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  • "Zuhause wäre ich verschwunden oder tot"

    Li-Meng Yan zählt zu den ersten Wissenschaftlern weltweit, die den Ausbruch des neuartigen Coronavirus untersuchten. Was sie dabei entdeckte, veranlasste sie zur Flucht in die USA. Dort will sie aufklären. Doch dem langen Arm Pekings entkommt sie nicht. Eine chinesische Virologin setzt sich in den vermeintlich freien Westen ab. Sie bringt brisantes Insiderwissen mit. Nach ihrer festen Überzeugung stammt SARS-CoV-2 aus einem Labor in Wuhan; bis heute vertuscht China diesen Ursprung, unterstützt von der Weltgesundheitsorganisation. Doch statt Gehör zu finden, wird die Whistleblowerin zensiert, verleumdet, gemobbt – von Mainstream-Medien, Faktencheckern und Fachkollegen. Am 28. April 2020 besteigt Dr. Li-Meng Yan auf dem Flughafen von Hongkong eine Maschine der Cathay Pacific – Richtung USA. Offiziell ist die junge chinesische Wissenschaftlerin auf Urlaubsreise, behördlich genehmigt. Doch für sie steht fest: Es gibt kein Zurück für sie. Ihren Ehemann, ihre Eltern, ihre Geschwister, ihre Freunde wird sie wohl nie wiedersehen. Denn was sie aus ihrer Heimat mitnimmt, ist ein hochexplosives Wissen, das sie dort in allerhöchste Gefahr brächte, sobald sie es ausspräche: Dass in Wuhan ein neuartiges, hochansteckendes Coronavirus um sich griff, wussten China und die WHO viel früher, als sie offiziell zugaben – lange Zeit vertuschten sie es. Hätten sie von Anfang an mit offenen Karten gespielt, so wäre die Seuche womöglich noch einzudämmen gewesen, ehe sie rund um die Welt Hunderttausende krank machen und umbringen konnte. „Die Wahrheit wurde vertuscht“ Die Wahrheit kennt diese Whistleblowerin nicht bloß vom Hörensagen – monatelang war sie unmittelbar mit ihr befasst. Bis zu ihrer Flucht arbeitete die Virologin in der Abteilung für Public Health Laboratory Science der Universität Hongkong (HKU), einem Referenzlabor der Weltgesundheitsorganisation, das zu den weltweit führenden Corona-Forschungszenten zählt. Dort befasste sie sich unter anderem damit, einen universellen Grippeimpfstoff zu entwickeln. Im Dezember 2019, so berichtet Li-Meng Yan, wurde sie eine der weltweit ersten Wissenschaftler, die mit dem Corona-Ausbruch zu tun bekamen. Damals bat sie ihr Vorgesetzter an der HKU, der Pandemie-Experte Leo Poon, eine Reihe merkwürdiger Fälle von schweren Atemwegserkrankungen in Wuhan zu untersuchen, die SARS ähnelten. Vor Ort nachforschen durfte sie allerdings nicht. Also nutzte sie ein ausgedehntes Netzwerk medizinischer Fachleute vom chinesischen Festland, um Näheres herauszufinden. Rasch wurde Yan klar: Hier tritt eine neuartige Erkrankung auf, von Mensch zu Mensch übertragbar und hochansteckend. Über ihre Erkenntnisse berichtete sie Poon mehrfach, unter anderem am 16. Januar 2020; Poon ist Mitglied der WHO-„Expertengruppe zu molekularen Diagnosemethoden für Influenza“. (1) Darüber hinaus habe sie auch Malik Peiris informiert, einen renommierten Pathologen und Virologen von Sri Lanka, der zu jener Zeit in leitender Position am HKU tätig war; er gilt als der erste Wissenschaftler, der einst das SARS-Virus isolierte. In 35 Forscherjahren hat Peiris über 600 Fachartikel veröffentlicht, er hält 32 Patente zur Diagnostik von Virusinfektionen. Wie Poon war auch Peiris Berater der WHO, er gehörte deren „Strategic Advisory Group of Experts on Immunization“ (SAGE) an. (2) Doch anstatt ihr Gehör zu schenken, „nickte Poon nur und sagte, ich solle weiterarbeiten“. Als sie ihn am 16. Januar abermals darauf ansprach, ermahnte er sie, „zu schweigen und vorsichtig zu sein“. (3) Es gebe da eine „rote Linie“, die sie nicht überschreiten dürfe. Zur Erinnerung: Wie inzwischen feststeht, datiert der erste offizielle Fall einer Covid-19-Infektion in China auf den 1. Dezember 2019. (4) Vieles spricht dafür, dass erste Fälle bereits im November 2019 auftraten (5), womöglich sogar schon im Oktober. Aber noch am 1. Januar 2020 prangerte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua angebliche „Falschmeldungen“ von Ärzten an und bekräftigte, es gebe keinerlei Anzeichen für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung der neuen Erkrankung. (6) Ein „neuartiges Coronavirus“ sei erst am 7. Januar isoliert worden, hieß es. (7) Zwischen dem 12. und 16. Januar 2020 verbreitete die Staatsführung wiederholt die gleichlautende Klarstellung, es gebe keine Neuinfektionen und keine engen Kontakte zu Infizierten. (8) Am 26. Januar sprach der chinesische Staats­präsident Xi Jinping erstmals von einer „ernsten Situation“. (9) Erst drei Tage später, am 29. Januar, begann die Massenquarantäne der gesamten Provinz Hubei. Und die WHO? Mit einem ersten „Situationsbericht“ über ein „Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)“ ließ sie sich Zeit bis zum 20. Januar. (10) Erst am 30. Januar verkündete sie einen „öffentlichen Gesundheitsnotfall von intenationaler Tragweite“. (11) Yan war entäuscht, aber nicht überrascht. „Ich wusste bereits, dass es so ablaufen würde, weil ich die Korruption bei solchen Organisationen wie der WHO und der Kommunistischen Partei Chinas kenne". (12) Doch damit wollte sich Yan nicht abfinden. Als Mitarbeiterin eines WHO-Referenzlabors fühlte sie sich ethisch verpflichtet, der Weltöffentlichkeit „die Botschaft der Wahrheit über Covid“ zu überbringen. Andererseits machte sie sich keine Illusionen: Bräche sie das verordnete Schweigen in ihrer Heimat, so würde sie „verschwinden und getötet“ (13), wie viele chinesische Ärzte, Wissen­schaftler und Journalisten vor ihr. Und so fasste sie den Entschluss zu fliehen. Ihrem Ehemann, mit dem sie seit sechs Jahren verheiratet war, hatte sie vorsichtshalber lange Zeit verschwiegen, was sie vorhatte; er arbeitete im selben Labor wie sie, auch er war ein angesehener Wissenschaftler. Doch eines Tages hörte er zufällig mit, als sie mit einer Bloggerin unvorsichtig über ihre Entdeckungen telefonierte. Daraufhin flehte sie ihn an, gemeinsam mit ihr zu fliehen. Doch er habe „total verärgert“ reagiert, sie von ihrem Vorhaben abzubringen versucht, ihr Verantwortungslosigkeit vorgeworfen und Schuldgefühle eingeredet, so berichtet Yan: „‘Sie werden uns alle umbringen‘, sagte er.“ Entsetzt und verletzt beschloss Yan, ohne ihn zu gehen. Nach 13-stündigem Flug landete sie am 28. April 2020 auf dem International Airport von Los Angeles. Dort hielten Zollbeamte sie an. Panische Angst ergriff sie: „Würde ich nun im Gefängnis landen? Oder nach China zurückgeschickt werden?“ Also „musste ich mich ihnen offenbaren: Ich bin hierher gekommen, um die Wahrheit über Covid-19 zu sagen. Bitte beschützt mich. Wenn nicht, wird die chinesische Regierung mich töten.“ Daraufhin zogen die Zollbeamten das FBI hinzu. Stundenlang wurde Yan verhört, ihr Handy als Beweismittel beschlagnahmt. Anschließend durfte sie an ihren Zielort weiterreisen. Die Adresse gibt sie verständlicherweise nicht preis. Während sie in den Vereinigten Staaten Fuß zu fassen versuchte, fielen chinesische Agenten über ihre Familie, ihre Freunde und Kollegen her. Ihre winzige Wohnung in Hongkong wurde auseinandergenommen. Als Yan ihre Eltern kontaktierte, flehten diese sie an, zurückzukommen; sie habe ja keine Ahnung, wovon sie spreche, und solle ihren Kampf sofort aufgeben. Im Bemühen, große Zeitungen und Fernsehsender für ihre Geschichte zu interessieren, stand Yan seltsam oft vor verschlossenen Türen. Hatte sie nicht sensationellen Stoff anzubieten? Doch anscheinend war er Mainstream-Medien zu heiß. Nur Fox News griff zu: Am 9. Juli war sie zu Gast in der populären Talkshow „Tucker Carlson Tonight“, die bis zu 4,3 Millionen Zuschauer erreicht. Knapp 13 Minuten lang interviewte sie der Moderator, sichtlich betroffen davon, was er zu hören bekam. (14) Am 10. und 13. Juli stellte Fox News ausführliche Artikel über die Whistleblowerin online. (15) Aus China folgten umgehend empörte Dementis, wie nicht anders zu erwarten. Im Juli 2020 verbreitete die Universität Hongkong in einer Pressemitteilung: „Der Inhalt der Fernseh­sendung“ (von Fox News) „stimmt nicht mit den Schlüsselfakten überein. Insbesondere hat Dr. Yan im Dezember 2019 und Januar 2020 an der HKU keinerlei Forschung zur Übertragung des neuartigen Coronavirus von Mensch zu Mensch durchgeführt. Was sie in besagtem TV-Interview behauptet, entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Grundlage, es entspricht bloßem Hörensagen." (16) Wann und warum Yan die HKU verließ, lässt die Presseerklärung offen. Die WHO beeilte sich klarzustellen, der schwer belastete Malik Peiris sei „kein Mitarbeiter“ von ihr, repräsentiere sie also auch nicht. Dass er zu ihren Beratern zählte, bestritt sie indes nicht. (17) Über Yans unmittelbaren Vorgesetzten Leo Poon, einen weiteren WHO-Experten, verlor sie kein Wort. Die chinesische Botschaft in den Vereinigten Staaten teilte Fox News auf Anfrage mit, sie wisse nicht, wer Yan ist; im übrigen habe China die Pandemie heldenhaft gehandhabt. (18) Weil Yan, wie kein anderer Whistleblower vor ihr, diesen schönen Schein gefährden könnte, war Pekings Machthabern anscheinend kein Deal zu schmutzig: Als US-Außenminister Mike Pompeo am 17. Juni auf Hawaii chinesische Diplomaten traf (19), sollen sie ihm Korruptions­beweise gegen Trumps Kontrahenten Joe Biden und geheimdienstliche Erkenntnisse über Nordkorea angeboten haben – als Gegenleistung dafür, dass Dr. Yan „rückgeführt“ wird. (20) Was macht die Hongkonger Virologin zu einem derart wertvollen Tauschobjekt? Li-Meng Yan hatte noch weiteren Sprengstoff im Reisegepäck. Ihn hielt sie zurück, bis sie ihn in einem anspruchsvollen Fachartikel präsentieren konnte, verfasst gemeinsam mit drei chinesischen Kollegen. Fertiggestellt hatte sie den Text Mitte September. Er trägt den umständlichen Titel „Ungewöhnliche Merkmale des SARS-CoV-2-Genoms, die eher auf eine ausgeklügelte Labormodifikation hindeuten als auf natürliche Evolution, und die Beschreibung seines wahrscheinlichen Synthesewegs.“ (21) Im Mittelpunkt stehen zwei Behauptungen, die Yan auf 26 Seiten minutiös begründet: (1.) Mehrere Besonderheiten verraten den Covid-19-Erreger als ein biotechnisches Kunstprodukt – „es gibt Beweise im Genom“. (2.) Es herzustellen, ist für Fachleute ein Kinderspiel, zu bewerkstelligen in wenigen Monaten. Ein natürlicher Ursprung von SARS-CoV-2 wird immer unwahrscheinlicher Einleitend stellt Yan fest: Je unglaubwürdiger die Theorie eines natürlichen Ursprungs von SARS-CoV-2 dasteht, desto rigoroser werden Zweifel daran weltweit unterdrückt. An der anfangs gestreuten Mär von Wuhans Wildtiermarkt als Ausgangspunkt halten mittlerweile nicht einmal chinesische Behörden mehr fest; die ersten Infizierten hatten erwiesenermaßen keinen Bezug dorthin. In keiner Fledermaus, aber auch in keinem sonstigen mutmaßlichen Zwischenwirt – von Schlangen und Vögeln über Pangoline bis zu Marderhunden – war SARS-CoV-2 ausfindig zu machen. Auch fehlen jegliche Spuren eines natürlichen Evolutions­wegs: Weder in Menschen noch in irgendwelchen Tieren ließen sich genetische Vorläufer isolieren, aus denen sich SARS-CoV-2 allmählich hätte entwickeln können; von Anfang an war dieses Virus perfekt daran angepasst, Menschen zu infizieren – an die ACE2-Zellrezeptoren keiner Spezies, nicht einmal von Fledermäusen, docken seine Spikes leichter an. Übergeht Yan nicht den nächsten natürlichen Verwandten, das Fledermaus-Coronavirus RaTG13 (22), dessen Genom zu 96 % mit SARS-CoV-2 identisch ist? Es soll in Fledermäusen der Gattung Java-Hufeisennasen Rhinolophus affinis in Yunnan gefunden worden sein, in Bruchstücken auch bei erkrankten und verstorbenen Minenarbeitern aus Yunnan 2016. (23) In diesem mutmaßlichen Vorläufer-Virus sieht Yan eine dreiste Fälschung, wie etliche Wissenschaftler vor ihr. Obwohl angeblich bereits im Jahr 2013 entdeckt, lud die „Bat Woman“ des Wuhan-Instituts für Virologie (WIV), Shi