-Händler einzulassen, Wucherpreise zu akzeptieren oder auf Produkte in Tierqualität zurückzugreifen, die Veterinärmediziner eher bei Pferden und Hunden einsetzen. „How to Get Ivermectin“ überschreibt die FLCCC-Initiative eine Unterseite ihrer Homepage. Dort empfiehlt sie, am besten versuche man den Arzt seines Vertrauens zum Ausstellen eines Rezepts zu bewegen, indem man ihm Infomaterial überreicht, das die FLCCC zum Download zur Verfügung stellt. Mächtige Gegenkräfte sabotieren den Einsatz Wie kann es sein, dass dieses millionenfach erprobte, hervorragend bewährte, patentfreie, enorm preiswerte Mittel nicht längst die Pandemie eindämmen darf? Warum erhalten Alte, Vorerkrankte, Immunschwache und alle sonstigen Risikogruppen es nicht längst vorbeugend? Wieso verschreiben Ärzte es nicht unverzüglich allen Patienten, sobald erste Symptome auftreten? Weshalb kommt es in Krankenhäusern nicht routinemäßig zum Einsatz? Dafür wirbt die FLCCC-Gruppe um Marik und Kory mit Nachdruck, bislang aber ohne durchschlagenden Erfolg. Denn mächtige Gegenkräfte setzen ihnen zu. Zwar hörte am 8. Dezember 2020 ein Ausschuss des US-Senats den FLCCC-Vorsitzenden Kory an (23) – doch hinterher bewegte sich im Kongress ebensowenig wie vorher. Eine Aufzeichnung von Korys Aussage vor dem US-Senat hat YouTube mittlerweile entfernt. Zu einer Empfehlung in ihrer offiziellen „Richtlinie für die Behandlung von Covid-19“ können sich die National Institutes of Health (NIH) weiterhin nicht durchringen. Denn bisher lägen nur „unzureichende Daten“ vor. Immerhin nahmen die NIH aber am 14. Januar 2021 Ivermectin in ihre Liste von Therapieoptionen auf. (24) Das Mittel einzusetzen, liegt somit im Ermessen des Arztes. Hingegen sah sich die FDA, oberste Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten, dazu veranlasst, von der Einnahme von „Veterinärarzneimitteln“ wie Ivermectin dringend abzuraten, „um einen Missbrauch zu verhindern“ – worin auch immer dieser bestehen könnte. Auch das Robert-Koch-Institut mauert weiterhin. Zwar führt es Ivermectin als „potenziell wirksame Substanz“ auf. Zugleich beklagt es aber den "niedrigen Evidenzgrad wg. zahlreicher methodischer Limitationen der bisherigen Studien". Und so empfehlen beide damit befassten RKI-Arbeitsgruppen, der „Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger“ (STAKOB) (25) und die Fachgruppe Intensivmedizin, Infektiologie und Notfallmedizin (COVRIIN) (26), Ivermectin ausschließlich im Rahmen klinischer Studien einzusetzen. Ähnlich zurückhaltend äußert sich die Weltgesundheitsorganisation. Auch sie will erst noch weitere Daten aus laufenden Studien abwarten. Wikipedia, in den meisten Gesundheitsfragen längst zu einem berüchtigten Marketinginstrument der Pharmaindustrie verkommen, unterstreicht erwartungsgemäß: „Die bisher veröffentlichten Daten aus Humanstudien weisen teils methodische Schwächen auf oder ergeben ein heterogenes Bild. Die internationale Fachwelt ist sich daher einig, dass weitere Ergebnisse zur endgültigen Beurteilung der Wirksamkeit aus kontrollierten Studien benötigt werden.“ (27) Derselbe skeptische Tenor herrscht in Fach- und Publikumsmedien vor. (28) Die Deutsche Welle beklagt einen „Hype“, die Deutsche Apotheker-Zeitung ebenfalls. Der Deutschlandfunk will gar eine „regelrechte Hysterie“ festgestellt haben; „die ‚Infodemie‘ greift um sich.“ Unisono suggeriert wird uns, dass „ein wirklich belastbarer Nachweis der Wirksamkeit weiter aussteht“. Für den Einsatz gegen Covid-19 sei es noch „lange nicht ausreichend erforscht“, meint Die Zeit. Vorzugsweise zu Wort kommen vermeintliche Top-Experten, die uns weismachen, dass Ivermectin „nicht hilft, sondern eher zu mehr Verwirrung führt“, und davor warnen, „dass es völlig ungeprüft Teil der öffentlichen Gesundheitspoltik wird (…), nicht auf Basis von Evidenz“ – so im Deutschlandfunk. In diesen Chor reiht sich auch eine Merkel-Beraterin ein, die Virologin Sandra Ciesek. Anfang Februar 2021 twitterte sie reichlich ahnungslos: Es gebe "keine wissenschaftliche Grundlage für eine mögliche therapeutische Wirkung gegen COVID-19 aus vorklinischen Studien“. Was vor allem fehle, seien randomisierte kontrollierte Studien in ausreichender Größe, der "Goldstandard in der klinischen Forschung". Und Cieseks Stimme hat Gewicht: Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt/Main gehört mehreren Leitliniengruppen, nationalen und internationalen Fachgesellschaften an. (29) Im Wechsel mit Christian Drosten ist Ciesek seit Herbst 2020 zu Gast im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“, wo sie die Nation über den Forschungsstand zur Corona-Pandemie „aufklärt“. Mit ihm teilt sie sich den Preis für den „Hochschullehrer des Jahres“ 2021. Sie zählt zu den verbissenen Vorkämpferinnen der unsäglichen „Zero-Covid“-Initiative (30), die es „konsequent“, erstrebenswert und realistisch findet, keine einzige Neuinfektion zuzulassen – was Deutschland zwangsläufig in eine paranoide Hygienediktatur im Endlos-Lockdown verwandeln würde. Pharmariesen wie Novartis, von denen Sandra Ciesek wiederholt Zuwendungen erhielt (31), hätten bestimmt nichts dagegen. Krokodilstränen über Forschungslücken Bedürfte es erst noch weiterer Forschung – wieso findet sie nicht längst statt, erst recht in einer panikvirusverseuchten Lockdown-Ödnis namens Deutschland? Laut Clinicaltrials.gov, der weltweit größten Datenbank für klinische Studien, laufen oder liefen in Europa immerhin eine in Spanien, eine in Italien und eine in Großbritannien – in der Bundesrepublik hingegen keine einzige. Wie der Forschungsstand zu Ivermectin kurzfristig verbessert werden könnte, wollte der Linken-Abgeordnete Harald Weinberg in einer schriftlichen Frage an die Bundesregierung wissen. Am 26. Januar erhielt er eine Antwort aus dem Gesundheitsministerium, die er "relativ ernüchternd" fand: "Die Ergebnisse der bisher beendeten klinischen Prüfungen lassen nach Einschätzung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte derzeit keine Rückschlüsse auf eine Wirksamkeit von Ivermectin bei COVID-19-Erkrankten zu", so erklärte darin eine Staatssekretärin. Und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte seien "keine klinischen Prüfungen mit Ivermectin in der Indikation 'COVID-19' zur Genehmigung vorgelegt worden", hieß es am 3. Februar in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag. Soweit solche „Prüfungen“ ausstehen: Wieso hat Spahn sie nicht schon längst veranlasst? Warum fixierte sich das politische Berlin von Anfang einseitig auf Impfstoffe? Dieser Vorwurf sei unfair, so heißt es. Immerhin habe das Bundesforschungsministerium bereits im März 2020 ein Förderprogramm von 45 Millionen Euro aufgelegt, um antivirale Medikamente erforschen und entwickeln zu lassen; ein weiteres soll demnächst folgen, diesmal mit 50 Millionen. Dabei geht es allerdings ausschließlich um pharmazeutische „Innovationen“, nicht um bewährte Arzneimittel. Was sind im übrigen 95 Millionen, gemessen an über einer Milliarde, mit welcher die Regierung Merkel das absehbare Bombengeschäft mit Covid-Vakzinen subventioniert hat, von dem ihr kein Cent Rendite zurückfließen wird? So schafft und bewahrt man eben jenen Mangel an Evidenzen, den man anschließend mit reichlich Krokodilstränen beklagt. „Keine wissenschaftliche Grundlage“, „heterogene Datenlage“, „methodische Schwächen“, „niedriger Evidenzgrad“: Wie lächerlich solche Einwände daherkommen, leuchtet unvoreingenommenen Zeitgenossen mühelos ein, sobald sie einen Blick in die vorbildlich geführte FLCCC-Datenbank werfen. Stehen auf erschreckend dürftigem empirischen Fundament nicht vielmehr die experimentellen mRNA-Vakzine, die seit Dezember 2020 massenhaft verimpft werden? Trotzdem haben Gesundheitsbehörden sie im Schnelldurchlauf durchgewinkt – jeweils aufgrund einer einzigen größeren Studie, finanziert von Herstellern, deren Manager und Aktionäre bekanntlich nicht von Gesunden profitieren, sondern von Gewinnen mit Kranken. Sind Nutzen und Sicherheit der Covid-Impfstoffe auch nur annähernd so gut gewährleistet wie bei Ivermectin? Dass die Datenlage möglichst „heterogen“ bleibt, stellt Big Pharma nach altbewährtem Strickmuster sicher, dessen sich schon Tabakhersteller und Monsanto jahrzehntelang bedienten: Man kauft Forschung, die frisierte Gegenbeweise produziert. So kommt es dann zu Überschriften wie jener im Deutschen Ärzteblatt Anfang März 2021: „COVID-19: Ivermectin scheitert in klinischer Studie in Lateinamerika“. „Ernüchternd“, so heißt es darin, seien die Ergebnisse der „ersten randomisierten Studie“ ausgefallen, „die nach einem Peer Review jetzt in einem Journal publiziert wurden“ – Unfug, wie die IVNMETA-Datenbank ausweist. Mediziner vom Centro de Estudios en Infectogía Pediatrica in Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens, hatten insgesamt 300 jüngere Patienten mittleren Alters, bei denen nach einer Symptomdauer von weniger als 7 Tagen eine Infektion mit SARS-CoV-2 bestätigt wurde, auf eine Behandlung mit Ivermectin oder Placebo über 5 Tage randomisiert. Dabei habe sich die durchschnittliche Dauer der Symptome zwar von 12 auf 10 Tage verkürzt – diese Differenz sei aber „nicht signifikant“. Was das Ärzteblatt unterschlug: Drei der beteiligten Forscher erhielten Zuwendungen von Sanofi Pasteur, GlaxoSmithKline, Janssen, Gilead und Sharp&Dohme. Einer kassierte sogar noch Pharmageld, während die Studie bereits lief. (32) Dass es an hochwertigen Forschungsergebnissen mangelt, ist ein widerlegtes Gerücht, gestreut von Ahnungslosen oder mutwilligen Rufmördern. Bis März 2021 haben bereits zwei Dutzend RCTs zu Ivermectin stattgefunden - randomisierte, placebokontrollierte, überwiegend peer-geprüfte Studien, mit insgesamt über 3400 Teilnehmern. Sie ermittelten Besserungsquoten zwischen 53 und 81 %; der Mittelwert liegt bei 70 %. Davon kann man noch nie gehört haben. Man kann es ignorieren. Man kann dagegen polemisieren. Man kann es verschweigen. Es aber aus der Welt schaffen: das klappt nicht mehr. Es trifft zu, dass noch nicht alle Covid-Studien pro Ivermectin bereits das Peer-Review-Verfahren durchlaufen haben. Etwa die Hälfte der Daten stammt aus Manuskripten, die eilig auf medizinische Pre-Print-Server hochgeladen wurden. Diese Veröffentlichungspraxis ist mittlerweile aber üblich – und inmitten einer Pandemie angebrachter denn je -, damit sich neue, vielversprechende Therapeutika möglichst rasch verbreiten. Vor diesem Hintergrund liegt nahe, was Faktenchecker als „Verschwörungstheorie“ abtun: Eine breite Anwendung von Ivermectin wird gezielt sabotiert. Forschung über den Wirkstoff wird vom „medizinisch-politischen Komplex“ unterdrückt – ein Begriff, den inzwischen sogar das British Medical Journal für angebracht hält: „When good science is suppressed, people die.“ Immer unverblümtere Propaganda in Presse und Fernsehen, immer dreistere Zensur im Internet verhindert, dass sich Informationen über das Mittel verbreiten. In der Coronakrise traut die FLCCC-Ärzteinitiative dem Ivermectin das Zeug zum „Game Changer“ zu. Für Profiteure der Pandemie würde es dabei zwangsläufig zum Spielverderber. Eben deshalb darf es nicht mitspielen. Zweierlei Maß – Wie solide ist die Datenlage bei Covid-Impfstoffen, bei Remdesivir, bei monoklonalen Antikörpern? Was für Ivermectin tatsächlich noch aussteht, ist ein RCT mit mehreren tausend Versuchspersonen, besser noch mit Zehntausenden. Na und? Rund 50 Humanstudien mit ausnahmslos positiven Ergebnissen, über ein Jahrzehnt Praxiseinsatz, beste Erfahrungen in zahlreichen Kliniken, beruhigendes Sicherheitsprofil: All dies müsste zumindest für eine Notfallzulassung vollauf ausreichen. Und selbst ohne eine behördliche Sonderregelung sollten Ärzte freie Hand haben, Ivermectin gegen Covid-19 zu verschreiben – „off label“, außerhalb der Zulassung. In vielen medizinischen Gebieten, vor allem in der Kinderheilkunde, der Geriatrie, der Onkologie und der Psychiatrie, kommt schließlich ein Großteil der Medikamente off-label zum Einsatz - im Durchschnitt aller Verschreibungen zu 40 bis 60 Prozent. (33) Warum sollte dies ausgerechnet in der Ausnahmesituation einer Pandemie verboten sein, wo Erkenntnislücken für enorme Handlungsunsicherheit sorgen? Gerade dann muss sich ein Arzt an seiner Standesethik orientieren dürfen, wie sie der Weltärztebund seit 1964 in der „Deklaration von Helsinki“ umreißt: „Bei der Behandlung eines einzelnen Patienten, für den es keine bewährten Maßnahmen gibt oder bei dem andere bekannte Maßnahmen unwirksam waren, kann der Arzt nach Einholung eines fachkundigen Rates und mit informierter Zustimmung des Patienten oder eines gesetzlichen Vertreters eine nicht bewährte Maßnahme anwenden, wenn sie nach dem Urteil des Arztes hoffen lässt, das Leben zu retten, die Gesundheit wiederherzustellen oder Leiden zu lindern.“ (34) Wie verhält es sich, zum Vergleich, denn mit Remdesivir? Schon bei der Schweinegrippe durfte der Hersteller Gilead Sciences mit einer nutzlosen, nebenwirkungsreichen Pille namens Tamiflu Unsummen kassieren. Mit Remdesivir, Markenname „Veklury“, eröffnete er sich nun das nächste Bombengeschäft. Rund 2000 Euro kostet eine fünftägige Behandlung. Es senke das Sterberisiko bei einem schweren Covid-Verlauf um 62 % und verkürze die Genesungszeit im Schnitt von 15 auf 11 Tage, so verkündete Gilead Mitte Juli 2020 unter bombastischem Medien-Bohei. Verführt durch eine mutmaßlich getürkte Zulassungsstudie, gaben die FDA, europäische und japanische Behörden im Nu grünes Licht. Zahlreiche westliche Länder kauften daraufhin das schamlos überteuerte Mittel für hunderte Millionen Euro ein, um Covid-Patienten stationär zu behandeln. Inzwischen belegen unabhängige Studien: Das Zeug bringt so gut wie nichts, außer Leber- und Nierenschäden. Trotzdem ist Remdesivir weiterhin auf dem Markt, als bis heute die einzige antivirale Covid-Arznei mit offizieller Zulassung. Rund eine Milliarde US-Dollar dürfte Gilead bis Ende 2020 daran verdient haben. Obwohl selbst die WHO seit Oktober 2020 von Remdesivir abrät, wird es allein in Deutschland weiterhin rund 250 Covid-19-Patienten pro Woche verabreicht, wie die Bundesregierung Mitte Januar 2021 auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hin erklärte. Und wie steht es mit jenen „monoklonalen Antikörpern“ mit Markennamen wie von Totengeistern aztekischer Heerführer, Bamlavinimab und Casirivimab/Imdevimab? Jens Spahn, der sie Gerüchten zufolge manchmal sogar unfallfrei aussprechen können soll, ließ dafür kürzlich 400 Millionen Euro springen, ohne mit der Wimper zu zucken. Auch sie sind in der EU noch gar nicht zugelassen. Die Datenlage ist selbst nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts „für eine breite Anwendung bisher nicht ausreichend, weitere klinische Studien dringend notwendig“. Ein Nutzen „ist nicht belegt“, urteilt die Fachzeitschrift Arznei-Telegramm kurz und bündig. Auf eine Presseanfrage hin rechtfertigte das Spahn-Ressort den Kauf damit, dass es auf diese Weise „eine Behandlungsoption für bestimmte Krankheitsverläufe“ schaffe. Der Studienlage zufolge „könnte die Medikation möglicherweise dabei helfen, die Virusmenge im Körper zu begrenzen“. Könnte. Möglicherweise. „Viel Konjunktiv für 400 Millionen“, kommentiert die Kontextwochenzeitung treffend. Warum macht Merck plötzlich sein eigenes Produkt madig? Worum es bei der Kampagne gegen Ivermectin in Wahrheit geht, lässt eine Stellungnahme erahnen, die der Hersteller Merck am 4. Februar 2021 verbreitete. Seine noch unveröffentlichte „Analyse“ habe ergeben, dass es für eine mögliche therapeutische Wirkung von Ivermectin gegen Covid-19 „keine wissenschaftliche Grundlage“ gebe, dafür aber Hinweise auf einen „besorgniserregenden Mangel an Sicherheitsdaten“. Dafür legte Merck allerdings keinerlei Beweise vor. Trotzdem beeilte sich ein Mitarbeiter der National Institutes of Health (NIH), auf Twitter Mercks Behauptung zu retweeten und hinzuzufügen: „Die Erklärung von Merck zu Ivermectin zeugt von der Führungsrolle und dem Engagement für eine qualitativ hochwertige Wissenschaft, die wir von Pharma/Biotech erwarten müssen." Auch andere Pharma-Lobbyisten entlarvten sich bei dieser Gelegenheit. Zu dem Personenkreis, der Mercks Rufmordkampagne am eigenen Produkt blitzschnell in sozialen Medien weiterverbreiten halfen, zählen etliche Journalisten, Ärzte, Professoren betroffener Fachgebiete – und besagte Sandra Ciesek. Um zu verstehen, warum Merck plötzlich sein eigenes Produkt madig macht, sollte man wissen: Kürzlich unterzeichnete der Pharmariese einen Vertrag über 356 Millionen US-Dollar, um die USA mit einem neu entwickelten, weitaus teureren Anti-Covid-Medikament zu versorgen. „Great Reset“ in Gefahr Die Slowakei ist da schon weiter. Als erstes europäisches Land gab es am 26. Januar, vorerst für sechs Monate, grünes Licht dafür, Ivermectin zur Behandlung und Prophylaxe von Covid-19 einzusetzen – in Krankenhäusern und im Rettungsdienst. Auf Rezept soll es auch in Apotheken erhältlich sein. (35) Im Februar folgte Tschechien. Es kaufte 10.000 Packungen Ivermectin an, um es an mehrere Krankenhäuser weiterzuverteilen. Besonders Premierminister Andrej Babiš setzt sich dafür ein. „Niemand auf der Welt hat bisher bewiesen, dass es nicht funktioniert“, so erklärte der Regierungschef kürzlich auf seinem YouTube-Kanal. „Es gibt vielmehr zahlreiche Berichte, die die Wirksamkeit bestätigen – aus Peru, Argentinien, Paraguay oder Indien. Ich möchte hier nicht darüber reden, wer die Studien erstellt hat und warum. Ich stelle nur eine Frage. Es gibt ein Medikament, das relativ billig ist und auf das es positive Reaktionen gibt. Es wurde an vielen Orten der Welt gegen Covid-19 eingesetzt und hat keine unerwünschten Nebenwirkungen: Warum sollten wir es also nicht auch bei uns in der ambulanten Therapie einsetzen?“ Im März 2021 setzten immerhin schon 12 Staaten Ivermectin landesweit gegen Covid-19 ein: sechs in Mittel- und Südamerika, zwei in Afrika (Ägypten und Simbabwe), in Asien unter anderem Bangladesch. Dort fällt auf: Just im Juni 2020, mit dem Beginn der Ivermectin-Kampagne, erreichten dort die täglichen Sterbezahlen ihren Höchststand. Seither sinken sie – und dies, obwohl in Bangladesch 165 Millionen Menschen auf einem Staatsgebiet 150.000 qkm drängen, während sich in Deutschland nur halb so viele Einwohner auf eine mehr als doppelt so große Fläche (358.000 qkm) verteilen, bei erheblich günstigeren hygienischen und klimatischen Bedingungen. Auf eine Million Einwohner kommen in Bangladesch 45 Tote (36), in Deutschland fast 20-mal mehr, nämlich knapp 900. (37) Ähnlich hocherfreuliche Meldungen kommen aus Südamerika. Statt zähen Expertendiskurs, aufwändige Studien und bürokratische Zulassungsverfahren abzuwarten, hatten mehrere Bürgermeister und regionale Gesundheitsminister dort Ivermectin frühzeitig an ihre Bürger verteilen lassen. Prompt sanken Fallzahlen und Sterberaten, während sie in benachbarten Gegenden weiter anstiegen. (38) Zumindest Belize, Mazedonien und der nordindische Bundesstaat Uttar Pradesh, wo 210 Millionen Menschen leben, haben Ivermectin inzwischen formell in ihre nationalen Richtlinien zur Prophylaxe und Behandlung von Covid-19 aufgenommen. Dass diese Beispiele von sich reden und Schule machen, werden Pharmalobbyisten, PR-Profis und korrupte Opinion Leaders im Medizin- und Wissenschaftsbetrieb zu verhindern trachten. Denn eine preiswerte, hochwirksame Arznei gegen Covid wie Ivermectin stört nicht nur die weltweite Impfstoffkampagne im Wert von eines mindestens zweistelligen Milliardenbetrags. Auch würde sie Folgemaßnahmen erübrigen wie Massentestungen, Kontaktüberwachung, Impfpässe sowie Projekte wie ID2020 und "Known Traveller", auf die Vakzin-Großinvestor Bill Gates, das World Economic Forum und weitere mächtige Interessengruppen aus sind. Wie könnte eine Regierung mit einem Minimum an medizinischem Sachverstand, immun gegen Einflüsterungen von Industrielobbyisten, die Coronakrise zügig und verfassungskonform beenden? Sämtlichen Mitgliedern bekannter Risikogruppen würde sie kostenlose Vorsorge und frühzeitige Behandlung mit Ivermectin, Vitaminen und Mineralstoffen ermöglichen. Obendrein könnte sie ihnen allen einen hochwertigen Luftreiniger, einen Großkarton voller Maskenplacebos, einen Corona-Abstandswarner sowie ein Handbuch über natürlichen Selbstschutz vor Infektionskrankheiten spendieren. Dem gesunden Rest der Bevölkerung könnte sie Vorsicht, Verständnis und Rücksichtnahme ans Herz legen – und ihn im übrigen endlich in Ruhe lassen, anstatt wie von Sinnen zu zerstören, was das Leben lebenswert macht. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64374/Medizinnobelpreis-fuer-die-Entdeckung-von-Avermectin-und-Artemisinin; https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-09/nobelpreis-medizin-physiologie-live-2015 (2) https://covid19criticalcare.com/about/the-flccc-alliance-story/; P. Kory/P.E. Marik u.a.: „Clinical and Scientific Rationale for the “MATH+” Hospital Treatment Protocol for COVID-19“, Journal of Intensive Care Medicine 2020, https://www.researchgate.net/publication/347641681_Clinical_and_Scientific_Rationale_for_the_MATH_Hospital_Treatment_Protocol_for_COVID-19; https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0885066620973585 (3) https://www.monash.edu/discovery-institute/news-and-events/news/2020-articles/Lab-experiments-show-anti-parasitic-drug,-Ivermectin,-eliminates-SARS-CoV-2-in-cells-in-48-hours; https://www.monash.edu/news/articles/coronavirus-fight-possible-covid-19-drug-identified-by-scientists; https://doi.org/10.1016/j.antiviral.2020.104787 (4) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (5) https://c19ivermectin.com/carvalloprep.html; http://pharmabaires.com/1739-resultados-positivos-del-%20protocolo-iver-car-en-la-profilaxis-de-los-agentes-de-salud.html (6) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (7) https://www.biznews.com/thought-leaders/2021/02/26/ivermectin-research; https://vimeo.com/511687719 (8) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (9) Zit. nach https://reitschuster.de/post/lauterbach-br/ (10) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (11) https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf, S. 5 f. (12) D. Scheim: "From Cold to Killer: How SARS-CoV-2 Evolved without Hemagglutinin Esterase to Agglutinate, Then Clot Blood Cells in Pulmonary and Systemic Microvasculature", SSRN, Oktober 2020 (Pre-Print), https://europepmc.org/article/ppr/ppr243457, DOI: 10.2139/ssrn.3706347. (13) c19ivermectin.com; https://ivmmeta.com/#fig_fpd (14) Siehe Bryant u.a.: „Ivermectin for prevention and treatment of COVID-19 infection: a systematic review and meta-analysis“, https://www.researchsquare.com/article/rs-317485/v1; Hill et al., Research Square, doi:10.21203/rs.3.rs-148845/v1, Hill u.a.: „Meta-analysis of randomized trials of ivermectin to treat SARS-CoV-2 infection“, https://www.researchsquare.com/article/rs-148845/v1; Kory u.a.: „Review of the Emerging Evidence Demonstrating the Efficacy of Ivermectin in the Prophylaxis and Treatment of COVID-19“, https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf; Lawrie u.a.: „Ivermectin reduces the risk of death from COVID-19 – a rapid review and meta-analysis in support of the recommendation of the Front Line COVID-19 Critical Care Alliance“, https://b3d2650e-e929-4448-a527-4e..b655bd21b1448ba6cf1f4c59f0d73d.pdf; Nardelli u.a.: „Crying wolf in time of Corona: the strange case of ivermectin and hydroxychloroquine. Is the fear of failure withholding potential life-saving treatment from clinical use?“, https://www.signavitae.com/articles/10.22514/sv.2021.043. (15) L. H. Kircik u.a.: „Over 25 Years of Clinical Experience With Ivermectin: An Overview of Safety for an Increasing Number of Indications“, Journal of drugs in dermatology 15/2016, S. 325-332; https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Ivermectin_52963; https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=ivermectin; (https://www.test.de/medikamente/wirkstoff/insektizid-ivermectin-w1324/); https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf, S. 21. (16) A. Sparsa u.a.: "Systemic adverse reactions with ivermectin treatment of scabies", Annales de Dermatologie et de Vénéréologie 133 (10) 2006, S. 784-787, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17072195/; O. Veit u.a.: „First case of ivermectin-induced severe hepatitis“, Transactions of the Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene 100/2006, S. 795-797, https://core.ac.uk/download/pdf/85209351.pdf (17) R. E. Chandler: „Serious neurological adverse events after ivermectin—do they occur beyond the indication of onchocerciasis?“, American Journal of Tropical Medicine and Hygiene 98/2018, S. 382-388, https://www.researchgate.net/publication/321534750_Serious_Neurological_Adverse_Events_after_Ivermectin-Do_They_Occur_beyond_the_Indication_of_Onchocerciasis (18) https://www.epochtimes.de/politik/ausland/dramatischer-appell-an-die-who-top-virologe-warnt-vor-massensterben-durch-corona-impfungen-a3473412.html; https://astrologieklassisch.wordpress.com/2021/01/24/immunologin-und-molekularbiologin-prof-dolores-cahill-warum-covid-19-geimpfte-monate-nach-der-mrna-impfung-sterben-werden/ (19) https://ivmmeta.com/, abgerufen am 21.3.2021 (20) https://www.canadianpharmacyking.com/Drug/Heartgard+Dog, abgerufen am 23.3.2021. (21) https://dir.indiamart.com/search.mp?ss=ivermectin&biz=20&list_vw=1&countryiso=DE, abgerufen am 21.3.2020. (22) https://www.silverlinemedicare.com/asthma-medicines.html#covimectin-6mg-tablets, abgerufen am 21.3.2021. (23) „Dr. Pierre Kory, president of the FLCCC Alliance testifies before Senate Committee on Homeland Security and Governmental Affairs looking into early outpatient COVID-19 treatment“, https://www.newswise.com/coronavirus/dr-pierre-kory-president-of-the-flccc-alliance-testifies-before-senate-committee-on-homeland-security-and-governmental-affairs-looking-into-early-outpatient-covid-19-treatment; Protokoll: https://www.hsgac.senate.gov/imo/media/doc/Testimony-Kory-2020-12-08.pdf (24) NIH Guideline: Statement on Ivermectin. https://www.covid19treatmentguidelines.nih.gov/antiviral-therapy/ivermectin/ (25) STAKOB: „Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19“, 1.3.2021, https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/Stakob/Stellungnahmen/Stellungnahme-Covid-19_Therapie_Diagnose.pdf?__blob=publicationFile (26) COVRIIN: „Medikamentöse Therapie bei COVID-19 mit Bewertung durch die Fachgruppe COVRIIN am Robert Koch-Institut“, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/COVRIIN_Dok/Therapieuebersicht.pdf?__blob=publicationFile (27) https://de.wikipedia.org/wiki/Ivermectin#cite_note-25, abgerufen am 21.3.2021 (28) Siehe z.B. https://www.medpagetoday.com/infectiousdisease/covid19/90552 (29) „Zwei Expertinnen besetzen Schlüsselpositionen im Kampf gegen Erreger“, kgu.de. Universitätsklinikum Frankfurt, https://www.kgu.de/ajax/news-detail/artikel/zwei-expertinnen-besetzen-schluesselpositionen-im-kampf-gegen-erreger/ (30) https://zero-covid.org/; https://www.heise.de/tp/features/Runter-auf-Null-aber-solidarisch-5027362.html (31) Siehe https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0016508512006804; https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0016508510001666 (32) Siehe https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2777389, Abschnitt „Conflict of Interest Disclosures“. (33) Siehe H. Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen – Wie wir es durchschauen, überleben und verwandeln, Schönbrunn 2019, S. 207 ff., https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe.html (34) Deutsche Übersetzung der aktuellen Version von 2013: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/International/Deklaration_von_Helsinki_2013_20190905.pdf, dort Punkt 37. (35) „Ministerstvo zdravotníctva Slovenskej republiky“, https://ockbgkekw6vfmhahzvs46a7ewy-adwhj77lcyoafdy-www-health-gov-sk.translate.goog/Clanok?covid-19-27-01-2021-ivermectin, abgerufen/übersetzt am 21.3.2021; „Slovakia Becomes the First EU Nation to Formally Approve Ivermectin for Both Prophylaxis and Treatment for COVID-19 Patients“, https://trialsitenews.com/slovakia-becomes-the-first-eu-nation-to-formally-approve-ivermectin-for-both-prophylaxis-and-treatment-for-covid-19-patients/ (36) Stand 27.12.2020; WHO: „Coronavirus disease (COVID-2019) situation reports“, https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/situation-reports (37) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1111794/umfrage/todesfaelle-mit-coronavirus-covid-19-je-millionen-einwohner-in-ausgewaehlten-laendern/: Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) je Million Einwohner in ausgewählten Ländern (Stand: 19. März 2021) (38) https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf, insbesondere S. 9.

  • Diese Arznei kann die Coronakrise beenden. Sofort. Aber sie darf nicht.

    Gegen Würmer wirkt Ivermectin seit fast 40 Jahren. Inzwischen belegen über 60 Studien: Hochwirksam beugt dieses Arzneimittel SARS-CoV-2-Infektionen vor. Es lässt Covid-19-Symptome abklingen. Es bewahrt schwer Erkrankte vor der Intensivstation. Es verhindert die meisten Todesfälle. Kurzum: Es könnte die Pandemie unverzüglich beenden. Warum darf es nicht? Für eilige Leser fasst dieser Artikel den Forschungsstand kurz zusammen. Wer Näheres wissen will, findet es in dieser ausführlichen Version. Seit rund 40 Jahren schützt ein Wirkstoff namens Ivermectin hunderte Millionen Menschen hochwirksam vor Würmern und anderen Parasiten. Im April 2020 wiesen australische Wissenschaftler nach: In Zellkulturen verhindert diese Substanz die Vermehrung von SARS-CoV-2 nahezu vollständig. (1) Daraufhin setzte weltweite Forschung darüber ein, was das Antiparasitikum gegen Covid-19 ausrichtet. Rasch stellte sich heraus: Das Mittel ist eine Allzweckwaffe. So deuten elf Studien mit über 7000 Versuchspersonen übereinstimmend darauf hin, dass sich dank Ivermectin hervorragend Vorsorge betreiben lässt. Durchschnittlich 89 % derer, die es prophylaktisch nutzen, können sich dadurch schützen. Eine Studie kam sogar auf eine Quote von 95 %. (2) Vier von fünf Covid-Betroffenen erleben eine deutliche Besserung, wenn sie frühzeitig behandelt werden, schon wenn erste Symptome auftreten. 16 Studien mit knapp 1700 Patienten ermittelten dabei eine Erfolgsquote von durchschnittlich 79 %, vereinzelt bis zu 90 %. (3) Beginnt die Ivermectin-Therapie erst in fortgeschrittenem Stadium, so ist im Schnitt immer noch bei jedem Zweiten eine Besserung zu erzielen. 19 Studien mit insgesamt knapp 6.800 Patienten ergaben im Schnitt eine Quote von 52 %, eine sogar von 64 %. (4) Ebenso hocheffektiv bekämpft Ivermectin „Long-Covid“ – hartnäckige Nachwirkungen einer überstandenen Infektion. Mendestens jedem zehnten Betroffenen machen sie zu schaffen. Besonders häufig klagen sie über anhaltenden Husten, leichtes Fieber, bleierne Müdigkeit oder Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Kopf-, Brust- oder Muskelschmerzen, Herzklopfen, Konzentrationsstörungen, Verdauungsprobleme, Hautausschläge und Stoffwechselsymptome. In einer Studie mit 33 Long-Covid-Patienten löste der Ivermectin-Einsatz bei 94% der Behandelten all diese Symptome auf. (5) Und selbst in besonders schlimmen Covid-Fällen erweist sich Ivermectin offenbar als geradezu spektakulär lebensrettend. In 17 Studien mit insgesamt rund 7.300 Patienten verringerte sich die Mortalität um bis zu 90 %, im Schnitt um 75 %. Mindestens drei von vier „Corona-Todesfällen“ könnte Ivermectin demnach verhindern. (6) Eine von der Weltgesundheitsorganisation geförderte Metaanalyse, im Januar 2021 publiziert, bestätigt diese Zahlen; zugrunde lagen ausschließlich randomisierte, kontrollierte Studien im Krankenhaus, also an bereits schwer Betroffenen. Ivermectin habe das Potenzial, eine „transformative Behandlung“ gegen Covid zu sein, äußerte sich der beeindruckte Forschungsleiter Dr. Andrew Hill von der Pharmakologischen Abteilung der Universität Liverpool. Was macht Ivermectin zu einer derart vielversprechenden Waffe gegen Covid-19? Inzwischen sind die Wirkmechanismen weitgehend aufgeklärt. (7) Hocheffektiv hemmt es das Enzym 3Clpro, mehrere essentielle Proteine sowie die RNA-Polymerase, die alle an der Vermehrung von SARS-CoV-2 beteiligt sind. Unter Hunderten von untersuchten Molekülen bindet kaum eines besser als Ivermectin an jenen Abschnitt auf dem Spike-Protein, mit dem SARS-CoV-2 an die ACE-2-Rezeptoren menschlicher Zellen andockt. Dadurch verhindert es den Eintritt ins Zellinnere. (7) Ein Berg von Indizien Woche für Woche wächst der ohnehin stattliche Berg an Indizien pro Ivermectin. Den aktuellen Forschungsstand fasst eine internationale Ärzteinitiative auf 30 Seiten präzise zusammen. Eine laufend aktualisierte Online-Datenbank (8) wies bis Mitte März 2021 nicht weniger als 72 Studien weltweit aus, 35 davon mit Peer Review – also der Begutachtung durch Fachkollegen. 46 verglichen Gruppen von Behandelten und Unbehandelten miteinander. Zusammengerechnet 15.480 Patienten nahmen teil. Ausnahmslos alle (!) Untersuchungen, darunter zwei Dutzend randomisierte und placebokontrollierte, bestätigen positive Effekte. Ebenso eindeutig pro Ivermectin sprechen mittlerweile fünf Reviews bzw. Metaanalysen, quantitativ-statistische Zusammenfassungen von Primäruntersuchungen. (9) Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Ivermectin therapeutisch unwirksam ist, liegt bei sagenhaften 1 zu 70 Trillionen. Zehntausende „Corona-Opfer“ wären zu retten gewesen – allein in Deutschland Was bliebe demnach in Deutschland von den offiziellen Horrorzahlen übrig, wenn von Anfang an mittels Ivermectin vorgesorgt und behandelt worden wäre? (Siehe die folgende Tabelle.) Statt 2,7 Millionen wären bloß 300.000 „infiziert“, d.h. positiv PCR-getestet. Hätten alle 400.000, bei denen Covid-Symptome auftraten, sogleich Ivermectin eingenommen, so wären rund 320.000 ihre Beschwerden zügig losgeworden. 45.000 der 86.000 schwerkranken Covid-Patienten hätten nicht auf die Intensivstation verlegt werden müssen. Von 75.000 „Corona-Opfern“ wären 56.000 zu retten gewesen. Diese Zahlen ergeben sich, wenn man die durchschnittlichen Besserungsquoten aller vorliegenden Studien – 89 % Vorbeugung, 79 % Symptomlinderung, 52 % Besserung in schweren Covid-Fällen, 75 % weniger Tote - für jeden Einsatzbereich separat betrachtet. Tatsächlich kumulieren die verschiedenen Anwendungen jedoch. Wen Ivermectin beispielsweise vor einer Infektion bewahrt, der entwickelt erst gar keine Symptome; wem Symptome erspart bleiben, wird insbesondere unter keinen schweren leiden; wer gar nicht erst bedrohlich an Covid-19 erkrankt, muss auch nicht auf die Intensivstation; und gewiss überlebt er. Berücksichtigen wir diese Zusammenhänge (s. Tabelle), so kommen wir zu der Einschätzung: Von Pandemiebeginn an hätten in Deutschland dank Ivermectin nur etwas mehr als 9.000 Covid-Patienten intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Und weniger als 500 wären „an oder mit“ SARS-CoV-2 gestorben. 1 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html, Stand 22.3.2021. 2 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Maerz_2021/2021-03-21-de.pdf?__blob=publicationFile, Stand 22.3.2021. 3 https://ivmmeta.com/, Stand 22.3.2021. 4 https://www.fr.de/ratgeber/gesundheit/corona-ohne-symptome-so-viele-covid-infizierte-kein-husten-fieber-krankheitsanzeichen-covid-asymptomatisch-90211644.html 5 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1108578/umfrage/intensivmedizinische-versorgung-von-corona-patienten-covid-19-in-deutschland/ Eine angeblich drohende „Überlastung des Gesundheitswesens“ hätte sich somit als ein noch albernes Schreckgespenst entpuppt, als es ohnehin von Anfang an war, selbst auf den Höhepunkten der bisherigen „Wellen“. Wie unverhältnismäßig das verfassungswidrige Hygieneregime wütete, wäre noch weitaus offensichtlicher gewesen. Überstürzte Impfkampagnen auf Teufel komm raus hätten sich erübrigt, zum Verdruss all derer, die sich dabei eine goldene Nase verdienen möchten. Alle bekannten Risikogruppen wären hochwirksam zu schützen und zu behandeln gewesen, ohne dem gesunden, ungefährdeten Rest der Bevölkerung irrwitzige AHA-Schikanen zuzumuten. Jegliche Kollateralschäden – an der Wirtschaft, am sozialen Leben, an der Psyche von Lockdown-Geschädigten – hätten vermieden werden können. Mächtige Gegenkräfte sabotieren den Einsatz Wie kann es sein, dass dieses millionenfach erprobte, hervorragend bewährte, patentfreie, enorm preiswerte Mittel nicht längst die Pandemie eindämmen darf? Warum erhalten Alte, Vorerkrankte, Immunschwache und alle sonstigen Risikogruppen es nicht längst vorbeugend? Wieso verschreiben Ärzte es nicht unverzüglich allen Patienten, sobald erste Symptome auftreten? Weshalb kommt es in Krankenhäusern nicht routinemäßig zum Einsatz? Pharmalobbyisten, PR-Profis und korrupte Opinion Leaders im Medizin- und Wissenschaftsbetrieb verhindern es. Denn eine preiswerte, hochwirksame Arznei gegen Covid wie Ivermectin stört nicht nur die weltweite Impfkampagne im Wert von eines mindestens zweistelligen Milliardenbetrags. Auch würde sie Folgemaßnahmen erübrigen wie Massentestungen, Kontaktüberwachung, Impfpässe sowie Projekte wie ID2020 und "Known Traveller", auf die Vakzin-Großinvestor Bill Gates, das World Economic Forum und weitere mächtige Interessengruppen aus sind. Überfällig: ein „Great Reset“ des törichten Infektionsschutzes Wie könnte eine Regierung mit einem Minimum an medizinischem Sachverstand, immun gegen Einflüsterungen von Industrielobbyisten, die Coronakrise zügig und verfassungskonform beenden? Sämtlichen Mitgliedern bekannter Risikogruppen würde sie kostenlose Vorsorge und frühzeitige Behandlung mit Ivermectin, Vitaminen und Mineralstoffen ermöglichen. Obendrein könnte sie ihnen allen einen hochwertigen Luftreiniger, einen Großkarton voller Maskenplacebos sowie ein Handbuch über natürlichen Selbstschutz vor Infektionskrankheiten spendieren. Dem gesunden Rest der Bevölkerung könnte sie Vorsicht, Verständnis und Rücksichtnahme ans Herz legen – und ihn im übrigen endlich in Ruhe lassen, anstatt wie von Sinnen zu zerstören, was das Leben lebenswert macht. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.monash.edu/discovery-institute/news-and-events/news/2020-articles/Lab-experiments-show-anti-parasitic-drug,-Ivermectin,-eliminates-SARS-CoV-2-in-cells-in-48-hours; https://www.monash.edu/news/articles/coronavirus-fight-possible-covid-19-drug-identified-by-scientists; https://doi.org/10.1016/j.antiviral.2020.104787 (2) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (3) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (4) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (5) https://swprs.org/wp-content/uploads/2020/12/chang-long-covid-ivermectin-july-2020.pdf (6) https://ivmmeta.com/#fig_fpd, Stand 17.3.2021, abgerufen am 21.3.2021. (7) https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf, S. 5 f. (8) D. Scheim: "From Cold to Killer: How SARS-CoV-2 Evolved without Hemagglutinin Esterase to Agglutinate, Then Clot Blood Cells in Pulmonary and Systemic Microvasculature", SSRN, Oktober 2020 (Pre-Print), https://europepmc.org/article/ppr/ppr243457, DOI: 10.2139/ssrn.3706347. (9) c19ivermectin.com; https://ivmmeta.com/#fig_fpd (10) Siehe Bryant u.a.: „Ivermectin for prevention and treatment of COVID-19 infection: a systematic review and meta-analysis“, https://www.researchsquare.com/article/rs-317485/v1; Hill et al., Research Square, doi:10.21203/rs.3.rs-148845/v1, Hill u.a.: „Meta-analysis of randomized trials of ivermectin to treat SARS-CoV-2 infection“, https://www.researchsquare.com/article/rs-148845/v1; Kory u.a.: „Review of the Emerging Evidence Demonstrating the Efficacy of Ivermectin in the Prophylaxis and Treatment of COVID-19“, https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/11/FLCCC-Ivermectin-in-the-prophylaxis-and-treatment-of-COVID-19.pdf; Lawrie u.a.: „Ivermectin reduces the risk of death from COVID-19 – a rapid review and meta-analysis in support of the recommendation of the Front Line COVID-19 Critical Care Alliance“, https://b3d2650e-e929-4448-a527-4e..b655bd21b1448ba6cf1f4c59f0d73d.pdf; Nardelli u.a.: „Crying wolf in time of Corona: the strange case of ivermectin and hydroxychloroquine. Is the fear of failure withholding potential life-saving treatment from clinical use?“, https://www.signavitae.com/articles/10.22514/sv.2021.043.

  • Unterwegs zum Gipfel der Heuchelei

    Um sich die Opfer der Pandemie in Erinnerung zu rufen, soll Deutschland am 18. April innehalten. Da kommt der „Corona-Gedenktag“ über uns, auf Anregung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Seltsam eng zieht unser empathisches Staatsoberhaupt dabei den Trauerradius: Unser stilles Gedenken soll all jenen gelten, die mit und manchmal auch an SARS-CoV-2 gestorben sind. Zutiefst erschüttert zu betrauern gäbe es allerdings viel, viel mehr. Ehe es unerwähnt unter dem Teppich verschwindet, auf welchem führende Repräsentanten des Hygieneregimes salbungsvolle Sonntagsreden schwingen werden, beginnen wir mit dem Gedenken am besten schon zwei Wochen vorher – Tag für Tag aufs Neue, einer historisch beispiellosen Katastrophe angemessen. Die ARD überträgt live: Am 18. April wird sich die politische Spitze des panikvirusverseuchten Merkellands in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Berlin versammeln, um mit einem ökumenischen Gottesdienst „von den Opfern der Corona-Pandemie in Würde Abschied zu nehmen“. Anschließend findet im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ein staatlicher Gedenkakt statt. Hier wie dort wird über infektiöse Aerosole hinaus reichlich Weihrauch wabern. Die Rede sein wird dann von Zehntausenden von Toten. Dahingerafft habe sie ein heimtückischer Killerkeim, dem wir „schutzlos ausgeliefert“ waren, solange es keinen Impfstoff gab. Den Hinterbliebenen wird man tiefes Mitgefühl versichern, ihre „unendliche Trauer und unendlichen Schmerz“ nachempfinden. Man wird darüber hinweggehen, dass das typische Covid-Opfer nicht etwa aus der Mitte des Lebens gerissen wurde, sondern vollauf im Rahmen seiner statistischen Lebenserwartung das Zeitliche segnete, mit über 80 Jahren. Man wird ausklammern, dass bei 94 bis 99 % mindestens eine schwerwiegende Vorerkrankung vorlag. Man wird sich erfüllen lassen von Anerkennung und Dankbarkeit für ein entschlossen durchgreifendes Lockdown-Regime, das anscheinend Schlimmeres verhindert hat - und natürlich auch für all die braven Maskenträger, Abstandhalter und Daheimbleiber, die im Geiste der Solidarität beim Eindämmen mithalfen, anstatt sich von verantwortungslosen Covidioten, Querdenkern, Verschwörungstheoretikern und sonstigen Verrätern am Gemeinwohl beirren zu lassen. Aus deren Reihen ertönt penetrant eine Frage, zu welcher die Berliner Trauergesellschaft voraussichtlich einen Sicherheitsabstand von mehr als 1,5 Meter halten wird: Gibt es in Deutschland Tote erster und zweiter Klasse? Wieso hat Steinmeier, unübertroffene Fachkraft für selektive Trauerarbeit, noch nie einen nationalen Gedenktag für Krebstote angeregt, oder für die Opfer von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, von ärztlichen Kunstfehlern, von Krankenhauskeimen oder von Arzneimittelnebenwirkungen? Und wie steht es insbesondere mit all jenen, die nicht das neue Coronavirus dahinraffte, sondern blindwütiger „Schutz“ vor ihm? Gilt es am 18. April, Tränen nur nach politischer Opportunität zu verdrücken? Wer gedenkt der Kollateral-Toten des Hygieneterrors? Allein in Deutschland soll es bis heute 77.000 „Covid-19-Todesfälle“ geben, so meldet das Robert-Koch-Institut. Selbst wenn es sich dabei ausnahmslos um Patienten handeln würde, die ausschließlich oder hauptsächlich wegen einer SARS-CoV-2-Infektion gestorben sind: Müssen wir diese Schreckensbilanz nicht ins Verhältnis setzen zur Anzahl all jener, die infolge staatlicher Infektionsschutzmaßnahmen ums Leben kamen? Wie viele Tote es dabei zu betrauern gälte, ließ bereits Anfang Mai 2020 eine interne Lageeinschätzung aus dem Bundesinnenministerium erahnen, die ihrem Verfasser den Job kostete. (1) Bis zu 125.000 Patienten mussten im Frühjahr in Deutschland sterben, weil Operationen abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben oder wurden – in Erwartung einer „Überlastung des Gesundheitswesens“ durch Corona-Infizierte, zu der es nie auch nur annäherungsweise kam. (2) In Deutschland fielen in den drei Frühjahrsmonaten 2020 über 900.000 OPs aus – darunter 52.000 an Tumorpatienten -, weltweit 28,4 Millionen. (3) Mehrere tausend weitere Patienten starben hierzulande, weil mit derselben Begründung notwendige Untersuchungen und Folgebehandlungen unterblieben, etwa bei Krebs. (4) „Wir sehen momentan deutlich mehr Menschen mit höheren Tumor-Stadien als vor der Pandemie“, so berichtet der Onkologe Hendrik Wolff. „Die Tumore hatten durch Corona einfach mehr Zeit, zu wachsen.“ (5) Abertausende wurden in einer lebensbedrohlichen Notlage nicht rechtzeitig versorgt. In den Lockdown-Monaten März und April 2020 wurden 31 % weniger Herzinfarkte und 18 % weniger Schlaganfälle behandelt, wie die Bundesregierung einräumt. (6) In Großbritannien sank die Quote sogar um 40 % (6), in manchen US-Kliniken um bis zu 60 %. (7) In gedrängten Aufnahmesituationen kam es vermehrt zu nosokomialen Infekten (durch Krankenhauskeime), oft mit tödlichem Ausgang. Auch riskante und überflüssige Medikation kostete viele Corona-Patienten das Leben. Verführt durch haarsträubend unfundierte Behandlungsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation, die ihrerseits durch chinesische Experten irregeleitet wurde, brachten Ärzte reihenweise Covid-Betroffene um, indem sie diese zu häufig, zu früh, zu lange invasiv beatmeten. Allein in Deutschland könnte dieser fatale Kunstfehler für 16.000 zusätzliche Tote verantwortlich sein. (Siehe KLARTEXT „Tatort Intensivstation“.) In Großbritannien rechneten Experten bereits im Herbst letzten Jahres mit 150.000 bis 200.000 „Kollateral“-Toten infolge der politisch erzwungenen Unterversorgung im Gesundheitswesen. Das übersteigt bei weitem die Zahl der bis dahin rund 42.000 britischen „Covid-Opfer“. (8) Durch versäumte Krebsvorsorge und unzureichende Krebsbehandlungen, so schreibt der Onkologe Karol Sikora im European Journal of Clinical Oncology, gingen der britischen Bevölkerung 26.000 Lebensjahre pro Monat Lockdown verloren – vermutlich weitaus mehr, als durch Corona-Schutzmaßnahmen gewonnen wurde. Diese Horrorbilanz erfasst bloß die erste Lockdown-Welle im Frühjahr 2020. Wie viele Abertausende von Kollateral-Toten sind seither allein in der Bundesrepublik hinzugekommen? Die allermeisten „Corona-Opfer“ hätten gerettet werden können, wenn Risikogruppen präventiv oder bei ersten Symptomen mit Vitamin D, Zink und anderen bewährten Mitteln der Natur- und Erfahrungsheilkunde versorgt worden wären, anstatt sie bloß auf Wartelisten für experimentelle, hochriskante Impfstoffe zu setzen. (Siehe KLARTEXT „Wie Phönix unter der Asche“.) Auch preiswerte, nebenwirkungsarme Pharmazeutika wie Ivermectin, für deren Wirksamkeit gegen Covid-19 bereits im vergangenen Jahr Dutzende von Studien sprachen, hätte die Mortalität um 75 % senken können. (Siehe KLARTEXT „Diese Arznei kann die Coronakrise beenden“.) Alles in allem „haben Lockdowns auf der ganzen Welt mehr Menschen getötet als gerettet hat, und auch mehr Menschen, als an Covid-19 selbst gestorben sind“: Dies meint kein durchgeknallter „Corona-Leugner“ mit Aluhut, sondern kein Geringerer als der ehemalige Vize-Rektor der UN Nations University, des akademischen und Forschungszweigs der Vereinten Nationen: Professor Ramesh Thakur. (9) „Der Tod ist keine statistische Größe, sondern tragische Realität“, sagte Steinmeier kürzlich in einem Zeitungsinterview über den Corona-Gedenktag. Ob ihm noch rechtzeitig vor dem 18. April einfällt, wie viel seine illustre Gästerunde zu dieser Tragik beigetragen hat? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://behoerden.blog/wp-content/uploads/2020/05/Bericht-KM4-Corona-1_geschw%C3%A4rzt.pdf; https://www.gefahrgutshop.de/fileadmin/user_upload/Corona-Vorbemerkungen.pdf; dort S. 6 f.; https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-politik-und-ihre-kollateralschaeden-das-sterben-der-anderen-a-00000000-0002-0001-0000-000171426687 (2) Nach der internen Lageeinschätzung eines leitenden Mitarbeiters im Bundesinnenministerium, die ihm seinen Job kostete: https://behoerden.blog/wp-content/uploads/2020/05/Bericht-KM4-Corona-1_geschw%C3%A4rzt.pdf; https://www.gefahrgutshop.de/fileadmin/user_upload/Corona-Vorbemerkungen.pdf; dort S. 6 f.; https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-politik-und-ihre-kollateralschaeden-das-sterben-der-anderen-a-00000000-0002-0001-0000-000171426687 (3) https://www.welt.de/wirtschaft/article208557665/Wegen-Corona-In-Deutschland-wurden-908-000-OPs-aufgeschoben.html (4) BMI-Lageeinschätzung PDF S. 7; siehe auch https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/krebs/id_87907380/expertin-warnt-corona-angst-koennte-krebswelle-ins-rollen-bringen.html; https://www.dailymail.co.uk/news/article-8593327/Doctors-warn-devastating-toll-non-virus-patients-face-delays-diagnosis-care.html?eType=EmailBlastContent&eId=2011da54-312b-41dc-85d8-8e1d50c86e28; https://www.zdf.de/politik/berlin-direkt/berlin-direkt-clip-3-386.html; https://www.alvetherapy.com/kollateralschaden-schlaganfall-35-der-patienten-meiden-krankenhauser-im-lockdown/ (5) Zit. nach https://www.fitforfun.de/news/folgen-der-lockdowns-mehr-herztote-weniger-krebs-ops-daten-zeigen-verheerende-corona-kollateralschaeden-468272.html (6) https://www.nytimes.com/2020/04/06/well/live/coronavirus-doctors-hospitals-emergency-care-heart-attack-stroke.html (7) https://www.journalistenwatch.com/2020/09/15/gb-fast200-kollateralschaeden/ (8) https://www.journalistenwatch.com/2020/09/15/gb-fast200-kollateralschaeden/; https://www.japantimes.co.jp/opinion/2020/05/29/commentary/world-commentary/six-deadly-lockdown-sins/ (9) https://www.japantimes.co.jp/opinion/2020/05/29/commentary/world-commentary/six-deadly-lockdown-sins/; https://crawford.anu.edu.au/people/visitors/ramesh-thakur

  • Endgültig auf Abstand

    Suizide haben seit Frühjahr 2020 sprunghaft zugenommen. Keinen einzigen hat SARS-CoV-2 selbst verursacht. Der „Corona-Gedenktag“ am 18. April böte Gelegenheit, die wahren Verantwortlichen zu benennen: die Verängstigungsallianz von Politikern und Medien. Doch solche Missklänge wird sie zu verhindern wissen. Schließlich ist sie es, die dieses Schauspiel inszeniert. 57 Jahre waren sie miteinander verheiratet. Während sie Hand in Hand durch die Zeit gingen, gelang es ihnen, sich jene Liebe zu bewahren, die sie auf den ersten Blick verbunden hatte. Sie versprachen einander, sich keinesfalls allein zu lassen, falls einer gehen muss. Dann wird die Frau so krank, dass sie in die Klinik muss. Eine Corona-Verordnung zwingt den Mann dazu, sein Versprechen zu brechen: Zutritt verboten, Ausnahme unmöglich, auch nicht AHA-konform. Und so muss er sie auf dem Sterbebett allein lassen. Immer wieder ruft sie nach ihm. Aber er darf nicht zu ihr. Es stehe nicht gut um sie, so benachrichtigt ihn ein Arzt telefonisch. Er müsse sich auf „das Schlimmste“ gefasst machen. Kurz darauf schließt sie für immer die Augen. Am Tag ihrer Beisetzung wirkt der alte Mann ruhig, gefasst und entschlossen. Zwei Tage später erhängt sich der 82-Jährige. Nicht der Tod seiner Frau war „das Schlimmste“ für ihn gewesen – sondern das Verbot, bis zuletzt bei ihr zu sein. Wäre diese Tragödie nicht zufällig einem Journalisten zu Ohren gekommen – wir hätten nie davon erfahren. So viele nicht minder erschütternden Corona-Schicksale gälte es zu betrauern, erst recht am 18. April. Doch Freitode aus Verzweiflung an der „neuen Normalität“ zählen zu jenen Kollateralschäden gnadenlosen Infektionsschutzes, von denen sich das Hygieneregime wohl kaum die Gedenktagsstimmung vermiesen lassen will. Ignoranz ändert aber nichts an den Fakten. Zwar hat das Statistische Bundesamt bis Mitte März 2021 noch immer keine Zahlen vorgelegt, wie viele Suizide es im ersten Coronajahr in Deutschland registrierte. Doch häufen sich Indizien für einen dramatischen Anstieg. An der neuen Normalität verzweifeln nicht nur Alte, die am Ende ihres Lebenswegs nicht mehr selbst entscheiden dürfen, welche Risiken sie eingehen. Der Coronawelt ebenso überdrüssig sind immer mehr jüngere Menschen, die sich nicht nur grundlegender Freiheiten beraubt fühlen, die das Leben überhaupt erst lebenswert machen – sondern auch ihrer Würde, ihrer Zukunftsperspektiven, einem Urvertrauen in ihre Mitmenschen und alle staatlichen Institutionen. Viele stehen vor den Trümmern ihrer beruflichen Existenz. „Ich hatte ein kleines Geschäft, das gerade so gut ging, dass ich mit meinen Lieben davon zu leben vermochte. Dieses Geschäft musste ich zusperren“, so macht eine Unternehmerin ihrer Verzweiflung Luft. „Seitdem sitze ich zuhause. Eingesperrt. Sozialkontakte bei Strafe verboten. Kein Ausgehen, kein Theater, keine Oper, kein Urlaub, kein Restaurantbesuch mit Freunden. Und ich warte. Weiß nicht worauf, sehe, höre und spüre nichts von dieser Seuche, außer den schauderhaften Berichten aus Fernsehen und Zeitung. Kenne niemanden, der diese Seuche hat. Dafür weiß ich nicht, was wir morgen essen sollen. Wovon ich die Miete zahlen soll. Wir sitzen alle zuhause. Können einander schon nicht mehr ertragen. Sind aggressiv auf einander und auf die Welt.“ „Es schnürt mir den Hals zu, wenn ich daran denke, wie erfüllt mein kleines Leben gewesen ist. Freundliche Kunden im Geschäft, denen ich ihre Wünsche zu erfüllen vermochte, ihr Dank war meine Seelennahrung. Dies verlieh mir die Haltung, mit der ich die Rolle des Oberhauptes meiner kleinen Familie mit Freude getragen habe. So stolz war ich auf mein Leben. Es war nicht großartig, aber es war in Ordnung. Und es war mein Leben. Ich hatte es für mich und meine Lieben so eingerichtet. Bis es mir genommen wurde. Ich bin es leid. Und ich bin müde. Nicht körperlich. Ich bin das Leben müde. Dieses Leben, das ich führe, das so wenig für mich übrig hat. Es ist zu viel. Zuviel Mühsal, das wie zäher Schleim über allem liegt und jegliche Aktivität bleischwer und im Eigentlichen unmöglich erscheinen lässt. Kein Gedanke scheint verlockend, nichts erstrebenswert. Die Zentnerlast jedes Tages lastet auf mir, erdrückt mich, macht mich unbeweglich, starr, ich vegetiere und warte.“ „Agonie ist die Antwort auf all das, leer, kalt, leblos kriecht sie in mir empor, nimmt mich ganz langsam mit grausamer Bestimmtheit in Besitz.“ „So gerne wäre ich lebhaft, würde gern lachen und mich freuen, aber es gibt nichts zu lachen und nichts, worüber ich mich freuen könnte. So gerne würde ich schöne Dinge mit meiner Familie erleben, aber es gibt nichts, was sich zu erleben lohnt.“ So kommt es, dass die Feuerwehr mancherorts schon häufiger wegen Lebensmüder ausrücken muss als wegen Bränden. In Berlin verzeichnete sie 2020 eine massive Zunahme von Einsätzen mit dem internen Code 25D03, „Beinahe Strangulierung/Erhängen, jetzt wach mit Atembeschwerden“. Im Jahr 2018 war sie deswegen sieben Mal ausgerückt, 2019 drei Mal. Und im Jahr 2020? 294 Mal, nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres und Sport – eine Steigerung um 9800 Prozent. (1) Die psychischen Folgen der Panikmache in Medien und Politik untersuchte der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Berliner Charité, Prof. Michael Tsokos. Die betroffenen Verstorbenen, die er obduzierte, hätten so viel Angst vor dem Tod durch das Coronavirus gehabt, dass sie im Tod den einzigen Ausweg gesehen hätten. Als „Corona-Suizid“ bezeichnet er dieses tragische Phänomen. Unter anderem schildert Tsokos den Fall eines 39-jährigen Mitarbeiters einer europäischen Botschaft, der sich am 20. März 2020 das Leben genommen hatte. Wie die Kriminalpolizei ermittelte, hatte sich der Mann offenbar panisch vor einer möglichen SARS-CoV-2 Infektion gefürchtet. In seinen letzten Tagen habe er einen leichten grippalen Infekt gehabt. Einen Abstrich sahen Ärzte als nicht notwendig an, lehnten ihn daher ab. Wegen seiner grippalen Symptome habe der Mann aber derart paranoid befürchtet, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, dass er deshalb Suizid beging. Ein weiterer Fall aus Tsokos´ Sammlung: Am 8. April nahm sich ein 63-Jähriger das Leben, nachdem er gegenüber seiner Ehefrau hatte er offenbar Tage zuvor wiederholt geäußert hatte, in den letzten Nächten schwitze er vermehrt. Auch ihn trieb anscheinend Corona-Panik in den Selbstmord. Ähnlich tragische Selbsttötungen aus Corona-Angst wurden aus Frankreich bekannt. Selbst unter Jugendlichen haben Suizidversuche sprunghaft zugenommen. Nicht alle lassen sich rechtzeitig verhindern. So war es bei Werner, einem 17-Jährigen aus einer Kleinstadt nahe Berlin. Er stand kurz vor dem Abitur. Von einer Weltreise hatte er geträumt und dafür gespart. Danach wollte er studieren oder eine Berufsausbildung beginnen. Dann brach ein Jahr Homeschooling über ihn herein. Seinen Eltern klagte er über die Isolation, die Verbote, seine Zukunftssorgen. Er sehe keine Perspektive mehr. An einem Sonntagabend im Februar 2021 geht er in sein Zimmer, lädt ein letztes Mal Hausaufgaben in die ICloud der Schule hoch – und setzt seinem Leben ein Ende, noch ehe es richtig begonnen hat. „Euch trifft keine Schuld“ steht auf einem Zettel, den seine Eltern anderntags neben seiner Leiche finden. Knapp einen Monat zuvor hatte eine Mitschülerin keinen anderen Ausweg mehr gesehen. „Ich lasse mir nicht anhängen, dass ich Kinder quäle“, erklärte die Bundeskanzlerin kürzlich empört. Doch eben dies bewirken die immer wieder aufs Neue verlängerten Corona-Maßnahmen der Regierenden. „Kinder leiden und zerbrechen daran“, klagt Carsten Stahl vom Bündnis Kinderschutz e.V. an. „Da kann man sich nicht aus der Verantwortung schleichen. Wenn sich Kinder im Lockdown das Leben nehmen, dann seid Ihr verantwortlich! Das ist keine politische Entscheidung. Die Menschlichkeit muss im Vordergrund stehen und nicht Eure Machtinteressen. Kinder sind unsere Zukunft, nicht Ihr!“ Aus allen Teilen der Welt kommen ähnlich bestürzende Statistiken. In Japan starben im Oktober mehr Menschen durch Selbstmord als durch Covid-19 im gesamten Jahr 2020. „Dabei hatten wir nicht einmal einen Lockdown, und die Auswirkungen von Covid sind sehr minimal im Vergleich zu anderen Ländern“, sagt Michiko Ueda, außerordentlicher Professor an der Waseda Universität in Tokio und ein Experte für Suizide. „Trotzdem sehen wir diesen großen Anstieg der Anzahl von Selbstmorden. Das deutet darauf hin, dass andere Länder in der Zukunft einen ähnlichen oder sogar noch größeren Anstieg der Selbstmordzahlen sehen könnten." In Australien starben von März bis Juli 2020, während des ersten Lockdowns, sechs Mal mehr Menschen von eigener Hand als mit einer Coronainfektion – 1200 gegenüber 200. (2) In den Vereinigten Staaten „sehen wir unter Heranwachsenden jetzt leider viel mehr Selbstmorde als Todesfälle durch Covid“, wie der Direktor der nationalen Seuchenschutzbehörde CDC, Robert Redfield, schon im Juli 2020 einräumte. Bereits einen Monat zuvor hatte Dr. Mike deBoisblanc, Leiter der Notaufnahme einer Klinik bei San Francisco, Alarm geschlagen. „Wir haben in den letzten vier Wochen Suizidversuche in einem Umfang sonst wie in einem ganzen Jahr erlebt. (…) Das ist ohne Beispiel. Wir haben noch nie solche Zahlen in einer so kurzen Zeitspanne gesehen.“ (3) Allein im US-Bundesstaat Indiana stieg im Lockdown die Anzahl der Anrufe bei der Notrufzentrale für psychische Gesundheit und Suizid um 2000 Prozent – von täglich 1.000 auf 25.000. (4) Unter 1.000 High-School- und College-Studenten gaben fünf Prozent an, sie hätten während der Pandemie einen Selbstmordversuch unternommen. Auch in US-Medien häufen sich Berichte über Corona-Suizide unter Minderjährigen. Der New York Times zufolge brachte sich ein 14-jähriger Junge in Maryland um, weil er "aufgegeben" hatte, als seine Schule im Herbst noch immer nicht öffnete. Ein Elfjähriger erschoss sich während einer Zoom-Unterrichtsstunde. Das jüngste Opfer in Clark County, erst neun Jahre alt, hinterließ als letzte Notiz: In der Corona-Welt habe es nichts mehr zu erwarten. Auch andere Länder mit ähnlich strikten Schulschließungen wie die USA verzeichnen einen deutlichen Anstieg von Selbsttötungen. Wie Ian Hickie, Australiens ehemaliger Gesundheitsbeauftragter und Leiter des Brain and Mind Centre, kürzlich schätzte, dürfte die Zahl der landesweiten Suizide im Jahr 2020 von 3.000 auf bis zu 4.500 angestiegen sein; fast die Hälfte davon betreffe junge Menschen. Schon Mitte Mai 2020 hatten amerikanische Ärzte in einem offenen Brief an den damaligen US-Vizepräsidenten Mike Pence eine rasche „Öffnung“ der Gesellschaft gefordert. Vergeblich betonten sie, Covid-19 habe sich als viel geringer ungefährlicher heraus als ursprünglich angenommen; die Risikogruppen seien bekannt und könnten gezielt geschützt werden; eine sichere Immunisierung der Bevölkerung sei auch ohne Impfung möglich. Die Medien hätten die Bevölkerung unnötig terrorisiert - und damit einen starken Anstieg von Verzweiflung und Selbstmorden ausgelöst. In England sei unter jungen Menschen Suizid mittlerweile die häufigste Todesursache, erklärt eine Professorin der Universität von Nottingham, Ellen Townsend. „Wir müssen jetzt Prioritäten setzen, um weitere Tragödien zu verhindern. Die politischen Entscheidungsträger müssen das Richtige für die Kinder tun und sie so schnell wie möglich wieder in die Normalität zurückbringen." Die Einsamkeit durch Lockdowns sei genauso gesundheitsschädlich wie Rauchen und Fettleibigkeit, sie stehe in direktem Zusammenhang mit Selbstmordgedanken. Die "Generation Lockdown" werde noch jahrelang unnötig leiden. "Es ist unbestreitbar, dass junge Menschen in dieser Krise einen überwältigenden Schaden für ihre psychische Gesundheit erleiden." Eine österreichische Studie zur psychischen Gesundheit von rund 3000 Schülern fand, dass während der Coronakrise bereits 16 Prozent an Selbstmord dachten. (5) Einen explosionsartigen Anstieg von psychischen Erkrankungen und Selbstmordversuchen um bis zu 600 Prozent befürchtet Professor Ramesh Thakur, der ehemalige Vize-Rektor der United Nations University, des akademischen Zweigs der Vereinten Nationen. Weltweit könnte dies „bis zu 10-mal so viele Menschen töten als das Virus“. Allein der Verlust des Arbeitsplatzes, infolge der ökonomischen Verwüstungen durch das Lockdown-Regime, dürfte weltweit eine Welle zusätzlicher Suizide ausgelöst haben: Das befürchteten der Schweizer Psychiater Wolfream Kawohl und der Soziologe Carlos Nordt schon im April 2020 in der Fachzeitschrift Lancet Psychiatry. Sie analysierten Daten der Jahre 2000 bis 2011 aus 63 Ländern. Von den rund 800.000 Suiziden weltweit hängt demnach jeder fünfte unmittelbar oder indirekt mit Arbeitslosigkeit zusammen. Dass Corona-Suizide in keiner offiziellen Pandemie-Statistik auftauchen, werden versierte Faktenchecker selbstverständlich ohne weiteres als Fake News enttarnen können. Wer seinen Freitod in den Dashboards des Robert-Koch-Instituts und der John-Hopkins-University verewigt wissen will, braucht sich in seinen letzten Tagen ja bloß oft genug PCR-testen zu lassen. Die Chancen stehen gut, dass er irgendwann „positiv“ dasteht. Notfalls lässt sich dies posthum sicherstellen. In einem akut löschungsgefährdeten YouTube-Video berichtet eine Frau von einem Freund, der sich wegen der Corona-Maßnahmen umbrachte. Auf seinem Totenschein stand hinterher „Corona“ als Ursache. (6) Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) Nach t.me/nachrichtenportal. (2) https://7news.com.au/the-morning-show/gus-worland-talks-mental-health-during-covid-and-the-alarming-rate-of-suicide-in-australia-c-1221236; https://www.aier.org/article/madness-in-melbourne/ (3) Zit. nach https://www.stern.de/gesundheit/der-preis-des-lockdowns----in-vier-wochen-suizide-wie-in-einem-ganzen-jahr--9275302.html; siehe https://www.bassmedicalgroup.com/doctors/michael-w-deboisblanc (4) Nach https://swprs.org/facts-about-covid-19-archive/, der dort angegebene Twitter-Post wurde inzwischen gelöscht. (5) Nach Demokratischer Widerstand Nr. 40, 13.3.2021, S.3. (6) https://t.me/oliverjanich/43427, https://www.youtube.com/watch?v=Q4Km5EXvWNY&feature=youtu.be