Zhengli, die angebliche Genom­sequenz von RaTG13 erst im Februar 2020, mehrere Wochen nach Pandemiebeginn, in eine internationale Datenbank hoch; niemand hat dieses Virus je gesehen, nicht einmal das WIV besitzt nach eigenen Angaben noch ein Exemplar davon. Es existiert offenbar bloß als eine computergenerierte Abfolge von Buchstaben für RNA-Nukleotide – ausgeheckt mit hoher krimineller Energie, um falsche Fährten zu legen und Verwirrung zu stiften. (24) Als finalen Knockdown der Labor-Hypothese feiern Faktenchecker den im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichten Artikel einer Autorengruppe um Kristian Andersen, Professor für Immunologie am Gates-gesponserten Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien. Dass SARS-CoV-2 ein Kunstprodukt sein könnte, will sie „unwiderlegbar“ ausgeschlossen haben – per bloßer Computersimulation. Bei näherem Hinsehen handelt es sich dabei nicht einmal um eine Studie, die entsprechenden Anforderungen genügen müsste, sondern lediglich um einen „Letter to the Editor“, einen Leserbrief. Zurecht weist Dr. Yan, wie andere Forscher, auf haarsträubende Mängel in Andersens Beweisführung hin (25), wie auch auf Interessenkonflikte beteiligter Koautoren. (26) „Dieses Virus kann nur aus dem Labor stammen“ Es sind drei Besonderheiten im Erbgut von SARS-CoV-2, die Li-Meng Yan zufolge „äußerst schwer damit zu vereinbaren sind, dass sie sich aus einer natürlichen Evolution ergaben“. Erstens: Aus rund 30.000 Nukleotiden setzt sich das Genom von SARS-CoV-2 zusammen. Mit fast allen bekannten Fledermaus-Coronaviren stimmt ihre Sequenz zu höchstens 89 % überein – mit zwei bemerkenswerten Ausnahmen: ZC45 und ZXC21. Hier erreicht die Ähnlichkeit 97 %. „Höchst ungewöhnliche“ Übereinstimmungen zwischen ihnen zeigen sich auch auf der Ebene der Aminosäuren, die ein Virusgenom kodiert: - das Nucleocapsid-Protein, das die RNA des Coronavirus ummantelt, ist zu 94 % identisch; - das Orf8-Protein – das die Immunantwort des befallenen Wirts umgehen hilft – zu 94,2 %; keine anderen Coronaviren weisen bei diesem speziellen Protein eine höhere Übereinstimmung als 58 % auf. - die zweite („S2“-)Hälfte des Spike-Proteins zu 95 %; - das E-Protein – ein Struktureiweiß, das in die Membranhülle des Virus eingebettet ist und sie auskleidet – gar zu 100 %. Dies findet Yan besonders verdächtig, weil „E“ erfahrungs­gemäß leicht mutiert: Binnen eines einzigen Monats, im April 2020, veränderten sich verschiedene SARS-CoV-2-Stämme im „E“-Segment bereits an vier verschiedenen Stellen. Was ist so brisant an ZC45 und ZXC21? Es handelt sich um Fledermaus-Coronaviren, die zwischen Juli 2015 und Februar 2017 entdeckt, in zwei Einrichtungen der chinesischen Streitkräfte isoliert und charakterisiert wurden: der Dritten Militärmedizinischen Universität in Chongqing und dem Institut für Medizinische Forschung des Kommandos Nanjing. Warum ausgerechnet dort? Zu welchem Zweck? Zum „Scharfmachen“ dürften sie anschließend ans WIV in Wuhan weitergereicht worden sein. Neuerdings in die Welt gesetzte Fakes wie „RaTG13“ hat Yan im Verdacht, von diesem Hintergrund abzulenken. (27) Zweitens: Wenn uns SARS-CoV-2 infiziert, spielen eine entscheidende Rolle dabei die Spike-Proteine, die wie dünne Keulen die Außenseite des Virus schmücken. Sie bestehen aus zwei Teilen: Die vordere Hälfte, S1, ist für die Bindung an ACE2-Rezeptoren der Wirtszelle verantwortlich. Innerhalb von S1 ist es ein Abschnitt von rund 70 Amimosäuren, der direkten Kontakten zu einem solchen Rezeptor aufnimmt; daher wird es als „Rezeptorbindendes Motiv“ (RBM) bezeichnet. Dieses Segment, so argumentiert Yan, kann nicht natürlich entstanden sein – es gibt keinen plausiblen Evolutionsweg dafür. Also wurde es gentechnisch erzeugt. (28) Drittens: Wie schafft es SARS-CoV-2, sich nicht nur an eine Zelle anzulagern, sondern in sie einzudringen? Dazu ist es einzigartig ausgestattet: mit einer sogenannten „Furin-Spaltstelle“ am Übergang der beiden Spike-Hälften S1 und S2. Mit ihr nutzt es ein spezielles Enzym seines Wirts: das Furin. Furin ist nicht nur in den Atemwegen reichlich vorhanden, im ganzen übrigen Körper kommt es ebenfalls vor. Dieses Enzym schneidet die S2-Untereinheit des Spike-Proteins, nachdem es angedockt hat, an einem ganz bestimmten Punkt, der „Spaltstelle“ ab. Dabei legt es Fusions­peptide frei: kleine Aminosäureketten, die helfen, die Membran der Wirtszelle aufzubrechen, so dass die Virusmembran mit ihr verschmelzen kann. Jetzt kann das genetische Material des Eindringlings in die Zelle gelangen – woraufhin das Virus die Kontrolle über die molekulare Maschinerie des Wirts übernimmt, um sich zu reproduzieren. (29) Mit diesem fiesen Trick erzwingen viele gefährliche Viren wie HIV, Influenza, Dengue und Ebola den Zelleintritt. SARS-CoV hingegen, der vergleichsweise kraftlose Pandemieauslöser 2002/03, verwendet andere Spaltungswerkzeuge, die seltener und weniger wirksam sind. Zwar gibt es durchaus Coronaviren, die eine Furin-Spaltstelle aufweisen (30) – nie zuvor fand sich dieses Element jedoch in der Linie B der ß-Coronaviren, der SARS-CoV-2 zugehört. (31) Aber warum sollte SARS-CoV-2 diese Besonderheit nicht auf natürlichem Weg erlangen? Dazu könnte ein ß-Coronavirus-Vorfahr mit einem eng verwandten Coronavirus einer anderen Gruppe oder Abstammungslinie, das die Spaltstelle bereits aufwies, „homolog rekombiniert“, d.h. Nukleotidabschnitte getauscht haben. (32) Yan selbst wirft diese Frage auf. „Zwei Tatsachen“, so erläutert sie, „sprechen jedoch gegen diese Möglichkeit.“ Kein anderes Coronavirus weist exakt dieselbe Basensequenz für die entscheidende Spaltstelle auf, die bei SARS-CoV-2 auftaucht. Zweitens entsprechen die RNA-Sequenzen von SARS-CoV-2 und jedem sonstigen Coronavirus, das eine solche Spaltstelle aufweist, einander zu höchstens 40 %. (33) Eine derart geringe Übereinstimmung, so stellt Yan klar, „schließt die Möglichkeit einer erfolgreichen homologen Rekombination zwischen den Vorfahren dieser Viren aus“. Allzu entfernte Verwandtschaft verhindert Genomtausch. „SARS-CoV-2 ist leicht zu konstruieren“ Ein Drittel ihres Papers widmet Yan einem möglichen Syntheseweg von SARS-CoV-2. Ihre komplizierte Bastelanleitung zeigt fünf Schritte auf, in denen das Virus künstlich herzustellen wäre – binnen weniger Monate. (34) Yan behauptet ausdrücklich nicht: Genau so entstand das Virus. Sie sagt lediglich: So könnte es entwickelt worden sein. Das Institut für Virologie in Wuhan verfügt über alle nötigen Kenntnisse, Vorlagen und technischen Voraussetzungen, um es zu fabrizieren. Ausgestattet mit der größten Corona-Virensammlung der Welt, betreibt es derartige Forschung seit anderthalb Jahrzehnten. Zwingende Beweise hierfür lieferte es reihenweise selbst: mit zahlreichen veröffentlichten Fachartikeln, in denen Shi Zhengli und ihre Kollegen detailliert beschreiben, wie sie „Gain-of-Function“-Experimente mit Coronaviren betrieben: sie biotechnisch „scharfmachten“, damit sie sich leichter übertragen, Menschen infizieren, mehrere Organe befallen, krank machen, töten können. (35) Ist es irre „verschwörungstheoretisch“, wie Yan die naheliegende Frage aufzuwerfen, wozu man so etwas überhaupt tut, wenn nicht zu militärischen Zwecken – zur Konstruktion einer Biowaffe? Vom Regen in die Traufe - Chinesische Zensur außerhalb Chinas Wo konnte Li-Meng Yan all dies ungehindert publizieren? Dass mittlerweile auch im Westen so gut wie alle etablierten Fachzeitschriften Artikel ablehnen, die dem offiziellen Corona-Mythos Chinas und der WHO zuwiderlaufen, wusste sie bereits. Und so lud sie ihren Text am 14. September auf der Website von „Zenodo“ hoch, einer 2013 eingerichteten, von der Europäischen Kommission geförderten Open-Access-Plattform, auf der jedermann seine Forschungsarbeiten unzensiert veröffentlichen kann. (36) Die Resonanz war überwältigend. Binnen acht Tagen wurde der Artikel bereits 763.000 Mal aufgerufen und 590.000 heruntergeladen. (37) Am 13. September, einen Tag vor dem „Zenodo“-Upload, richtete Yan einen Account bei Twitter ein: @LiMengYAN119. Fürs erste bot sie dort nichts weiter als einen Download-Link zu ihrem Fachartikel sowie eine Liste ihrer wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Kein größeres Medium, sondern lediglich der populäre Online-Nachrichtendienst Zerohedge eines Bloggers, der sich hinter dem Pseudonym „Tyler Durden“ verbirgt, wies noch am selben Tag darauf hin. „Wie lange“, fragte er, „wird es wohl dauern, bis @LiMengYAN119 stillgelegt wird?“ Internetzensur kennt „Durden“, bei dem es sich offenbar um einen bulgarischstämmigen Investmentbanker namens Daniel Ivandjiiski handelt (38), aus eigener Erfahrung: Seit er sich in seinem Blog nicht nur über Entwicklungen an Kapitalmärkten äußert, sondern auch politisch Stellung bezieht, haben ihn mehrere soziale Medien verbannt, weil er angeblich „Verschwörungstheorien“ verbreitet. Zerohedges Befürchtung bewahrheitete sich binnen weniger als zwei Tagen. Hacker fielen über die „Zenodo“-Website her.(39) Facebook und Instagram stempelten Yans Interview mit Tucker als „Falschinformation“. Bereits am Vormittag des 15. September wurde Yans Twitter-Account gesperrt, angeblich weil er „Twitter-Regeln verletzt“. (40) Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 59.000 Follower. (41) Worin der Regelverstoß bestanden haben soll, blieb unklar. Die willkürliche Sanktion passt ins immer trostlosere Bild, das soziale Medien der sogenannten „freien Welt“ mittlerweile abgeben. Seit 2017 löscht Twitter immer wieder Accounts von Kritikern der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh); der Bannstrahl traf unter anderem Unterstützer der Anti-KPCh-Allianz42 und des „Neuen Bundesstaats China“. (43) Die Zensur nimmt sprunghaft zu, seit die WHO im März alle großen Social-Media-Plattformen in einen Feldzug gegen „Fake News“ eingespannt hat, um eine angebliche „Infodemie“ zu bekämpfen und „die Öffentlichkeit gegen Falschinformation zu immunisieren“. (44) Im Mai 2020 trat Li Feifei, eine als „Wissenschaftlerin“ getarnte Stellvertreterin der KPCh, dem Direktorium von Twitter bei; somit verschafften sich Pekings Machthaber unmittelbare Kontrolle über den weltgrößten Mikrobloggingdienst mit rund 320 Millionen aktiven Nutzern. (45) Da wurde ein Fuchs entsandt, um den Hühnerstall zu überwachen. (46) Der US-Senator von Missouri, Josh Hawley, kommentierte die Löschung von Dr. Yans Twitter-Account kurz und prägnant: „Jetzt steht Twitter offen auf der Seite von Peking.“ (47) Wie muss Li-Meng Yan dabei zumute gewesen sein? Vor einer der skrupellosesten, menschenverachtendsten Diktaturen der Welt hatte sie in einer vermeintlichen Festung von Freiheit und Demokratie Zuflucht gesucht, um sich Gehör zu verschaffen – und erlebt hier Mechanismen zur Meinungskontrolle, die ihr nur allzu vertraut sind. Darüber empört sich der Ökonom Peter Navarro, ein Berater des Weißen Hauses in Handelsfragen: „Da erhält eine chinesische Wissenschaftlerin den Auftrag, ein tödliches Virus in Wuhan zu untersuchen, stößt auf beunruhigende Fakten, wird von der KPCh mundtot gemacht, spricht trotzdem ihre Wahrheit aus, flieht um ihr Leben in die Vereinigten Staaten – und wird dann von den ‚freien‘ sozialen Medien Amerikas mundtot gemacht. Wo bleibt die Empörung?“ (48) Ein Molekular­genetiker von der Universität Berkeley, Roland Baker, ist fassungslos: „Ich bin alt genug, um mich an Zeiten zu erinnern, in denen man in einem kommunistischen Land die Zensur seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse hinnehmen musste, falls sie nicht auf der Linie der Partei lagen. Jetzt erlebt man eine solche Zensur ausgerechnet hier, in den guten alten USA. Wie fortschrittlich!