  • Auf Mückenjagd mit der Abrissbirne

    Im unverhältnismäßigen „Krieg gegen das Virus“ findet eine beispiellose Sabotage statt - an der eigenen Wirtschaft. Während Großkonzerne davon profitieren und Aktienkurse immer neuen Höchstständen entgegenstreben, gehen mittlere und kleinere Betriebe reihenweise kaputt, werden Arbeitsplätze vernichtet, stehen unzählige Selbstständige vor den Trümmern ihrer beruflichen Existenz. Wird das am 18. April, dem nationalen „Corona-Gedenktag“, zur Sprache kommen? Eine Mücke lässt sich keineswegs nur mit der Fliegenklatsche jagen. Grundsätzlich geht das auch mit dem Vorschlaghammer, der Abrissbirne oder einem Sprengsatz. Ob sich politisch Verantwortliche beim „Kampf gegen das Virus“ in der Waffengattung vergriffen haben, ist umstritten. Außer Frage steht hingegen, welche Verwüstungen die Kriegsherren angerichtet haben. Die Weltwirtschaft ist im vergangenen Jahr so stark eingebrochen wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Welt-Sozialprodukt ging um rund 4,4 % zurück. Gleichzeitig stiegen die Schulden um etwa 20 Billionen auf 277 Billionen Dollar. Von Rotchinas Kommunisten zur Nachahmung verführt, stellen hyperaktive Seuchenschützer auch in der Bundsesrepublik sicher, dass Lockdown-Masochismus die Ökonomie seit über einem Jahr lähmt. „Die Corona-Krise war und ist ein Schock für die deutsche Wirtschaft, der seinesgleichen sucht“, stellt Michael Hüther fest, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Allein im ersten Quartal 2021 dürften sich die Kosten nach IW-Berechnungen auf rund 50 Milliarden Euro summiert haben. Insgesamt beläuft sich der coronabedingte Wohlstandsverlust bislang auf 250 Milliarden Euro. Binnen Jahresfrist stieg die Zahl der Arbeitslosen um 450.000 auf 2,75 Millionen, die Zahl der Kurzarbeiter auf 2,8 Millionen. Nach jüngsten Berechnungen des Handelsforschungsinstituts IFH werden hierzulande bis 2023 rund ein Fünftel aller stationären Läden für immer ihre Türen schließen müssen – rund 80.000 insgesamt. Gar einen Verlust von bis zu 120.000 Geschäften erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE). Für die Innenstädte und das gesellschaftliche Leben werde dies verheerende Folgen haben, warnte der HDE-Präsident Josef Sanktjohanser neulich in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Jeder einzelne durch den Lockdown verlorene Verkaufstag kostet die Einzelhändler 700 Millionen Euro; Woche für Woche kommt somit ein Minus von 4,2 Milliarden Euro zusammen. Rund 16.300 Firmen wurden im vergangenen Jahr zahlungsunfähig. Hinzu kommen 5.000 „Zombies“, die scheinbar am Leben bleiben, weil die Insolvenzregeln ausgesetzt wurden. Reihenweise gehen Unternehmen pleite, schlüpfen unter staatliche Schutzschirme, bauen Stellen ab, schließen Niederlassungen – von den Star-Inn-Hotels über die Modeketten Adler, Pimkie, Esprit und Promod, den Süßwarenhändler Arko, den Tee- und Kaffeespezialisten Eilles, die Friseurkette Klier, die Steakhouse-Kette Maredo und den Schuh- und Schlüsseldienst Mister Minit bis zu Saturn und Media Markt, Galeria Kaufhof Karstadt und C&A, die Modehäuser Hallhuber und Appelrath-Cüpper. (1) Auch in der weltgrößten Volkswirtschaft, den Vereinigten Staaten, „wütete“ weniger das Virus als blindwütige Virusbekämpfung. Bis Ende August 2020 schlossen dort über 164.000 Geschäfte – davon 60 % für immer. Unterdessen stieg das Gesamtvermögen von 651 US-Milliardären um mehr als 36 %. Zwischen März und Dezember 2020 sind die zehn wohlhabendsten Menschen der Welt um 540 Milliarden US-Dollar reicher geworden. In Großbritannien hatten bis Anfang April 2020 schon eine Million Menschen alle Einkommensquellen verloren. Wieso hat dieses historisch beispiellose Zerstörungswerk, parallel zu einer schamlosen Umverteilung von Unten nach Oben, nicht längst zu millionenfachem zivilem Ungehorsam und Generalstreiks geführt? Warum erschüttern die Deutschland-AG nicht unentwegt Massenproteste, gegen welche Wasserwerfer nicht einmal dann ankämen, wenn das Hygieneregime die Tanks mit der gesamten Nordsee befüllen ließe? Um Geschädigte ruhigzustellen, läuft die Gelddruckmaschine auf Hochtouren, so als gäbe es kein Morgen. Die Rechnung wird alsbald folgen. Ökonomen wie Professor Christian Kreiß sehen auf uns eine Hyperinflation zukommen, massenhafte Enteignungen per Vermögenssteuer, Staatsinsolvenzen, einen Banken- und Börsencrash, eine Währungsreform. „Gut aufeinander aufpassen“ sollen wir, so schärfen uns Seuchenschützer ein. Den Fürsorge-Radius ziehen sie dabei anscheinend nur zwischen Flensburg und Berchtesgaden. Gibt es kein Anderswo? Die Coronakrise hat die globale Kluft zwischen Arm und Reich dramatisch vertieft. In den wohlhabenden Ländern der nördlichen Hemisphäre verhindern soziale Sicherungssysteme zumindest das Allerschlimmste. Zwischen Berlin und Belfast, Lissabon und Wien verhungert niemand. Weitaus heftiger trifft die grassierende Coronoia hingegen Entwicklungsländer, die überwiegend auf der Südhalbkugel liegen. In der Regel gibt es dort kein Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld, keinen Kündigungsschutz, keine Kranken- und Rentenversicherung, keine Subventionen für kleine und mittlere Betriebe. Nichts und niemand lindert die ärgste Not. Von weltweit 3,3 Milliarden Arbeitskräften bewegen sich zwei Milliarden in einer „informellen Ökonomie“ ohne gesetzliche Regelungen (2); von festen Arbeitsverhältnissen können sie nur träumen. Sie sind Tagelöhner, die ohne Ersparnisse, ohne sozialstaatliche Absicherung von der Hand in den Mund leben; bestenfalls bleibt ihnen die Hoffnung, dass ihre Kinder sie mitversorgen. Mit Almosen ihrer Regierung können sie nicht rechnen. Ohne Einkommen, ohne Rücklagen fehlt ihnen Geld für Essen, für Miete, für öffentliche Verkehrsmittel, für Medikamente. Mittellos hausen sie in Elendsvierteln oder sind obdachlos. Die Folgen des Lockdown-Masochismus, dem die Erste Welt frönt, treffen die Zweite und Dritte deshalb mit voller Wucht. (Siehe KLARTEXT „Der gekaufte Planet“.) Große Teile der Bevölkerung vegetieren dort nun erst recht in bitterster Armut, können ihrem Elend nicht entkommen, sind verzweifelt, hungern und verhungern. Bereits am 22. April 2020 zitierte die New York Times unter der Schlagzeile „Instead of Coronavirus, the Hunger Will Kill Us“ Expertenschätzungen, denen zufolge die Anzahl der Hungernden bis zum Jahresende weltweit um 130 Millionen ansteigen wird. (3) Gar von 225 Millionen geht eine neuere Studie der Universität Oxford aus. (4) Laut UNO droht coronabedingt weltweit 1,6 Milliarden Menschen akut ein Verlust ihrer Lebensgrundlagen. (5) Ihren Schätzungen zufolge haben die staatlichen Reaktionen auf die Pandemie "zusätzliche 150 Millionen Kinder in multidimensionale Armut gestürzt - ohne Bildung, Gesundheit, Unterkunft, Ernährung, sanitäre Einrichtungen oder Wasser“. Schon Ende April 2020 warnten die Vereinten Nationen: „Die Welt steht vor einer "Hungersnot biblischen Ausmaßes, mit nur wenig Zeit zum Handeln, bevor der Hunger Hunderte von Millionen Menschenleben fordert." Die unabhängige Hilfsorganisation Oxfam geht davon aus, dass sich die Zahl der akut Hunger leidenden Menschen im vergangenen Jahr um 82 Prozent auf 270 Millionen nahezu verdoppelt hat; infolge der Pandemiepolitik starben laut Oxfam 6.000 bis 12.000 Menschen zusätzlich pro Tag an Hunger. In Indien saßen bei Pandemiebeginn Millionen von Wanderarbeitern fest, ohne eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aufgrund von Abriegelungsbefehlen konnten sie die Städte nicht verlassen. In Südafrika bildeten sich Ende April 2020 kilometerlange Essensschlangen. In Saudi-Arabien wurden "Hunderte, wenn nicht Tausende" afrikanischer Migranten - hauptsächlich äthiopische Männer - in Covid-Konzentrationslagern aus Mangel an Nahrung und Wasser dem Tod überlassen, nachdem im April ein Moratorium für die Abschiebung in Kraft getreten war. Hinzu kommt, dass andere Infektionskrankheiten als Covid-19 undiagnostiziert und unbehandelt blieben. Dadurch ist unter anderem mit 1,4 Millionen zusätzlichen Tuberkulose-Opfern zu rechnen. (6) Wie sich Corona-Lockdowns beispielsweise im östlichen Afrika ausgewirkt haben, weiß Detlef Müller-Mahn zu berichten, Professor für Humangeographie an der Universität Bonn. (7) „Was wir beobachten, ist eine massive Störung von Stadt-Land-Beziehungen als Folge des Lockdowns“, so stellt er fest. Die Händler seien nicht mehr auf die Dörfer gefahren, um Gemüse zu kaufen. In den Städten seien daraufhin Nahrungsmittel knapp geworden, die Preise explodierten auf das Zwei- bis Dreifache. Ein Großteil der Bevölkerung könne sich selbst Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Über Bauern sei der Lockdown zu genau jenem Zeitpunkt hereingebrochen, als sie dabei waren, die Felder für die nächste Aussaat vorzubereiten. Dringend benötigter Dünger und Saatgut wurden nicht geliefert. Auch die Versorgungsketten wurden unterbrochen. „Wir können noch gar nicht genau sagen, welche Konsequenzen das haben wird“, sagt der Afrikakenner. Darüber hinaus „sei „durch den fast kompletten Zusammenbruch des Tourismus eine wichtige Einnahmequelle verloren“ gegangen, sagt Müller-Mahn. Für Länder wie Namibia zum Beispiel sei das ein Desaster. Zumal das Land durch fortgesetzte Dürren ohnehin schon massive Probleme gehabt habe. Die Viehproduktion liege am Boden. Und an jedem Beschäftigten des Tourismus hingen zehn Familienangehörige, die von ihm leben. „Wir können das Ausmaß des wirtschaftlichen Einbruchs noch nicht genau bestimmen. Aber er wird wohl verheerend sein, in ganz Afrika.“ Allein 25 afrikanische Staaten stünden vor dem Staatsbankrott, befürchtete Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im vergangenen Herbst. Und daraus folgt? Fühlt sich unter seinen Kabinettsmitgliedern irgendwer mitverantwortlich dafür? Länder wie Indien und Pakistan verzeichnen sprunghaft angestiegene Selbstmordraten – nachdem Infektionsschutz massenhaft Lebensgrundlagen zerstörte, sehen viele Leidtragende keinen anderen Ausweg, als sich umzubringen. (Siehe KLARTEXT „Endgültig auf Abstand“.) Wird ein „Corona-Gedenktag“ stillschweigend darüber hinweggehen dürfen? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.chip.de/news/Bekannte-Modemarken-sind-besonders-betroffen-Diese-Geschaefte-verschwinden-aus-den-Innenstaedten_183296730.html; https://reitschuster.de/post/kosmetik-branche-vor-dem-ruin/ (2) https://www.imf.org/en/About/FAQ/imf-response-to-covid-19#Q1, Abschnitt „What do countries need to do to qualify for emergency assistance?“ (3) „WHO Director-General´s statement on IHR Emergency Committee on Novel Coronavirus (2019-nCoV)“, 30.1.2020, https://www.who.int/dg/speeches/detail/who-director-general-s-statement-on-ihr-emergency-committee-on-novel-coronavirus-(2019-ncov (4) Zit. nach https://www.heise.de/tp/features/Die-Forderungen-des-IWF-Respekt-vor-den-Regeln-der-Marktwirtschaft-erzwingen-4789632.html?seite=all (5) https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-04-02/world-s-virus-crisis-fighters-can-learn-from-greek-tales-of-woe; https://www.aljazeera.com/news/2020/04/greece-flattened-coronavirus-curve-200407191043404.html (6) https://summit.news/2020/05/08/1-4-million-people-to-die-from-untreated-tb-due-to-coronavirus-lockdown/; https://www.theguardian.com/global-development/2020/may/06/millions-develop-tuberculosis-tb-covid-19-lockdown (7) Nach https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/mehr-tote-durch-lockdown-als-durch-corona-in-afrika-hat-die-pandemie-die-krisen-massiv-verschaerft-li.108228

  • Nie war Fürsorge herzloser

    Der Hygienestaat hat Hunderttausende von Senioren ungefragt in Schutzhaft genommen. Weggesperrt in Heimen, die sich in Gefängnisse verwandelten, mussten sie völlige Isolation hinnehmen – selbst von Mitbewohnern und engsten Angehörigen. Über ihre Wünsche, ihre Bedürfnisse, ihre Risikobereitschaft, ihre Grundrechte geht diese Tyrannei rücksichtslos hinweg. Und sie dauert an, obwohl inzwischen fast alle durchgeimpft sind. Ihrer Würde beraubt, verfällt ein Großteil in Depression und Apathie. Körperlich und geistig bauen sie erschreckend ab. AHA-betreut von gesichtslos Maskierten, leiden und sterben sie einsam. Wenn man alte Menschen einsperrt, was bleibt ihnen dann noch vom Leben? Keine Fürsorge könnte herzloser sein, kein vorgeblicher Akt der Humanität unmenschlicher. Wer wird diese Heuchelei am „Corona-Gedenktag“ ansprechen? Wie rasch sich im Namen der Humanität völlig inhumane Regelungen durchsetzen lassen, wird seit einem Jahr nirgendwo deutlicher als in den allermeisten der 12.000 Pflegeheime in Deutschland. Obwohl von den 900.000 Bewohnern bis Ende März über 95 Prozent eine Erstimpfung erhalten haben und rund drei Viertel eine zweite, herrschen weiterhin strenge Kontaktbeschränkungen. Das allgegenwärtige Süßholzgeraspel vom „Gut-aufeinander-aufpassen“ entpuppt sich als Anstiftung zu schier unerträglicher Unmenschlichkeit. Nur wenige Senioren haben sich so viel Lebenskraft, geistige Klarheit und Selbstachtung bewahrt, um dagegen aufzubegehren. Zu ihnen zählt der Ex-Staatssekretär Ulrich Thurmann, studierter Jurist und einst leitender Beamter unter vierzehn Ministern. In einem bewegenden Appell fordert der inzwischen 84-Jährige die staatlichen Infektionsschützer auf, das Bevormunden und Gängeln der Alten einzustellen: „Hört endlich auf, mich zu retten! (…) Ich erkläre hiermit ausdrücklich, dass ich als ‚Schutzgut sehr alter Mensch‘ nicht durch diese Politiker geschützt werden möchte, die besser wissen als ich, was für mich gut ist.“ „Hört endlich auf, mich zu retten!“ „Wie fühle ich mich angesichts der Anstrengungen, die die derzeit Regierenden zu meiner Rettung unternehmen?", fragt der Greis. "Ich fühle mich beschissen. Ich sehe nicht, dass meinetwegen die Welt stillstehen muss. Ich gehöre zu den Höchstgefährdeten mit meinen 84 Jahren. Gefährdet bin ich aber nicht nur durch Corona, sondern aufgrund meines Alters schon ganz allgemein durch etwas, das sich Tod nennt. In meinem Alter denkt man an den Tod als etwas Normales, Tägliches, das jederzeit geschehen kann. Ich kenne Altersgenossen, die sich aus Angst, einige Monate oder Jahre früher zu sterben als sowieso zu erwarten, in ihren Wohnungen einschließen und sich das Essen bringen lassen. Sie hören aus Angst vor dem Tod auf zu leben.“ „Der Tod ist in meinem Alter nichts Abstraktes mehr, wie noch in der Jugend. Ich habe sehr viele Menschen gekannt. Fast alle diese Menschen sind tot – auch ohne Corona: nach schwerer Krankheit, durch Unfälle, durch Selbstmorde (erstaunlich viele), durch Alter oder auch einfach so." „Ich bin völlig zufrieden, meinen Weg zu Ende zu gehen und im Krankheitsfall auf die Menschen und Einrichtungen zu vertrauen, die ich kenne und die sich auskennen. Wenn es dann trotzdem zum Ende geht, kann ich sterben in der Gewissheit, dass meinetwegen keine Vielzahl von Menschen leiden muss.“ „Ich habe das alles nicht gewollt.“ Näheres im KLARTEXT „In Schutzhaft“. Harald Wiesendanger

  • Tanzen gegen Corona-Tristesse

    Ein französischer Protestsong geht viral: „Danser Encore“ geht zu Herzen und in die Beine. Er lädt ein, nicht länger stillzusitzen, sich isolieren zu lassen - sondern gemeinsam aufzustehen, sich in Bewegung zu setzen. In Frankreich ist „Danser Encore“ zur Hymne des friedlichen Widerstands gegen die Coronapolitik geworden. Immer öfter bilden sich spontan Gruppen von Leuten aus allen Generationen, die ihre Masken herunterziehen, um gemeinsam das lebensfrohe Lied anstimmen, während sie dazu ausgelassen tanzen: auf Plätzen, in Fußgängerzonen, in Parks, vor Bahnhöfen, an Uferpromenaden. Viele Umstehende lassen sich mitreißen. „Wir wollen tanzen“, so singen sie, „sehen, wie unsere Gedanken unsere Körper umarmen, und unser Leben nicht in Raster pressen lassen. Wir sind wie Zugvögel, weder zahm noch gefügig. Wenn am Abend der König sein Urteil fällt, dann erweisen wir ihm keine Reverenz. Unser Vertrauen ist durch die autoritären Maßnahmen zerstört. Lassen wir uns nicht bange machen von den Verkäufern der Angst.“ Die aufrüttelnde Botschaft lautet: Leben bedeutet nicht warten, bis der Sturm vorüberzieht – sondern im Regen zu tanzen. Für „Flashmobs“ eignet sich der mitreißende Song hervorragend. Weil die Performance nicht an Sicherheitsabständen scheitert, sind Ordnungshüter machtlos. Das frech-fröhliche Lied stammt von dem französischen Musiker Kaddour Hadadi, Sohn algerischer Einwanderer, und seiner Gruppe HK et les saltimbanks. Saltimbanques: das sind Gaukler, Unterhaltungskünstler, die sich ihrem Publikum auf offener Straße präsentieren – lauter Corona-Geschädigte also, deren berufliche Existenzen staatlicher Hygieneterror massenhaft zerstört hat. Zwei Millionen Mal wurde das offizielle Musikvideo bei YouTube bereits aufgerufen. Zahlreiche Clips von Aktionen, die Nachahmer zeigen, haben bis zu einer Million Klicks erreicht, siehe z.B. hier am 4. März im Pariser Bahnhof Gare du Nord, hier am 24. Februar in Marseille, hier am 21. März in der westfranzösischen Hafenstadt La Rochelle. Oder auch hier, hier, hier und hier. Eine deutsche Version des Liedtexts findet sich unter anderem hier. Eine filmisch dürftig umgesetzte, stimmlich eher unterbemittelte Performance bietet eine Drei-Mann-Gruppe hier. In den ersten Tagen seiner Amtszeit hatte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron für Empörung gesorgt, als er jene demütigte, die „nichts sind“: „Il y a des gens qui réussissent et ceux qui ne sont rien — Es gibt Leute, die Erfolg haben, und solche, die nichts sind“. Diese menschenverachtende Bemerkung griff Hadadi auf, als er Macron einen musikalischen Entlassungsbrief schickte: „Les fainéants sont dans la rue — Die Nichtsnutze sind auf der Straße.“ „Eine Zeit lang war von der Protestmentalität der Franzosen nicht viel zu spüren“, schreibt die französische Autorin Kerstin Chavent in einer Laudatio auf „Danser Encore“. „Sie schien sich mit der zerschlagenen Gelbwestenbewegung und den durchwachten Nächten erschöpft zu haben. Doch mittlerweile zieht ein frischer Frühlingshauch durchs Land, der die Menschen wieder aus ihren Häusern und auf die Straße holt. Die Leute haben die Nase voll. Ras-le-bol! Es wird wieder demonstriert. Während manche Impfdose vergeblich auf Kunden wartet, brodelt und gärt die allgemeine Unzufriedenheit. Ob Resignation oder Revolution den Ton angeben, das wird gerade entschieden.“ Harald Wiesendanger

  • Auf nach Texas - zurück zur alten Normalität

    Kein Maskenzwang mehr, nirgendwo. Keine Testpflicht. Schulen und Hochschulen, Geschäfte und Betriebe, Cafés, Bars und Restaurants, Museen, Ämter: alle geöffnet. Versammlungen, Veranstaltungen jeglicher Art: unbegrenzt erlaubt. So frei geht es nicht etwa bloß in Wunschträumen unbelehrbarer Covidioten zu, sondern in Texas: Am 3. März endeten dort sämtliche Corona-Einschränkungen. Ist seither über den zweitgrößten Bundesstaat der USA die Viren-Apokalypse hereingebrochen? 12. April 2021: Im „Globe Life Field“, einem Baseball-Stadion in der 400.000-Einwohner-Stadt Arlington, treten die einheimischen Texas Rangers gegen die Toronto Blue Jays an. Sie verlieren 2:6. Ansonsten gab es an diesem historischen Tag nur Gewinner. Am 12. April triumpierten: die Freiheit, die Wahrheit, die Demokratie, der Föderalismus. Das Miteinander. Die Menschlichkeit. 40.518 Plätze fasst das Stadion – und es war nahezu ausverkauft, 38.238 Zuschauer kamen. Viele Fans hatten sich schon Stunden vor dem Spiel draußen versammelt, grillten, sangen, spielten miteinander. Ausgelassen, distanzlos und zumeist unmaskiert feierten sie voller Vorfreude Amerikas erstes großes Sport-Event seit Beginn der unsäglichen Plandemie. Während des Spiels machten Lautsprecher-Durchsagen auf „Social Distancing“ aufmerksam. Sie verhallten weitgehend ungehört. Prompt bezeichnete US-Präsident Joe Biden das Spektakel als „Fehler“ und „verantwortungslos“. (1) Schließlich drohe doch eine „vierte Welle“. »Sie sollten auf Dr. Anthony Fauci, die Wissenschaftler und die Experten hören“, mahnte Biden. Doch Texas lässt der Rüffel aus dem Weißen Haus eher kalt. Was unter Amerikas Viren-Alarmisten blankes Entsetzen auslöste, hatte anderthalb Wochen zuvor Gouverneur Greg Abbott möglich gemacht. "Jetzt ist die Zeit, Texas hundertprozentig zu öffnen", erklärte der 63-jährige Republikaner am 2. April. Die Zeit für Einschränkungen sei vorbei. "Das muss ein Ende haben. (…). Jeder, der arbeiten möchte, sollte diese Möglichkeit haben. Jedes Geschäft, das geöffnet sein möchte, sollte geöffnet sein.“ (2) Dem widersetzte sich der Bürgermeister von Austin, Steve Adler. In seiner Stadt werde er die Maskenpflicht beibehalten. (3) Der Generalstaatsanwalt von Texas reichte dagegen umgehend Klage ein. (4) 16 weitere US-Bundesstaaten lockerten ebenfalls, von Florida über Georgia, Mississippi und Wyoming bis Tennessee. In South Dakota hatte es ohnehin nie einen Lockdown gegeben. (Siehe KLARTEXT „Aufstand der Neandertaler“.) Zwar bleiben die rund 29 Millionen Einwohner von Texas aufgerufen, sich an medizinische Ratschläge zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu halten. Es bedürfe aber keiner staatlichen Vorschriften mehr, so erklärte Abbott. Falls die Auslastung der Krankenhäuser in einem Bezirk wider Erwarten stark steigen sollte, könne die betroffene Region neue Beschränkungen verhängen. Abbotts Anordnung schließt eine Bestimmung für Bezirksrichter in Texas´ 22 Regionen ein: „Covid-19-Milderungsstrategien“ sollen angewandt werden, sofern die Anzahl der Krankenhausaufenthalte an sieben aufeinanderfolgenden Tagen die Bettenkapazität um mehr als 15 Prozent übersteigt. Aber selbst dann, so verfügte Gouverneur Abbott, dürfen bei Verstößen, zum Beispiel gegen eine mögliche örtliche Maskenpflicht, keine Strafen verhängt werden. „Bezirksrichter dürfen weder Haftstrafen für die Nichtbefolgung von COVID-19-Anordnungen, noch für das Nichttragen einer Gesichtsmaske verhängen“, so heißt es in dem Erlass. „Wenn auf Bezirksebene Beschränkungen auferlegt werden, dürfen diese keine Reduzierung der Kapazität auf weniger als 50 Prozent für irgendeine Art von Unternehmen beinhalten.“ Was hätten Alarmisten wie Drosten und Wieler, Lauterbach und Söder daraufhin wohl den Texanern prophezeit? Knapp anderthalb Monate nach Abbotts Befreiungsschlag stünden sie blamiert da. Denn anschließend stiegen Texas´ Fallzahlen nicht etwa an, schon gar nicht „exponentiell“. Sie sanken – auf das niedrigste Niveau seit Juni 2020: Ebenso rückläufig sind in Texas seit dem Ende des Hygieneregimes die Einweisungen ins Krankenhaus mit Covid-19: Auch haben Leichenbestatter neuerdings keineswegs mehr zu tun. Seit Anfang April sterben nicht mehr Texaner an oder mit Covid-19, im Gegenteil: Am 6. April brüskierte Texas die Biden-Administration ein weiteres Mal: Es untersagte staatlich verordnete Impfpässe, wie sie New York momentan einführt. Gouverneur Abbott stellte eine entsprechende Executive Order vor, die jede Regelung verbietet, die von Texanern verlangen würde, einen Impfnachweis zu zeigen, bevor sie ein Produkt oder eine Dienstleistung erhalten. „„Staatliche Behörden und politische Untergliederungen dürfen keine Anordnungen, Verordnungen, Richtlinien, Vorschriften, Regeln oder ähnliche Maßnahmen erlassen oder durchsetzen, die von einer Person als Bedingung für die Inanspruchnahme einer Dienstleistung oder das Betreten eines Ortes, eine Dokumentation über den Impfstatus der Person für einen COVID-19-Impfstoff verlangen“, so heißt es in dem Erlaß. Kein privates Unternehmen, das staatliche Mittel erhält oder von Steuergeldern profitiert, darf auf einem Impfnachweis bestehen. Von dieser Anordnung befreit sind lediglich Pflegeeinrichtungen. Impfungen seien „immer freiwillig und nie gezwungen“. Es dürfe nicht sein, dass man private Gesundheitsinformationen offenbaren müsse, „nur um durch sein tägliches Leben zu gehen“, erklärte Abbott. „Wir werden weiterhin mehr Texaner impfen und die öffentliche Gesundheit schützen, aber wir werden dies tun, ohne die persönlichen Freiheiten der Texaner zu beschneiden.“ Und so konnten Tausende kürzlich an Texas´ Stränden wie erlöst den „Spring Break“ feiern. Wer in Merkelland schon vergessen hat, welches mögliche Leben er dem Hygieneregime opfert, nimmt die Videobilder von South Padre Island an der texanischen Karibikküste am besten als Gedächtnisstütze: Soweit Leitmedien die texanische Rückkehr zur Normalität erwähnenswert finden, scheinen sie eher auf ein Scheitern zu lauern. Zuletzt sei die Inzidenz wieder leicht angestiegen, bemerken sie. Na und, solange es nicht mehr Kranke und Tote gibt – und weit und breit keine „Überlastung des Gesundheitswesens“ in Sicht ist? Wer sich von einer experimentellen mRNA-Injektion geschützter fühlt als vom eigenen Immunsystem, darf sich im übrigen auch in Texas impfen lassen; jeder Fünfte hat sich dort schon zum Versuchskaninchen für die neuartigen Covid-19-Vakzine gemacht. Dass Hospitalisierungen von positiv SARS-CoV-2-Getesteten seit kurzem wieder etwas häufiger vorkommen, könnte damit zusammenhängen. Der Fluchtweg nach Texas führt für unsereins leider weiterhin durch die Minenfelder von Hygieneterroristen. Vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ in das „Risikogebiet“ USA „warnt“ das Auswärtige Amt nach wie vor. Wer dorthin will, muss seiner Fluggesellschaft vor Einreise in die Vereinigten Staaten einen negativen PCR- oder Antigentest vorlegen, der nicht älter als drei Tage sein darf. Während des Fluges sowie an den Flughäfen besteht Maskenpflicht. Zehn Flugstunden östlich von Arlingtons „Globe Life Field“ machen sich Europas Seuchenschützer unterdessen weiterhin lächerlich, indem sie Sportveranstaltungen in vollständig leeren Stadien stattfinden lassen – so als gefährde auch nur ein einziger Zuschauer, sobald er einen von mehreren zehntausend freien Sitzplätzen einnimmt, die Volksgesundheit, selbst wenn er sich FFP2-maskieren würde. Auf dem grünen Rasen hauchen sich unterdessen 22 Kicker unentwegt aus nächster Nähe Killerkeime ins Antlitz, wabern virologisch bedenkliche Aerosole durch hochfrequentierte Strafräume. Wie können es Mainstream-Journalisten mit ihrem Gewissen, ihrer Standesethik, ihrem Selbstverständnis als „Vierter Gewalt“ vereinbaren, über coronoiafreie Weltregionen wie Texas hinwegzuschweigen – und lieber eine Horrorshow in Endlosschleife mitzuinszenieren? Wer spendiert den Mitgliedern von Deutschlands Panikorchester schleunigst einen Bildungsurlaub in Texas, ehe sie über weitere „Wellenbrecher“, „Notbremsen“ und „Brücken-Lockdowns“ schwadronieren? Kürzlich orakelte der Chefvirologe der Republik, Christian Drosten: „Jetzt hilft nur noch der Holzhammer.“ Fragt sich bloß, bei wem. Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.espn.com/espn/story/_/id/31174442/president-joe-biden-calls-no-limit-fans-texas-rangers-stadium-not-responsible; https://www.focus.de/sport/mehrsport/baseball-team-in-texas-spielt-vor-fast-40-000-fans-biden-kritisiert-fehler_id_13163336.html; https://www.spiegel.de/sport/joe-biden-kritisiert-zuschauerplaene-im-us-sport-es-ist-nicht-verantwortungsvoll-a-ba6f89c5-d6c0-4dd4-b47c-e6c3f910946f (2) https://www.n-tv.de/panorama/Texas-und-Mississippi-beenden-Corona-Massnahmen-article22397910.html; Tim Fitzsimons, Texas and Mississippi to lift mask mandates and roll back Covid restrictions, NBC News vom 2. März 2021; s. https://www.youtube.com/watch?v=VTA30u5yeqQ; https://www.youtube.com/watch?v=EjwrQY0ze2g; https://www.youtube.com/watch?v=I3kzVQKgKYc (3) John Bowden, Texas AG demands Austin drop mask mandate or face legal action, The Hill vom 10. März 2021. (4) Christina Maxouris/Jason Hanna/Amir Vera, Texas attorney general files lawsuit against Austin leaders over mask requirement, CNN vom 11. März 2021. Foto Menschenmenge: Keith Johnston; Grafik Texas-Flagge: Gordon Johnson; Foto Rio Grande: David Mark.

  • Scheinheiliges Gedenken

    Allen sogenannten „Corona-Opfern“ widmete das Hygieneregime am 18. April einen nationalen Gedenktag. Bloß wie vielen? Rund 80.000 Tote beklagten die versammelten Trauergäste. So viele will das Robert-Koch-Institut ermittelt haben. In Wahrheit könnten es, je nach Zählweise, wenige hundert sein. Oder mehrere hunderttausend. Wer aufmerksam zuhörte und das Nachdenken gerne selber erledigt, konnte es frühzeitig kommen sehen. Allerspätestens vor einem Jahr, am 23. März 2020, hätte zwischen Flensburg und Garmisch jedem Inhaber einer funktionsfähigen Großhirnrinde ein Licht aufgehen müssen: Wir werden beschissen. An jenem Tag sonderte ein unmaskierter Robert Wieler, Direktor des Robert-Koch-Instituts (RKI), in die deutsche Medienlandschaft bei einer Pressekonferenz ein infektiologisch hochbedenkliches Aerosol mit einer ungeheuerlichen Verlautbarung ab, die nach strengen Maßstäben allein schon ausgereicht hätte, ihm unverzüglich seinen Chefsessel und seinen Professorentitel wegzunehmen: „Wir melden alle Fälle, die Covid-19-positiv sind und gestorben sind, als Covid-19-Sterbefälle.“ Schlimm genug, dass dieser weisungsgebundene, dem Gesundheitsminister unterstellte Veterinär hierbei eine Krankheit, Covid-19, mit einem positiven PCR-Befund verwechselte, diesen wiederum mit dem Nachweis einer Infektion durch aktive SARS-CoV-2-Viren. Der eigentliche Skandal lag in seiner unverfrorenen, wie selbstverständlich geäußertem Bekenntnis: Hey Leute, übrigens fälschen wir die Sterbestatistik. Ebenso skandalös ist, dass Mainstream-Medien dabei wie gleichgeschaltet mitspielten. Von Anfang an. Bis heute. Seit Ende März 2020: Wer im letzten Monat vor seinem Ableben positiv auf das neue Coronavirus getestet wurde, tritt als „Corona-Opfer“ ab – selbst wenn er einem Krebsleiden oder einer anderen schwerwiegenden Grunderkrankung erlag wie Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenversagen, einer heftigen Grippe, einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall; selbst wenn er bei einem Unfall oder wegen einer Vergiftung umkam, ermordet wurde oder sich selber umbrachte. Statistisches Bundesamt „rettet“ mehrere tausend Fälle vor dem Corona-Exitus Das Statistische Bundesamt zählt „Corona-Tote“ strikter als Wielers RKI. Ihm genügt es nicht, dass irgendwo auf dem Totenschein „Covid-19“ auftaucht. Es muss darauf ausdrücklich als „Grundleiden“ vermerkt sein. Daraus ergeben sich bislang mehrere tausend Seuchenopfer weniger: Im Gesamtjahr 2020 registrierte das Bundesamt 39.201 „Covid-19-bedingte“ Todesfälle; im neuen Jahr kamen bis einschließlich der elften Kalenderwoche (15. bis 21. März) 31.552 hinzu. Insgesamt wären es also rund 70.800. Gefälschte Totenscheine Aber auch das Bundesamt kann insgeheime Urkundenfälschungen nicht ausschließen. Um möglichst hohe Opferzahlen zu produzieren, war vielerorts von Anfang an – man muss es so deutlich sagen - eine geradezu kriminelle Energie am Werk. (1) Wie am Fließband frisieren manche Ärzte Totenscheine - auf Anweisung von oben, durch Klinikleitungen oder Gesundheitsbehörden, oder weil es an Covid-19-Toten mehr zu verdienen gibt. (2) Die irische Medizinerin Dolores Cahill, Professorin an der Universität Dublin, überprüfte 1700 Fälle, bei denen der Totenschein als Sterbeursache „Covid-19“ angab. Bei Auswertung der Patientendaten musste sie feststellen: Nur 92 der 1700 angeblichen „Corona-Toten“ verstarben ausschließlich an Covid – der Rest tat es nachweislich aus anderen Gründen. (3) Solche Urkundenfälschung „ist ein Verbrechen“, stellt Cahill klar. „Darauf stehen mehrere Jahre Gefängnis.“ Selbst Impftote werden neuerdings plötzlich zu „Corona-Opfern“. Hinterbliebene lassen sich ihr Einverständnis abkaufen, dass ihr verstorbener Angehöriger kurzerhand zum „Corona-Toten“ umetikettiert wird. (4) Wer ablehnt und die Ungeheuerlichkeit öffentlich machen will, findet kaum Gehör. Um wie viele Sterbefälle haben Betrügereien die offizielle Seuchenstatistik aufgebläht? Eine Ahnung davon vermittelt eine Quelle, die noch kein Faktenchecker als Fake News-Schleuder ausgemacht hat: die amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC. Daten zufolge, die sie am 26. August 2020 veröffentlichte, ist nur in sechs Prozent aller Sterbefälle, die als „coronabedingt“ in die Statistik eingehen, Covid-19 die ausschließliche Todesursache. Sechs Prozent. Auf die Bundesrepublik übertragen, dürfte SARS-CoV-2 allein demnach allenfalls knapp 5000 Corona-„Fälle“ dahingerafft haben. Zur Erinnerung: Insgesamt 982.000 Deutsche verstarben im vergangenen Jahr, ohne dass unser Bundespräsident feierlich eine Kerze für sie anzündete. Womöglich dürfte sogar nur jeder hundertste Verstorbene, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, als echter „Corona-Todesfall“ durchgehen. Das legen Daten aus Italien nahe. (5) Ihnen zufolge wiesen über 99 % der Betroffenen eine oder mehrere chronische, lebensbedrohliche Vorerkrankungen auf. Nur bei 12 % war Covid-19 ein Kofaktor – und kaum jemals der ausschlaggebende. Erst Obduktionen schaffen Klarheit Tatsächlich könnten es noch weniger sein. Denn nur selten finden bei mutmaßlichen „Corona-Opfern“ Obduktionen statt, um der wahren Todesursache auf den Grund zu gehen. Der erste deutsche Rechtsmediziner, der sich davon durch sonderbare Warnungen des RKI nicht abhalten ließ, war Professor Klaus Püschel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. An sämtlichen Hamburgern, die vermeintlich dem Wuhan-Virus erlegen waren, führte er eine innere Leichenschau durch. „Ohne Vorerkrankung ist an Covid-19 noch keiner gestorben“, stellte er daraufhin bereits Anfang April 2020 klar. „Alle, die wir bisher untersucht haben, hatten Krebs, eine chronische Lungenerkrankung, waren starke Raucher oder fettleibig, litten an Diabetes oder hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.“ Da sei SARS-CovV-2 lediglich der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. (6) Demnach war schon vor einem Jahr glasklar: SARS-CoV-2 ist kein Killer wie Ebola, der wahllos Kerngesunde jeden Alters dahinrafft. So gut wie immer gibt eine Infektion bloß bei erheblich Vorerkrankten und Immunschwachen den fatalen Ausschlag. An echten „Corona-Opfern“, die einzig und allein dem Wuhan-Virus erlagen, gibt es in Deutschland demnach wohl höchstens ein paar Dutzend zu beklagen. Unterlassene Hilfeleistung Diesen paar Betroffenen hätte niemand den letztendlichen Tod ersparen können. Zumindest wäre aber zu verhindern gewesen, dass Covid-19 dazu entscheidend beitrug. Vitamin D, Zink und viele weitere bewährte Mittel der Natur- und Erfahrungsheilkunde hätte ihr Immunsystem stärken können. (Siehe KLARTEXT „Wie Phönix unter der Asche“.) Auch hochwirksame antivirale Medikamente wie Ivermectin (KLARTEXT „Ein ‚Game Changer‘, der nicht mitspielen darf“) und – richtig dosiertes, bei bekannten Kontraindikationen vermiedenes – Hydroxychloroquin hätten in den allermeisten Fällen verhindert, dass es zu Infektionen kommt; dass Infizierte schwer erkranken; dass der Krankheitsverlauf auf die Intensivstation führt, von dort auf den Friedhof. Chancen für Prävention und Therapie zu verschweigen, weil sie Impfungen überflüssig machen könnten, grenzt an unterlassene Hilfeleistung. Ob es am 18. April nun Zehntausende von „Corona-Opfern“ zu beklagen gilt, wenige tausend oder bloß ein paar hundert: In jedem Fall gilt das organisierte Gedenken Menschen, die im Durchschnitt ihren letzten Atemzug völlig im Einklang mit ihrer statistischen Lebenserwartung getan haben: mit 83 Jahren. Ebenso klarzustellen wäre, dass eine Ansteckung mit SARS-CoV2 kein höheres Sterberisiko mit sich bringt als es eine mittelschwere Grippe: Nach jüngsten Studien liegt die Infection Fatality Rate (IFR) weltweit gerade mal bei 0,15 %, in Europa zwischen 0,3 und 0,4 %. Im globalen Mittel liegt sie für unter 70-Jährige bei 0,05 %, bei unter 40-Jährigen beträgt sie 0,01 %. (7) Ein Killerkeim wütet wahrlich anders. Und so würden wir die Berliner Trauergesellschaft gerne mit der lästigen Frage stören: Wieso hatten nicht schon die über 25.000 Grippetoten des Winters 2017/18 einen nationalen Gedenktag verdient? Wieso widmet unser Bundespräsident einen Staatsakt nicht 330.000 Herz-Kreislauf-Erkrankten oder 230.000 Krebspatienten, die alljährlich ihrem Leiden erliegen? Gibt es in Deutschland Tote erster und zweiter Klasse? Darf man wegen allem und jeglichem geräuschlos abtreten, bloß nicht wegen Covid-19? Wer gedenkt der Kollateral-Toten des Hygieneregimes? Und wer betrauert am 18. April die Kollateral-Toten staatlichen Infektionsschutzes? (KLARTEXT „Unterwegs zum Gipfel der Heuchelei“.) Wird sich unter den versammelten Lockdown-Fetischisten irgendeiner schuldig bekennen, unbedachte Entscheidungen getroffen oder mitgetragen zu haben, die weit mehr Menschenleben forderten, als Maskenzwang, Ausgangssperren, Schließungen und sonstige Maßnahmen jemals hätten retten können? Allein während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 wurden über 900.000 notwendige Operationen verschoben, darunter 52.000 an Tumorpatienten; Therapien wurden unterbrochen, Untersuchungen versäumt. Unzählige Notfälle blieben unversorgt. (8) Und wie viele Mitbürger hat staatlicher Infektionsschutz-auf-Teufel-komm-raus in eine unwürdige Isolationshaft gezwungen? Wie viele trieb es in Verzweiflung, in den Ruin, in den Selbstmord? (Siehe KLARTEXT „Endgültig auf Abstand“.) Wie viele Kinderseelen hat es traumatisiert? Wie viele Alte ließ es traurig, einsam und verbittert sterben, gewaltsam separiert von ihren nächsten Angehörigen? (Siehe KLARTEXT „Nie war Fürsorge herzloser“.) Viele Hinterbliebene werden es eher als Hohn empfinden, wenn ihnen führende Repräsentanten des Hygieneregimes, nachdem sie Seniorenheime kaltblütig in Gefängnisse verwandelten, nun krokodilstränenreich ihre „tiefe Anteilnahme für den großen Verlust“ versichern, eine „unendliche Trauer und unendlichen Schmerz“ nachempfinden, wie ihnen unser Staatsoberhaupt vorsorglich schon im März androhte. Wer braucht vergiftete Empathie? Uns schwant, weshalb rund um die Berliner Gedächtniskirche und dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt, den beiden Hauptschauplätzen des offiziellen Gedenkens, die Laternen ausgeschaltet bleiben können, wenn es am 18. April dunkel wird. „Warum sind nachts unsere Straßen so hell? Wegen der vielen Scheinheiligen, die unterwegs sind“, wie dem Schriftsteller Edward Blanck schon vor einem Dreivierteljahrhundert herausfand. Welcher Trauergast, welches Leitmedium erwähnt am 18. April, dass von einer Übersterblichkeit in Deutschland im Pandemiejahr 2020 keine Rede sein konnte – abgesehen von den Lockdown-Monaten, die sie angeblich verhindern sollten? Wer zitiert das Statistische Bundesamt mit den jüngsten Todesfallzahlen: Im März 2021 starben hierzulande 81.359 Menschen – 11 % weniger als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 für diesen Monat. Und wer verliert am 18. April auch nur ein einziges Wort über jene, die öffentlich unbetrauert und eher totgeschwiegen von uns gegangen sind, weil sie blauäugig einer überwältigenden Impfpropaganda auf den Leim gingen? Für den größten medizinischen Feldversuch aller Zeiten stellten sie sich als Versuchskaninchen zur Verfügung – und ließen sich schlampig geprüfte, hochriskante mRNA-Vakzine spritzen, deren Langzeitwirkungen niemand kennt. Viele von ihnen gehörten Altersgruppen an, deren Risiko, einer SARS-CoV-2-Infektion zu erliegen, im Bereich der Wahrscheinlichkeit liegt, auf dem Weg zur Arbeit von einem Auto überfahren zu werden oder sich bei einem Treppensturz das Genick zu brechen. In der Altersgruppe zwischen 25 und 65 ist ein Covid-19-Tod seltener, als an verschlucktem Essen zu ersticken. Unter 25-Jährige werden häufiger vom Blitz erschlagen. Und für so gut wie alle Corona-Impftoten gilt: Hätten sie ihrem Immunsystem eher vertraut als einem Pharmaprodukt, so wären sie noch unter uns. Auf dem Sterbebett: die freiheitlich-demokratische Grundordnung Schon gar nicht wird am 18. April von einem weiteren „Corona-Opfer“ die Rede sein: unserem Rechtsstaat, dem Gegenentwurf zu einer alles kontrollierenden, menschenverachtenden Diktatur nach rotchinesischem Vorbild, dem unsere politische Elite besinnungslos nacheifert. Nach dem ersten Jahr einer „epidemischen Lage“ ohne echte Notlage hat vor allem ein Krisenaspekt „nationale Tragweite“ erlangt: die schleichende Erosion fast aller Säulen unseres Gemeinwesens. Statt eine außer Rand und Band geratene Exekutive zu zügeln, entmachten sich Parlamente freiwillig selbst. Im Justizapparat überwiegen Richter, die grob verfassungswidrige Gesetze und Verordnungen ohne Beweisaufnahme anwenden. Das Verfassungsgericht sieht tatenlos zu, sein Präsident von Merkels Gnaden verteidigt eifriger die Regierung als das Grundgesetz. Ein Fall für den Verfassungsschutz wäre dieser jahrzehntelange CDU-Karrierist ebenso wie der Generalbundesanwalt – wenn der Verfassungsschutz nicht schon selber beobachtungsbedüftig wäre. Doch dieser beschnüffelt lieber Querdenker, die sich verdächtig machen, indem sie auf Einhaltung des Grundgesetzes bestehen. Ein überfälliger Corona-Untersuchungsausschuss, zu dem der Bundestag sich längst hätte aufraffen müssen, findet außerparlamentarisch statt, verhöhnt von Faktencheckern und zensiert von sozialen Medien. Die Vierte Gewalt ist paralysiert, Redaktionen geben sich massenhaft für Regierungspropaganda und Pharma-PR her, statt investigativ den Hintergründen dieser immer durchsichtigeren Plandemie nachzugehen. Freie Meinungsäußerung findet nur noch im Telegram-Ghetto statt. Opposition ist fast schon zu einem Ein-Mann-Unternehmen geschrumpft; ein ziemlich einsamer Kämpfer namens Boris Reitschuster verkörpert sie bewundernswert unbeirrt bei Bundespressekonferenzen und mit einem reichweitenstarken Blog, dem Medienromantiker entnehmen können, wie unabhängiger, kritischer Journalismus geht. Kritische Wissenschaftler, Anwälte und Ärzte werden drangsaliert, bedroht, ignoriert, zum Schweigen gebracht. Arbeitgeber, Lehrer und Erzieher, Polizisten und Soldaten, Bürgermeister und Landräte, Kirchenvertreter und Professoren machen sich zu Vollzugshelfern rechtswidriger, nutzloser, unverhältnismäßiger Maßnahmen. Während vor unseren Augen die größte Verschwörung aller Zeiten ihr perfektes Drehbuch umsetzt, gilt jeder als „Verschwörungstheoretiker“, der sie zu erahnen beginnt. Wer mit Begriffen wie „Fassadendemokratie“ und „Tiefer Staat“ nichts anfangen konnte, bereut bitterlich, dass er sie nicht schon viel früher ernstnahm. Das Land ist dabei, eine wachsende Minderheit seiner Bevölkerung für immer ins innere Exil zu treiben: überdurchschnittlich informierte, nachdenkliche, engagierte Bürger, die inzwischen jegliches Restvertrauen in staatliche Institutionen verloren haben. In eine lebenswerte Zukunft. In eine humane, werteorientierte Welt, in die man noch hoffnungsvoll Kinder setzen kann. In einen Großteil ihrer mühelos verführbaren Mitmenschen. Wie Umfragen belegen, haben sie „Herdenimmunität“ zu rund 90 % erreicht: Diese Herde ist immun gegen Aufklärung und Kritik. Wer beklagt all diese verheerenden Kollateralschäden der Coronapolitik? Selbst wenn die WHO schon morgen ihren Pandemiealarm zurückzöge: Sie werden bleiben. Fragen über Fragen. Und zu schlechter letzt die naheliegendste: Welcher Gedenktag könnte scheinheiliger daherkommen als der 18. April? Er widert mich an. Wen ich in mein persönliches Gedenken ganz besonders einschließe, sind Abertausende, die nicht verhindern konnten, dass ihr Leichnam in einer statistischen Schublade landet, die schändliche Propaganda bis obenhin vollstopfen will. Für sie stelle ich heute eine Extra-Kerze aufs Fensterbrett. „Der schlimmste Feind der Wahrheit“, sagt ein Sprichwort aus Portugal, „ist nicht die Lüge, sondern die Heuchelei.“ Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://www.rubikon.news/artikel/die-schein-coronatoten-2; https://reitschuster.de/post/nicht-ueberall-wo-auf-dem-totenschein-corona-drauf-steht-ist-auch-corona-drin/; https://reitschuster.de/post/herr-doktor-faelscht-die-totenscheine/; https://pressecop24.com/ungeheuerlicher-zeugenbericht-aus-deutschlandsberg-an-altersschwaeche-mit-ueber-90-jahren-gestorben-im-totenschein-stand-an-corona-gestorben/ (2) https://archive.is/pZF36; https://www.neues-deutschland.de/artikel/1136642.wie-die-pandemie-sich-auszahlt.html (3) https://archive.is/LOSLC#selection-2963.9-2963.23; https://www.youtube.com/watch?v=vca1uVerXGQ, ab ca. 1:13. (4) https://www.wisnewski.ch/cash-fuer-corona-kliniken-zahlen-geld-an-hinterbliebene/; https://www.youtube.com/watch?v=vca1uVerXGQ, ab ca. 1:08. (5) https://www.telegraph.co.uk/news/2020/03/31/counting-coronavirus-different-countries-calculating-death-tolls/; https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-03-18/99-of-those-who-died-from-virus-had-other-illness-italy-says (6) https://www.mopo.de/hamburg/rechtsmediziner--ohne-vorerkrankung-ist-in-hamburg-an-covid-19-noch-keiner-gestorben--36508928; https://www.bild.de/bild-plus/regional/hamburg/hamburg-aktuell/koryphaee-prof-dr-klaus-pueschel-ich-untersuche-die-corona-leichen-69776182,view=conversionToLogin.bild.html; https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/hamburger-kritisieren-falsche-rki-zaehlweise-rechtsmediziner-covid-19-ist-nur-im-ausnahmefall-eine-toedliche-krankheit-a3206613.html (7) https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/09/16/global-uprising.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20200916Z1&mid=DM654166&rid=965710689 (8) https://behoerden.blog/wp-content/uploads/2020/05/Bericht-KM4-Corona-1_geschw%C3%A4rzt.pdf; https://www.gefahrgutshop.de/fileadmin/user_upload/Corona-Vorbemerkungen.pdf; dort S. 6 f.; https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-politik-und-ihre-kollateralschaeden-das-sterben-der-anderen-a-00000000-0002-0001-0000-000171426687

  • Lieber Kristi als Angie

    Wäre über Deutschland die Viren-Apokalypse hereingebrochen, wenn die Kanzlerin nicht Angela Merkel hieße, sondern Kristi Noem? Um eine Ahnung davon zu bekommen, sollten unsere hyperaktiven Infektionsschützer 7400 Kilometer westwärts fliegen – und sich in South Dakota umschauen. Lockdown, Maskenzwang, Abstandspflicht, Ausgangssperren: all das gab es dort in keiner Phase der Coronakrise. Kristi Noem verhinderte es: die unbeirrbare Gouverneurin des nordwestlichen US-Bundesstaats. „Wellen“ positiver PCR-Tests saß sie gelassen aus. Alle relevanten Gesundheitsdaten geben ihr recht. Überlastung von Kliniken? Schwerkranke und Tote zuhauf? Keine Spur davon. Beide sind Frauen, Protestantinnen, verheiratet. Und sie bekleiden höchste politische Ämter: die eine als Kanzlerin einer westeuropäischen Republik, die andere als Gouverneurin eines US-Bundesstaats. Weitere Gemeinsamkeiten zu finden, fällt schwer. Eindeutig überwiegt, was die Zwei voneinander abhebt. Kristi Noem ist 17 Jahre jünger. Sie wuchs auf einer Ranch auf, Angie in einem Pfarrhaus. In jungen Jahren gewann Angela Merkel Russisch-Olympiaden, Kristi den Titel einer Schönheitskönigin von South Dakota. Zwei weitere Unterschiede sind wesentlicher. Kristi war immer schon Republikanerin. Von Anfang an wuchs sie mit allen Grundrechten auf, die westliche Demokratien in ihre Verfassungen geschrieben haben. „In South Dakota“, twittert sie, „rollen wir für jeden, der Freiheit liebt, den roten Teppich aus.“ (1) Angie hingegen ist ein Kind der DDR. Bis 1989 die Mauer fiel, verbrachte sie dahinter ihre ersten 35 Lebensjahre. Wenngleich nie SED-Mitglied, engagierte sie sich in einer FDJ-Gruppe, in der sie für „Agitation und Propaganda“ zuständig war. (2) Sie würdigte die „sozialistische Lebensweise“. (3) Noch Anfang der neunziger Jahre wollte sie „mit der CDU nichts zu tun haben“. (4) Und: Angie war nie Mutter. Kristi hat drei Kinder. Auch daran könnte es liegen, dass die beiden Frauen auf die Corona-Pandemie krass unterschiedlich reagierten. Während Angie seit März 2020 immer verbissener darauf aus scheint, das totalitäre Kontrollsystem von Pekings Kommunisten zu importieren und die Bundesrepublik in eine Exklave der Volksrepublik China zu verwandeln, kämpfte Kristi von Anfang an leidenschaftlich dafür, der Krise keine Grundrechte zu opfern – zumal während einer medial gehypten Pandemie, die sich frühzeitig als kaum gefährlicher erwies als eine starke Grippewelle. Hartnäckig weigerte sie sich, die gesamte Bevölkerung ihres Bundesstaats mit Verordnungen zu drangsalieren, geschweige denn wegzusperren. Seuchenschutz wollte sie ausschließlich auf dem Boden der amerikanischen Verfassung betreiben. „Hands off!“ lautet Noems Devise: Hände weg von allem, was ein freies Amerika einem diktatorischen Überwachungsregime auch nur einen Schritt näherbringen könnte! Und so blieben Schulen und Betriebe geöffnet, Läden und Restaurants ebenfalls. Dass Maskenzwang und Social Distancing die Verbreitung von SARS-CoV-2 verhindern, bezweifelte Noem immer schon. Mit der Fülle wissenschaftlicher Studien, die diese Skepsis rechtfertigen, ist die Gouverneurin offenkundig weitaus besser vertraut als die Bundeskanzlerin. Nachdrücklich ermutigte Kristi Noem Eltern, ihre Kinder trotz Pandemie weiterhin zur Schule zu schicken. (4) Auch hierbei stützt sie sich auf Forschungsergebnisse: Tatsächlich spielen Kinder im Infektionsgeschehen eine vernachlässigbare Rolle, als Betroffene wie auch als Verbreiter. Um die Wirtschaft ihres Bundesstaats während der Corona-Rezession anzukurbeln, förderte die Gouverneurin den einheimischen Tourismus mit mehreren Millionen Dollar. (5) Zu keiner Zeit galten in South Dakota Reisebeschränkungen. Über „wissenschaftliche Empfehlungen“ von sogenannten „Experten“ äußerte sich die standhafte Gouverneurin wiederholt skeptisch. (7) Stattdessen setzte South Dakota auf die Eigenverantwortung mündiger Bürger. „Wir versetzen sie in die Lage, die beste Entscheidung für sich selbst, ihre Familie und ihr Unternehmen zu treffen“, erklärte die Gesundheitsministerin des Bundesstaats, Kim Malsam-Rysdon, “indem wir sie mit rechtzeitigen und genauen Gesundheitsinformationen versorgen, sobald diese verfügbar sind". (8) Für all dies musste die Gouverneurin, seit Januar 2019 im Amt, reichlich Kritik einstecken. Dass unter Trump das Corona-Virus „nach wie vor verharmlost“ werde, habe in den Vereinigten Staaten „dramatische Folgen“, sorgte sich die Deutsche Welle. „Selbst in einer dünn besiedelten Region wie South Dakota“ sei es „außer Kontrolle“. Im Spätherbst habe „die Todesrate in South Dakota den weltweit höchsten Wert erreicht“, meldeten NBC News. Polemische Breitseiten feuerten aggressive Social-Media-User ab. Ein anscheinend sorgsam orchestrierter, teilweise vulgärer Shitstorm brach über Kristi Noem herein. Der amerikanische Anwalt Michael P. Senger vermutet dahinter Pekings Troll-Armee am Werk. Ab April 2020 wurde Noems Twitter-Account mit Posts geflutet, die ihre „Verantwortungslosigkeit“ anprangerten. „Du bist ein rücksichtsloser Idiot", so heißt es da beispielsweise, „ein verdammter Dummkopf", eine "blöde Person", eine "ignorante Schlampe". "Ordne Stay-at-Home an! Sonst wird ihr Blut an deinen Händen kleben.“ "Wie viele Menschen werden wegen deiner Dummheit, Nachlässigkeit, Ignoranz, mutwilliger Blindheit sterben?" "Wie viele deiner Bürger wirst du noch ERMORDEN, um die Liebe von Trump & Co. zu gewinnen?" (9) Doch Kristi Noem ließ sich nicht beirren. Auch steigende Infektionszahlen versetzten sie nicht in Panik: Wer mehr teste, bekomme halt mehr Fälle. (10) Am Ende sah sich Kristi Noem bestätigt. Alles in allem komme South Dakota besser aus der Pandemie als nahezu jeder andere Bundesstaat, so zog sie am 2. Februar 2021 in einem TV-Interview Bilanz. (11) „Nicht Covid hat die Wirtschaft zerstört, sondern die Regierung!“ „Kürzlich besuchte ich South Dakota, zum ersten Mal in meinem Leben“, berichtete ein Twitter-User im August 2020, „und zwar wegen Kristi Noems Haltung. Es ist ein magischer Ort voller Männer und Frauen, die zutiefst an das Amerika glauben, das es gab, und die neuen Narrative ablehnen, mit denen wir zwangsgefüttert werden. Ich würde sofort dorthin ziehen, wenn ich könnte.“ Anwalt Senger kommentierte: „Auch ich würde gerne dorthin. Ich denke, an einem Ort wie South Dakota funktioniert Online-Propaganda nicht. Man braucht nur ein paar örtliche Restaurants zu besuchen und mit den Leuten dort zu sprechen. Man erkennt sofort, dass hier wirklich niemand eine Sperre will. Problem gelöst.“ „Nicht Covid hat die Wirtschaft zerstört, sondern die Regierung!“, erklärte Kristi Noem am 27. Februar 2021 in einer aufsehenerregenden Rede bei der Conservative Political Action Conference (CPAC), einer alljährlichen Konferenz mit konservativen Aktivisten und Volksvertretern aus den ganzen USA. „Fauci hatte mir prophezeit, dass ich über 10.000 Menschen an einem Tag im Krankenhaus haben werde, wenn ich keinen Lockdown mache. An unserem schlimmsten Tag hatten wir knapp über 600! Ich weiß ja nicht, ob Sie mit mir übereinstimmen, aber Fauci hat sehr oft falsch gelegen!" (12) Anders verfuhr das angrenzende North Dakota. Dort galten strikte Maßnahmen, spätestens in der sogenannten „zweiten Welle“. Seit 13. November herrscht Maskenzwang. Geschäfte mussten schließen. Für Bars und Restaurants galten fortan Kapazitätsgrenzen. Was nützte es? Die Infektionsraten entwickelten sich in den beiden Nachbarstaaten North und South Dakota nahezu deckungsgleich, sowohl im Zeitverlauf als auch in absoluten Zahlen. Im Norden lagen sie sogar etwas höher. Im November 2020 registrierte ausgerechnet North Dakota die höchste Inzidenz weltweit. Mitte April 2021 meldete North Dakota unter allen 50 US-Bundesstaaten die höchste Fallzahl, nämlich 13.828 pro 100.000 Einwohner. (13) Wie viele SARS-CoV-2-Infizierte erkrankten so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten? Pro 100.000 Einwohner kam es in North Dakota im Schnitt aller Pandemiemonate, seit Februar 2020, zu 13 Hospitalisierungen pro Tag. Und in South Dakota? 12. (14) Auch bei den Todesraten herrscht nicht nur nahezu Gleichstand – Kristi-Land schneidet besser ab als sein restriktiver nördlicher Zwilling. Mitte April lag die Infektionssterblichkeit (IFR) – der Anteil derer, die pro 100.000 Einwohner eine Ansteckung nicht überleben – in North Dakota bei 0,15 %, in South Dakota bei 0,11 %. (15) Bei 758.000 Einwohnern registrierte North Dakota ab Pandemiebeginn bis 16. April 1478 Todesfälle; im selben Zeitraum verstarben in South Dakota von 865.000 Einwohnern 1952. (16) Wie viele „Covid-19-Opfer“ gab es in Kristi Noems Bundesstaat seit Februar 2020 im Schnitt pro Woche? EINEN EINZIGEN, nicht anders als in North Dakota. (17) Die Lockdown-Bilanz des Nachbarn im Norden ist zumindest eines nicht: besser als miserabel. War sie es wert, North Dakota nach Xi-Jinping-Rezept zu drangsalieren? Für Fauci hat Kristi Noem bloß Kopfschütteln übrig Mitte April verbreitete Anthony Fauci, der medizinische Chefberater des Weißen Hauses, in einem Fernsehinterview allen Ernstes: „Auch für geimpfte Amerikaner ist es weiterhin nicht in Ordnung, drinnen (ohne Masken und Abstand) zu essen und zu trinken.“ Bei solchen Auslassungen fallen selbst der wortgewandten Kristi Noem auf Twitter nur noch drei Ratlos-Smileys ein. (18) Am 28. Februar 2021, einen Tag nach ihrer aufsehenerregenden Ansprache bei der CPAC-Konferenz, war die Gouverneurin gemeinsam mit Fauci zu Gast bei „Face the Nation“, einer wöchentlichen CBS-Nachrichtensendung, die im Schnitt 3,5 Millionen US-Bürger erreicht. Amerikas Drosten bezeichnete Noems Rede als „unglücklich“ und „wenig hilfreich“. Manchmal glaube man richtig zu liegen, aber dann sehe man die Zahlen. Die Zahlen würden nicht lügen. Er sei sicher, dass man auch stehenden Applaus hätte bekommen können, wenn man sagte, dass man sich geirrt habe. (19) Dann trat Kristi Noem auf. Von der Moderatorin Margaret Brennan auf South Dakotas angeblich hohe Sterbezahlen angesprochen, erwiderte sie, dass lockdownfreudige Bundesstaaten wie New York und Kalifornien keine niedrigeren Todesraten aufweisen. Sie ziehe es vor, den Bürgern die freie Entscheidung zu überlassen. Die Moderatorin hakte nach: Wie könne Noem als Konservative eine Politik verfolgen, die wenig Rücksicht auf Leben nehme? Das müsse man eher die anderen Gouverneure fragen, so konterte Noem. Im übrigen müsse man die Kosten für die Wirtschaft mitberücksichtigen. (20) Zumindest in Sioux Falls, mit 175.000 Einwohnern die größte Stadt in South Dakota, galt die Maskenpflicht noch zwei Wochen länger als anderswo. Doch am 12. März entschied der Stadtrat, sie auch dort nicht mehr zu verlängern. Ausschlaggebend war der aufsehenerregende Fall eines neunjährigen Mädchens, das Opfer üblen Mobbings geworden war, weil es keinen Gesichtslappen trug. „Erst nannten sie mich ein Arschloch und sagten, meine Eltern kümmern sich nicht um mich“, erzählte es Reportern. „Dann beschimpften sie mich als dumm und blöd. Meine Schulbibliothekarin lässt mich nicht in der Bücherei sitzen, während andere, die eine Maske haben, reindürfen.“ Wegen Corona habe sie viele Freunde verloren. „Mit diesem Maskenmandat“, so sagte die Mutter, „fühlen sich die Leute berechtigt, sich für etwas Besseres zu halten als andere Menschen, auf uns herabzusehen und uns zu schikanieren – bloß weil wir eine andere Entscheidung getroffen haben, indem wir uns einfach um die geistige und körperliche Gesundheit unserer Familie kümmern". (21) „Wir vertrauen den Menschen“ „Warum South Dakota so stark aus der Coronavirus-Krise hervorgeht“: So betitelte Kristi Noem einen Gastbeitrag, den sie Anfang April 2021 für den Washington Examiner verfasste. „Während die Regierungen in anderen Bundesstaaten im vergangenen Jahr damit beschäftigt waren, ihre Volkswirtschaften zu zerschlagen, hat South Dakota nie dichtgemacht. Ich war der einzige Gouverneur, der nicht ein einziges Unternehmen oder eine Kirche angewiesen hat, ihre Türen zu schließen. Dadurch hatten wir die einmalige Gelegenheit, unseren Staat auf ein langfristiges Wachstum vorzubereiten." "South Dakota vermied die Zerstörung von kleinen Unternehmen, ausgedehnte Schulschließungen und leidende Gemeinden. Wir haben respektiert, dass die Menschen in South Dakota nicht die harte Hand der Regierung benötigen, um ihnen zu sagen, wie sie sich selbst schützen können. Wir vertrauten den Menschen. Und jetzt ist unsere Wirtschaft die am schnellsten wachsende im ganzen Land, mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. (…) Weil wir unsere Wirtschaft offen hielten, blieb sie stark. Tatsächlich liegen unsere Staatseinnahmen um 11,2 % über dem Niveau, das sie zu diesem Zeitpunkt im letzten Jahr hatten. Wir mussten keine Steuern erhöhen oder neue Schulden aufnehmen, wie es anderswo der Fall ist – (…) während andere Bundesstaaten während der Pandemie sogar den Bankrott in Erwägung zogen. (…) Wir haben gezielte Investitionen in die Infrastruktur getätigt, die das Wirtschaftswachstum für die nächsten Jahre ankurbeln werden. Wir haben unsere Bemühungen zum Ausbau des Breitbandzugangs im ganzen Bundesstaat voll finanziert. Dies wird sicherstellen, dass die Menschen in jeder Ecke von South Dakota die Möglichkeit haben, dort zu arbeiten, wo sie leben wollen, und garantieren, dass ihre Kinder die Mittel haben, die sie für ihre Ausbildung benötigen." "Diese Investitionen in die Zukunft von South Dakota werden die Wirtschaft jetzt ankurbeln und gleichzeitig einige langfristige Herausforderungen für Jahrzehnte in der Zukunft lösen." „Wir dürfen nicht unsere Prinzipien aufgeben, wenn es schwierig wird“ "Andere Staaten sollten sich ein Beispiel an South Dakota nehmen. Der Kampf für eine konservative Regierungsführung ist in Zeiten der Krise noch wichtiger. Wir dürfen nicht unsere Prinzipien aufgeben oder rücksichtslose Politik unterstützen, wenn die Dinge schwierig werden. Wenn Führer ihre Autorität in einer Krisenzeit überschreiten, dann riskieren wir, die Fundamente dieses Landes zu zerstören." "Wir haben die gottgegebenen Rechte der Bürger respektiert, frei zu beten und ihren Lebensunterhalt zu verdienen, während wir die Gesundheit und Sicherheit unserer Bürger geschützt haben. Und als Ergebnis haben der Staat und die Menschen, die hier leben, langfristigen wirtschaftlichen Erfolg erlebt und werden ihn auch weiterhin erleben.“ Für den Fall, dass Donald Trump im Jahr 2024 nicht erneut ins Weiße Haus einziehen will, wünschen sich 11 % aller Republikaner, dass Kristi Noem für das Präsidentenamt kandidiert. Populärer als sie ist parteiintern nur noch Floridas Gouverneur Ron DeSantis, ebenfalls ein bekennender Lockdown-Phobiker. (22, siehe auch KLARTEXT "Aufstand der Neandertaler".) Wäre Kristi nicht schon 2016 die bessere Alternative zu „The Donald“ gewesen – wie 2020 zum dauermaskierten Joe Biden? Harald Wiesendanger Anmerkungen (1) https://twitter.com/govkristinoem?lang=de, 15. April 2021. (2) Ralf Georg Reuth: „Angela Merkels zweierlei Welten“, Welt am Sonntag, 19.6.2005, https://www.welt.de/print-wams/article129161/Angela-Merkels-zweierlei-Welten.html; „DDR-Vergangenheit holt Merkel ein: Nichts verheimlicht – nicht alles erzählt“ ntv.de, 13.5.2013, https://www.n-tv.de/politik/Nichts-verheimlicht-nicht-alles-erzaehlt-article10631536.html (3) Gerd Langguth: Angela Merkel. Aufstieg zur Macht. Biografie. 2. Aufl. München 2007, S. 116; Mein Weg. Angela Merkel im Gespräch mit Hugo Müller-Vogg, Hamburg 2005, S. 62. (4) Ewald König: „Angela Merkel: ‚Mit der CDU will ich nichts zu tun haben‘“, Die Zeit, 18.6.2015, https://www.zeit.de/2015/25/angela-merkel-cdu-geschichte. (5) "Governor pushes schools to remain open, disparages masks", AP News 28.7.2020, https://apnews.com/article/sioux-falls-school-boards-south-dakota-kristi-noem-virus-outbreak-faedb1d1cb9faf7ac2046391466f461a (6) "South Dakota governor uses coronavirus relief funds for $5 million tourism ad despite COVID surge", https://www.cbsnews.com/news/kristi-noem-south-dakota-coronavirus-relief-funds-tourism/ (7) "Noem says South Dakota is doing 'good' as virus surges", AP News 22.10.2020, https://apnews.com/article/virus-outbreak-health-south-dakota-f967a1a56b798f43ae0d2be971b27b39; https://web.archive.org/web/20201116193231/https:/apnews.com/article/virus-outbreak-health-south-dakota-f967a1a56b798f43ae0d2be971b27b39. (8) Zit. nach https://www.nbcnews.com/health/health-news/north-dakota-south-dakota-set-global-covid-records-how-did-n1257004 (9) https://twitter.com/MichaelPSenger/status/1292880368987709447; https://www.tabletmag.com/sections/news/articles/china-covid-lockdown-propaganda; https://laptrinhx.com/researcher-suggests-deliberate-chinese-propaganda-campaign-forced-world-into-lockdown-117462256/ (10) "Noem blames surge in cases on testing as hospitals fill", AP News 13.10.2020, https://apnews.com/article/virus-outbreak-health-sioux-falls-south-dakota-5d28c62f4b7c7cb51e764f3ecb4e1cb5; https://web.archive.org/web/20201116193330/https:/apnews.com/article/virus-outbreak-health-sioux-falls-south-dakota-5d28c62f4b7c7cb51e764f3ecb4e1cb5 (11) Erin Snodgrass: „South Dakota Governor says COVID-19 response better than 'virtually every other state,' despite having overall second-highest rate of cases“, Business Insider 3.2.2021, https://www.businessinsider.com/south-dakota-governor-virus-response-better-than-every-other-state-despite-conflicting-numbers-2021-2?amp. (12) https://www.youtube.com/watch?v=bcBrfyFuIEw&feature=youtu.be; "Kristi Noem CPAC 2021 Speech Transcript", https://www.rev.com/blog/transcripts/kristi-noem-cpac-2021-speech-transcript (13) https://www.statista.com/statistics/1109004/coronavirus-covid19-cases-rate-us-americans-by-state/, abgerufen am 19.4.2021. (14) https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/south-dakota-covid-cases.html; https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/north-dakota-covid-cases.html; abgerufen am 18.4.2021. (15) Nach https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/north-dakota-covid-cases.html; https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/south-dakota-covid-cases.html, abgerufen am 18.4.2021. (16) https://usafacts.org/visualizations/coronavirus-covid-19-spread-map/state/south-dakota, abgerufen am 18.4.2021. (17) https://usafacts.org/visualizations/coronavirus-covid-19-spread-map/state/south-dakota; https://www.nytimes.com/interactive/2021/us/south-dakota-covid-cases.html, abgerufen am 18.4.2021. (18) https://twitter.com/govkristinoem?lang=dem Post vom 12.4.2021. (19) Quint Forgey: „Fauci on CPAC speech: ‘I'm sure that you can get a standing ovation by saying I'm wrong’“, Politico 28.2.2021, https://www.politico.com/amp/news/2021/02/28/fauci-covid-noem-cpac-471858 (20) Transcript: Governor Kristi Noem on "Face the Nation", CBS News 28.2.2021, https://www.cbsnews.com/amp/news/transcript-gov-kristi-noem-on-face-the-nation-february-28-2021/ (21) Gustaf Kilander: „South Dakota city drops mask mandate after 9-year-old girl said she was ‘bullied’ at school“, The Independent vom 12.3.2021, https://www.independent.co.uk/news/world/americas/south-dakota-mask-mandate-b1816442.html?amp (22) "Trump wins Cpac straw poll with 55 Percent", The Hill 28.2.2021, https://thehill.com/homenews/campaign/540909-trump-wins-cpac-straw-poll-with-55-percent. Fotos Noem: http://noem.house.gov/about-me, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=98022820; Foto Merkel: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=96378820

  • Das Vertrauensparadox - Je verlogener, desto glaubhafter

    Ist es möglich, um so mehr zu vertrauen, je übler man an der Nase herumgeführt wird? Die Coronakrise beweist eindrucksvoll: Das geht. Die Erklärung ergibt sich aus der Psychologie der Meinungsbildung – und einer zunehmenden Einöde namens Medienlandschaft. Ohne sie wäre der Corona-Albtraum längst vorbei. Ist es zu fassen? Noch nie haben sich mehr Bundesbürger auf ihre Medien verlassen als 2020, im ersten Jahr der SARS-CoV-2-Pandemie. Dies wollen Meinungsforscher der Universitäten Mainz und Düsseldorf in einer Langzeitstudie herausgefunden haben. Demnach vertrauen 56 % aller Deutschen darauf, was Presse, Funk und Fernsehen ihnen vermitteln – deutlich mehr als in den fünf Jahren vor der Coronakrise. Bis 2020 hatte dieser Wert zwischen 28 und 44 % gelegen. Nur noch 11 % glauben, Medien würden systematisch lügen; in den Vorjahren waren es 13 bis 19 % gewesen. 65 % erklären, die Medienberichterstattung helfe ihnen „zu verstehen, was gerade passiert“. Wie verständlich ist dieses massenhafte „Verstehen“? Wer die Krise seit den ersten Horrormeldungen aus Wuhan wachen Geistes mitverfolgt hat, kann über solche Umfragewerte nur fassungslos den Kopf schütteln. Denn von Anfang an benahm sich die vielbeschworene Vierte Gewalt wie gleichgeschaltet. „Die Maske ist ein Instrument der Freiheit“ (Markus Söder), „Glauben Sie nur offiziellen Mitteilungen“ (Angela Merkel), „Diese Maßnahmen dürfen niemals hinterfragt werden“ (Lothar Wieler), „Was wir brauchen, ist für lange Zeit eine neue Normalität“ (Olaf Scholz): Für solche Ungeheuerlichkeiten wären Politgrößen im vorigen Jahrhundert noch auf allen Kanälen medial gegrillt, geteert und gefedert worden; jede Pressekonferenz wäre für sie zum angstschweißtreibenden Spießrutenlaufen geraten. Und heute? Ohne kritische Distanz reichen so gut wie alle Redaktionen, zahnlos und ohne Rückgrat, das offizielle Narrativ weiter: Das böse Virus muss auf natürliche Weise entstanden sein. Covid-19 ist viel tödlicher als Influenza. Es „wütet“, nicht seine Bekämpfer. Der PCR-Test kann Infektionen feststellen. Die bloße Anzahl positiver Tests ist aussagekräftig. Positiv Getestete sind krank, danach „genesen“; sterben sie, dann als „Covid-Opfer“. Symptomfreie sind ansteckend. Das Gesundheitswesen steht kurz vor dem Kollaps. Lockdowns sind alternativlos und nützen – es sei denn, sie fallen noch zu lasch aus. Kollateralschäden sind hinzunehmen. Opfer müssen sein, keines ist zu groß. Einschränkungen sind zumutbar, auch für Kinder. Mund-Nasen-Bedeckungen schützen und sind gesundheitlich unbedenklich. Parlamente und Justiz lassen die Exekutive weitgehend gewähren – gut so. Maßnahmenkritiker sind „Corona-Leugner“, rechtsradikal und antisemitisch, gewaltbereit, geistig verwirrt und asozial, Impfskeptiker egoistisch und verantwortungslos. Das Berichtenswerteste an Demonstrationen sind Verstöße gegen Verordnungen und Auflagen. Auf WHO, Johns-Hopkins-University und Robert-Koch-Institut ist Verlass. Drosten irrt nie. Lauterbach kennt sich aus. Gates will doch nur helfen. Es besteht eine Notlage, die tiefe Einschnitte in Grundrechte rechtfertigt. Es geht allein um den Schutz unserer Gesundheit. Allein Impfstoffe können die Seuche beenden, bis dahin sind wir ihr schutzlos ausgeliefert; sie sind wirksam und sicher. Es gilt zu testen, testen, testen. Je höher die Inzidenz, desto schlimmer. Mutanten sind gefährlicher. Aufenthalte in Hochrisikogebieten sind hochriskant. Impfpässe und sonstige Immunitätsausweise sind wünschenswert, ohne sie gibt es kein Zurück zur Normalität. Hinter alledem steht „die Wissenschaft“. Undsoweiter undsofort. Wie kann ein mündiger, mutmaßlich mit einer intakten Großhirnrinde ausgestatteter Bürger derartige Einflüsterungen ungeprüft für bare Münze nehmen? Wie kann er bedenkenlos sein Leben daran ausrichten, nunmehr seit über einem Jahr? Wie kann er sich verheerende Kollateralschäden ausblenden oder kleinreden lassen? Er kann es, solange er meint, es sei Verlass auf die Mainstream-Journalisten, deren Absonderungen er sich aussetzt. Wie kommt er dazu? Gegenseitig beglaubigt Quellen erscheinen glaubhaft, wenn sie einander gegenseitig bestätigen. Eben dies zählt zu den Besonderheiten dieser seltsamen Pandemie: Niemals seit dem Untergang des Dritten Reichs waren sich Massenmedien derart einig darüber, wie eine Krise darzustellen und zu bewerten, wie ihr zu begegnen ist. Der Konsens könnte kaum breiter sein. Das beeindruckt und überzeugt Otto Normalversteher. Was ihm die „Tagesschau“ meldet, steht so auch in seiner Tageszeitung. Worüber sich die Expertenrunde bei Anne Will einig ist, deckt sich mit dem Grundkonsens unter Maybrit Illners Gästen. Der Kommentar im „heute journal“ passt zu jenem in den „Tagesthemen“, „Monitor“ liegt auf einer Wellenlänge mit „Report“, „Spiegel“ und „Focus“ berichten weitgehend übereinstimmend. Überall tauchen gleiche oder ähnliche Bilder auf, kommen dieselben mutmaßlichen Experten zu Wort, werden dieselben Forschungsergebnisse zitiert. Panikmacher haben Vortritt, Mahner kommen zu kurz, entschiedenste Kritiker bleiben gänzlich ausgesperrt. Andere Studien, konträre Meinungen fallen unter den Tisch, und so scheint es, als gäbe es keine. „Strittigen Thesen (wie denen von Professor Bhakdi) im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Plattform zu bieten, widerspricht unserem Auftrag“, stellt ein ARD-Intendant klar. (1) Echter Dissens findet demnach auftragsgemäß nicht statt, weshalb es dem Publikum so vorkommt, als erübrige er sich von vornherein. Und weil das so ist, tun Querdenker der Bevölkerungsmehrheit Unrecht, wenn sie ihr „Coronoia“ und „Massenhysterie“ unterstellen. Im Gegenteil, sie urteilt und verhält sich völlig rational – auf der Grundlage der Informationen, mit denen Journalisten sie füttern. Dass sich Hinz und Kunz ganz arg fürchtet, bestmöglich behütet sein will und jede noch so drakonische Freiheitsbeschränkung nicht bloß mitträgt, sondern mehr davon fordert: das sind durchaus vernünftige Reaktionen auf eine Nachrichtenlage, wie sie eindeutiger kaum sein könnte. Je öfter man sich ihr aussetzt, je länger man sie auf sich wirken lässt, desto besser meint man Bescheid zu wissen. Die Virenpanik wächst proportional zum Medienkonsum. Wie kommt die Journaille zur Schere im Kopf? So systemkonform wie in der Coronakrise verhielten sich Medien bisher nur in totalitären Staaten. Wenn es keine Regierung ist, die sie gleichschaltet – wie kommt es dann zu dem Einheitsbrei? Lügen sie, weil sie „alle gekauft“ sind? Wer lügt, sagt absichtlich die Unwahrheit. Auch Journalisten sind käuflich, wie Vertreter jedes Berufsstands. Dass in der Medienlandschaft einzig und allein flächendeckende Korruption für vorsätzliche Täuschung sorgt, ist allerdings eine absurde Unterstellung. Ob Magazinredakteur, TV-Moderator oder Zeitungskolumnist: Die meisten pflegen hinter alledem zu stehen, was sie unters Volk bringen. Aber woher wissen sie eigentlich, dass stimmt, was sie verbreiten? Alle schöpfen aus denselben Quellen Der Eindruck der Gleichschaltung entsteht, weil alle letztlich aus denselben Quellen schöpfen – überall im Mainstream fließt dasselbe Wasser vom selben Ursprung in dieselbe Richtung. Es geht zu wie im Supermarkt: die Regale voll mit Zehntausenden von Artikeln, vielfältig verpackt und benannt – hergestellt jedoch von wenigen Marktführern. Vom Klischee des „rasenden Reporters“ war der typische Redakteur nie weiter entfernt als heute. Eigenständige Recherche kommt unter News-Verbreitern nur noch ausnahmsweise vor. Zu personalintensiv, zu zeitaufwändig, zu teuer. Lieber übernimmt man, was gebrauchsfertig, in tadelloser Optik, von den Big Three kommt, den drei marktbeherrschenden Nachrichtenagenturen: Reuters, Associated Press (AP) und Agence France-Press (AFP). Mindestens eine dieser umfassenden Text- und Bildlieferanten bezieht so gut wie jede Redaktion rund um den Globus. Hinzu kommt in der Regel ein Abo beim inländischen Platzhirsch; in der Bundesrepublik ist dies die Deutsche Presse Agentur (dpa), bei den Eidgenossen die Schweizerische Depeschenagentur (SDA), in Österreich die Austria Presse Agentur (APA). So kommt es, dass der Redakteur von heute eher Verarbeiter als Schöpfer ist; seine Eigenleistung beschränkt sich in der Regel darauf, eintreffende Agenturbeiträge zu sichten, eine Auswahl zu treffen, nach Bedarf zusammenzufassen, zu kürzen oder zu ergänzen, mit einer Überschrift zu versehen und geeignetes Bildmaterial hinzuzufügen. Bei den Moderatoren von Nachrichtensendungen und Talkshows handelt es sich in der Regel um hochdotierte, mehr oder minder telegene Schauspieler: Ihr Job ist es, die Journalistenrolle möglichst überzeugend zu verkörpern. In Wahrheit haben sie keine einzige Information, die sie an ihre Leser und Zuschauer weiterreichen, selbst recherchiert und gründlich gegengecheckt. Darf man von einer Karen Miosga, einer Marietta Slomka, einer Bettina Schausten, einem Claus Kleber erfahren, wann sie zuletzt irgendeines der Themen, die sie smart vor die Kamera bringen, selber auch nur ansatzweise investigativ ergründet haben? Wie viel Prozent der Fragen, die sie Interviewpartnern mehr oder minder schonungsvoll stellen, ergeben sich auf eigenen Recherchen? Die belämmernde Wahrheit lautet: Auch die Crème de la Crème von Deutschlands allabendlichen Welterklärern verlässt sich auf Zulieferer – nahezu blind, sofern diese nicht erheblich voneinander abweichen. Den globalen Nachrichtenfluss steuert unangefochten ein Oligopol. Längst haben sich die Big Three zu monströsen Info-Konzernen entwickelt. Jeweils mehrere tausend Mitarbeiter, verteilt auf Hunderte von Büros, produzieren mehrere hunderttausend Text- und Bildbeiträge pro Jahr. Ihre Jahresumsätze liegen im höheren dreistelligen Millionenbereich. Die Autorität dieser weltweit agierenden News-Fabriken ist schwerlich zu überschätzen. Sie setzen Themenschwerpunkte – „Agenda Setting“ - und legen Prioritäten fest. Sie definieren, was Fakt ist. Sie bestimmen, welche Informanten Gehör finden. Sie setzen Maßstäbe dafür, was berichtenswert und vertrauenswürdig ist, was vernachlässigbar und unglaubhaft. Was sie liefern, gilt unter Medienschaffenden geradezu kanonisch, kaum ein Redakteur hinterfragt es. „Abgeschlossene Blase“ Die überragende Bedeutung der großen Agenturen unterstrich kürzlich ein langjähriger Redakteur und Nachrichtensprecher bei einem öffentlich-rechtlichen Sender: „Warum sind die ‚Mainstream-Medien‘ eine abgeschlossene Blase? Weil sie ihre Informationen aus den immer gleichen, vorsortierten Quellen beziehen – und das sind zum großen Teil die Agenturen, die zur selben Blase gehören. Sie sind so etwas wie die Gatekeeper der veröffentlichten Meinung. Das war natürlich immer schon so, aber in der Corona-Krise wird es deutlich wie noch nie. Die großen Agenturen berichten überwiegend das, was das offizielle Corona-Narrativ stützt und was von den allermeisten Regierungen der ganzen Welt vertreten und umgesetzt wird. (…) Für mich in meiner Arbeit bedeutet das, dass ich irgendwelche Studien oder Informationen, die ich selbst im Internet finde, nicht verwenden kann, denn mir würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorgeworfen, mich einer unsicheren Quelle zu bedienen. Würden aber dpa, AP, AFP oder Reuters die Studie vermelden, wäre ich quasi auf der sicheren Seite und könnte es vermelden. Bei Nachfragen würde ich auf die Agentur verweisen.“ Hinzu kommt „ein weit verbreiteter journalistischer Herdentrieb“, so beklagt der Informant, der ungenannt bleiben möchte. Dabei orientieren sich Kleinere an den Großen. Der Redakteur vom Hintertupfinger Boten, vom Wonnegau-Kurier, vom Allerseligenhäuser Tagblatt versäumt es nicht, einen Blick in den „Spiegel“ und die „Zeit“ zu werfen, in die FAZ und die Süddeutsche – all die Qualitätsmedien, die ihm täglich auf den Tisch flattern. Auch sie pflegen auf Agenturlinie zu liegen. „Am Abend wird ‚heute‘ und die ‚tagesschau‘ geguckt, danach die einschlägigen Talkshows, von Anne Will bis Maischberger. Auch dort ist fast ausnahmslos Mainstream zu finden.“ Denn auch dort ist es Agenturmaterial, das rund um die Uhr auf Monitoren flimmert und Mailboxen füllt. Berufsbedingt müssen Journalisten all das, was sie für die aktuelle Nachrichtenlage halten, besonders intensiv auf sich wirken lassen. Von morgens bis abends tauchen sie in den vorgefilterten Fluss von Corona-Infos ein, in den News-Agenturen sie werfen. Kein Wunder, dass manchem Redakteur kritische Distanz neuerdings schwerer zu fallen scheint als seiner Putzfrau, sofern sie nie Zeitung liest und den Fernseher bloß für Soaps einschaltet. Die Illusion der „freien“ Mitarbeit Die Big Three betreiben ein Netz von tausenden Korrespondenten in aller Welt. Haben diese nicht vor Ort in Erfahrung gebracht und überprüft, was ihre Auftraggeber rund um den Globus streuen? Kein Korrespondent berichtet ohne Vorgaben. Im voraus steht fest, worüber er berichten soll. Eine eigene Meinung kann sich „unser Reporter vor Ort“ nur innerhalb der Grenzen leisten, die ihm seine Zentralredaktion vorgibt; diese Vorgaben wiederum berücksichtigen, was andere Agenturen melden. Was er mit eigenen Augen sieht oder von Gesprächspartnern erfährt, hat Gewicht, wiegt im Konfliktfall aber zumeist weniger schwer. Nach welchen Informationen ein Korrespondent sucht, mit wem er spricht, wem er das Mikrofon vor die Nase hält, worauf er die Kamera richten lässt: Darüber entscheidet mitnichten er alleine. Bekennende Freigeister und Querköpfe haben in diesem Metier auf Dauer keine Chance. Neben den Festangestellten gibt es natürlich noch die sogenannten „freien“ Journalisten – rund 10.000 hauptberufliche allein in Deutschland, weltweit wohl mehr als eine Million. Der „Freie“ heißt so, weil er grundsätzlich schreiben kann, für wen er will, worüber er will, was er will. Aber kann er es auch verkaufen? Wer seinen Lebensunterhalt damit bestreiten muss, Beiträge gegen Honorar irgendwo unterzubringen, ist gut beraten, nicht penetrant quer zur Redaktionslinie zu liegen. In Coronazeiten kritische Auseinandersetzungen mit dem Hygieneregime loszuwerden, ist kaum leichter, als Abnehmer zu finden für ein Plädoyer für die Wiedereinführung der Todesstrafe oder für freien Sex mit Kindern, gegen die CO2-Hypothese des Klimawandels oder die Genderneutralisierung der Sprache. Die Nachrichtenwelt global auf Linie zu bringen, ist demnach ein strategisches Kinderspiel: Man braucht nichts weiter als die Kontrolle über die Marktführer unter den Agenturen. Geht das überhaupt? Wie könnte man sich diese Macht verschaffen? Teil 2 (folgt): Die 7 Werkzeuge zur Gleichschaltung der Medien (Harald Wiesendanger) Anmerkung (1) Zit. nach https://ddrwebquest.wordpress.com/2020/09/29/der-marchenerzahler-der-ard-kai-gniffke/ Quellenangaben in der Tabelle "Nachrichtenagenturen": 1 https://ir.thomsonreuters.com/static-files/da652026-f444-4d77-bdfc-93f77a3a6f79 2 https://de.wikipedia.org/wiki/Agence_France-Presse 3 https://de.wikipedia.org/wiki/Associated_Press 4 https://www.ap.org/about/annual-report/2019/ap-by-the-numbers 5 https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Presse-Agentur 6 https://www.dpa.com/de/unternehmen/zahlen-fakten 7 "2019 Annual Report". Thomson Reuters, https://ir.thomsonreuters.com/static-files/e16cf13e-228b-4abf-97f2-e626fda56871 8 "Home - Reuters News - The Real World in Real Time". Reuters News Agency; "Careers". www.reuters.tv. 9 https://en.wikipedia.org/wiki/Agence_France-Presse 10 https://en.wikipedia.org/wiki/Associated_Press 11 "Consolidated Financial Statements" (PDF). Associated Press, April 2015. Bild Zeitungsleser: rawpixel.com

  • Meinungsfreiheit „begünstigt Verbrechen“

    „Freiheit? Nur gegen Spritze.“ So lautete die Überschrift eines Facebook-Artikels, in dem ich bereits am 28. April 2020 voraussagte: Der staatliche Hygieneterror läuft auf eine Erpressung hinaus. Enden wird er frühestens nach Massenimpfungen der Bevölkerung. Ein Jahr lang entging mein Text den Adleraugen von Faktencheckern – doch am 30. April 2021 schlug die Zensur zu. Facebook machte ihn unsichtbar, weil er „Schaden zufügt und Verbrechen begünstigt“. Tut er das? Urteilen Sie selbst. Mein Facebook-Post vom 28. April 2020: Die Katze ist aus dem Sack. „Freiheit erst nach Impfung“: So lautet die Devise, nach welcher Regierungen weltweit ihre Bevölkerungen nun zu erpressen versuchen. Obwohl medizinische Gründe für Kontaktbeschränkungen, Ausgangs- und Versammlungsverbote, Maskenpflicht, Lockdown immer dürftiger werden, dauern die verfassungswidrigen Zumutungen an – angeblich, weil andernfalls eine weitere „Welle“ droht, ein „exponentielles Wachstum“ von Infektionszahlen, eine „Überforderung unseres Gesundheitswesens“, eine dramatische „Übersterblichkeit“. Dass diese penetrante Panikmache sich nicht einmal mehr auf Zahlen aus dem Robert-Koch-Institut stützen kann, scheint Regierenden einerlei. Erst massenhafte, notfalls erzwungene Impfungen, so trichtern sie uns unbeirrt ein, können die Corona-Pandemie eindämmen, uns vom Killerkeim erlösen. Bill Gates applaudiert. Der Panikmache folgen nun Taten, wie ferngesteuert von den Marketingagenturen der Impfstoffhersteller. Ohne Diskussion einigte sich Kanzlerin Merkel darauf am 15. April 2020 in einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer: „Eine zeitnahe Immunität in der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 ohne Impfstoff zu erreichen, ist ohne eine Überforderung des Gesundheitswesens und des Risikos vieler Todesfälle nicht möglich. (…) Ein Impfstoff ist der Schlüssel zu einer Rückkehr des normalen Alltags. Sobald ein Impfstoff vorhanden ist, müssen auch schnellstmöglich genügend Impfdosen für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen." Immer mehr Landesfürsten bekennen sich öffentlich zu diesem Ziel: „Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“, erklärte Markus Söder am 22. April. Vorher kämen für eine „Gemeinschaft der Einsichtigen“ Lockerungen nicht in Frage. Am 24. April bekräftigte Merkel in einem Livestream der Weltgesundheitsorganisation: „Wir alle müssen mit der Pandemie leben, bis wir einen Impfstoff gefunden haben.“ Es sei wichtig, dass das Serum dann "in alle Teile der Welt" verteilt werde. Am selben Tag erklärte UN-Generalsekretär António Guterres: „Ein Covid-19-Impfstoff muss als globales öffentliches Gut betrachtet werden. Nicht ein Impfstoff für ein Land oder eine Region - sondern ein Impfstoff, der erschwinglich, sicher, wirksam, leicht zu verabreichen und universell verfügbar ist - für jeden, überall.“ Wie lässt sich diese Entwicklung noch aufhalten? Mit überwältigender Mehrheit beschloss der Bundestag kürzlich eine Masernimpfpflicht. Wie wahrscheinlich ist es, dass er in der Corona-Krise umschwenkt? (Allein die AfD-Fraktion, ausgerechnet sie, sträubt sich.) Der Bundesrat wird sich nicht querlegen. Alle Bundesländer tragen die staatlichen Beschränkungen mit, kein einziges schert aus. Der Bundespräsident? Unterzeichnete das Masernschutzgesetz, ohne mit der Wimper zu zucken. Appellierte an die Fernsehnation, weiterhin „die Regeln einzuhalten“. Es sei „gut, dass der Staat jetzt kraftvoll handelt.“ Lassen wir ihn also kraftvoll drauflosspritzen? Querdenke klingt anders. Die Leitmedien? Beweisen seit Krisenbeginn, dass sie sich einhellig für Hofberichterstattung hergeben, die journalistische Standesethik mit Füßen tritt. (Siehe mein Beitrag "Ich schäme mich - meines Berufsstands".) Das Bundesverfassungsgericht? Wehrt mit seinen von den Regierungsparteien inthronisierten Richtern beharrlich so gut wie alle Versuche ab, den staatlichen Grundrechtsverletzungen Einhalt zu gebieten. Experten? Werden übergangen, sofern sie keinen Arbeitsplatz im Robert-Koch-Institut haben oder den Chefsessel in der virologischen Abteilung der Charité besetzen. Die Bevölkerung? Beim Masernthema lag die öffentliche Zustimmungsquote bei rund 90 Prozent, und ähnlich begeistert trug die Nation von Anfang an das Corona-Krisenmanagement der Regierenden mit, wie süchtig nach der „harten Hand“. Schon eine erste (nichtrepräsentative) Umfrage der Märkischen Allgemeinen Anfang April stimmte wenig hoffnungsfroh: „Wenn es eine Impfung gegen den Coronavirus geben würde, würden Sie sich impfen lassen?“, so fragte die Redaktion ihre Leser. 86 Prozent hätten kein Problem damit – sie antworteten „Ich denke schon“ (44,9 %) oder gar „Ja, unbedingt“ (41 %). „Nein, warum auch“ meinten lediglich 14,1 %. Seit 27. April 2020 liegen Ergebnisse der ersten Repräsentativbefragung vor – und auch sie belegen, was die Massenpropaganda in den meisten Köpfen anrichtet: Eine deutliche Mehrheit betrachtet es geradezu als Bürgerpflicht, der Hygienediktatur einen Blankoscheck für Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit auszustellen. 61 % sprechen sich für eine Corona-Zwangsimpfung aus – davon 45 % „auf jeden Fall“, weitere 16 % sind „eher“ einverstanden damit. Nur jeder Vierte (24%) möchte sich „unter keinen Umständen“ zu einer Impfung verpflichten lassen, 8 % „eher nicht“. Dabei wäre die Generation 65plus am ehesten bereit zu (77 %), die 30- bis 39-Jährigen am wenigsten (47 %). Männer befürworten die Zwangsspritze eher als Frauen (65,6 zu 56,3 %). Ein Großteil der Anhänger von Regierungsparteien sind erwartungsgemäß dafür (CDU: 77,1 %, SPD: 75,1 %), aber auch Unterstützer der Grünen sagen mehrheitlich Ja dazu (68,5 %); lediglich unter AfD-Sympathisanten stimmt nicht einmal jeder Dritte zu (30 %). Dabei läuft die Propagandamaschine pro Corona-Impfung gerade erst an; ehe Ende 2020/Anfang 2021 das Massengespritze beginnen kann, dürfte sie die Zustimmungsquote in der Bevölkerung eher noch höher treiben. Was also tun? Informationen teilen, bei jeder Gelegenheit, auch hier auf Facebook, solange die zunehmende Internet-Zensur es noch zulässt. Auf die Straße gehen, bei Demos der kommenden Monate mitmarschieren. Bei Abgeordneten des eigenen Wahlkreises vorstellig werden, aufsässig sein, hartnäckig Druck machen. Öffentliche Aufrufe mittragen. Die Petition „Nein zu Zwangsimpfungen in Deutschland“ hat bisher schon über 200.000 Unterstützer gefunden. (Stand: 28. April 2020.) Eine Rücktrittsforderung an die Adresse unseres unsäglichen Bundesgesundheitsministers unterstützen knapp 20.000. (Stand: 28. April.) Keinesfalls resignieren: Massenimpfungen drohten auch schon während der pseudo-pandemischen „Schweinegrippe“ 2009 – glücklicherweise kam es schließlich doch nicht dazu. Denn rasch zeigten sich bestürzend viele schwere Impfnebenwirkungen, vor allem neurologische Schäden. (Zuvor hatten genasführte Regierungen weltweit für 18 Milliarden Dollar Impfstoffe gekauft.) Wenn Fachleute wie Wodarg und Bhakdi recht haben, dann wird die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen und Covid-19-Erkrankungen bis Frühsommer 2020 drastisch gesunken sein, weil sich die Ansteckungswelle an der zunehmend erreichten Herdenimmunität bricht. Spätestens dann dürften Panikmachern ihre Lieblingsargumente ausgehen – es sei denn, SARS-Cov-2 mutiert zu Varianten, die neuen Stoff fürs Gruselkabinett bieten. Bleibt zu hoffen, dass einem wachsenden Teil des Wahlvolks endlich dämmert, was Drosten Amtsvorgänger in der virologischen Abteilung der Charité, Professor Detlev Krüger, soeben bekräftigt hat: „Corona ist nicht gefährlich als die Grippe.“ Immerhin beginnt selbst in Söderland der Rückhalt für die Hygienediktatur allmählich zu bröckeln. Jeder dritte Bajuware findet die Einschränkungen im Alltag mittlerweile „nicht mehr angemessen“. Besonders ungeduldig sind 30- bis 39-Jährige, wie soeben eine Repräsentativumfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Augsburger Allgemeinen ergeben hat. Während Anfang April noch 84,3 Prozent der befragten Bayern erklärten: "Ja, die Ausgangsbeschränkungen sind angemessen", liegt die Zustimmung jetzt nur noch bei 61,1 Prozent. 33,4 Prozent antworten inzwischen mit Nein; bei der ersten Befragung waren es 11,3 Prozent gewesen. Größte Befürworter der Ausgangsbeschränkungen bleiben mit 77,2 Prozent Menschen über 65 Jahre; doch auch unter ihnen lag die Zustimmung drei Wochen zuvor noch bei 93,7 Prozent. Lasst uns mithelfen, dass Zweifel und Überdruss, Wut und Widerstand weiter wachsen. Die italienische Journalistin Franca Magnani hatte recht: "Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen." Nicht minder aktuell ist die Mahnung der deutschen Widerstandskämpferin Sophie Scholl: "Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu brauchen wir einen harten Geist und ein weiches Herz.“ Harald Wiesendanger Fotoausschnitt Spahn: © Martin Kraft (photo.martinkraft.com), creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/de Fotoausschnitt Merkel: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

  • Netzwerken mit Gschmäckle

    Anfang April 2020 ging die Meldung um den Globus: Mittels „phylogenetischer Netzwerkanalyse“ sei es gelungen, Ursprung und Verbreitung des neuartigen Coronavirus nachzuvollziehen. Dabei habe sich zweifelsfrei ergeben, dass SARS-CoV-2 keinesfalls aus Wuhan stammen kann – insbesondere nicht aus dem dortigen Institut für Virologie. Also ist die Laborhypothese vom Tisch? Von wegen. Nicht nur im Krieg, auch bei Erdbeben, Tsunamis und Epidemien kann es zu einer „zweiten Welle“ kommen. Manchmal fällt sie schlimmer aus als die erste. Im Nachrichtenmeer gibt es dieses Phänomen ebenfalls. Da hat irgendwann ein Ereignis für mächtig Wirbel gesorgt. Dann hört und liest man längere Zeit nichts mehr davon. Und plötzlich macht es abermals Schlagzeilen. Besonders merkwürdig ist dieses Phänomen, wenn sich seit der ersten Welle keinerlei neue Aspekte ergeben haben. Und wenn sie gleichzeitig mehrere Redaktionen erfasst, scheinbar unabhängig voneinander. Für solche sonderbaren Synchronizitäten fallen mir nur zwei mögliche Erklärungen ein. Entweder sind die beteiligten Redakteure, oder ihre zuliefernden Agenturen und freien Mitarbeiter, irgendwie paranormal miteinander verbunden. Gab ihnen eine göttliche Eingebung, eine telepathische Kettenreaktion, ein Simultantraum womöglich den entscheidenden Impuls? Oder im Hintergrund hat jemand ihre Aktivitäten choreografiert. Dieser „Jemand“ kann eine PR-Agentur sein, die im Kundenauftrag ein und denselben Stoff, höchst professionell aufbereitet, in alle Himmelsrichtungen streut – und dafür treuherzige Abnehmer findet. In der Coronakrise machte dieses Medienphänomen ein Bruderpaar gleich zweimal berühmt: Michael Forster, Molekularbiologe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, und Peter Forster, Archäologe an der Universität Cambridge. Anfang April 2020 ging die Meldung um den Globus: Den beiden sei es per „phylogenetischer Netzwerkanalyse“ gelungen, Ursprung und Verbreitung des neuartigen Coronavirus nachzuvollziehen. (1) Dabei habe sich zweifelsfrei ergeben, dass SARS-CoV-2 unmöglich aus Wuhan stammt. Sein Ausgangspunkt liege zwar in China, aber woanders, in der Provinz Guangdong tausend Kilometer südöstlich, einer Region mit reichlich Fledermaushöhlen. Genau denselben angeblichen Durchbruch meldeten mehrere Medien fünf Monate später, am 15. und 16. September, erneut (2) – kurz nachdem eine aus China geflohene Whistleblowerin, die Virologin Li-Meng Yan, den Anstoß gegeben hatte, die fast schon eingeschlafene Debatte über eine Laborherkunft von SARS-CoV-2 wiederzubeleben. Nun mag ein Erkenntnisgewinn ja so grandios sein, dass man ihn gar nicht oft genug in Erinnerung rufen und über den grünen Klee loben kann. Verdankt die Menschheit den Forster-Brüdern also eine solche Errungenschaft? Was genau wollen sie herausgefunden haben? Wie gingen sie dazu vor? Der Viren-Stammbaum der Forsters erfreut China und die WHO ungemein “Phylogenetische Netzwerkanalyse“: allein schon das fachchinesische Wortungetüm lässt die meisten Laien ehrfurchtsvoll erschaudern. Dabei handelt es sich um nichts weiter als digitalisierte Ahnenforschung: Aus festgestellten Ähnlichkeiten schließt man auf Verwandtschaften und Abstammungslinien, daraus erstellt man Stammbäume. Dabei hilft der Computer – vorausgesetzt, man füttert ihn vorher mit Daten, die so aufbereitet sind, dass er sie verarbeiten kann. Dann liefert er Analysen und grafische Darstellungen von einer Präzision und Komplexität, die früher monatelange Sisyphosarbeit von Hand erfordert hätte. Hunderte möglicher Stammbäume erstellt und vergleicht er in Sekundenbruchteilen. Mehrere Dutzend Programme stehen dafür zur Wahl (3), die eingesetzte Software trägt Namen wie „PhyloNet“, „SplitsTree“, „TCS“ und „Dendroscope“. Die Forsters bevorzugten das „Network 5011CS Package“. Entwickelt wurde die pylogenetische Netzwerkanalyse Ende der siebziger Jahre ursprünglich von Archäologen, um die menschliche Stammesgeschichte zu rekonstruieren. Biologen und Ökologen nutzen sie, um Evolutionspfade der unterschiedlichsten Organismen zu ermitteln. Seit 2003 wenden Linguisten sie außerdem zur Erforschung der Sprachgeschichte an. „Es ist jetzt an der Zeit“, so fanden die Gebrüder Forster, „diese Herangehensweise auf virologische Daten anzuwenden, um zu erforschen, wie diese Methode zum Verständnis der Evolution des Coronavirus beitragen kann.“ Genome eignen sich dazu von vornherein hervorragend. Die Abfolge von Nukleinbasen, aus denen DNA- bzw. RNA-Stränge bestehen, lassen sich inzwischen automatisiert ermitteln und sehr leicht miteinander vergleichen. Es sind immer die gleichen vier, bloß unterschiedlich kombiniert: Adenin A, Guanin G, Thymin T, Uracil U und Cytosin C. Jeder Infektionszyklus modifiziert die Abfolge, teils weil spontane Mutationen auftreten, teils dadurch, dass Viren untereinander Erbmaterial tauschen, „rekombinieren“. Ermittelte Sequenzdaten von Virengenomen laden Forscher in internationale Datenbanken hoch, um sie weltweit miteinander zu teilen. In „GISAID“, einem der umfangreichsten derartigen Wissensspeicher, lagern inzwischen über 107.000 Genomsequenzen des Covid-19-Erregers aus aller Welt. (Stand: 24.9.2020.) Von dort beschafften sich die Forsters die Daten der ersten 160 vollständigen Genome von SARS-CoV-2-Viren, die seit Ende 2019 bis Anfang März 2020 in menschlichen Wirten entdeckt worden waren. Damit gefüttert, spuckte die eingesetzte Software schließlich einen „Stammbaum“ aus, demzufolge SARS-CoV-2 sich während der ersten Pandemiemonate zu drei verschiedenen Typen entwickelte. Die Wissenschaftler nennen sie A, B und C. Was sie über deren Evolutionspfade herausgefunden haben wollen, veröffentlichten sie am 8. April 2020, (4) begleitet von erleichtertem Aufatmen in Peking und Genf. Typ A soll mit einem Fledermaus-Coronavirus, in dem die Forsters den wahrscheinlichsten Ausgangspunkt der Pandemie sehen, zu 96,2 % übereinstimmen. Somit dürfte es sich dabei um den Urahn aller menschlichen SARS-CoV-2-Viren handeln, so meinen sie. Alle Infizierten, bei denen Typ A nachgewiesen wurde, stammten entweder aus Wuhan oder hielten sich dort auf, als sie sich ansteckten. Überraschenderweise herrschte in Wuhan allerdings Typ B vor. Er soll älteren Datums und vom Südosten Chinas ausgegangen sein. Rasch setzte er sich in Ostasien durch. Bald darauf tauchte er in Australien auf, in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko, in Frankreich, Deutschland und Italien. Aus ihm entwickelte sich Typ C. In Europa war er im Frühjahr bereits der wichtigste Typ, mit Vertretern in Frankreich, Italien, Schweden und England. Auf dem chinesischen Festland war er bis dahin nicht aufgetaucht, wohl aber in Singapur und Hongkong, Taiwan und Südkorea, schließlich auch in Kalifornien und Brasilien. Immens wertvoll sei dieser Stammbaum, so versichern und die Forsters. „Getreu nachgezeichnet“ hätten sie „die Infektionswege für dokumentierte Covid-19-Fälle“, so klopfen sie sich selbst auf die Schulter. Und nicht nur helfe ihre Analyse das Rätsel zu lösen, wie SARS-CoV-2 in die Welt kam. Auch könne er dazu beitragen, die künftigen Reisewege des Virus besser vorauszusagen; darauf gestützt lassen sich unerkannte Sars-CoV-2-Infizierte aufspüren, welche dann in Quarantäne gestellt werden können. Somit leiste die phylogenetische Netzwerkanalyse einen entscheidenden Beitrag dazu, die Seuche einzudämmen. Zuviel versprochen Zu überschätzen, was man selber zustande gebracht hat, ist eine allzu menschliche Schwäche, gegen die Wissenschaftler nicht eher gefeit sind als Sportler, Schriftsteller und Schauspieler. Faktenchecker, welche die Forster-Studie einhellig hochleben lassen, unterschlagen reichlich Expertenkritik, die ihnen anscheinend nicht in den Kram passt: Derartige „Ahnenforschung“ kann mehr oder minder ausgeprägte strukturelle Ähnlichkeiten aufdecken, aber keine tatsächlichen Abstammungslinien belegen. Ihre Grafiken sind ebenso hübsch wie irreführend. (5) Schon mit der Verwurzelung des phylogenetischen Baums ist einiges faul. Die Forsters verankern ihn ausgerechnet in jenem angeblich nächsten natürlichen Verwandten von SARS-CoV-2, der in immer begründeterem Verdacht steht, von der Topvirologin des Wuhan-Instituts dreist gefälscht worden zu sein: im „Fledermaus-Coronavirus“ RaTG13. Aber selbst wenn RaTG13 echt wäre, kommt dieses Virus als Urahn schwerlich in Frage, wie Carla Mavian einwendet, eine Pathologin und Immunologin von der University of Florida in Gainesville: „Die Sequenzidentität zwischen SARS-CoV-2 und dem Fledermausvirus von 96,2% bedeutet, dass sich diese viralen Genome - die fast 30.000 Nukleotide lang sind - durch mehr als 1.000 Mutationen unterscheiden. Es ist unwahrscheinlich, dass eine so weit entfernte Außengruppe eine zuverlässige Wurzel für das Netzwerk bildet.“ Auch weist Mavian darauf hin, dass die Verwurzelung zeitliche Abläufe ignoriert. Unter anderem „wird ein Virus aus Wuhan aus Woche 0, vom 24. Dezember 2019, als Abkömmling einer Gruppe von Viren dargestellt, die in den Wochen 1 bis 9 gesammelt wurden - vermutlich von vielen Orten außerhalb Chinas -, was weder evolutionär noch epidemiologisch Sinn macht“. Die Genome von A, B und C weichen laut Mavian viel zu gering voneinander ab, um daraus drei gravierend unterschiedliche „Typen“ abzuleiten. Wie die Forster-Gruppe selbst einräumt, „unterscheidet eine einzige synonyme Mutation - Nukleotidveränderung in einem Gen, die nicht zu einem veränderten Protein führt - den Typ A vom Typ B, während eine nichtsynonyme Mutation - die zu einem Protein mit einer einzigen Aminosäurenveränderung führt - die Typen A und C und eine weitere die Typen B und C trennt. Angesichts der schnellen Evolutionsrate von SARS-CoV-2 ist das zufällige Auftreten neuer Mutationen durchaus zu erwarten, selbst in einem relativ kurzen Zeitrahmen. Wenn ein Virusstamm eingeführt wird und sich in einer neuen Population ausbreitet, können sich solche zufälligen Mutationen vermehren“, ohne biologisch einen Unterschied zu machen. Die Datenbasis, aus der die Forsters ihr Netzwerk spinnen, ist dürftig. In der ersten Märzwoche 2020 verzeichnete die Johns-Hopkins-University weltweit erst über 4.000 Infizierte; von diesen geht in die Forster-Analyse nicht einmal jeder Zwanzigste ein. Völlig offen bleibt, wie repäsentativ der spärliche Datensatz von 160 Genomen überhaupt ist. Pro Land enthält er meist weniger als eine Handvoll sequenzierte Stämme, vereinzelt sogar bloß ein bis zwei. Dabei gilt in der Fachliteratur über phylogenetische Netzwerkanalysen eine repräsentative Stichprobenziehung, wie der Forster-Gruppe klar sein müsste, als wesentliche Bedingung für seriöse Befunde. (6) Die Behauptung der Forsters, dass ihre Vorgehensweise „zu einem Verständnis der Coronavirus-Evolution beitragen kann", beruht im übrigen auf einem „Missverständnis sowohl der Methode als auch ihrer Interpretation“, so gibt ein fünfköpfiges Forscherteam um Santiago Sanchéz-Pacheco vom kanadischen Zentrum für Biodiversitätr in Toronto zu bedenken. (7) „In Wirklichkeit stellt sie nur Verwandtschaften dar, nicht aber eine Phylogenie im engeren Sinne. Aufgrund der fehlenden Richtung liefern sie keine Informationen über die Evolutionsgeschichte der Sequenzen.“ Auch berücksichtige die Netzwerkanalyse nicht, dass bei Viren, wie bei allen bekannten Lebewesen, ein Gentransfer nicht bloß „vertikal“ stattfindet; genetisches Material wird nicht nur entlang der Abstammungslinie übertragen, von Vorfahren zu Nachkommen, von einer Generation zur darauffolgenden. Oft wird Erbgut auch „horizontal“ transferiert, zwischen Individuen derselben Art oder auch verschiedener Arten. Dieser Gentransfer ist nicht an einen Fortpflanzungsvorgang gebunden. Also bleibt er in Stammbäumen außen vor. Aus all diesen Gründen, so lautet Sanchez-Pachecos vernichtendes Fazit, „führt die Forster-Studie leider mehr in die Irre, als dass sie die Evolutionsgeschichte von SARS-CoV-2 beim Menschen erhellt“; sie „begünstigt Missverständnisse, Ungenauigkeiten und Fehldarstellungen grundlegender phylogenetischer Prinzipien“. Dieser niederschmetternden Einschätzung schließt sich Thanat Chookajorn von der Mahidol-Universität in Bangkok, Thailand an. „Als Evolutionsbiologe, der in einem Entwicklungsland arbeitet, habe ich aus erster Hand erfahren, wie sensationelle Erkenntnisse Entscheidungsprozesse beeinflussen können, indem Zeit und Ressourcen zur Kontrolle von Virusstämmen umgelenkt werden, die als ‚aggressiv‘ gelten. Im Nebel des Krieges werden knappe Ressourcen überstürzt zugeteilt, und die Entwicklungsländer verfügen nicht bei jeder wichtigen Sitzung über gut informierte wissenschaftliche Berater, die zu ausgewogenen wissenschaftlichen Standpunkten beitragen könnten. Die wissenschaftliche Gemeinschaft als Ganzes muss bei der Interpretation neuer Erkenntnisse im Zusammenhang mit Covid-19 besonders vorsichtig sein und jeder potenziellen Fehlinformation umgehend begegnen.“ (8) Hinzu kommt, dass Virenstämme kommen und gehen. Von SARS-CoV-1, dem pandemischen Coronavirus von 2003, dürften mittlerweile mehrere zehntausend Stämme entstanden sein, von denen die allermeisten gar nicht mehr existieren. Auch vom ursprünglichen SARS-CoV-2, dem Wuhan-Virus, fehlte bereits im Sommer 2020 jede Spur. Nach „genetischen Abständen“ zu suchen, ist aber ein sinnloses Unterfangen, wenn man die inzwischen verschwundenen Virenstämme nicht allesamt kennt. (9) Es wirft ein bezeichnendes Licht auf den Qualitätsverfall des Wissenschaftsjournalismus, dass all diese Expertenkritik in den medialen Jubelarien auf das Forster-Papier vollständig unter den Tisch gefallen ist. Selbstverständlich hätte dabei auch Erwähnung finden müssen, dass die Forsters sich beeilten, die Einwände zu entkräften. Doch wäre es für die interessierte Öffentlichkeit nicht enorm aufschlussreich gewesen zu erfahren, dass die Fachwelt überhaupt solche Einwände erhob? Hätten politische Entscheider und ihre Beratergremien nicht darauf hingewiesen werden müssen, ehe sie die Forster-Befunde ahnungslos für bare Münze nehmen? (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) Siehe z.B. https://www.focus.de/gesundheit/news/corona-pandemie-archaeologen-verblueffen-mit-these-kam-sars-cov-2-ueber-deutschland-und-singapur-nach-italien_id_11881397.html; https://wissen.newzs.de/2020/04/09/den-genetischen-urspruengen-des-coronavirus-auf-der-spur/; https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ahnenforschung-bei-sars-cov-2-116951/; https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111889/Archaeologen-SARS-CoV-2-gelangte-ueber-Deutschland-und-Singapur-nach-Italien (2) https://www.focus.de/gesundheit/news/wann-und-wo-begann-die-pandemie-wirklich-virenjaeger-erklaert-coronavirus-breitete-sich-schon-viel-frueher-aus_id_12415755.html; https://www.merkur.de/welt/coronavirus-mutation-ausbruch-ausbreitung-weg-forscher-welt-sars-cov-2-genom-news-typ-a-typ-b-c-spurensuche-zr-13648215.html; https://www.futurezone.de/science/article230429576/Neue-Studie-zum-Coronavirus-Ursprung-Nicht-in-Wuhan-und-viel-frueher.html (3) https://web.archive.org/web/20141125081801/http://www.lirmm.fr/~gambette/PhylogeneticNetworks/show.php?keyword=programs; https://en.wikipedia.org/wiki/Phylogenetic_network (4) Peter Forster/Lucy Forster/Colin Renfrew/Michael Forster: „Phylogenetic network analysis of SARS-CoV-2 genomes“, Proceedings of the National Academy of Sciences 2020, DOI: 10.1073/pnas.2004999117 (5) https://www.pnas.org/content/117/23/12518; https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/cla.12147; https://jcm.asm.org/content/49/10/3568?ijkey=08b1653b2eca7b6f446bc75a31bc7e6325b9667c&keytype2=tf_ipsecsha; https://www.pnas.org/content/117/23/12520; https://www.pnas.org/content/117/23/12522 (6) S. D. Frost u.a.: „Eight challenges in phylodynamic inference“, Epidemics 10/2015, S. 88–92, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1755436514000437 (7) https://www.pnas.org/content/117/23/12518; https://doi.org/10.1073/pnas.2007062117 (8) https://www.pnas.org/content/117/23/12520; https://doi.org/10.1073/pnas.2007076117 (9) Johannes Kreis: „SARS-CoV2 – in 6 Monaten über 100 verschiedene Virenstämme“, https://www.wodarg.com/fremde-federn/ Titelbild: Gerd Altmann / Pixabay.

  • Versehen oder Absicht? Nano-Zusätze in Impfstoffen entdeckt

    Impfskandal Nr. 1001: In allen 44 untersuchten Impfstoffen haben italienische Wissenschaftler Mikro- und Nano­teilchen entdeckt, überwiegend aus Schwer­metallen. Kam es versehentlich zu den Verun­reinigungen? Oder erfolgten sie vorsätzlich? Wozu? Dass Impfungen Schaden anrichten können, ist unbestreitbar. Auf der Suche nach Ursachen, die bisher womöglich übersehen wurden, unterzog ein Team um die Toxikologin Antonietta Gatti von der Universität Modena 44 gängige Impfstoffe einer aufwändigen, neuartigen Qualitäts­kontrolle. (1) Jeweils 20 Mikroliter Vakzin untersuchte es mit Hilfe eines Rastertunnelmikroskops. Dessen Auflösungsvermögen reichte bis zu 0,5 Nanometern, also unter ein Millionstel Millimeter – genug, um sogar Objekte aufzuspüren, die nur wenige Atome groß sind. Darüber hinaus setzten sie die sogenannte „Energiedispersive Röntgenspektroskopie“ (EDS) ein: eine Messmethode zur Materialanalyse, bei der Röntgenstrahlen die Atome in der Probe anregen; diese Atome senden dann ihrerseits eine charakteristische Röntgenstrahlung aus, die Aufschluss darüber gibt, aus welchen chemischen Elementen sich die Probe zusammensetzt. Was die Forscher dabei entdeckten, verblüffte sie: Ausnahmslos jeder Impfstoff war mit winzigen anorganischen Fremdkörpern kontaminiert, kleiner als 100 Nanometer, einzeln oder zusammengeballt – Partikel, die „in Impfstoffen nichts zu suchen haben und von keinem Hersteller als Inhaltsstoffe angegeben werden. Ihr Vorkommen ist vorerst unerklär­lich“, wie es im Forschungsbericht heißt. Die Teilchen bestehen nicht nur aus Aluminium – einem schon bekannten, zurecht berüchtigten „Wirkverstär­ker“ (Adjuvans) -, sondern auch aus Silizium, Magnesium, Titan, Chrom, Mangan, Eisen, Calciumtitanat (CaTiO3) und Kupfer: allesamt Stoffe, die weder biolo­gisch abbaubar noch biokompatibel sind: Sie schaden Lebewesen und machen krank. Diese Gefahrenquelle ist „persistent“; sie endet nie, ehe stirbt, wer sie in sich trägt. Nach Injektion löst ein Großteil der Partikel im Körper eine „Nano-Bio-Interaktion“ aus: Sie verbinden sich mit einer organischen Komponente – der sog. „Protein-Corona-Effekt“ -, manche sind vollständig von Gewebe umgeben. Damit regen sie das Immunsystem zu zwecklosen, überschießenden Reaktionen an: Ebenso hyperaktiv wie erfolglos versucht es, die Eindringlinge zu bekämpfen. Bis zu mehreren tausend Mikro- und Nano-Partikel pro 20 Milliliter Impfstoff fand die Forschungsgruppe: Spitzenreiter war Varilrix, ein Vakzin gegen Windpocken: 20 Mikroliter davon enthalten über 2700 Mikro- und Nanopartikel – aus Ferriozinc (FeZn-Legierung), Ferrosilicium (FeSi), Aluminium-Silizium-Eisen (AlFeSi), Silizium-Aluiminium-Titan-Eisen (SiAlTiFe), Magnesium-Silizium (MgSi), Titan, Zirconium (Zr) und Wismut (Bi). Wie viel davon bekommt ein geimpftes Baby ab? Eine Impfdosis Varilrix enthält 0,5 Milliliter (ml). Ein Milliliter entspricht 1000 Mikrolitern. Mit einer einzigen Varilrix-Impfung werden einem Säugling ab 9 Monaten demnach 2700 x 500 = 1,35 Millionen Nano-/Mikropartikel injiziert. Wie schlimm ist das? Was geschieht mit solchen Fremdkörpern, nachdem sie injiziert wurden? - An der Einstichstelle können sie zu Schwellungen und Granulomen führen, knötchenförmigen Gewebeneubildungen. - Über die Blutbahn werden sie im ganzen Körper verteilt – „wohin, zu welchen Organen, kann niemand voraussagen“ (Gatti). - Sie überwinden alle physiologischen Barrieren, u.a. die Blut-Hirn-Schranke. - Sie reichern sich in allen Geweben und Organen an: Lymphknoten, Lungen, Magen, Darm, Nieren, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Fortpflanzungsorgane, Knochenmark, Gehirn. - Sie setzen sich auf Zellmembranen ab, blockieren dort den Zellstoffwechsel. - In die Zellen eingedrungen, schädigen sie Mitochondrien, den Zellkern, die DNS. Gendefekte, Krebs, Zelltod drohen. - Agglomerate von Nanopartikeln schwächen die Immunabwehr, u.a. indem sie die Phagozyten („Fresszellen“) überlasten. - Sie sorgen für die vermehrte Produktion von freien Radikalen, dadurch für anhaltenden oxidativen Stress, der zu chronischen Entzündungen führt. - Aufgrund ihrer hohen chemischen Reaktionsfreude behindern sie Enzyme, Hormone und andere Proteine in ihrer Funktion. - Sie gehen Verbindungen mit anderen Toxinen ein, was sie noch gefährlicher macht. Der Organismus kann die anorganischen Fremdkörper weder zersetzen noch ausscheiden. Manche Effekte kommen sofort zum Vorschein – Entzündungen etwa. Andere hingegen, so gibt das Forscherteam zu bedenken, könnten erst mit erheblicher Verzögerung klinisch auffällig werden. Antonietta Gattis alarmierende Befunde, wie auch ihre naheliegenden Schlüsse und besorgten Warnungen, haben Gewicht, denn im Forschungsbetrieb ist sie kein Irgendwer. Als „ausgewählte Expertin“ berät sie die Ernährungs- und Landwirtschafts­organisation (FAO) der Vereinten Nationen, als Mitwirkende im „NANOTOX“-Forschungsverbund die Europäische Kommission. Ihr Buch Nanopathology: the health impact of nanoparticles (2008) gilt als Standardwerk. Für Italiens „Nationalen Forschungsrat“ leitet sie ein Labor für Nanodiagnostik. Wie geraten die toxischen Fremdkörper in die Impfstoffe? „Wir gehen davon aus, dass es zu dieser Kontamination unabsichtlich kommt“, erklärt Gatti. „Sie könnte von verschmutzten Komponenten des industriellen Herstellungsprozesses herrühren, zum Beispiel beim Filtrieren, was die Hersteller bisher nicht überprüft haben und deshalb auch nicht entdecken konnten.“ Um das Problem zu beheben, bedürfe es folglich „einer eingehenden Inspektion der Arbeitsplätze und der vollständigen Kenntnis des Produktionsprozesses“. Derart vorsichtig zu schlussfolgern, bewahrte die Professorin nicht vor drastischen Folgen. Am 23. Februar 2018 drang die Polizei in ihre Wohnung ein, kurz darauf auch in ihr Forschungslabor. Bei den Hausdurchsuchungen wurden Computer und Unterlagen mit sämtlichen wissenschaftlichen Daten über ihre Impfstoff­forschung beschlagnahmt. (ihr Kollege Stefano Montanari berichtete darüber bei Face­book, s.u.) Spätestens jetzt musste ihr klar geworden sein, wie hochbrisant ihre Entdeckung war – und dass nun ihre weitere akademische Laufbahn, ihre berufliche Existenz auf dem Spiel stand. Der Warnschuss wirkte offenbar nachhaltig: Wer heute nach Antonietta Gatti recherchiert, stellt fest, dass die Dame ihre herausgehobenen Positionen im Wissenschaftsbetrieb behielt – vom heißen Eisen „Nano-Vakzine“ aber tunlichst die Finger lässt. Dieser Eklat nährt den Verdacht, dass Gatti eher versehentlich einen ungeheuerlichen Skandal aufdeckte, den Vakzinhersteller und Behörden unter Verschluss halten wollten: das vorsätzliche Beimengen von Nanopartikeln in Impfstoffe, ohne Hinweise in Beipackzetteln und Fachinformationen, ohne Aufklärung von impfenden Ärzten. Ob nun Versehen oder Absicht: Überaus nützlich wären die Nano-Zugaben auf jeden Fall, zumindest für die Hersteller. Die Pharmaindustrie lebt von chronischer Krankheit, nur so funktioniert ihr Geschäftsmodell. Toxische Nanozusätze wären daher, aus betriebswirtschaftlicher Sicht, fürwahr eine glänzende Idee. Welche in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind davon betroffen? Mehrere Anfragen danach ließ die zuständige Aufsichtsbehörde, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), unbeantwortet. Auf ihren Internetseiten beschränkt sich das PEI auf spärliche Angaben zu Influenzaimpfstoffen. (2) In der Tat, so räumt das PEI ein, enthalten Grippevakzine „Wirkverstärker“ (Adjuvantien), von denen „einige Komponenten (…) im Größenbereich von Nanometern liegen“. Hierbei handle es sich aber „nicht um technologisch gezielt hergestellte Nanopartikel, insbesondere nicht um Materialien aus Metallen oder Kunststoffen“. Vielmehr enthalten die Wirkverstärker „Polysorbat, hergestellt aus pflanzlichen Ausgangsstoffen, und andere in der Natur vorkommende Stoffe wie (…) Squalen“. Alle Stoffe seien „biologisch abbaubar“. Wie kann eine Aufsichtsbehörde beunruhigende Forschungsergebnisse derart schamlos ausklammern? - Als organische Verbindung wird Squalen – eine farblose, ölige, nahezu wasserunlösliche Flüssigkeit - von allen höheren Lebewesen produziert; es kommt in Hautfetten und im Blut vor, wie auch in den Myelinhüllen, welche die Nervenzellen schützend umgeben. Es „natürlich“ zu nennen, ist insoweit korrekt. Synthetisches Squalen hingegen löst bei Ratten und Mäusen Autoimmunerkrankungen wie Arthritis und Lupus erythematodes aus. (3) - Das gelbliche, geruchlose Polysorbat 80 taucht in Industrieölen, Reinigungs- und Waschmitteln auf, aber auch in Speisen; es hilft, nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten wie Öl und Wasser zu einem fein verteilten Gemisch, der sogenannten Emulsion, zu vermengen und zu festigen. Als Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 433 ist es EU-weit zugelassen. In der Arzneimittelherstellung dient es als Lösungsvermittler, Emulgator und Konservierungsstoff. Wie die Zeitschrift Nature 2015 berichtete, treten bei Mäusen Störungen der Darmflora, Darmentzündungen und Gewichtszunahme auf, wenn ihrem Trinkwasser 12 Wochen lang ein einprozentiger Anteil von Polysorbat 80 beigemengt wird; die schützende Schleimschicht des Darms schrumpft um zwei Drittel. (4) Mediziner der Georgia State University in Atlanta entdeckten 2016, dass sich bei Mäusen nach Polysorbat 80-Gaben, weil sie eine chronische Östrogen-Stimulation auslösen, Tumore häuften. (5) Bei Ratten beschleunigt Polysorbat 80 die Geschlechtsreife, zugleich verringert es das Gewicht der Gebärmutter und Eierstöcke, lässt Follikel verkümmern. Kurzum: Die Chemikalie kann die Fortpflanzungsfähigkeit völlig versiegen lassen. Warum wohl wurde bereits ein Infertilitätsimpfstoff, der Polysorbat und Squalen enthält, zum Patent angemeldet? Bei etlichen jungen Mädchen, die mit dem Polysorbat-80-haltigen Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft wurden, beobachteten Frauenärzte anschließend ein Eierstockversagen. In Wahrheit wird schon seit den Nullerjahren an Nano-Vakzinen geforscht. Dabei geht es unter anderem um Impfstoffe, die nicht mehr injiziert werden, sondern sich oberflächlich auftragen lassen. An Nanopartikel gebundene Wirkstoffe sollen in den Haarfollikeln freigesetzt, durch Körperschweiß aktiviert und an die Haut abgegeben werden. (6) Damit, so warnen Kritiker, würden verdeckte Massenimpfungen möglich: etwa mittels eines feinen Sprühnebels, welcher jeden einhüllt, der eine Sicherheitskontrolle an einem Flughafen, einem Krankenhaus, einem Alten- und Pflegeheim, einer Schule passiert. Könnte derselbe überfürsorgliche Staat, der am Grundgesetz vorbei einen Masernimpfzwang beschloss und sich nach ausgerufener „Corona-Krise“ im Nu über Freiheitsrechte hinwegsetzte, nicht durchaus auf solche Ideen kommen? (Harald Wiesendanger) P.S.: Dies ist die überarbeitete Fassung eines Artikels, der erstmals im Oktober 2020 erschien. Anmerkungen (1) Antonietta Gatti (Nationaler Forschungsrat, San Vito, Italien) u.a.: „New Quality-Control Investigations on Vaccines: Micro- and Nanocontamination“, International Journal of Vaccines 4 (1) 2017, DOI: 10.15406/ijvv.2017.04.00072, http://medcraveonline.com/IJVV/IJVV-04-00072.pdf (2) https://www.pei.de/DE/newsroom/veroffentlichungen-arzneimittel/sicherheitsinformationen-human/archiv-infos-influenza-pandemie-2009-2010/sicherheit-25-09-2009-nanopartikel.html, abgerufen am 12.3.2020. (3) B.C. Carlson u.a.: „The Endogenous Adjuvant Squalene Can Induce a Chronic T-Cell-Mediated Arthritis in Rats“, American Journal of Pathology 156 (6) 2000, S. 2057–2065, PMID 10854227; M. Satoh u.a.: „Induction of lupus autoantibodies by adjuvants“, Journal of Autoimmunity 21 (1) 2003, S. 1–9, PMID 12892730. (4) Benoit Chassaing u.a.: „ Dietary emulsifiers impact the mouse gut microbiota promoting colitis and metabolic syndrome“, Nature 519, 5. März 2015, S. 92–96, doi:10.1038/nature14232. (5) Lars Fischer: „Emulgatoren fördern Darmkrebs“, spektrum.de, 7. November 2016, www.spektrum.de/news/emulgatoren-foerdern-darmkrebs/1428857. (6) Siehe Ärzte Zeitung: „Mit Nanopartikeln: Impfen ohne Injektion“, 28.5.2019, https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Impfen-ohne-Injektion-254358.html; https://www.nanopartikel.info/nanoinfo/koerperbarrieren/2002-nanopartikel-und-die-haut. Titelbild: Gerd Altmann/Pixabay

  • Kasse gemacht.

    Warum stoßen die Bosse des Impfstoffherstellers Moderna riesige Aktienpakete ab? Was wissen die Bosse von „Moderna“? Der Hersteller eines neuartigen mRNA-Impfstoffs gegen Covid-19, der als besonders aussichtsreich gilt, sorgt an den Finanzmärkten für Unruhe: Führungskräfte von Moderna haben in großem Umfang Aktienoptionen eingelöst. Seit Juni 2020 erzielte jeder von ihnen dabei persönliche Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe. Haben sie das Vertrauen in ihr Projekt verloren? Rechnen sie nicht mehr mit einem Erfolg? Aufgrund welcher Informationen? Wissen sie mehr als die Öffentlichkeit? Wie das News-Portal NPR berichtet (1), hat Modernas CEO Stéphane Bancel Wertpapiere seines Unternehmens für rund 40 Millionen Dollar abgestoßen. Chief Medical Officer Tal Zaks erlöste auf demselben Weg rund 60 Millionen Dollar, Präsident Stephen Hoge mehr als 10 Millionen Dollar. Ihre sonderbaren Transaktionen fallen in eine Zeit, in der Sicherheitsbedenken an Modernas neuartigem Vakzin „mRNA-1273“ zunehmen, nachdem alarmierende Meldungen über die Zulassungsstudien durchsickern. „Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 für geringste Sorge und 10 für die größte steht, ist dies eine 11“, kommentiert Daniel Taylor, außerordentlicher Professor für Rechnungswesen an der University of Pennsylvania in Philadelphia. (2) Die Aktiengeschäfte der Moderna-Chefetage scheinen ihm „weit außerhalb der Norm“ zu liegen. Für Taylor werfen sie Fragen auf, wie die internen Kontrollen des Unternehmens aussehen, um Insiderhandel zu verhindern. In der Regel deckt ein Unternehmen seine Führungskräfte mit Aktien ein, um ihnen genügend Anreize zu bieten, es profitabler zu machen. Warum sollten die Moderna-Bosse ihre Firmenanteile abstoßen, bevor der Impfstoff überhaupt auf den Markt kommt? Warum möchten sie den weiteren Höhenflug der Aktie verpassen, für den ihr Produkt sorgen würde, sobald es sich als wirksam, sicher und gut verträglich erwiesen hat? Haben sie insgeheim einen Verdacht? Wissen sie, dass etwas schief gelaufen ist? Oder befürchten sie aus gutem Grund, dass etwas schiefgehen wird? "Hier machen Insider reichlich Gewinn, und sie tun es vor allem mit unserem Geld", sagt Margarida Jorge, Kampagnenleiterin der Initiative "Lower Drug Prizes Now". Moderna lässt sich mit 483 Millionen US-Dollar aus Steuergeldern subventionieren. Dass etwas faul sein könnte, hat sich früh abgezeichnet. Im März 2020 war Moderna weltweit die erste Firma, die eine klinische Studie für einen SARS-CoV-2-Impfstoff genehmigt bekam. (3) Die normalerweise erforderlichen Tierversuche durfte sie überspringen. In Modernas Phase-1-Studie, mit jüngeren Erwachsenen zwischen 18 und 55 Jahren, traten nach der zweiten Impfung bei ALLEN 15 Probanden in der Hochdosisgruppe, bei 250 μg (Mikrogramm), „systemische“, d.h. den ganzen Organismus betreffende Nebenwirkungen auf. (4) Dazu zählten Müdigkeit, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Myalgie (Muskelschmerzen); 21% erlitten "ein oder mehrere schwerwiegende Ereignisse". Drei dieser menschlichen Versuchskaninchen erlitten innerhalb von 43 Tagen nach Impfung sogar ein „schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis“ dritten Grades, welchen die US-Aufsichtsbehörde FDA durch "Verhinderung täglicher Aktivitäten und Notwendigkeit einer medizinischen Intervention" definiert. CNN und CNBC stellten im Mai 2020 Ian Haydon vor, einen 29-jährigen Teilnehmer mit derart schweren Nebenwirkungen, dass sie einen Klinikaufenthalt erforderlich machten: Er habe sich "so krank gefühlt wie nie zuvor in meinem Leben", so bekannte er. (5) Am 29. September berichtete Moderna allerdings über eine „Erweiterung“ der Phase-1-Studie, diesmal mit 40 Personen von 56 bis 70 Jahren. Sie erhielten Dosen zwischen 25 und 100 Mikrogramm. Erstaunlicherweise sollen diesmal „bloß milde oder mäßige Nebenwirkungen“ aufgetreten sein. (6) Schon Ende Mai begann Moderna eine Phase 2-Studie mit 600 Teilnehmern – wo bleiben die Ergebnisse? (7) Ende August 2020 startete bereits Phase 3, mit 30.000 gesunden Erwachsenen in 30 US-Bundesstaaten und Dosierungen zwischen 25 µg und 100 µg. (8) Erste Ergebnisse sollen im November vorliegen. (9) Bill Gates, der Moderna seit 2016 mit über 20 Millionen US-Dollar sponserte (10), führt die beobachteten Nebenwirkungen weitgehend auf die hohen Dosierungen zurück, die nötig seien, um die gewünschten Antikörperspiegel zu erreichen. (11) Wenn aber hohe Dosierungen erforderlich sind, um eine ausreichend starke Immunreaktion auszulösen, und dabei auch systemische Nebenwirkungen bei den meisten "Gepieksten" verursachen - wie sicher wird dann diese Impfung sein? Wenn sie schon junge, kerngesunde Versuchspersonen derart mitnimmt – wie gut werden dann Senioren, Multimorbide und andere Risikogruppen sie vertragen? Falls ein Fünftel schwere Nebenwirkungen erleidet (12), so würden Impfungen der gesamten Menschheit, Gates´ wiederholt erklärtes Lieblingsprojekt, auf 1,5 Milliarden Impfgeschädigte hinauslaufen. Mit ähnlichen Problemen kämpft momentan auch der schwedisch-britische Pharmariese AstraZeneca, Hersteller eines weiteren mRNA-Impfstoffs namens AZD1222. Im Juni bestellten Deutschland, Frankreich, Italien mindestens 300 Millionen Dosen davon (13), die EU im August weitere 300 Millionen. (14) Anfang September stoppte AstraZeneca seine Phase-3-Studien vorübergehend, nachdem bei einem Teilnehmer "eine vermutete schwere und unerwartete Nebenwirkung" aufgetreten war. (15) Wie die „New York Times“ berichtet, sei bei ihm „Transverse Myelitis festgestellt worden, ein entzündliches Syndrom, das das Rückenmark befällt und häufig durch Virusinfektionen ausgelöst wird". (16) Die mRNA-Technologie, auf die Moderna setzt, gilt als „innovativ“. Verabreicht wird dabei ein Stück Erbinformation des Virus; der menschlichen Zelle soll es als Bauplan dienen, um ein Oberflächenprotein des Erregers selbst zu produzieren. Anhand dieses verräterischen „Antigens“ soll das Immunsystem dann das Virus erkennen und bekämpfen. In der Praxis ist dieser Ansatz aber noch völlig unerprobt. Der Deutsche Ethikrat warnt vor ihm. (17) Bisher konnte Moderna, erst 2010 gegründet, kein einziges Produkt auf den Markt bringen. Anfang Januar wurde das Unternehmen an der Börse noch mit weniger 20 Dollar pro Aktie gehandelt und mit rund sechs Milliarden Dollar bewertet. Dann gab Moderna bekannt, es arbeite mit Wissenschaftlern des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) unter Leitung des Top-Präsidentenberaters Dr. Anthony Fauci zusammen, um einen Corona-Impfstoff zu entwickeln. Bis April stellte die US-Regierung Moderna knap eine halbe Milliarde Dollar bereit (18) -, im Rahmen von Trumps „Operation Warp Speed“, so betitelt, weil sie einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 ungefähr so schnell entwickeln helfen soll, wie das Raumschiff Enterprise dank seines fiktiven Warp-Antriebs fliegt, Lichtgeschwindigkeit überflügelnd. (19) Seitdem ist Modernas Aktienkurs förmlich explodiert. Pressemitteilungen, die auf positive Nachrichten aus den wissenschaftlichen Versuchen hindeuteten oder zusätzliche Zusagen von Steuergeldern ankündigten, ließen den Aktienkurs auf einen Höchststand von rund 95 Dollar steigen, bevor er in den letzten Monaten auf 60 bis 70 Dollar fiel. Der Unternehmenswert beläuft sich nun auf rund 25 Milliarden Dollar. Dass die Moderna-Chefs seltsam früh Kasse machen, empört zumindest Covidioten. Hätten sie nicht eher Grund, erleichtert aufzuatmen? Müssen sie weiterhin fürchten, womit anscheinend nicht einmal der Impfstoffhersteller selber noch rechnet? Seit fast zwei Jahrzehnten versuchen Pharmafirmen Corona-Vakzine zu entwickeln. Stets scheiterten die Bemühungen bislang an gefährlichen, oft tödlichen Nebenwirkungen. Ein Skandal kommt selten allein Zum Moderna-Skandal passen jüngste Schlagzeilen aus England. Einem wissenschaftlichen Hauptberater (Chief Scientific Adviser) der britischen Regierung, dem zum „Sir“ geadelten Patrick Vallance, wird ein massiver Interessenkonflikt vorgeworfen. Er sei mit 600.000 Pfund, umgerechnet rund 660.000 Euro, an GlaxoSmithKline (GSK) beteiligt – einem Pharmariesen, der an der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs arbeitet, in Zusammenarbeit mit Sanofi, einem weiteren Branchengiganten. (20) Dazu beisteuern will GSK den Wirkverstärker AS03 (21), der erstmals 2009 in „Pandemrix“ zum Einsatz kam – jenem berüchtigten Impfstoff gegen das Schweinegrippe-Virus H1N1, der mindestens 1300 Kinder zu Narkoleptikern machte: Schlagartig überkommt sie extreme Müdigkeit, die Muskeln versagen; manche Betroffene sacken plötzlich in sich zusammen, stürzen zu Boden. (22) Presseberichten zufolge (23) hält Vallance 43.111 GSK-Aktien. Noch brisanter ist, wie er zu ihnen kam. Bevor er im März 2018 zum Top-Regierungsberater aufstieg, war Vallance seit 2012 Präsident von GlaxoSmithKline, dem siebtgrößten Pharmaunternehmen der Welt, das mit rund 100.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von umgerechnet rund 37 Milliarden Euro erwirtschaftet (24) - ein Musterbeispiel für die „Drehtür“ zwischen Regierungsbehörden und den multinationalen Konzernen, die sie regulieren sollen. Nach seiner Berufung verkaufte Vallance GSK-Aktien im Wert von 5 Millionen Pfund, behielt aber immer noch eine beträchtliche Beteiligung an dem Unternehmen. Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, bei den von Vallance gehaltenen Aktien handle es sich lediglich um einen aufgeschobenen Bonus; der Berater habe alle gesetzlichen Richtlinien befolgt, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden. Na denn. Vallance verdient Lob für ein feines Spekulanten-Näschen. Während ein panikvirusbefallenes England auf die Erlösung durch Impfstoffe hofft, sehen Branchenkenner zumindest bei Glaxo offenbar zunehmend schwarz: Seit einem Hoch Mitte Mai erreicht die GSK-Aktie immer neue Jahrestiefstände, zuletzt am 25. September mit knapp über 16 Euro. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.npr.org/2020/09/04/908305074/bad-optics-or-something-more-moderna-executives-stock-sales-raise-concerns (2) https://www.npr.org/2020/09/04/908305074/bad-optics-or-something-more-moderna-executives-stock-sales-raise-concerns (3) https://pipelinereview.com/index.php/2020031774039/Vaccines/Moderna-Announces-First-Participant-Dosed-in-NIH-led-Phase-1-Study-of-mRNA-Vaccine-mRNA-1273-Against-Novel-Coronavirus.html (4) https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2022483 (5) https://www.statnews.com/2020/05/26/moderna-vaccine-candidate-trial-participant-severe-reaction/ (6) https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2028436 (7) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04405076?term=moderna&cond=covid-19&draw=2 (8) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04470427?term=vaccine&cond=covid-19&draw=5 (9) https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-so-weit-ist-die-impfstoffforschung-gegen-das.1939.de.html?drn:news_id=1177420 (10) https://www.gatesfoundation.org/search#q/k=Moderna&page=3 (11) https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/08/04/side-effects-of-fast-tracked-vaccine.aspx (12) https://www.schildverlag.de/2020/05/26/neues-vom-mrna-impfstoff-jeder-fuenfte-der-freiwillen-impfprobanden-wurde-ernsthaft-krank/ (13) https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/deutschland-bestellt-astrazeneca-impfstoff/ (14) https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/08/17/eu-sichert-sich-corona-impfstoff-von-astrazeneca@user-kmayer (15) https://www.statnews.com/2020/09/08/astrazeneca-covid-19-vaccine-study-put-on-hold-due-to-suspected-adverse-reaction-in-participant-in-the-u-k/ (16) https://archive.is/fymqJ#selection-735.237-735.377 (17) https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-eingriffe-in-die-menschliche-keimbahn.pdf (18) https://edition.cnn.com/2020/05/01/us/coronavirus-moderna-vaccine-invs/index.html (19) https://www.hhs.gov/about/news/2020/05/15/trump-administration-announces-framework-and-leadership-for-operation-warp-speed.html; https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/internationales/corona-impfstoff-trump-will-warp-speed/; https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Warp_Speed; https://www.sciencemag.org/news/2020/05/unveiling-warp-speed-white-house-s-america-first-push-coronavirus-vaccine (20) https://www.pharmazeutische-zeitung.de/proteinbasierter-corona-impfstoff-geht-in-die-klinische-phase-120031/ (21) https://www.pharmazeutische-zeitung.de/gsk-produziert-wirkverstaerker-fuer-eine-milliarde-impfstoffdosen-117900/ (22) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63356/Grippeimpfung-Wie-Pandemrix-eine-Narkolepsie-ausloest (23) https://www.standard.co.uk/news/uk/patrick-vallance-vaccine-shares-denies-conflict-interest-a4555141.html; https://www.telegraph.co.uk/news/2020/09/23/revealed-sir-patrick-vallance-has-600000-shareholding-firm-contracted/; https://truththeory.com/chief-scientific-adviser-criticized-for-large-investments-in-vaccine-developer/; https://www.naturalblaze.com/2020/09/chief-scientific-adviser-criticized-for-large-investments-in-vaccine-developer.html?utm_source=Natural+Blaze+Subscribers&utm_medium=email&utm_campaign=ebf00bd0e5-RSS_EMAIL_CAMPAIGN&utm_term=0_b73c66b129-ebf00bd0e5-388366827 (24) https://www.gsk.com/en-gb/about-us/key-facts/ Bildausschnitt Aufstieg: Gerd Altmann/Pixabay.