“ (49) Anscheinend, so kommentiert das Online-Newsportal Independent, „hat die Kommunistische Partei Chinas die großen Tech-Unternehmen mit Geld und finanziellen Anreizen überschüttet, um sie wie Marionetten zu kontrollieren“. (50) Die chinahörige WHO tut ein übriges; deren Generalsekretär Tedros Ghebreyesus, in seiner Heimat Äthopien einst führender Kopf einer marxistisch-leninistischen „Volksbefreiungsfront“ und glühender KPCh-Fan, säße ohne Pekings Lobbying nie und nimmer auf seinem komfortablen Chefsessel. (51) „Wie eine Kuh mit Kaninchenkopf und Affenhand“ Wieder war es Fox News, der sich zunächst als einziger großer TV-Sender traute, das immer heißere Eisen anzupacken: Am 16. September 2020 war Dr. Yan ein weiteres Mal zu Gast bei „Tucker Carlson Tonight“. (52) Zumindest hier durfte sie die Kernthesen ihres 26-Seiten-Papiers erläutern. „Die Kommunistische Partei Chinas will nicht, dass die Menschen diese Wahrheit erfahren. Das ist auch der Grund, warum Twitter sie unterdrückt. Ich bin das Ziel, das man verschwinden lassen will". Ihren Hauptvorwurf bekräftigt sie: „SARS-CoV-2 weist biologische Merkmale auf, die mit einem natürlich vorkommenden, zoonotischen Virus unvereinbar sind. Dieses Virus ist ein von Menschenhand geschaffener ‚Frankenstein‘, der auf Menschen abzielt.“ Für jeden unvoreingenommenen Fachmann seien die biotechnischen Manipulationen ebenso mühelos erkennbar wie bei „einer Kuh, die ein Hirschohr, einen Kaninchenkopf und eine Affenhand hat“. Bei YouTube war dieses Interview zumindest bis zum 23. September noch online. Über 2,5 Millionen rief es bis dahin ab. (53) Facebook und Instagram hingegen gingen umgehend gegen jeden Versuch vor, es zu posten und zu teilen: Sie legen einen Grauschleier darüber, auf dem sie vor „Falschinformation“ warnen, festgestellt von „unabhängigen Faktencheckern“. (54) An den Wellen, die Yans zweiter Fox-News-Auftritt schlug, änderte die hanebüchene Internetzensur freilich nichts. Nun konnten auch Mainstream-Medien über Dr. Yans Enthüllungen nicht länger hinweggehen. Wie sie durchweg damit umgingen, war absehbar: beschämend unfair. Yans wissenschaftliche Qualifikation kann die Journaille schwerlich in Zweifel ziehen. Ihr Master am Xiangya Medical College der Central South University ist echt, ihr Doktortitel von der Southern Medical University in Guangzhou ebenfalls. Als Forscherin hatte sie bislang tadellos gearbeitet – sei es zur Neubildung von Gefäßen in verletzter Hornhaut, sei es zur Entwicklung eines universellen Grippeimpfstoffs. (55) Noch im März und Mai 2020 hatte Li-Meng Yan in zwei führenden Wissenschaftsmagazinen, Nature und The Lancet, Studien über SARS-CoV-2 bei Goldhamstern (56) sowie über „Virusdynamik in milden und schweren Fällen von Covid-19“ (57) veröffentlicht. Fachlich inkompetent? Lächerlich. Fachkollegen assistieren beim Rufmord Also greifen Redaktionen zu vier anderen bewährten Strategien, Abweichler zu diskreditieren: (1.) Ihren jüngsten Artikel habe Dr. Yan nicht in angesehenen Fachzeitschriften mit „Peer Review“ publiziert – so als hätten chinakritische Beiträge, egal wie hochwertig, dort die geringste Veröffentlichungschance. (2.) Man ging sie „ad hominem“ an: Sie habe Kontakt zu Steve Bannon, Trumps umstrittenen Ex-Berater, in dessen Podcast „War Room“ sie aufgetreten sei. Die von Bannon mitgegründete „Rule of Law Society“ (58) habe als Herausgeber ihres Papiers fungiert. Aber warum sollte eine Dissidentin nicht jedes verfügbare Sprachrohr nutzen, dessen sie habhaft werden kann – erst recht, wenn ihr der Zugriff zu anderen verwehrt bleibt? (3.) Es sei „unwissenschaftlich“, sich politisch zu äußern. Dürfen das Forscher in der Coronakrise etwa nicht unbehelligt mit reichlich Applaus, solange sie das offizielle Narrativ bedienen? (4.) Reihenweise kamen sogenannte „renommierte Forscher“ zu Wort, die über Li-Meng Yan herfallen durften. Wikipedia zitiert “mehrere Experten auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie und Infektiologie, darunter Jonathan Eisen und Carl Bergstrom, die sagen, das Papier enthalte keine neuen Informationen, treffe mehrere unbegründete Behauptungen und stehe wissenschaftlich auf schwachen Füßen. Laut Angela Rasmussen, Virologin an der Columbia University, beruht das gesamte Papier ‚im Grunde nur auf Indizien, einiges davon ist völlig frei erfunden.“ (59) David Robertson, Virologe an der Universität Glasgow, erkennt darin „Pseudowissenschaft“, die „ein lächerliches Szenario entwirft“. (60) Ausgerechnet Robertson? Er zählte zu den ersten westlichen Forschern, die dem mutmaßlichen RaTG13-Fake auf den Leim gingen. (61) Drei Jahre lang ließ er sich eine „Fellowship“ vom Wellcome Trust finanzieren (62), der weltweit zweitreichsten Medizinstiftung, ins Leben gerufen vom Pharmagiganten Wellcome. Computersimulator Kristian Andersen warf Yans Text vor, „unwissenschaftlich und falsch“ zu sein; (63) sie betreibe „Cherry-Picking“ von Daten und „ignoriert solche, die ihre Hypothesen widerlegen“. Außerdem „verwendet sie eine Fachsprache, die für Nicht-Experten unmöglich zu entschlüsseln ist - als ‚Wissenschaft‘ verkleideter Quatsch -, ein absurder Vorwurf, der zuallererst auf das Fachchinesisch von Andersens eigenem, hochgradig fragwürdigen Papier passen würde. Wer wie Yan einen Fachartikel veröffentlicht, will damit nicht beim letzten Otto Normalversteher den Groschen fallen lassen, sondern in erster Linie eine vorinformierte Fachwelt erreichen, in der Hoffnung, dass fähige Wissenschaftsjournalisten anschließend fürs erhellende Übersetzen in Alltagssprache sorgen. Einen sachlichen Ton schlug am ehesten Craig Wilen an, Assistenzprofessor für Labor­medizin und Immunologie an der Yale School of Medicine. (64) Eine genomische Übereinstimmung von 97 % mit ZC45 und/oder ZXC21 klinge zunächst mal nach viel, könne aber mit gewaltigen Unterschieden einhergehen, so gibt er zu bedenken. (Das menschliche Genom ist zu 99 % mit dem von Schimpansen und Bonobos identisch.) Bei den rund 30.000 Nukleotiden von SARS-CoV-2 würden 97 % bedeuten: Knapp tausend teilen sie nicht miteinander. „Wenn SARS-CoV-2 in einem Labor hergestellt worden wäre, hätten die Forscher Ursache und Wirkung jedes einzelnen dieser Nukleotide genau bestimmen müssen, um es für den Menschen sowohl infektiös als auch schädlich zu machen. (…) Wir haben keine Ahnung, welche Eigenschaften (die einzelnen) Basenpaare haben, welche davon für die Infektion wichtig sind, welche davon dazu führen, dass sie sich asymptomatisch ausbreitet, welche davon Krankheiten verursachen.“ Eine unlösbare Sisyphusaufgabe sei das. Zum Vergleich zieht Wilen ein Sonett von Shakespeare heran, einen Vierzehnzeiler: Was nützt es, seine Bestandteile zu zählen, es dann in all seine einzelnen Wörter zu zerlegen und diese dann wieder zusammenzusetzen? „Ja, man würde etwas erhalten, das die richtige Länge eines Sonetts hat - aber mit ziemlicher Sicherheit wäre es inkohärent und nutzlos." Doch hier zündet jemand Nebelkerzen. Natürlich klebt auf keinem Nukleotid ein Etikett, wozu es da ist. Und kein Virologe braucht eines. Denn er kennt und beherrscht Verfahren wie die „Gerichtete Evolution“, welches seiner Erfinderin, der US-Biochemikerin Frances Arnold, 2018 den Nobelpreis für Chemie bescherte. Dabei züchtet man Viren beispielsweise nach­einander in verschiedenen tierischen Geweben: ein Vorgehensweise, die Virologen weltweit längst routinemäßig anwenden, um die Entwicklung eines Erregers zu beschleunigen. So wurden z.B. Fledermaus-Coronaviren, nach Entnahme aus dem Anus des Tiers, zunächst in Nierengewebe von Pangolinen (Schuppentieren) vermehrt, dann in Nierenzellen von Affen und Hirngewebe von Mäusen. „Dadurch lassen sich sechs Jahre Evolution auf wenige Tage verdichten – und sehr schnell extrem infektiöse Formen des Virus schaffen“, erklärt der US-Mediziner Dr. Joseph Mercola. (65) Zunächst könnten Virologen auf diese Weise aus Vorlagen wie ZC45 oder ZXC21 eine große Anzahl zufällig mutierter Fledermaus-Coronaviren erzeugen, deren Genome mehr oder minder stark voneinander abweichen. Aus all diesen Varianten wählen sie dann diejenigen Mutanten aus, welche die gewünschten biologischen Eigenschaften am ausgeprägtesten aufweisen: etwa jene mit der bindungsstärksten RBM. Gegenüber „Gene Editing“, dem zielgerichteten Verändern einzelner Elemente in DNA- bzw. RNA-Strängen, weist die Methode der „Gerichteten Evolution“ einen entscheidenden Vorteil auf: Sie erfordert nicht, die Struktur des Proteins und seinen Wirkmechanismus von vornherein genau zu kennen. Ungecheckte Faktenchecker zünden Nebelkerzen Wie so oft seltsam präzise choreografiert, produzierten auch „Faktenchecker“ Verrisse, ebenso prompt wie erwartungsgemäß einhellig: von PolitiFact (66) über FactCheck.org (67) bis Mimikama (68). Kein einziger „Checker“ nannte und widerlegte Yans anspruchsvolle Argumentation auch nur annähernd in allen wichtigen Einzelheiten. Herausgepickt wurde vielmehr der eine oder andere vermeintliche Schwachpunkt – etwa die angebliche Behauptung Yans, dass gewisse „Restriktionsstellen“ in der Genomsequenz von SARS-CoV-2 von Enzymen herrühren, die als molekulare Scheren eingesetzt wurden; solche Stellen weisen aber alle DNA-Sequenzen in der Natur auf, wie „Mimikama“ die Virologin Arinjay Banerjee zitiert. In Wahrheit stellte Yan diesen Sachverhalt aber nirgendwo in Frage; im Gegenteil weist sie darauf hin – wie andere skeptische Wissenschaftler vor ihr -, dass Gentechniker Eingriffsspuren auf vielerlei Weise bis zur Unkenntlichkeit verwischen können. (69) Kein Faktenchecker würdigt ein Hauptanliegen der Whistleblowerin: Sie fordert eine längst überfällige „unabhängige Überprüfung der Laboratorien” in Wuhan. China verweigert sie, die WHO verzichtet auf sie, die USA und andere Länder haben aufgehört, darauf zu bestehen. Kein Faktenchecker fand es der Rede wert, dass Yan mit all ihren Argumenten mitnichten allein auf weiter Flur steht. Sie bekräftigt lediglich, was zahlreiche Wissenschaftler vor ihr einzuwenden wagten – und seither ähnlich perfiden Rufmordkampagnen ausgesetzt sind wie sie. Kaum ein Faktenchecker versäumte es, Yan als Bannon-Puppe zu karikieren. Keiner wies auf Pekings berüchtigtes Biowaffenprogramm hin. Das Institut für Virologie in Wuhan, bis jetzt Chinas einziges der höchsten Sicherheitsstufe BSL-4, spielt darin eine Schlüsselrolle. (70) Mancher bezweifelte sogar, ob es für die Dissidentin überhaupt einen guten Grund zur Flucht gab: Schließlich gehöre Hongkong nicht zur Volksrepublik, also sei sie dort sicher gewesen. Als erste große deutsche Zeitung, der Li-Meng Yan einen Aufmacher wert war, preschte Bild vor. Am 15. September fasste das großbuchstabige Blatt erfreulich neutral ihre wesentlichen Erkenntnisse zusammen, unter der Schlagzeile: „Corona-Wissenschaftlerin aus China: ‚Virus kommt aus Labor‘ - Forscherin zeigt ihr Beweismaterial.“ Prompt gerieten Verlag und Redaktion anscheinend mächtig unter Druck. Schon einen Tag später stellte Bild eine überarbeitete, schroff Abstand haltende Fassung online, jetzt mit einer abschreckenden Unterzeile zur Überschrift: „Mehrere Wissenschaftler widersprechen der Forscherin, kritisieren die Aussagen als Verschwörungstheorien“. (71) „Das US-Nachrichten­magazin Newsweek“, so erfahren Bild-Leser nun, „hat mehrere unabhängige Wissenschaftler gebeten, (Yans) Aussagen zu überprüfen. Sie sind sich einig: Die Angaben von Dr. Li-Meng Yan sind nicht korrekt. „Die vorgenommenen Interpretationen werden nicht durch Daten untermauert, sind unbegründet“, so der britische Biologe Andrew Preston. Sein vernichtendes Fazit: „Diesem Vorabdruck kann in seiner jetzigen Form keine Glaubwürdigkeit beigemessen werden.“ (72) Auch ein Twitter-Kommentar von Wikipedia-Gewährsmann Carl T. Bergstrom wird zitiert: „Ein merkwürdiges Forschungsinstitut veröffentlichte einen bizarren und unbegründeten Vorabdruck, in dem behauptet wird, dass das SARS-CoV-2-Virus einen künstlichen Ursprung hat. (…) Das Forschungsinstitut? Bis zu seiner jüngsten Verurteilung wurde es von Steve Bannon geleitet.