  • "Zuhause wäre ich verschwunden oder tot"

    Li-Meng Yan zählt zu den ersten Wissenschaftlern weltweit, die den Ausbruch des neuartigen Coronavirus untersuchten. Was sie dabei entdeckte, veranlasste sie zur Flucht in die USA. Dort will sie aufklären. Doch dem langen Arm Pekings entkommt sie nicht. Eine chinesische Virologin setzt sich in den vermeintlich freien Westen ab. Sie bringt brisantes Insiderwissen mit. Nach ihrer festen Überzeugung stammt SARS-CoV-2 aus einem Labor in Wuhan; bis heute vertuscht China diesen Ursprung, unterstützt von der Weltgesundheitsorganisation. Doch statt Gehör zu finden, wird die Whistleblowerin zensiert, verleumdet, gemobbt – von Mainstream-Medien, Faktencheckern und Fachkollegen. Am 28. April 2020 besteigt Dr. Li-Meng Yan auf dem Flughafen von Hongkong eine Maschine der Cathay Pacific – Richtung USA. Offiziell ist die junge chinesische Wissenschaftlerin auf Urlaubsreise, behördlich genehmigt. Doch für sie steht fest: Es gibt kein Zurück für sie. Ihren Ehemann, ihre Eltern, ihre Geschwister, ihre Freunde wird sie wohl nie wiedersehen. Denn was sie aus ihrer Heimat mitnimmt, ist ein hochexplosives Wissen, das sie dort in allerhöchste Gefahr brächte, sobald sie es ausspräche: Dass in Wuhan ein neuartiges, hochansteckendes Coronavirus um sich griff, wussten China und die WHO viel früher, als sie offiziell zugaben – lange Zeit vertuschten sie es. Hätten sie von Anfang an mit offenen Karten gespielt, so wäre die Seuche womöglich noch einzudämmen gewesen, ehe sie rund um die Welt Hunderttausende krank machen und umbringen konnte. „Die Wahrheit wurde vertuscht“ Die Wahrheit kennt diese Whistleblowerin nicht bloß vom Hörensagen – monatelang war sie unmittelbar mit ihr befasst. Bis zu ihrer Flucht arbeitete die Virologin in der Abteilung für Public Health Laboratory Science der Universität Hongkong (HKU), einem Referenzlabor der Weltgesundheitsorganisation, das zu den weltweit führenden Corona-Forschungszenten zählt. Dort befasste sie sich unter anderem damit, einen universellen Grippeimpfstoff zu entwickeln. Im Dezember 2019, so berichtet Li-Meng Yan, wurde sie eine der weltweit ersten Wissenschaftler, die mit dem Corona-Ausbruch zu tun bekamen. Damals bat sie ihr Vorgesetzter an der HKU, der Pandemie-Experte Leo Poon, eine Reihe merkwürdiger Fälle von schweren Atemwegserkrankungen in Wuhan zu untersuchen, die SARS ähnelten. Vor Ort nachforschen durfte sie allerdings nicht. Also nutzte sie ein ausgedehntes Netzwerk medizinischer Fachleute vom chinesischen Festland, um Näheres herauszufinden. Rasch wurde Yan klar: Hier tritt eine neuartige Erkrankung auf, von Mensch zu Mensch übertragbar und hochansteckend. Über ihre Erkenntnisse berichtete sie Poon mehrfach, unter anderem am 16. Januar 2020; Poon ist Mitglied der WHO-„Expertengruppe zu molekularen Diagnosemethoden für Influenza“. (1) Darüber hinaus habe sie auch Malik Peiris informiert, einen renommierten Pathologen und Virologen von Sri Lanka, der zu jener Zeit in leitender Position am HKU tätig war; er gilt als der erste Wissenschaftler, der einst das SARS-Virus isolierte. In 35 Forscherjahren hat Peiris über 600 Fachartikel veröffentlicht, er hält 32 Patente zur Diagnostik von Virusinfektionen. Wie Poon war auch Peiris Berater der WHO, er gehörte deren „Strategic Advisory Group of Experts on Immunization“ (SAGE) an. (2) Doch anstatt ihr Gehör zu schenken, „nickte Poon nur und sagte, ich solle weiterarbeiten“. Als sie ihn am 16. Januar abermals darauf ansprach, ermahnte er sie, „zu schweigen und vorsichtig zu sein“. (3) Es gebe da eine „rote Linie“, die sie nicht überschreiten dürfe. Zur Erinnerung: Wie inzwischen feststeht, datiert der erste offizielle Fall einer Covid-19-Infektion in China auf den 1. Dezember 2019. (4) Vieles spricht dafür, dass erste Fälle bereits im November 2019 auftraten (5), womöglich sogar schon im Oktober. Aber noch am 1. Januar 2020 prangerte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua angebliche „Falschmeldungen“ von Ärzten an und bekräftigte, es gebe keinerlei Anzeichen für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung der neuen Erkrankung. (6) Ein „neuartiges Coronavirus“ sei erst am 7. Januar isoliert worden, hieß es. (7) Zwischen dem 12. und 16. Januar 2020 verbreitete die Staatsführung wiederholt die gleichlautende Klarstellung, es gebe keine Neuinfektionen und keine engen Kontakte zu Infizierten. (8) Am 26. Januar sprach der chinesische Staats­präsident Xi Jinping erstmals von einer „ernsten Situation“. (9) Erst drei Tage später, am 29. Januar, begann die Massenquarantäne der gesamten Provinz Hubei. Und die WHO? Mit einem ersten „Situationsbericht“ über ein „Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)“ ließ sie sich Zeit bis zum 20. Januar. (10) Erst am 30. Januar verkündete sie einen „öffentlichen Gesundheitsnotfall von intenationaler Tragweite“. (11) Yan war entäuscht, aber nicht überrascht. „Ich wusste bereits, dass es so ablaufen würde, weil ich die Korruption bei solchen Organisationen wie der WHO und der Kommunistischen Partei Chinas kenne". (12) Doch damit wollte sich Yan nicht abfinden. Als Mitarbeiterin eines WHO-Referenzlabors fühlte sie sich ethisch verpflichtet, der Weltöffentlichkeit „die Botschaft der Wahrheit über Covid“ zu überbringen. Andererseits machte sie sich keine Illusionen: Bräche sie das verordnete Schweigen in ihrer Heimat, so würde sie „verschwinden und getötet“ (13), wie viele chinesische Ärzte, Wissen­schaftler und Journalisten vor ihr. Und so fasste sie den Entschluss zu fliehen. Ihrem Ehemann, mit dem sie seit sechs Jahren verheiratet war, hatte sie vorsichtshalber lange Zeit verschwiegen, was sie vorhatte; er arbeitete im selben Labor wie sie, auch er war ein angesehener Wissenschaftler. Doch eines Tages hörte er zufällig mit, als sie mit einer Bloggerin unvorsichtig über ihre Entdeckungen telefonierte. Daraufhin flehte sie ihn an, gemeinsam mit ihr zu fliehen. Doch er habe „total verärgert“ reagiert, sie von ihrem Vorhaben abzubringen versucht, ihr Verantwortungslosigkeit vorgeworfen und Schuldgefühle eingeredet, so berichtet Yan: „‘Sie werden uns alle umbringen‘, sagte er.“ Entsetzt und verletzt beschloss Yan, ohne ihn zu gehen. Nach 13-stündigem Flug landete sie am 28. April 2020 auf dem International Airport von Los Angeles. Dort hielten Zollbeamte sie an. Panische Angst ergriff sie: „Würde ich nun im Gefängnis landen? Oder nach China zurückgeschickt werden?“ Also „musste ich mich ihnen offenbaren: Ich bin hierher gekommen, um die Wahrheit über Covid-19 zu sagen. Bitte beschützt mich. Wenn nicht, wird die chinesische Regierung mich töten.“ Daraufhin zogen die Zollbeamten das FBI hinzu. Stundenlang wurde Yan verhört, ihr Handy als Beweismittel beschlagnahmt. Anschließend durfte sie an ihren Zielort weiterreisen. Die Adresse gibt sie verständlicherweise nicht preis. Während sie in den Vereinigten Staaten Fuß zu fassen versuchte, fielen chinesische Agenten über ihre Familie, ihre Freunde und Kollegen her. Ihre winzige Wohnung in Hongkong wurde auseinandergenommen. Als Yan ihre Eltern kontaktierte, flehten diese sie an, zurückzukommen; sie habe ja keine Ahnung, wovon sie spreche, und solle ihren Kampf sofort aufgeben. Im Bemühen, große Zeitungen und Fernsehsender für ihre Geschichte zu interessieren, stand Yan seltsam oft vor verschlossenen Türen. Hatte sie nicht sensationellen Stoff anzubieten? Doch anscheinend war er Mainstream-Medien zu heiß. Nur Fox News griff zu: Am 9. Juli war sie zu Gast in der populären Talkshow „Tucker Carlson Tonight“, die bis zu 4,3 Millionen Zuschauer erreicht. Knapp 13 Minuten lang interviewte sie der Moderator, sichtlich betroffen davon, was er zu hören bekam. (14) Am 10. und 13. Juli stellte Fox News ausführliche Artikel über die Whistleblowerin online. (15) Aus China folgten umgehend empörte Dementis, wie nicht anders zu erwarten. Im Juli 2020 verbreitete die Universität Hongkong in einer Pressemitteilung: „Der Inhalt der Fernseh­sendung“ (von Fox News) „stimmt nicht mit den Schlüsselfakten überein. Insbesondere hat Dr. Yan im Dezember 2019 und Januar 2020 an der HKU keinerlei Forschung zur Übertragung des neuartigen Coronavirus von Mensch zu Mensch durchgeführt. Was sie in besagtem TV-Interview behauptet, entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Grundlage, es entspricht bloßem Hörensagen." (16) Wann und warum Yan die HKU verließ, lässt die Presseerklärung offen. Die WHO beeilte sich klarzustellen, der schwer belastete Malik Peiris sei „kein Mitarbeiter“ von ihr, repräsentiere sie also auch nicht. Dass er zu ihren Beratern zählte, bestritt sie indes nicht. (17) Über Yans unmittelbaren Vorgesetzten Leo Poon, einen weiteren WHO-Experten, verlor sie kein Wort. Die chinesische Botschaft in den Vereinigten Staaten teilte Fox News auf Anfrage mit, sie wisse nicht, wer Yan ist; im übrigen habe China die Pandemie heldenhaft gehandhabt. (18) Weil Yan, wie kein anderer Whistleblower vor ihr, diesen schönen Schein gefährden könnte, war Pekings Machthabern anscheinend kein Deal zu schmutzig: Als US-Außenminister Mike Pompeo am 17. Juni auf Hawaii chinesische Diplomaten traf (19), sollen sie ihm Korruptions­beweise gegen Trumps Kontrahenten Joe Biden und geheimdienstliche Erkenntnisse über Nordkorea angeboten haben – als Gegenleistung dafür, dass Dr. Yan „rückgeführt“ wird. (20) Was macht die Hongkonger Virologin zu einem derart wertvollen Tauschobjekt? Li-Meng Yan hatte noch weiteren Sprengstoff im Reisegepäck. Ihn hielt sie zurück, bis sie ihn in einem anspruchsvollen Fachartikel präsentieren konnte, verfasst gemeinsam mit drei chinesischen Kollegen. Fertiggestellt hatte sie den Text Mitte September. Er trägt den umständlichen Titel „Ungewöhnliche Merkmale des SARS-CoV-2-Genoms, die eher auf eine ausgeklügelte Labormodifikation hindeuten als auf natürliche Evolution, und die Beschreibung seines wahrscheinlichen Synthesewegs.“ (21) Im Mittelpunkt stehen zwei Behauptungen, die Yan auf 26 Seiten minutiös begründet: (1.) Mehrere Besonderheiten verraten den Covid-19-Erreger als ein biotechnisches Kunstprodukt – „es gibt Beweise im Genom“. (2.) Es herzustellen, ist für Fachleute ein Kinderspiel, zu bewerkstelligen in wenigen Monaten. Ein natürlicher Ursprung von SARS-CoV-2 wird immer unwahrscheinlicher Einleitend stellt Yan fest: Je unglaubwürdiger die Theorie eines natürlichen Ursprungs von SARS-CoV-2 dasteht, desto rigoroser werden Zweifel daran weltweit unterdrückt. An der anfangs gestreuten Mär von Wuhans Wildtiermarkt als Ausgangspunkt halten mittlerweile nicht einmal chinesische Behörden mehr fest; die ersten Infizierten hatten erwiesenermaßen keinen Bezug dorthin. In keiner Fledermaus, aber auch in keinem sonstigen mutmaßlichen Zwischenwirt – von Schlangen und Vögeln über Pangoline bis zu Marderhunden – war SARS-CoV-2 ausfindig zu machen. Auch fehlen jegliche Spuren eines natürlichen Evolutions­wegs: Weder in Menschen noch in irgendwelchen Tieren ließen sich genetische Vorläufer isolieren, aus denen sich SARS-CoV-2 allmählich hätte entwickeln können; von Anfang an war dieses Virus perfekt daran angepasst, Menschen zu infizieren – an die ACE2-Zellrezeptoren keiner Spezies, nicht einmal von Fledermäusen, docken seine Spikes leichter an. Übergeht Yan nicht den nächsten natürlichen Verwandten, das Fledermaus-Coronavirus RaTG13 (22), dessen Genom zu 96 % mit SARS-CoV-2 identisch ist? Es soll in Fledermäusen der Gattung Java-Hufeisennasen Rhinolophus affinis in Yunnan gefunden worden sein, in Bruchstücken auch bei erkrankten und verstorbenen Minenarbeitern aus Yunnan 2016. (23) In diesem mutmaßlichen Vorläufer-Virus sieht Yan eine dreiste Fälschung, wie etliche Wissenschaftler vor ihr. Obwohl angeblich bereits im Jahr 2013 entdeckt, lud die „Bat Woman“ des Wuhan-Instituts für Virologie (WIV), Shi Zhengli, die angebliche Genom­sequenz von RaTG13 erst im Februar 2020, mehrere Wochen nach Pandemiebeginn, in eine internationale Datenbank hoch; niemand hat dieses Virus je gesehen, nicht einmal das WIV besitzt nach eigenen Angaben noch ein Exemplar davon. Es existiert offenbar bloß als eine computergenerierte Abfolge von Buchstaben für RNA-Nukleotide – ausgeheckt mit hoher krimineller Energie, um falsche Fährten zu legen und Verwirrung zu stiften. (24) Als finalen Knockdown der Labor-Hypothese feiern Faktenchecker den im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichten Artikel einer Autorengruppe um Kristian Andersen, Professor für Immunologie am Gates-gesponserten Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien. Dass SARS-CoV-2 ein Kunstprodukt sein könnte, will sie „unwiderlegbar“ ausgeschlossen haben – per bloßer Computersimulation. Bei näherem Hinsehen handelt es sich dabei nicht einmal um eine Studie, die entsprechenden Anforderungen genügen müsste, sondern lediglich um einen „Letter to the Editor“, einen Leserbrief. Zurecht weist Dr. Yan, wie andere Forscher, auf haarsträubende Mängel in Andersens Beweisführung hin (25), wie auch auf Interessenkonflikte beteiligter Koautoren. (26) „Dieses Virus kann nur aus dem Labor stammen“ Es sind drei Besonderheiten im Erbgut von SARS-CoV-2, die Li-Meng Yan zufolge „äußerst schwer damit zu vereinbaren sind, dass sie sich aus einer natürlichen Evolution ergaben“. Erstens: Aus rund 30.000 Nukleotiden setzt sich das Genom von SARS-CoV-2 zusammen. Mit fast allen bekannten Fledermaus-Coronaviren stimmt ihre Sequenz zu höchstens 89 % überein – mit zwei bemerkenswerten Ausnahmen: ZC45 und ZXC21. Hier erreicht die Ähnlichkeit 97 %. „Höchst ungewöhnliche“ Übereinstimmungen zwischen ihnen zeigen sich auch auf der Ebene der Aminosäuren, die ein Virusgenom kodiert: - das Nucleocapsid-Protein, das die RNA des Coronavirus ummantelt, ist zu 94 % identisch; - das Orf8-Protein – das die Immunantwort des befallenen Wirts umgehen hilft – zu 94,2 %; keine anderen Coronaviren weisen bei diesem speziellen Protein eine höhere Übereinstimmung als 58 % auf. - die zweite („S2“-)Hälfte des Spike-Proteins zu 95 %; - das E-Protein – ein Struktureiweiß, das in die Membranhülle des Virus eingebettet ist und sie auskleidet – gar zu 100 %. Dies findet Yan besonders verdächtig, weil „E“ erfahrungs­gemäß leicht mutiert: Binnen eines einzigen Monats, im April 2020, veränderten sich verschiedene SARS-CoV-2-Stämme im „E“-Segment bereits an vier verschiedenen Stellen. Was ist so brisant an ZC45 und ZXC21? Es handelt sich um Fledermaus-Coronaviren, die zwischen Juli 2015 und Februar 2017 entdeckt, in zwei Einrichtungen der chinesischen Streitkräfte isoliert und charakterisiert wurden: der Dritten Militärmedizinischen Universität in Chongqing und dem Institut für Medizinische Forschung des Kommandos Nanjing. Warum ausgerechnet dort? Zu welchem Zweck? Zum „Scharfmachen“ dürften sie anschließend ans WIV in Wuhan weitergereicht worden sein. Neuerdings in die Welt gesetzte Fakes wie „RaTG13“ hat Yan im Verdacht, von diesem Hintergrund abzulenken. (27) Zweitens: Wenn uns SARS-CoV-2 infiziert, spielen eine entscheidende Rolle dabei die Spike-Proteine, die wie dünne Keulen die Außenseite des Virus schmücken. Sie bestehen aus zwei Teilen: Die vordere Hälfte, S1, ist für die Bindung an ACE2-Rezeptoren der Wirtszelle verantwortlich. Innerhalb von S1 ist es ein Abschnitt von rund 70 Amimosäuren, der direkten Kontakten zu einem solchen Rezeptor aufnimmt; daher wird es als „Rezeptorbindendes Motiv“ (RBM) bezeichnet. Dieses Segment, so argumentiert Yan, kann nicht natürlich entstanden sein – es gibt keinen plausiblen Evolutionsweg dafür. Also wurde es gentechnisch erzeugt. (28) Drittens: Wie schafft es SARS-CoV-2, sich nicht nur an eine Zelle anzulagern, sondern in sie einzudringen? Dazu ist es einzigartig ausgestattet: mit einer sogenannten „Furin-Spaltstelle“ am Übergang der beiden Spike-Hälften S1 und S2. Mit ihr nutzt es ein spezielles Enzym seines Wirts: das Furin. Furin ist nicht nur in den Atemwegen reichlich vorhanden, im ganzen übrigen Körper kommt es ebenfalls vor. Dieses Enzym schneidet die S2-Untereinheit des Spike-Proteins, nachdem es angedockt hat, an einem ganz bestimmten Punkt, der „Spaltstelle“ ab. Dabei legt es Fusions­peptide frei: kleine Aminosäureketten, die helfen, die Membran der Wirtszelle aufzubrechen, so dass die Virusmembran mit ihr verschmelzen kann. Jetzt kann das genetische Material des Eindringlings in die Zelle gelangen – woraufhin das Virus die Kontrolle über die molekulare Maschinerie des Wirts übernimmt, um sich zu reproduzieren. (29) Mit diesem fiesen Trick erzwingen viele gefährliche Viren wie HIV, Influenza, Dengue und Ebola den Zelleintritt. SARS-CoV hingegen, der vergleichsweise kraftlose Pandemieauslöser 2002/03, verwendet andere Spaltungswerkzeuge, die seltener und weniger wirksam sind. Zwar gibt es durchaus Coronaviren, die eine Furin-Spaltstelle aufweisen (30) – nie zuvor fand sich dieses Element jedoch in der Linie B der ß-Coronaviren, der SARS-CoV-2 zugehört. (31) Aber warum sollte SARS-CoV-2 diese Besonderheit nicht auf natürlichem Weg erlangen? Dazu könnte ein ß-Coronavirus-Vorfahr mit einem eng verwandten Coronavirus einer anderen Gruppe oder Abstammungslinie, das die Spaltstelle bereits aufwies, „homolog rekombiniert“, d.h. Nukleotidabschnitte getauscht haben. (32) Yan selbst wirft diese Frage auf. „Zwei Tatsachen“, so erläutert sie, „sprechen jedoch gegen diese Möglichkeit.“ Kein anderes Coronavirus weist exakt dieselbe Basensequenz für die entscheidende Spaltstelle auf, die bei SARS-CoV-2 auftaucht. Zweitens entsprechen die RNA-Sequenzen von SARS-CoV-2 und jedem sonstigen Coronavirus, das eine solche Spaltstelle aufweist, einander zu höchstens 40 %. (33) Eine derart geringe Übereinstimmung, so stellt Yan klar, „schließt die Möglichkeit einer erfolgreichen homologen Rekombination zwischen den Vorfahren dieser Viren aus“. Allzu entfernte Verwandtschaft verhindert Genomtausch. „SARS-CoV-2 ist leicht zu konstruieren“ Ein Drittel ihres Papers widmet Yan einem möglichen Syntheseweg von SARS-CoV-2. Ihre komplizierte Bastelanleitung zeigt fünf Schritte auf, in denen das Virus künstlich herzustellen wäre – binnen weniger Monate. (34) Yan behauptet ausdrücklich nicht: Genau so entstand das Virus. Sie sagt lediglich: So könnte es entwickelt worden sein. Das Institut für Virologie in Wuhan verfügt über alle nötigen Kenntnisse, Vorlagen und technischen Voraussetzungen, um es zu fabrizieren. Ausgestattet mit der größten Corona-Virensammlung der Welt, betreibt es derartige Forschung seit anderthalb Jahrzehnten. Zwingende Beweise hierfür lieferte es reihenweise selbst: mit zahlreichen veröffentlichten Fachartikeln, in denen Shi Zhengli und ihre Kollegen detailliert beschreiben, wie sie „Gain-of-Function“-Experimente mit Coronaviren betrieben: sie biotechnisch „scharfmachten“, damit sie sich leichter übertragen, Menschen infizieren, mehrere Organe befallen, krank machen, töten können. (35) Ist es irre „verschwörungstheoretisch“, wie Yan die naheliegende Frage aufzuwerfen, wozu man so etwas überhaupt tut, wenn nicht zu militärischen Zwecken – zur Konstruktion einer Biowaffe? Vom Regen in die Traufe - Chinesische Zensur außerhalb Chinas Wo konnte Li-Meng Yan all dies ungehindert publizieren? Dass mittlerweile auch im Westen so gut wie alle etablierten Fachzeitschriften Artikel ablehnen, die dem offiziellen Corona-Mythos Chinas und der WHO zuwiderlaufen, wusste sie bereits. Und so lud sie ihren Text am 14. September auf der Website von „Zenodo“ hoch, einer 2013 eingerichteten, von der Europäischen Kommission geförderten Open-Access-Plattform, auf der jedermann seine Forschungsarbeiten unzensiert veröffentlichen kann. (36) Die Resonanz war überwältigend. Binnen acht Tagen wurde der Artikel bereits 763.000 Mal aufgerufen und 590.000 heruntergeladen. (37) Am 13. September, einen Tag vor dem „Zenodo“-Upload, richtete Yan einen Account bei Twitter ein: @LiMengYAN119. Fürs erste bot sie dort nichts weiter als einen Download-Link zu ihrem Fachartikel sowie eine Liste ihrer wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Kein größeres Medium, sondern lediglich der populäre Online-Nachrichtendienst Zerohedge eines Bloggers, der sich hinter dem Pseudonym „Tyler Durden“ verbirgt, wies noch am selben Tag darauf hin. „Wie lange“, fragte er, „wird es wohl dauern, bis @LiMengYAN119 stillgelegt wird?“ Internetzensur kennt „Durden“, bei dem es sich offenbar um einen bulgarischstämmigen Investmentbanker namens Daniel Ivandjiiski handelt (38), aus eigener Erfahrung: Seit er sich in seinem Blog nicht nur über Entwicklungen an Kapitalmärkten äußert, sondern auch politisch Stellung bezieht, haben ihn mehrere soziale Medien verbannt, weil er angeblich „Verschwörungstheorien“ verbreitet. Zerohedges Befürchtung bewahrheitete sich binnen weniger als zwei Tagen. Hacker fielen über die „Zenodo“-Website her.(39) Facebook und Instagram stempelten Yans Interview mit Tucker als „Falschinformation“. Bereits am Vormittag des 15. September wurde Yans Twitter-Account gesperrt, angeblich weil er „Twitter-Regeln verletzt“. (40) Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 59.000 Follower. (41) Worin der Regelverstoß bestanden haben soll, blieb unklar. Die willkürliche Sanktion passt ins immer trostlosere Bild, das soziale Medien der sogenannten „freien Welt“ mittlerweile abgeben. Seit 2017 löscht Twitter immer wieder Accounts von Kritikern der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh); der Bannstrahl traf unter anderem Unterstützer der Anti-KPCh-Allianz42 und des „Neuen Bundesstaats China“. (43) Die Zensur nimmt sprunghaft zu, seit die WHO im März alle großen Social-Media-Plattformen in einen Feldzug gegen „Fake News“ eingespannt hat, um eine angebliche „Infodemie“ zu bekämpfen und „die Öffentlichkeit gegen Falschinformation zu immunisieren“. (44) Im Mai 2020 trat Li Feifei, eine als „Wissenschaftlerin“ getarnte Stellvertreterin der KPCh, dem Direktorium von Twitter bei; somit verschafften sich Pekings Machthaber unmittelbare Kontrolle über den weltgrößten Mikrobloggingdienst mit rund 320 Millionen aktiven Nutzern. (45) Da wurde ein Fuchs entsandt, um den Hühnerstall zu überwachen. (46) Der US-Senator von Missouri, Josh Hawley, kommentierte die Löschung von Dr. Yans Twitter-Account kurz und prägnant: „Jetzt steht Twitter offen auf der Seite von Peking.“ (47) Wie muss Li-Meng Yan dabei zumute gewesen sein? Vor einer der skrupellosesten, menschenverachtendsten Diktaturen der Welt hatte sie in einer vermeintlichen Festung von Freiheit und Demokratie Zuflucht gesucht, um sich Gehör zu verschaffen – und erlebt hier Mechanismen zur Meinungskontrolle, die ihr nur allzu vertraut sind. Darüber empört sich der Ökonom Peter Navarro, ein Berater des Weißen Hauses in Handelsfragen: „Da erhält eine chinesische Wissenschaftlerin den Auftrag, ein tödliches Virus in Wuhan zu untersuchen, stößt auf beunruhigende Fakten, wird von der KPCh mundtot gemacht, spricht trotzdem ihre Wahrheit aus, flieht um ihr Leben in die Vereinigten Staaten – und wird dann von den ‚freien‘ sozialen Medien Amerikas mundtot gemacht. Wo bleibt die Empörung?“ (48) Ein Molekular­genetiker von der Universität Berkeley, Roland Baker, ist fassungslos: „Ich bin alt genug, um mich an Zeiten zu erinnern, in denen man in einem kommunistischen Land die Zensur seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse hinnehmen musste, falls sie nicht auf der Linie der Partei lagen. Jetzt erlebt man eine solche Zensur ausgerechnet hier, in den guten alten USA. Wie fortschrittlich!“ (49) Anscheinend, so kommentiert das Online-Newsportal Independent, „hat die Kommunistische Partei Chinas die großen Tech-Unternehmen mit Geld und finanziellen Anreizen überschüttet, um sie wie Marionetten zu kontrollieren“. (50) Die chinahörige WHO tut ein übriges; deren Generalsekretär Tedros Ghebreyesus, in seiner Heimat Äthopien einst führender Kopf einer marxistisch-leninistischen „Volksbefreiungsfront“ und glühender KPCh-Fan, säße ohne Pekings Lobbying nie und nimmer auf seinem komfortablen Chefsessel. (51) „Wie eine Kuh mit Kaninchenkopf und Affenhand“ Wieder war es Fox News, der sich zunächst als einziger großer TV-Sender traute, das immer heißere Eisen anzupacken: Am 16. September 2020 war Dr. Yan ein weiteres Mal zu Gast bei „Tucker Carlson Tonight“. (52) Zumindest hier durfte sie die Kernthesen ihres 26-Seiten-Papiers erläutern. „Die Kommunistische Partei Chinas will nicht, dass die Menschen diese Wahrheit erfahren. Das ist auch der Grund, warum Twitter sie unterdrückt. Ich bin das Ziel, das man verschwinden lassen will". Ihren Hauptvorwurf bekräftigt sie: „SARS-CoV-2 weist biologische Merkmale auf, die mit einem natürlich vorkommenden, zoonotischen Virus unvereinbar sind. Dieses Virus ist ein von Menschenhand geschaffener ‚Frankenstein‘, der auf Menschen abzielt.“ Für jeden unvoreingenommenen Fachmann seien die biotechnischen Manipulationen ebenso mühelos erkennbar wie bei „einer Kuh, die ein Hirschohr, einen Kaninchenkopf und eine Affenhand hat“. Bei YouTube war dieses Interview zumindest bis zum 23. September noch online. Über 2,5 Millionen rief es bis dahin ab. (53) Facebook und Instagram hingegen gingen umgehend gegen jeden Versuch vor, es zu posten und zu teilen: Sie legen einen Grauschleier darüber, auf dem sie vor „Falschinformation“ warnen, festgestellt von „unabhängigen Faktencheckern“. (54) An den Wellen, die Yans zweiter Fox-News-Auftritt schlug, änderte die hanebüchene Internetzensur freilich nichts. Nun konnten auch Mainstream-Medien über Dr. Yans Enthüllungen nicht länger hinweggehen. Wie sie durchweg damit umgingen, war absehbar: beschämend unfair. Yans wissenschaftliche Qualifikation kann die Journaille schwerlich in Zweifel ziehen. Ihr Master am Xiangya Medical College der Central South University ist echt, ihr Doktortitel von der Southern Medical University in Guangzhou ebenfalls. Als Forscherin hatte sie bislang tadellos gearbeitet – sei es zur Neubildung von Gefäßen in verletzter Hornhaut, sei es zur Entwicklung eines universellen Grippeimpfstoffs. (55) Noch im März und Mai 2020 hatte Li-Meng Yan in zwei führenden Wissenschaftsmagazinen, Nature und The Lancet, Studien über SARS-CoV-2 bei Goldhamstern (56) sowie über „Virusdynamik in milden und schweren Fällen von Covid-19“ (57) veröffentlicht. Fachlich inkompetent? Lächerlich. Fachkollegen assistieren beim Rufmord Also greifen Redaktionen zu vier anderen bewährten Strategien, Abweichler zu diskreditieren: (1.) Ihren jüngsten Artikel habe Dr. Yan nicht in angesehenen Fachzeitschriften mit „Peer Review“ publiziert – so als hätten chinakritische Beiträge, egal wie hochwertig, dort die geringste Veröffentlichungschance. (2.) Man ging sie „ad hominem“ an: Sie habe Kontakt zu Steve Bannon, Trumps umstrittenen Ex-Berater, in dessen Podcast „War Room“ sie aufgetreten sei. Die von Bannon mitgegründete „Rule of Law Society“ (58) habe als Herausgeber ihres Papiers fungiert. Aber warum sollte eine Dissidentin nicht jedes verfügbare Sprachrohr nutzen, dessen sie habhaft werden kann – erst recht, wenn ihr der Zugriff zu anderen verwehrt bleibt? (3.) Es sei „unwissenschaftlich“, sich politisch zu äußern. Dürfen das Forscher in der Coronakrise etwa nicht unbehelligt mit reichlich Applaus, solange sie das offizielle Narrativ bedienen? (4.) Reihenweise kamen sogenannte „renommierte Forscher“ zu Wort, die über Li-Meng Yan herfallen durften. Wikipedia zitiert “mehrere Experten auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie und Infektiologie, darunter Jonathan Eisen und Carl Bergstrom, die sagen, das Papier enthalte keine neuen Informationen, treffe mehrere unbegründete Behauptungen und stehe wissenschaftlich auf schwachen Füßen. Laut Angela Rasmussen, Virologin an der Columbia University, beruht das gesamte Papier ‚im Grunde nur auf Indizien, einiges davon ist völlig frei erfunden.“ (59) David Robertson, Virologe an der Universität Glasgow, erkennt darin „Pseudowissenschaft“, die „ein lächerliches Szenario entwirft“. (60) Ausgerechnet Robertson? Er zählte zu den ersten westlichen Forschern, die dem mutmaßlichen RaTG13-Fake auf den Leim gingen. (61) Drei Jahre lang ließ er sich eine „Fellowship“ vom Wellcome Trust finanzieren (62), der weltweit zweitreichsten Medizinstiftung, ins Leben gerufen vom Pharmagiganten Wellcome. Computersimulator Kristian Andersen warf Yans Text vor, „unwissenschaftlich und falsch“ zu sein; (63) sie betreibe „Cherry-Picking“ von Daten und „ignoriert solche, die ihre Hypothesen widerlegen“. Außerdem „verwendet sie eine Fachsprache, die für Nicht-Experten unmöglich zu entschlüsseln ist - als ‚Wissenschaft‘ verkleideter Quatsch -, ein absurder Vorwurf, der zuallererst auf das Fachchinesisch von Andersens eigenem, hochgradig fragwürdigen Papier passen würde. Wer wie Yan einen Fachartikel veröffentlicht, will damit nicht beim letzten Otto Normalversteher den Groschen fallen lassen, sondern in erster Linie eine vorinformierte Fachwelt erreichen, in der Hoffnung, dass fähige Wissenschaftsjournalisten anschließend fürs erhellende Übersetzen in Alltagssprache sorgen. Einen sachlichen Ton schlug am ehesten Craig Wilen an, Assistenzprofessor für Labor­medizin und Immunologie an der Yale School of Medicine. (64) Eine genomische Übereinstimmung von 97 % mit ZC45 und/oder ZXC21 klinge zunächst mal nach viel, könne aber mit gewaltigen Unterschieden einhergehen, so gibt er zu bedenken. (Das menschliche Genom ist zu 99 % mit dem von Schimpansen und Bonobos identisch.) Bei den rund 30.000 Nukleotiden von SARS-CoV-2 würden 97 % bedeuten: Knapp tausend teilen sie nicht miteinander. „Wenn SARS-CoV-2 in einem Labor hergestellt worden wäre, hätten die Forscher Ursache und Wirkung jedes einzelnen dieser Nukleotide genau bestimmen müssen, um es für den Menschen sowohl infektiös als auch schädlich zu machen. (…) Wir haben keine Ahnung, welche Eigenschaften (die einzelnen) Basenpaare haben, welche davon für die Infektion wichtig sind, welche davon dazu führen, dass sie sich asymptomatisch ausbreitet, welche davon Krankheiten verursachen.“ Eine unlösbare Sisyphusaufgabe sei das. Zum Vergleich zieht Wilen ein Sonett von Shakespeare heran, einen Vierzehnzeiler: Was nützt es, seine Bestandteile zu zählen, es dann in all seine einzelnen Wörter zu zerlegen und diese dann wieder zusammenzusetzen? „Ja, man würde etwas erhalten, das die richtige Länge eines Sonetts hat - aber mit ziemlicher Sicherheit wäre es inkohärent und nutzlos." Doch hier zündet jemand Nebelkerzen. Natürlich klebt auf keinem Nukleotid ein Etikett, wozu es da ist. Und kein Virologe braucht eines. Denn er kennt und beherrscht Verfahren wie die „Gerichtete Evolution“, welches seiner Erfinderin, der US-Biochemikerin Frances Arnold, 2018 den Nobelpreis für Chemie bescherte. Dabei züchtet man Viren beispielsweise nach­einander in verschiedenen tierischen Geweben: ein Vorgehensweise, die Virologen weltweit längst routinemäßig anwenden, um die Entwicklung eines Erregers zu beschleunigen. So wurden z.B. Fledermaus-Coronaviren, nach Entnahme aus dem Anus des Tiers, zunächst in Nierengewebe von Pangolinen (Schuppentieren) vermehrt, dann in Nierenzellen von Affen und Hirngewebe von Mäusen. „Dadurch lassen sich sechs Jahre Evolution auf wenige Tage verdichten – und sehr schnell extrem infektiöse Formen des Virus schaffen“, erklärt der US-Mediziner Dr. Joseph Mercola. (65) Zunächst könnten Virologen auf diese Weise aus Vorlagen wie ZC45 oder ZXC21 eine große Anzahl zufällig mutierter Fledermaus-Coronaviren erzeugen, deren Genome mehr oder minder stark voneinander abweichen. Aus all diesen Varianten wählen sie dann diejenigen Mutanten aus, welche die gewünschten biologischen Eigenschaften am ausgeprägtesten aufweisen: etwa jene mit der bindungsstärksten RBM. Gegenüber „Gene Editing“, dem zielgerichteten Verändern einzelner Elemente in DNA- bzw. RNA-Strängen, weist die Methode der „Gerichteten Evolution“ einen entscheidenden Vorteil auf: Sie erfordert nicht, die Struktur des Proteins und seinen Wirkmechanismus von vornherein genau zu kennen. Ungecheckte Faktenchecker zünden Nebelkerzen Wie so oft seltsam präzise choreografiert, produzierten auch „Faktenchecker“ Verrisse, ebenso prompt wie erwartungsgemäß einhellig: von PolitiFact (66) über FactCheck.org (67) bis Mimikama (68). Kein einziger „Checker“ nannte und widerlegte Yans anspruchsvolle Argumentation auch nur annähernd in allen wichtigen Einzelheiten. Herausgepickt wurde vielmehr der eine oder andere vermeintliche Schwachpunkt – etwa die angebliche Behauptung Yans, dass gewisse „Restriktionsstellen“ in der Genomsequenz von SARS-CoV-2 von Enzymen herrühren, die als molekulare Scheren eingesetzt wurden; solche Stellen weisen aber alle DNA-Sequenzen in der Natur auf, wie „Mimikama“ die Virologin Arinjay Banerjee zitiert. In Wahrheit stellte Yan diesen Sachverhalt aber nirgendwo in Frage; im Gegenteil weist sie darauf hin – wie andere skeptische Wissenschaftler vor ihr -, dass Gentechniker Eingriffsspuren auf vielerlei Weise bis zur Unkenntlichkeit verwischen können. (69) Kein Faktenchecker würdigt ein Hauptanliegen der Whistleblowerin: Sie fordert eine längst überfällige „unabhängige Überprüfung der Laboratorien” in Wuhan. China verweigert sie, die WHO verzichtet auf sie, die USA und andere Länder haben aufgehört, darauf zu bestehen. Kein Faktenchecker fand es der Rede wert, dass Yan mit all ihren Argumenten mitnichten allein auf weiter Flur steht. Sie bekräftigt lediglich, was zahlreiche Wissenschaftler vor ihr einzuwenden wagten – und seither ähnlich perfiden Rufmordkampagnen ausgesetzt sind wie sie. Kaum ein Faktenchecker versäumte es, Yan als Bannon-Puppe zu karikieren. Keiner wies auf Pekings berüchtigtes Biowaffenprogramm hin. Das Institut für Virologie in Wuhan, bis jetzt Chinas einziges der höchsten Sicherheitsstufe BSL-4, spielt darin eine Schlüsselrolle. (70) Mancher bezweifelte sogar, ob es für die Dissidentin überhaupt einen guten Grund zur Flucht gab: Schließlich gehöre Hongkong nicht zur Volksrepublik, also sei sie dort sicher gewesen. Als erste große deutsche Zeitung, der Li-Meng Yan einen Aufmacher wert war, preschte Bild vor. Am 15. September fasste das großbuchstabige Blatt erfreulich neutral ihre wesentlichen Erkenntnisse zusammen, unter der Schlagzeile: „Corona-Wissenschaftlerin aus China: ‚Virus kommt aus Labor‘ - Forscherin zeigt ihr Beweismaterial.“ Prompt gerieten Verlag und Redaktion anscheinend mächtig unter Druck. Schon einen Tag später stellte Bild eine überarbeitete, schroff Abstand haltende Fassung online, jetzt mit einer abschreckenden Unterzeile zur Überschrift: „Mehrere Wissenschaftler widersprechen der Forscherin, kritisieren die Aussagen als Verschwörungstheorien“. (71) „Das US-Nachrichten­magazin Newsweek“, so erfahren Bild-Leser nun, „hat mehrere unabhängige Wissenschaftler gebeten, (Yans) Aussagen zu überprüfen. Sie sind sich einig: Die Angaben von Dr. Li-Meng Yan sind nicht korrekt. „Die vorgenommenen Interpretationen werden nicht durch Daten untermauert, sind unbegründet“, so der britische Biologe Andrew Preston. Sein vernichtendes Fazit: „Diesem Vorabdruck kann in seiner jetzigen Form keine Glaubwürdigkeit beigemessen werden.“ (72) Auch ein Twitter-Kommentar von Wikipedia-Gewährsmann Carl T. Bergstrom wird zitiert: „Ein merkwürdiges Forschungsinstitut veröffentlichte einen bizarren und unbegründeten Vorabdruck, in dem behauptet wird, dass das SARS-CoV-2-Virus einen künstlichen Ursprung hat. (…) Das Forschungsinstitut? Bis zu seiner jüngsten Verurteilung wurde es von Steve Bannon geleitet.“ Von dem berüchtigten Haudrauf und Aluhut-Hexenjäger, den die Skeptikerbewegung für ein Pamphlet mit dem atemberaubend wissenschaftsnahen Titel Calling Bullshit (73) feiert, war von vornherein nichts anderes zu erwarten. Zu erwähnen vergaßen Bergstrom und Bild, welch ehrenwerte Ziele die „Rule of Law Society“ verfolgt: Ihre „Vision“ ist es, „den Menschen in China zu ermöglichen, in einem nationalen System zu leben, das auf Rechtsstaatlichkeit beruht, unabhängig vom politischen System der Volksrepublik“; ihre „Mission“ sieht sie darin, „Korruption, Obstruktion, Illegalität, Brutalität, falsche Inhaftierung, exzessive Verurteilungen, Schikanen und Unmenschlichkeit, die im politischen, rechtlichen, geschäftlichen und finanziellen System Chinas weit verbreitet sind, aufzudecken“. (74) Dass Steve Bannon diese Organisation „leitet“ oder darin sonstwie eine maßgebliche Rolle spielt, ist eine böswilige Unterstellung. Gründer, Mäzen und Sprecher von „Rule of Law“ ist vielmehr der chinesische Geschäftsmann und Milliardär Guo Wengui, der 2014 in die USA geflohen war. (Als Bannon wegen Betrugsvorwürfen kurzzeitig festgenommen wurde, soll er sich auf Guos Yacht befunden haben.) (75) Wenn „renommierte“ westliche Wissenschaftler es anrüchig und verwerflich finden, dass ein politischer Flüchtling aus China mit einer solchen Initiative in Verbindung tritt, so beschämen sie eher: sich selbst. Andere deutsche Redaktionen machten schamlos mit beim Yan-Bashing. Sie sei „den Nachweis für den künstlichen Ursprung des Coronavirus schuldig“ geblieben, so befand die Frankfurter Rundschau, die den Nachweis schuldig blieb, dass sie Yans Artikel gelesen und kapiert hat. (76) Das öffentlich-rechtliche ZDF erdreistete sich gebührenfinanziert, Dr. Yan als Komplizin politischer Extremisten anzuprangern: „Rechte US-Netzwerke streuen die Labor-Theorie“, so überschrieb es allen Ernstes einen Kommentar, der ein glasklarer Fall für die Standesethiker des Deutschen Presserats wäre. Das Aufsehen, das Yans Studie erregt, sei „sorgfältig orchestriert vom früheren Präsidentenberater Steve Bannon“, so verbreitet das ZDF. (77) Der Schweizer Blick machte aus Li-Meng Yan eine „Handlangerin Trumps“. (78) Watson bemerkt, Yans Studie werde „vor allem von rechtspopulistischen Seiten gepusht“; es existiere ein Foto, das Yan zusammen mit Bannon und Trumps Anwalt Rudy Giuliani zeige. (79) In einer solchen Medienlandschaft kann man sich eine Emigration nach Rotchina schon beinahe sparen. Wie unterentwickelt müssen Empathie und Anstand von Wissenschaftlern sein, die sich für Schmutzkampagnen gegen eine mutige Fachkollegin wie Li-Meng Yan einspannen lassen? Ein Whistleblower wie sie pflegt die Wahrheit, das öffentliche Wohl, die Freiheit der Forschung, ein reines Gewissen höher zu gewichten als alle Bergstroms dieser Welt, die sich mit bestehenden Verhältnissen prächtig arrangiert haben. Dafür opfert er Arbeitsplatz und Einkommen, ruiniert seinen akademischen Ruf, setzt seine weitere Karriere aufs Spiel – ohne jegliche Garantie, im Gegenzug mehr zu bekommen als kurzzeitigen Medienrummel und den Applaus einiger Weniger. Muss er dazu, wie Dr. Yan, vor einem totalitären Regime außer Landes fliehen, so verliert er seine Heimat, seine Familie, seinen Freundeskreis, womöglich für immer. In ständiger Angst vor Verfolgung muss er in der Fremde neu anfangen. Allein dafür hätte so jemand Sympathie, Hochachtung und einen Funken Solidarität verdient. Wofür Yan kämpft, sind schließlich Werte und Prinzipien, ohne die der Wissenschaftsbetrieb auch für ihre kollegialen Rufmörder zur unerträglichen Farce würde. Und wie kann es sein, dass ausnahmslos jeder Inquisitor der wehrlosen Yan per Ferndiagnose Scheuklappen, Inkompetenz, ja blanken Irrsinn bescheinigte, statt zunächst einmal Kontakt zu ihr aufzunehmen und neugierig nachzufragen? Immerhin bestritt keiner, dass Yan über die Vorgänge in Wuhan viel früher viel mehr wusste als sie. Wieso verzichtet einer wie der andere darauf, sich diese Informationsquelle in kollegialem Austausch zu erschließen und dabei womöglich hinzuzulernen, sofern ihnen Erkenntnisgewinn wirklich über alles geht? Wer einen Sumpf trockenlegen will, sollte nicht die Frösche fragen. Dass die Virologenzunft von Anfang an vehement und seltsam geschlossen auf einem natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2 bestand, hat naheliegende Gründe. Würde sich die Laborhypothese bestätigen, stünde gewaltig viel auf dem Spiel: künftige staatliche Förderung, Drittmittel von Industrie und Militär, Lehrstühle, das öffentliche Ansehen eines ganzen Wissenschaftszweigs. Gewisse Forschung könnte geächtet und verboten werden; Instituten würde strenge Auflagen und Aufsicht drohen, wenn nicht gar die Schließung. Wer kann das schon wollen und gutheißen, wenn er dort arbeitet und dies weiterhin tun will? Kein „Qualitätsmedium“ hinterfragte mögliche Interessenkonflikte jener Koryphäen, die über die abtrünnige Virologin aus Hongkong den Daumen senkten. Keines recherchierte Ausmaß und Hintergründe der faktischen Publikationssperre für Forscher, die den politisch korrekten Corona-Mythos noch zu hinterfragen wagen. Keines ließ Fachleute zu Wort kommen, die sich lobend über Dr. Yans Arbeit äußern und ihre Vorwürfe stützen. Als „glaubwürdig“ schätzt etwa der amerikanische Arzt Marc K. Siegel sie ein, Assistenzprofessor für Medizin am NYU Langone Medical Center in New York. (80) Kein Sender, kein Printmedium klärte darüber auf, dass sich für einen natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2 weiterhin kein einziger glaubhafter Ausgangspunkt ausfindig machen lässt. (81) Kurzum: Die Vierte Gewalt versagt in dieser unsäglichen Plandemie ein weiteres Mal erbärmlich. „China hat SARS-CoV-2 absichtlich freigesetzt“ Im übrigen will Li-Meng Yan nicht glauben, dass das Virus dem Wuhan-Institut versehentlich entwich. „Es ist absichtlich freigesetzt worden.“ Wozu? „Um in der Welt Schaden anzurichten.“ (82) Damit teilt sie eine Einschätzung, die der Verfasser der Biowaffenkonvention von 1989, der Rechtsprofessor Francis Boyle von der University of Illinois, bereits im Februar 2020 geäußert hatte. (83) Dass die Whistleblowerin bisher jegliche Belege für diesen schlimmen Verdacht schuldig geblieben ist, schwächt unnötig die Überzeugungskraft ihrer übrigen Argumente. Besser, sie hätte hierüber geschwiegen – oder ihre Karten, soweit vorhanden, vollständig auf den Tisch gelegt. In Kürze, so kündigte sie allerdings an, werde sie weitere Beweise folgen lassen. (84) Ihren prominentesten Fan, der ihrer Reputation in Fachkreisen eher abträglich ist, hat Li-Meng Yan in US-Präsident Donald Trump gefunden: Er retweetete (85) ein TV-Interview, in dem der landesweit bekannte Moderator Lou Dobbs Yans Veröffentlichungen als „sehr überzeugend“ bewertete. (86) Auf diesen Applaus hätte sie ohne weiteres verzichten können. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen 1 https://www.who.int/influenza/gisrs_laboratory/report_2017pcrwg9thmeeting.pdf?ua=1, abgerufen am 23.9.2020. 2 https://en.wikipedia.org/wiki/Malik_Peiris 3 Fox News 9.7.2020: „Chinese virologist accuses Beijing of coronavirus cover-up, flees Hong Kong: 'I know how they treat whistleblowers'", https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower 4 Chaolin Huang, Yeming Wang, Xingwang Li, Lili Ren, Jianping Zhao, Yi Hu, Li Zhang, Guohui Fan, Jiuyang Xu, Xiaoying Gu, Zhenshun Cheng: „Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China“, The Lancet. 395, Nr. 10223, 15.2.2020, S. 497–506, https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30183-5/fulltext, doi:10.1016/S0140-6736(20)30183-5. PMID 31986264. 5 „China’s first confirmed Covid-19 case traced back to November 17“, South China Morning Post, 13. März 2020, https://www.scmp.com/news/china/society/article/3074991/coronavirus-chinas-first-confirmed-covid-19-case-traced-back, abgerufen am 19.9.2020. 6 „8 Personen werden aufgrund Online-Verbreitung von Falschinformationen zur ‚Wuhan-Virus-Lungenentzündung‘ strafrechtlich belangt“, Xinhua, 1.1.2020, http://www.xinhuanet.com/legal/2020-01/01/c_1125412773.htm, abgerufen und übersetzt am 19.9.2020. 7 https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200121-sitrep-1-2019-ncov.pdf?sfvrsn=20a99c10_4 8 https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_der_Volksrepublik_China#cite_note-16, Abschnitt „Januar 2020“, abgerufen am 19.9.2020 9 „China coronavirus spread is accelerating, Xi Jinping warns“, BBC, 26.1.2020, https://www.bbc.com/news/world-asia-china-51249208, abgerufen am 19.9.2020. 10 https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200121-sitrep-1-2019-ncov.pdf?sfvrsn=20a99c10_4, abgerufen am 19.9.2020. 11 https://www.nytimes.com/2020/01/30/health/coronavirus-world-health-organization.html, abgerufen am 19.9.2020. 12 https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower 13 https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower, https://www.foxnews.com/media/li-meng-yan-virologist-china-coronavirus-coverup 14 https://www.youtube.com/watch?v=NUbrE1v4kuQ; https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower 15 https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower; https://www.foxnews.com/media/li-meng-yan-virologist-china-coronavirus-coverup 16 "HKU responds to the media concerning a former staff member's TV interview". 11.7.2020, https://www.hku.hk/press/press-releases/detail/21274.html, abgerufen am 19.9.2020. 17 https://www.infowars.com/i-am-the-target-silenced-chinese-virologist-tells-tucker-covid-19-intentionally-released-ccp-trying-to-disappear-her/, abgerufen am 19.9.2020. 18 https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower 19 https://www.usnews.com/news/world/articles/2020-06-17/pompeo-to-meet-with-chinas-top-diplomat-in-hawaii-state-dept; https://edition.cnn.com/2020/06/17/politics/pompeo-yang-jiechi-meeting-hawaii/index.html 20 https://gnews.org/361133/ 21 Li-Meng Yan/Shu Kang/Jie Guan/Shanchang Hu: „Unusual Features of the SARS-CoV-2 Genome Suggesting Sophisticated Laboratory Modification Rather Than Natural Evolution and Delineation of Its Probable Synthetic Route“, https://zenodo.org/record/4028830 22 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/Taxonomy/Browser/wwwtax.cgi?mode=Info&id=2709072; https://www.nature.com/articles/s41564-020-0771-4 23 Jose Halloy u.a.: „Tracing the origins of SARS-COV-2 in coronavirus phylogenies“, HAL vom 16. Juli 2020, HAL Id: hal-02891455 (Preprint), https://www.researchgate.net/publication/342735890_Tracing_the_origins_of_SARS-COV-2_in_coronavirus_phylogenies 24 Siehe Harald Wiesendanger: Corona-Rätsel, Kap. „Über Wuhan kreist ein Falke“, https://tolzin-verlag.com/epages/908872e9-6c8f-48ca-a4e8-3fa77835fd10.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/908872e9-6c8f-48ca-a4e8-3fa77835fd10/Products/FBD-228 25 A. K. Maiti: „On The Origin of SARS-CoV-2 Virus. Preprint (authorea.com), DOI:10.22541/au.159355977.76503625 (2020); X. Lin, X/S. Chen. „Major Concerns on the Identification of Bat Coronavirus Strain RaTG13 and Quality of Related Nature Paper. Preprints, 2020060044 (2020); D. Bengston: „All journal articles evaluating the origin or epidemiology of SARS-CoV-2 that utilize the RaTG13 bat strain genomics are potentially flawed and should be retracted. OSFPreprints, DOI:10.31219/osf.io/wy89d (2020); R. Segreto/Y. Deigin: „Is considering a genetic-manipulation origin for SARS-CoV-2 a conspiracy theory that must be censored? Preprint (Researchgate) DOI:10.13140/RG.2.2.31358.13129/1 (2020); M. C. Rahalkar/R. A. Bahulikar: „Understanding the Origin of ‘BatCoVRaTG13’, a Virus Closest to SARS-CoV-2. Preprints, 2020050322 (2020); C. Robinson: „Was the COVID-19 virus genetically engineered? https://gmwatch.org/en/news/latestnews/19383, 2020); C. Robinson: „Another expert challenges assertions that SARS-CoV-2 was not genetically engineered“, https://gmwatch.org/en/news/latest-news/19383, 2020; B. Sørensen/A. Dalgleish/A. Susrud: „The Evidence which Suggests that This Is No Naturally Evolved Virus. Preprint, https://www.minervanett.no/files/2020/07/13/TheEvidenceNoNaturalEvol.pdf (2020); B. Zhang: „SARS-CoV-2 Could Come from a Lab - A Critique of “The Proximal Origin of SARS-CoV-2”, Published in Nature Medicine“, https://www.linkedin.com/pulse/sars-cov-2-could-come-from-labcritique-proximal-origin-billy-zhang?articleId=6651628681431175168#comments-6651628681431175168&trk=public_profile_article_view, 2020; K. Sirotkin/D. Sirotkin: „Might SARS‐CoV‐2 Have Arisen via Serial Passage through an Animal Host or Cell Culture? BioEssays, https://doi.org/10.1002/bies.202000091 (2020); M. Seyran u.a.: „Questions concerning the proximal origin of SARS-CoV-2“, Journal of Medical Virology (2020). 26 „China Honors Ian Lipkin“, https://www.publichealth.columbia.edu/public-health-now/news/china-honorsian-lipkin, 2020); Holmes, E. Academic CV, https://www.sydney.edu.au/AcademicProfiles/profile/resource?urlid=edward.holmes&type=cv, 2020. Siehe H. Wiesendanger: Corona-Rätsel, Kap. 7: „Zuviel versprochen“, https://tolzin-verlag.com/epages/908872e9-6c8f-48ca-a4e8-3fa77835fd10.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/908872e9-6c8f-48ca-a4e8-3fa77835fd10/Products/FBD-228 27 Yan: „Unusual Features of the SARS-CoV-2 Genome …“, PDF S. 3-7. 28 Yan: „Unusual Features of the SARS-CoV-2 Genome …“, PDF S. 7-14. 29 Näheres in H. Wiesendanger: Corona-Rätsel, a.a.O., Kap. 12: „Das Furin-Rätsel“. 30 M. Hoffmann u.a.: „A Multibasic Cleavage Site in the Spike Protein of SARS-CoV-2 Is Essential for Infection of Human Lung Cells“, Molecular Cell 78/2020, S. 779-784 e5 (2020); B. Coutard u.a.: „The spike glycoprotein of the new coronavirus 2019-nCoV contains a furin-like cleavage site absent in CoV of the same clade“, Antiviral Research 176/2020, 104742) wodurch sie deutlich infektiöser werden (E. C. Claas u.a.: „Human influenza A H5N1 virus related to a highly pathogenic avian influenza virus“, Lancet 351/1998, S. 472-477; R. Watanabe u.a.: „Entry from the cell surface of severe acute respiratory syndrome coronavirus with cleaved S protein as revealed by pseudotype virus bearing cleaved S protein“, Journal of Virology 82/2008, 11985-91; S. Belouzard u.a.: „Activation of the SARS coronavirus spike protein via sequential proteolytic cleavage at two distinct sites“, Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, 106/2009, 5871-6; H. Kido u.a.: „Role of host cellular proteases in the pathogenesis of influenza and influenza-induced multiple organ failure“, Biochimica et Biophysica Acta 1824, 186-94 (2012); X. Sun u.a.: „Modifications to the hemagglutinin cleavage site control the virulence of a neurotropic H1N1 influenza virus“, Journal of Virology 84/2010, 8683-90; J. Cheng u.a.: „The S2 Subunit of QX-type Infectious Bronchitis Coronavirus Spike Protein Is an Essential Determinant of Neurotropism“, Viruses 11/2019; T. Ito u.a.: „Generation of a highly pathogenic avian influenza A virus from an avirulent field isolate by passaging in chickens“, Journal of Virology 75/2001, 4439-43. 31 Yan: „Unusual Features of the SARS-CoV-2 Genome …“, PDF S. 14-17. 32 https://en.wikipedia.org/wiki/Homologous_recombination#In_viruses 33 Y. Y. Canrong u.a.: „Furin, a potential therapeutic target for COVID-19“, Preprint (chinaXiv), http://www.chinaxiv.org/abs/202002.00062 (2020). 34 Yan: „Unusual Features of the SARS-CoV-2 Genome …“, PDF S. 17-25. 35 H. Wiesendanger: Corona-Rätsel, a.a.O., Kap. 5. 36 https://zenodo.org/record/4028830; https://about.zenodo.org/, abgerufen am 19.9.2020. 37 Stand: 23.9.2020, 10 Uhr. 38 https://en.wikipedia.org/wiki/Zero_Hedge 39 https://theindependent.io/progressive-liberty/truth-and-freedom/dr-yan-li-meng-publishes-her-anti-china-scientific-paper-on-sars-cov-2-r7ZFc2iy-EmZYTteTcbIRQ 40 @LiMengYAN119 41 Nach http://gnews.org 42 https://ars-honesta.eu/filme/die-anti-kpch-globale-allianz 43 http://www.mediafire.com/file/8g18xhe4mb4ck2z/20200608+New+Federal+State+of+China.pdf/file 44 https://www.who.int/news-room/feature-stories/detail/immunizing-the-public-against-misinformation; https://www.who.int/campaigns/connecting-the-world-to-combat-coronavirus/how-to-report-misinformation-online 45 https://www.epochtimes.de/politik/ausland/zensurgefahr-twitters-neue-unabhaengige-direktorin-li-feifei-die-frau-mit-den-roten-kontakten-a3245864.html; https://en.wikipedia.org/wiki/Twitter 46 https://www.epochtimes.de/politik/ausland/twitter-bann-nach-neuer-corona-studie-account-von-hongkong-whistleblower-dr-yan-geloescht-a3337368.html 47 Zit. nach https://www.epochtimes.de/politik/ausland/twitter-bann-nach-neuer-corona-studie-account-von-hongkong-whistleblower-dr-yan-geloescht-a3337368.html 48 @PeterNavarro45 am 16.9.2020, 7:28. 49 @RolandBakerIII, 15.9.2020, 9:22. 50 https://theindependent.io/progressive-liberty/truth-and-freedom/dr-yan-li-meng-publishes-her-anti-china-scientific-paper-on-sars-cov-2-r7ZFc2iy-EmZYTteTcbIRQ 51 ExpressZeitung Nr. 33, Juli 2020, S. 10. 52 https://censoredbyjack.com/watch?id=5f6235c8dc50dc07a101451a; https://www.infowars.com/i-am-the-target-silenced-chinese-virologist-tells-tucker-covid-19-intentionally-released-ccp-trying-to-disappear-her/; https://www.zerohedge.com/geopolitical/twitter-suspends-account-china-scientist-who-published-paper-alleging-covid-was. Videoaufzeichnung des Interviews mit deutschen Untertiteln: https://youtu.be/q4tIVHsaLug; deutsche Übersetzung: http://www.mediafire.com/file/pryy0n7aejfogcw/20200916+FoxNews+Tucker+Carlson+Tonight+Show+Coronavirus+whistleblower+speaks+out+about+possible+COVID+origin+EN+DE.pdf/file 53 https://www.youtube.com/watch?v=qFlqXPl_hZQ, abgerufen am 23.9.2020. 54 https://censoredbyjack.com/watch?id=5f6235c8dc50dc07a101451a, abgerufen am 20.9.2020. 55 https://en.wikipedia.org/wiki/Li-Meng_Yan, abgerufen am 21.9.2020. 56 https://www.nature.com/articles/s41586-020-2342-5 57 https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(20)30232-2/fulltext 58 https://rolsociety.org/ 59 https://en.wikipedia.org/wiki/Li-Meng_Yan, abgerufen am 20.9.2020. 60 https://www.nationalgeographic.com/science/2020/09/coronavirus-origins-misinformation-yan-report-fact-check-cvd/ 61 https://www.nature.com/articles/s41586-020-2012-7 62 https://www.gla.ac.uk/researchinstitutes/iii/staff/davidrobertson/#biography 63 @K-G-Andersen, 16.9.2020, 3:07 64 https://www.snopes.com/fact-check/li-meng-yan-covid-19-lab/ 65 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/12/shut-down-bioweapon-labs-prosecute-scientists.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1HL&cid=20200512Z1&et_cid=DM534061&et_rid=870087300 66 https://www.politifact.com/factchecks/2020/sep/16/li-meng-yan/tucker-carlson-guest-airs-debunked-conspiracy-theo/ 67 https://www.factcheck.org/2020/02/baseless-conspiracy-theories-claim-new-coronavirus-was-bioengineered/ 68 https://www.mimikama.at/aktuelles/studie-coronavirus/ 69 Näheres sollten Neugierige mit Suchbegriffen wie „"gerichtetes iteratives evolutionäres Auswahlverfahren", „serielle Passage“ und „nahtlose Ligation“ googeln. Siehe H. Wiesendanger: Corona-Rätsel, Kap.8 „Spurlos“. 70 https://greatgameindia.com/chinas-biological-warfare-program/; https://greatgameindia.com/coronavirus-bioweapon/ 71 https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/coronavirus-in-labor-hergestellt-forscher-zeigen-ihr-beweismaterial-72922128.bild.html, abgerufen am 20.9.2020. 72 https://www.newsweek.com/fact-check-does-new-study-give-evidence-that-coronavirus-was-made-lab-1532068 73 Carl T. Bergstrom/Jevin D. West: Calling Bullshit - The Art of Skepticism in a Data-Driven World, New York 2020. 74 https://rolsociety.org/ 75 https://www.braunschweiger-zeitung.de/verbraucher/article230434334/Corona-China-Wuhan-Militaerlabor-Tiermarkt-Studie-Aerger.html 76 https://www.fr.de/panorama/coronavirus-china-ursprung-wuhan-labor-forscherin-aktuell-these-zahlen-tote-virologin-reaktion-zr-90042594.html 77 https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-wuhan-labor-studie-yan-bannon-100.html 78 https://www.blick.ch/news/ausland/li-meng-yan-verbreitete-umstrittene-theorie-dass-covid-19-aus-einem-labor-stamme-ist-chinesische-corona-forscherin-trumps-handlangerin-id16098327.html 79 https://www.watson.ch/international/coronavirus/989183448-stammt-das-coronavirus-aus-einem-chinesischen-labor-der-faktencheck 80 https://video.foxnews.com/v/6191136551001#sp=show-clips 81 Siehe H. Wiesendanger: Corona-Rätsel, a.a.O. 82 https://www.foxnews.com/media/chinese-virologist-government-intentionally-coronavirus; https://video.foxnews.com/v/6191134384001#sp=show-clips 83 https://guadalajarageopolitics.com/2020/01/30/francis-boyle-wuhan-coronavirus-is-an-offensive-biological-warfare-weapon-131/; https://greatgameindia.com/dr-francis-boyle-creator-of-bioweapons-act-says-coronavirus-is-biological-warfare-weapon/ 84 https://www.techtimes.com/articles/252676/20200918/whistleblower-li-meng-yan-publishing-second-report-more-scientific-evidence.htm 85 https://gnews.org/361133/ 86 https://twitter.com/LouDobbs/status/1305995646302912512