“ Von dem berüchtigten Haudrauf und Aluhut-Hexenjäger, den die Skeptikerbewegung für ein Pamphlet mit dem atemberaubend wissenschaftsnahen Titel Calling Bullshit (73) feiert, war von vornherein nichts anderes zu erwarten. Zu erwähnen vergaßen Bergstrom und Bild, welch ehrenwerte Ziele die „Rule of Law Society“ verfolgt: Ihre „Vision“ ist es, „den Menschen in China zu ermöglichen, in einem nationalen System zu leben, das auf Rechtsstaatlichkeit beruht, unabhängig vom politischen System der Volksrepublik“; ihre „Mission“ sieht sie darin, „Korruption, Obstruktion, Illegalität, Brutalität, falsche Inhaftierung, exzessive Verurteilungen, Schikanen und Unmenschlichkeit, die im politischen, rechtlichen, geschäftlichen und finanziellen System Chinas weit verbreitet sind, aufzudecken“. (74) Dass Steve Bannon diese Organisation „leitet“ oder darin sonstwie eine maßgebliche Rolle spielt, ist eine böswilige Unterstellung. Gründer, Mäzen und Sprecher von „Rule of Law“ ist vielmehr der chinesische Geschäftsmann und Milliardär Guo Wengui, der 2014 in die USA geflohen war. (Als Bannon wegen Betrugsvorwürfen kurzzeitig festgenommen wurde, soll er sich auf Guos Yacht befunden haben.) (75) Wenn „renommierte“ westliche Wissenschaftler es anrüchig und verwerflich finden, dass ein politischer Flüchtling aus China mit einer solchen Initiative in Verbindung tritt, so beschämen sie eher: sich selbst. Andere deutsche Redaktionen machten schamlos mit beim Yan-Bashing. Sie sei „den Nachweis für den künstlichen Ursprung des Coronavirus schuldig“ geblieben, so befand die Frankfurter Rundschau, die den Nachweis schuldig blieb, dass sie Yans Artikel gelesen und kapiert hat. (76) Das öffentlich-rechtliche ZDF erdreistete sich gebührenfinanziert, Dr. Yan als Komplizin politischer Extremisten anzuprangern: „Rechte US-Netzwerke streuen die Labor-Theorie“, so überschrieb es allen Ernstes einen Kommentar, der ein glasklarer Fall für die Standesethiker des Deutschen Presserats wäre. Das Aufsehen, das Yans Studie erregt, sei „sorgfältig orchestriert vom früheren Präsidentenberater Steve Bannon“, so verbreitet das ZDF. (77) Der Schweizer Blick machte aus Li-Meng Yan eine „Handlangerin Trumps“. (78) Watson bemerkt, Yans Studie werde „vor allem von rechtspopulistischen Seiten gepusht“; es existiere ein Foto, das Yan zusammen mit Bannon und Trumps Anwalt Rudy Giuliani zeige. (79) In einer solchen Medienlandschaft kann man sich eine Emigration nach Rotchina schon beinahe sparen. Wie unterentwickelt müssen Empathie und Anstand von Wissenschaftlern sein, die sich für Schmutzkampagnen gegen eine mutige Fachkollegin wie Li-Meng Yan einspannen lassen? Ein Whistleblower wie sie pflegt die Wahrheit, das öffentliche Wohl, die Freiheit der Forschung, ein reines Gewissen höher zu gewichten als alle Bergstroms dieser Welt, die sich mit bestehenden Verhältnissen prächtig arrangiert haben. Dafür opfert er Arbeitsplatz und Einkommen, ruiniert seinen akademischen Ruf, setzt seine weitere Karriere aufs Spiel – ohne jegliche Garantie, im Gegenzug mehr zu bekommen als kurzzeitigen Medienrummel und den Applaus einiger Weniger. Muss er dazu, wie Dr. Yan, vor einem totalitären Regime außer Landes fliehen, so verliert er seine Heimat, seine Familie, seinen Freundeskreis, womöglich für immer. In ständiger Angst vor Verfolgung muss er in der Fremde neu anfangen. Allein dafür hätte so jemand Sympathie, Hochachtung und einen Funken Solidarität verdient. Wofür Yan kämpft, sind schließlich Werte und Prinzipien, ohne die der Wissenschaftsbetrieb auch für ihre kollegialen Rufmörder zur unerträglichen Farce würde. Und wie kann es sein, dass ausnahmslos jeder Inquisitor der wehrlosen Yan per Ferndiagnose Scheuklappen, Inkompetenz, ja blanken Irrsinn bescheinigte, statt zunächst einmal Kontakt zu ihr aufzunehmen und neugierig nachzufragen? Immerhin bestritt keiner, dass Yan über die Vorgänge in Wuhan viel früher viel mehr wusste als sie. Wieso verzichtet einer wie der andere darauf, sich diese Informationsquelle in kollegialem Austausch zu erschließen und dabei womöglich hinzuzulernen, sofern ihnen Erkenntnisgewinn wirklich über alles geht? Wer einen Sumpf trockenlegen will, sollte nicht die Frösche fragen. Dass die Virologenzunft von Anfang an vehement und seltsam geschlossen auf einem natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2 bestand, hat naheliegende Gründe. Würde sich die Laborhypothese bestätigen, stünde gewaltig viel auf dem Spiel: künftige staatliche Förderung, Drittmittel von Industrie und Militär, Lehrstühle, das öffentliche Ansehen eines ganzen Wissenschaftszweigs. Gewisse Forschung könnte geächtet und verboten werden; Instituten würde strenge Auflagen und Aufsicht drohen, wenn nicht gar die Schließung. Wer kann das schon wollen und gutheißen, wenn er dort arbeitet und dies weiterhin tun will? Kein „Qualitätsmedium“ hinterfragte mögliche Interessenkonflikte jener Koryphäen, die über die abtrünnige Virologin aus Hongkong den Daumen senkten. Keines recherchierte Ausmaß und Hintergründe der faktischen Publikationssperre für Forscher, die den politisch korrekten Corona-Mythos noch zu hinterfragen wagen. Keines ließ Fachleute zu Wort kommen, die sich lobend über Dr. Yans Arbeit äußern und ihre Vorwürfe stützen. Als „glaubwürdig“ schätzt etwa der amerikanische Arzt Marc K. Siegel sie ein, Assistenzprofessor für Medizin am NYU Langone Medical Center in New York. (80) Kein Sender, kein Printmedium klärte darüber auf, dass sich für einen natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2 weiterhin kein einziger glaubhafter Ausgangspunkt ausfindig machen lässt. (81) Kurzum: Die Vierte Gewalt versagt in dieser unsäglichen Plandemie ein weiteres Mal erbärmlich. „China hat SARS-CoV-2 absichtlich freigesetzt“ Im übrigen will Li-Meng Yan nicht glauben, dass das Virus dem Wuhan-Institut versehentlich entwich. „Es ist absichtlich freigesetzt worden.“ Wozu? „Um in der Welt Schaden anzurichten.“ (82) Damit teilt sie eine Einschätzung, die der Verfasser der Biowaffenkonvention von 1989, der Rechtsprofessor Francis Boyle von der University of Illinois, bereits im Februar 2020 geäußert hatte. (83) Dass die Whistleblowerin bisher jegliche Belege für diesen schlimmen Verdacht schuldig geblieben ist, schwächt unnötig die Überzeugungskraft ihrer übrigen Argumente. Besser, sie hätte hierüber geschwiegen – oder ihre Karten, soweit vorhanden, vollständig auf den Tisch gelegt. In Kürze, so kündigte sie allerdings an, werde sie weitere Beweise folgen lassen. (84) Ihren prominentesten Fan, der ihrer Reputation in Fachkreisen eher abträglich ist, hat Li-Meng Yan in US-Präsident Donald Trump gefunden: Er retweetete (85) ein TV-Interview, in dem der landesweit bekannte Moderator Lou Dobbs Yans Veröffentlichungen als „sehr überzeugend“ bewertete. (86) Auf diesen Applaus hätte sie ohne weiteres verzichten können. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen 1 https://www.who.int/influenza/gisrs_laboratory/report_2017pcrwg9thmeeting.pdf?ua=1, abgerufen am 23.9.2020. 2 https://en.wikipedia.org/wiki/Malik_Peiris 3 Fox News 9.7.2020: „Chinese virologist accuses Beijing of coronavirus cover-up, flees Hong Kong: 'I know how they treat whistleblowers'", https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower 4 Chaolin Huang, Yeming Wang, Xingwang Li, Lili Ren, Jianping Zhao, Yi Hu, Li Zhang, Guohui Fan, Jiuyang Xu, Xiaoying Gu, Zhenshun Cheng: „Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China“, The Lancet. 395, Nr. 10223, 15.2.2020, S. 497–506, https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30183-5/fulltext, doi:10.1016/S0140-6736(20)30183-5. PMID 31986264. 5 „China’s first confirmed Covid-19 case traced back to November 17“, South China Morning Post, 13. März 2020, https://www.scmp.com/news/china/society/article/3074991/coronavirus-chinas-first-confirmed-covid-19-case-traced-back, abgerufen am 19.9.2020. 6 „8 Personen werden aufgrund Online-Verbreitung von Falschinformationen zur ‚Wuhan-Virus-Lungenentzündung‘ strafrechtlich belangt“, Xinhua, 1.1.2020, http://www.xinhuanet.com/legal/2020-01/01/c_1125412773.htm, abgerufen und übersetzt am 19.9.2020. 7 https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200121-sitrep-1-2019-ncov.pdf?sfvrsn=20a99c10_4 8 https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_der_Volksrepublik_China#cite_note-16, Abschnitt „Januar 2020“, abgerufen am 19.9.2020 9 „China coronavirus spread is accelerating, Xi Jinping warns“, BBC, 26.1.2020, https://www.bbc.com/news/world-asia-china-51249208, abgerufen am 19.9.2020. 10 https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200121-sitrep-1-2019-ncov.pdf?sfvrsn=20a99c10_4, abgerufen am 19.9.2020. 11 https://www.nytimes.com/2020/01/30/health/coronavirus-world-health-organization.html, abgerufen am 19.9.2020. 12 https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower 13 https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower, https://www.foxnews.com/media/li-meng-yan-virologist-china-coronavirus-coverup 14 https://www.youtube.com/watch?v=NUbrE1v4kuQ; https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower 15 https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower; https://www.foxnews.com/media/li-meng-yan-virologist-china-coronavirus-coverup 16 "HKU responds to the media concerning a former staff member's TV interview". 11.7.2020, https://www.hku.hk/press/press-releases/detail/21274.html, abgerufen am 19.9.2020. 17 https://www.infowars.com/i-am-the-target-silenced-chinese-virologist-tells-tucker-covid-19-intentionally-released-ccp-trying-to-disappear-her/, abgerufen am 19.9.2020. 18 https://www.foxnews.com/world/chinese-virologist-coronavirus-cover-up-flee-hong-kong-whistleblower 19 https://www.usnews.com/news/world/articles/2020-06-17/pompeo-to-meet-with-chinas-top-diplomat-in-hawaii-state-dept; https://edition.cnn.com/2020/06/17/politics/pompeo-yang-jiechi-meeting-hawaii/index.html 20 https://gnews.org/361133/ 21 Li-Meng Yan/Shu Kang/Jie Guan/Shanchang Hu: „Unusual Features of the SARS-CoV-2 Genome Suggesting Sophisticated Laboratory Modification Rather Than Natural Evolution and Delineation of Its Probable Synthetic Route“, https://zenodo.org/record/4028830 22 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/Taxonomy/Browser/wwwtax.cgi?mode=Info&id=2709072; https://www.nature.com/articles/s41564-020-0771-4 23 Jose Halloy u.a.: „Tracing the origins of SARS-COV-2 in coronavirus phylogenies“, HAL vom 16. 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Siehe H. Wiesendanger: Corona-Rätsel, Kap.8 „Spurlos“. 70 https://greatgameindia.com/chinas-biological-warfare-program/; https://greatgameindia.com/coronavirus-bioweapon/ 71 https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/coronavirus-in-labor-hergestellt-forscher-zeigen-ihr-beweismaterial-72922128.bild.html, abgerufen am 20.9.2020. 72 https://www.newsweek.com/fact-check-does-new-study-give-evidence-that-coronavirus-was-made-lab-1532068 73 Carl T. Bergstrom/Jevin D. West: Calling Bullshit - The Art of Skepticism in a Data-Driven World, New York 2020. 74 https://rolsociety.org/ 75 https://www.braunschweiger-zeitung.de/verbraucher/article230434334/Corona-China-Wuhan-Militaerlabor-Tiermarkt-Studie-Aerger.html 76 https://www.fr.de/panorama/coronavirus-china-ursprung-wuhan-labor-forscherin-aktuell-these-zahlen-tote-virologin-reaktion-zr-90042594.html 77 https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-wuhan-labor-studie-yan-bannon-100.html 78 https://www.blick.ch/news/ausland/li-meng-yan-verbreitete-umstrittene-theorie-dass-covid-19-aus-einem-labor-stamme-ist-chinesische-corona-forscherin-trumps-handlangerin-id16098327.html 79 https://www.watson.ch/international/coronavirus/989183448-stammt-das-coronavirus-aus-einem-chinesischen-labor-der-faktencheck 80 https://video.foxnews.com/v/6191136551001#sp=show-clips 81 Siehe H. Wiesendanger: Corona-Rätsel, a.a.O. 82 https://www.foxnews.com/media/chinese-virologist-government-intentionally-coronavirus; https://video.foxnews.com/v/6191134384001#sp=show-clips 83 https://guadalajarageopolitics.com/2020/01/30/francis-boyle-wuhan-coronavirus-is-an-offensive-biological-warfare-weapon-131/; https://greatgameindia.com/dr-francis-boyle-creator-of-bioweapons-act-says-coronavirus-is-biological-warfare-weapon/ 84 https://www.techtimes.com/articles/252676/20200918/whistleblower-li-meng-yan-publishing-second-report-more-scientific-evidence.htm 85 https://gnews.org/361133/ 86 https://twitter.com/LouDobbs/status/1305995646302912512

  • „Wir können das Leben nicht pausieren lassen“

    Der Virologe Hendrik Streeck fordert ein rasches Umdenken in der Corona-Politik: „Wir dürfen uns nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken.“ Ein rasches Umdenken in der Corona-Politik fordert Professor Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn. Eine panische Angst vor Fehlern dürfe das öffentliche Leben nicht lähmen. Allein auf die Infektionszahlen zu schauen, sei töricht. Streeck, der dem virologischen Halbgott der Nation, Christian Drosten, schon öfters zu widersprechen wagte, fordert mehr Mut zum Handeln. Für eine Debatte über Umfang und Dauer der staatlichen Corona-Maßnahmen sei es höchste Zeit. „Wir dürfen uns bei der Bewertung der Situation nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken", erklärte Streeck der Welt am Sonntag (1), wie zuvor schon in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen (2) und einem Fernsehauftritt bei „Maischberger“. (3) Zwar steige die Zahl der positiv getesteten Menschen in Deutschland und Europa deutlich an. „Gleichzeitig sehen wir aber kaum einen Anstieg der Todeszahlen.“ In seinem Twitter-Account untermauert Streeck dies mit erfreulichen Statistiken aus Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien. (4) „Wir können das Leben ja nicht pausieren lassen“, so betont Streeck. „Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass niemand – kein Politiker, kein Virologe, kein Epidemiologe – den einen, richtigen Weg im Umgang mit der Pandemie kennt. Wir können nur ausprobieren, und wir müssen auch Fehler machen dürfen.“ Infektionen ohne Symptome: Was ist schlimm daran? Natürlich solle man Ansteckungen vermeiden, so gut es geht. Man könne Infektionszahlen aber auch anders lesen: „Gesellschaftlich betrachtet sind Infektionen mit keinen Symptomen nicht zwangsweise schlimm. Je mehr Menschen sich infizieren und keine Symptome entwickeln, umso mehr sind – zumindest für einen kurzen Zeitraum – immun. Sie können zum pandemischen Geschehen nicht mehr beitragen“, so Streeck. Die enorme Anzahl von Infektionen, die folgenlos blieben, müsse dringend zu einer gelasseneren Risikobewertung führen. Wann begreifen das unsere politisch verantwortlichen Seuchenschützer endlich? Im übrigen glaubt Streeck „weiterhin nicht, dass wir am Ende des Jahres in Deutschland mehr Todesfälle als in anderen Jahren gehabt haben werden". Er verweist auf das Durchschnittsalter der Pandemietoten von 81, das eher "oberhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung" liege. Mancher, den Covid-19 in Deutschland verschone, sterbe stattdessen "an einem anderen Virus oder Bakterium". (5) „Meine Position war immer, dass das Virus nicht bagatellisiert werden sollte, aber auch nicht dramatisiert werden darf.“ (6) Medien wie die "Tagesschau", die Zeit und die Süddeutsche hätten in der Corona-Berichterstattung eine fragwürdige Rolle gespielt, kritisiert Streeck. (7) Schon Anfang Juni 2020 wagte Streeck die Lockdown-Politik zu hinterfragen. (8) Vieles sei übereilt beschlossen worden, so bemängelte er. "Wir sind zu schnell in den Lockdown gegangen." (9) „Die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht, auch um zu sehen, wie die einzelnen Beschränkungen wirken und ob zusätzliche Schritte wirklich notwendig sind." Allerdings steht Streeck weiterhin hinter den staatlichen Hygienemaßnahmen der ersten Monate (10) - so als wäre ihm entgangen, wie vorbildlich unaufgeregt, liberal und grundrechtekonform Schweden die Krise bewältigt hat. Nicht erst im September 2020, sondern schon zu Beginn der zweiten Märzhälfte verrieten ausgerechnet RKI-Statistiken, dass alle klinisch bedeutsamen Kurven nicht bloß„abgeflacht“, sondern im Sinkflug begriffen waren: die Häufigkeit von Arztbesuchen wegen schwerer akuter Atemwegserkrankungen, die Anzahl entsprechender Diagnosen, die Anzahl von Einweisungen ins Krankenhaus deswegen, die Belegung von Intensivstationen und Friedhöfen. Und ja, lieber Professor Streeck, schon damals hätte es nicht geschadet, wenn Sie ebenso vernehmlich auf Distanz gegangen wären wie heute. Andererseits: Eine gelegentliche Stimme der Vernunft ist immer noch besser als gar keine. Strategiewechsel tut not Nachdrücklich plädiert Streeck dafür, mit dem neuen Coronavirus pragmatisch umzugehen und Schutzmaßnahmen auf Menschen mit hohem Risiko oder schweren Krankheitsverläufen zu konzentrieren. Das Virus langfristig zu unterdrücken, gar seine Ausrottung anzustreben und auf einen möglichen Impfstoff zu hoffen, hält er für keine sinnvolle Strategie. (11) Vielmehr plädiert er für Pragmatismus. „Es ist wichtig, auch Szenarien zu entwerfen für den Fall, dass es vielleicht keinen Impfstoff geben wird.“ Denn bisher habe man für keines der verschiedenen Coronaviren einen Impfstoff gefunden - ähnlich wie bei Malaria, Dengue, Tuberkulose oder HIV. „Es gibt keinen Universalimpfstoff.“ Wie bei der Influenza müsse man jedes Jahr erneut einen Impfstoff entwickeln. Jegliche Sars-CoV-2-Infektionen zu unterbinden, sei unmöglich - „und es stellt sich die Frage, ob das überhaupt sinnvoll und notwendig ist“. Jegliche Infektion verhindern, das Virus auslöschen: weder sinnvoll noch notwendig noch möglich Den Begriff „zweite Welle“ findet Streeck „irreführend“: „Wir müssen realisieren, dass das Virus hier ist und nicht mehr weggehen wird, dass wir es gewissermaßen mit einer Dauerwelle zu tun haben. (…) Unser Ziel kann es nicht sein, das Virus auszutreiben. Das wird nicht möglich sein.“ (12) Hinter den Einsatz von Atemschutzmasken im Alltag setzt Streeck dicke Fragezeichen. Die Frage nach ihrem Sinn hält er für „sehr berechtigt. Am Anfang der Pandemie wurde ja dezidiert gewarnt vor Masken. Die Gründe dafür gelten immer noch, auch wenn sie merkwürdigerweise keine Rolle mehr zu spielen scheinen.“ (13) Auch wenn „Masken wirken“ (14), wie der Bonner Virologe entgegen zahlreicher internationaler Studien (15) glaubt, würden sie nach seiner Beobachtung oft falsch angewandt. „Die Leute knüllen sie in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen.“ Solcher Mund-Nase-Schutz sei „ein Nährboden für Bakterien und Pilze“. Im übrigen verweist Streeck auf die Empfehlung der WHO, die eine allgemeine Maskenpflicht bis vor kurzem nicht empfohlen hat. Masken sollten medizinischem Personal vorbehalten bleiben. (16) In Ostasien, wo die meisten Menschen in der Öffentlichkeit grundsätzlich eine Maske trügen, habe die Ausbrüche dort auch nicht verhindert. Bei Großveranstaltungen seien Masken nicht effektiv, da diese nach kurzer Zeit durchfeuchtet seien und so gar keinen Effekt mehr hätten. (17) Auch den Nutzen der zahlreichen Corona-Tests stellt Streeck angesichts der enormen Kosten infrage. "Je nach Labor kommen im besten Fall 59 Euro pro Test auf das Gesundheitssystem zu - bei 400.000 Stück pro Woche bedeutet es eine Stange Geld. Wenn dann noch systematisch gescreened werden soll, wird es noch mehr. Wenn wir nur 1 positives Ergebnis auf 100 Tests sehen, fragt sich ja, ob das noch lohnt." (18) Mit Blick auf Schulen und Kitas erklärt Streeck: "Kinder sind nicht die großen Virenschleudern.“ Und „Lehrer haben kein höheres Infektionsrisiko als andere Berufsgruppen, die in vergleichbarer Weise mit Menschen arbeiten." (19) Zum Heulen Wer nicht an massiven Gedächtnisstörungen leidet, fasst sich verzweifelt an die Stirn, wenn er Streeck jetzt einen „Strategiewechsel“ in der Coronakrise anregen hört – so als wäre dies erst ein knappes Dreivierteljahr nach Pandemiebeginn eine glänzende Idee. Eben diesen „Wechsel“ hätte Deutschland bereits im Frühjahr haben können, sofern Experten wie Sucharit Bhakdi und Wolfgang Wodarg, John Ioannidis und Knut Wittkowski, Ralf Otte und Drostens Amtsvorgänger Detlev Krüger gehört statt mundtot gemacht, einbezogen statt ausgegrenzt, ernstgenommen statt verhöhnt worden wären – mit jedem weiteren coronoiden Krisenmonat wird immer deutlicher, wie richtig diese einsamen, verkannten Mahner im großen und ganzen von Anfang an gelegen hatten, aller „Faktenchecks“ zum Trotz. Für einen frühen „Strategiewechsel“ hätten Merkel, Spahn & Co. lediglich begreifen müssen, dass „die Wissenschaft“ nicht bloß aus RKI, Charité und WHO-Beratern besteht. Auch hätte es nicht geschadet, frühzeitig den Architekten des schwedischen Sonderwegs, Anders Tegnell, zu Rate zu ziehen. Nun ist der historisch beispiellose Megaschaden angerichtet, selbst wenn künftiger begrenzt wird, selbst wenn die Verantwortlichen - vom Kabinett Merkel über Landesfürsten wie Laschet und Söder bis hin zu den Alarmisten Drosten und Wieler – irgendwann zur Verantwortung gezogen werden sollten. Es ist: zum Heulen. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.welt.de/gesundheit/article215584276/Hendrik-Streeck-Bei-der-Bewertung-nicht-auf-Infektionszahlen-beschraenken.html (2) https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/hendrik-streeck-ueber-den-anstieg-der-corona-infektionen-16893473.html?GEPC=s3 (3) https://twitter.com/i/status/1298741819350683648 (4) Siehe Streecks Tweet vom 30. August, https://twitter.com/hendrikstreeck?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1300058435539677185%7Ctwgr%5Eshare_3&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.zdf.de%2Fnachrichten%2Fpolitik%2Fcoronavirus-streeck-strategiewechsel-100.html (5) https://www.presseportal.de/pm/58964/4618874 (6) https://www.n-tv.de/panorama/Wir-sind-zu-schnell-in-den-Lockdown-gegangen-article21838173.html (7) https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/2065630/corona-forscher-streeck-sieht-app-masken-und-massentests-skeptisch; https://www.n-tv.de/panorama/Wir-sind-zu-schnell-in-den-Lockdown-gegangen-article21838173.html (8) https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88029134/virologe-streeck-kritisiert-corona-massnahmen-lockdown-kam-zu-schnell-.html (9) https://www.n-tv.de/panorama/Wir-sind-zu-schnell-in-den-Lockdown-gegangen-article21838173.html (10) https://www.rnd.de/gesundheit/virologe-streeck-prazisiert-aussage-zu-lockdown-aus-dem-kontext-gerissen-LM2JAU7BZNFNDB7E4WJZKVEQDE.html; @hendrikstreeck vom 10. Juni. (11) https://www.merkur.de/welt/coronavirus-impfstoff-hendrik-streeck-zweite-welle-impfstoff-virologe-massentest-infektion-warnung-drosten-zr-13834907.html (12) Zit. nach https://www.merkur.de/welt/coronavirus-impfstoff-hendrik-streeck-zweite-welle-impfstoff-virologe-massentest-infektion-warnung-drosten-zr-13834907.html (13) https://www.n-tv.de/panorama/Wir-sind-zu-schnell-in-den-Lockdown-gegangen-article21838173.html (14) https://www.rnd.de/gesundheit/virologe-streeck-prazisiert-aussage-zu-lockdown-aus-dem-kontext-gerissen-LM2JAU7BZNFNDB7E4WJZKVEQDE.html (15) https://swprs.org/face-masks-evidence/ (16) https://de.wikipedia.org/wiki/Hendrik_Streeck (17) „Markus Lanz“ vom 31. März 2020, https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-31-maerz-2020-100.html; „Virologe Streeck kritisiert bei Lanz Corona-Maßnahmen“, https://www.youtube.com/watch?v=VP7La2bkOMo, YouTube-Video, 1. April 2020. (18) https://www.presseportal.de/pm/58964/4618874 (19) https://www.presseportal.de/pm/58964/4618874 Porträtfoto Streeck: Von Frank Burkhardt - http://hiv-forschung.de/essen-lab-members/streeck, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76598170

  • Pandemie? Krankenkassen merkten davon wenig.