  • „Wir können das Leben nicht pausieren lassen“

    Der Virologe Hendrik Streeck fordert ein rasches Umdenken in der Corona-Politik: „Wir dürfen uns nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken.“ Ein rasches Umdenken in der Corona-Politik fordert Professor Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn. Eine panische Angst vor Fehlern dürfe das öffentliche Leben nicht lähmen. Allein auf die Infektionszahlen zu schauen, sei töricht. Streeck, der dem virologischen Halbgott der Nation, Christian Drosten, schon öfters zu widersprechen wagte, fordert mehr Mut zum Handeln. Für eine Debatte über Umfang und Dauer der staatlichen Corona-Maßnahmen sei es höchste Zeit. „Wir dürfen uns bei der Bewertung der Situation nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken", erklärte Streeck der Welt am Sonntag (1), wie zuvor schon in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen (2) und einem Fernsehauftritt bei „Maischberger“. (3) Zwar steige die Zahl der positiv getesteten Menschen in Deutschland und Europa deutlich an. „Gleichzeitig sehen wir aber kaum einen Anstieg der Todeszahlen.“ In seinem Twitter-Account untermauert Streeck dies mit erfreulichen Statistiken aus Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien. (4) „Wir können das Leben ja nicht pausieren lassen“, so betont Streeck. „Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass niemand – kein Politiker, kein Virologe, kein Epidemiologe – den einen, richtigen Weg im Umgang mit der Pandemie kennt. Wir können nur ausprobieren, und wir müssen auch Fehler machen dürfen.“ Infektionen ohne Symptome: Was ist schlimm daran? Natürlich solle man Ansteckungen vermeiden, so gut es geht. Man könne Infektionszahlen aber auch anders lesen: „Gesellschaftlich betrachtet sind Infektionen mit keinen Symptomen nicht zwangsweise schlimm. Je mehr Menschen sich infizieren und keine Symptome entwickeln, umso mehr sind – zumindest für einen kurzen Zeitraum – immun. Sie können zum pandemischen Geschehen nicht mehr beitragen“, so Streeck. Die enorme Anzahl von Infektionen, die folgenlos blieben, müsse dringend zu einer gelasseneren Risikobewertung führen. Wann begreifen das unsere politisch verantwortlichen Seuchenschützer endlich? Im übrigen glaubt Streeck „weiterhin nicht, dass wir am Ende des Jahres in Deutschland mehr Todesfälle als in anderen Jahren gehabt haben werden". Er verweist auf das Durchschnittsalter der Pandemietoten von 81, das eher "oberhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung" liege. Mancher, den Covid-19 in Deutschland verschone, sterbe stattdessen "an einem anderen Virus oder Bakterium". (5) „Meine Position war immer, dass das Virus nicht bagatellisiert werden sollte, aber auch nicht dramatisiert werden darf.“ (6) Medien wie die "Tagesschau", die Zeit und die Süddeutsche hätten in der Corona-Berichterstattung eine fragwürdige Rolle gespielt, kritisiert Streeck. (7) Schon Anfang Juni 2020 wagte Streeck die Lockdown-Politik zu hinterfragen. (8) Vieles sei übereilt beschlossen worden, so bemängelte er. "Wir sind zu schnell in den Lockdown gegangen." (9) „Die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht, auch um zu sehen, wie die einzelnen Beschränkungen wirken und ob zusätzliche Schritte wirklich notwendig sind." Allerdings steht Streeck weiterhin hinter den staatlichen Hygienemaßnahmen der ersten Monate (10) - so als wäre ihm entgangen, wie vorbildlich unaufgeregt, liberal und grundrechtekonform Schweden die Krise bewältigt hat. Nicht erst im September 2020, sondern schon zu Beginn der zweiten Märzhälfte verrieten ausgerechnet RKI-Statistiken, dass alle klinisch bedeutsamen Kurven nicht bloß„abgeflacht“, sondern im Sinkflug begriffen waren: die Häufigkeit von Arztbesuchen wegen schwerer akuter Atemwegserkrankungen, die Anzahl entsprechender Diagnosen, die Anzahl von Einweisungen ins Krankenhaus deswegen, die Belegung von Intensivstationen und Friedhöfen. Und ja, lieber Professor Streeck, schon damals hätte es nicht geschadet, wenn Sie ebenso vernehmlich auf Distanz gegangen wären wie heute. Andererseits: Eine gelegentliche Stimme der Vernunft ist immer noch besser als gar keine. Strategiewechsel tut not Nachdrücklich plädiert Streeck dafür, mit dem neuen Coronavirus pragmatisch umzugehen und Schutzmaßnahmen auf Menschen mit hohem Risiko oder schweren Krankheitsverläufen zu konzentrieren. Das Virus langfristig zu unterdrücken, gar seine Ausrottung anzustreben und auf einen möglichen Impfstoff zu hoffen, hält er für keine sinnvolle Strategie. (11) Vielmehr plädiert er für Pragmatismus. „Es ist wichtig, auch Szenarien zu entwerfen für den Fall, dass es vielleicht keinen Impfstoff geben wird.“ Denn bisher habe man für keines der verschiedenen Coronaviren einen Impfstoff gefunden - ähnlich wie bei Malaria, Dengue, Tuberkulose oder HIV. „Es gibt keinen Universalimpfstoff.“ Wie bei der Influenza müsse man jedes Jahr erneut einen Impfstoff entwickeln. Jegliche Sars-CoV-2-Infektionen zu unterbinden, sei unmöglich - „und es stellt sich die Frage, ob das überhaupt sinnvoll und notwendig ist“. Jegliche Infektion verhindern, das Virus auslöschen: weder sinnvoll noch notwendig noch möglich Den Begriff „zweite Welle“ findet Streeck „irreführend“: „Wir müssen realisieren, dass das Virus hier ist und nicht mehr weggehen wird, dass wir es gewissermaßen mit einer Dauerwelle zu tun haben. (…) Unser Ziel kann es nicht sein, das Virus auszutreiben. Das wird nicht möglich sein.“ (12) Hinter den Einsatz von Atemschutzmasken im Alltag setzt Streeck dicke Fragezeichen. Die Frage nach ihrem Sinn hält er für „sehr berechtigt. Am Anfang der Pandemie wurde ja dezidiert gewarnt vor Masken. Die Gründe dafür gelten immer noch, auch wenn sie merkwürdigerweise keine Rolle mehr zu spielen scheinen.“ (13) Auch wenn „Masken wirken“ (14), wie der Bonner Virologe entgegen zahlreicher internationaler Studien (15) glaubt, würden sie nach seiner Beobachtung oft falsch angewandt. „Die Leute knüllen sie in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen.“ Solcher Mund-Nase-Schutz sei „ein Nährboden für Bakterien und Pilze“. Im übrigen verweist Streeck auf die Empfehlung der WHO, die eine allgemeine Maskenpflicht bis vor kurzem nicht empfohlen hat. Masken sollten medizinischem Personal vorbehalten bleiben. (16) In Ostasien, wo die meisten Menschen in der Öffentlichkeit grundsätzlich eine Maske trügen, habe die Ausbrüche dort auch nicht verhindert. Bei Großveranstaltungen seien Masken nicht effektiv, da diese nach kurzer Zeit durchfeuchtet seien und so gar keinen Effekt mehr hätten. (17) Auch den Nutzen der zahlreichen Corona-Tests stellt Streeck angesichts der enormen Kosten infrage. "Je nach Labor kommen im besten Fall 59 Euro pro Test auf das Gesundheitssystem zu - bei 400.000 Stück pro Woche bedeutet es eine Stange Geld. Wenn dann noch systematisch gescreened werden soll, wird es noch mehr. Wenn wir nur 1 positives Ergebnis auf 100 Tests sehen, fragt sich ja, ob das noch lohnt." (18) Mit Blick auf Schulen und Kitas erklärt Streeck: "Kinder sind nicht die großen Virenschleudern.“ Und „Lehrer haben kein höheres Infektionsrisiko als andere Berufsgruppen, die in vergleichbarer Weise mit Menschen arbeiten." (19) Zum Heulen Wer nicht an massiven Gedächtnisstörungen leidet, fasst sich verzweifelt an die Stirn, wenn er Streeck jetzt einen „Strategiewechsel“ in der Coronakrise anregen hört – so als wäre dies erst ein knappes Dreivierteljahr nach Pandemiebeginn eine glänzende Idee. Eben diesen „Wechsel“ hätte Deutschland bereits im Frühjahr haben können, sofern Experten wie Sucharit Bhakdi und Wolfgang Wodarg, John Ioannidis und Knut Wittkowski, Ralf Otte und Drostens Amtsvorgänger Detlev Krüger gehört statt mundtot gemacht, einbezogen statt ausgegrenzt, ernstgenommen statt verhöhnt worden wären – mit jedem weiteren coronoiden Krisenmonat wird immer deutlicher, wie richtig diese einsamen, verkannten Mahner im großen und ganzen von Anfang an gelegen hatten, aller „Faktenchecks“ zum Trotz. Für einen frühen „Strategiewechsel“ hätten Merkel, Spahn & Co. lediglich begreifen müssen, dass „die Wissenschaft“ nicht bloß aus RKI, Charité und WHO-Beratern besteht. Auch hätte es nicht geschadet, frühzeitig den Architekten des schwedischen Sonderwegs, Anders Tegnell, zu Rate zu ziehen. Nun ist der historisch beispiellose Megaschaden angerichtet, selbst wenn künftiger begrenzt wird, selbst wenn die Verantwortlichen - vom Kabinett Merkel über Landesfürsten wie Laschet und Söder bis hin zu den Alarmisten Drosten und Wieler – irgendwann zur Verantwortung gezogen werden sollten. Es ist: zum Heulen. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.welt.de/gesundheit/article215584276/Hendrik-Streeck-Bei-der-Bewertung-nicht-auf-Infektionszahlen-beschraenken.html (2) https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/hendrik-streeck-ueber-den-anstieg-der-corona-infektionen-16893473.html?GEPC=s3 (3) https://twitter.com/i/status/1298741819350683648 (4) Siehe Streecks Tweet vom 30. August, https://twitter.com/hendrikstreeck?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1300058435539677185%7Ctwgr%5Eshare_3&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.zdf.de%2Fnachrichten%2Fpolitik%2Fcoronavirus-streeck-strategiewechsel-100.html (5) https://www.presseportal.de/pm/58964/4618874 (6) https://www.n-tv.de/panorama/Wir-sind-zu-schnell-in-den-Lockdown-gegangen-article21838173.html (7) https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/2065630/corona-forscher-streeck-sieht-app-masken-und-massentests-skeptisch; https://www.n-tv.de/panorama/Wir-sind-zu-schnell-in-den-Lockdown-gegangen-article21838173.html (8) https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88029134/virologe-streeck-kritisiert-corona-massnahmen-lockdown-kam-zu-schnell-.html (9) https://www.n-tv.de/panorama/Wir-sind-zu-schnell-in-den-Lockdown-gegangen-article21838173.html (10) https://www.rnd.de/gesundheit/virologe-streeck-prazisiert-aussage-zu-lockdown-aus-dem-kontext-gerissen-LM2JAU7BZNFNDB7E4WJZKVEQDE.html; @hendrikstreeck vom 10. Juni. (11) https://www.merkur.de/welt/coronavirus-impfstoff-hendrik-streeck-zweite-welle-impfstoff-virologe-massentest-infektion-warnung-drosten-zr-13834907.html (12) Zit. nach https://www.merkur.de/welt/coronavirus-impfstoff-hendrik-streeck-zweite-welle-impfstoff-virologe-massentest-infektion-warnung-drosten-zr-13834907.html (13) https://www.n-tv.de/panorama/Wir-sind-zu-schnell-in-den-Lockdown-gegangen-article21838173.html (14) https://www.rnd.de/gesundheit/virologe-streeck-prazisiert-aussage-zu-lockdown-aus-dem-kontext-gerissen-LM2JAU7BZNFNDB7E4WJZKVEQDE.html (15) https://swprs.org/face-masks-evidence/ (16) https://de.wikipedia.org/wiki/Hendrik_Streeck (17) „Markus Lanz“ vom 31. März 2020, https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-31-maerz-2020-100.html; „Virologe Streeck kritisiert bei Lanz Corona-Maßnahmen“, https://www.youtube.com/watch?v=VP7La2bkOMo, YouTube-Video, 1. April 2020. (18) https://www.presseportal.de/pm/58964/4618874 (19) https://www.presseportal.de/pm/58964/4618874 Porträtfoto Streeck: Von Frank Burkhardt - http://hiv-forschung.de/essen-lab-members/streeck, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76598170

  • Pandemie? Krankenkassen merkten davon wenig.

    DAK, AOK, TK bestätigen: Covid-19 spielte im ersten Halbjahr 2020 bei Krankschreibungen von Erwerbstätigen so gut wie keine Rolle. Seuche? Welche Seuche? Diese Frage stellen sich nicht bloß „Covidioten“ und irre Verschwörungstheoretiker - sondern auch Leser der aktuellen Berichte von Gesetzlichen Krankenversicherungen über das erste Halbjahr 2020. Mit einem Anteil von 4,36 % ist der Krankenstand der 5,3 Millionen Erwerbspersonen, die bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert sind, im ersten Halbjahr 2020 trotz Corona-Krise NICHT übermäßig gestiegen. (Den „Krankenstand“ berechnen Gesetzliche Krankenkassen, indem sie die gemeldeten Arbeitsunfähigkeitstage durch die Gesamtzahl der Versicherungstage teilen.) Zum Vergleich: 2019 betrug der Krankenstand für diesen Zeitraum 4,33 %, 2018 waren es 4,48 %. „Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass nach einem deutlichen Anstieg im März zum Beginn der Pandemie ab April die Krankmeldungen merklich zurückgegangen sind“, teilt die TK mit. So betrug der Krankenstand für März rund 5,98 %, mit einem Rekordhoch zum Ende des Monats von 6,92 %. Im April sank er bereits merklich auf 4,01 %, um sich dann im Mai und Juni auf vergleichsweise niedrigem Niveau einzupendeln (Mai 3,39 %, Juni 3,40 %). „Die Diagnose Covid-19 spielt eine eher untergeordnete Rolle. Im März war sie für nur 0,29 % des gesamten Krankenstandes verantwortlich, im April stieg der Wert leicht auf 0,68 %, um dann im Mai (0,38 %) und Juni (0,21 %) wieder zu sinken.“ Selbst auf dem Scheitelpunkt der Corona-Welle, in der zweiten Märzhälfte, waren nie mehr als 4 von 1000 Arbeitnehmern oder 0,04 % wegen Covid-19 krankgeschrieben. NULL-KOMMA-NULL-VIER. Dazu passt, was die DAK über das erste Halbjahr 2020 berichtet. „Trotz Corona-Krise hat jeder DAK-versicherte Beschäftigte durchschnittlich genauso viele Fehltage wie im Vorjahreshalbjahr: 7,6 Tage“, berichtet die DAK-Pressestelle. Zudem waren WENIGER Beschäftigte wegen Krankheit arbeitsunfähig als im selben Zeitraum des Vorjahrs. Die Mehrheit (68 %) hat in den ersten sechs Monaten 2020 kein einziges Mal eine Krankmeldung eingereicht. „Entgegen der Erwartungen ist ein nachhaltiger Anstieg der Arbeitsunfähigkeit ausgeblieben, obwohl es wegen der Pandemie noch bis Ende Mai die telefonische Krankschreibung gab“, erklärt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Zwar war jeder fünfte Fehltag auf eine Atemwegserkrankung zurückzuführen – 140 Fehltage je 100 Beschäftigte; auf Covid-19 entfielen aber bloß drei davon. Die AOK, Deutschlands mit Abstand mitgliederstärkste „Gesetzliche“, meldet für ihre 11,6 Millionen versicherten Erwerbstätigen: Von März bis Mai, den „heißesten“ Monaten der Corona-Pandemie, erhielten 55.000 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsbescheinigung „im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose“ – eine Quote von 0,47 %. So arg „wütet“ SARS-CoV-2, dass seinetwegen nicht einmal jeder ZWEIHUNDERTSTE (!) länger als drei Tage arbeitsunfähig wird? Wie viele Personen je 100.000 Beschäftigte wurden „im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose“ von März bis Mai im Krankenhaus behandelt? Gerade mal 157 – 0,16 %. NULL-KOMMA-EINS-SECHS. Wie das Wissenschaftliche Institut der AOK berichtet, lag bei mehr als drei Viertel dieser 157 Betroffenen „der gesicherte Nachweis des SARS-CoV-2“ vor (78,7 %). Bei weniger als einem Viertel bestand „ein klinischer Covid-19-Verdacht ohne Virusnachweis“ – ein paar unspezifische Beschwerden lagen also vor, die ebensogut von einer Influenza oder einer hundsgewöhnlichen Erkältung herrühren konnten. Zu berücksichtigen ist dabei: Viele Beschäftigte wurden kerngesund und putzmunter, ohne die geringsten Symptome, auf Verdacht „krank“geschrieben, nachdem bei ihnen ein Test auf SARS-CoV-2 positiv ausgefallen war – oder weil sie „Kontakt“ zu einem sogenannten „Infizierten“ hatten. Ohne diese Pseudo-„Fälle“ sähe die Gesundheitsstatistik von Deutschlands Werktätigen 2020 verglichen mit dem Vorjahr noch erheblich besser aus, als die großen Gesetzlichen Krankenkassen ohnehin vermelden. Wir halten fest: Eine Pandemie, derentwegen die Wirtschaft ruiniert, Freiheitsrechte missachtet, das öffentliche Leben schockgefroren werden muss, macht sich unter anderem daran bemerkbar, dass NICHT mehr Erwerbstätige krankgeschrieben und in die Klinik eingeliefert werden müssen als früher. Was ist das für eine Seuche, nach der selbst Krankenkassen mit der Lupe suchen müssen? „Das zeigt doch nur, wie fabelhaft Lockdown und AHA-Vorschriften gewirkt haben“, erwidern Fans des Hygieneregimes. Also hüteten Schwedens Werktätige im ersten Halbjahr massenhaft das Bett, soweit sie auf Intensivstationen nicht schon ihren letzten Atemzug taten und Friedhöfe überfüllen? (Harald Wiesendanger)

  • Sollte ich mein Zeitungsabo kündigen?

    Der ultimative, ziemlich zuverlässige Schnelltest - ein KLARTEXT-Beitrag zur geistigen Hygiene im Land. In Krisenzeiten gilt es mehr denn je, unnötige Ausgaben zu vermeiden. Gratis bieten wir Ihnen da einen mühelos umsetzbaren Vorschlag, wie Sie 200 bis 800 Euro pro Jahr sparen könnten. So viel lassen sich Zeitungsleser ihr Abo kosten. Sofern sie dafür kein Propagandaorgan der Globalen Coronistischen Einheitsfront beziehen möchten, sondern ein echtes, unabhängiges, journalistischer Standesethik verpflichtetes Informationsmedium, könnten viele das Geld anderweitig verwenden. Ihr Abo kündigen sollten sie, falls sie seit der Coronakrise eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten müssen: 1. Unterscheidet meine Zeitung zwischen Ansteckung und Erkrankung? Klärt sie ihre Leser darüber auf, dass wir alle infiziert sind, vom ersten bis zum letzten Atemzug - mit tausenderlei Arten von Bakterien, Viren, Pilzen und sonstigen Mikroben? Unser Körper beherbergt mehr Bakterien als Körperzellen: rund 40 Billionen. Darüber hinaus bewirten wir zehnmal mehr Viren verschiedenerlei Art. Bei 98 % von uns finden sich Herpesviren im Mund; Papillomaviren finden sich bei 75 % auf der Haut, bei jedem Zweiten in der Nase. (1) Wenn wir vorübergehend grippeartig erkranken, waren daran immer schon Coronaviren beteiligt, oder auch Rhinoviren, RSV-(Respiratory Syncytial)-Viren, Metapneumoviren (HMPV), Influenzaviren – und in jedem zweiten Fall Viren noch unbekannter Art. (Nicholson u.a., study of 291 elderly patients, American Journal of Public Health?) Im Grunde ist unsereins kein Einzelwesen, sondern ein ganzes Ökosystem. Acht Prozent des menschlichen Erbguts sind viralen Ursprungs; das belegt eindrucksvoll, dass es eine lange und fruchtbare Koevolution zwischen Menschen und Viren gegeben haben muss und weiterhin gibt. Solange die Winzlinge uns keine schweren, länger anhaltenden Beschwerden bereiten, die uns bleibend schädigen oder gar Lebensgefahr bedeuten, besteht keinerlei Grund zur Panik. 2. Verbreitet meine Zeitung Infektionszahlen, ohne klarzustellen: (a) Diese Zahlen hängen davon ab, wie viele Tests stattfinden? (b) Die Tests selbst sind unzuverlässig, sie unterscheiden nicht zwischen aktiven Erregern und harmlosen Genomschnipseln. (c) Vielerorts sehen sich Ärzte unter Druck gesetzt, Covid-19-Diagnosen zu stellen, oder es winken ihnen finanzielle Anreize dafür. 3. Informiert meine Zeitung darüber, dass „Covid-19-Fälle“ häufig nach bloßem Augenschein registriert werden – allein aufgrund verdächtiger Symptome, ungeachtet der Tatsache, dass es überhaupt kein typisches Krankheitsbild von Covid-19 gibt? Die Beschwerden gleichen einer starken Erkältung, einem schweren grippalen Infekt oder einer Influenza-Grippe. 4. Bezeichnet meine Zeitung Menschen, die eine Infektion unbeschadet überstanden haben, als „Genesene“? Wer genesen ist, war vorher krank. Acht von zehn SARS-CoV-2-Infizierte leiden aber an keinerlei Krankheitssymptomen, weitere 15 % bloß an milden. Sie waren und blieben gesund. 5. Hat meine Zeitung jemals darauf reflektiert, wie suggestiv allein schon der Name des neuen Coronavirus gewählt ist? Die Bezeichnung „SARS-CoV-2“ – ein Kürzel für „das zweite Coronavirus, das zu einer schweren akuten Atemwegserkrankung (SARS) führen kann“ - bringt den Keim mit einer seltenen Wirkung in Zusammenhang, die bloß bei jedem zwanzigsten Infizierten auftritt. Ebensogut könnte man den Koitus in „Myokarditus“ umtaufen, weil Geschlechtsverkehr bei Angehörigen gewisser Risikogruppen gelegentlich zum Herzinfarkt führt. 6. Meldet meine Zeitung Zahlen über „Corona-Opfer“, ohne klarzustellen, dass man MIT dem SARS-CoV-2-Virus sterben kann, ohne es WEGEN ihm zu tun? Stellt meine Zeitung klar, dass rund 98 % aller sogenannten „Covid-19“-Toten schwere Vorerkrankungen aufwiesen? (Unter mehr als 500 obduzierten Hamburgern waren es so gut wie ALLE.) Dass „Covid-19“, auch wenn es auf dem Totenschein steht, zumeist eher ein Nebenbefund als die hauptsächliche Todesursache ist? 7. Informiert meine Zeitung darüber, dass das Durchschnittsalter der „Corona-Opfer“ der üblichen Lebenserwartung entspricht, ja in manchen Ländern sogar darüber liegt? 8. Meldet meine Zeitung ausschließlich Horrorzahlen, während sie erfreuliche verschweigt: etwa die sinkende Zahl der Arztbesuche wegen schwerer akuter Atemwegserkrankungen – dem Hauptsymptom von Covid-19 -, seltenere Einlieferungen ins Krankenhaus mit dieser Diagnose, der Belegung von Intensivbetten, die Entwicklung der Sterbestatistik? 9. Verbreitet meine Zeitung mit Vorliebe kumulierte Zahlen? „Infektions- und Opferzahlen erreichen neue Rekordwerte“ – das tun sie zwangsläufig, wenn man Tag für die Tag neue Fälle zu alten hinzuaddiert. Oder meldet meine Zeitung auch, was erfreulich rückläufig ist? 10. Beteiligt sich meine Zeitung an der Bangemache mit bloßen Infektionszahlen – mit „Hotspots“, „Wellen“, „Reproduktionsraten“ und sonstigen klinisch bedeutungslosen Werten? 11. Ist der Redaktion aufgefallen, dass die offiziellen Schreckenszahlen, Gefahreneinschätzungen und Warnungen des Robert-Koch-Instituts seit Monaten in krassem Widerspruch zu den eigenen Statistiken stehen, die es in seinen „Wochenberichten“, „Epidemiologischen Bulletins“ und „Covid-19-Situationsberichten“ veröffentlicht? 12. Fand meine Zeitung es erwähnenswert, dass der virologische Halbgott der Nation, Christian Drosten, mit Gruselprognosen schon einmal haarsträubend danebenlag? Interessierte sie, wie Drostens Amtsvorgänger bei der Charité, Prof. Detlev Krüger, die vermeintliche Notlage einschätzt – und was ER der Bundesregierung empfohlen hätte? 13. Forscht meine Zeitung nach, auf wessen Rat sich politisch Verantwortliche verlassen? Hinterfragt sie, aus welchen Quellen Bundes- und Landesregierungen, die sich aus blutigen Medizinlaien zusammensetzen, den eigentlich ihre wissenschaftsfernen Entscheidungsgrundlagen beziehen? 14. Setzt meine Zeitung die Opferzahlen der gegenwärtigen „Pandemie“ ins Verhältnis zu früheren Grippewellen, bei denen doppelt bis dreimal so viele Infizierte starben? Hat sie sich jemals darüber gewundert, weshalb der Bevölkerung heute Maßnahmen aufgezwungen werden, die damals unangebracht schienen? 15. Habe ich aus meiner Zeitung erfahren, dass erste Covid-19-Fälle in Europa bereits im Spätherbst 2019 auftraten? Demnach war das Virus bei uns schon ein Vierteljahr lang unterwegs, unbemerkt infizierte es Millionen. Und was bedeutet DAS? Ohne Tests wäre der angebliche Notstand bis heute wohl niemandem aufgefallen. 16. Hinterfragt meine Zeitung Kompetenz und Unabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation? Erinnert sie ihre Leser daran, dass die WHO schon einmal, bei der „Schweinegrippe“ 2009, Fehlalarm schlug? Weist sie darauf hin, dass in ihren Expertengremien notorisch Interessenkonflikte überwiegen? Informiert sie darüber, wer die WHO überwiegend finanziert? 17. Diffamiert meine Zeitung Teilnehmer an Demonstrationen gegen die Corona-Politik pauschal als verantwortungslose „Covidioten“, Spinner, Rechtsradikale? Verdeutlicht sie, dass sich dort ein ziemlich repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung versammelt, allerdings mit einem höheren Anteil gebildeter, nachdenklicher, kritischer Leute, die ihre Informationen über die Pandemie nicht bloß aus Mainstream-Medien beziehen? Stellt meine Zeitung ihre Sicht der Dinge, ihre Motive und Argumente fair dar? Erwähnt und interviewt sie die Hauptredner dieser Veranstaltungen, darunter Ärzte, Biologen, Juristen, Ökonomen? 18. Hat sich meine Zeitung jemals kritisch mit der Gates-Stiftung auseinandergesetzt – mit ihrem Einfluss auf Regierungen, die WHO, den Forschungsbetrieb, die Medienlandschaft? Mittels Milliarden, die sie durch Beteiligungen an Pharmakonzernen verdient, propagiert sie massenweise Tests und Impfungen, die eben diesen Konzernen Riesenprofite eröffnen. 19. Verwendet meine Zeitung die Phrase, das Virus „wüte“ irgendwo – obwohl sich der gemeinte Sachverhalt darin erschöpft, dass es sich ausbreitet? Ebensogut könnten Wettervorhersager vom „Wüten“ einer leichten Brise sprechen, weil sich daraus ein Sturm entwickeln KÖNNTE. 20. Lässt meine Zeitung auch Ärzte und Wissenschaftler zu Wort kommen, die ganz anderer Meinung sind als das Robert-Koch-Institut und der Chef-Virologe der Charité? Hat sie jemals Querdenker wie Wolfgang Wodarg, Sucharit Bhakdi, Bodo Schiffmann interviewt? Oder beteiligt sie sich an der Stimmungsmache gegen angebliche „Verschwörungstheoretiker“? 21. Packt meine Zeitung das heiße Eisen „Kollateralschäden“ an? Setzt sie also die offizielle Statistik der angeblichen „Covid-19-Toten“ ins Verhältnis zur Zahl derer, die sterben mussten, weil medizinische Vernunft staatlichem Corona-Hyperaktionismus wich? Die Hygienediktatur könnte mindestens ebensoviele Menschen auf dem Gewissen haben, wie das Virus angeblich dahinraffte, womöglich sogar ein Vielfaches mehr. Die Betroffenen starben, weil in Erwartung einer „Überlastung des Gesundheitswesens“, zu der es niemals auch nur annähernd kam, Operationen abgesagt oder verschoben wurden – etwa Organtransplantationen. Allein deswegen könnten, Expertenschätzungen zufolge, 5.000 bis 125.000 Patienten umgekommen sein. Erforderliche Therapien, etwa bei Krebskranken, fanden nicht oder verzögert statt. Infarktpatienten und andere Notfälle blieben unversorgt. Notwendige Untersuchungen wurden versäumt. Im Corona-Tunnelblick wurden andere Erkrankungen übersehen. Wegen vermehrter Klinikeinweisungen häuften sich „nosokomiale“ Infekte – durch Krankenhauskeime. Riskante und unnötige Medikation fand statt, unter anderem mit Immunsuppressiva, Hydroxychloroquin, Sedativa. Viele Infizierte wurden übereilt auf die Intensivstation, wo sie unnötig intubiert (invasiv künstlich beatmet) wurden. Pflegenotstand, ambulant und in Heimen, ließ Bedürftige vereinsamen, vernachlässigte, verängstigte und entmutigte sie – oftmals mit verheerenden psychosomatischen Folgen. Alkohol- und Drogenkonsum, häusliche Gewalt, Suizide häuften sich. Zwischen der 13. und 16. Kalenderwoche 2020 stiegen in Deutschland die Sterbefallzahlen vorübergehend deutlich an, obwohl in dieser Zeit NICHT vermehrt schwere Atemwegserkrankungen auftraten. Warum wohl? (2) 22. Bewertet meine Zeitung den „Lockdown“ und andere staatliche Infektionsschutzmaßnahmen uneingeschränkt als verhältnismäßig, notwendig und verfassungskonform? Hat sie jemals Sinn und Nutzen von Ausgangssperren, von Maskenpflicht, von Demonstrationsverboten hinterfragt? 23. Lässt meine Zeitung erkennen, dass sie sich kritisch mit „Faktenchecks“ auseinandersetzt und diese ihrerseits checkt, statt sie ungeprüft abzuschreiben? Hat sie hinterfragt, wer Faktenchecker beauftragt und finanziert – und was sie für ihre angemaßte Richterfunktion qualifiziert? 24. Übernimmt meine Zeitung ohne eigene Recherche und kritische Distanz, was ihnen Nachrichtenagenturen liefern? 25. Beteiligt sich meine Zeitung an der pauschalen Hexenjagd auf vermeintliche „Verschwörungstheoretiker“? Lässt sie erkennen, dass ihr der Unterschied zwischen paranoidem, aus der Luft gegriffenen Argwohn und einem naheliegendem, auf beachtenswerte Indizien gestützten Verdacht klar ist? 26. Hat meine Zeitung kommentarlos und unüberprüft weiterverbreitet, an der Massendemo „Tag der Freiheit“ am 1. August in Berlin hätten gerade mal 17.000 Covidioten, Esoteriker und Neonazis teilgenommen? Aber wenn du auf deine Zeitung nicht vollständig verzichten willst? Dann behalte den Sportteil, den Stellenmarkt, die Kleinanzeigenseiten, den Veranstaltungskalender, die Sonderbeilagen für Hobbygärtner, Heimwerker und Reiselustige – und entsorge den Rest. Oder lies deine Zeitung ab sofort mit anderen Augen – mit DEINEN, unter Einsatz deiner kritischen Vernunft. „Wenn wir darauf verzichten, eine eigene Meinung zu haben, wird der Tag kommen, an dem wir keine mehr haben dürfen“, mahnt uns der deutsche Satiriker und Kabarettist Rudolf Rolfs. Er starb 2004, dreht sich allerdings seit März 2020 unentwegt im Grabe um, wie aus zuverlässigen Quellen innerhalb der Friedhofsverwaltung verlautet. (3) P.S.: Nach denselben 25 Kriterien sollten Fernsehzuschauer über TV-Sender hinwegzappen – und Internetsurfer an gewissen Webseiten vorbeiklicken. Noch ein P.S.: Vorschläge für weitere Kriterien nimmt die KLARTEXT-Redaktion dankend entgegen. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.minimed.at/medizinische-themen/infektion-allergie/gesunde-menschen-tragen-5-viren-in-sich/; https://www.aponet.de/aktuelles/kurioses/20140918-auch-gesunde-menschen-beherbergen-viren.html (2) https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html; RKI-„Wochenberichte“, „Epidemiologische Bulletins“ und „Covid-19-Situationsberichte“. (3) Rudolf Rolfs: »Schlag nach bei Rolfs«, 3. Auflage 1976, Röderberg-Verlag Titelbild: moritz320/Pixabay

  • Lasst uns Donald in Schutz nehmen – ausnahmsweise.

    Verdient US-Präsident Donald Trump wirklich die Prügel, die er soeben wegen einer Äußerung über Covid-19 bezieht? „Zu 99 Prozent harmlos“ verlaufen Corona-Infektionen, so verkündete der US-Präsident am 4. Juli 2020. Seither bricht ein Sturm der Empörung über ihn herein. Einhellig fallen Medien im In- und Ausland über ihn her. Was Trump behaupte, sei ganz und gar „unbegründet“ (1), „wirr“ (2), „ohne Beweise“ (3), schlicht „falsch“ (4). Er „tut den Schweregrad der Pandemie ab und spielt die Auswirkungen der Krankheit herunter“, wirft ihm die New York Times vor. (5) Zu Trumps Verteidigung trat der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drugs Administration), Stephen Hahn, einen Tag später im Nachrichtensender CNN an. (6) Ausgerechnet die berüchtigt gnadenlose, scharfzüngige CNN-Reporterin Dana Bash knöpft sich ihn vor. Nomen est omen - „to bash“ bedeutet: jemanden verprügeln, zusammenschlagen. „Wir haben keinen Gesundheitsexperten gefunden, der uns diese Aussage des Präsidenten bestätigen kann", so stellt Dana den Behördenboss zur Rede. "Können Sie das?" Hahn, Mitglied der Coronavirus-Task-Force des Weißen Hauses, weicht daraufhin aus: „Wir wissen, dass die Fälle im Land stark zunehmen, ich werde nicht spekulieren, was die Ursache ist", erklärt er. Dann appelliert er übergangslos, alle Amerikaner sollten die Empfehlungen der Gesundheitsbehörde befolgen, Social Distancing betreiben und eine Maske tragen. So simpel lässt sich die CNN-Reporterin aber nicht abspeisen. Sie zitiert die WHO sowie Hahns eigene Behörde, die der Ansicht seien, dass bloß ein Drittel der Infektionen in den USA "völlig harmlos" verlaufe. "Und das ist wirklich wichtig", so beharrt sie. Schließlich gehe es um die Gesundheit der Menschen. "Wenn die Leute den Präsidenten so etwas sagen hören, werden sie ihr Verhalten ändern, weniger vorsichtig sein und andere anstecken.“ Wie sich das für ihn, Stephen Hahn, denn anfühle, so etwas zu hören? Der wiederholt sich bloß. Abermals betont er, wie wichtig es sei, den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde Folge zu leisten. "Wir müssen das absolut ernst nehmen." Dana bohrt weiter. "Mir ist klar, dass das nicht einfach für Sie ist", sagt sie. Hahn tue anscheinend alles, um das amerikanische Volk zu schützen. Eben deshalb müsse sie ihn fragen: "Hat der Präsident unrecht?" Hahn zögert, wirkt verlegen, gerät sichtlich ins Schwitzen. "Ich werde mich nicht dazu äußern, wer richtig und wer falsch liegt", erwidert er lasch. "Also", insistiert seine Interviewpartnerin triumphierend grinsend, "Sie wollen nicht sagen, ob 99 % der Corona-Infektionen harmlos verlaufen?" Ein weiteres Mal drückt Hahn die „Repeat“-Taste: „Was ich sagen will, ist, dass wir Daten in der Task Force des Weißen Hauses haben. Diese Daten zeigen uns, dass das Virus ein ernstes Problem ist. Die Menschen müssen es ernst nehmen." Mehr vermag ihm die CNN-Inquisitorin nicht zu entlocken. Nach diesem jämmerlichen Auftritt von Amerikas oberstem Arzneimittelaufseher steht Trump erst recht blamiert da. Wer mit der Studienlage vertrauter ist als Stephen Hahn, dem drängt sich der Verdacht auf: Entweder war dieser Mann noch benebelt von Schlafmitteln der vorherigen Nacht. Oder bei dem 60-Jährigen hat vorzeitig Demenz eingesetzt. Oder er ließ seinen obersten Dienstherrn absichtlich auflaufen. Wie kann es sein, dass jemand wie Hahn die wichtigsten vorliegenden Daten entweder nicht kennt oder vorsätzlich verschweigt? - Gemäß jüngsten Studien, auch aus den USA, liegt die Letalität von Covid-19 alles in allem bei 0,1 bis 0,2 % (7), für unter 60-Jährige bei 0,05 % (8) - somit im Bereich einer starken Influenza. (9) Manche Experten wie die Epidemiologin Prof. Sunetra Gupta von der Universität Oxford gehen von einem noch niedrigeren Wert zwischen 0,01 und unter 0,1 % aus. (10) - Auch in den USA endet das Leben von SARS-CoV-2-Positiven im Schnitt mit 80 Jahren. (11) - Das Sterberisiko für Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene im Erwerbsalter bewegt sich selbst in den weltweiten “Hotspots” zumeist im statistischen Bereich eines tödlichen Autounfalls beim täglichen Pendeln. (12) Anfangs wurde es bei weitem überschätzt, weil Personen mit milden oder keinen Symptomen unberücksichtigt blieben. - Mehrere Untersuchungen von Untergruppen der Bevölkerung ergaben bei Infizierten eine Fallsterblichkeit (IFR) von NULL Prozent: bei Sportlern der Baseball-Liga MLB (13), bei Insassen eines Gefängnisses in Tennessee (14), bei Obdachlosen (15) und Blutspendern (16) in Boston, bei Schwangeren in New York City (17). - Die US-Gesundheitsbehörde CDC senkte inzwischen ihre Schätzung der Fallsterblichkeit (IFR) auf 0,26 %. (18) Selbst dieser niedrige Wert dürfte zu hoch angesetzt sein, denn die CDC geht davon aus, dass bloß 35 % aller Infizierten symptomfrei bleiben, im Widerspruch zu den meisten anderen Studien. - Wie in anderen Ländern, so kam es auch in den USA massenhaft zu oft tödlichen Fehlbehandlungen von Covid-19-Betroffenen, zum Teil aufgrund fragwürdiger finanzieller Anreize. (19) Riskante und unnötige Medikation fand statt, unter anderem mit Immunsuppressiva, Hydroxychloroquin, Sedativa. Viele Infizierte wurden übereilt auf die Intensivstation verlegt, wo sie unnötig intubiert (invasiv künstlich beatmet) wurden. Mutige Krankenschwestern machten solche Skandale öffentlich. (20) Eine von ihnen spricht sogar von „Massenmord“. (21) - Wiederholt wurden US-Medien dabei ertappt, wie sie die Lage in Krankenhäusern zu dramatisieren versuchten, vorzugsweise mit manipulativen Bildern. (22) - In den Vereinigten Staaten dürften die verheerenden Folgen des überzogenen, kontraproduktiven Lockdowns etwa doppelt so viele Lebensjahre kosten wie Covid-19 selbst. Vier US-Professoren schätzen den Verlust auf rund „eine halbe Million pro Monat“. (23) In US-Bundesstaaten, die auf einen Lockdown verzichteten oder ihn frühzeitig wieder aufhoben, erhöhte sich daraufhin die Sterblichkeit NICHT. (24) - Im Jahr 2019 starben im statistischen Durchschnitt 7,5 US-Amerikaner pro Tag; im Jahr 2020 taten es bis Anfang Juli im Schnitt 7,9. (25) Ein echter „Killerkeim“ wütet bestimmt anders – zumal, wie erläutert, ein Großteil der Übersterblichkeit wohl eher von Lockdown-Folgen herrührt als von einem bösen Virus. - Bis zu 80% aller Testpositiven bleiben völlig frei von Beschwerden. (26) - Über 95% der Infizierten zeigen höchstens moderate Symptome. (27) Über 95 %? Demnach lässt sich Donald allenfalls vorwerfen, dass er sich um maximal vier Prozent vertan hat. Ist das nicht eine starke Leistung, gemessen an seiner üblichen Produktion von „alternativen Fakten“? Was die CNN-Reporterin wie auch Stephen Hahn schleunigst zur Kenntnis nehmen sollten, ist ein Offener Brief, in dem über 600 Ärzte den US-Präsidenten vor den Gefahren eines verlängerten Lockdowns warnen. Dieser sei selbst „a mass casualty incident“ gewesen: eine medizinische Großkatastrophe. Außerhalb von New York City habe Corona keine einzige amerikanische Stadt sonderlich belastet. (28) In einem weiteren Offenen Brief an US-Vizepräsident Mike Pence fordern amerikanische Ärzte, das gewohnte öffentliche Leben schleunigst wiederherzustellen: „Reopen America!“ (29) Covid-19 sei nachweislich weitaus ungefährlicher als anfangs angenommen. „Viele, viele Landkreise (counties) sind aufgrund der breit angelegten, zentralistischen Vorgehensweise der Regierungen ihrer Bundesstaaten sinnlosem Leid ausgesetzt gewesen. Am 11. Mai 2020 gab es in 50% der US-Landkreise NULL Tote, 63% (1.996) aller Landkreise verzeichneten nicht mehr als EINEN Todesfall.“ (30) „Dies sind unglaublich ermutigende Nachrichten für unser Land.“ Die Risikogruppen seien bekannt und könnten gezielt geschützt werden. Die Gesellschaft sicher zu immunisieren, sei auch ohne Impfung möglich. Die Medien hätten die Bevölkerung unnötig terrorisiert, somit Verzweiflung geschürt und Suizide ausgelöst. „Der drakonische Umgang mit einem Atemwegsvirus ist schädlich und wird das allgemeine Wohlwollen erschüttern. (…) Wir können die gegenwärtige Dysfunktion in der Gesellschaft nicht als ‚neue Normalität‘ akzeptieren. Unser Ziel ist es, mit Hoffnung und Mut statt mit Angst und Verwirrung zu führen. (…) Wir sind bereit, dieser Nation nach dem altehrwürdigen Hippokratischen Eid zu dienen, der uns aufruft, (…) vor allem keinen Schaden anzurichten.“ (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://pressfrom.info/de/nachrichten/welt-politik/-413208-trump-wird-die-unbegrundete-behauptung-des-prasidenten-99-der-covid-19-falle-seien-vollig-harmlos-nicht-verteidigen.html (2) https://www.watson.de/international/usa/872818309-trump-mit-fragwuerdiger-aussage-sein-corona-experte-kommt-bei-interview-ins-schwimmen (3) https://www.nach-welt.com/trump-im-kampagnenmodus-beim-unabhangigkeitstag-des-weisen-hauses-trump-news/ (4) https://www.nytimes.com/2020/07/05/us/politics/trump-coronavirus-factcheck.html (5) https://www.nytimes.com/2020/07/05/us/politics/trump-coronavirus-factcheck.html (6) https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=nVUnAgGboNE&feature=emb_logo (7) https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/; https://pressroom.usc.edu/preliminary-results-of-usc-la-county-covid-19-study-released/ (8) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.18.20070912v1.full.pdf (9) https://www.ebm-netzwerk.de/en/publications/covid-19 (10) https://unherd.com/2020/05/oxford-doubles-down-sunetra-gupta-interview/ (11) https://www.cdc.gov/nchs/nvss/vsrr/covid_weekly/index.htm (12) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.05.20054361v2 (13) https://www.sfchronicle.com/athletics/article/MLB-antibody-study-7-percent-exposed-to-15260314.php (14) https://eu.tennessean.com/story/news/politics/2020/05/01/tennessee-testing-all-inmates-prison-staff-after-multiple-outbreaks/3067388001/ (15) https://www.wsbtv.com/news/trending/coronavirus-cdc-reviewing-stunning-universal-testing-results-boston-homeless-shelter/ZADQ45HCAZEVJAZA3OTCUR7M6M/ (16) https://archive.is/20200418222442/https://www.bostonglobe.com/2020/04/17/business/nearly-third-200-blood-samples-taken-chelsea-show-exposure-coronavirus/ (17) https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2009316 (18) https://reason.com/2020/05/24/the-cdcs-new-best-estimate-implies-a-covid-19-infection-fatality-rate-below-0-3/ (19) https://eu.usatoday.com/story/news/factcheck/2020/04/24/fact-check-medicare-hospitals-paid-more-covid-19-patients-coronavirus/3000638001/ (20) https://www.youtube.com/watch?v=UIDsKdeFOmQ (21) https://nypost.com/2020/05/29/northwell-health-probing-use-of-ventilators-for-covid-patients/ (22) https://nypost.com/2020/04/01/cbs-admits-to-using-footage-from-italy-in-report-about-nyc/; https://www.wsj.com/articles/cbs-says-fake-news-wasnt-theirs-11588789238 (23) https://thehill.com/opinion/healthcare/499394-the-covid-19-shutdown-will-cost-americans-millions-of-years-of-life (24) https://www.dailymail.co.uk/news/article-8347635/Lockdowns-failed-alter-course-pandemic-JP-Morgan-study-claims.html (25) Berechnet aus Daten von https://countrymeters.info/de/United_States_of_America_(USA) (26) https://www.bmj.com/content/369/bmj.m1375; https://science.sciencemag.org/content/368/6490/489 (27) https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/#hospitalizations (28) https://www.washingtonexaminer.com/news/mass-casualty-incident-over-600-doctors-sign-letter-warning-trump-of-dangers-of-continued-lockdowns (29) https://aapsonline.org/physician-letter-reopen-america/ (30) Zum aktuellen Stand hier: https://usafacts.org/visualizations/coronavirus-covid-19-spread-map/ Foto Trump: Shealah Craighead - White House, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63768460

  • Die Nutznießer.