    DAK, AOK, TK bestätigen: Covid-19 spielte im ersten Halbjahr 2020 bei Krankschreibungen von Erwerbstätigen so gut wie keine Rolle. Seuche? Welche Seuche? Diese Frage stellen sich nicht bloß „Covidioten“ und irre Verschwörungstheoretiker - sondern auch Leser der aktuellen Berichte von Gesetzlichen Krankenversicherungen über das erste Halbjahr 2020. Mit einem Anteil von 4,36 % ist der Krankenstand der 5,3 Millionen Erwerbspersonen, die bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert sind, im ersten Halbjahr 2020 trotz Corona-Krise NICHT übermäßig gestiegen. (Den „Krankenstand“ berechnen Gesetzliche Krankenkassen, indem sie die gemeldeten Arbeitsunfähigkeitstage durch die Gesamtzahl der Versicherungstage teilen.) Zum Vergleich: 2019 betrug der Krankenstand für diesen Zeitraum 4,33 %, 2018 waren es 4,48 %. „Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass nach einem deutlichen Anstieg im März zum Beginn der Pandemie ab April die Krankmeldungen merklich zurückgegangen sind“, teilt die TK mit. So betrug der Krankenstand für März rund 5,98 %, mit einem Rekordhoch zum Ende des Monats von 6,92 %. Im April sank er bereits merklich auf 4,01 %, um sich dann im Mai und Juni auf vergleichsweise niedrigem Niveau einzupendeln (Mai 3,39 %, Juni 3,40 %). „Die Diagnose Covid-19 spielt eine eher untergeordnete Rolle. Im März war sie für nur 0,29 % des gesamten Krankenstandes verantwortlich, im April stieg der Wert leicht auf 0,68 %, um dann im Mai (0,38 %) und Juni (0,21 %) wieder zu sinken.“ Selbst auf dem Scheitelpunkt der Corona-Welle, in der zweiten Märzhälfte, waren nie mehr als 4 von 1000 Arbeitnehmern oder 0,04 % wegen Covid-19 krankgeschrieben. NULL-KOMMA-NULL-VIER. Dazu passt, was die DAK über das erste Halbjahr 2020 berichtet. „Trotz Corona-Krise hat jeder DAK-versicherte Beschäftigte durchschnittlich genauso viele Fehltage wie im Vorjahreshalbjahr: 7,6 Tage“, berichtet die DAK-Pressestelle. Zudem waren WENIGER Beschäftigte wegen Krankheit arbeitsunfähig als im selben Zeitraum des Vorjahrs. Die Mehrheit (68 %) hat in den ersten sechs Monaten 2020 kein einziges Mal eine Krankmeldung eingereicht. „Entgegen der Erwartungen ist ein nachhaltiger Anstieg der Arbeitsunfähigkeit ausgeblieben, obwohl es wegen der Pandemie noch bis Ende Mai die telefonische Krankschreibung gab“, erklärt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Zwar war jeder fünfte Fehltag auf eine Atemwegserkrankung zurückzuführen – 140 Fehltage je 100 Beschäftigte; auf Covid-19 entfielen aber bloß drei davon. Die AOK, Deutschlands mit Abstand mitgliederstärkste „Gesetzliche“, meldet für ihre 11,6 Millionen versicherten Erwerbstätigen: Von März bis Mai, den „heißesten“ Monaten der Corona-Pandemie, erhielten 55.000 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsbescheinigung „im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose“ – eine Quote von 0,47 %. So arg „wütet“ SARS-CoV-2, dass seinetwegen nicht einmal jeder ZWEIHUNDERTSTE (!) länger als drei Tage arbeitsunfähig wird? Wie viele Personen je 100.000 Beschäftigte wurden „im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose“ von März bis Mai im Krankenhaus behandelt? Gerade mal 157 – 0,16 %. NULL-KOMMA-EINS-SECHS. Wie das Wissenschaftliche Institut der AOK berichtet, lag bei mehr als drei Viertel dieser 157 Betroffenen „der gesicherte Nachweis des SARS-CoV-2“ vor (78,7 %). Bei weniger als einem Viertel bestand „ein klinischer Covid-19-Verdacht ohne Virusnachweis“ – ein paar unspezifische Beschwerden lagen also vor, die ebensogut von einer Influenza oder einer hundsgewöhnlichen Erkältung herrühren konnten. Zu berücksichtigen ist dabei: Viele Beschäftigte wurden kerngesund und putzmunter, ohne die geringsten Symptome, auf Verdacht „krank“geschrieben, nachdem bei ihnen ein Test auf SARS-CoV-2 positiv ausgefallen war – oder weil sie „Kontakt“ zu einem sogenannten „Infizierten“ hatten. Ohne diese Pseudo-„Fälle“ sähe die Gesundheitsstatistik von Deutschlands Werktätigen 2020 verglichen mit dem Vorjahr noch erheblich besser aus, als die großen Gesetzlichen Krankenkassen ohnehin vermelden. Wir halten fest: Eine Pandemie, derentwegen die Wirtschaft ruiniert, Freiheitsrechte missachtet, das öffentliche Leben schockgefroren werden muss, macht sich unter anderem daran bemerkbar, dass NICHT mehr Erwerbstätige krankgeschrieben und in die Klinik eingeliefert werden müssen als früher. Was ist das für eine Seuche, nach der selbst Krankenkassen mit der Lupe suchen müssen? „Das zeigt doch nur, wie fabelhaft Lockdown und AHA-Vorschriften gewirkt haben“, erwidern Fans des Hygieneregimes. Also hüteten Schwedens Werktätige im ersten Halbjahr massenhaft das Bett, soweit sie auf Intensivstationen nicht schon ihren letzten Atemzug taten und Friedhöfe überfüllen? (Harald Wiesendanger)

  • Sollte ich mein Zeitungsabo kündigen?

    Der ultimative, ziemlich zuverlässige Schnelltest - ein KLARTEXT-Beitrag zur geistigen Hygiene im Land. In Krisenzeiten gilt es mehr denn je, unnötige Ausgaben zu vermeiden. Gratis bieten wir Ihnen da einen mühelos umsetzbaren Vorschlag, wie Sie 200 bis 800 Euro pro Jahr sparen könnten. So viel lassen sich Zeitungsleser ihr Abo kosten. Sofern sie dafür kein Propagandaorgan der Globalen Coronistischen Einheitsfront beziehen möchten, sondern ein echtes, unabhängiges, journalistischer Standesethik verpflichtetes Informationsmedium, könnten viele das Geld anderweitig verwenden. Ihr Abo kündigen sollten sie, falls sie seit der Coronakrise eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten müssen: 1. Unterscheidet meine Zeitung zwischen Ansteckung und Erkrankung? Klärt sie ihre Leser darüber auf, dass wir alle infiziert sind, vom ersten bis zum letzten Atemzug - mit tausenderlei Arten von Bakterien, Viren, Pilzen und sonstigen Mikroben? Unser Körper beherbergt mehr Bakterien als Körperzellen: rund 40 Billionen. Darüber hinaus bewirten wir zehnmal mehr Viren verschiedenerlei Art. Bei 98 % von uns finden sich Herpesviren im Mund; Papillomaviren finden sich bei 75 % auf der Haut, bei jedem Zweiten in der Nase. (1) Wenn wir vorübergehend grippeartig erkranken, waren daran immer schon Coronaviren beteiligt, oder auch Rhinoviren, RSV-(Respiratory Syncytial)-Viren, Metapneumoviren (HMPV), Influenzaviren – und in jedem zweiten Fall Viren noch unbekannter Art. (Nicholson u.a., study of 291 elderly patients, American Journal of Public Health?) Im Grunde ist unsereins kein Einzelwesen, sondern ein ganzes Ökosystem. Acht Prozent des menschlichen Erbguts sind viralen Ursprungs; das belegt eindrucksvoll, dass es eine lange und fruchtbare Koevolution zwischen Menschen und Viren gegeben haben muss und weiterhin gibt. Solange die Winzlinge uns keine schweren, länger anhaltenden Beschwerden bereiten, die uns bleibend schädigen oder gar Lebensgefahr bedeuten, besteht keinerlei Grund zur Panik. 2. Verbreitet meine Zeitung Infektionszahlen, ohne klarzustellen: (a) Diese Zahlen hängen davon ab, wie viele Tests stattfinden? (b) Die Tests selbst sind unzuverlässig, sie unterscheiden nicht zwischen aktiven Erregern und harmlosen Genomschnipseln. (c) Vielerorts sehen sich Ärzte unter Druck gesetzt, Covid-19-Diagnosen zu stellen, oder es winken ihnen finanzielle Anreize dafür. 3. Informiert meine Zeitung darüber, dass „Covid-19-Fälle“ häufig nach bloßem Augenschein registriert werden – allein aufgrund verdächtiger Symptome, ungeachtet der Tatsache, dass es überhaupt kein typisches Krankheitsbild von Covid-19 gibt? Die Beschwerden gleichen einer starken Erkältung, einem schweren grippalen Infekt oder einer Influenza-Grippe. 4. Bezeichnet meine Zeitung Menschen, die eine Infektion unbeschadet überstanden haben, als „Genesene“? Wer genesen ist, war vorher krank. Acht von zehn SARS-CoV-2-Infizierte leiden aber an keinerlei Krankheitssymptomen, weitere 15 % bloß an milden. Sie waren und blieben gesund. 5. Hat meine Zeitung jemals darauf reflektiert, wie suggestiv allein schon der Name des neuen Coronavirus gewählt ist? Die Bezeichnung „SARS-CoV-2“ – ein Kürzel für „das zweite Coronavirus, das zu einer schweren akuten Atemwegserkrankung (SARS) führen kann“ - bringt den Keim mit einer seltenen Wirkung in Zusammenhang, die bloß bei jedem zwanzigsten Infizierten auftritt. Ebensogut könnte man den Koitus in „Myokarditus“ umtaufen, weil Geschlechtsverkehr bei Angehörigen gewisser Risikogruppen gelegentlich zum Herzinfarkt führt. 6. Meldet meine Zeitung Zahlen über „Corona-Opfer“, ohne klarzustellen, dass man MIT dem SARS-CoV-2-Virus sterben kann, ohne es WEGEN ihm zu tun? Stellt meine Zeitung klar, dass rund 98 % aller sogenannten „Covid-19“-Toten schwere Vorerkrankungen aufwiesen? (Unter mehr als 500 obduzierten Hamburgern waren es so gut wie ALLE.) Dass „Covid-19“, auch wenn es auf dem Totenschein steht, zumeist eher ein Nebenbefund als die hauptsächliche Todesursache ist? 7. Informiert meine Zeitung darüber, dass das Durchschnittsalter der „Corona-Opfer“ der üblichen Lebenserwartung entspricht, ja in manchen Ländern sogar darüber liegt? 8. Meldet meine Zeitung ausschließlich Horrorzahlen, während sie erfreuliche verschweigt: etwa die sinkende Zahl der Arztbesuche wegen schwerer akuter Atemwegserkrankungen – dem Hauptsymptom von Covid-19 -, seltenere Einlieferungen ins Krankenhaus mit dieser Diagnose, der Belegung von Intensivbetten, die Entwicklung der Sterbestatistik? 9. Verbreitet meine Zeitung mit Vorliebe kumulierte Zahlen? „Infektions- und Opferzahlen erreichen neue Rekordwerte“ – das tun sie zwangsläufig, wenn man Tag für die Tag neue Fälle zu alten hinzuaddiert. Oder meldet meine Zeitung auch, was erfreulich rückläufig ist? 10. Beteiligt sich meine Zeitung an der Bangemache mit bloßen Infektionszahlen – mit „Hotspots“, „Wellen“, „Reproduktionsraten“ und sonstigen klinisch bedeutungslosen Werten? 11. Ist der Redaktion aufgefallen, dass die offiziellen Schreckenszahlen, Gefahreneinschätzungen und Warnungen des Robert-Koch-Instituts seit Monaten in krassem Widerspruch zu den eigenen Statistiken stehen, die es in seinen „Wochenberichten“, „Epidemiologischen Bulletins“ und „Covid-19-Situationsberichten“ veröffentlicht? 12. Fand meine Zeitung es erwähnenswert, dass der virologische Halbgott der Nation, Christian Drosten, mit Gruselprognosen schon einmal haarsträubend danebenlag? Interessierte sie, wie Drostens Amtsvorgänger bei der Charité, Prof. Detlev Krüger, die vermeintliche Notlage einschätzt – und was ER der Bundesregierung empfohlen hätte? 13. Forscht meine Zeitung nach, auf wessen Rat sich politisch Verantwortliche verlassen? Hinterfragt sie, aus welchen Quellen Bundes- und Landesregierungen, die sich aus blutigen Medizinlaien zusammensetzen, den eigentlich ihre wissenschaftsfernen Entscheidungsgrundlagen beziehen? 14. Setzt meine Zeitung die Opferzahlen der gegenwärtigen „Pandemie“ ins Verhältnis zu früheren Grippewellen, bei denen doppelt bis dreimal so viele Infizierte starben? Hat sie sich jemals darüber gewundert, weshalb der Bevölkerung heute Maßnahmen aufgezwungen werden, die damals unangebracht schienen? 15. Habe ich aus meiner Zeitung erfahren, dass erste Covid-19-Fälle in Europa bereits im Spätherbst 2019 auftraten? Demnach war das Virus bei uns schon ein Vierteljahr lang unterwegs, unbemerkt infizierte es Millionen. Und was bedeutet DAS? Ohne Tests wäre der angebliche Notstand bis heute wohl niemandem aufgefallen. 16. Hinterfragt meine Zeitung Kompetenz und Unabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation? Erinnert sie ihre Leser daran, dass die WHO schon einmal, bei der „Schweinegrippe“ 2009, Fehlalarm schlug? Weist sie darauf hin, dass in ihren Expertengremien notorisch Interessenkonflikte überwiegen? Informiert sie darüber, wer die WHO überwiegend finanziert? 17. Diffamiert meine Zeitung Teilnehmer an Demonstrationen gegen die Corona-Politik pauschal als verantwortungslose „Covidioten“, Spinner, Rechtsradikale? Verdeutlicht sie, dass sich dort ein ziemlich repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung versammelt, allerdings mit einem höheren Anteil gebildeter, nachdenklicher, kritischer Leute, die ihre Informationen über die Pandemie nicht bloß aus Mainstream-Medien beziehen? Stellt meine Zeitung ihre Sicht der Dinge, ihre Motive und Argumente fair dar? Erwähnt und interviewt sie die Hauptredner dieser Veranstaltungen, darunter Ärzte, Biologen, Juristen, Ökonomen? 18. Hat sich meine Zeitung jemals kritisch mit der Gates-Stiftung auseinandergesetzt – mit ihrem Einfluss auf Regierungen, die WHO, den Forschungsbetrieb, die Medienlandschaft? Mittels Milliarden, die sie durch Beteiligungen an Pharmakonzernen verdient, propagiert sie massenweise Tests und Impfungen, die eben diesen Konzernen Riesenprofite eröffnen. 19. Verwendet meine Zeitung die Phrase, das Virus „wüte“ irgendwo – obwohl sich der gemeinte Sachverhalt darin erschöpft, dass es sich ausbreitet? Ebensogut könnten Wettervorhersager vom „Wüten“ einer leichten Brise sprechen, weil sich daraus ein Sturm entwickeln KÖNNTE. 20. Lässt meine Zeitung auch Ärzte und Wissenschaftler zu Wort kommen, die ganz anderer Meinung sind als das Robert-Koch-Institut und der Chef-Virologe der Charité? Hat sie jemals Querdenker wie Wolfgang Wodarg, Sucharit Bhakdi, Bodo Schiffmann interviewt? Oder beteiligt sie sich an der Stimmungsmache gegen angebliche „Verschwörungstheoretiker“? 21. Packt meine Zeitung das heiße Eisen „Kollateralschäden“ an? Setzt sie also die offizielle Statistik der angeblichen „Covid-19-Toten“ ins Verhältnis zur Zahl derer, die sterben mussten, weil medizinische Vernunft staatlichem Corona-Hyperaktionismus wich? Die Hygienediktatur könnte mindestens ebensoviele Menschen auf dem Gewissen haben, wie das Virus angeblich dahinraffte, womöglich sogar ein Vielfaches mehr. Die Betroffenen starben, weil in Erwartung einer „Überlastung des Gesundheitswesens“, zu der es niemals auch nur annähernd kam, Operationen abgesagt oder verschoben wurden – etwa Organtransplantationen. Allein deswegen könnten, Expertenschätzungen zufolge, 5.000 bis 125.000 Patienten umgekommen sein. Erforderliche Therapien, etwa bei Krebskranken, fanden nicht oder verzögert statt. Infarktpatienten und andere Notfälle blieben unversorgt. Notwendige Untersuchungen wurden versäumt. Im Corona-Tunnelblick wurden andere Erkrankungen übersehen. Wegen vermehrter Klinikeinweisungen häuften sich „nosokomiale“ Infekte – durch Krankenhauskeime. Riskante und unnötige Medikation fand statt, unter anderem mit Immunsuppressiva, Hydroxychloroquin, Sedativa. Viele Infizierte wurden übereilt auf die Intensivstation, wo sie unnötig intubiert (invasiv künstlich beatmet) wurden. Pflegenotstand, ambulant und in Heimen, ließ Bedürftige vereinsamen, vernachlässigte, verängstigte und entmutigte sie – oftmals mit verheerenden psychosomatischen Folgen. Alkohol- und Drogenkonsum, häusliche Gewalt, Suizide häuften sich. Zwischen der 13. und 16. Kalenderwoche 2020 stiegen in Deutschland die Sterbefallzahlen vorübergehend deutlich an, obwohl in dieser Zeit NICHT vermehrt schwere Atemwegserkrankungen auftraten. Warum wohl? (2) 22. Bewertet meine Zeitung den „Lockdown“ und andere staatliche Infektionsschutzmaßnahmen uneingeschränkt als verhältnismäßig, notwendig und verfassungskonform? Hat sie jemals Sinn und Nutzen von Ausgangssperren, von Maskenpflicht, von Demonstrationsverboten hinterfragt? 23. Lässt meine Zeitung erkennen, dass sie sich kritisch mit „Faktenchecks“ auseinandersetzt und diese ihrerseits checkt, statt sie ungeprüft abzuschreiben? Hat sie hinterfragt, wer Faktenchecker beauftragt und finanziert – und was sie für ihre angemaßte Richterfunktion qualifiziert? 24. Übernimmt meine Zeitung ohne eigene Recherche und kritische Distanz, was ihnen Nachrichtenagenturen liefern? 25. Beteiligt sich meine Zeitung an der pauschalen Hexenjagd auf vermeintliche „Verschwörungstheoretiker“? Lässt sie erkennen, dass ihr der Unterschied zwischen paranoidem, aus der Luft gegriffenen Argwohn und einem naheliegendem, auf beachtenswerte Indizien gestützten Verdacht klar ist? 26. Hat meine Zeitung kommentarlos und unüberprüft weiterverbreitet, an der Massendemo „Tag der Freiheit“ am 1. August in Berlin hätten gerade mal 17.000 Covidioten, Esoteriker und Neonazis teilgenommen? Aber wenn du auf deine Zeitung nicht vollständig verzichten willst? Dann behalte den Sportteil, den Stellenmarkt, die Kleinanzeigenseiten, den Veranstaltungskalender, die Sonderbeilagen für Hobbygärtner, Heimwerker und Reiselustige – und entsorge den Rest. Oder lies deine Zeitung ab sofort mit anderen Augen – mit DEINEN, unter Einsatz deiner kritischen Vernunft. „Wenn wir darauf verzichten, eine eigene Meinung zu haben, wird der Tag kommen, an dem wir keine mehr haben dürfen“, mahnt uns der deutsche Satiriker und Kabarettist Rudolf Rolfs. Er starb 2004, dreht sich allerdings seit März 2020 unentwegt im Grabe um, wie aus zuverlässigen Quellen innerhalb der Friedhofsverwaltung verlautet. (3) P.S.: Nach denselben 25 Kriterien sollten Fernsehzuschauer über TV-Sender hinwegzappen – und Internetsurfer an gewissen Webseiten vorbeiklicken. Noch ein P.S.: Vorschläge für weitere Kriterien nimmt die KLARTEXT-Redaktion dankend entgegen. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.minimed.at/medizinische-themen/infektion-allergie/gesunde-menschen-tragen-5-viren-in-sich/; https://www.aponet.de/aktuelles/kurioses/20140918-auch-gesunde-menschen-beherbergen-viren.html (2) https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html; RKI-„Wochenberichte“, „Epidemiologische Bulletins“ und „Covid-19-Situationsberichte“. (3) Rudolf Rolfs: »Schlag nach bei Rolfs«, 3. Auflage 1976, Röderberg-Verlag Titelbild: moritz320/Pixabay

  • Lasst uns Donald in Schutz nehmen – ausnahmsweise.

    Verdient US-Präsident Donald Trump wirklich die Prügel, die er soeben wegen einer Äußerung über Covid-19 bezieht? „Zu 99 Prozent harmlos“ verlaufen Corona-Infektionen, so verkündete der US-Präsident am 4. Juli 2020. Seither bricht ein Sturm der Empörung über ihn herein. Einhellig fallen Medien im In- und Ausland über ihn her. Was Trump behaupte, sei ganz und gar „unbegründet“ (1), „wirr“ (2), „ohne Beweise“ (3), schlicht „falsch“ (4). Er „tut den Schweregrad der Pandemie ab und spielt die Auswirkungen der Krankheit herunter“, wirft ihm die New York Times vor. (5) Zu Trumps Verteidigung trat der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drugs Administration), Stephen Hahn, einen Tag später im Nachrichtensender CNN an. (6) Ausgerechnet die berüchtigt gnadenlose, scharfzüngige CNN-Reporterin Dana Bash knöpft sich ihn vor. Nomen est omen - „to bash“ bedeutet: jemanden verprügeln, zusammenschlagen. „Wir haben keinen Gesundheitsexperten gefunden, der uns diese Aussage des Präsidenten bestätigen kann", so stellt Dana den Behördenboss zur Rede. "Können Sie das?" Hahn, Mitglied der Coronavirus-Task-Force des Weißen Hauses, weicht daraufhin aus: „Wir wissen, dass die Fälle im Land stark zunehmen, ich werde nicht spekulieren, was die Ursache ist", erklärt er. Dann appelliert er übergangslos, alle Amerikaner sollten die Empfehlungen der Gesundheitsbehörde befolgen, Social Distancing betreiben und eine Maske tragen. So simpel lässt sich die CNN-Reporterin aber nicht abspeisen. Sie zitiert die WHO sowie Hahns eigene Behörde, die der Ansicht seien, dass bloß ein Drittel der Infektionen in den USA "völlig harmlos" verlaufe. "Und das ist wirklich wichtig", so beharrt sie. Schließlich gehe es um die Gesundheit der Menschen. "Wenn die Leute den Präsidenten so etwas sagen hören, werden sie ihr Verhalten ändern, weniger vorsichtig sein und andere anstecken.“ Wie sich das für ihn, Stephen Hahn, denn anfühle, so etwas zu hören? Der wiederholt sich bloß. Abermals betont er, wie wichtig es sei, den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde Folge zu leisten. "Wir müssen das absolut ernst nehmen." Dana bohrt weiter. "Mir ist klar, dass das nicht einfach für Sie ist", sagt sie. Hahn tue anscheinend alles, um das amerikanische Volk zu schützen. Eben deshalb müsse sie ihn fragen: "Hat der Präsident unrecht?" Hahn zögert, wirkt verlegen, gerät sichtlich ins Schwitzen. "Ich werde mich nicht dazu äußern, wer richtig und wer falsch liegt", erwidert er lasch. "Also", insistiert seine Interviewpartnerin triumphierend grinsend, "Sie wollen nicht sagen, ob 99 % der Corona-Infektionen harmlos verlaufen?" Ein weiteres Mal drückt Hahn die „Repeat“-Taste: „Was ich sagen will, ist, dass wir Daten in der Task Force des Weißen Hauses haben. Diese Daten zeigen uns, dass das Virus ein ernstes Problem ist. Die Menschen müssen es ernst nehmen." Mehr vermag ihm die CNN-Inquisitorin nicht zu entlocken. Nach diesem jämmerlichen Auftritt von Amerikas oberstem Arzneimittelaufseher steht Trump erst recht blamiert da. Wer mit der Studienlage vertrauter ist als Stephen Hahn, dem drängt sich der Verdacht auf: Entweder war dieser Mann noch benebelt von Schlafmitteln der vorherigen Nacht. Oder bei dem 60-Jährigen hat vorzeitig Demenz eingesetzt. Oder er ließ seinen obersten Dienstherrn absichtlich auflaufen. Wie kann es sein, dass jemand wie Hahn die wichtigsten vorliegenden Daten entweder nicht kennt oder vorsätzlich verschweigt? - Gemäß jüngsten Studien, auch aus den USA, liegt die Letalität von Covid-19 alles in allem bei 0,1 bis 0,2 % (7), für unter 60-Jährige bei 0,05 % (8) - somit im Bereich einer starken Influenza. (9) Manche Experten wie die Epidemiologin Prof. Sunetra Gupta von der Universität Oxford gehen von einem noch niedrigeren Wert zwischen 0,01 und unter 0,1 % aus. (10) - Auch in den USA endet das Leben von SARS-CoV-2-Positiven im Schnitt mit 80 Jahren. (11) - Das Sterberisiko für Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene im Erwerbsalter bewegt sich selbst in den weltweiten “Hotspots” zumeist im statistischen Bereich eines tödlichen Autounfalls beim täglichen Pendeln. (12) Anfangs wurde es bei weitem überschätzt, weil Personen mit milden oder keinen Symptomen unberücksichtigt blieben. - Mehrere Untersuchungen von Untergruppen der Bevölkerung ergaben bei Infizierten eine Fallsterblichkeit (IFR) von NULL Prozent: bei Sportlern der Baseball-Liga MLB (13), bei Insassen eines Gefängnisses in Tennessee (14), bei Obdachlosen (15) und Blutspendern (16) in Boston, bei Schwangeren in New York City (17). - Die US-Gesundheitsbehörde CDC senkte inzwischen ihre Schätzung der Fallsterblichkeit (IFR) auf 0,26 %. (18) Selbst dieser niedrige Wert dürfte zu hoch angesetzt sein, denn die CDC geht davon aus, dass bloß 35 % aller Infizierten symptomfrei bleiben, im Widerspruch zu den meisten anderen Studien. - Wie in anderen Ländern, so kam es auch in den USA massenhaft zu oft tödlichen Fehlbehandlungen von Covid-19-Betroffenen, zum Teil aufgrund fragwürdiger finanzieller Anreize. (19) Riskante und unnötige Medikation fand statt, unter anderem mit Immunsuppressiva, Hydroxychloroquin, Sedativa. Viele Infizierte wurden übereilt auf die Intensivstation verlegt, wo sie unnötig intubiert (invasiv künstlich beatmet) wurden. Mutige Krankenschwestern machten solche Skandale öffentlich. (20) Eine von ihnen spricht sogar von „Massenmord“. (21) - Wiederholt wurden US-Medien dabei ertappt, wie sie die Lage in Krankenhäusern zu dramatisieren versuchten, vorzugsweise mit manipulativen Bildern. (22) - In den Vereinigten Staaten dürften die verheerenden Folgen des überzogenen, kontraproduktiven Lockdowns etwa doppelt so viele Lebensjahre kosten wie Covid-19 selbst. Vier US-Professoren schätzen den Verlust auf rund „eine halbe Million pro Monat“. (23) In US-Bundesstaaten, die auf einen Lockdown verzichteten oder ihn frühzeitig wieder aufhoben, erhöhte sich daraufhin die Sterblichkeit NICHT. (24) - Im Jahr 2019 starben im statistischen Durchschnitt 7,5 US-Amerikaner pro Tag; im Jahr 2020 taten es bis Anfang Juli im Schnitt 7,9. (25) Ein echter „Killerkeim“ wütet bestimmt anders – zumal, wie erläutert, ein Großteil der Übersterblichkeit wohl eher von Lockdown-Folgen herrührt als von einem bösen Virus. - Bis zu 80% aller Testpositiven bleiben völlig frei von Beschwerden. (26) - Über 95% der Infizierten zeigen höchstens moderate Symptome. (27) Über 95 %? Demnach lässt sich Donald allenfalls vorwerfen, dass er sich um maximal vier Prozent vertan hat. Ist das nicht eine starke Leistung, gemessen an seiner üblichen Produktion von „alternativen Fakten“? Was die CNN-Reporterin wie auch Stephen Hahn schleunigst zur Kenntnis nehmen sollten, ist ein Offener Brief, in dem über 600 Ärzte den US-Präsidenten vor den Gefahren eines verlängerten Lockdowns warnen. Dieser sei selbst „a mass casualty incident“ gewesen: eine medizinische Großkatastrophe. Außerhalb von New York City habe Corona keine einzige amerikanische Stadt sonderlich belastet. (28) In einem weiteren Offenen Brief an US-Vizepräsident Mike Pence fordern amerikanische Ärzte, das gewohnte öffentliche Leben schleunigst wiederherzustellen: „Reopen America!