    Eine Pandemie spielt fünf Interessengruppen in die Karten - ein gefährlicher Anreiz, die Katastrophe künstlich auszulösen. Wem nützt eine Pandemie? Auf den ersten Blick mutet die Frage absurd an. Verlieren nicht alle? Die Wirtschaft crasht, Arbeits­plätze gehen verloren, Steuereinnahmen brechen weg. Nicht nur einzelne Unternehmen, ganze Branchen gehen unter. Kaufkraft und Konsumfreude schwinden. Banken kriseln, weil insolvente Schuldner ihre Kredite nicht mehr bedienen. Wäre ein wahrhaftiger „Killerkeim“ unter­wegs, zu dem Bangemacher das ve­r­gleichs­weise harmlose Coronavirus SARS-CoV-2 aufge­blasen haben, so ließe er schlimmstenfalls niemanden mehr übrig, der noch Produkte kaufen und Dienstleistun­gen in Anspruch nehmen würde; niemanden mehr, den irgendwer noch beherrschen, unterdrücken, ausbeuten, verführen könnte. Und müsste nicht jeder erdenkliche Profiteur darauf gefasst sein, dass ihn die Seuche selber dahinrafft, samt seinen Liebsten? Solche Einwände gelten für die großen Pandemien der Vergangenheit: etwa für die Antoninische Pest, die ver­mutlich ein Pockenvirus auslöste; im Römischen Reich des zweiten Jahrhunderts nach Christus wütete sie 15 Jahre lang und forderte fünf Millionen Opfer. Der Schwar­ze Tod raffte Mitte des 14. Jahrhunderts allein in Europa rund 25 Millionen dahin, ein Drittel der damali­gen Bevölkerung. Die Pest-Pandemie ab 1896 füllte 12 Millionen Gräber. (1) All diese Plagen hatten eines gemein­sam: Sie kamen über die Menschheit wie Naturkatastro­phen, völlig unberechenbar in ihrem Ausbruch, ihrem Verlauf, ihren Folgen – einer Strafe Gottes gleich, wofür man sie seinerzeit auch hielt. Moderne Biotechnologie eröffnet insofern ganz neue Hori­zonte. In mehreren hundert Laboratorien arbeiten heutzutage Zehntausende von brillanten Wissenschaftlern daran, einige der gefürchtetsten Krankheitserreger aller Zeiten „virulenter“ zu machen: noch ansteckender, noch robuster, noch üblere Symptome auslösend, noch töd­licher. Synthetische Biologie ermöglicht es sogar, aus der Retorte völlig neuartige Erreger zu designen. „Die Gen­tech­no­logie könnte in Zukunft zur Entwicklung von Krankheitserregern mit einzigartigen, unvorhersagbaren Eigenschaften führen“, so sagten das US-amerikanische Institute of Medicine sowie der Nationale Forschungsrat schon im Februar 2006 in einem gemeinsamen Bericht voraus. (2) Längst hat sich diese Prognose bewahrheitet. Überall auf der Welt laufen in diesem Augenblick Tausende von Labor­tests und Experimenten, Analysen und Computer­simu­lationen, die jeden Aspekt eines Erregers durch­schau­bar und vorhersehbar machen: Was richtet er wie rasch in welchen Organismen an? Was bewirkt er insbe­son­dere beim Menschen? Wie reagiert unser Immunsy­stem auf ihn, wie könnte er es umgehen? Wie schnell würde er sich verbreiten? Wie viele Infizierte würde er zu welchem Prozentsatz akut und chronisch krank machen? Wie viele Betroffene blieben arbeitsfähig, wie viele wür­den pflegebedürftig? Wie viele müssten intensivmedizi­nisch versorgt werden? Welchen Bevölkerungsanteil könn­te der Keim innerhalb welches Zeitraums umbrin­gen? Welche Risikogruppen wären am gefährdetsten? Welche Art von Arzneimitteln würden sie benötigen? Falls derartige Forschung offiziell stattfindet, um neue Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln, so lassen sich die vielversprechendsten Laborkreationen nicht nur im Reagenzglas testen, in Gewebekulturen und an Ver­suchstieren aller Art, sondern auch in klinischen Studien. Dafür Versuchspersonen beizubringen, dürfte kein Pro­blem sein. Sage und schreibe 28.280 Interessenten aus 102 Ländern trugen sich bis Mitte Juni 2020 auf der Registrierungsseite einer Aktion namens „1 Day Sooner“ der Uni Harvard ein, die Probanden sucht, die sich frei­willig infizieren lassen. (3) Bei den meisten handelt es sich anscheinend um junge Idealisten, die sich im Dienst der Seuchenbekämpfung dem unkalkulierbaren Risiko aus­set­zen wollen. (4) Erst recht wären in der dritten Welt, unter Milliarden von Bettelarmen und Hungernden, mühelos ganze Heerscharen von Versuchspersonen aufzutreiben, die für ein paar Cent beinahe jedes Risiko einzugehen bereit sind. Und was scheren in Fernost oder Afrika irgend­welche fernen Aufsichtsbehörden und Ethik­komi­tees in New York, London oder Paris? Auch insofern herrscht zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus eine schier grenzenlose „Freiheit der Wissenschaft“. Aus der nächsten Seuche würde somit ein weitgehend planbares Großprojekt. Die Drahtzieher hinter einem solchen Vorhaben könnten durchaus sicherstellen, dass sie selbst und alle, die ihnen noch von Nutzen sein sollen, verschont bleiben. Be­stimmt wären sie die ersten – und je nach Projektzielen wo­möglich die einzigen -, denen ein heimlich entwickel­ter und erprobter Impfstoff zugute käme. Aber schließen die streng überwachten Anforderungen an biologische Hochsicherheitseinrichtungen nicht garantiert aus, dass solche Erreger jemals ins Freie gelangen? Wer sich mit dieser Illusion beruhigt, ignoriert die lange Grusel­geschichte von folgenschweren Laborpannen, die seit Jahrzehnten unter infizierten Mitarbeitern, aber auch unter Außenstehenden immer wieder zu Infektionen und Toten geführt haben. (Ich erinnere an die Horrorchronik im Artikel "Die Uhr tickt".) Vermutlich ereigneten sich alle bisherigen Biounfälle aus Versehen. Aber muss das so bleiben? Wer ernsthaft da­mit rechnet, von der Freisetzung eines biotechnisch maß­geschneiderten Erregers mit gründlichst erforschten Funktionen zu profitieren, der hätte die Wahl zwischen vieler­lei Möglichkeiten, ihn nach draußen zu schaffen. Dazu genügt ein einziger bestochener Labor­mitarbeiter, eine eingeschleuste Reinigungskraft, ein angeheuerter Tech­niker für Wartungen und Reparaturen, ein professio­nel­ler Dieb. Oder ein kooperativer Virologe anderswo, der sich eine Probe zusenden lässt. Notfalls täte es auch ein gezielter Bombenanschlag auf den Bio­reaktor; oder Sabotage an Abluft- und Abwasserfiltern, an Dekontami­na­ti­ons­technik, an Schutzanzügen. Oder man lässt den Keim von vornherein in eigener Regie produzieren: Streitkräfte, Geheimdienste, Industrien verfügen ohne weiteres über die finanziellen Mittel, ein BSL-3- bis 4-Labor aufzubauen und qualifiziertes Personal anzuheu­ern. Militärs in mehreren Dutzend Ländern betreiben solche Einrichtungen in eigener Regie, Pharmariesen wie Novo Nordisk und Wyeth ebenfalls. Wem würde eine künstlich erzeugte Seuche so vortreff­lich in die Karten spielen, dass er es wagen könnte, sie tatsächlich auszulösen? Wer wäre skrupellos genug da­für? Dafür kommen fünf Gruppen in Betracht. Tödliche Erreger für Terroristen Hocherfreut beobachten Terroristen, dass ein Corona­virus, obwohl es weitaus weniger schlimm wütete als an­fangs befürchtet, allein in den USA binnen eines Viertel­jahrs über 200.000 Opfer forderte. Auch wenn diese Zahl bei weitem zu hoch gegriffen sein mag, weil sie undiffe­ren­ziert Todesfälle mit nachgewiesenem Virus und wegen ihm umfasst, übertrifft sie doch bei weitem die bislang erfolgreichste Terrorattacke aller Zeiten, die An­schlä­ge vom 11. September 2001 auf die Zwillingstürme des World Trade Center – diese führten „nur“ zu knapp 3000 Toten und 25.000 Verletzen. Was schert es Selbstmordattentäter, wenn sie in Allahs Namen den Planeten leerfegen? Zumindest wäre er dann frei von allen Gottlosen und sonstigen Marionetten des Satans. Dem unerschrockenen Täter winkt das Paradies, wo ihn mindestens 99 Jungfrauen verwöhnen – und alle wahrhaft Gläubigen verehren, die ihn wohl oder übel dorthin zu begleiten haben. Einen geeigneten Erreger muss der zu allem entschlos­sene Terrorist des 21. Jahrhunderts nicht erst aus streng­stens bewachten Anlagen stehlen. Es genügen ein eige­nes, gut ausgestattetes Labor, topqualifizierte Gesin­nungs­genossen und ein Internetanschluss. Bereits im Jahr 2002 gelang es einer Forschergruppe der Universität Sto­ny Brook in New York, ein funktionsfähiges Polio-Virus künstlich herzustellen – als Vorlage diente ihr die ins Inter­net gestellte Gensequenz, als Bausteine bestellten sie von kommerziellen Anbietern per Post Oligonucleotide, maschinell synthetisierte DNA-Moleküle, bis zu 140 Basen­paare lang. Das genügte, um das erste synthetische Virus der Erdgeschichte in die Welt zu setzen. (5) Damals warnte der Studienleiter Eckard Wimmer, der biotechno­lo­gi­sche Fortschritt werde es binnen 15 Jahren ermögli­chen, auch das tödliche Pockenvirus zu synthetisieren. Die Wirklichkeit überholte seine Prognose: Seit Dezember 2004 gibt es DNA-Synthese-Maschinen, mit denen sich die rund 186.000 Basen der Pockenviren in 13 Durchläufen herstellen lassen. Die Vorstellung, dass Ter­ro­­ri­sten sich derartige Spitzentechnologie beschaffen könnten, sorgt für Alpträume. „Die biomedizinische Forschungsgemeinde ist diesem brisanten Thema bislang in erster Linie ausgewichen“, stellt der Biowaffenexperte Mark Williams in der Zeitschrift Technology Review fest. (6) „Vorsicht, Verleugnung und mangelndes Wissen über biologische Kriegsführung scheinen dafür zu glei­chen Teilen verantwortlich zu sein.“ (7) Wie real die Bedrohung ist, führte jedem, der sehen will, bereits in den neunziger Jahren die japanische Endzeit-Sekte Aum Shinrikyo vor Augen. Im Sommer 1993 ver­suchte sie, ein flüssiges Präparat mit Anthrax-Sporen von einem Hochhaus in Tokio aus zu versprühen. (8) Sich in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu bringen, hatte Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden 1998 zur „religiösen Pflicht“ erklärt. (9) Auf einer Computerfestplat­te von Muhammad Atif, dem einstigen Mastermind von Bin Ladens „Militärkomitee“, wurden Hinweise auf ein bio­logisches Waffenprogramm namens „al-Zabadi“ („Jog­­hurt“) entdeckt. Gemeinsam mit Ayman al-Zawahi­ri, Bin Ladens rechter Hand, startete Atif es im Mai 1999, nachdem die beiden eingehend Fachliteratur über Bio­waffen studiert hatten. (10) In einer E-Mail an Atif hatte al-Zawahiri einen Monat zuvor „eine Vielzahl wichtiger Tatsachen“ betont: „Sie lassen sich auf einfache Weise mit leicht verfügbaren Materialien herstellen. Ihre Zerstö­rungs­kraft ist nicht geringer als jene von Nuklearwaffen. Ein Angriff mit einem Krankheitserreger wird erst meh­re­re Tage später entdeckt, wenn er bereits zu zahlreichen Opfern geführt hat. Ihn abzuwehren, ist äußerst schwie­rig. (…) Nach einem Spezialisten Ausschau zu halten, ist der schnellste, sicherste und billigste Weg.“ (11) In An­hängen mailte al-Zawahiri Artikel aus den Fach­zeit­schrif­ten Science, Journal of Immunology und New Eng­land Journal of Medicine, wie auch einzelne Ab­schnitte aus einschlägigen Sachbüchern wie Tomorrow’s Wea­pons, Peace or Pestilence and Chemical Warfare. Allein schon diese Literaturliste räumt mit dem Klischee auf, bei Terroristen handle es sich ausnahmslos um blind­wüti­ge Dummköpfe. Unter ihnen finden sich hoch­intelligente Eiferer mit Hochschulabschluss, die unser­eins mit ähn­lich kaltblütigem Kalkül umbringen würden, wie es die Generäle eines feindlichen Staates im Kriegs­fall täten. Viel weiter fortgeschritten, als Geheimdienste ursprüng­lich annahmen (12), waren schon kurz nach der Jahrtausend­wende al-Qaidas Vorbereitungen eines Anschlags mit dem Milzbranderreger Anthrax. Nahe Kandahar in Paki­stan baute die Terrororganisation an einem Biolabor. (13) Dabei war ihr in den neunziger Jahren der Mikrobiologe Abdul Rauf Ahmed behilflich, der im pakistanischen Rat für wissenschaftliche und industrielle Forschung (PCSIR) arbeitete. Für al-Qaida nahm er in Europa an einer Kon­fe­renz über BioDefense teil und besuchte ein britisches Biolabor der zweithöchsten Sicherheitsstufe. (14) In einem Brief riet Rauf dazu, al-Qaidas Aktivitäten zu vertuschen, indem man eine Stiftung, ein Privatunternehmen, ein Lehr­institut oder eine medizinische Forschungsein­rich­tung gründet. (15) Biologischer Erstschlag: für Militärs weiterhin eine ernsthafte Option Wie hätte Hitler das Deutsche Reich zur Deutschen Erde weiterentwickeln können? Für biologische Kriegsführung begann er sich 1940 zu erwärmen, nachdem deutsche Trup­pen bei ihrem Einmarsch in Paris ein Labor für biologische Kriegsführung entdeckten, in dem schon seit knapp zwei Jahrzehnten an biologischen Waffen ge­forscht wurde; nun übernahm es eine deutsche For­schungs­einheit unter Leitung des Bakteriologen Heinrich Kliewe. Die nach ihm beteiligte „Abteilung Kliewe“ be­fasste sich unter anderem mit Milzbrand- und Pest­erregern. (16) Zwei Jahre später beauftragten die Nazis den Arzt Friedrich Ludwig Kurt Blome damit, in Nesselstedt bei Posen ein „Zentralinstitut für Krebsforschung“ auf­zubauen; von Beginn bereitete es insgeheim eine biologi­sche Kriegsführung vor. (17) Impfstoffe ließ Blome häufig an KZ-Häftlingen testen. Insbesondere SS-Führer Hein­rich Himmler befürwortete B-Waffen leidenschaftlich; so unterstützte er beispiels­wie­se einen Vorschlag Kliewes, Lebensmittel, die unge­kocht gegessen werden, mit Bak­te­rien zu verseuchen. Für skrupellose Größenwahnsinnige wären diese unfer­tigen Projekte ausbaufähig gewesen. Hätte Hitler davor zurückgeschreckt, feindliche Nationen mittels viralem Massenmord in die Knie zu zwingen – und mit einem vorab produzierten Impfstoff ausschließlich die reinrassi­gen Arier zu schützen? Die Corona-Krise ermutigt aggressive Regimes. Bei­spiels­weise im Nahen Osten: Israel „auszuradieren“, ist wiederholt bekräftigtes Ziel der iranischen Staatsführung. Statt Raketen mit konventionellen Sprengköpfen abzu­feu­ern, könnten die Mullahs sie mit Kapseln voller töd­licher Viren bestücken. Oder sie zerstören eines von Israels BSL-4-Laboren. Ein halbes Jahrhundert nach der feierlich verabschiedeten Genfer Biowaffenkonvention lassen Militärs rund um den Globus weiterhin an rund 200 potentiell kriegs­fähigen Erregern, Toxinen und biologischen Agenzien forschen. Denn herzustellen sind sie erheblich leichter als atomare oder chemische Waffen; Hunderte Technologien lassen sich dazu nutzen. (18) Zwölf B-Kampfstoffe, das berüchtigte „dreckige Dutzend“, erachtet die US-Seu­chen­schutzbehörde CDC als besonders geeignet, weil sie sich leicht verbreiten, einfach übertragen und un­schlag­bar tödlich sind: von Pocken über Pest und Milzbrand bis Ebola. (19) „Wir leben in einer verrückten Welt“, beklagt der russi­sche Mediziner und Mikrobiologe Kanatzhan Alibekov, der jahrelang das streng geheime sowjetische Bio­waffen­programm leitete, ehe er 1992 in die USA floh. „Wenn die Menschen etwas nicht verstehen, dann glauben sie, es existiere gar nicht. Diese Waffen gibt es aber doch schon heute - sogar in der Dritten Welt. Viele europäische Regierungen tun jedoch nichts, um die Realität dieser Waf­fen zu verstehen, und unternehmen nichts, um sich vor ihnen zu schützen. Sie verhalten sich wie kleine Kinder. Sie verstecken sich einfach und denken gar nicht daran, wie bedroht wir durch biologische Waffen sind.“ (20) Die Pandemie als Türöffner für totalitäre Regimes Das neue Paradigma kam überfallartig über uns, mit unwiderstehlicher Wucht, in historisch beispielloser Geschwindigkeit. Binnen weniger Wochen gestaltete es die Weltgesellschaft in einer Weise um, von der selbst die größenwahnsinnigsten Faschisten des 20. Jahr­hun­derts bloß träumen konnten. Wie selbstverständlich legte es unsere demokratische Grundordnung auf Eis, beraubte es uns grundlegender, von unserer Verfassung garantier­ter Rechte. In nie dagewesenem Maße griff es selbst in unsere intimsten Beziehungen ein. Von allen sozialen Gruppen, denen wir zugehören, schnitt es uns zeitweilig ab. Es sperrte uns zu Hause ein. Es hinderte uns daran, unserer Arbeit nachzugehen. Die Heime unserer Eltern und Großeltern verwandelte es in Gefängnisse; wegge­sperrt in Einzelhaft, durften sie keinen Fuß mehr vor die Tür setzen – und nicht einmal mehr ihre Kinder sehen, es sei denn unmittelbar vor dem letzten Atemzug. Das öffent­liche Leben erstarrte. Ausgangssperren, Versamm­lungs- und Demonstrationsverbote machten gemeinsa­men Protest unmöglich. Das neue Paradigma, dem sich alle sonstigen Anliegen, Ziele und Rechte kompromisslos unterzuordnen haben, heißt „Infektionsschutz“ – in einer grotesk über­dehnten Neudefinition dieses Begriffs. Immer schon gab es Grippe­winter, die mehr als sonst Hygiene und Ab­stand, Vorsicht und Rücksichtnahme verlangten. Ob und in welchem Maße all dies erforderlich war, richtete sich allerdings nach einer greifbaren Gefahr: Wie viele Men­schen erkranken tatsächlich? Wie schwer wiegen die Sym­ptome? Wie viele Infizierte müssen deswegen zum Arzt, wie viele ins Krankenhaus, wie viele dort auf die Intensivstation? Wie viele sterben? Demnach hätte uns das grassierende SARS-CoV-2 kaum ärger beunruhigen müssen als eine starke Influenzawelle. Doch die Corona-Krise schob all diese Maßstäbe kurzer­hand beiseite. Stattdessen malte sie uns ein neuartiges, himmelweit über harten klinischen Tatsachen schweben­des Bedrohungsszenario an die Wand: eines, das vom worst case ausgeht, vom maximalen Risiko, von schlimmst­­möglichen hypothetischen Entwicklungen, dem höchsten denkbaren Kulminationspunkt irgend­welcher fiktiver Kurven. Zwar drehen Intensivmediziner in unseren Kliniken eher Däumchen – aber unser Gesund­­heitswesen könnte durchaus noch überlastet werden. Zwar ist weit und breit keine „Welle“ in Sicht – aber bestimmt kommt sie noch, gefolgt von einer zweiten und dritten. Zwar sterben kaum mehr Leute als in Ver­gleichs­monaten früherer Jahre – aber es könnte noch Hunderttausende Tote geben, wenn nicht Millionen. Die einzigen handfesten Daten, die den Schwarzmalern dafür zur Verfügung stehen, ergeben sich aus der An­zahl der Infektionen, festgestellt mittels unzuverlässiger, nie validierter Testverfahren. Eine Ansteckung ist keine Er­kran­kung. Trotzdem reichte diese kümmerliche Daten­basis aus, um die Logik des größtmöglichen Übels zum Grundprinzip politischer Rationalität und sozialer Teil­habe zu machen. Der Notstand ist real, nicht erst indem er eintritt, sondern weil es Fakt ist, dass er eintreten könnte. Eine Infektion könnte Schreckliches anrichten, wenn nicht bei dir und mir, so doch bei gewissen Risiko­gruppen, die des maximalen Schutzes durch uns alle bedürfen. Daraus erwächst eine Gemeinwohlorientierung der Superlative. Uns allen verlangt sie ab, Altruismus unter Beweis zu stellen, indem wir auferlegten Pflichten nachkommen, jederzeit und überall. „Wir müssen mitein­ander und aufeinander aufpassen“, ermahnt uns der Gesund­heitsminister. (21) Zu einem kollektiven „Kraftakt“, der „täglich Menschenleben rettet“, ruft uns der Bundes­präsident auf. (22) Eine „historische Aufgabe“ gelte es für uns „gemeinsam zu bewältigen“, schärft uns die Kanzle­rin ein. (23) Wer könnte sich da noch verweigern? Mit jedem anderen „Was-wäre-wenn“-Gedankenspiel würden sich politisch Verantwortliche der Lächerlichkeit preisgeben – und zügig um Kopf und Kragen reden. Doch sobald es um Gesundheit geht, um Leib und Leben jedes einzelnen Bürgers und seiner Liebsten, enden Logik und empirische Vernunft. Da werden Urängste wach. Ihnen genügen geringste Anlässe, um in uns auf­zukeimen, quälende Emotionen hervorzurufen, schreck­lichste Vorstellungen heraufzubeschwören. Mindestens auf das Allerschlimmste machen sie gefasst. Entspre­chend groß ist das Bedürfnis nach Schutz, die Sehnsucht nach dem Retter – und die Bereitschaft, sich ihm zu unterwerfen, falls er glaubhaft versichert, er wende das Grauen ab und bringe das Heil, die Erlösung. Darauf beruht der grandiose Erfolg des neuen Para­digmas, seine unwiderstehliche Kraft. (24) Geradezu pro­phetisch sagte seinen Triumph der französische Histo­riker Patrick Zylberman bereits 2013 voraus: (25) Größt­mög­liche Sicherheit in Gesundheitsfragen, in politischen Kalkülen zuvor ein Randthema, entwickelt sich zu einem wesentlichen Bestandteil staatlicher und internationaler Strategien. Um so viel Sicherheit herzustellen, etabliert sich ein Gesundheitsterror-Regime, das Widerrede, erst recht tätigen Widerstand verhindert, indem es sie als Ver­rat am Gemeinwohl anprangert. Sich dem Diktat zu unterwerfen und Freiheitsbeschränkungen hinzunehmen, anstatt politisch aktiv zu werden, Rechte einzufordern und Verfassungsbrüche anzuprangern, wird zur edelsten Form der Bürgerbeteiligung. Wie überfallartig sich dieses neue Paradigma durchsetzte, ungeachtet einer eher harmlosen Corona-Pandemie, ver­mittelt uns einen milden Vorgeschmack darauf, welch un­er­bitt­liche Hygienediktatur uns blüht, sobald irgend­wann ein echter Killerkeim unterwegs ist. Egal wann die momentane Krise offiziell für beendet erklärt wird, ob noch 2020 oder erst im kommenden Jahr: Sie kann jederzeit wiederkehren. Wenn das geschieht, könnte sie von Dauer sein, mit ihr all jene Ungeheuerlichkeiten, deren Zeitzeugen wir gerade werden. Abgenickt von der parlamentarischen Opposition, hingenommen von Gerichten, wohlwollend begleitet von Massenmedien, begrüßt von 95 Prozent der verängstigten Bevölkerung, ist binnen weniger Wochen ein Überwachungsstaat über uns hereingebrochen, der uns wie selbstverständlich unserer fundamentalsten Frei­heitsrechte beraubte. Er trifft Vorbereitungen zur lücken­losen Kontrolle mittels Tracking-Apps und mit Wär­mebildkameras bestückter Drohnen. Regelkonformi­tät lässt er durch Beamte vom Ordnungs- und Gesund­heitsamt in Zivil sicherstellen, durch Polizeistreifen in Parks, auf Plätzen, in Fußgängerzonen, in Bahnhöfen und Flughäfen; durch Security-Teams in Geschäften und öffent­lichen Einrichtungen, durch kommunale „Ord­nungs­dienste“, durch bespitzelnde Bürgerwehren aus ehrenamtlichen „Containment Scouts“. Er lädt ein zur anonymen Denunziation von Regelverstößen über Melde­­formulare im Internet. Abweichende Meinungen lässt er mittels Algorithmen und anonymen, zuverlässig systemkonformen „Faktencheckern“ in allen sozialen Medien zensieren, jegliche Kritik als irre „Verschwö­rungstheorie“ brandmarken. Er fördert und begrüßt ein durch und durch vergiftetes geistiges Klima, in dem jegliche Skepsis als unanständig, als unsolidarisch, als rücksichts- und herzlos gilt. Querdenker, welche die Auto­rität der Behörden untergraben und das Vertrauen der Bevölkerung in angeblich alternativlose Verord­nun­gen erschüttern könnten, diffamiert und ächtet er. Qua­rantäneverweigerer bedroht er mit einer Einweisung in die Psychiatrie. Er nötigt zu medizinisch fragwürdigen Sicherheitsmaßnahmen wie dem Tragen einer Gesichts­maske, die 100 Nanometer große, in Aersosolen umher­fliegende Viren ebensowenig zurückhält, wie ein Stachel­draht vor dem Fenster den Allergiker vor Blütenpollen schützt. Er erzwingt unmenschliches Social Distancing. Er bereitet Impfkampagnen und Immunitätsausweise vor. Und weit und breit ist niemand, der sich einer außer Rand und Band geratenen Exekutive in den Weg stellt, laut­stark und beharrlich: keine traditionell systemkritischen Parteien wie Grüne und Linke, keine breite Allianz von einflussreichen Medien, kein Verfassungsgericht, kein Generalstaatsanwalt, keine Kirchen, keine Ärztever­bände, keine bedeutenden wissenschaftlichen Einrichtun­gen. Zumindest die politische Kultur leidet lebensbe­drohlich an Covid-20 – sie atmet kaum noch und droht zu ersticken. Je infektiöser, je pathogener, je letaler ein neuer Erreger ist, desto länger werden die verordneten Maßnahmen fortdauern, desto rascher und drastischer werden sie verschärft. Nach einer Weile wird der Notstand zur neuen Normalität, die kollektive Angst vor der nächsten „Welle“ zur allgemeinen Grundbefindlichkeit, das bange Erwarten der allerneuesten Infektionszahlen, Reprodukti­ons­raten und „Hotspots“ zum täglichen Ritual, der Gesundheitsminister zum Überkanzler, das Robert-Koch-Institut zum Berliner Vatikan, ein WielerDrosten-Klon zum Inhaber des Heiligen Stuhls. Eine Hygienediktatur zwänge uns dazu, unsere Grundrechte auf dem Altar der Volksgesundheit zu opfern – Widerstand zwecklos. Eine globale Seuche beglückt das Großkapital „Das Virus“ habe die Wirtschaft schwer getroffen: Auf diese Sichtweise schwören uns sämtliche Mainstream-Me­di­en ein, so als entstamme sie einem Lehrbuch für Bio­ökonomie. Sie verbreiten himmelschreienden Humbug. „Das Virus“ allein hätte die Volkswirtschaften dieses Planeten nicht merk­licher berührt als Grippewellen früherer Jahre – nämlich überhaupt nicht. Denn wie sich frühzeitig ab­zeich­nete, macht es nicht mehr Menschen krank, es bringt nicht mehr Menschen um, es belastet das Gesund­heitswesen nicht erheblicher als eine starke saisonale In­fluenza. Eine Krise epischen Ausmaßes, die in der Ge­schich­­te ihresgleichen sucht, beschwor erst eine Kette ver­hängnisvoller Fehleinschätzungen und Fehl­entschei­dun­gen herauf, hektisch getroffen von überfor­der­ten Medizinlaien in politischen Ämtern, die sich von sugge­stiven Bildern beeindrucken ließen, von einer kleinen Clique alarmistischer Berater, von allgegenwärtigen Lob­byisten, von Personen und Organisationen mit massiven Interessenkonflikten. Der weltweite „Lockdown“ samt dem riesigen Scherbenhaufen, den er anrichtete, ist kein typisches Covid-19-Symptom, sondern typischer Aus­druck der Inkompetenz und Verführbarkeit unserer Re­gie­rungen. Sie haben für die erste weltweite Katastrophe der Menschheitsgeschichte gesorgt, die ohne Not vorsätz­lich herbeigeführt wurde. Daraus ergab sich zunächst ein Börsencrash, der wirt­schaftshistorisch einmalig ist, was Tempo und Wucht an­be­langt. Innerhalb eines einzigen Monats, vom 19. Feb­ruar bis zum 23. März 2020, brach der US-Leitindex Dow Jones um ein Drittel ein. (26) In den vergangenen hundert Jahren ging kein Absturz heftiger und schneller von­stat­ten. Allein die koordinierten Eingriffe der Zentralbanken verhinderten anschließend einen neuen Finanzinfarkt – fürs erste. Auf die Börsenpanik hin brach die Realökonomie drama­tisch ein – die Corona-Krise löste die größte globale Rezes­sion der Nachkriegszeit aus. Von Einzelhandel und Gastronomie über Luftfahrt und Tourismus, Automarkt und Transportwesen, Bau- und Energiesektor bis zu Messe-, Konferenz- und Sportveranstaltern: Kaum eine Branche blieb verschont. Wochenlang stand die Wirt­schaft größtenteils still, so als wäre gerade der Dritte Welt­krieg ausgebrochen. Shutdowns lähmten Produktion und Nachfrage gleichermaßen. Zeitweilig „standen bis zu 70 % der Weltwirtschaft unter Verschluss“, wie der britische Historiker Adam Tooze konstatiert. (27) Anfang April durfte rund ein Drittel der Menschheit nicht mehr arbeiten. Allein in den USA verloren binnen zwei Wo­chen fast zehn Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz; nach drei Wochen waren es 17 Millionen, nach 12 Wo­chen über 44 Millionen. (28) Prognosen gehen von global 35 bis 65 Mil­lio­nen Menschen aus, die krisenbedingt in völlige Armut abrutschen werden; die Zahl der Hungern­den auf der Welt verdoppelt sich dieses Jahr von 130 auf 260 Millio­nen. (29) In Indien spielten sich apokalyptische Szenen ab, als Dutzende Millionen Tagelöhner und Saison­arbeiter zurück in ihre Dörfer flüchteten. (30) In der Volksrepublik China verloren bis zu 250 Millionen Wanderarbeiter ihren Job. (31) Infolge der Corona-Krise werde der weltweite Handel um mindestens 13 % sinken, schlimmstenfalls um über 30 %, sagt die Welthandelsorganisation (WRO) voraus; von der „schlimmsten Rezension zu unseren Lebzeiten“ spricht WTO-Präsident Roberto Azevedo. (32) OECD und Welt­bank gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 in der Eurozone um über 9 % schrumpfen wird, weltweit um 5,2 bis 6 %. (33) Ein dreimonatiger Shut­down, so rechnete das Münchner ifo-Institut vor, hätte in Deutschland zu einem BIP-Verlust von 10 bis 20,6 % geführt. Das entspräche Folgekosten bis zu 729 Milliar­den Euro. Sie würden „alles übersteigen, was aus Wirt­schaftskrisen oder Naturkatastrophen bekannt ist", be­fürch­tet ifo-Präsident Clemens Fuest. (34) Monatelang taumelte die Weltwirtschaft dem Abgrund entgegen – ein wahrhaftiger Killerkeim hätte sie längst darin versenkt. Wie kann es sein, dass ein derartiges Debakel irgend­welchen Geschäftemachern nützt – so sehr, dass sie es wo­möglich herbeiführen oder zumindest daran mitwir­ken, es voranzutreiben und zuzuspitzen, soweit es in ihrer Macht steht? Auf ein historisches Beispiel hierfür verweist der Öko­nom Christian Kreiß, Professor für Finanzierung und Wirt­schaftspolitik an der Hochschule Aalen: die Börsen- und Finanzkrise von 1907. (35) Zwischen März und Novem­ber jenes Jahres gaben die Aktienkurse an der Wallstreet um 37 % nach. Die realwirtschaftlichen Folgen waren verheerend: Innerhalb eines Jahres sank die US-Produk­tion um 11 %, die Arbeitslosenquote verdreifachte sich von 2,8 auf 8 %, die Zahl der Pleiten schnellte um 47 % nach oben. Was für Millionen Amerikaner damals entsetzliches Elend und Hunger bedeutete, war im wesentlichen das zielstrebig herbeigeführte Werk eines einzigen Mannes, des mächtigsten Privatbankiers seiner Zeit: John Pierpont Morgan (1837-1913). Schon vor Krisenbeginn herrschte er über ein gigan­tisches Imperium von 141 Banken, (36) gro­ßen Eisenbahn- und Industriekonzernen. (37) In der ersten Jahreshälfte 1907 vergaben Morgans Banken großzügig Kredite, die meisten mit einer Laufzeit bis zum 22. August 1907. Gleichzeitig verkaufte Morgan riesige Aktienpakete zu glänzenden Preisen, nachdem die Börsenkurse seit vier Jahren stark angestiegen waren. Am 22. August schlug er zu: Seine Banken verweigerten Schuldnern eine Verlän­gerung der Kreditlaufzeiten. Ein Schaltersturm setzte ein, Panik brach aus. Zwei Monate sah Morgan dem Treiben teilnahmslos zu. Dann beendete er es am 24. Oktober 1907, indem er als Anführer einer Investorengruppe große Mengen an Staatsanleihen kauf­te; damit rettete er die USA vor dem Bankrott. (38) So gelang Morgan das Kunststück, sich zugleich als Retter der Nation feiern zu lassen und dreifach zu profitieren. Zum einen hatte er unliebsame Konkurrenten in den Konkurs getrieben. Zum zweiten verdiente er am erworbenen „Rettungspaket“ von US-Staatsanleihen, als er es überaus gewinnbringend verkaufte. (39) Und drittens konnte er dank des Börsencrashs zu Niedrigkursen enor­me Aktienmengen aufkaufen. Dieser „Gaunerstreich“ (40) bescherte ihm gigantische Gewinne und einen massiven Machtzuwachs: 1913 kontrollierten er und Rockefeller 341 Großunternehmen – und damit ein Fünftel (!) des US-Volksvermögens. (41) Auch die Finanzkrise von 2007 belegt eindrucksvoll, wie man von Zusammenbrüchen profitieren kann. Der Bör­sen­crash, auf den hin die Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 kollabierte, machte einige „Short“-Spekulanten steinreich, die auf fallende Kurse gewettet hatten. Äußerst gelegen kam das Lehman-Debakel der Großbank Goldman Sachs: Sie wurde ein erbitterten Konkurrenten los. Dabei behilflich war ihr Ex-Chef Steven Mnuchin, der 17 Jahre lang bei Goldman Sachs tätig gewesen war. Inzwischen amtierender Fi­nanz­minister, unterließ er es, Lehman zu retten. (42) In der Krise ist der Staat gefordert, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, auch um den sozialen Frieden zu bewahren. Insolvenzen, Einkommensverluste, Kurzar­beit, Massenarbeitslosigkeit, und dies bei gleichzeitig wegbrechenden Steuereinnahmen, zwingen ihn, mehr Geld auszugeben, als er hat. Also verschuldet er sich wie­ter; er nimmt Kredite auf und gibt Anleihen aus. Je schlimmer und andauernder die Krise, desto größer wird das Risiko, dass er seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Darauf spekulieren milliarden­schwere Hedge Fonds: Über sogenannte „Credit Default Swaps“ (CDS) wetten sie auf Ausfälle von Krediten, auch auf eine sinkende Bonität von Schuldnern und auf fallende Kurse von Staatsanleihen. Dabei sind aberwitzi­ge Summen im Spiel; schon im Jahr 2007 lag das CDS-Marktvolumen bei 60 Billionen (!) US-Dollar. (43) „Für man­che Spekulan­ten“, so stellt Kreiß klar, „wäre ein Kollaps eines Landes geradezu ein Traum.“ (44) Auch für die Mächtigsten könnte die Corona-Krise durchaus ein „Schwarzer Schwan“ gewesen sein, wie es in der Finanzwelt heißt – ein unvorhersehbares Ereignis. Vielleicht wusste wirklich niemand, wann sie eintritt. Aber vielen war längst klar, dass es dazu kommen wird, und zwar bald. Seit der Jahrtausendwende waren immer wieder Warnschüsse gefallen: von SARS über Vogel- und Schweinegrippe bis MERS. Seit langem stand das Stichwort „Pandemie“ ganz weit oben auf der Liste der Institutionen, welche die Welt vor möglichen Risiken warnen sollen. Schon 2019 hatte die WHO ihre Mit­glieds­staaten auf einen globalen Pandemieplan einge­schworen. Beim berüchtigten „Event 201“, auf Einladung der Gates-Stiftung, der Johns-Hopkins-University und des Weltwirtschaftsforums, spielten führende Köpfe aus Politik und Wirtschaft am 18. Oktober 2019 Szenarien einer Corona-Pandemie durch – zwei Monate bevor sie ausbrach. Ausgiebig diskutierten die Teilnehmer über den Lockdown, über Reisebeschränkungen, über das Vorgehen gegen „Fake News“, über den zu erwartenden wirtschaftlichen Schaden. Mit am Tisch saßen Vertreter der Gesundheitsbehörden Australiens und der USA, des Pharmagiganten Johnson&Johnson, der Weltbank, der CIA, der NBCUniversal Media, der UPS Foundation, von Lufthansa und Marriott, von Henry Schein Inc. – eines weltweiten Großhändlers für gesundheitsbezogene Produkte und Dienste. (45) Dass sie miteinander die Krise „vorbereiteten“, ist ein Gerücht – dass sie darauf vorbe­rei­tet waren, hingegen eine Tatsache. Ihnen war klar, was auf die Welt wohl in Kürze zukommen würde. Und sie konnten Vorkehrungen dafür treffen, jeder gemäß seiner eigenen Interessenlage. Wer gerne wettet, kann dies neuerdings sogar direkt auf eine verhererende Seuche. Im Juni 2017 legte die Welt­bank „Pandemic Bonds“ im Wert von einer halben Mil­liar­de US-Dollar auf. (46) Käufer dieser Anleihen wetten darauf, dass eine weltweite Seuche ausbricht. Nur dann machen sie Gewinn. Der Andrang war immens, die An­leihe war zu 200 % überzeichnet. Sie deckt sechs Arten von Viren ab, die am wahrscheinlichsten eine Pandemie auslösen können. Dazu zählt die Weltbank neue Ortho­myxoviren (neues Influenza-Pandemievirus A), Filoviri­dae (Ebola, Mar­burg) und andere zoonotische Krank­heiten wie Krim-Kon­go, Rift Valley, Lassa-Fieber – und Coronaviren, namentlich SARS. Seit 2017 folgten weitere derartige Anlageprodukte. Allein zwischen Feb­ru­ar und Mai 2020 flossen 152 Milliarden Dollars in solche anrüchigen Bonds. (47) Aber auch Aktieninvestments, sei es in Einzelwerte oder Branchenfonds, erweisen sich vor und während einer weltweiten Seuche als sichere Gewinnbringer, egal wie dramatisch es mit anderen Wirtschaftszweigen unter­dessen bergab geht. Schon jetzt gelten Pharma- und Bio­tech-Papiere als die großen Gewinner der Corona-Krise, (48) allen voran aussichtsreiche Impfstoffhersteller. Die Aktienkurse der heißesten Kandidaten schießen förmlich durch die Decke. (49) Dass ein Unternehmen wie „Moderna“ noch keinen einzigen seiner neuartigen mRNA-Impfstoffe auf den Markt brachte, schadete ihm zumindest an der Börse nicht im geringsten: In Erwar­tung von „mRNA-1723“ gegen das neuartige Corona­virus hat sich Modernas Börsenwert von Mitte Februar bis Mitte Mai 2020 mehr als verdreifacht – auf aber­witzige 27 Milliarden Euro. (50) In der Krise wachsen die Großen weiter – und fressen die Kleinen Eine Pandemie hilft, den Markt zu „bereinigen“ – nie­mals zum Vorteil der Schwächeren. Je schlimmer der Ab­schwung, desto lukrativer. Um so mehr Konkurrenz lässt sich ausschalten. Um so höhere Gewinne winken. Um so fester hält man hinterher die Zügel in der Hand. Wie sorgt man dafür? Dazu könnte man insgeheim ein echtes Killervirus freisetzen – zumindest aber bestens dar­auf vorbereitet sein, dass in absehbarer Zeit so einer die globale Runde macht. Um dann auf einen öko­nomi­schen Kollaps hinzuarbeiten – börsentechnisch gespro­chen, auf den „perfekten Sturm“ -, gibt es keine wir­kungs­vollere, schwerer zu durchschauende Strategie als: medial erzeugte Panikmache. Je mehr einem Großteil der Bevölkerung vor einer un­sichtbaren, tödlichen Gefahr graut, je ärger sie in Hyste­rie verfällt, desto mehr sehen sich Regierungen unter Druck, drakonische Schutzmaß­nahmen zu ergreifen. Und desto bereitwilliger nimmt die Masse in Schockstarre die verordneten Einschränkungen hin. Betriebsschließungen, Ausgangssperren, Abriegelun­gen, Zwangsquarantänen erzeugen sowohl einen An­gebotsschock als auch einen Zusammenbruch der Nach­frage. Eine Abwärtsspirale setzt ein, mit ihr ein Firmensterben. Wie ein Tsunami bricht die Welle des Bankrotts über die wankenden Volkswirtschaften herein. Nun können die Großen zuschlagen: Sie fressen die Kleinen – oder sehen ihnen genüsslich beim Sterben zu. Es drohen weitere Konzentration, verschärfte Marktkon­trol­le durch wenige oder sogar nur ein einziges Unter­nehmen, noch übermächtigere Global Player. Eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestätigt: Je mehr wirtschaftliche Macht in den Händen weniger Konzerne liegt, desto ungleicher verteilen sich die Ein­kommen, desto weniger wird investiert, desto eher stei­gen Preise, desto mehr bleibt der allgemeine Wohlstand zurück.51 Desto mehr kleinere und mittlere Betriebe verschwinden. Große hingegen rafft die Krise, und sei sie auch noch so einschneidend, eher selten dahin. Sie sind „too big to fall“, der Staat springt ihnen bei, auf Teufel komm raus. Krass verdeutlicht diesen Automatismus das Rettungs­pro­gramm, das besagter Finanzminister Mnuchin für die Finanz- und Realwirtschaft ausheckte – das größte in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Aus einem 2,2 Billionen Dollar umfassenden Paket fließt gewöhnlichen Arbeitern und Angestellten eine einkommensabhängige Sonderzahlung von höchstens 1200 Dollar zu; das Arbeitslosengeld steigt vier Monate lang auf 100 % des bisherigen Durchschnittsverdienstes. Verhältnismäßig? 75 Milliarden Dollar gehen an die Luftfahrtbranche und Unter­nehmen, die als bedeutsam für die nationale Sicherheit gelten. Daneben füllt Washington einen Corona-Kredittopf mit schwindelerregenden 4,25 Billionen US-Dollar. Mit ihnen werden große Konzerne beglückt – weitgehend bedingungslos, lediglich Aktienrückkäufe sind untersagt. Mit solchen Finanzspritzen lassen sich weiterhin nicht nur unanständige Vorstandsgehälter, Boni und Dividen­den zahlen, sondern auch Firmenfusionen abwickeln bzw. notleidende Unternehmen aufkaufen. Etwaige Ver­luste aus diesem Kreditprogramm trägt der Steuerzahler. Bereits bis Juni 2020 waren die US-Staatsschulden um 2 auf über 26 Billionen Dollar hochgeschnellt. (52) Im verzweifelten Bemühen, das Desaster einzudämmen und die Konjunktur vor dem freien Fall zu bewahren, warfen Zentralbanken die Notenpresse an. Mit irrwitzi­gen Summen tätigen sie Stabilisierungskäufe. Allein die Fed pumpte zeitweise bis zu 90 Milliarden pro Tag in den kollabierenden Markt. In einer einzigen Transaktion kaufte sie bei verschiedenen Banken Staatsanleihen für 50 Milliarden Dollar. (53) Mit all diesen Rettungsmaßnahmen, so erklärt der Industrieberater und Finanzanalyst Klaus G. Singer in seinem Blog (54), „findet eine gigantische Umverteilung von öffentlichen Geldern in den privaten Firmensektor und in den Finanzbereich statt. Ein Raubzug eben.“ Diese düstere Einschätzung teilen die Ökonomen und Vermögensberater Marc Friedrich und Matthias Weik: (55) „Wir stehen vor dem größten Vermögenstransfer aller Zeiten. In der nahen Zukunft werden Vermögen auf Gene­ra­tionen gemacht oder vernichtet.“ (56) Dank der Pandemie wächst nicht nur der Reichtum der ohnehin Superreichen, sondern auch ihre Bewegungsfrei­heit. Indem sie eine möglichst gewaltige Bereinigungs­krise herbeiführen, verleiten sie den Staat dazu, Men­schenrechte einzuschränken und die Demokratie auszu­höhlen. So entfesselt er die Macht von Wenigen noch weitergehend, als er vor der Krise ohnehin schon zuließ. Eine weitere Gruppe von möglichen Profiteuren bilden all jene Industrien, die in Pandemiezeiten mit dem Staat zu gemeinsamem Krisenmanagement ins Geschäft kom­men. Sie verdienen prächtig an Tests, an Überwa­chungs­technik, an Schutzausrüstung, Medikamenten und Impf­stoffen, an Behandlung und Pflege. Die Pandemie als Geschäftsmodell „Pathogen“, ein innovatives Pharmaunternehmen, steckt in der Krise. Gesundheitsbehörden untersagen ihm, einen bahnbrechenden Impfstoff an Menschen zu testen. Nun steht die Firma vor dem Bankrott. Um sie zu retten, lässt sich der CEO auf einen zwielichtigen Investor ein. Ihr Deal schließt ein, ein tödliches Virus freizusetzen. Dies löst eine Pandemie aus. Entfaltet ein Katastrophenfilm wie „Antivirus“, im Jahr 2014 produziert, (57) bloß blühende Phantasien eines irre verschwörungstheo­reti­schen Drehbuchautors? Oder nehmen solche Science Fictions eine mögliche Zukunft vorweg? Um hier klarer zu sehen, müssen wir die Frage klären: Weist eine Pandemie-Krise Aspekte auf, die gewissen Anbietern auf dem Gesundheitsmarkt nützen könnten – in einem Maße, das sie für die Aussicht auf Profit jegli­che Skrupel verdrängen lässt? Aus ökonomischer Sicht sind Pandemien ein Geschenk des Himmels, sie eröffnen Goldgruben. Sprunghaft sor­gen sie für eine hohe Nachfrage nach Tests, um die über­tragbare Krankheit festzustellen; nach Überwachungs­tech­nik, um Infizierte zu erkennen, ihre kürzlichen Kon­takte zurückzuverfolgen und künftige zu unterbinden; nach Schutzausrüstung wie beispielsweise Gesichts­mas­ken; nach Desinfektionsmitteln; nach Medikamenten, um Erkrankte zu behandeln; und nach Impfstoffen, um vor­zu­beugen. Diese Nachfrage wächst, je größer die empfun­dene Bedrohung ist, je länger die Angst vor ihr anhält. Und je heißbegehrter ein Produkt ist, desto teurer lässt es sich verkaufen. Schutzausrüstung. Zu Kassenschlagern werden in Pan­de­mie­zeiten Schutzmasken, Schutzanzüge, Schutzbrillen, Handschuhe und Desinfektionsmittel – erst recht, wenn hyperaktive Regierungen ihren Einsatz auf dem Verord­nungs­weg verpflichtend machen. Beispiel Gesichts­mas­ken: Obwohl sie aus medizinischer Sicht nutzlose Keimschleudern sind (58), zwingt der Hygienestaat sie allen Bürgern auf. Damit, wie auch über Appelle und Angstmache, schafft er enorme Nachfrage, die in Windeseile Umsätze und Prei­se treibt. Aus der Nische für spezielle Anwendungs­fälle zum neuen Alltagsprodukt befördert, verteuerten sich Schutzmasken von Januar bis Ende Mai 2020 um 509 %. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkauften Lebens­mittel- und Drogeriemärkte rund 8000 % mehr davon. (59) Größter Kunde ist der Fürsorgestaat. Um die laufende Pan­demie einzudämmen und für künftige Notfälle ge­wapp­net zu sein, ordert, verteilt und lagert er Unmengen davon. Unter anderem beglückt er über 700 Lieferanten mit Bestellungen von zwei Milliarden Atemschutzmas­ken, im Schnitt also stattliche 25 Stück für jeden Bundes­bürger, Säuglinge eingerechnet. Anfang Juni 2020 kün­dig­te das Bundesgesundheitsministerium eine „Offensive zur Bevorratung von Schutzmaterial für den Pandemie­fall“ an, eine „nationale Reserve“. Eine Milliarde Euro investiert er dazu. Eine weitere Milliarde soll bereitste­hen, um die Produktion zu fördern. (60) Kontrolltechnik: Covid-19 treibt eine digitale Revolu­tion im Gesundheitswesen voran, welche von jeder näch­sten Seuche weiter beschleunigt wird. Vielerlei Hightech-Hilfsmittel sollen helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Tr­a­cing-Apps auf Handies ermöglichen es, die Benutzer vor Infizierten in seiner Nähe zu warnen und Infektionsketten zu rekonstruieren. Allein für die „Co­ro­na-Warn-App“ fürs Smartphone überweist der Bund rund 20 Millionen Euro an den Softwarekonzern SAP und die Deutsche Tele­kom; hinzu kommen monat­lich 2,5 bis 3,5 Millionen Euro für Betriebskosten, wovon der Löwenanteil auf zwei Callcenter entfällt, die beim Installieren der App helfen und Infizierten einen Frei­schalt­code übermitteln. (61) Weitere Software wird folgen wie das Amen in der Kirche. Symptomanalyse-Apps zeigen dem Bürger an, ob er sich womöglich angesteckt hat. Datenspende-Apps übermitteln Informationen über seinen aktuellen Gesund­heits­zustand an eine Zentralstelle. Mittels Geolocation lässt sich jederzeit überwachen, wo er sich als poten­ziel­ler Superspreader oder Infektionsopfer gerade befindet – und ob er eine angeordnete Quarantäne einhält. Mittels eines „digitalen Gesundheitszertifikats“ können Bürger jederzeit und überall einen Immunitätsnachweis erbrin­gen; er gibt Auskunft über Testergebnisse, über den eige­nen Immunstatus, über vorgenommene Impfungen. (62) Schon heute kommen im öffentlichen Raum, wie auch an Eingängen aller Art, Wärmebildkameras zum Einsatz, die kontaktlos die Körpertemperatur messen. Über 3D-Sensoren wird ermittelt, ob Abstandsregeln eingehalten werden. (63) Gesichts-ID-Erkennung wird Überwachungs­alltag werden; sie wird es erleichtern, Infizierte und Verdachtsfälle überall, jederzeit ausfindig zu machen, aber auch subversive Elemente wie Quarantäneverweige­rer und polizeibekannte Verschwörungstheoretiker. Tests: Gesundheitsminister Jens Spahn plant Corona-Massentests. Dabei geht er von 52,50 Euro pro Test aus. Die gesetzlichen Krankenkassen könnte das 7,6 Milliar­den Euro kosten. (64) Hochgerechnet auf die Gesamtbevöl­ke­rung der Europäischen Union, würde Testherstellern allein in diesem Teil der Welt somit ein Geschäft von über 40 Milliarden Euro winken. Ginge es nach der Rockefeller Foun­dation, so würden in den USA bis zu 30 Millionen Men­schen pro Woche per Co­ro­na-Virentest gecheckt. Geschätzte Kosten: bis zu 100 Milliarden US-Dollar. An­schließend sollen zehn Jah­re lang alle sechs Monate erneute Screenings statt­finden. Dafür scheinen der Stif­tung 300.000 Tester und Kontakt­verfolger sowie eine Daten­plattform erforder­lich. (65) Medikamente: Trotz eher spärlicher Daten aus indu­striegesponserten Studien wurde das Malariamittel „Rem­­­de­si­­vir“ im Schnellverfahren zur Covid-19-Be­hand­lung zugelassen. Als antiviral wirksam erwies es sich bis dahin lediglich in Zellkulturen, bei Insekten (66), einem Dutzend Rhesusaffen (67) – und einem 35-jährigen Franzosen mit fortgeschrittener Lungenentzündung. Es handelte sich also eher um Glaubensbekenntnisse als fundierte wissenschaftliche Einschätzungen, als Exper­ten, welche die WHO Ende Januar 2020 befragte, Rem­desivir als aussichtsreichste Therapiemöglichkeit einstuf­ten; Interessenkonflikte blieben dabei unberücksichtigt. (68) Ob das Mittel bei Covid-19-Patienten die Erkrankung tatsächlich mehr als bloß ein unwesentliches Bisschen ver­­kürzt und abmildert, mit hinnehmbaren Nebenwirkun­gen, ist offen. Doch eine Pandemie schafft Zeitdruck, da wartet nie­mand erst Kontrollstudien ab. Dem Hersteller Gilead Sciences beschert Remdesivir fortan Blockbuster-Umsät­ze. Das Institute for Clinical and Economic Review (ICER), das routinemäßig Kosten und Nutzen von Medi­kamenten gegeneinander abwägt, veranschlagt den „fai­ren Preis“ auf 4.460 US-Dollar pro Patient. (69) Das Remdesivir der Corona-Krise hieß zu Zeiten der Schweinegrippe „Tamiflu“. Im Pandemiejahr 2009 ver­vierfachte sich der Umsatz jenes antiviralen Grippe­mittels gegenüber dem Vorjahr auf 2,7 Milliarden Fran­ken. (70) Für den dänischen Medizinprofessor Peter Gøtz­sche steht „Tamiflu“ für „den größten Diebstahl aller Zeiten, ohne dass jemand die Firma (Roche) vor Gericht gebracht hätte“. (71) Gekaufte Forscher produzierten Stu­dien­daten, die verhießen, das Mittel verringere erheblich die Ansteckungsgefahr, die Anzahl von Einlieferungen ins Krankenhaus, die Häufigkeit von Komplikationen. Nichts davon bewahrheitete sich. Trotzdem kauften Regie­rungen in aller Welt Tamiflu für mehrere Milliar­den Dollar – und blieben auf den Vorräten sitzen, man­gels Bedarf. Wie viel erstattete Roche zurück? Keinen Cent. Impfstoffe: Für Investitionen, die Pharmakonzerne normalerweise aus eigener Tasche aufbringen müssen, fließen ihr in Pandemiezeiten üppige Fördermittel zu. Für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Covid-19-Erreger, wie auch von Medikamenten und Diagnostika, haben Geldgeber bis Anfang Juni 2020 bereits 9,8 Mil­liar­den Euro locker gemacht; zwei Drittel davon bringen die EU und ihre Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Investment Bank ein. (72) Derart spendabel bedachte Unter­nehmen lachen sich über solche milden Gaben insgeheim ins Fäustchen. Die Dum­men sind am Ende wir, denn letztlich ist es unser Geld, das Großkonzernen gleich dreifach zugute kommt: über staatliche Subventionen aus Steuermitteln für Forschung und Entwicklung, über höhere Krankenkassenbeiträge, über Apothekenpreise. Was wird der Einsatz eines Corona-Impfstoffs kosten? „Oh, Milliarden – Milliarden und Milliarden und Milliar­den“, schätzt Duane Schulthess, Topmanagerin der US-Unternehmensberatung Vital Transformation. „Wir spre­chen hier ja von einem prophylaktischen Impfstoff für die gesamte Bevölkerung des Planeten". (73) Dessen 7,8 Mil­liar­den Bewohner benötigen 14 Milliarden Impfstoff­dosen, schätzt der US-Milliardär und Stiftungsvorstand Bill Gates. Sogar von einem Bedarf von 16 Milliarden, um einen zweistufigen Schutz zu gewährleisten, geht der Impfstoffforscher Florian Krammer vom Mount Sinai Hospital in New York aus. (74) Vakzinherstellern beschert derartiger Seuchenschutz eine Konjunkturspritze ohnegleichen. Der Pharmariese Johnson&Johnson verpflichtete sich – imageförderlich „frei­willig“ -, pro Covid-19-Impfstoffdosis bloß 10 US-Dollar zu verlangen, angeblich auf einer „No-Profit“-Basis. Selbst wenn die gesamte Branche an solcher Mutter-Teresa-Heuchelei festhielte, flössen ihr, Corona sei dank, schlappe 160 Milliarden US-Dollar zu, wenn Gates´ Pläne umgesetzt würden: immerhin ein Siebtel des Gesamtumsatzes, den sie bisher pro Jahr erzielt. Aber Big Pharma ist nicht die Caritas. Früher oder später wird sie zu marktüblicher Preisgestaltung übergehen. Impfstoffe sind am teuersten, wenn sie neu auf den Markt kommen. In den USA kostet die um 1920 entwickelte Tetanusimpfung weniger als 35 Dollar pro Injektion, Mercks umstrittenes HPV-Vakzin gegen Gebärmutter­hals­krebs hingegen knapp 230 Dollar. Für eine Spritze gegen Influenza fallen 12 bis 20 Dollar an. Prevnar13, Pfi­zers Impfstoff gegen eine durch Pneumokokken ver­ursachte Lungenentzündung, kostet rund 200 Dollar pro Dosis – insgesamt vier sollen erforderlich sein. (75) Selbst wenn Hersteller Covid-19-Impfungen zum vermeintli­chen Freundschaftspreis anböten, mit imageförderlichem Abschlag für die ärmsten Länder der Welt, bliebe für sie ein stattlicher Batzen übrig. So geschah es zu Zeiten des Schweinegrippe-Skandals bereits mit „Pandemrix“ des britischen Pharmagiganten. Allein in Europa ließen sich über 30 Millionen Menschen damit gegen das H1N1-Influenzavirus impfen – unge­achtet erheblicher Sicherheitsbedenken. Pro einer Million Impfdosen traten 254 schwere Nebenwirkungen auf, die der Hersteller GlaxoSmithKline, zweitgrößter Pharma­konzern der Welt, zwar früh kannte, aber verschwieg – darunter rund 1300 Fälle von Narkolepsie vor allem bei Kindern und Jugendlichen. (76) Dafür stimmte die Kasse: Allein im letzten Quartal 2009 sorgte Pandemrix für einen Umsatzsprung um 1,1 Milliarden Euro. (77) Weltweit orderten Regierungen 440 Millionen Dosen Pandemrix. Wie Analysten von JP Morgan schätzten, verhalfen sie Glaxo damit zu einem Umsatz von etwa 2,3 Milliarden Euro. (78) Aber zumindest in Regierungskreisen herrscht kollektive Amnesie, was verunglückten Seuchenschutz von einst an­be­langt. Mitte Juni 2020 schmiedete Deutschland eine „Impfallianz“ mit Frankreich, Italien und den Nieder­lan­den. Gemeinsam schlossen sie einen ersten Liefervertrag über 300 Millionen (!) Impfstoffdosen – und beglücken damit den britisch-schwedischen Pharmagiganten Astra­Zeneca und seine Aktionäre. (Dieser geht sogar von „bis zu 400 Millionen“ aus.) (79) Über den ausgehandelten Preis schweigen sich beide Seiten aus. Dabei hat sich Astra­Zenecas Covid-19-Vakzin­kandidat AZD1222, von dem insgesamt „minde­stens zwei Milliarden“ Dosen auf den Markt kommen sollen, zum Bestellzeitpunkt noch in keiner einzigen größeren klinischen Studie bewährt. (80) 300 Millionen Dosen würden für knapp 60 Prozent der gesamten EU-Bevölkerung reichen – und garantiert für je­den einzelnen Einwohner der Viererallianz, denn zu­sam­mengerechnet bevölkern sie 227 Millionen. Hatten Bun­des­gesundheitsministerium und Kanzleramt nicht versichert, die Corona-Impfung werde freiwillig bleiben? Ende Mai 2020 erklärten aber nur zwei von drei Bundesbür­gern, sie würden ein solches Angebot „sicher“ oder „wahr­scheinlich“ annehmen. (81) Diese Quote dürfte eher schrumpfen, je unmerklicher die Seuche wird, je deutli­cher Impfrisiken und Nebenwirkungen zutage treten. Deutet die Bestellmenge also auf beabsichtigte Zwangs­imp­fun­gen hin? Zumindest AstraZenecas Jahres­umsatz von zuletzt 23,6 Milliarden US-Dollar (82) bekämen sie mit Sicherheit, nebenwirkungsfrei. Die besondere Dynamik einer Pandemie sorgt für enor­men Zeitdruck, die der Pharmabranche zusätzlich in die Karten spielt: Im Notstand werden Genehmigungsverfah­ren beschleunigt, Anforderungen an Wirksamkeits- und Sicherheitsnachweise reduziert. Obendrein stellen Regierungen Hersteller von Schadens­haftung frei, geben ihnen Abnahmegarantien, schließen langfristige Lieferverträge ab. Welche zusätzlichen Deals beide Seiten vertraulich treffen, bleibt der Öffentlichkeit verborgen. Wie kommt es beispielsweise zu der ganz und gar hirnrissigen Klarstellung, die wir aus Ministerien und dem Kanzleramt zu hören bekommen: „Die Pandemie ist erst vorbei, wenn ein Impfstoff gefunden ist“? (83) Zwischen den Zeilen klingt ein Kuhhandel mit Her­stellern durch: „Ihr investiert nun reichlich Zeit und Geld in Covid-19-Vakzine – und wir sichern euch den künfti­gen Markt dafür, indem wir die Krise lange genug im Panikmodus am Laufen halten, so dass es noch genug Ängstliche zu spritzen geben wird.“ Jede Wette: Regie­rungen in aller Welt stehen insofern bei der Industrie im Wort. Warum sonst sollten wir weiterhin unbefristet Mum­menschanz betrei­ben und Abstände einhalten, selbst wenn die Pande­mie nach jedem vernünftigen klinischen Maßstab vorbei ist? Eine Seuche sorgt für Notstand. Um sie einzudämmen, greifen Regierungen, wie seit März 2020 weltweit mit­zuerleben, zu drastischen Maßnahmen, schrecken da­bei nicht einmal davor zurück, grundlegende Verfas­sungs­rechte unbefristet außer Kraft zu setzen. Selbst das Recht auf gesundheitliche Selbstbestimmung und körper­liche Unversehrtheit steht zur Disposition. Im Namen des In­fek­tionsschutzes lassen sich Tests, Impfun­gen und Kon­­trollen durchsetzen, bei Uneinsichtigen und Wider­spen­sti­gen mit Strafandrohung und roher Gewalt. Zwangs­­medizin, wie sie sonst bloß Psychiatriepatienten und Gewalt­verbrechern widerfährt, wird plötzlich zur schein­bar alternativlosen Regel für alle. Teure, mühselige Werbekampagnen erübrigen sich nun – niemals könnten sie bewirken, was die Hygienediktatur nun sicherstellt: Alle müssen in den Genuss pharmazeutischer Innovatio­nen kommen. Schlagartig ist im Idealfall für eine 100%-ige Marktsättigung gesorgt. Der Medizinindustrie eröff­nen sich somit paradiesische Zustände. Dass eine Seuche Geschäftsinteressen vortrefflich dient, steht nach alledem außer Frage. Die Mär vom Wettbewerb Aber spricht dagegen nicht der erbitterte Wettkampf, den sich Vakzinhersteller gegenwärtig liefern? Mittlerweile ringen 118 Firmen miteinander darum, wer am schnell­sten einen wirksamen, sicheren, effektivsten, in großen Men­­gen verfügbaren Corona-Impfstoff marktreif macht. (84) Am Ende wird vielleicht bloß eine Handvoll ans Ziel kommen; alle übrigen laufen Gefahr, umsonst inve­stiert, geforscht, getestet, den aufwändigen, ungewissen Zulassungsprozess durchlaufen zu haben. Den Reibach, auf den Hunderte Unternehmen spekulieren, machen am Ende nur Wenige. Wer so argumentiert, verkennt den Sekundärnutzen der Seuche. Dieser übertrifft den zeitweiligen Profit mit ein paar wenigen Medizinprodukten bei weitem. Zum einen bietet die Corona-Krise einen äußerst auf­schluss­reichen Testfall, aus dem es für alle tatsächlichen und potentiellen Seuchenprofiteure für die Zukunft eine Menge zu lernen und vorzubereiten gibt. Die Gescheh­nisse seit dem 20. Januar 2020 - dem Tag, an dem Peking die Welt von einem neuartigen, hochansteckenden Virus in Kenntnis setzte – laden dazu ein, es beim nächsten Mal noch ein bisschen besser zu machen. Das Corona-Drama entfaltete sich Schritt für Schritt global auf eine Weise, die sich größtenteils vorhersehen und steuern ließ. Gegenwärtig haben die Krisengewinnler von heute und morgen allen Grund, die Champagnerkorken knallen zu lassen: Auf die Pandemie-Alarme der WHO ist Verlass. Regierungen weltweit spuren, schränken im Nu grundle­gen­de Menschenrechte ein, stellen Infektionsschutz über alles. Dabei verlassen sie sich auf einen kleinen Exper­ten­zirkel, den Rest der Fachwelt überhören sie. Die par­lamentarische Opposition schweigt. Gerichte halten still. Massenmedien spielen mit. Die verängstigte Bevölke­rung fügt sich weitgehend widerstandslos, verschafft tota­­litärem Infektionsschutz geradezu nordkoreanische Zustimmungsquoten. Aus der Perspektive von Seuchenprofiteuren muss man­ches beim nächsten Mal allerdings noch besser ablaufen. Das Virus sollte noch ansteckender, pathogener, tödlicher und verwandlungsfreudiger sein, so dass die Angst vor ihm noch größer ist und auf Dauer anhält, der Notstand leichter zu rechtfertigen ist und unbefristet fortbesteht. Einen solchen Erreger auf Bestel­lung zu konstruieren, ist für die Biotechnologie des 21. Jahrhunderts ein Kinder­spiel. Finden genetische Manipula­tionen offiziell statt, um neue Impfstoffe zu entwickeln – wie angeblich im Viro­logischen Institut von Wuhan geschehen -, so wer­den sich ihre Auswirkungen in Studien am Menschen eingehend untersuchen lassen, ohne dass Außenstehende Verdacht schöpfen. Je nach festgestellten Effekten einer Infektion lässt sich das Virus-Genom weiter optimieren, bis schließlich ein wirklicher Killerkeim geschaffen ist. „Optimiert“ werden muss zudem noch die Vakzinversor­gung. Bis die ersten Corona-Impfstoffe nicht nur entwickelt und hergestellt, sondern auch klinisch erprobt und zugelassen sind, wird Covid-19 vermutlich so weit­gehend abgeebbt sein, dass sich ein Großteil der Bevöl­ke­rung nicht mehr spritzen lassen mag. Das vereitelt Geschäfte. Nicht von ungefähr fordert der Vakzin-Fetischist Bill Gates, mit Applaus von Regierungen welt­weit, baldmöglichst viele Impfstoff-Forschungslabors aufzubauen – nicht bloß für die aktuelle SARS-CoV-2-Pandemie, sondern als Zulieferer von Vakzinfabriken der Zukunft. Sie sollen die jeweiligen Impfstoffe gegen das nächste grassierende Virus weitaus rascher, in viel größe­ren Mengen herstellen. Hingegen werden die politischen Abläufe, die inter­nationalen Abstimmungen, die technischen Möglichkei­ten sozialer Kontrolle schon eingeübt sein – und im näch­sten Bedarfsfall quasi automatisch abrufbar. „Immuni­täts­nachweise“ sind dann bereits vorbereitet, „Contain­ment Scouts“ und Bürgerwehren in Diensten der Gesund­heitsämter ebenfalls. Die 2020 erlassenen Notstands­gesetze müssen nicht mehr erst entworfen, debattiert und verabschiedet werden – sie lassen sich beim nächsten An­­lass unverzüglich umsetzen. Das Ausschalten von Pha­rma-Kritikern, das in Coronazeiten die Meinungsfrei­heit zur Farce macht, folgt Strategien, die sich zur Zeit bestens bewähren und weiterverfolgt werden. Bei der nächsten Pandemie werden sie jede Widerrede von vornherein aussichtslos machen, öffentliche Debatten erst gar nicht mehr aufkommen lassen. Sie werden verstum­men. Wen Mainstream-Medien ignorieren, der wird in sozialen Medien wie Facebook, Twitter und YouTube künf­tig keine Rückzugsräume mehr finden, von denen aus er die breite Masse noch „verunsichern“, staatliche Autorität untergraben, die Volksgesundheit „gefährden“ könnte. Mit alledem rückt die vielbeschworene „neue Normalität“ näher: eine Welt, die nach Corona eine ande­re sein soll als davor. Für Medizinprodukte schafft sie einen paradiesischen Markt, in dem alle potentiellen Kunden alles konsumieren, weil sie müssen. Aber wer soll diese Produkte noch bezahlen, falls eine Pandemie ganze Volkswirtschaften massivst schädigt? Wenn Geld knapp wird, müssen eben Prioritäten her. Und was könnte wichtiger sein, als Gesundheit zu be­wahren und Leben zu retten? Notfalls muss halt ander­weitig ge­spart werden. Was kümmert es Big Pharma, wenn seuchen­bedrohte Staaten ihre Ausgaben für Ver­teidigung und Bildung, für Soziales und Kultur zusam­menstreichen müssen, um ihre Bevölkerungen mit Arzneimitteln und Impfstoffen, Tests und Schutzaus­rüstung zu versorgen? Zum zweiten steigt in der Krise das öffentliche Ansehen von Pharmafirmen allgemein. In Pandemiezeiten stehen sie nicht in erster Linie als profitgierige Geschäftemacher da, sondern bekommen Gelegenheit, sich als Retter und Erlöser der Menschheit aus höchster Not zu profilieren. Zum Imagegewinn tragen zwei der maßgeblichsten Grup­pen von Akteuren im Gesundheitswesen bei, das sich Big Pharma längst mafiös zurechtstrukturiert hat: die Meinungsführer der Ärzteschaft und des medizinischen Forschungsbetriebs. (85) Ihnen vertrauen Bürger, wenn sie um Leib und Leben fürchten, noch mehr als ohnehin, wie Umfragen bestätigen. „Soll die Politik bei ihren Entschei­dun­gen in Bezug auf Corona auf die Wissenschaft hö­ren?“ Ja, meinten 81 Prozent von 1009 Befragten Mitte April 2020 bei einer deutschlandweiten Repräsentativ­erhe­bung. 73 Prozent der Befragten gaben außerdem an, dass sie Wissenschaft und Forschung vertrauen - ein hal­bes Jahr zuvor hatte dieser Wert bei 46 Prozent gelegen. Wissenschaftler sind damit nach Ärzten und medizini­schem Personal die vertrauenswürdigsten Akteu­re zu Corona. 89 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Wissenschaftler wichtig sind, um die Ausbrei­tung von Corona in Deutschland zu verlangsamen. (86) Dass alle Arzneimittel Nebenwirkungen haben, erst recht im Eiltempo durchgewinkte, kommt der Pharmabranche natürlich ebenfalls zugute. Aus Medikamentengeschädig­ten werden chronisch Kranke, die fortan weiterer Phar­ma­produkte bedürfen – langfristig, oft bis ans Lebens­ende. Vergleichsstudien belegen übereinstimmend: Un­ge­impfte sind im allgemeinen gesünder als ungeimpfte. Wen kümmert das noch, angesichts einer apokalypti­schen Bedrohung? Unter diesen Umständen könnte bereits die nächste Pan­de­mie die Welt in eine Hygienediktatur verwandeln, aus der es kein Entrinnen mehr geben wird. Eine Vorahnung hat uns 2020 bereits vermittelt. Die Frage ist nicht mehr, ob es jemals dazu kommen wird – sondern bloß noch, wie viel Zeit uns bis dahin bleibt. Wer verhindern will, dass ein solches Szenario eintritt, muss sich politisch engagieren, Widerstand leisten, eine Protestbewegung mitorganisieren. Jetzt, sofort, ohne Ausreden. Projekt „Great Reset“ Mit einer Reproduktionsrate, die irgendwo zwischen 10 und 100 liegen dürfte, wütet das Panikvirus seit Februar 2020 weltweit. Von ihm infiziert, tolerieren und fördern Regierungen eine beängstigende Entwicklung, die ihrem Notstandsregime vortrefflich in die Karten spielt: die schlei­­chende Abschaffung von Presse- und Meinungs­frei­­heit. Wer alles halb so schlimm findet, die verordne­ten Ein­schränkungen als unverhältnismäßig, verfassungs­widrig, nutzlos, kontraproduktiv erachtet, der kommt in Corona­zeiten kaum noch zu Wort. Selbst wenn er ein Arzt, ein Forscher, ein Lehrstuhlinhaber ist, der seinen Stand­punkt vorbildlich mit Quellen belegt, steht er als verantwor­tungs­loser Quertreiber da, als Störenfried der öffentlichen Ordnung, als Gefährder der Volksgesundheit in einer epidemischen Notlage. Klassische Medien im Print-, Rundfunk- und Fernsehbereich übergehen ihn; in sozialen Medien fällt er bei zwielichtigen „Fakten­checks“ durch, bei denen so gut wie nie Systemkritisches herauskommt. Tatsachenwächter sorgen dafür, dass Zwei­­fel an Regierungen und Behörden, an deren bevor­zug­ten Experten, an der WHO, an der Industrie als un­begründet und dumm gelten, als widerlegte Fake News, als alberne Verschwörungstheorie. Schwer zu sagen, welcher Aspekt dieser Entwicklung der entsetzlichere ist. Dass sie einer freiheitlich-demokrati­schen Rechtsordnung krass zuwiderläuft? Oder dass sich ihr kaum jemand entgegenstellt? Parlamente, Justiz und Vierte Gewalt nehmen sie hin. Wo es vermeintlich um Leben und Tod geht, darf man halt nicht zimperlich sein. Diese Entwicklung hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Bevölkerung in vermeintlich lebensbedrohlicher Gefahr die unverhältnismäßige Einschränkung ihrer Freiheitsrechte nicht nur weitgehend widerspruchslos hin­nimmt, sondern mit großer Mehrheit freudig und dankbar begrüßt. Gegenstimmen bekommt sie kaum mit. Die Zensurmechanismen, die dafür sorgen, werden fort­bestehen, nachdem die Pandemie offiziell für beendet wird. Und sie werden nicht auf das Seuchenthema beschränkt bleiben – das taten sie schon vorher nicht. Seit Jahren erstickt Meinungskontrolle immer dreister öffentliche Debatten, kaum dass sie eingesetzt haben, und sorgt dafür, dass sie erst gar nicht aufkommen. Orwell hätte darin weit fortgeschrittene Vorbereitungen für jenes Wahrheitsministerium erkannt, das „1984“ Jagd auf abweichende Meinungen macht. Wessen Geschäftsinteressen dient das? Es nutzt jedem, der an Produkten und Dienstleistungen verdienen will, bei denen er mit erheblichem Widerstand in der Bevölke­rung rechnen muss. Das gilt für alle sogenannten Zu­kunfts­technologien, die der Menschheit ein grandioses neues Zeitalter bescheren sollen: von Künstlicher Intelli­genz und Robotik über Nanotechnik und 5G, Krypto­währung und Virtual Reality, Gene Editing und Brain Scanning bis hin zu neuen Impfstoffen, zur „transhuma­nen“ Optimierung des menschlichen Körpers, zu Mensch-Maschine-Synthesen aller Art, zur Abschaffung des Alterns. Jeder einzelne dieser Trends, erst recht alle zusammen haben das Potenzial, die Menschheit noch im Laufe dieses Jahrhunderts in eine neue Welt katapultie­ren. Der Wandel, den sie herbeiführen sollen – die vielbeschworene Vierte Industrielle Revolution -, wäre mindestens so umfassend und tiefgreifend wie jene historischen Umbrüche, welche die Dampfmaschine, die Massenfertigung am Fließband, die Elektrifizierung, Elektronik, IT und Internet mit sich brachten. Nicht nur unsere Arbeitswelt würde sich radikal verändern, sondern auch unsere Freizeitgestaltung, unsere Beziehungen, unsere geistigen Fähigkeiten, unsere Werte und Lebens­ziele, unser Selbstbild. Diese Revolution könnte in atemberaubendem Tempo stattfinden – falls die Menschen mitmachen, denen sie blüht. Aber wollen sie diese Veränderungen überhaupt? Kapieren sie den Nutzen? Wie ernst nehmen sie Risiken und Nebenwirkungen? Empfinden sie ihr Dasein zu Be­ginn des dritten Jahrtausends als so defizitär, dass sie dringend ein neues benötigen und sehnsüchtig erwarten? Lassen sie sich bereitwillig „mitnehmen“, voller Vor­freude, Aufbruchstimmung und Abenteuerlust? Wie arg diese Sorge unsere Eliten umtreibt, verdeutli­chen seit längerem die Themenschwerpunkte des World Economic Forum (WEF), des „Weltwirtschaftsgipfels“ im mondänen Schweizer Luftkurort Davos. Dort treffen sich seit 1971 alljährlich Staatenlenker, Wirtschafts­füh­rer, Wissenschaftler und Medienvertreter. Die Mission des Forums lautet, „den Zustand der Welt zu verbes­sern“. (87) Zu seinen „Mitgliedern und Partnern“ zählt das WEF die UNO und die Weltgesundheitsorganisation, (88) „tausend weltweit führende Unternehmen“, „Innovato­ren“ aus den „vielversprechendsten Start-Ups“, die „Cham­pions der nächsten Generation, die danach stre­ben, bei der Transformation von Industrie und Geschäfts­modellen an der Spitze zu stehen“. (89) Ein „Think Tank“ des Europäischen Parlaments betrachtet das WEF als Instrument für politische und wirtschaftliche Führungs­kräfte, "Entscheidungen ohne Rechenschaft gegenüber Wählern oder Aktionären treffen zu können". (90) Nicht von ungefähr steht die Davoser Veranstaltung 2021 unter dem kühnen Motto „The Reset“: Es geht um nichts Geringeres als einen „Neustart“ unserer Welt, ums Aufspielen eines anderen, besseren Betriebssystems. Besagten Knopf zu drücken, ist seit langem das Haupt­anliegen des hochgeachteten WEF-Machers, des deut­schen Ökonomen Klaus Schwab. (91) Der mit zahlreichen Orden, Preisen und Ehrendoktorhüten dekorierte Vor­denker gehört den Verwaltungs- und Aufsichtsräten vieler internationaler Unternehmen an. „Was ist die Vier­te Industrielle Revolution?“, fragt der Opinion Leader aus Ravensburg in einem knapp 12-minütigen Imagefilm, der auf YouTube inzwischen schon rund 900.000-mal abgerufen wurde (92) - und antwortet sich gleich selber: „Eines ihrer wesentlichen Merkmale (…) besteht nicht darin, dass sie unsere Tätigkeiten verändern. Diesmal sind wir es, die verändert werden.“ Ein wenig konkreter wird Schwab in einem programma­tischen Buch mit demselben Titel. (93) Darin „spürt“ er „erstens, dass das erforderliche Niveau der Führerschaft und des Verständnisses von den Veränderungen, die an­stehen, unter allen Akteuren sehr gering ist im Ver­hältnis zu der Notwendigkeit, unsere wirtschaftlichen, sozialen und politischen Systeme neu zu überdenken, um auf die vierte industrielle Revolution zu reagieren. Daraus ergibt sich sowohl auf der nationalen wie auch auf der globalen Ebene, dass der geeignete institutionelle Rahmen, um die Verbreitung der Innovationen zu bewerkstelligen und die Verwerfungen abzumildern, im besten Falle ungeeignet und im schlimmsten Fall überhaupt nicht vorhanden ist.“ Zweitens vermisst Schwab ein „Narrativ“, um der Mensch­­heit die schöne neue Technowelt so begehrens­wert wie möglich erscheinen zu lassen. Wenn man die Be­völkerung nicht „mitnehme“, so warnt er, komme es zu einer „Abwehrreaktion gegen die fundamentalen Veränderungen, die bereits unterwegs sind“. Damit dürfte Schwab die Einschätzungen und Bestrebun­gen eines Großteils seiner illustren Gästeschar treffen. Deshalb kann es nicht schaden, sich jedes einzelne Wort seines programmatischen Bekenntnisses auf der Zunge zergehen zu lassen, um von dem heißen Brei zu probie­ren, um den er verschwurbelt herumredet. „Industrie 4.0“ ist für ihn nicht Teil einer Zukunft, die stets offen ist – eine Möglichkeit, die in der Gegenwart gestaltet, notfalls umgestaltet werden kann. Irgendwie ist sie schon da, „unterwegs“ zu uns mit metaphysischer Notwendigkeit. Überdeutlich zeichnet sie sich am Horizont ab. Es gibt kein Entrinnen vor ihr. Nun wartet sie nur noch darauf, dass wir alle sie euphorisch willkommen heißen, um ihre unausweichliche Realität widerstandslos zu der unsrigen zu machen. Was auch immer unsereins noch zögern lässt, muss nicht berücksichtigt, sondern beiseite gewischt werden, zügig und kompromisslos. Was Schwab hierfür andeutungsweise fordert, ist eine deutlich straffere, autoritäre Staatsführung; um sie von lästigen Fesseln zu befreien, gilt es politische Systeme zu „überdenken“ – was wohl kaum darauf hinausläuft, be­ste­hen­de Demokratien zu stärken, die Exekutive zu zü­geln, für weniger soziale Kontrolle zu sorgen. Sicherzu­stellen, dass die vorgesehenen Innovationen sich auch tatsächlich durchsetzen, hat absolute Priorität. Wie die Bevölkerung zu ihnen steht, ist wurscht. Was die breite Masse vielmehr benötigt, sind hübsche Fortschritts­stories, für die sie sich erwärmen kann: Neuroimaging will direkt in unsere Hirne schauen – aber muss man das so plump sagen? „Heilung von Alzheimer und anderen Leiden“ klingt viel besser. Die Vorstellung einer „neuronalen Steuerung“ ängstigt – doch wer fände es nicht toll, wenn sich Querschnitt­gelähmte glücksstrahlend aus ihren Rollstühlen erheben? Vollautomatisierte Produktion, selbstfahrende Autos, KI in immer mehr Dienstleistungsberufen vernichten Aber­millionen Arbeitsplätze – aber wäre jede Menge Freizeit ohne Zeitdruck und lästige Pflichten, versüßt mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, nicht doch eine feine Sache? Ein Job kann uns erfüllen, Sinn stiften, dem Alltag Struk­tur geben, soziale Beziehungen vermitteln. Doch wer ihn Menschen wegnehmen will, weil Maschinen ihn schnel­ler, besser und billiger erledigen, muss sich ein anderes, erbauliches Narrativ einfallen lassen: Arbeit stresst, erschöpft oder langweilt, sie kann gefährlich sein, in Ab­hängigkeitsverhältnisse führen, von Schönerem abhalten. Wer will schon gentechnisch manipulierten Nachwuchs? Doch wie viel gäben Eltern für die Garantie, dass ihr Kind nicht mit irgendeiner von abertausend schreck­lichen Erbkrankheiten zur Welt kommt? Auf Heerscharen von 150-Jährigen um dich herum ver­zichtest du gerne. Aber würdest nicht auch du gerne selber frei entscheiden, wann du lange genug gelebt hast, und bis dahin topfit und kerngesund bleiben? Cyborgs findest du gruselig – aber würdest du keinesfalls einer werden wollen, falls du mit künstlichen Bauteilen endlich wieder sehen, sprechen und Gliedmaßen bewe­gen, um ein Vielfaches besser denken und erinnern könn­test? Aus der Perspektive eines Schwabianers sind „Abwehr­reak­tio­nen“ gegenüber solch grandiosen Verheißungen ebenso irrational wie zwecklos, sie müssen uns ausge­trieben werden. Zukunftsfeindliche bedürfen bloß der richtigen emotionalen Bilder und materiellen Anreize. In einer offenen Gesellschaft kommen Bedenkenträger zu Wort, welchen es womöglich gelingt, mit überzeugenden Argumenten die breite Masse gegen das versprochene Technoparadies aufzuwiegeln. Für ganze Industrien, für ihre Zulieferer im Forschungsbetrieb, für Investoren, für euphorische, grenzenlos visionäre Jungunternehmer wäre es ein Super-GAU, wenn sich Skeptiker allzu viel Gehör verschaffen. Um solche Geschäftssabotage zuverlässig zu verhindern, bedarf es intensivster Massenpropaganda und allgegen­wär­ti­ger Zensur. Jedem, der sehen will, führt die Corona-Krise vor Augen, dass alle nötigen Werkzeuge hierfür längst vorhanden sind und vorzüglich funktionie­ren. Ihre Perfektionierung wird weitergehen. Den „Re­set“-Button zu drücken, soll niemand mehr verhindern können. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 11. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 16 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 „Past pandemics that ravaged Europe“, BBC News, November 2005, http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/4381924.stm 2 https://www.nap.edu/read/11567/chapter/7 3 https://1daysooner.org, abgerufen am 12.6.2020 4 Nach Focus 22/2020, S. 59. 5 Cello J, Paul AV, Wimmer E: "Chemical synthesis of poliovirus cDNA: generation of infectious virus in the absence of natural template", Science 297 (5583) 2002, S. 1016–1018, https://science.sciencemag.org/content/297/5583/1016. 6 Ausgabe 5/2006. 7 Zit. nach https://www.heise.de/tr/artikel/Biowaffen-I-Toedliches-Wissen-279301.html 8 Paul Keim u.a.: “Molecular Investigation of the Aum Shinrikyo Anthrax Release in Kameido, Japan“, Journal of Clinical Microbiology 39/2001, S. 4566-4567; Hiroshi Takahashi u.a.: “Bacillus anthracis Incident, Kameido, Tokyo, 1993”, Emerging Infectious Diseases 10/2004, S. 117-120; Masaaki Sugishima: “Aum Shinrikyo and the Aleph“, in Richard F. Pilch/Raymond A. Zilinskas (Hrsg.): Encyclopedia of Bioterrorism Defense, Hoboken, NJ 2005), S. 45-49. 9 René Pita: “Assessing al-Qaeda’s Chemical Threat“, Athena Intelligence Journal 2/2007, S. 34-45; Sammy Salama/Edith Bursac: “Jihadist Capabilities and the Diffusion of Knowledge“, in Gary Ackerman/Jeremy Tamsett (Hrsg.): Jihadists and Weapons of Mass Destruction, Boca Raton, FL 2009, S. 101-128. 10 Alan Cullison/Andrew Higgins: “Files Found: A Computer in Kabul Yields a Chilling Array of al Qaeda Memos“, Wall Street Journal, 31.12.2001; Alan Cullison: “Inside al-Qaeda’s Hard Drive,” Atlantic Monthly, September 2004. 11 Zitiert in Cullison: “Inside al-Qaeda’s Hard Drive”, a.a.O. 12 Milton Leitenberg: Assessing the Biological Weapons and Bioterrorism Threat, Stockholm 2004, S. 36-37; René Pita/Rohan Gunaratna: Revisiting Al-Qa`idas´s Anthrax Program“, Combating Terrorism Center 2 (5) 2009, https://ctc.usma.edu/revisiting-al-qaidas-anthrax-program/, https://ctc.usma.edu/wp-content/uploads/2010/06/Vol2Iss5-Art4.pdf 13 Nach Leitenberg, a.a.O., S. 28-31; James B. Petro/David A. Relman: “Understanding Threats to Scientific Openness,” Science 302 (5652) 2003), S. 1, 899. 14 Siehe Milton Leitenberg: The Problem of Biological Weapons, Stockholm 2004, S. 133-135; Leitenberg, Assessing the Biological Weapons and Bioterrorism Threat, a.a.O., S. 28-31. 15 Ibid. 16 Kurt Langbein u.a.: Bioterror. Die gefährlichsten Waffen der Welt. Wer sie besitzt, was sie bewirken, wie man sich schützen kann. Stuttgart/München 2002. 17 Nach Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt/Main 2005, S. 54. 18 https://www.welt.de/print-welt/article513516/Pocken-Pest-und-Ebola-als-perfide-Biowaffen.html 19 Wissenschaftsmagazin „fundiert“ der FU Berlin: Mögliche Gefahren durch Bioterrorismus, https://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/fundiert/archiv/2005_01/05-01_ulrichs/index.html 20 https://www.welt.de/print-welt/article513516/Pocken-Pest-und-Ebola-als-perfide-Biowaffen.html 21 https://www.cdu.de/corona/AHA; https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/reden/corona-krise-bt-250320.html 22 https://www.tagesschau.de/inland/steinmeier-ansprache-corona-101.html 23 https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/mediathek/videos/ansprache-der-kanzlerin-1732108 24 Giorgio Agamben: „Biosicurezza e politica“, Quodlibet, 11.5.2020, https://www.quodlibet.it/giorgio-agamben-biosicurezza. 25 Patrick Zylberman: Tempêtes microbiennes: Essai sur la politique de sécurité sanitaire dans le monde transatlantique (NRF Essais), Gallimard 2013. 26 https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/duestere-prognosen-moegliche-weltwirtschaftskrise-voraus-hat-das-coronavirus-folgen-wie-ein-krieg-8702125 27 https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/geschichte/id_87668776/experte-tooze-ueber-corona-krise-wir-reden-ueber-stoerungen-epischen-ausmasses-.html 28 https://www.tagesspiegel.de/politik/corona-loest-historische-krise-am-us-arbeitsmarkt-aus-fast-10-millionen-amerikaner-beantragen-binnen-zwei-wochen-arbeitslosenhilfe/25677474.html; https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/fatale-geldpolitik-der-notenbanken-der-crash-naht-wir-stehen-vor-dem-groessten-vermoegenstransfer-aller-zeiten_id_12105255.html 29 Christian Kreiß: „Wer profitiert vom Lockdown?“, Rede vom 13.6.2020 auf einer Corona-Demo in Ulm, https://kenfm.de/wer-profitiert-vom-lockdown-rede-von-prof-dr-christian-kreiss-auf-der-corona-demo-vom-13-6-2020-in-ulm/ 30 Christoph Hein: „Zehntausende indische Wanderarbeiter gestrandet“, faz.net. 29.3.2020, https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/corona-zehntausende-indische-tageloehner-wissen-nicht-wohin-16701769.html; Normen Odenthal: „Folgen der Corona-Pandemie – Der Exodus der indischen Wanderarbeiter“, zdf.de. 25.5. 2020, https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-indien-lockdown-armut-wanderarbeiter-100.html. 31 Frank Tang: „Coronavirus: China’s ‘rice bowls’ cracking as big home appliance maker speeds up job cuts“ South China Morning Post, 13.4. 2020, https://www.scmp.com/economy/china-economy/article/3079641/coronavirus-chinas-rice-bowls-cracking-big-home-appliance 32 WTO-Prognose aus der ersten Aprilwoche 2020, https://www.welt.de/vermischtes/live206935325/Corona-aktuell-WHO-kontert-Trump-mit-dramatischer-Warnung.html 33 Die OECD-Schätzung stammt vom 10. Juni 2020, die Prognose der Weltbank vom 8. Juni. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1108351/umfrage/aktuelle-prognosen-zur-entwicklung-des-bip-weltweit/#professional 34 https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/duestere-prognosen-moegliche-weltwirtschaftskrise-voraus-hat-das-coronavirus-folgen-wie-ein-krieg-8702125; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/coronavirus-kosten-ifo-101.html 35 https://www.heise.de/tp/features/Die-Corona-Angst-und-die-kommende-Wirtschaftsdepression-4693816.html 36 Robert F. Bruner/Sean D. Carr: The Panic of 1907. Lesson’s Learned from the Market’s Perfect Storm, Hoboken/New Jersey 2007, S. 2 und 141 f. 37 Conrad Max von Unruh: Zur Physiologie der Sozialwirtschaft, Leipzig 1918, S.228 ff. 38 https://de.wikipedia.org/wiki/J._P._Morgan 39 Howard Zinn: A People’s History of the United States, New York 2005, S. 255–257, https://de.wikipedia.org/wiki/A_People%E2%80%99s_History_of_the_United_States 40 Unruh, a.a.O., S. 228. 41 Fritz Schwarz: Morgan - der ungekrönte König der Welt, 1924, 5. Aufl. 1933, S.16; Hermann Kinder/Werner Hilgemann: dtv-Atlas zur Weltgeschichte, Band II, 14. Auf. 1979, München, S.217. 42 Kreiß, a.a.O. 43 https://de.wikipedia.org/wiki/Credit_Default_Swap#Geschichte_und_Markt 44 Zit. nach Kreiß, a.a.O 45 https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Event_201; https://www.youtube.com/watch?v=AoLw-Q8X174 46 https://www.wsj.com/articles/investors-channel-over-150-billion-into-coronavirus-bonds-11591178004?mod=markets_lead_pos3; https://tweetypin.com/investors-have-plowed-151-billion-into-coronavirus-bonds-in-a-rush-to-stem-pandemic-damage/ 47 https://www.wsj.com/articles/investors-channel-over-150-billion-into-coronavirus-bonds-11591178004?mod=markets_lead_pos3; https://tweetypin.com/investors-have-plowed-151-billion-into-coronavirus-bonds-in-a-rush-to-stem-pandemic-damage/ 48 https://boerse.ard.de/anlagestrategie/branchen/pharma-biotech-saisonal-gute-aussichten100.html 49 https://www.focus.de/finanzen/boerse/testen-impfung-und-medikamente-diese-pharma-aktien-schiessen-in-der-corona-krise-hoch_id_11839016.html 50 https://boerse.ard.de/anlagestrategie/branchen/pharma-biotech-saisonal-gute-aussichten100.html 51 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2019/03/28/world-economic-outlook-april-2019#Chapter%202 52 https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/fatale-geldpolitik-der-notenbanken-der-crash-naht-wir-stehen-vor-dem-groessten-vermoegenstransfer-aller-zeiten_id_12105255.html 53 Nach Tooze, a.a.O. 54 https://www.timepatternanalysis.de/Blog/author/singer/ 55 http://friedrich-weik.de/ 56 https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/fatale-geldpolitik-der-notenbanken-der-crash-naht-wir-stehen-vor-dem-groessten-vermoegenstransfer-aller-zeiten_id_12105255.html 57 https://www.facebook.com/AntiVirusMovie/ 58 „Masks Don't Work: A review of science relevant to COVID-19 social policy“, DOI: 10.13140/RG.2.2.14320.40967/1, https://covidinfos.net/wp-content/uploads/2020/05/MasksDon-twork-4.pdf 59 Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen, https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/umsatz-boom-bei-schutzmasken-grosse-nachfrage-treibt-preise-1029305491. 60 https://twitter.com/BMG_Bund/status/1268542208673820676; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88005836/corona-pandemie-jetzt-will-bund-schutzmaterial-bevorraten.html; https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-06/mundschutz-atemschutzmasken-lieferproblem-zahlungsverzug-coronavirus) https://www.t-online.de/digital/id_88039406/corona-warn-app-kostet-den-bund-etwa-20-millionen-euro.html 61 https://www.watson.de/digital/gesundheit/735652817-corona-app-der-digitale-kampf-gegen-die-pandemie-ein-ueberblick 62 https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87937366/corona-krise-krankenkassen-massentests-koennten-7-6-milliarden-euro-kosten.html 63 Beides erlebten die wenigen Besucher des Dortmunder Westfalenstadions am 27. Juni beim letzten Saisonspiel des BVB gegen Hoffenheim – dem ersten nach der Krise, bei dem wieder ein wenig Publikum zugelassen war. https://www1.wdr.de/sport/fussball/erste-bundesliga/bvb-testet-warmebildkameras-beim-stadioneinlass-100.html 64 https://www.cnbc.com/2020/04/21/coronavirus-tests-rockefeller-plan-would-screen-millions-for-covid-19.html; https://www.rockefellerfoundation.org/national-covid-19-testing-action-plan/. Rockefellers „National Covid-19 Testing Action Plan“ steht hier zum Download bereit: https://www.rockefellerfoundation.org/wp-content/uploads/2020/04/TheRockefellerFoundation_WhitePaper_Covid19_4_22_2020.pdf 65 https://www.jbc.org/content/early/2020/04/15/jbc.RA120.013679 66 Brandi N. Williamson u.a.: „Clinical benefit of remdesivir in rhesus macaques infected with SARS-CoV-2“, biorxiv.org. 15.4. 2020, bioRxiv: 10.1101/2020.04.15.043166v1 67 Weltgesundheitsorganisation: „WHO R&D Blueprint. Informal consultation on prioritization of candidate therapeutic agents for use in novel coronavirus 2019 infection“ (PDF), 27.1. 2020, S. 9, https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/330680/WHO-HEO-RDBlueprint(nCoV)-2020.1-eng.pdf 68 https://www.fiercepharma.com/marketing/gilead-s-covid-19-therapy-remdesivir-worth-4-460-per-course-says-pricing-watchdog?mkt_tok=eyJpIjoiWm1Vd1pHVTJZV05sT0dSbCIsInQiOiI2V3BRcE93eWczMDY1UVh6RU9RYnk0QXFOYndsTDNcL01URFRcL3NEc283NEVFdk1PbHRlUkltTEh6a3NrSFUrXC9EQUZ3UUE1eW91a09xdkxKQytLbjUxbTNXRjR3YTQ1aDRlYXZmV2ZuTDgzb0pESHZQd1dkNGQ4WFYwWFNuXC9rYzZqa0dZcjNRNk9TdDZcL3FUeVNDY1VTdz09In0%3D&mrkid=97685990 69 https://www.sueddeutsche.de/wissen/schweinegrippe-ein-impfstoff-fuer-millionen-1.152122 70 Peter Gøtzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität, 2. Aufl. München 2015, S. 63 f. 71 https://global-response.europa.eu/pledge_en; https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_87819064/geberkonferenz-staaten-sammeln-milliarden-fuer-corona-impfstoff-ein.html. 72 Zit. nach https://www.politico.eu/article/whos-going-to-pay-the-bill-to-create-a-vaccine/. 73 Nach Focus 22/2020, S. 54. 74 Nach Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC, zit. nach https://www.businessinsider.com/how-much-will-coronavirus-vaccine-cost-2020-5?r=DE&IR=T 75 Peter Doshi: „Pandemrix vaccine: why was the public not told of early warning signs?“, British Medical Journal 362/2018, www.bmj.com/content/362/bmj.k3948 76 https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/pandemrix-sorgt-fuer-umsatzsprung/ 77 Nach https://www.zeit.de/wirtschaft/2009-10/schweinegrippe-impfung-glaxo 78 https://www.federalregister.gov/documents/2020/03/17/2020-05484/declaration-under-the-public-readiness-and-emergency-preparedness-act-for-medical-countermeasures 79 https://www.welt.de/politik/deutschland/article209514791/Corona-Deutschland-und-andere-sichern-300-Millionen-Impfdosen-fuer-EU.html; https://www.spiegel.de/wirtschaft/300-millionen-corona-impfdosen-fuer-die-eu-gesichert-a-079aa37b-b37e-43a3-9b3a-eaef67e83b4e 80 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77240/umfrage/umsatz-von-astrazeneca-nach-regionen-weltweit-seit-2006/; https://www.fiercepharma.com/manufacturing/astrazeneca-unveils-massive-750m-deal-effort-to-produce-billions-covid-19-shots 81 https://www.rnd.de/gesundheit/corona-impfung-bereitschaft-in-deutschland-so-gering-wie-fast-nirgends-P7RV7E3ZQ4YNAJUHVM4G35B6HM.html 82 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77240/umfrage/umsatz-von-astrazeneca-nach-regionen-weltweit-seit-2006/ 83 https://cvd.bundesregierung.de/cvd-de/pressekonferenzen-briefings/pressestatement-von-bundeskanzlerin-merkel-im-rahmen-der-who-spenden-videokonferenz-1746960; https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Konjunkturpaket/2020-06-03-eckpunktepapier.pdf?__blob=publicationFile&v=9, s. Punkt 53; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_87731520/corona-krise-jens-spahn-abstandsgebote-waehren-noch-monate.html 84 Stand: Ende Mai 2020, gemäß einer laufend aktualisierten WHO-Liste aller Impfstoffprojekte, s. https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines 85 Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen – Wie wir es durchschauen, überleben und verwandeln, Schönbrunn 2019, https://suprcomstiftung-auswege-shop.mysupr.de/produkt/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe/ 86 Nach dem „Wissenschaftsbarometer ‚Corona Spezial‘“ der Initiative Wissenschaft im Dialog, https://www.wissenschaft-im-dialog.de/; https://www.mdr.de/wissen/politik-vertauen-in-die-wissenschaft-corona-100.html; https://www.sueddeutsche.de/wissen/ pandemie-grosses-vertrauen-in-corona-forschung-1.4891282 Zu ähnlichen Ergebnissen kam Mitte März die PR-Agentur Edelman in ihrem „Trust Barometer“, https://www.horizont.net/medien/ nachrichten/edelman-trust-barometer-diesen-experten-vertrauen-die-deutschen-in-der-corona-krise-181902 87 https://www.weforum.org/about/world-economic-forum 88 https://www.weforum.org/press/2019/06/world-economic-forum-and-un-sign-strategic-partnership-framework 89 https://www.deepl.com/translator 90 „The World Economic Forum: Influential and controversial – Think Tank“, https://www.europarl.europa.eu/thinktank/en/document.html?reference=EPRS_BRI(2016)573928 91 Hermann Ploppa: „Der große Reset“, 20.6.2020, https://www.rubikon.news/artikel/der-grosse-reset 92 https://www.youtube.com/watch?v=kpW9JcWxKq0 93 Klaus Schwab: Die Vierte Industrielle Revolution, München 2016.

  • Die Uhr tickt.

    Die Corona-Krise bestätigt den Vorwurf: Gain-of-Function-Forschung, die ohnehin gefährliche Erreger noch virulenter macht, ist ein irrwitziges Sicherheitsrisiko. Sie bedroht die gesamte Menschheit. Muss also nicht endlich Schluss sein mit dieser Perversion von Wissenschaft? Andernfalls ist die nächste Pandemie bloß eine Frage der Zeit. Sie könnte die gegenwärtige bei weitem in den Schatten stellen - und der gesamten Erde auf Dauer den Alptraum einer biofaschistischen Diktatur bescheren, die unsere Grundrechte der Volksgesundheit opfert. Die Menschheit sitzt auf zwei Pulverfässern. Auf dem einen steht „Atomenergie“. Ein Drei­vier­teljahrhundert nach Hiro­shima, 34 Jahre nach Tschernobyl ist es noch immer nicht entschärft. Das andere Pulverfass trägt die Aufschrift „Biotech“. In ihm tummeln sich hunderterlei Bakterien, Viren und sonstige Erreger, die unsere Spezies rascher und weitgehender dezimieren könnten als jede Atombombe, jedes explo­dier­te Kernkraftwerk. Selten entwickeln sich echte Killerkeime von Natur aus, wie das Marburg-Fieber, die Pest oder Ebola; häufiger werden sie biotechnisch „scharfgemacht“, damit sie noch anstecken­der werden, noch ärger krank machen, noch tödlicher sind. Nicht auszudenken, was sie anrichten könnten, falls sie einem Labor entweichen. Die Corona-Pandemie, vermutlich ausgelöst durch ein im Wuhan-Institut für Virologie manipuliertes und verse­hent­lich freigesetztes Virus, hat 2020 weltweit für Millio­nen Infizierte gesorgt und zum Tod Hunderttausender beigetragen. Das ist schlimm – aber womöglich bloß ein eher harmloser Vorgeschmack darauf, was unserem Pla­neten blühen kann, wenn der nächste, noch perfekter design­te Krankheitserreger aus der Retorte ins Freie gerät, sei es durch einen Unfall, eine militärische Aktion, einen Terrorangriff oder aus Geschäftskalkül. „Die nächste Pandemie wird kommen“, prophezeite WHO-Direktor Tedros Ghebreyesus schon Mitte März 2019. „Das ist keine Frage des Ob, sondern bloß des Wann.“ (1) Also hätten Regierungen längst alles Nötige tun sollen, um das Wuhan-Desaster zu verhindern; nun müssen sie dafür sorgen, dass es sich niemals wiederholen kann. Dazu müssen wir sie drängen. Sonst geschieht weiterhin: nichts - abgesehen von einem Verbot von Wildtier­märk­ten. Allenfalls werden irgendwann, öffentlichkeits­wirksam inszeniert, Sicherheitsvorkehrungen für Labore verschärft, um die Illusion vollständiger Kontrolle aufrechtzuerhalten. Damit Bevölkerungen weltweit beharrlich Druck auf politische Entscheidungsträger ausüben, muss ihnen klar werden: Die schreckliche Panne von Wuhan ist keines­wegs ein einmaliger Sonderfall. Sie reiht sich nahtlos ein in eine haarsträubende Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen, die so alt ist wie das Projekt, Mikroben bio­technologisch zu „optimieren“, zu welchen Zwecken auch immer. Von Melbourne bis Minsk, von Boston bis Taipeh werkeln in diesem Moment Zehntausende von grenzenlos neugierigen, unheimlich besinnungslosen For­schern an Keimen, deren Aggressivität SARS-CoV-2 weit in den Schatten stellt. Deshalb könnte die Welt soeben haarscharf an einer echten Katastrophe vorbei­geschrammt sein, einer wirklichen Pandemie mit Millio­nen Toten. Eine klare Bevölkerungsmehrheit sieht das anders – noch. Mit der Frage, ob der Covid-19-Erreger aus dem Labor stammt, hält sie genauso wie mit der häuslichen Quarantäne, mit der Maskenpflicht, mit der Besuchs­sperre im Altenheim, mit Versammlungs- und Reise­verbot: Was die Regierung, ihr Expertenzirkel und die Leitmedien verlauten lassen, wird schon seine Richtigkeit haben. Umfragen unter Bundesdeutschen ergäben ver­mut­­lich ähnliche Werte in den USA: Dort geht nicht einmal jeder Vierte davon aus, dass SARS-CoV-2 „absichtlich entwickelt wurde“ (23%); hingegen glauben 43% an seinen „natürlichen Ursprung“. (2) Solche Quoten deuten auf gewaltige Wissenslücken hin. Und jeder geistige Hohlraum lässt vortrefflich mit Propa­ganda fül­len. Mit Leichtigkeit verwandelt sich eine begründete Vermutung dann in bloße Panikmache von paranoiden Verschwörungstheoretikern. Kaum jeman­dem ist bewusst, wie häufig Missgeschicke, Lecks und Unfälle in biologischen Forschungslaboren vorkommen – rund um den Globus, nicht nur in Wuhan. Und kaum jemand ahnt, wie monströs die damit verbundenen Ge­fah­ren sind. Wären sie allgemein bekannt, so würde der­ar­ti­ger Wissenschaft ein Verbot drohen, ihre Einrichtun­gen würden geschlossen. Diese Aussicht macht ver­ständlich, warum die BioTech-Meinungsführer von An­fang an, anstatt nötige Untersuchungen abzuwarten, kategorisch abstritten, der Covid-19-Erreger könne aus dem Labor stammen. Sie fürchten um ihr Ansehen, um Zuschüsse, um Arbeitsplätze, um ihre weitere Karriere, um ihre Lieblingsspielwiese, um ein Milliardenbusiness. Weltweit befassen sich mehrere hundert Institute mit einigen der gefährlichsten Keime, die je auf unserem Planeten auftraten: von Ebola über das Krim-Kongo-Virus, das West-Nil- und das Dengue-Fieber bis hin zu HIV, zu Pest, Pocken und Milzbrand, zum Marburg-, Lassa- und Hantavirus. WHO und Robert-Koch-Institut listen sie in Steckbriefen auf, die von der Sterberate (Letalität) ausgehen, also davon, wie viele Infizierte tatsächlich der Krankheit erliegen. (3) Schlimmstenfalls liegt sie bei 90 %. Das bedeutet: Von zehn Infizierten überlebt bloß einer. Dabei beobachten Wissenschaftler nicht bloß, wie sich Viren verhalten. Zugleich geht es um „Gain of Func­tion“, einen Zugewinn an aggressiven Fähigkeiten. Diese originelle Definition von „Gewinn“ kann nur aus dem Wörterbuch des Teufels stammen: Ohnehin infektiöse Viren sollen „virulenter“ gemacht werden - damit sie noch rascher an­stecken, sich auf zusätzlichen Wegen übertragen, länger in der Luft bleiben, wechselnde Umgebungen robuster aushalten, länger infektiös bleiben, widerstandsfähiger gegen Desinfektionsmittel aller Art werden, kranker machen, dem menschlichen Immun­system leichter ausweichen und stärker zusetzen, noch schwieriger zu behandeln sind, noch tödlicher werden. Wozu? Offiziell geht es um Grundlagenforschung, die Entwick­lung neuer Impfstoffe, die Prävention gegen künftige Seuchen. In Wahrheit sind die meisten derartigen Labore auf Dual Use ausgelegt, einen zweifachen Nutzen: Neben BioDefense geht es auch um BioWarfare, die Entwick­lung immer perfekterer biologischer Waffen, im inter­nationalen Wettstreit mit anderen Ländern, die genauso hemmungslos dasselbe Ziel verfolgen. Rund 200 Erreger gelten derzeit als kriegstauglich. (4) Welche sogenannten „wissenschaftlichen Fortschritte“ mit ihnen erzielt wer­den, unterliegt strengster Geheimhaltung – die „nationale Sicherheit“ verbiete es, ins Detail zu gehen. Dabei untersagt die Biowaffenkonvention, ein im De­zem­ber 1971 von der UN-Vollversammlung angenom­me­ner völkerrechtlicher Vertrag, klipp und klar, biologi­sche Waffen zu entwickeln, herzustellen und einzusetzen. 182 Staaten tragen die Übereinkunft formell mit, darunter auch die USA und China. Doch unter dem Deckmantel der „Bioschutz“-Forschung“ fahren sie fast alle hem­mungs­los damit fort, immer mörderischere potentielle B-Waffen zu konstruieren. Für zusätzlichen Schub sorgen die schier unbegrenzten neuen Möglichkeiten der synthetischen Biologie: jenes noch jungen Forschungsgebiets, das Organismen im Labor erschafft, die in der Natur nicht vorkommen. Sie kann Krankheitserreger wiedererwecken, die in der Natur ausgerottet sind, beispielsweise für Pocken oder Pest. Mit Hilfe gentechnisch veränderter Bakterien kann sie die Massenproduktion biologischer Giftstoffe ankurbeln. Durch ein paar eingefügte Gene kann sie Mikroben noch gefährlicher machen, als sie es ohnehin schon sind. (5) So stellte der Biochemiker Eckard Wimmer an der Stony Brook University in New York bereits im Jahr 2002 zusammen mit zwei Kollegen das Erbgut des Polio-Erregers vollständig im Labor her. (6) 2012 veröffentlichten der niederländische Virologe Ron Fouchier vom Erasmus Medical Center in Rotterdam sowie sein Fachkollege eine Methode, mit der er Influen­za­viren befähigte, sich auch über Aerosole und aus­geatmete Tröpfchen zu übertragen. Auch den Vogelgrip­pe-Er­re­ger H5N1 „verbesserte“ er entsprechend – einen Erreger, der ohnehin schon fast alle Vögel und bis zu 60 % aller Menschen tötet, die sich mit ihm infizieren. Auf Proteste hin willigte Bouchier in ein 60-tägiges „Morato­rium“ ein. Anschließend machte er weiter wie gehabt, ungehindert und frei von Skrupeln. (7) Im Sommer 2019 beschrieb der kanadische Virologe David Evans in einem Fachaufsatz detailliert, wie man das in der Natur ausgerottete Pockenvirus aus chemisch synthetisierten DNA-Fragmenten zusammenbastelt. (8) Die damit verbundenen schwindelerregenden Risiken versuchen Regierungen, Behörden und beteiligte Institute seit eh und je kleinzureden und zu vertuschen. Bedenken werden routinemäßig beiseite gewischt: Die Anlagen genügen angeblich allerhöchsten Sicherheitsanforderun­gen, würden laufend überprüft und gäben keinerlei Anlass zur Besorgnis. Nur Einrichtungen der höchsten von vier Sicherheitsstufen, auf BSL-4-Niveau, dürfen mit Biostoffen arbeiten, welche der deutschen Biostoffver­ord­nung zufolge „eine schwere Krankheit beim Men­schen hervorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftig­te darstellen; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung ist unter Umständen groß; normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung nicht möglich.“ (9) Garantiert sicher? Dagegen sprechen seit Jahrzehnten bestürzende Fakten, die drastisch vor Augen führen: Die jüngere Geschichte der Virenforschung steckt voller Pleiten, Pech und Pannen, die sie zum unkalkulierbaren Spiel mit dem Weltenfeuer machen. Die Volksrepublik China trug dazu mehrere unrühmliche Kapitel bei. - Im Mai 1977 griff von der Hafenstadt Tianjin aus die „Russische Grippe“ um sich, ausgelöst durch einen Subtyp von Influenza A, das H1N1-Virus. Bis November hatte sich die Epidemie bis in die damalige Sowjetunion ausgebreitet – wodurch sie ihren Namen erhielt – sowie nach Hongkong. Dann verbreitete sie sich rund um den Globus. Weltweit soll sie 500.000 bis 700.000 Todesopfer gefordert haben. H1N1 erwies sich als nahezu identisch mit Viren, die schon vor 1957 um sich gegriffen hatten, insbesondere mit A/Roma/1949. Zwei Jahrzehnte lang war dieses Grippevirus ausgestorben – wieso tauchte es nun plötzlich erneut auf? Ein Labor in China experimentierte damals mit ihm, wohl um einen Impfstoff zu entwickeln. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es dort versehentlich freigesetzt wurde. (10) - Im Dezember 2019 infizierten sich 65 Laboranten des Lanzhou Veterinary Research Institute mit Brucellose, einer bakteriellen Erkrankung, die vor allem Schafe, Ziegen und Rinder befällt. Aber auch Menschen können sich anstecken. Heftige, wiederkehrende Fieberschübe und Arthritis kön­nen die Folge sein. (11) Aber längst nicht nur chinesische „Hochsicherheits­labore“ sind hochgradig unsicher. - In den USA setzten biologische Forschungs­einrichtungen im Jahr 2008 mindestens einmal Brucella-Bakterien frei, im Jahr 2010 zweimal. (12) Nach einer außergewöhnlich langen Inkubations­zeit von zwei bis drei Wochen, manchmal sogar erst nach mehreren Monaten können diese Erreger eine Brucellose hervorrufen, die Fieber auslöst, mit Nachtschweiß, Schüttelfrost und Übelkeit. Schlimmstenfalls folgen darauf Entzün­dun­gen von Knochen und Gelenken, von Hoden und Herzklappen, von Hirnhäuten und Lungen. - Am 11. September 1978 erlag die 40-jährige Foto­­gra­fin Janet Parker aus Birmingham den Pocken, die damals schon als weltweit ausgerottet galten. Nur 15 Meter von ihrem Arbeitsplatz ent­fernt lag das Pockenvirenlabor der Medizinischen Fakultät der Universität Birmingham. Parker hatte es allerdings nie betreten. Eine Untersuchungs­kom­mis­sion fand es am wahrscheinlichsten, dass die Laborviren Aerosolform angenommen hatten und über Luftkanäle ein Stockwerk höher in ein Fotostudio und dessen Dunkelkammer gelangt waren, in dem Parker arbeitete. (13) Zuvor hatten WHO-Inspektoren das Labor bereits als „nicht zufriedenstellend sicher“ eingestuft, konnten aber nicht seine Schließung anordnen. Der Aufforde­rung, die Pockenbestände zu zerstören, war der Laborleiter Prof. Henry S. Bedson schon vorher nicht nachgekommen. Ob des von ihm verschul­de­ten Zwischenfalls war er derart verzweifelt, dass er sich in seinem Geräteschuppen die Kehle aufschnitt und verblutete. - Zwischen 1963 und 1978 führten drei Ausbrüche von Pockenviren aus zwei akkreditierten Biolabo­ra­to­rien zu 80 Infizierten und drei Toten, ein­schließlich des Parker-Falls. (14) - Im Jahr 2001 wollten australische Wissenschaftler mit gentechnisch manipulierten Mäusepocken ein Virus schaffen, das die Vermehrungsrate der Nager dämpft. Statt des Schädlingsbekämpfungs­mittels entstand im Labor jedoch aus Versehen ein für Mäuse absolut tödliches Virus. (15) - 2007 brach in Großbritannien unter Rindern die Maul- und Klauenseuche aus – vier Kilometer von einem BSL-4-Labor entfernt. Dessen Ab­fluss­rohre waren undicht. (16) - Auch die pandemische H1N1-Schweinegrippe von 2009 steht im Verdacht, durch ein Laborleck ent­stan­den zu sein. Für den australischen Virolo­gen Adrian Gibbs steht jedenfalls fest: „Dieser Erreger stammt von einem Impfstoff. Die Schwei­ne­grippe lässt sich nämlich nicht ohne weiteres auf die besonderen Viren zurückführen, die da­mals zufällig zirkulierten und sich in europäi­schen, nord- und südamerikanischen Schweinen fanden. Hingegen lässt sie sich sehr wohl dadurch erklä­ren, dass es einen Hersteller gab, der H1N1-Ab­schnitte aus europäischen, nord- und südameri­ka­ni­schen Sequenzen zusammenklebte, um einen universellen Impfstoff herzustellen, und es ir­gend­wie nicht schaffte, ihn zu inaktivieren. Nach­dem ihn Schweine in Mexiko erhalten hatten, wurde daraus die Schweinegrippe, die zweite H1N1-Pandemie, die wahrscheinlich fast 300.000 Menschen umbrachte.“ (17) - Im Jahr 2016 machte USA Today einen Zwi­schenfall in einem BSL-4-Labor publik, in dem Proben von Ebola- und Pockenviren lagerten. Als Forscher es zu verlassen wollten, stellte sich her­aus, dass mehrere Geräte in der Dekontaminati­ons­kammer ausgefallen waren. (18) - 2019 ließ die CDC das größte Biowaffenlabor der USA in Fort Detrick in Maryland schließen, nach­dem herauskam, dass Abfälle mit gefährli­chen Krankheitserregern dort unsachgemäß ent­sorgt wurden. Speziell an Coronaviren wird, öffentlich unbeachtet, seit knapp zwei Jahrzehnten herumexperimentiert. Einen erheblichen An­stoß dazu gab 2003 die erste Pandemie des 21. Jahr­hunderts – ausgelöst durch das erstmalige Auftreten von SARS-CoV, so benannt nach dem Schwe­ren Akuten Atem­wegssyndrom (SARS), das es auslöst. Von Südchina aus verbreitete sich dieses Virus innerhalb weniger Wochen über nahezu alle Kontinente. Binnen eines halben Jahres starben 774 von über 8000 registrier­ten Infizierten in 29 Ländern. Seither trat SARS nicht mehr natürlich auf. Allerdings brach es sechs Mal (!) aus virologischen Instituten aus, welche an ihm herumforsch­ten: jeweils einmal in Singapur und Taiwan, vier Mal im selben Labor in Peking. (19) Im August 2003 infizierte sich ein Virologie-Student im SARS-Labor der Nationalen Universität Singapur. Im Dezember 2003 erkrankte ein SARS-Forscher aus Tai­wan auf dem Rückflug von Singapur, wo er an einer medizinischen Tagung teilgenommen hatte. Seine 74 dor­ti­gen Kontaktpersonen wurden unter Quarantäne gestellt; glücklicherweise entwickelte keiner von ihnen SARS-Sym­p­tome. Eine Untersuchung ergab, dass der Wissen­schaftler ohne Handschuhe, Maske oder Kittel mit Labor­abfällen hantiert hatte. Anlässlich beider Vorfälle forderte ein Expertenausschuss der Weltgesundheits­orga­ni­sation, die Biosicherheitsrichtlinien für SARS zu ver­schärfen. Der Vorstoß verpuffte. Im April 2004 meldete China einen SARS-Fall bei einer Krankenschwester, die eine Forscherin am Pekinger Institut für Virologie (NIV) betreut hatte. Die Patientin war nach einer Infektion zweimal mit dem Zug von Peking in die Provinz Anhui gereist, wo sie von ihrer Mutter, einer Ärztin, gepflegt wurde; diese erkrankte und starb. Die Krankenschwester wiederum steckte fünf Per­so­nen der dritten Generation an, die alle überlebten. Nachfolgende Untersuchungen deckten bei drei For­schern des NIV Laborinfektionen auf, die unabhängig voneinander stattgefunden haben mussten. Mindestens zwei Primärpatienten hatten nie mit dem SARS-Lebendvirus gearbeitet. Ursache des Ausbruchs dürfte ein unzureichend inaktiviertes Präparat des SARS-Virus gewesen sein, das in einem allgemeinen, d.h. biologisch unsicheren Laborbereichen zum Einsatz kam, wo die In­fizierten arbeiteten. Das Präparat war nach Inaktivierung nicht wie vorgeschrieben getestet worden. Seit der ursprünglichen SARS-Pandemie 2003 kam es zu nicht weniger als sechs weiteren dokumentierten SARS-Ausbrüchen, die von Forschungslabors ausgingen – dar­unter vier in China. Dabei infizierten sich 13 Personen, einer starb. (20) Ist auszuschließen, dass SARS-CoV-2 das siebte Glied dieser Pannenkette war? Obwohl auf solche Ausbrüche hin üblicherweise Sicher­heitsbestimmungen verschärft werden, bleiben gefährli­che Pannen an der Tagesordnung. Die Ursachen sind viel­­fältig: unerkannte technische Mängel bei Abdich­tungen, unzureichend inaktivierte Proben, Bisse und Krat­zer von infizierten Versuchstieren; schlecht ausgebil­de­tes, unvorsichtiges Personal; undichte Schutzanzüge und Masken; Nadelstiche, Verschütten, schlampige De­kon­tamination; verseuchte Abluft, Abwasser oder Müll; nachlässige Kontrollen; verlorengegangene Musterpake­te; vereinzelt wohl auch Diebstahl und Sabotage. Ein einziges Labor der US-Armee in Utah versandte zwi­schen 2004 und 2015 unwissentlich 575 Pakete mit noch lebenden, aber als „abgetötet“ gekennzeichneten Milz­brand­proben an 194 Besteller auf der ganzen Welt. (21) Wie haarsträubend sorglos Regierungen und Behörden Bio­risiken ausblenden, führt momentan das US-Heimat­schutz­ministerium vor, das Department of Homeland Secu­­rity (DRS). In Manhattan, Kansas, lässt es seit Mai 2015 auf einem 53.000 Quadratmeter großen Areal eine neue, noch größere Anlage zur „nationalen Bio- und Agro-Verteidigung“ errichten. Bis 2022 soll es fertig sein. (22) Dasselbe Ministerium hatte 2012 das Risi­ko mit 70 % veranschlagt, dass es in seinem schon beste­henden Bio­labor innerhalb der nächsten 50 Jahre zu einer Frei­set­zung von gefährlichen Erregern kommt, die einen wirt­­schaftlichen Schaden von 9 bis 50 Milliarden US-Dol­lar anrichtet – ganz zu schweigen von Infizierten und Toten. Selbst diese Horrorschätzung bewertete ein Aus­schuss des Nationalen Forschungsrats als viel zu optimi­stisch angesetzt. (23) Die Gesamtbilanz fällt beklemmend aus. Zwischen 1930 und 1978 kam es allein in den USA zu über 4000 Labor­in­fek­tio­nen mit 168 Toten. (24) Im Zeitraum von 2004 bis 2010 wurden der US-Seuchenschutzbehörde CDC 727 Vorfälle gemeldet, über die sie 2012 in der Fachzeit­schrift Applied Biosafety berichtete; dazu zählten 11 Infektionen im Labor. Im Transit war eine Virenprobe verlorengegangen – zwar bloß eine unter 3400 genehmig­ten Sendungen, aber schon eine einzige kann eine zuviel sein. Im Berichtszeitraum stieg die Anzahl der Vorfälle stetig an; im Jahr 2004 waren es erst 16, im Jahr 2010 bereits 269. (25) Zwischen 2008 und 2012 zeigten Labore den US-Aufsichtsbehörden mehr als 1100 Zwischenfälle mit Bakterien, Viren und Toxinen an – Verluste und Frei­setzungen -, die nach Einschätzung der CDC ein erhebli­ches Seuchenrisiko für Mensch und Landwirtschaft darstellen. Das wären im Schnitt rund 200 pro Jahr, mehr als vier pro Woche. (26) Im Jahr 2018 erfasste das „Federal Select Agent Program“, eine US-amerikanische Über­wachungsstelle, „acht Verlustmeldungen und 193 Berich­te über die Freisetzung eines biologischen oder chemi­schen Gefahrenstoffs“. (27) Mit Abstand die häufigste Ursache ist: menschliches Versagen. Es trug zu 79 % aller 749 Vorfälle bei, die in US-Hochsicherheitslaboren zwischen 2009 und 2015 zu einer Exposition gegenüber Krankheitserregern führten. (28) „Die Katastrophe ist keine Frage des Ob, sondern nur noch das Wann“, warnen zwei US-Kongressabgeordnete, die sich eingehend mit Biosicherheit befasst haben. (29) Dabei sehen wir mit Sicherheit bloß die Spitze des Eis­bergs. Die allermeisten Unfälle werden niemals öffent­­­lich. Manche fallen vermutlich niemandem auf. Andere werden von den beteiligten Laboren gar nicht erst gemeldet, von den Meldebehörden nicht registriert oder unter Verschluss gehalten. Abgeordnete, Untersuchungs­ausschüsse, investigative Journalisten erhalten entweder keinerlei Auskünfte - oder Dokumente, in denen mehr Zeilen geschwärzt als noch lesbar sind. Gain-of-Function-Forschung: ein irrwitziges Sicherheitsrisiko Droht uns eine künstlich ausgelöste Pandemie von apokalyptischem Ausmaß? Das Risiko wächst mit der Zahl der Biolabore. Von den weltweit 36 der höchsten Sicherheitsstufe BSL-4 haben acht ihren Sitz in den Vereinigten Staaten. (30) Allein dort betreiben 324 staat­liche, universitäre und private Organisationen über 1000 Einrichtungen, die an bedrohlichen Erregern und Toxinen herumforschen. (31) Seit der Jahrtausendwende flossen die­sem Sektor rund 100 Milliarden Dollar zu, schätzt Fran­cis Boyle, Biowaffenexperte und Professor für inter­natio­nales Recht an der Universität von Illinois in Cham­paign. (32) Den Boom befeuerten die Anschläge vom September und Oktober 2001, als sieben Briefe mit Milzbranderregern bei Regierungsstellen und hochrangigen Politikern ein­gingen. Fünf Menschen starben. Ein vermuteter Zusam­menhang mit den Terroranschlägen auf das World Trade Center vom 11. September 2001 bestätigte sich nicht. Stattdessen fiel der Tatverdacht auf inländisches Labor­per­so­nal, weil die verschickten Erreger Bakterienstäm­men entsprachen, an denen in der Medizinischen For­schungs­einrichtung der US-Armee für Infektionskrank­heiten (USAMRIID) im Militärstützpunkt Fort Detrick herumgeforscht wurde. Der Hauptverdächtige, der US-Mikrobiologe Bruce Edwards Ivins, beging im Juli 2008 Selbstmord. (33) Für mehr „biologischen Schutz“ ließ Washington daraufhin im ganzen Land weitere Labors einrichten und Tausende von zusätzlichen Forschern aus­bilden, die an den gefährlichsten Keimen der Erde arbei­ten sollten. 13.000 US-Wissenschaftler sind mittler­weile in diesem Bereich beschäftigt. (34) Im darauffolgenden Jahrzehnt lebten forschende Virologen in der besten aller möglichen Welten: Der Hype um „BioDefense“ bescherte ihnen Geld, Aufträge, Ausstattung und Ansehen im Übermaß – und nicht zu­letzt schier grenzenlose Forschungsfreiheit. Sie gipfelte 2012 in einem bezeichnenden Kapitel moderner Bio­technologie – manche finden es glorreich, andere er­schau­­dern über den entfesselten Machbarkeitswahn, der darin krasser denn je aufschien. Beigetragen haben es 2011/12 der Virologe Ron Fouchier vom Erasmus Medi­cal Center in Rotterdam sowie sein Fachkollege Yoshi­hiro Kawaoka von der Universität Wisconsin. Beide forschten am Influenzavirus H5N1, dem Erreger der Vogelgrippe. Ihm setzten sie Frettchen aus. Dabei gelang es ihnen, die Mutationsrate des Virus deutlich zu erhöhen – nicht durch gentechnische Eingriffe, sondern mittels einer „seriellen Passage“: Wiederholt übertrugen sie das Virus von einem Tier auf ein anderes. Bloß fünf Mutationen, so zeigte sich, reichen aus, um H5N1 zu befähigen, sich von einem Frettchen zum anderen zu übertragen; dabei behält es seine Letalität bei, bleibt also genauso tödlich wie vorher. Nach der zehnten derartigen Passage verbreiteten sich die Viren „aviar“, auf dem Luftweg - und befielen Frettchen in benachbarten Käfigen, die alsbald verendeten. (35) Sollten Wissenschaftler, aus welchen Gründen auch immer, einen ohnehin brandgefährlichen Erreger noch aggressiver machen dürfen? Was Fouchier und Kawoka bedenkenlos in die Welt setzten, stieß eine längst über­fällige öffentliche Debatte an, teils über bioterroristi­sche Risiken, falls Einzelheiten der Frettchen-Studie öffentlich würden und in falsche Hände gerieten, (36) teils über die Gefahr, dass solche scharfgemachten Erreger versehent­lich einem Labor entweichen. „Jetzt haben Wissen­schaftler, die von den National Institutes of Health finanziert werden", ein "Virus geschaffen, das Dutzende oder Hunderte von Millionen Menschen töten könnte", wenn es der Gefangenschaft entkäme, so erschrak damals die Times. Der Guardian titelte: "Wissenschaftler verurteilen die 'verrückte, gefährliche' Schaffung eines tödlichen, über die Luft übertragbaren Grippevirus“. Auch namhafte Wissenschaftler meldeten sich besorgt zu Wort. Der Epidemiologe Marc Lipsitch, Direktor des Harvard-Zentrums zur Dynamik übertragbarer Krankhei­ten, und seine Fachkollegin Alison P. Galvani von der Universität Yale nahmen kein Blatt vor den Mund: „Jüngste Experimente, bei denen neuartige, hochvirulente und übertragbare Krankheitserreger erzeugt werden, gegen die es keine menschliche Immunität gibt, sind unethisch (...) Sie bergen das Risiko einer unbeabsichtig­ten und absichtlichen Freisetzung, die, wenn sie zu einer großflächigen Verbreitung des neuen Erregers führen würde, viele Menschenleben kosten könnte. Auch wenn eine solche Freisetzung in einem besonderen Labor, das unter strengen Biosicherheitsauflagen forscht, unwahr­scheinlich ist, sollte selbst eine geringe Wahrscheinlich­keit angesichts des Ausmaßes der Zerstörung, falls ein solches unwahrscheinliches Ereignis eintritt, ernst genommen werden. Darüber hinaus vervielfacht sich die Wahrscheinlichkeit eines Risikos im selben Maße, wie die Zahl der Laboratorien, die solche Forschung betrei­ben, weltweit zunimmt.“ (37) Eine Gruppe von über 50 Wissenschaftlern appellierte damals eindringlich an den Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Gefahren gen­tech­nisch veränderter Viren, welche für den Menschen tödlicher sein können als jeder natürlich vorkommende Erreger, neu zu bewerten. (38) Der Deutsche Ethikrat beton­te in einer ausführlichen Stellungnahme: „Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit“ seien zugunsten „anerkann­ter Ge­mein­wohlziele“ wie „die öffentliche Sicherheit, dem Schutz der Gesundheit, der Rechte und Freiheiten anderer“ durchaus „gerechtfertigt“. (39) Die EU-Kommission veranlassten solche Appelle im Endeffekt zu: nullkommanichts. Doch zumindest in den USA erregten die Frettchen-Experimente so viel öffent­liches Aufsehen, dass das Weiße Haus schließlich nicht umhin kam, zur Tat zu schreiten, unbeeindruckt vom Aufschrei der Lobbyisten. Im Oktober 2014 zog das Büro für Wissenschafts- und Technologiepolitik, damals noch unter Präsident Barack Obama, die Notbremse: Aufgrund von „Biosicherheits­risiken“ stoppte es die staatliche Finanzierung von Gain-of-Function-Forschung an gefährlichen Viren in US-Laboren. Dennoch wurden die Experimente ohne Unterbrechung fortgesetzt – im mit US-Geldern üppig ausgestatteten Institut für Virologie in Wuhan. Dass es dort auch um die Entwicklung von waffenfähigen Pandemieauslösern ging, muss allen Beteiligten von vornherein klar gewesen sein. (40) Im Jahr 2017 machte die Trump-Administration den Finanzierungsstopp wieder rückgängig und erlaubte, die illegale Forschung zur biologischen Kriegsführung fort­zusetzen. Ein Jahr später geriet eben jenes Institut für Virologie in Wuhan, von dem die Covid-19-Pandemie mutmaßlich ihren Ausgang nahm, in die Schlagzeilen: Einem Bericht der Washington Post zufolge (41) „unternahm die US-Botschaft in Peking im Januar 2018 den ungewöhnlichen Schritt, wiederholt US-Wissenschaftsdiplomaten an das Wuhan Institute of Virology (WIV) zu entsenden. (…) Was die US-Beamten bei ihren Besuchen erfuhren, beun­ruhigte sie so sehr, dass sie zwei als sensibel eingestufte Telegramme nach Washington schickten. Darin wiesen sie auf bestürzende Sicherheits- und Managementmängel im WIV-Labor hin, weshalb sie zu „mehr Aufmerksam­keit und Unterstützung“ für die WIV-Aktivitäten rieten. Auch warnten sie eindringlich davor, dass „die Arbeit des Labors an Fledermaus-Coronaviren und ihre mögliche Übertragung von Mensch zu Mensch ein Risiko für eine neue SARS-ähnliche Pandemie darstellt". (!) Dieses Alarm­signal verhallte ungehört – mit schrecklichen Fol­gen, wie sich nun immer deutlicher herausstellt. Ein solches Risiko verblasst angeblich neben grandiosem Nutzen, so macht man uns weis. Schließlich finde in den BLS-4-Labors bahnbrechende Forschung statt, die unser Wissen über krankmachende Erreger erweitere, uns für künftige Pandemien wappne, zu neuen Impfstoffen und Medikamenten führe. Auf diese Weise verteidigt Peter Daszak, Präsident des WIV-Hauptsponsors EcoHealth, die hochriskanten Manipulationen am Genom von SARS-Coronaviren, die das von ihm gesponserte Institut für Virologie in Wuhan vornimmt: Dadurch wisse man nun, dass dieses Virus von einer potenziellen zu einer „klaren und aktuellen Gefahr“ für die Menschheit werden könne. Das zeugt von einer irren Logik à la Dr. Franken­stein: Hat er nicht Großartiges geleistet, indem seine Arbeit bewiesen hat, dass man aus einem nur potenziell gefährlichen Menschen ein echtes, unberechenbares Mon­ster basteln kann? Müssen Wissenschaftler so etwas entstehen lassen, um besser zu verstehen, wie sie es be­kämp­fen könnten, falls es jemals entstehen würde? Spätestens die aktuelle Covid-19-Pandemie führt vor Augen, welchen Bären man uns mit der wolkigen Fortschrittsverheißung aufbindet. „Bioengineering“ an Coronaviren findet seit zwei Jahrzehnten statt. Was brachte dieses mit Milliarden Steuergeldern subventio­nier­te Großprojekt zur spitzentechnologischen Auslö­schung der Menschheit? Anstatt die gegenwärtige Seuche zu verhindern, haben Virologen ihren Auslöser offenbar überhaupt erst freigesetzt, wahrscheinlich sogar künstlich erzeugt. Bis ein wirksamer, sicherer Impfstoff entwickelt und getestet ist, werden ab Pandemieausbruch vermutlich ein bis anderthalb Jahre vergangen sein. Seit rund zwei Jahrzehnten werkeln BLS-4-Labore, die an Coronaviren herumbasteln, angeblich im Dienst der „Seuchenpräven­tion“ – wo, bitteschön, bleibt der Ertrag? Im Jahr 2020 liegt er offenkundig bei Null – Millionen sind infiziert, Hunderttausende tot. Vielmehr verschafft diese For­schung einer Vielzahl von gefährlichen Viren überhaupt erst „die evolutionäre Chance, auf den Menschen über­zuspringen“, warnt der Virologe Jonathan Latham, Direk­tor des Bioscience Resource Project in Ithaca, New York. (42) Sie schafft „Gelegenheiten für Kontaminationen und Leckagen, wie sie in Labors routinemäßig auf­treten“. (43) Mit Hinweis auf den „Doppelnutzen“ lässt sich Völker­recht vortrefflich hintertreiben. Zwar verabschiedete die UN-Vollversammlung 1971 eine „Biowaffenkonven­tion“, die am 26. März 1975 in Kraft trat (44) - der erste internationale Vertrag nach dem Zweiten Weltkrieg, der eine ganze Waffenkategorie verbot und ihre Vernichtung vorsah. (Bis 2012 traten dieser Konvention 165 Staaten bei, einschließlich der USA und China. Ihr Artikel I ver­bietet die Entwicklung, Herstellung, Lagerung oder anderweitige Anschaffung von mikrobiologischen und anderen biologischen Substanzen und Toxinen – natür­lichen Gifte von Pflanzen, Pilzen und Tieren - zu militärischen Zwecken. Ebenso untersagt sind Produktion und Besitz von Waffen, Ausrüstungen und Einsatz­mitteln, mit denen biologische Kampfstoffe verbreitet werden können, verboten. Artikel II verpflichtet die Ver­trags­staaten, die in ihrem Besitz befindlichen Biowaffen sowie Trägersysteme zu vernichten. Von Anfang an ließ sich dieses Abkommen jedoch mühe­los unterlaufen, weil seine Paragrafenlücken groß wie Scheunentore sind. Ausdrücklich erlaubt die Über­einkunft das Herumexperimentieren mit biologischen Mikro­organismen und Toxinen, die als Kampfmittel ver­wen­det werden könnten, solange diese Abart von Wissenschaft „durch Vorbeugungs-, Schutz- oder sonstige friedliche Zwecke gerechtfertigt sind“ (Artikel I). Damit segnet es BioDefense ab: die Entwicklung von „Abwehrmitteln“, die sich natürlich immer auch militä­risch einsetzen lassen. Da aber ein generelles Verbot solcher Forschung „weder sinnvoll noch möglich“ ist, wie die Bundeszentrale für politische Bildung uns glauben machen will45, „kann einer militärischen Nut­zung nur durch Transparenz und Verifikationsmaßnah­men begegnet werden“. Hier liegt ein weiteres Grund­problem der Biowaffenkonventi­on: Im Unterschied zu den Verträgen über das Verbot von Chemiewaffen oder Verträgen über atomare Ab­rüstung legt die Biowaffen­konvention keine Organisation und kein Mechanismus fest, mit dem die Einhaltung des Vertrages kontrolliert werden könnte. Zwar sieht Artikel VI vor, dass bei Verdacht auf Zuwiderhandlung durch einen Vertragsstaat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen angerufen werden soll, der eine Untersuchung durchführen kann. Von diesem Recht machte bisher aber kein einziges Land Gebrauch, weil solche Nachforschungen von den Veto­mächten China, Frankreich, Großbritannien, Russland und den USA blockiert werden könnten. Zumindest US-amerikanische Staatsbürger unterliegen darüber hinaus seit 1989 dem „Biological Weapons Anti-Terrorism Act“. (46) Aber auch in diesem Gesetz „zielt nichts darauf ab, friedliche wissenschaftliche Forschung oder Entwicklung zu behindern oder einzuschränken“, wie seine Präambel klarstellt. Somit findet die wohl tödlichste Art von Erkenntnis­suche, die je auf diesem Planeten betrieben wurde, weiterhin faktisch in einem rechtsfreien Raum statt, ohne wirksame Einschränkungen, Kontrollen und Sanktionen – forciert von Profiteuren aus Militär und Industrie, abgenickt von inkompetenten Regierungen, übergangen von Mainstream-Medien. Bürger nehmen diesen Skandal hin, weil nur wenige ahnen, dass er einer ist. Womit sie sich an der Nase herumführen lassen, ist die betonte Unterscheidung zwischen „biologischer Verteidigung“ und „biologischer Kriegsführung“. Doch beides lässt sich nicht sinnvoll voneinander abgrenzen, schon gar nicht, was ihr Gefah­ren­potential betrifft. Richard Ebright, ein renommierter Molekularbiologe von der Rutgers University in New Jersey und Experte für biologische Kriegsführung, erkennt im Sammeln und Schaffen tausender gefährlicher Krankheitserreger geradezu „die Definition des Wahn­sinns“. Hier finde „keine Forschung“ statt, „die Informa­tio­nen liefert, welche zur Verhinderung oder Bekämp­fung von Ausbrüchen nützlich sind. Nur rücksichtsloses pseudowissenschaftliches Indiana-Jones-Abenteurertum mit hohem Infektionsrisiko für die Sammler – und von diesen ausgehend für die Öffentlichkeit“. „Die einzige Auswirkung dieser Arbeit besteht darin, ein neues, un­natürliches Risiko im Labor zu schaffen.“ (47) Ein Symptom dieses kaum steigerungsfähigen Wahnsinns ist die Entscheidung, derartige Forschung inmitten oder nahe größerer Städte stattfinden zu lassen, wo Labormitarbeiter ihre arbeits­freie Zeit in ständigem engem Kontakt mit arglosen Mitbürgern verbringen; Wuhans Institut für Virologie liegt inmitten einer Elf-Millionen-Metropole. Gäbe es tatsächlich irgendeinen triftigen Grund, diese Art von Wissenschaft über 2020 hinaus fortzusetzen: Warum nicht auf einer einsamen Insel, in der Wüste, am Nord- oder Südpol? Oder noch besser in einer Raumstation im Orbit? Geht dort etwas schief, so könnte sie wenigstens kontrolliert gesprengt werden, ohne dass acht Milliarden Erdbewoh­nern eine Apokalypse droht. Umso notwendiger wäre jetzt eine unabhängige inter­nationale Kommission, welche die wahren Hinter­gründe der derzeitigen Pandemie aufklärt – möglichst rasch, ehe Peking noch mehr Spuren verwischt. Warum drängen Regie­rungen nur halbherzig oder gar nicht darauf? Weshalb plappern sie durchweg die Einflüsterun­gen ihrer bevorzugten Experten nach, ein Laborursprung sei „widerlegt“? Die ernüchternde Antwort liegt auf der Hand: Für politische Entscheidungsträger macht es einen gewaltigen Unterschied, ob sie Wildtiermärkte verbieten sollen – oder Hochrisikoforschung mit gentechnisch manipulierten Viren, die Militärs, Industrie und ein Groß­teil des Wissenschaftsbetriebs gutheißen und fortsetzen wollen. Wie soll eine Ansammlung von Medizinlaien, aus denen sich Regierungen zusammenzusetzen pflegen, die Not­bremse ziehen, solange hochangesehene Experten nicht aufhören, für volle Fahrt voraus zu plädieren? Kaum hat­ten die National Health Institutes (NIH) mehrere Millio­nen Dollar Wuhan-Fördermittel für EcoHealth­ gestri­chen, da fuhr die „Weiter-so-wie-gehabt“-Fraktion schwe­­­res Geschütz auf: 77 Nobelpreisträger forderten den US-Präsidenten eindringlich dazu auf, den „absur­den“ Finanzierungsstopp zurückzunehmen. (48) Kurz darauf folgte ein Protestschreiben der Amerikani­schen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiolo­gie. Im Namen der 31 Wissenschaftsverbände, die ihr angehören, forderte sie, „die von den NIH ergriffenen Maßnahmen unverzüglich zu überdenken“. (49) Die Nobelpreisträger zum gemeinsamen Vorstoß bewegt hatte ein gewisser Richard J. Roberts – der zweibeinige Inbegriff eines Interessenkonflikts. Der Biochemiker, der 1993 den Medizin-Nobelpreis erhielt, ist seit 1992 „Chef­wissenschaftler“ (CSO) und Aufsichtsratsmitglied von New England Biolabs­, einem der weltweit größten An­bie­ter von molekularbiologischen Geräten. (50) Mit der öffent­­­lichkeitswirksamen Aktion verteidigt er letztlich nur seine Kundschaft, somit das eigene Business. Geschieht nichts, so machen Bioforscher nicht bloß weiter wie bisher – sie streben nach noch mehr „Zugewinn“. Am 11. März 2020, mitten im globalen Entsetzen über die sich von Wuhan ausbreitende Pandemie, feierte das Wissenschaftsmagazin Scientific American Wuhans „Ba­twoman“, die Topvirologin Shi Zhengli, als wissen­schaft­li­che Pionierin und Heldin. Der Artikel endet mit einer Ankündigung, die uns angesichts des Corona-Desasters eher Schweißperlen auf die Stirn treibt: Das WIV-Team „schätzt, dass es weltweit bis zu 5.000 Corona­viren-Stämme gibt, die darauf warten, bei Fleder­mäusen entdeckt zu werden". Wuhans Virologen "planen ein nationales Projekt zur systematischen Beprobung von Viren in Fledermaushöhlen - mit viel größerem Umfang und größerer Intensität als die bisherigen Versuche“. (51) Wird die Weltgemeinschaft eine 5.000-fache Gefahr für weitere Coronavirus-bedingte Pandemien hinnehmen, unabhängig vom Ursprung des SARS-CoV-2-Virus? Innerhalb von dreieinhalb Monaten, von Ende Januar bis Anfang Juni 2020, sorgte die Covid-19-Pandemie wel­tweit für mehr als sieben Millionen bestätigte Fälle von Infizierten. (52) Bei einer geschätzten Dunkelziffer von über 90 Prozent könnte sich der Erreger bis dahin also schon in über 70 Millionen Menschen eingenistet haben. Offiziell starben 400.000 mit SARS-CoV-2. Gemäß den Daten der am besten untersuchten Länder und Regionen beträgt die Letalität von Covid-19 durchschnittlich 0,2% (53), sie gleicht insofern einer starken Influenza. (54) Somit liegt sie annähernd zwanzig Mal tiefer, als die WHO ursprünglich annahm; Mitte März ging sie von 3,4 % aus.55 Was wäre aber, wenn SARS-CoV-2 so tödlich wäre wie das Marburg-Virus? Mit einer Todesrate von bis zu 88 Prozent gilt es für die Weltgesundheitsorganisa­tion als gefährlichster Erreger der Welt. Dann gäbe es schon jetzt über 60 Millionen Opfer zu beklagen – mehr als beide Weltkriege zusammengenommen forderten. Bis auf ein paar Eilande, die sich rechtzeitig und vollständig abschotten, bliebe kein Winkel der Erde verschont. Daran wird deutlich: Von dem mörderischen Trio der ABC-Waffen sind jene, für die das „B“ steht, die teuf­lischsten. Wenn eine Atombombe explodiert, ein chemi­scher Kampfstoff austritt, so können weite Landstriche ver­seucht sein, für lange Zeit unbewohnbar. Aber die Schä­­den bleiben regional. Ein echtes Killervirus hinge­gen kann die gesamte Menschheit ausrotten, binnen weniger Monate. An solchen Viren lassen irre Regierungen irre Wissenschaftler seit Jahrzehnten forschen und zwecks „Opti­mierung“ herumbasteln, im besinnungslosen Wett­streit miteinander, nach der haar­sträubenden Logik: Um die Menschheit vor dem perfek­ten Killer zu bewahren, muss er erst mal erzeugt werden. Dafür sehen Staats­haushalte zweistellige Milliarden­beträge pro Jahr vor, mit denen sich wahrlich Sinn­volleres anfangen ließe. Dabei lehrt doch bereits die Geschich­te der Kerntechnologie, dass auf Murphy´s Gesetz Verlass ist: „Was schief gehen kann, geht schief.“ Ginge es nach Deutschlands virologischem Halbgott Christian Drosten, so hätten inkompetente Laien hierüber schlicht die Klappe zu halten. Mehr noch: Selbst Wissenschaftler, die nicht im Fach Virologie, ja sogar auf dem speziellen Gebiet der Coronaviren arbeiten, sollten sich seines Erachtens besser nicht zu den Fragen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie äußern. (56) Daraus spricht ein erschreckend unreflektiertes Wissen­schaftsverständnis, das jegliches Hinterfragen, Be-Sinnen, Verantwortlichmachen an den Zuständigkeits­grenzen einzelner Disziplinen enden lässt. Es ersetzt Demo­kratie durch Expertokratie, arrogant und schamlos. Es ist gut, wenn uns angesichts solcher Eliten statt Ehr­furcht und Minderwertigkeitsgefühlen endlich die Wut packt. Berechtigte Wut bewegt uns hoffentlich zum lau­ten, hartnäckigen Protest. Aufhören darf er erst, wenn ein für allemal Schluss ist mit dieser kaum noch steige­rungs­fähigen Abart von verantwortungsloser Wissen­schaft. An­sonsten ist die nächste Pandemie nur eine Frage der Zeit. Was wir gegenwärtig erleben, beschert uns womög­lich bloß einen vergleichsweise harmlosen, flüchtigen Vorgeschmack darauf. Die Überlebenden einer solchen Katastrophe werden die Toten beneiden. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 10. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Folge 15 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.who.int/news-room/detail/11-03-2019-who-launches-new-global-influenza-strategy 2 Die Umfrage führte das Institut Pew Research in der ersten Märzhälfte 2020 durch, s. https://www.pewresearch.org/fact-tank/2020/04/08/nearly-three-in-ten-americans-believe-covid-19-was-made-in-a-lab/ 3 https://www.watson.ch/wissen/gesundheit/659906301-who-liste-das-sind-die-8-zurzeit-gefaehrlichsten-krankheiten; https://www.rki.de/SharedDocs/Publikationen/DE/1998/R/Reinhardt_B_01.html 4 https://de.wikipedia.org/wiki/Biologische_Waffe 5 https://www.sueddeutsche.de/wissen/forschung-kuenstliche-killerviren-aus-dem-labor-1.4032023 6 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12114528; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1490301/; https://www.deutschlandfunk.de/problematische-virusbastelei.676.de.html?dram:article_id=19733; https://www.zeit.de/2002/30/Die_Viren_des_Dr_Seltsam. 7 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22723413/; https://www.zeit.de/wissen/2013-04/fouchier-h7n9-grippe; https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/grippeviren-aus-dem-labor-bereiten-sorgen/ 8 https://thebulletin.org/2020/02/a-biotech-firm-made-a-smallpox-like-virus-on-purpose-nobody-seems-to-care/; https://www.wired.com/story/synthetic-biology-vaccines-viruses-horsepox/ 9 So § 3 der deutschen Biostoffverordnung, https://www.gesetze-im-internet.de/biostoffv_2013/__3.html 10 https://www.nature.com/articles/274334a0; Alan P. Kendal u.a..: „Antigenic Similarity of Influenza A (H1N1) Viruses from Epidemics in 1977–1978 to 'Scandinavian' Strains Isolated in Epidemics of 1950–1951“, Virology 89/1978, S. 632–636; https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0011184# 11 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx 12 https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/17/reports-of-incidents-at-bioterror-select-agent-labs/14140483/ 13 https://www.nlm.nih.gov/nichsr/esmallpox/report_1978_london.pdf 14 https://thebulletin.org/2014/03/threatened-pandemics-and-laboratory-escapes-self-fulfilling-prophecies/ 15 https://www.pnp.de/nachrichten/wissenschaft/1526048_Gefahr-aus-dem-Labor-Experten-fordern-Regeln-fuer-Biomedizin.html 16 http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26726; „Inside America's secretive biolabs“, USA Today, 28. Mai 2015, https://eu.usatoday.com/story/news/2015/05/28/biolabs-pathogens-location-incidents/26587505/ 17 zit. nach https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/06/21/coronavirus-lab-origin.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1HL&cid=20200621Z1&et_cid=DM573715&et_rid=899026577 18 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx 19 https://thebulletin.org/2014/03/threatened-pandemics-and-laboratory-escapes-self-fulfilling-prophecies/ 20 https://armscontrolcenter.org/wp-content/uploads/2016/02/Escaped-Viruses-final-2-17-14-copy.pdf 21 https://eu.usatoday.com/story/news/2016/09/21/gao-inactivation-failures-high-containment-labs/90776218/; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx 22 https://en.wikipedia.org/wiki/National_Bio_and_Agro-Defense_Facility 23 https://www.nap.edu/catalog/13418/evaluation-of-the-updated-site-specific-risk-assessment-for-the-national-bio-and-agro-defense-facility-in-manhattan-kansas 24 https://www.cdc.gov/labs/pdf/CDC-BiosafetyMicrobiologicalBiomedicalLaboratories-2009-P.pdf 25 Nach https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/17/reports-of-incidents-at-bioterror-select-agent-labs/14140483/ 26 https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/17/reports-of-incidents-at-bioterror-select-agent-labs/14140483/; https://thebulletin.org/2014/03/threatened-pandemics-and-laboratory-escapes-self-fulfilling-prophecies/ 27 Nach Sam Husseini, „The Long History of Accidental Laboratory Releases of Potential Pandemic Pathogens Is Being Ignored In the COVID-19 Media Coverage“, https://www.independentsciencenews.org/health/the-long-history-of-accidental-laboratory-releases-of-potential-pandemic-pathogens/ 28 Dies ergab eine Analyse, die im Februar 2019 im Bulletin of the Atomic Scientists veröffentlicht wurde: https://thebulletin.org/2019/02/human-error-in-high-biocontainment-labs-a-likely-pandemic-threat/ 29 https://eu.usatoday.com/story/news/2016/09/21/gao-inactivation-failures-high-containment-labs/90776218/ 30 https://de.wikipedia.org/wiki/Biologische_Schutzstufe, abgerufen am 19.5.2020. 31 https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/17/reports-of-incidents-at-bioterror-select-agent-labs/14140483/ 32 https://www.scoop.co.nz/stories/HL2002/S00184/us-biowarfare-programs-have-13000-death-scientists-hard-at-work.htm 33 New York Times, 8. April 2015, https://www.nytimes.com/2015/04/09/us/ex-fbi-agent-claims-retaliation-for-dissent-in-anthrax-inquiry.html?ref=topics&_r=0l. 34 https://www.amazon.com/Biowarfare-Terrorism-Francis-Boyle-ebook/dp/B001FB6II6 35 https://www.nature.com/news/second-mutant-flu-paper-published-1.10875; https://www.nature.com/news/the-risks-and-benefits-of-publishing-mutant-flu-studies-1.10138; Ron Fouchier: "Airborne Transmission of Influenza A/H5N1 Virus Between Ferrets", Science, Juni 2012; Kawaoka: „Experimental adaptation of an influenza H5 HA confers respiratory droplet transmission to a reassortant H5 HA/H1N1 virus in ferrets“, Nature 486, 2.5.2012, S. 420-428, https://www.nature.com/articles/nature10831 36 „Bioterrorismus-Debatte: Tödliche Viren zu erschaffen ist heikel, aber richtig“, Zeit Online. 29. November 2011, https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fwissen%2Fgesundheit%2F2011-11%2Fvogelgrippe-bioterrorismus-kommentar; Heidi Ledford: „Call to censor flu studies draws fire“, Nature 481/2012, S. 9–10, doi:10.1038/481009a; Peter Palese: „Don't censor life-saving science“, Nature. 481/2012, S. 115–115, doi:10.1038/481115a; Thomas V. Inglesby: „Engineered H5N1: A Rare Time for Restraint in Science“, Annals of Internal Medicine 156 (6) 2012, S. 460–462, https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/0003-4819-156-6-201203200-00387?articleid=1090738&; Andrew T. Pavia: „Laboratory Creation of a Highly Transmissible H5N1 Influenza Virus: Balancing Substantial Risks and Real Benefits“. Annals of internal medicine. Band 156 (6) 2012, S. 463–465, https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/0003-4819-156-6-201203200-00386?articleid=1090737. 37 https://www.cidrap.umn.edu/news-perspective/2014/06/commentary-case-against-gain-function-experiments-reply-fouchier-kawaoka 38 Heidi Ledford: „Scientists call for urgent talks on mutant-flu research in Europe – benefits and risks of “gain-of-function” work must be evaluated, they say“, Nature 2013, doi:10.1038/nature.2013.14429, https://www.nature.com/news/scientists-call-for-urgent-talks-on-mutant-flu-research-in-europe-1.14429 39 Deutscher Ethikrat: Biosicherheit – Freiheit und Verantwortung in der Wissenschaft, https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-biosicherheit.pdf, S. 221 f. 40 https://www.dailymail.co.uk/news/article-8211291/U-S-government-gave-3-7million-grant-Wuhan-lab-experimented-coronavirus-source-bats.html, https://www.the-scientist.com/the-nutshell/moratorium-on-gain-of-function-research-36564, https://www.the-scientist.com/news-opinion/lab-made-coronavirus-triggers-debate-34502 41 https://www.washingtonpost.com/; https://twitter.com/joshrogin/status/1250019024349605888; https://www.forbes.com/sites/kenrapoza/2020/04/14/the-washington-post-goes-rogue-china-lab-in-focus-of-coronavirus-outbreak/#328dcd2e1ee1; https://www.businessinsider.com/us-officials-raised-alarms-about-safety-issues-in-wuhan-lab-report-2020-4?r=DE&IR=T; https://www.foxnews.com/world/state-department-cables-coronavirus-origin-chinese-lab-bats 42 https://www.independentsciencenews.org/ 43 Zit. nach https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19403 44 https://ihl-databases.icrc.org/applic/ihl/ihl.nsf/INTRO/450; deutsche Übersetzung: https://www.yumpu.com/de/document/view/26898235/deutscher-text-der-biowaffen-konvention-pdf-sunshine-project 45 https://sicherheitspolitik.bpb.de/m7/articles/m7-19 46 https://uslaw.link/citation/us-law/public/101/298; https://www.govinfo.gov/content/pkg/STATUTE-104/pdf/STATUTE-104-Pg201.pdf 47 Zit. nach https://www.the-scientist.com/news-opinion/lab-made-coronavirus-triggers-debate-34502 48 https://int.nyt.com/data/documenthelper/6967-ecohealthltr/09c09853350d9794b271/optimized/full.pdf#page=1 49 https://cms.asbmb.org/getmedia/dbb22a26-ee0f-45e5-a1ed-13af91275f07/Support-Science-Sign-on-Letter_1.pdf 50 https://www.neb-online.de/wp-content/uploads/2018/09/Laborjournal_14_12_NewEnglandBiolabs.pdf 51 Scientific American, 11.3.2020, https://www.scientificamerican.com/article/how-chinas-bat-woman-hunted-down-viruses-from-sars-to-the-new-coronavirus1/ 52 https://coronavirus.jhu.edu/map.html. 53 https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/ 54 https://www.ebm-netzwerk.de/en/publications/covid-19 55 https://www.businessinsider.com/coronavirus-death-rate-by-age-countries-2020-3?r=DE&IR=T 56 40. NDR Info Podcast: „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten“ vom 12.5.2020, https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

  • Die Mitverantwortlichen.

    Die Corona-Pandemie ging wahrscheinlich von einem Labor in Wuhan aus - also wären die Chinesen schuld? Von wegen. Partner aus aller Welt, vor allem aus den USA, mischten mit. Falls SARS-Cov-2 tatsächlich aus einem Labor in Wuhan stammt: Wären dann allein die Chinesen schuld? Vor allem in den USA schieben viele den Schwarzen Peter flugs nach Fernost. Trump sucht einen Sündenbock für die crashende Wirtschaft. Ultrarechte leben ihre Sino­phobie aus. Republikaner und Demo­kraten machen ein parteipolitisches „Blame Game“ daraus. Fest steht: Die Virologen von Wuhan haben nicht auf eigene Faust drauflosgeforscht, beseelt von freischwe­ben­dem Erkenntnisdrang und unbändigem Ehrgeiz. Jemand muss sie damit beauftragt haben. Derselbe Jemand muss ihnen die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt haben. Im „Wuhan Institut für Virologie“ (WIV) geschieht nichts ohne Zustimmung und Anweisung der Zentralre­gie­rung in Peking. Doch hinter der Fledermaus-Corona­forschung stecken auch zahlreiche ausländische Auftrag­geber. Sie sind mitverantwortlich, die Welt muss auch sie zur Rechenschaft ziehen. Das „Animal Health Laboratory“ der australischen For­schungs­behörde CSIRO förderte Virologen aus Wuhan, um „grundlegende Forschung mit tödlichen Pathogenen wie SARS in lebenden Fledermäusen" durchzuführen. (1) Zuschüsse, Knowhow, Technik und/oder Personal brach­te auch die Universität Sydney ein. Hintergrund ist eine langjährige Forschungsallianz zwischen Australien und China. Gemeinsam richteten die Australische Akademie der Wissenschaften, die Australische Akademie für Technologie und Ingenieurwesen (ATSE) und die Chine­sische Akademie der Wissenschaften (CAS) im Oktober 2017 in Brisbane ein Symposium über Synthetische Biologie aus – mit zwei Professoren vom Wuhan-Institut auf der Referentenliste. (2) Die kanadischen Institutes of Health Research (CIHR) finanzieren „knowledge sharing“ mit Wuhan. (3) Allein in Europa listet das WIV 13 Partner auf: vom Institut Pasteur in Paris, den Universitäten Marseille, Southampton und St. George´s in London, einem Institut für Mikrobiologie in Zürich sowie einem biologischen Hochsicherheitslabor in Lyon bis hin zu einem For­schungs­zentrum des Pharmagiganten Novo Nordisk. In Deutschland kooperiert die Universität Duisburg-Essen. (4) Bei weitem am engsten mit Chinas Virenforschung verbandelt sind seit langem die Vereinigten Staaten. Den Anstoß dazu gab der Ausbruch des SARS-Coronavirus von China aus in den Jahren 2002/03. Mit 8096 regi­strier­ten Infizierten in 25 Ländern sowie 774 Toten ging er glimpflich aus. Doch als „erste Pandemie des 21. Jahrhunderts“ lieferte er Medien willkommenen Stoff für reißerische Schlagzeilen, die in der Bevölkerung reich­lich Ängste weckten. Die WHO schärfte Regierungen ein, diese Seuche als warnendes Beispiel dafür zu betrachten, wie rasch sich in der vernetzten, globalisier­ten Welt ein gefährlicher Erreger ausbreiten kann. Viele Staaten reagierten darauf, indem sie „präventive“ Pandemieforschung erheblich großzügiger als zuvor förderten – allen voran die USA. Im Anschluss an die SARS-Krise finanzierten die National Institutes of Health (NIH), die wichtigste US-Behörde für biomedizinische Forschung mit einem Jahresbudget von über 30 Milliar­den US-Dollar, eine enge Zusammenarbeit von NIH-Wissenschaftlern mit chinesischen Fachkollegen. Aber auch Militärvirologen von Fort Detrick in Frede­rick, Maryland, waren von Anfang in die Kooperation eingebunden. Für das 1943 gestartete Biowaffenpro­gramm der USA, das offiziell 1969 auslief, war dieser rie­sige Armeestützpunkt 80 km nordwestlich von Washing­­ton das Zentrum gewesen. Um „biologische Ver­­teidigung“ erwerben sich in fast 600 Gebäuden auf dem 13.000 Hektar großen Areal bis heute mehrere tau­send Wissenschaftler zweifelhafte Verdienste. Fort Det­rick gilt als eines der modernsten Labors der Welt, füh­rend in der Erforschung von tödlichen Bakterien, Viren und Toxinen, von Pocken über Tuberkulose und Milzbrand bis Ebola. (5) Vom Galveston National Laboratory der University of Texas, einem von 15 US-Biolaboren der höchsten Sicher­heitsstufe BSL-4 und das weltgrößte an einem Hoch­schulstandort, flossen ebenfalls Gelder nach Wu­han. (6) (Nach Angaben eines Universitätssprechers koope­riert Galveston mit Forschern in über 70 Ländern.) Auch die Universitäten von Wisconsin und Alabama zählen zu den Partnern des Wuhan-Instituts. (7) Besonders eng mit Wuhans „Batwoman“ Shi Zhengli arbeitet seit langem die Universität von North Carolina in Chapel Hill zusammen, namentlich deren Topvirologe Ralph Baric. Auch die Elite-Uni Harvard war in Wuhan präsent, insbesondere ihr Fachbereich Chemie. Dessen Vorsitzen­den, den Nanoexperten Charles Lieber, verhafteten US-Bundesbehörden am 28. Januar 2020; sie verdächtigen ihn, illegalen Handel mit China betrieben zu haben. Lieber, der an Nanotechnologie für biologische Materia­li­en forscht, soll von der chinesischen Regierung Unsum­men kassiert haben, um in Wuhan das „WUT-Harvard Joint Nano Key Laboratory“ einzurichten, ein gemein­sames Projekt der Wuhan University of Technology und Harvard. Dafür soll er ein Monatssalär von 50.000 US-Dollar bezogen haben, plus 150.000 Dollar pro Jahr für Spesen, plus 1,5 Millionen für den Laboraufbau. Die Staats­anwaltschaft wirft Lieber vor, er habe US-Ermittler darüber belogen. (8) Vor allem die „EcoHealthAlliance“ mischte maßgeblich mit: eine 1971 gegründete nichtstaatliche Organisation mit Sitz in New York, die Menschen, Tiere und Umwelt vor neu auftretenden Infektionskrankheiten schützen will. Dazu betreibt sie Projekte in über 30 Ländern. Ihr Präsi­dent, der Zoologe und Krankheitsökologe Peter Daszak, gilt als Experte für Infektionsepidemiologie; zu seinen Spezialgebieten zählen Zoonosen, also zwischen Tier und Mensch übertragbare Krankheiten. Entsprechende Er­reger, tatsächliche wie potenzielle, lässt EcoHealth auf der ganzen Welt sammeln und erforschen. Im Rahmen eines US-Regierungsprogramms namens „PREDICT“ be­teiligte sich EcoHealth seit 2014 maßgeblich an der Fledermausforschung des Wuhan-Instituts. Fürs erste flos­­sen damals 3,7 Millionen US-Dollar in ein Pro­gramm, das Fledermaus-Coronaviren sammeln und unter­suchen sollte. Damit hätte eigentlich spätestens 2014 Schluss sein müssen. Im Juli 2014 warnten 330 Wissenschaftler in einer gemeinsamen Erklärung, der „Cambridge Working Group Consensus Statement on the Creation of Potential Pandemic Pathogens (PPPs)“, eine solche Forschung laufe „Gefahr, einen Monsterkeim zu schaffen, der aus dem Labor entweichen und eine Pandemie auslösen könnte". Solche Experimente müssten unverzüglich ein­ge­stellt werden, „bis eine objektive und glaubwürdige Bewertung der Risiken, des potenziellen Nutzens und der Möglichkeiten zur Risikominderung sowie ein Vergleich mit sichereren experimentellen Ansätzen erfolgt ist". (9) Die Warnung galt vor allem der sogenannten „Gain-of-Function“-(GOF-)Forschung. Sie belässt es nicht dabei, Bakterien und Viren bloß zu sammeln, zu sichten, zu analysieren. Vielmehr ist sie darauf aus, Erreger noch ansteckender, pathogener, mörderischer zu machen, als sie es zumeist ohnehin schon sind. Darin eine „Optimie­rung“ zu sehen und von „gain“ = „Zugewinn“ zu spre­chen, kann nur eine Anleihe beim Wörterbuch des Teufels sein. Nach einer Reihe von Pannen in Biolaboratorien, bei denen um ein Haar tödliche, gentechnisch manipulierte Viren freigesetzt worden wären, ordnete Präsident Ba­rack Obama im Oktober 2014 einen Förderstop an: In diese brandgefährlichen Experimente sollten fortan keine weiteren Bundesmittel mehr fließen. 21 laufende Projekte wurden daraufhin eingefroren. (10) Der damalige NIH-Direktor Francis Collins trug diese Entscheidung offiziell mit: „Diese Studien“, so erklärte er, „bergen Risiken für die Biosicherheit, die besser verstanden werden müs­sen.“ (11) Zu diesem „besseren Verständnis“ scheinen zumindest die NIH, EcoHealth und weitere beteiligte Einrichtungen ruckzuck gelangt zu sein. Obamas Beschränkungen um­gingen sie, indem sie den Forschungsschwerpunkt nach China verlagerten, vornehmlich ins Wuhan-Institut für Virologie. Den zweifelhaften „Ertrag“ vermeldete ein inter­nationales Autorenteam um Wuhans Topwissen­schaft­le­rin Shi Zhengli 2015: die Laborgeburt einer Schi­märe aus SARS- und HIV-Anteilen, der es hervorragend gelingt, menschliche Zellen zu infizieren. (12) Mitverfasser der Studie: der Infektiologe Ralph Baric, der Zellbiologe Scott Randell sowie acht Epidemiologen, allesamt von der Universität von North Carolina in Chapel Hill; je ein Vertreter der Harvard Medical School in Boston, Massa­chusetts, des Instituts für Biomedizinische Forschung des Bellinzona Institut für Mikrobiologie in Zürich sowie des Nationalen Zentrums für Toxikologische Forschung der US-Gesundheitsbehörde FDA. Der verkündete „Funktionsgewinn“ alarmierte Wissen­schaftler auf der ganzen Welt. Wie Dr. Mark Lipsitch vom Zentrum für übertragbare Krankheiten der Harvard School of Public Health in der Times erklärte, haben die NIH-Experimente "uns einige bescheidene wissen­schaft­liche Erkenntnisse gebracht - und so gut wie nichts getan, um unsere Bereitschaft für eine Pandemie zu verbessern. Stattdessen nehmen sie das Risiko einer unbeabsichtigten Pandemie in Kauf". Dieser Appell kam zu spät, er verpuffte. Im selben Monat mache die Trump-Administration Obamas Finanzie­rungs­pause wieder rückgängig und gab grünes Licht da­für, die hochumstrittene „Zugewinn“-Forschung fortzu­set­zen. Dies, so NIH-Direktor Francis Collins, setze künftig aber in jedem Einzelfall voraus, dass eine Exper­tenkommission zu dem Schluss kommt, der Nutzen recht­fertige die Risiken.13 Aber welche Experten beschränken sich und ihr Fach schon freiwillig selbst? 2019 ließ das NIH zusätzlich 3,7 Millionen Dollar folgen, um in Wuhan sechs weitere Jahre lang auf „Zugewinnen“ von Vireneigenschaften hin­zuarbeiten. Der bewilligte Projektvorschlag hatte in Aussicht gestellt: „Wir werden S-Protein-Sequenzdaten, die Technologie infektiöser Klone, In-vitro- und In-vivo-Infektionsexperimente und die Analyse der Rezeptor­bin­dung nutzen, um die Hypothese zu testen, dass prozen­tuale Divergenzschwellen in S-Protein-Sequenzen das Spill­over-Potential vorhersagen.“ In Laiendeutsch zu­sam­men­gefasst: In Wuhan sollten ohnehin brandge­fähr­liche Krankheitserreger experimentell noch „schärfer“ gemacht werden. „Spillover-Potenzial“ meint die Fähig­keit eines Virus, eine „Zoonose“ hinzukriegen, d.h. vom Tier auf den Menschen überzuspringen. Dieses Potenzial zu „verbessern“ bedeutet: Man macht es virulenter, d.h. ansteckender; pathogener, also dazu fähig, häufigere, schwerere Krankheiten auszulösen; und letaler, also töd­licher. Ein solcher Erreger, das muss allen Beteiligten von vornherein klar gewesen sein, könnte die SARS-Pandemie von 2002/03 bei weitem in den Schatten stellen – und womöglich für eine Katastrophe sorgen, wie sie die Welt soeben erlebt, 17 Jahre später. Wer bewilligte und finanzierte das US-Engagement von EcoHealth in Fernost? Ein Großteil stammt von Ameri­kas „National Institutes of Health“ (NIH), insbesondere vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), dasjenige aus 27 NIH-Instituten, das für die Forschung zu Infektionskrankheiten, Autoimmun­krank­heiten und Allergien zuständig ist. Zwielichtige Schlüsselfigur: Anthony Fauci, der Drosten des Weißen Hauses Das NIAID leitet beinahe schon seit Menschengedenken, nämlich seit 1984, der Immunologe Anthony S. Fauci, eine schillernde, hochgradig umstrittene Persönlichkeit, für amerikanische Systemkritiker einer der meistgehass­ten Repräsentanten des medizinischen Establishments. Fauci, stolzer Inhaber von 30 Ehrendoktortiteln, sei „eine der vertrauenswürdigsten medizinischen Persönlichkeiten des Landes“, so preist ihn Wikipedia in einer mutmaßlich frisierten Lobeshymne, die jeglichen Dreck am Stecken verschweigt. (14) Während der Covid-19-Pandemie stieg Fauci, inzwischen 80, zum wichtigsten medizinischen Berater des Weißen Hauses auf, er leitet dessen „Task Force Corona“. In Sachen Biogefährdung und Infektionsschutz hatte Fauci schon fünf Amtsvorgänger Trumps beraten. (15) Bei Trumps Presse-Briefings und Round Tables pflegt sich Fauci stets in unmittelbarer Nähe seines Präsidenten zu postieren, allzeit bereit, ihm beizuspringen, wenn Gefahr droht, dass dessen Inkompetenz in Gesundheitsfragen noch blamabler zutage tritt als ohnehin. Nach Wuhan flossen die NIH-Millionen ab 2014 maßgeblich auf Betreiben dieses begnadeten Strippen­ziehers und Lobbyisten – offenkundig um den Finanzie­rungs­stopp für jegliche „Gain-of-Function“-Forschung zu umgehen, die Obama im selben Jahr verfügt hatte. Hätte Fauci nicht für ein striktes Moratorium sorgen, Hinter­türen schließen, die Kooperation unterbrechen, die Über­wie­sungen einstellen müssen? Nichts dergleichen ge­schah. (16) Dabei dürfte niemandem klarer als Fauci gewesen sein, wie hochriskant die Wuhan-Experimente an Fledermaus-Coronaviren waren – und wie leicht sie sich zu militä­rischen Zwecken missbrauchen ließen. Statt nun unab­hän­gige Untersuchungen der Vorgänge in Wuhan zu for­dern und abzuwarten, legte er sich im Nu fest: Es stehe völlig außer Zweifel, dass SARS-CoV-2 auf ganz natür­lichem Wege in die Welt gekommen sei. Einen Labor­ursprung bestritt Fauci kategorisch. Damit dient er nicht der Wahrheitsfindung, sondern eigenen durchsichtigen Interessen: Sollte die Pandemie von verunglückten For­schungsprojekten ausgegangen sein, die er unterstützte, so wäre er mitschuldig, wenn nicht strafrechtlich, so zumindest moralisch. Ebenso fragwürdig ist Faucis Beitrag zur Bewältigung der Coronakrise. Als Leiter einer „Task Force Corona“ des Weißen Hauses lässt er seit Monaten keine Gelegen­heit aus, um dem amerikanischen Volk einzubleuen: Eine Rückkehr zur Normalität sei erst möglich, wenn es einen Impfstoff gibt. Ginge es nach Fauci, fänden dann Zwangsimpfungen statt. (17) Nicht von ungefähr klingt das nach den totalitären Visionen des multimilliar­den­schweren Pseudo-Philanthropen Bill Gates: Fauci sitzt im „Leadership Council“ des Globalen Impf-Aktionsplans „Decade of Vaccines“ der Bill&Melinda Gates-Stif­tung. (18) Zudem hält Fauci mehrerer Patente auf Impf­stoffe; diese soll er sich von NIAID-Forschern unter den Nagel gerissen haben, nachdem er sie gefeuert hatte, wie ihm der Anwalt Robert F. Kennedy jr. vorwirft. (19) Somit ist klar, wie der optimale Infektionsschutz von 330 Millionen US-Amerikanern aussehen muss, wenn es nach Fauci geht: Medikamente schlucken, sich Vakzine sprit­zen lassen. Empfehlungen, wie sich das eigene Immun­system stärken lässt, hört man von ihm eher nicht. Hingegen legte sich Fauci bestimmt nicht quer, als die US-Regierung Pharmafirmen, die an Corona-Impfstoffen arbeiten, vorab garantierte, sie von jeglicher Schadens­haf­tung freizustellen. Und anscheinend widersprach Fau­ci nicht, als sein oberster Dienstherr am 15. Mai offiziell einen größenwahnsinnigen Plan verkündete, der Pande­mie in „Rekord-Rekord-Rekord-Geschwindigkeit“ beizu­kommen (O-Ton Trump): die „Operation Warp Speed“. (20) Der kuriose Name geht auf den fiktiven „Warp-Antrieb“ in der Science-Fiction-Serie „Raumschiff Enterprise“ zurück, das damit schneller als Lichtgeschwindigkeit flie­gen kann. Bis Januar 2021, so Trumps Vision, solle für jeden Amerikaner ein garantiert wirksamer, sicherer Impf­stoff zur Verfügung stehen. In Forschung, Entwick­lung, Produktion und Vertrieb sollen bis dahin 10 Milliarden US-Dollar fließen. Der „Warp“-Plan sieht vor, aus den über 100 Impfstoffkandidaten, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, 14 vielversprechende Kandi­da­ten auszuwählen. (Dazu soll keinesfalls einer aus Chi­na gehören, wie Trump vorweg klarstellte.) Die Top 8 sollen weitere Tests in kleinen klinischen Studien im Früh­stadium durchlaufen. Für drei bis fünf von ihnen wer­den schließlich groß angelegte randomisierte Studien durchgeführt. Wie kann ein halbwegs seriöser Immunologe mit dem Sachverstand und der Erfahrung eines Dr. Fauci guten Gewissens ein Vorhaben mittragen, von dem er wissen muss, dass es unter derartigem Zeitdruck unerfüllbar ist? Binnen eines Dreivierteljahres einen Impfstoff unters Volk zu bringen, für dessen Sicherheit und Wirksamkeit man die Hand ins Feuer legen kann, ist schlicht: ausgeschlossen. Trotzdem tut Fauci öffentlich so, als las­se sich eben dies ohne weiteres gewährleisten. Wie er am 20. Mai in einem Interview einräumte, laufe der Prozess, einen Impfstoff mitten in der immer noch wachsenden Pandemie auf den Markt zu bringen, zwar schneller ab als sonst – aber, so versicherte er, dieser Prozess gehe keinesfalls auf Kosten der Qualität. Die beteiligten Firmen „machen die Dinge auf eine völlig neue Art und Weise, und sie gehen wirklich schnell, aber ohne die Sicherheit zu gefährden, weil sie keinen der Schritte ausgelassen haben, die sie gemacht hätten, wenn Sie es auf traditionelle Weise getan hätten", fuhr Fauci fort. (21) „Warp“ sieht nach einem fairen Wettbewerb mit offenem Ausgang aus. Für Insider gibt es allerdings schon jetzt einen klaren Favoriten: die Biotech-Firma „Moderna“. Ihrem Ex-Vorständler Stéphane Bancel, einem gewief­ten Rhetoriker und Blender, gelang am 2. März im Kabi­nettssaal des Weißen Hauses bei einem Round Table mit Pharmabossen das seltene Kunststück, die Aufmerksam­keit des US-Präsidenten zu fesseln – mit einer nass­forschen Prophezeiung: „Nur ein paar Monate“ werde Moderna benötigen, um Phase Zwei einer dreiteiligen klinischen Studie der Art zu beginnen, die für die Impf­stoffentwicklung typisch ist. Wie blitzschnell Moderna liefern könne, habe sie schon unter Beweis gestellt: Er sei sei "sehr stolz darauf, mit der US-Regierung zusammen­zu­arbeiten und in nur 42 Tagen nach der Sequenzveröf­fent­lichung des Virus bereits unseren Impfstoff an das Team von Dr. Fauci am NIH geschickt zu haben". Trump „schien alles außer dem Gerede über die Zeit auszu­blenden“, so zitiert CNN einen Teilnehmer des Mee­tings. (22) Moderna schickt den neuartigen Impfstoff „mRNA1273“ ins Warp-Überlichtgeschwindigkeitsrennen, der auf der höchst umstrittenen, noch völlig unerprobten mRNA-Technologie beruht.Dabei soll eine synthetische Messen­ger-RNA, die einem Ausschnitt des genetischen Codes eines Coronavirus entspricht, in den Körper injiziert werden. Ähnlich wie das Virus selbst vermehrt sich die­ses Fragment in menschlichen Körperzellen, indem es in sie eindringt und sich mittels der dort vorhandenen Proteine repliziert. Dabei verändert es nach und nach die DNA seines Wirts: Es programmiert sie darauf, eine synthetische Kopie des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 herzustellen: jenes Teils, der einer Plastikborste auf einer Haarbürste ähnelt; mit ihm heftet sich das Virus an menschliche Zellen. Dieses Spike-Protein würde fortan von körpereigenen Zellen produziert. Wenn alles gut geht, greift der Körper dann den "Eindringling" - das synthetische Antigen, das von einer körpereigenen Zelle erzeugt wird - mit Antikörpern an. Die mRNA-Technolo­gie "lehrt den menschlichen Körper, das Virus zu er­kennen, indem sie den Körper lehrt, selbst Schnipsel des Virus herzustellen", sagt Tal Zaks, der medizinische Leiter von Moderna. Sicherlich muss niemand Fauci erst noch darüber auf­klären, dass die kurze Geschichte von Biotech voller Deals auf Luftschlösser steckt, in denen am Ende Riesen­summen abgeschrieben werden mussten. Fauci weiß, dass „Moderna“, im September 2010 gegründet, zwar schon über 1,5 Milliarden Dollar verbrannte, um neun verschiedene mRNA-Vakzine zu entwickeln, aber bis Mai 2020 noch kein einziges Produkt auf den Markt gebracht, keine einzige langfristige klinische Studie durchgeführt hat. (23) Auch Fauci weiß: Nirgendwo auf der Welt hat ein einziger Impfstoff dieser Art bislang eine Zulassung erhalten. Und auch Fauci müssten die gewal­tigen Risiken solcher Biotech-Vakzine bewusst sein: Diese virale mRNA kann auch in den Zellkern eindrin­gen und die menschlichen Erbanlagen verändern - also den Menschen in einen GMO verwandeln, einen gene­tisch veränderten Organismus. Falls diese Mutation in Ei- und Samenzellen stattfindet, würde daraus ein irrever­sibler Eingriff, denn die „umprogrammierten“ Eigen­schaften werden weitervererbt – sofern Nachkommen über­haupt noch vermehrungsfähig sind. Viele genmani­pu­lierten Organismen sind es nicht mehr. Vererbte Schä­den könnten alle künftigen Generationen belasten. Trotz­dem fördert Faucis „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ (NIAID) ausgerechnet „Moder­na“großzügig; er selbst fungiert als Leiter erster Human­studien. Deren Versuchspersonen müssen nicht nur zu 100 % gesund sein und zwischen 18 und 55 Jahren alt sein – womit sie alles als repräsentativ für die Corona-Risi­ko­gruppen sind -, sondern darüber hinaus eine bezeichnende Anforderung erfüllen: Sie dürfen keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben oder Samen spenden. Warum wohl? Und natürlich ist Fauci bestens darüber informiert, wie erbärmlich dünn die Datenbasis für Modernas Ansatz ist. An der ersten klinischen („Phase 1“-)Studie nahmen gera­de mal 45 Freiwillige teil, verteilt auf drei 15er-Gruppen, die ein- bis zweimal eine niedrige, mittlere oder hohe Dosis erhielten: 25, 100 und 250 µg (Mikro­gramm). Was dabei herauskam, schilderte Moderna am 18. Mai nicht etwa in einem sauberen Studienbericht nach wissenschaftlichen Standards, sondern lediglich in einer dürftigen Pressemitteilung voller Andeutungen, Verklausulierungen und Ausklammerungen. (24) Drei der 15 Probanden aus der Hochdosis-Gruppe, so heißt es darin, reagierten auf die mRNA-Impfung innerhalb von 43 Tagen in eher unerfreulicher Weise: „To date, the most notable adverse events were seen at the 250 µg dose level, comprising three participants with grade 3 systemic symptoms, only following the second dose.“ Übersetzt: Bis heute wurden die bemerkenswertesten unerwünschten Ereignisse bei der Dosis von 250 g beobachtet, die drei Teilnehmer mit systemischen Sym­ptomen der Stufe 3 umfasste, als Folge auf die zweite Dosis.“ Gemäß Definition der US-Zulassungsbehörde FDA bedeuten „Systemische Symptome der Stufe 3“ die „Verhinderung täglicher Aktivitäten und die Notwen­digkeit einer medizinischen Intervention“. Dabei handelt es sich also nicht um ein bisschen Fieber oder Schnupfen. Diese drei Probanden sind ernsthaft erkrankt. Was für Symptome ihnen zu schaffen machten und wie schwer­wiegend diese ausfielen – und es womöglich weiterhin sind, vielleicht therapieresistent für immer -, geht aus der Pressemeldung nicht hervor. Der Text lässt aber den Schluss zu, dass sie so gravierend ausfielen, dass darauf verzichtet wurde, ihnen eine zweite Dosis zu verabrei­chen. Auch in den übrigen Gruppen, bei niedrigeren Dosierungen, traten anscheinend Nebenwirkungen auf, wenn auch weniger ernst ausgeprägt. Dabei waren die Probanden vor der Impfung kerngesund und im besten Nicht-Risiko-Alter. Trotzdem traten bei 3 von 45, also 6,7 %, ernste Komplikationen auf. Was passiert erst, wenn Kränkelnde und Vorgeschädigte, Kinder und Alte derart corona-„geschützt“ werden? 6,7 % schwerste Schäden beträfen 22 Millionen Amerikaner und 520 Millionen Menschen weltweit. Trotzdem hat Fauci die Entscheidung, „Moderna“ 483 Millionen US-Dollar über die Bundesbehörde für biome­di­zinische Spitzenforschung und Entwicklung (BARDA) zufließen zu lassen, zumindest mitgetragen, wenn nicht forciert. (Weitere 456 Millionen gingen an Janssen Research & Development - Teil von Johnson & Johnson -, bis zu 30 Millionen Dollar an Sanofi.) Wer managt die „Operation Warp Speed“, gewiss nicht gegen Faucis erbitterten Widerstand? Auch bei dieser Entscheidung dürften Faucis Präferenzen Gewicht gehabt haben. Die Führung liegt in den Händen eines Big-Phar­ma-Repräsentanten: des Molekularbiologen und Immu­no­lo­gen Moncef Slaoui. Er ist Vorstandsvorsitzender von Galvani, einem Unternehmen für Bioelektronik, das sich im gemeinsamen Besitz der Arzneimittelgiganten Glaxo­SmithKine (GSK) und Verily Life Sciences befindet. Als Vorsitzender des Bereichs Forschung & Entwicklung bei GSK trug Slaoui zum breitesten Impfstoff-Portfolio der gesamten Branche bei, mit 48 Vakzinen und weiteren 14 Innovationen binnen eines Jahrzehnts: darunter Cervarix gegen Gebärmutterhalskrebs, Rotarix gegen Rotavirus-Gastroenteritis, Synflorix gegen Pneumokokkenerkran­kun­gen. Diesem Business gewiss nicht abträglich war Sloaouis gleichzeitige imposante Präsenz in den obersten Etagen des staatlichen Gesundheitswesens: Von 2011 bis 2016 saß er im Beratenden Ausschuss des NIH-Direktors der NIH tätig, wie auch in einem Expertengremium für Wissenschaft und Technologie, das dem US-Präsidenten zuarbeitete. (25) Als Slaoui im Mai 2020 zu Warps „Chief Scientist“ berufen wurde, legte er einen seiner Vorstandsposten nieder. Wo? Bei „Moderna“. Doch weiterhin hält er mehr als 10 Millionen Dollar an Aktienoptionen im Unterneh­men - während die Bundesregierung 483 Millionen Dollar in das Unternehmen investierte, um die Corona­virus-Impfstoffversuche zu unterstützen. Welcher Inter­essenkonflikt könnte offenkundiger sein? (26) Bei Laborviren „Funktionsgewinn“ anzustreben, ver­teidigte Fauci wiederholt: Das damit verbundene Risiko sei diese Art von Forschung wert, da sie es den Wissen­schaftlern ermögliche, Sicherheitsvorkehrungen zu tref­fen: beispielsweise antivirale Medikamente zu ent­wickeln, die im Falle einer Pandemie nützlich sein könnten. (27) Welchen Einflüsterungen dürfte der US-Präsident wohl seitens eines solchen Leiters der „Task Force Corona“ im Weißen Haus ausgesetzt sein? Noch am 1. Mai hatte Donald Trump öffentlich erklärt, er habe „unwiderleg­bare Beweise“ gesehen, dass das neuartige Coronavirus aus dem Wuhan-Labor stammt. (28) Kurz darauf wieder­holte US-Außenminister Mike Pompeo diesen Vorwurf und sprach von „signifikanten Belegen“. (29) Doch seither schweigt Trump. Pompeo rudert wieder zurück. („Wir haben keine Gewissheit“, sondern „versu­chen“ erst noch, „Klarheit zu erlangen“, erklärte er am 3. Mai 2020 auf einer Pressekonferenz. (30) Warum wohl? Weil Fauci & Co. ihrem obersten Dienstherrn und dessen Hofschranzen mittlerweile sicherlich klarmachen konn­ten: Was auch immer in Wuhan schief ging: Als Finan­zier und Kollaborateur sind die USA mitverantwortlich; die gleiche Art von Forschung findet seit eh und je auch in US-Biolaboren statt; auch dort kam es wiederholt zu Unfällen, die ebenfalls um ein Haar zu Katastrophen ge­führt hätten; in China ebenso wie in den USA geht es auch um militärisch nutzbaren „Funktionsgewinn“ von Krankheitserregern, was hier wie dort gegen internationa­les Recht verstößt. Kurzum: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Und weil auch ein Trump dies einsehen wird, bedarf es keines Propheten, um abzu­sehen, wo sich die Forderung nach schonungsloser Auf­klä­rung letztendlich hinverlaufen wird: im Sand. Erst am 24. April 2020 brach die NIH die Wuhan-Förde­rung ab. Wieso eigentlich, wo aus dem angeblich vertret­baren Risiko inzwischen doch bloß, wie absehbar, eine klitzekleine Pandemie geworden ist? Nein, China trägt nicht die Alleinschuld Aus alledem folgt: China die Alleinschuld am Wuhan-Desaster in die Schuhe zu schieben, wäre zu billig. Keine Frage, Peking hat die Welt von Anfang an belogen, wich­tige Informationen zurückgehalten, zu spät reagiert; Abweichler von der offiziellen Version brachte es gna­den­los zum Schweigen. Aber an den Geschehnissen in Wuhan trägt die westliche Welt eine gewaltige Mitver­ant­­wortung: Sie lagerte dorthin brandgefährliche For­schungs­aktivitäten aus, die zumindest teilweise auch mili­tärischen Zwecken dienen, womit sie gegen Völker­recht verstoßen; sie förderte diese teuflische Abart von Wissenschaft mit Geld, Knowhow und Personal; sie tole­rierte längst bekannte Sicherheitsmängel; bis heute wirkt sie daran mit, die Welt über wahre Absichten und Risi­ken hinwegzutäuschen. Mit unausgegorenen „Beweisen“ für einen angeblich „zweifelsfreien“ natürlichen Ur­sprung von SARS-CoV-2 legen westliche Virologen falsche Fährten. Journalisten verbreiten sie kritiklos, übergehen Skeptiker, beteiligen sich am Kreuzzug gegen „Verschwörungstheoretiker“. Social Media machen sich zu Zensurapparaten, ihre Gatekeeper unterdrücken die Stimmen von Querdenkern, beseitigen deren Beiträge. So löschte Facebook am 22. Februar 2020 einen Artikel aus der New York Post, der den „Wildtier-vom-Markt“-My­thos in Frage stellte. Diese Blockade hob Zuckerbergs virtueller Allesvernetzer erst auf, als bekannt wurde, dass eine beteiligte „Faktencheckerin“ in Wahrheit eine be­zahlte Forscherin im Wuhan-Labor war. (31) Warum sträubt sich keineswegs bloß die chinesische Regierung dagegen, dass die undurchsichtigen Vorgänge in Wuhans Institut für Virologie unparteiisch untersucht werden? Auch von außerhalb fehlt der nötige Aufklä­rungsdruck. Wieso scheint kaum jemand ernsthaft inter­essiert daran, der naheliegenden Vermutung eines Labor­ursprungs von SARS-CoV-2 unvoreingenommen nach­zu­gehen? Für den US-Mikrobiologen Jonathan Latham liegt die ernüchternde Antwort auf der Hand: „Einen Großteil der Arbeit hat der amerikanische Steuerzahler finanziert, Peter Daszak und die EcoHealth Alliance lenkten das Geld nach Wuhan. Praktisch jede angesehene internationale Organisation, die im Prinzip eine solche Untersuchung durchführen könnte -, die WHO, die FAO, die CDC, die National Institutes of Health, die Gates Foundation - ist entweder Berater oder Partner der EcoHealth Alliance. Wenn der Ausbruch von Sars-CoV-2 auf die Arbeit an Fledermaus-Coronaviren im WIV zurückzuführen ist, dann ist so gut wie jede wichtige Institution in der globalen Gemeinschaft für öffentliche Gesundheit involviert.“ (32) Diese peinliche Mitverantwortung soll unterm Teppich bleiben. Zur Corona-Pandemie haben demnach Machenschaften eines internationalen Netzwerks beigetragen, dessen Skrupel­losigkeit und Arroganz mit seiner Macht ohne weiteres mithält. Inkompetente Regierungen und laxe Be­hörden, pflichtvergessene Medien und verantwortungs­lose For­scher haben gemeinschaftlich daran mitgewirkt, wissen­schaftliches Fehlverhalten und kriminelle Fahrlässigkeit zu verbergen, ein angebliches Freiheits­recht auf gefähr­lichen, unregulierten „Erkenntnisgewinn“ zu verteidigen. Sie alle, nicht nur ein paar Beteiligte in Wuhan und Peking, gehören vor ein internationales Gericht. Die Corona-Krise muss für alle Zeiten die letzte sein, die der Menschheit eine vermeidbare, künstlich erzeugte Seuche beschert. Es muss endlich Schluss sein mit die­sem irrwitzigen „illegalen biologischen Wettrüsten mit potenziell katastrophalen Folgen“, das der Rechtsprofes­sor Francis Boyle in seinem Buch „Biowarfare and Terrorism“ 2005 anprangerte. Solange das nicht ge­schieht, wird unser Planet den Absichten, Machenschaf­ten und Fehlern staatlicher und wirtschaftlicher Akteure ausgeliefert bleiben, die für ihre geopolitischen und öko­nomischen Interessen mit dem Feuer spielen – und not­falls über Leichen gehen. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 9. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 14 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.dailytelegraph.com.au/coronavirus/bombshell-dossier-lays-out-case-against-chinese-bat-virus-program/news-story/55add857058731c9c71c0e96ad17da60 2 https://www.science.org.au/files/userfiles/events/documents/Aus-China-symposium-2017-program.pdf 3 https://www.theglobeandmail.com/canada/article-ottawa-funds-covid-19-research-project-that-is-collaborating-with/; https://www.westernstandardonline.com/2020/04/canada-gave-800000-last-month-to-controversial-wuhan-lab-where-covid-19-may-have-escaped/ 4 http://english.whiov.cas.cn/International_Cooperation2016/Partnerships/201707/t20170717_179745.html 5 https://www.politico.com/magazine/story/2019/09/15/cia-fort-detrick-stephen-kinzer-228109 6 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx; https://en.wikipedia.org/wiki/Galveston_National_Laboratory; https://thehill.com/policy/technology/495674-education-department-investigating-university-of-texas-links-to-chinese-lab 7 http://english.whiov.cas.cn/International_Cooperation2016/Partnerships/201707/t20170717_179745.html 8 https://www.economist.com/science-and-technology/2020/02/01/an-american-chemist-is-suspected-of-illegal-dealings-with-china?gclsrc=aw.ds&gclid=EAIaIQobChMI5PGhob3t6AIVxp6zCh32IwBaEAAYASAAEgJaKfD_BwE&gclsrc=aw.ds; https://www.npr.org/2020/02/14/806128410/harvard-professors-arrest-raises-questions-about-scientific-openness 9 http://www.cambridgeworkinggroup.org/ 10 https://www.nytimes.com/2017/12/19/health/lethal-viruses-nih.html 11 Zit. nach https://www.the-scientist.com/news-opinion/lab-made-coronavirus-triggers-debate-34502 12 https://www.nature.com/articles/nm.3985; (https://www.med.unc.edu/orfeome/files/2018/03/a-sars-like-cluster-of-circulating-bat-coronaviruses-shows-potential-for-human-emergence.pdf 13 https://www.nytimes.com/2017/12/19/health/lethal-viruses-nih.html 14 https://en.wikipedia.org/wiki/Anthony_Fauci 15 https://www.newsweek.com/dr-fauci-backed-controversial-wuhan-lab-millions-us-dollars-risky-coronavirus-research-1500741 16 https://mailchi.mp/gmwatch.org/chinese-us-scientists-engineered-bat-coronaviruses-in-dangerous-gain-of-function-research?e=d811e1281f 17 https://www.washingtontimes.com/news/2020/apr/8/anthony-fauci-sets-stage-mandatory-vaccine/ 18 https://www.naturalnews.com/2020-04-10-anthony-fauci-wants-coronavirus-vaccines-forced-on-all-americans.html 19 https://www.naturalnews.com/2020-04-20-robert-f-kennedy-jr-anthony-fauci-fraud-poisoned-americans.html 20 https://www.hhs.gov/about/news/2020/05/15/trump-administration-announces-framework-and-leadership-for-operation-warp-speed.html; https://www.youtube.com/watch?v=ExFDBVcV5E8 21 https://www.dailymail.co.uk/news/article-8344447/Fauci-warns-calling-vaccine-hunt-Operation-Warp-Speed-fears-anti-vaxxers-exploit-it.html 22 Zit. nach einem CNN-Bericht, https://edition.cnn.com/2020/05/01/us/coronavirus-moderna-vaccine-invs/index.html 23 https://edition.cnn.com/2020/05/01/us/coronavirus-moderna-vaccine-invs/index.html 24 https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-announces-positive-interim-phase-1-data-its-mrna-vaccine/ 25 https://www.hhs.gov/about/news/2020/05/15/trump-administration-announces-framework-and-leadership-for-operation-warp-speed.html. 26 "The ex-pharma exec leading Trump's COVID-19 vaccine program has $10 million in stock options for a company getting federal funding". Business Insider, 18.5.2020, https://www.businessinsider.com/moncef-slaoui-leading-trump-vaccine-push-10m-holding-moderna-conflict-2020-5?r=US&IR=T, abgerufen am 27.5.2020. 27 https://www.newsweek.com/dr-fauci-backed-controversial-wuhan-lab-millions-us-dollars-risky-coronavirus-research-1500741 28 https://www.tagesschau.de/ausland/trump-china-159.html 29 https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-mike-pompeo-erhebt-anschuldigen-gegen-china-a-58a148c0-a4df-493f-838d-34d73b310f29; https://www.merkur.de/welt/corona-labor-china-usa-trump-ursprung-wuhan-luege-geheimdienst-ansteckung-regierung-zr-13747748.html 30 Zit. nach https://nypost.com/2020/05/06/what-is-china-covering-up-about-the-coronavirus-devine/ 31 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx 32 https://www.independentsciencenews.org/health/the-case-is-building-that-covid-19-had-a-lab-origin/

  • Vertuscht.

    Begann die Corona-Seuche schon viel früher - und wir ahnten nichts davon, kein Eingeweihter gab es zu? Auch in dieser Frage zeichnet sich immer deutlicher ab, wie richtig "Verschwörungstheoretiker" lagen. Begann die Seuche schon viel früher? Die Corona-Pandemie habe Ende Dezember 2019 in Wuhan angefan­gen, so hieß es bis vor kurzem. Diese An­nahme gerät neuer­dings unter Druck. Es häufen sich Berichte über Patienten, die schon deutlich früher Covid-19-Symptome gezeigt hatten - auch weit weg von China -, ohne dass dies bereits mit einem neuartigen Virustyp in Zusammen­hang gebracht wurde. So fand man SARS-CoV-2 mittels PCR-Test nach­träglich in einer Zellprobe, die einem 42-jährigen Fran­zosen bereits am 27. Dezember 2019 entnommen worden war (1); seine Ehefrau arbeitete mit chinesischen Kollegen zusammen, in unmittelbarer Nachbarschaft eines Sushi-Stands. (2) Womöglich stammt ein noch früherer Fall aus dem Elsass. Dort wurde am 2. Dezember 2019 im Albert-Schweit­zer-Krankenhaus von Colmar ein 57-jähriger mit schwerer akuter Atemwegsentzündung aufgenommen und etwa eine Woche lang stationär behandelt. Er genas vollständig. Eine nachträgliche Untersuchung von Com­pu­ter­tomografie-Bildern sowie PCR-Tests überzeugten Klinikärzte erst Anfang Mai 2020 davon, dass der inzwi­schen genesene Patient an Covid-19 erkrankt war. (3) Zuvor hatte man die ersten positiven Tests in Frankreich auf den 24. Januar 2020 datiert. Weitere Indizien dafür, dass SARS-CoV-2 in Europa schon im vergangenen Jahr zirkulierte, legt Italiens Na­tio­na­les Gesundheitsinstitut ISS vor. (4) Die ersten Covid-19-Fälle verzeichneten italienische Behörden offiziell Mitte Februar 2020; damit lagen sie wohl um mindestens zwei Monate daneben. Umweltvirologen analysierten näm­lich Abwasserproben, die sie zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 aus Kläranlagen in ganz Italien ent­nommen hatten. Dabei stießen sie in Proben aus Mai­land und Turin vom 18. Dezember 2019 auf das neuarti­ge Co­ro­navirus; offen­bar war es aus dem Kot von Infi­zierten dorthin gelangt. Ähnliche Erkenntnisse hatten bereits Abwasser-Unter­suchungen in Spanien erbracht; in Pro­ben vom Mitte Januar in Barcelona wiesen Forscher die Virus-RNA ebenfalls nach. (5) Auch in Großbritannien könnte sich das Virus unbemerkt schon seit der zweiten Januarhälfte verbreitet haben. Ehe dort die ersten Infektionsfälle offiziell Mitte Februar registriert wurden, hatte sich womöglich bereits die Hälf­te der britischen Bevölkerung unwissentlich angesteckt: rund 30 Millionen Menschen. Davon gehen Epidemio­logen der Universität Oxford aus. (6) Auch anderswo in Europa könnten erste Covid-19-Fälle monatelang übersehen und fehdiagnostiziert worden sein. Nachdem ich eine Kurzfassung dieses Kapitels bei Face­book veröffentlicht hatte, berichteten mir zahlreiche Leser von merkwürdigen Infekten im letzten Quartal 2019 sowie in den allerersten Wochen 2020. „Ich hatte es im Dezember“, schrieb mir H.L. „Ich hatte Angst um mein Herz, weil der starke Husten und die Schnapp­atmig­keit gar nicht mehr aufhören wollten. Ich bin öfters erkältet, aber so etwas hatte ich noch nie.“ Susanna D. „hatte es im Januar. Drei Wochen lag ich nur im Bett, Hals­schmerzen, Husten, Lungenschmerzen, das ganze Programm. Danach ging es mir noch eine ganze Zeit nicht gut. Insofern weiß ich, wovon die Rede ist.“ H.H. „hatte im Dezember Todeshusten und zwei Wochen lang Fieber. Der Arzt war damals ratlos und meinte, das sei ein Virus. Musste deswegen sogar zwei Tage ins Krankenhaus, weil ich keine Luft mehr bekam. Erst der Inhalator hat etwas Linderung gebracht.“ Peter F. „berich­­­teten Freunde aus Varese schon im November von einer ‚seltsamen Grippe‘“. Ob es sich tatsächlich um frü­heste SARS-CoV-2-Fälle handelte oder bloß um eine besonders ausgeprägte Influenza, bleibt offen. Und in China, dem mutmaßlichen Ursprungsland der Seuche? Noch am 1. Januar 2020 warnte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua vor angeblichen „Falschmel­dun­gen“ von Ärzten und bekräftigte, es gebe keine An­zeichen für eine neue hochinfektiöse Erkrankung. (7) Erst am 7. Januar gaben chinesische Behörden bekannt, sie hätten bei mehreren Erkrankten ein neuartiges Corona­virus identifiziert. Weitere zwei Wochen dauerte es, bis sie bestätigten: Der Erreger überträgt sich von Mensch zu Mensch. (8) Chinas erster bestätigter Covid-19-Fall könnte jedoch auf den 17. November zurückgehen. Bei der Nachunter­su­chung von 266 Personen aus der Provinz Hubei, die sich schon im vergangenen Jahr schwere Atemwegs­erkran­kungen zugezogen hatten, fiel ein 55-Jähriger auf, der sich wohl schon damals mit SARS-CoV-2 infiziert hatte. (9) Inzwischen gehen mehrere Wissenschaftler davon aus, dass sich das neuartige Coronavirus spätestens ab Mitte November 2019 auszubreiten begann. Während der Militär-Weltspiele, zu denen sich vom 18. bis 27. Oktober 2019 fast 10.000 Athleten aus 110 Län­dern sowie 230.000 freiwillige Helfer in Wuhan ein­fanden, traten bei etlichen Athleten Covid-19-Symptome auf. Italiens Fecht-Olympiasieger Matteo Tagliariol, 37, berichtet der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera: "Nachdem wir in Wuhan eingetrof­fen waren, er­krank­te jeder von uns. Alle sechs Personen in meiner Woh­nung lagen flach, auch viele Athleten anderer Dele­gationen.“ Er habe schwer gehustet, nach der Rückkehr bekam er "sehr hohes Fieber, ich konnte kaum atmen. Auch Antibiotika halfen nicht." Schließlich habe sich sein zweijähriger Sohn infiziert, anschließend seine Freun­­din: "Als man begonnen hat, vom Virus zu spre­chen, dachte ich: Ich habe mich angesteckt. Das war Covid-19." (10) Waren Teilnehmer dieser Großveranstal­tung womöglich die „Superspreader“, die das Virus weltweit exportieren halfen? Dazu passt eine Nachricht, die im Nu aus den Medien verschwand, kaum dass der US-Sender NBC sie Anfang Mai vermeldet hatte: Zwischen dem 6. und 11. Oktober 2019 muss es im Wuhan-Institut für Virologie zu einem schwe­­ren Zwischenfall gekommen sein. Telekommuni­ka­tionsdaten deuten darauf hin, dass das WIV vom 7. bis 24. Oktober geschlossen war; innerhalb dieser zwei­einhalb Wochen wurde kein einziger Anruf von dort aus getätigt. (11) Auf Satellitenaufnahmen ist deutlich zu erkennen: Vom 11. Oktober an nahm der Straßenverkehr in unmittelbarer Umgebung des WIV deutlich ab. Zwischen dem 14. und 19. Oktober kam er völlig zum Erliegen – ein Indiz für Straßensperren. (12) Telemetrische Daten zeigen für das Wuhan-Institut an allen Tagen im August und September sowie in der ersten Oktoberwoche 2019 eine gleichbleibend hohe Aktivität in einem bestimmten Teil des Gebäudekomplexes, bei dem es sich vermutlich um einen Sicherheitsbereich handelt, den alle Mitarbeiter passieren müssen. Zwischen dem 7. und 24. Oktober betrat ihn anscheinend niemand. (13) Wieso? Ebenfalls Rätsel geben Beobachtungen auf, die der US-Epidemiologe John Brownstein von der Uni Harvard An­fang Juni 2020 öffentlich machte – ein anerkannter Fach­mann, der nach eigenen Angaben die WHO, mehrere US-Ministerien und das Weiße Haus beraten hat. Er analy­sierte hochauflösende Satellitenbilder eines kommerziel­len Anbieters, Remote Sensing Metrics, die bis zu 70 Zentimeter kleine Objekte erkennen lassen. (14) Dabei interessierte Brownstein insbesondere, wie stark belegt die Parkplätze von sechs Krankenhäusern in Wuhan waren – ein möglicher Frühindikator des Infekti­ons­geschehens. Fotos aus dem Spätsommer und Herbst 2019 zeigen deutlich mehr Autos als an Vergleichstagen der Vorjahre. Die mittlere Anzahl der abgestellten Fahr­zeuge stieg in diesem Zeitraum stetig an, im Dezember erreich­te sie einen Höchststand. Beispielsweise hatten vor Wuhans größter Klinik, dem Tianyou Hospital, im Okto­ber 2018 im Schnitt 171 Fahrzeuge geparkt; ein Jahr später waren es 285, also 67 Prozent mehr. Mit dieser sonderbaren Entwicklung korrelierte eine zweite: verstärkte Internetrecherchen nach möglichen Sym­­ptomen von Covid-19. Anfragen bei der chinesi­schen Suchmaschine „Baidu“ nach den Begriffen „Hu­sten“ und „Durchfall“ nahmen bereits im Herbst 2019 erheblich zu. Beide Auffälligkeiten bedürfen allerdings näherer Ab­klärung, ehe sie zu überzogenen Schlüssen verleiten. Auch in China beginnt alljährlich im Herbst die Grippe­saison, auch sie lässt mehr Menschen an Husten und Diarrhoe leiden, nach Erklärungen und Behandlungs­mög­lich­keiten suchen als in anderen Jahreszeiten. Satel­litenfotos stellen immer nur Momentaufnahmen dar, sie bilden eine Situation in einem bestimmten Augenblick ab, die sich kurze Zeit später völlig verändert haben kann. Vor, während und nach der Mittagspause, während und nach Besuchszeiten sieht die Belegung der Klinik­parkplätze womöglich ganz anders aus. (Über die Zeit­punkte der Aufnahmen macht Brownstein leider keine An­gaben.) Und neben einem neuartigen Virus könnten auch andere Faktoren am Werk sein; beispielsweise eine stark zunehmende Luftverschmutzung. Sie könnte eben­falls dafür sorgen, dass deutlich mehr Menschen als sonst mit schweren akuten Atemwegserkrankungen stationär behandelt werden müssen – und zu erheblich mehr Besu­chen von autofahrenden Angehörigen und Bekannten führen. Die mittlere Inkubationszeit von SARS-CoV-2 liegt bei 5 bis 6 Tagen. (15) Falls die Seuche von Wuhan aus bereits vom Herbst 2019 an um sich griff, drängt sich die span­nende Frage auf: Wieso dauerte es vier (!) weitere Mona­te, bis der Welt auffiel, dass eine ganz schreckliche Pan­demie im Gange ist? Und wie steht es mit Frankreich? Die ersten (sechs) offiziellen Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen, welche die staatliche Gesundheitsbehörde Agence nationale de santé publique/SpF registrierte, fallen in die fünfte Kalen­­derwoche 2020, also auf Anfang Februar; der erste bestätigte Todesfall – ein einziger – ereignete sich laut SpF-Daten in der siebten Kalenderwoche 2020. (16) Wie passt das zu den nachträglich festgestellten Erstinfektio­nen vom 2. und 27. Dezember 2019? Es könnte sich um zwei Fehldiagnosen gehandelt haben; vielleicht schlugen die PCR-Tests falsch-positiv an, vielleicht erlaubten die Tomografien keine eindeutigen Schlüsse, vielleicht hat­ten die aufgetretenen Symptome andere Ursachen. Aus denselben Gründen wäre dann jedoch JEDER Covid-19-Befund fraglich. Stimmten die Diagnosen aber, dann muss sich das neuartige Coronavirus in Frankreich schon mindestens zwei Monate lang epidemisch verbreitet haben – unbemerkt. Hunderttausende Franzosen müssten sich vor Februar 2020 bereits angesteckt haben, Zehn­tausende mit Covid-19 gestorben sein, ohne in amtlichen Statistiken die geringsten Spuren zu hinterlassen. Weil Seuchen sich nicht um Staatsgrenzen scheren, müsste der vermeintliche „Killerkeim“ seit der ersten Januarhälfte auch im SpahnMerkelDrostenWielerLand gewütet haben – ohne dass hierzulande schon irgendwer auf die Idee kam, die Nation mit Reproduktionsraten und abzuflachenden Kurven zu ängstigen, ihr Quarantänen und Lockdowns, Schutzmasken und Social Distancing zu­zumuten. Wie kann das sein? Die Antwort bestätigt den meistgeschmähten Corona-Skeptiker Deutschlands, den Arzt Dr. Wolfgang Wodarg: Vom bösen Killerkeim merkte monatelang niemand etwas, weil noch niemand nach ihm suchte. Wozu auch? In Wahrheit gibt es kein „spezielles klinisches Krank­heitsbild“ von Covid-19; das Hauptmerkmal, eine beson­ders schwere akute Atemwegserkrankung (kurz: SARS), teilt Covid-19 mit Influenza und weiteren Infek­ten. Hätten niemals Virentests stattgefunden, so wären wir alle, Experten wie Laien, bis heute von einer beson­ders hefti­gen Grippewelle ausgegangen. Regierungen und Gesund­heitsbehörden rund um den Globus hätten es dabei bewenden lassen, uns gewisse Hygieneregeln ans Herz zu legen, anstatt ganze Länder in Gesundheits­diktaturen zu verwandeln, Bürger ihrer fundamentalen Freiheitsrechte zu berauben, alles öffentliche Leben zu ersticken, die Wirtschaft zu ruinieren. Die explodieren­den Infektionsraten, mit denen man uns nicht schon ab Herbst 2019, sondern erst ab Februar 2020 bange machte, maßen in Wahrheit nicht die Ausbreitung eines Virus, sondern die immer eifrigeren Aktivitäten von wild drauf­lostestenden Virologen. Diese Pandemie ist eine Test­seuche. Dazu passt ihr offizieller Ausgangspunkt: Weltweit weist kaum eine andere Stadt eine höhere Virologendichte auf als die Elf-Millionen-Metropole Wuhan mit ihren drei großen Laboren für Virenforschung. Es ist wie in der Seelenheilkunde: Psychische Störungen treten dort am häufigsten auf, wo sich die meisten Psychiater nieder­gelassen haben, die davon leben, solche Störungen zu diagnostizieren. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 8. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 13 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 A. Deslandes, Yves Cohen u.a.: „SARS-CoV-2 was already spreading in France in late December 2019“, International Journal of Antimicrobial Agents, 3. Mai 2020, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0924857920301643; https://www.tagesschau.de/inland/liveblog-coronavirus-143.html#Guenther-Grenze-zu-Daenemark-wird-ab-15-Mai-schrittweise-geoeffnet; https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-in-frankreich-krankenhaus-bei-paris-entdeckt-covid-19-fall-vom-dezember-a-dc2b8f58-c881-4900-bfd6-adb56775c948 2 https://www.lesechos.fr/politique-societe/societe/coronavirus-les-premieres-infections-en-france-remontent-elles-a-fin-decembre-1200148; https://www.sueddeutsche.de/wissen/coronavirus-beginn-pandemie-1.4900661 3 „Coronavirus: un premier cas de Covid-19 remontant au 2 décembre confirmé en Alsace“, francetvinfo.fr, 7. Mai 2020, https://www.francetvinfo.fr/sante/maladie/coronavirus/coronavirus-un-premier-cas-de-covid-19-remontant-au-2-decembre-confirme-en-alsace_3952985.html 4 https://www.iss.it/en/primo-piano/-/asset_publisher/o4oGR9qmvUz9/content/id/5422725 5 https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-schon-im-dezember-in-abwaessern-von-turin-und-mailand-gefunden-a-56c600b2-1802-4d68-9197-3901e13694c7 6 https://www.intelligentliving.co/oxford-study-covid-19-infected-half-uk-population/ 7 „8 Personen werden aufgrund Online-Verbreitung von Falschinformationen zur ‚Wuhan-Virus-Lungenentzündung‘ strafrechtlich belangt“, Xinhua, 1. Januar 2020, http://www.xinhuanet.com/legal/2020-01/01/c_1125412773.htm, übers. mit DeepL.com. 8 „Novel Coronavirus(2019-nCoV) SITUATION REPORT-1: Data as reported by: 20 January 2020“, (PDF) WHO, 21. Januar 2020, https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200121-sitrep-1-2019-ncov.pdf; Lily Kuo: „China confirms human-to-human transmission of coronavirus“, The Guardian, 21. Januar 2020, https://www.theguardian.com/world/2020/jan/20/coronavirus-spreads-to-beijing-as-china-confirms-new-cases 9 https://www.scmp.com/news/china/society/article/3074991/coronavirus-chinas-first-confirmed-covid-19-case-traced-back 10 https://www.t-online.de/sport/id_87845122/militaer-weltspiele-in-wuhan-ging-das-coronavirus-schon-ab-oktober-um-die-welt-.html 11 https://www.nbcnews.com/politics/national-security/report-says-cellphone-data-suggests-october-shutdown-wuhan-lab-experts-n1202716 12 https://www.documentcloud.org/documents/6884792-MACE-E-PAI-COVID-19-ANALYSIS-Redacted.html; s. beigefügte Bilder. 13 https://www.documentcloud.org/documents/6884792-MACE-E-PAI-COVID-19-ANALYSIS-Redacted.html; s. beigefügte Bilder. 14 Ein Entwurf der Studie ist seit Anfang Juni 2020 vom Preprint-Server der Uni Harvard abrufbar: http://nrs.harvard.edu/urn-3:HUL.InstRepos:42669767. Nach abgeschlossenem Peer Review soll sie in der Fachzeitschrift Nature Digital Medicine erscheinen. 15 „Coronavirus disease 2019 (COVID-19)“, (PDF) Situation Report WHO, 19. Februar 2020, https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200219-sitrep-30-covid-19.pdf 16 https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Frankreich Ausrisse NBC News, Satellitenaufnahmen Wuhan: Peak Prosperity; https://www.nbcnews.com/politics/national-security/report-says-cellphone-data-suggests-october-shutdown-wuhan-lab-experts-n1202716; https://www.documentcloud.org/documents/6884792-MACE-E-PAI-COVID-19-ANALYSIS-Redacted.html

  • Das Furin-Rätsel

    Mehrere Wissenschaftler überzeugte ein spezielles Enzym davon, dass SARS-CoV-2 gentechnisch manipuliert wurde. „Smoking Gun“ nennen Amerikaner einen ein­deutigen Hinweis auf den Täter: Gerade erst fiel der Schuss, der Gewehrlauf raucht noch. Verräterischen „Rauch“, der ein gentechnisches Scharf­machen des neuartigen Coronavirus anzeigt, erkennen mehrere Fachleute in einem Detail des Infektionsablaufs, das ihres Erachtens schwerlich auf natürlichem Weg entstanden sein kann. Einerlei, ob SARS-CoV-2 nun den Rachen, die Lunge oder irgendein anderes Organ befällt, seine trickreiche Vorgehensweise ist stets dieselbe: Mit einem bestimmten Abschnitt auf seinen Spike-Proteinen, der „Rezeptor-Bin­denden Domäne“ (RBD), heftet es sich an einen Rezeptor namens ACE2 auf der Oberfläche der Wirtszelle. Allein mit diesem Andockmanöver ist es aber nicht getan. Wie gelingt es dem Virus daraufhin, ins Zellinnere einzudrin­gen? Dazu ist es einzigartig ausgerüstet. Offenbar nutzt es ein spezielles Enzym seines Wirts: das Furin. Furin ist nicht nur in den Atemwegen reichlich vor­handen, im ganzen übrigen Körper kommt es ebenfalls vor. Auch andere gefährliche Viren wie HIV, Influenza, Dengue und Ebola erzwingen mit ihm den Zelleintritt. (SARS-CoV, der vergleichsweise kraftlose Pandemieaus­lö­ser 2002/03, verwendet hingegen andere Spaltungs­werkzeuge, die seltener und weniger wirksam sind.) Dieses Enzym schneidet die S2-Untereinheit des Spike-Proteins, nachdem es angedockt hat, an einer ganz be­stimm­ten Spaltstelle ab. Dabei legt es Fusionspeptide frei: kleine Aminosäureketten, die helfen, die Membran der Wirtszelle aufzubrechen, so dass die Virusmembran mit ihr verschmelzen kann. Jetzt kann das genetische Mate­rial des Eindringlings in die Zelle gelangen – woraufhin das Virus die Kontrolle über die molekulare Maschinerie des Wirts übernimmt, um sich zu repro­duzieren. (1) Etliche Wissenschaftler glauben, dass die Beteiligung von Furin erklären könnte, weshalb SARS-CoV-2 so erstaunlich leicht von Zelle zu Zelle, von Mensch zu Mensch, womöglich auch von Tier zu Mensch springen kann. Robert Garry, ein Virologe an der Tulane Uni­versity von Louisiana in New Orleans, schätzt, dass das neuartige Coronavirus dadurch eine 100- bis 1000-fach größere Chance hat als sein SARS-CoV-Vorgänger, tief in die Lunge vorzudringen. „Als ich bemerkte, dass SARS-CoV-2 diese Spaltungsstelle aufweist, schlief ich in der darauffolgenden Nacht nicht sonderlich gut“, bekennt er. (2) Diese Spaltstelle trägt den Namen PPRA, sie besteht aus 12 Basenpaaren. In einem Übersichtsartikel zum aktuellen Forschungs­stand staunt selbst das renommierte Wissenschaftsmaga­zin Nature, „woher die genetischen Instruktionen für diese besondere Spaltstelle stammten. (…) Diese speziel­le Anordnung wurde bei keiner anderen Art von Corona­virus gefunden.“ (3) SARS-CoV-2 sei das einzige Corona­virus mit einer Furinspaltungsstelle. Nicht einmal ent­fernte Verwandte von CoV-2 weisen diese Besonderheit auf – sie ist „einzigartig in ihrer Familie. (…) Es ist unwahrscheinlich, dass (sie) sich aus MERS, HCoV-HKU1 usw. entwickelt hat.“ (4) Der US-Biochemiker Christopher Martenson (5) sieht hierin ein klares Indiz dafür, dass SARS-CoV-2 im Labor manipuliert worden sein muss. Einzelheiten erläutert er in einem Online-Video vom 4. Mai 2020. (6) Die Beweise, die Martenson vorlegt, findet der amerikanische Medizi­ner Dr. Joseph Mercola so „schlüssig, dass sie bestimmt auf Titelseiten auftauchen würden, wenn es noch unvoreingenommenen Journalismus gäbe“. (7) Martenson weist darauf hin, dass Furin im Gegensatz zu anderen proteinspaltenden Enzymen sehr spezifisch ist hinsichtlich der Stellen, an denen es schneidet. Taucht zudem Arginin an der zweiten oder dritten Stelle der Proteinsequenz auf, so klappt die Spaltung noch effizien­ter. Dies, so sagt Martenson, sei "der rauchende Colt", der beweist, dass SARS-CoV-2 ein Laborprodukt ist. Diesel­be Ansicht vertritt der russische Informatiker und Geneti­ker Yuri Deigin, ein früherer Mitarbeiter mehrerer Phar­ma- und BioTech-Firmen. (8) Wenn die bei SARS-CoV-2 vorhandene Furinspaltungsstelle "einzigartig in ihrer Fami­lie" ist und "sich wahrscheinlich nicht weiterent­wickelt hat“, dann muss das Virus irgendwo auf seinem Entwicklungsweg modifiziert worden sein. Wenn ein Virus mutiert, verändern sich einzelne Basen. Aber wie sollte in seinem Genom auf einmal eine völlig neue, feste Sequenz von 12 Basenpaaren auftauchen? Das wäre gera­de­zu magisch, und Virologen neigen nicht zu Anleihen bei der Esoterik. „Ganze Inserts“, stellt Martenson fest, „sind nicht Teil des natürlichen Mutationswegs“. Es gibt kein Coronavirus, das ähnlich genug wäre, dass SARS-CoV-2 daraus entstanden oder mutiert sein könnte. Dieses Element dürfte gentechnisch eingebaut worden sein. Denselben Verdacht hegt eine sechsköpfige französisch-kanadische Forschergruppe der Universitäten Marseille und Montreal. Wie sie in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift Antiviral Research (Nr. 16/2020) bekannt gibt, habe sie „im Spike-Protein des 2019-nCoV eine eigentümliche furinartige Spaltstelle identifiziert, die den anderen SARS-ähnlichen CoVs fehlt“. Für diese Beson­derheit sei keine virale Abstammungslinie bekannt. Mit anderen Worten: Sie dürfte nicht natürlich entstanden sein, sondern wurde konstruiert. Ferner weisen die Auto­ren der Studie darauf hin, das Virus enthalte seltsamer­weise auch Elemente von MERS: "Vor der Entstehung des 2019-nCoV wurde dieses wichtige Merkmal nirgend­wo beobachtet.“ (9) Solche künstlichen Inserts sind im übrigen alles andere als originell. Martenson zitiert mehrere Studien, aus denen hervorgeht: Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten seit langem daran, Spaltstellen einzufügen, um Koronaviren virulenter zu machen. Es steht außer Frage, dass sie ohne weiteres imstande wären, das Genom von SARS-CoV-2 entsprechend zurechtzubasteln – in Wu­han, aber auch anderswo. Dass „Gentechnik irgendwann in der Geschichte dieses Virus beteiligt gewesen sein könnte", glaubt auch Stuart Newman, Professor für Zellbiologie und Anatomie am New Yorker Medical College und Chefredakteur der Fachzeitschrift Biological Theory. „Die Hauptunterschie­de“ zwischen SARS-CoV-2 und zuvor identifizierten Coronaviren „liegen in Regionen des Spike-Proteins, die zwei Jahrzehnte lang Gegenstand gentechnischer Exper­imente in Labors auf der ganzen Welt waren, haupt­säch­lich in den USA und China.“ (10) Wie Biolabore Corona­viren gentechnisch zur Furin-Enzymspaltung befähigt haben, um sie in potentere Krankmacher zu verwandeln, wird in zahlreichen Studienberichten beschrieben, zum Beispiel bereits im Jahre 2006 von Wissenschaftlern des Montana Biotechnology Center der Universität Missou­la. (11) Niemand müsste dies besser wissen als Christian Dro­sten, das virologische Chef-Orakel der Nation. Warum schweigt er hierzu? Wieso stand für ihn vom ersten Pandemietag an fest: Dieses neue Coronavirus kann ganz bestimmt nur natürlich entstanden sein, großes Ehren­wort? Was erwidert er Martenson, Deigin, Newman? Diese Viererrunde wäre eine, für die ich nach langer Zeit wieder einmal den Fernseher einschalten würde. Doch welches „Leitmedium“ sendet so etwas noch? (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 6. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 12 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 Den genauen Ablauf schildern Infektionsbiologen des Deutschen Primatenzentrums im Fachjournal Molecular Cell in der Ausgabe vom Mai 2020: https://www.cell.com/molecular-cell/pdf/S1097-2765(20)30264-1.pdf?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS1097276520302641%3Fshowall%3Dtrue 2 Zit. nach Nature, 4.5.2020: „Profile of a killer: the complex biology powering the coronavirus pandemic“, https://www.nature.com/articles/d41586-020-01315-7 3 https://www.nature.com/articles/d41586-020-01315-7#ref-CR13) Auch chinesische Forscher weisen auf diese Anomalie hin: (Canrong Wu u.a.: „Furin, a potential therapeutic target for COVID-19“, 23.2.2020, http://chinaxiv.org/abs/202002.00062; ChinaXiv, DOI: 10.12074/202002.00062 4 http://chinaxiv.org/abs/202002.00062, PDF S. 6. 5 https://es.wikipedia.org/wiki/Christopher_Martenson 6 https://www.peakprosperity.com/covid-19-a-result-of-lab-manipulation-suspicions-grow/, https://youtu.be/eD3ztjqYGbg 7 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/19/smoking-gun-proving-sars-cov-2-was-lab-created.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20200519Z1&et_cid=DM540618&et_rid=875201260 8 https://medium.com/@yurideigin/lab-made-cov2-genealogy-through-the-lens-of-gain-of-function-research-f96dd7413748 9 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0166354220300528 10 https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19387-another-expert-challenges-assertions-sars-cov-2-was-not-genetically-engineered 11 Kathryn Follis u.a.: „Furin Cleavage of the SARS Coronavirus Spike Glycoprotein Enhances Cell-Cell Fusion but Does Not Affect Virion Entry“, Virology 350 (2) 2006, S. 358-369, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16519916/, PMID: 16519916, PMCID: PMC7111780, DOI: 10.1016/j.virol.2006.02.003.

  • Verräterisches Eiweiß

    In der Gensequenz des Wuhan-Virus fand ein Experte, der sich hinter dem Pseudonym "Himalaya Falke" verbirgt, eine weitere verdächtige Komponente: das E-Protein. Das Virus, mit dem der Covid-19-Erreger angeblich einen natürlichen Vorfahren teilt – RaTG13 -, existiert ver­mutlich überhaupt nicht. Wie in den Folgen 9 und 10 dieser Artikelserie erläutert: Die Gensequenz von RaTG13 könnten die Hauptverdächtigen fabriziert haben, um sich zu entlasten. So lautet der Vor­wurf von „Falke“, einem anonymen Experten, der mit den Aktivitäten des Wuhan-Instituts für Virologie an­scheinend vertraut ist wie kein zweiter Außenstehender. Es könnte sich um einen chinesischen Wissen­schaftler handeln, der mit Chinas "Batwoman" Shi Zhengli eine Zeitlang eng zusammengearbeitet hat. Als wahrscheinlichste „Eltern“ des neuartigen Corona­virus identifiziert Falke ZC45 und ZXC21; die vorliegen­de Fachliteratur beschreibt sie umfassend. Genetisch stehen sie einander äußerst nahe: Ihre Sequenzen stim­men zu 97 % überein. Kaum hatte „Falke“ ins Netz gestellt, was er entdeckt hatte (1), da reagierten nicht nur Akklamateure und Kopf­schüttler. Vereinzelt nahmen auch Leser Kontakt zu ihm auf, bei denen es sich offenkundig ebenfalls um Fach­leute handelt. Seine Furcht vor Pekings langem Arm tei­len sie anscheinend, deshalb bevorzugen auch sie Pseu­donyme. Zu ihnen zählt „Viennah K. Erchus“. Er hat­te die Gensequenzen von SARS-CoV-2 und ZC45/ ZXC21 minutiös miteinander verglichen. Dabei stieß er auf eine weitere verdächtige Komponente, worauf er „Falke“ aufmerksam machte: das sogenannte „E-Pro­tein“. „E“ ist ein Eiweißbaustein der Hülle von Coronaviren. Mit Wirtsproteinen geht „E“ nur sehr begrenzt Wechsel­wirkungen ein. Daher steht es nicht unter evolutionärem Druck, sich an einen neuen Wirt anzupassen. Das macht E „tolerant gegenüber Mutationen“, wie Mikrobiologen sagen; das heißt, die entsprechende Gensequenz kann sich auf vielerlei Weise verändern, ohne dass dies die Funktionen von E beeinträchtigt. Darauf waren Forscher sowohl bei SARS als auch bei Fledermaus-Coronaviren bereits gestoßen. Auch zeigte sich, dass die Mutationsrate der „E“-Sequenz über verschiedene Arten von Corona­viren hinweg recht konstant bleibt. (Dazu passt, dass Virologen innerhalb von zwei Monaten nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie nicht weniger als vier Mutatio­nen im E-Protein von SARS-CoV-2 feststellen konnten, die offenkundig folgenlos blieben. Das Virus wurde daraufhin keineswegs weniger ansteckend und pathogen.) Vergleicht man aber das ursprüngliche SARS-CoV-2-Virus mit den Fledermausviren ZC45/ZXC21, so ist die Aminosäuresequenz des E-Proteins bei ihnen zu 100% (!) identisch – und dies, „obwohl sie in der Evolution deut­lich voneinander entfernt sind“, wie Falke betont. (Siehe Grafik.) Angesichts der hohen Mutationsrate, die SARS-CoV-2 wie alle Coronaviren kennzeichnet, und ange­sichts der Tatsache, dass Mutationen ja überall im Virus­genom auftreten können, auch in der E-Protein-Region, macht diese 100%-Quote biologisch keinen Sinn. Da muss jemand nachgeholfen haben. Für Falke, wie auch für seinen Informanten Erchus, steht fest: Dass SAS-CoV-2 in der S1-Region des Spike-Proteins - entscheidend für die menschliche Infektiosität – von seinen naheliegendsten Vorfahren erheblich ab­weicht, während es in einer weitaus weniger entscheiden­den Komponente wie dem E-Protein mit ihnen völlig übereinstimmt, kann nur einen Grund haben: Gene Edi­ting. Die Besonderheiten entstanden durch Manipulation – und mitnichten durch natürliche Mutation und Selek­tion in tierischen und menschlichen Wirten. SARS-CoV-2 dürfte aus ZC45 oder ZXC21 - oder beiden – kon­struiert worden sein, nicht aus dem angeblichen RaTG13. Was führte zur „Jahrhundert-Pandemie“? Womöglich wird uns darüber eine Jahrhundert-Lüge aufgetischt Nach außen hin gibt sich Shi Zhengli verantwortungs­bewusst – was denn sonst? Anfangs sei sie sehr besorgt gewesen, dass ihr Labor die Quelle des Covid-19-Erre­gers sei, so erklärte sie gegenüber dem Magazin Scient­ific American, das „China´s Batwoman“ als uner­schro­ckene, geniale Virenjägerin porträtiert. (2) "Sie erin­nert sie sich, dass sie dachte: ' Wenn Coronaviren die Schul­digen waren, könnten sie aus unserem Labor stam­men?' (…) Shi atmete erleichtert auf, als die Ergebnisse zurück­kamen: Keine der Sequenzen passte zu denen der Viren, die ihr Team aus Fledermaushöhlen entnommen hatte. ‚Das hat mich wirklich sehr erleichtert‘, sagt sie. ‚Ich hatte seit Tagen kein Auge zugetan.‘“ Das kaufte ihr zumindest Scientific American ohne weiteres ab und fei­er­te sie als Pionierin, die „in Fledermaushöhlen Dutzende von tödlichen SARS-ähnlichen Viren identifiziert“ habe, weshalb sie nun „warnt, dass da draußen noch viel mehr sind“. Könnten sie nicht eher „da drinnen“ sein – und erst hier tödlich werden? Eine Leugnung ist keine Widerlegung. Gleichgültig, ob RaTG13 echt oder gefälscht ist: Zur Verantwortung gezogen werden müssen Shi Zhengli und ihre Vorgesetz­ten auf jeden Fall. Falls RaTG13 echt ist, handelte Shi grob fahrlässig, weil sie ihre Entdeckung nicht sofort meldete. Der weltweite Kodex für ordnungsgemäßes wissenschaftliches Verhal­ten verpflichtete Shi darauf, im öffentlichen Interesse die Existenz von RaTG13 unverzüglich bekannt zu geben - und damit die Gesundheitsbehörden rund um den Globus darauf aufmerksam zu machen, dass bei diesem Fleder­mausvirus relativ wenige Mutationen ausreichen könn­ten, um es in ein Humanpathogen zu verwandeln und damit eine neue SARS-Pandemie auszulösen. Sollte Shi RaTG13 aber fabriziert haben, so wäre sie des wissenschaftlichen Betrugs schuldig. Ihr Motiv dazu läge auf der Hand: Es ging darum, die versehentliche Frei­setzung von SARS-CoV-2 aus ihrem Labor zu vertu­schen. Vom ersten Tag an dementierte Peking empört. Wie hätte Shi dem Regime widersprechen können? Macht Falkes Beweisführung nicht klar, wie dringend es einer glaubwürdigen, unabhängigen internationalen Unter­suchung bedarf? Es gilt brennende Fragen zu klä­ren: Woher stammt SARS-CoV-2? Welche Rolle spielten dabei Shi Zhengli, die chinesische Regierung und jene US-amerikanischen Einrichtungen, welche die Virus­forschung am Wuhan-Institut mitfinanziert haben, einschließlich der National Institutes of Health und der EcoHealth Alliance? Wie vertrauenswürdig ist „Falke“ selbst? Können wir einen anscheinenden Experten ernst nehmen, der sich hinter einem Pseudonym versteckt? Gehört zu seriöser Wissenschaft nicht volle Transparenz? Durchaus. Ande­rer­seits hat „Falke“ Nachsicht verdient. Dass er Teile seiner Blog-Site in Chinesisch verfasst hat, deutet darauf hin, dass er ein chinesischer Staatsbürger ist. In seinem Artikel wirft er der Kommunistischen Partei Chinas nachdrücklich vor, für die Entstehung von SARS-CoV-2 verantwortlich zu sein und ein geheimes Biowaffen­programm zu verfolgen. Dass er sich und seine Familie schützen will, indem er anonym bleibt, ist ihm nachzusehen. Wenn das neuartige Coronavirus aus dem Labor stammt und von dort freigesetzt wurde, sei es versehentlich oder vorsätzlich: Was folgt daraus für künftige Pandemien? Wer ihnen vorbeugen will, samt all ihren verheerenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen, der muss alles dafür tun, dass mit derartiger Forschung un­verzüglich Schluss ist – auch wenn viele von Drostens Fach­kollegen dadurch ihren Lieblingsspielplatz verlören. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 6. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 11 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://nerdhaspower.weebly.com/ratg13-is-fake.html; https://spark.adobe.com/page/7BVPjWfEJgQYB/ 2 Scientific American: "How China's 'Bat Woman' Hunted Down Viruses from SARS to the New Coronavirus", 11. März 2020, https://www.scientificamerican.com/article/how-chinas-bat-woman-hunted-down-viruses-from-sars-to-the-new-coronavirus1/, abgerufen am 18.5.2020.

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