“ (29) Covid-19 sei nachweislich weitaus ungefährlicher als anfangs angenommen. „Viele, viele Landkreise (counties) sind aufgrund der breit angelegten, zentralistischen Vorgehensweise der Regierungen ihrer Bundesstaaten sinnlosem Leid ausgesetzt gewesen. Am 11. Mai 2020 gab es in 50% der US-Landkreise NULL Tote, 63% (1.996) aller Landkreise verzeichneten nicht mehr als EINEN Todesfall.“ (30) „Dies sind unglaublich ermutigende Nachrichten für unser Land.“ Die Risikogruppen seien bekannt und könnten gezielt geschützt werden. Die Gesellschaft sicher zu immunisieren, sei auch ohne Impfung möglich. Die Medien hätten die Bevölkerung unnötig terrorisiert, somit Verzweiflung geschürt und Suizide ausgelöst. „Der drakonische Umgang mit einem Atemwegsvirus ist schädlich und wird das allgemeine Wohlwollen erschüttern. (…) Wir können die gegenwärtige Dysfunktion in der Gesellschaft nicht als ‚neue Normalität‘ akzeptieren. Unser Ziel ist es, mit Hoffnung und Mut statt mit Angst und Verwirrung zu führen. (…) Wir sind bereit, dieser Nation nach dem altehrwürdigen Hippokratischen Eid zu dienen, der uns aufruft, (…) vor allem keinen Schaden anzurichten.“ (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://pressfrom.info/de/nachrichten/welt-politik/-413208-trump-wird-die-unbegrundete-behauptung-des-prasidenten-99-der-covid-19-falle-seien-vollig-harmlos-nicht-verteidigen.html (2) https://www.watson.de/international/usa/872818309-trump-mit-fragwuerdiger-aussage-sein-corona-experte-kommt-bei-interview-ins-schwimmen (3) https://www.nach-welt.com/trump-im-kampagnenmodus-beim-unabhangigkeitstag-des-weisen-hauses-trump-news/ (4) https://www.nytimes.com/2020/07/05/us/politics/trump-coronavirus-factcheck.html (5) https://www.nytimes.com/2020/07/05/us/politics/trump-coronavirus-factcheck.html (6) https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=nVUnAgGboNE&feature=emb_logo (7) https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/; https://pressroom.usc.edu/preliminary-results-of-usc-la-county-covid-19-study-released/ (8) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.18.20070912v1.full.pdf (9) https://www.ebm-netzwerk.de/en/publications/covid-19 (10) https://unherd.com/2020/05/oxford-doubles-down-sunetra-gupta-interview/ (11) https://www.cdc.gov/nchs/nvss/vsrr/covid_weekly/index.htm (12) https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.05.20054361v2 (13) https://www.sfchronicle.com/athletics/article/MLB-antibody-study-7-percent-exposed-to-15260314.php (14) https://eu.tennessean.com/story/news/politics/2020/05/01/tennessee-testing-all-inmates-prison-staff-after-multiple-outbreaks/3067388001/ (15) https://www.wsbtv.com/news/trending/coronavirus-cdc-reviewing-stunning-universal-testing-results-boston-homeless-shelter/ZADQ45HCAZEVJAZA3OTCUR7M6M/ (16) https://archive.is/20200418222442/https://www.bostonglobe.com/2020/04/17/business/nearly-third-200-blood-samples-taken-chelsea-show-exposure-coronavirus/ (17) https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2009316 (18) https://reason.com/2020/05/24/the-cdcs-new-best-estimate-implies-a-covid-19-infection-fatality-rate-below-0-3/ (19) https://eu.usatoday.com/story/news/factcheck/2020/04/24/fact-check-medicare-hospitals-paid-more-covid-19-patients-coronavirus/3000638001/ (20) https://www.youtube.com/watch?v=UIDsKdeFOmQ (21) https://nypost.com/2020/05/29/northwell-health-probing-use-of-ventilators-for-covid-patients/ (22) https://nypost.com/2020/04/01/cbs-admits-to-using-footage-from-italy-in-report-about-nyc/; https://www.wsj.com/articles/cbs-says-fake-news-wasnt-theirs-11588789238 (23) https://thehill.com/opinion/healthcare/499394-the-covid-19-shutdown-will-cost-americans-millions-of-years-of-life (24) https://www.dailymail.co.uk/news/article-8347635/Lockdowns-failed-alter-course-pandemic-JP-Morgan-study-claims.html (25) Berechnet aus Daten von https://countrymeters.info/de/United_States_of_America_(USA) (26) https://www.bmj.com/content/369/bmj.m1375; https://science.sciencemag.org/content/368/6490/489 (27) https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/#hospitalizations (28) https://www.washingtonexaminer.com/news/mass-casualty-incident-over-600-doctors-sign-letter-warning-trump-of-dangers-of-continued-lockdowns (29) https://aapsonline.org/physician-letter-reopen-america/ (30) Zum aktuellen Stand hier: https://usafacts.org/visualizations/coronavirus-covid-19-spread-map/ Foto Trump: Shealah Craighead - White House, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63768460

  • Die Nutznießer.

    Eine Pandemie spielt fünf Interessengruppen in die Karten - ein gefährlicher Anreiz, die Katastrophe künstlich auszulösen. Wem nützt eine Pandemie? Auf den ersten Blick mutet die Frage absurd an. Verlieren nicht alle? Die Wirtschaft crasht, Arbeits­plätze gehen verloren, Steuereinnahmen brechen weg. Nicht nur einzelne Unternehmen, ganze Branchen gehen unter. Kaufkraft und Konsumfreude schwinden. Banken kriseln, weil insolvente Schuldner ihre Kredite nicht mehr bedienen. Wäre ein wahrhaftiger „Killerkeim“ unter­wegs, zu dem Bangemacher das ve­r­gleichs­weise harmlose Coronavirus SARS-CoV-2 aufge­blasen haben, so ließe er schlimmstenfalls niemanden mehr übrig, der noch Produkte kaufen und Dienstleistun­gen in Anspruch nehmen würde; niemanden mehr, den irgendwer noch beherrschen, unterdrücken, ausbeuten, verführen könnte. Und müsste nicht jeder erdenkliche Profiteur darauf gefasst sein, dass ihn die Seuche selber dahinrafft, samt seinen Liebsten? Solche Einwände gelten für die großen Pandemien der Vergangenheit: etwa für die Antoninische Pest, die ver­mutlich ein Pockenvirus auslöste; im Römischen Reich des zweiten Jahrhunderts nach Christus wütete sie 15 Jahre lang und forderte fünf Millionen Opfer. Der Schwar­ze Tod raffte Mitte des 14. Jahrhunderts allein in Europa rund 25 Millionen dahin, ein Drittel der damali­gen Bevölkerung. Die Pest-Pandemie ab 1896 füllte 12 Millionen Gräber. (1) All diese Plagen hatten eines gemein­sam: Sie kamen über die Menschheit wie Naturkatastro­phen, völlig unberechenbar in ihrem Ausbruch, ihrem Verlauf, ihren Folgen – einer Strafe Gottes gleich, wofür man sie seinerzeit auch hielt. Moderne Biotechnologie eröffnet insofern ganz neue Hori­zonte. In mehreren hundert Laboratorien arbeiten heutzutage Zehntausende von brillanten Wissenschaftlern daran, einige der gefürchtetsten Krankheitserreger aller Zeiten „virulenter“ zu machen: noch ansteckender, noch robuster, noch üblere Symptome auslösend, noch töd­licher. Synthetische Biologie ermöglicht es sogar, aus der Retorte völlig neuartige Erreger zu designen. „Die Gen­tech­no­logie könnte in Zukunft zur Entwicklung von Krankheitserregern mit einzigartigen, unvorhersagbaren Eigenschaften führen“, so sagten das US-amerikanische Institute of Medicine sowie der Nationale Forschungsrat schon im Februar 2006 in einem gemeinsamen Bericht voraus. (2) Längst hat sich diese Prognose bewahrheitet. Überall auf der Welt laufen in diesem Augenblick Tausende von Labor­tests und Experimenten, Analysen und Computer­simu­lationen, die jeden Aspekt eines Erregers durch­schau­bar und vorhersehbar machen: Was richtet er wie rasch in welchen Organismen an? Was bewirkt er insbe­son­dere beim Menschen? Wie reagiert unser Immunsy­stem auf ihn, wie könnte er es umgehen? Wie schnell würde er sich verbreiten? Wie viele Infizierte würde er zu welchem Prozentsatz akut und chronisch krank machen? Wie viele Betroffene blieben arbeitsfähig, wie viele wür­den pflegebedürftig? Wie viele müssten intensivmedizi­nisch versorgt werden? Welchen Bevölkerungsanteil könn­te der Keim innerhalb welches Zeitraums umbrin­gen? Welche Risikogruppen wären am gefährdetsten? Welche Art von Arzneimitteln würden sie benötigen? Falls derartige Forschung offiziell stattfindet, um neue Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln, so lassen sich die vielversprechendsten Laborkreationen nicht nur im Reagenzglas testen, in Gewebekulturen und an Ver­suchstieren aller Art, sondern auch in klinischen Studien. Dafür Versuchspersonen beizubringen, dürfte kein Pro­blem sein. Sage und schreibe 28.280 Interessenten aus 102 Ländern trugen sich bis Mitte Juni 2020 auf der Registrierungsseite einer Aktion namens „1 Day Sooner“ der Uni Harvard ein, die Probanden sucht, die sich frei­willig infizieren lassen. (3) Bei den meisten handelt es sich anscheinend um junge Idealisten, die sich im Dienst der Seuchenbekämpfung dem unkalkulierbaren Risiko aus­set­zen wollen. (4) Erst recht wären in der dritten Welt, unter Milliarden von Bettelarmen und Hungernden, mühelos ganze Heerscharen von Versuchspersonen aufzutreiben, die für ein paar Cent beinahe jedes Risiko einzugehen bereit sind. Und was scheren in Fernost oder Afrika irgend­welche fernen Aufsichtsbehörden und Ethik­komi­tees in New York, London oder Paris? Auch insofern herrscht zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus eine schier grenzenlose „Freiheit der Wissenschaft“. Aus der nächsten Seuche würde somit ein weitgehend planbares Großprojekt. Die Drahtzieher hinter einem solchen Vorhaben könnten durchaus sicherstellen, dass sie selbst und alle, die ihnen noch von Nutzen sein sollen, verschont bleiben. Be­stimmt wären sie die ersten – und je nach Projektzielen wo­möglich die einzigen -, denen ein heimlich entwickel­ter und erprobter Impfstoff zugute käme. Aber schließen die streng überwachten Anforderungen an biologische Hochsicherheitseinrichtungen nicht garantiert aus, dass solche Erreger jemals ins Freie gelangen? Wer sich mit dieser Illusion beruhigt, ignoriert die lange Grusel­geschichte von folgenschweren Laborpannen, die seit Jahrzehnten unter infizierten Mitarbeitern, aber auch unter Außenstehenden immer wieder zu Infektionen und Toten geführt haben. (Ich erinnere an die Horrorchronik im Artikel "Die Uhr tickt".) Vermutlich ereigneten sich alle bisherigen Biounfälle aus Versehen. Aber muss das so bleiben? Wer ernsthaft da­mit rechnet, von der Freisetzung eines biotechnisch maß­geschneiderten Erregers mit gründlichst erforschten Funktionen zu profitieren, der hätte die Wahl zwischen vieler­lei Möglichkeiten, ihn nach draußen zu schaffen. Dazu genügt ein einziger bestochener Labor­mitarbeiter, eine eingeschleuste Reinigungskraft, ein angeheuerter Tech­niker für Wartungen und Reparaturen, ein professio­nel­ler Dieb. Oder ein kooperativer Virologe anderswo, der sich eine Probe zusenden lässt. Notfalls täte es auch ein gezielter Bombenanschlag auf den Bio­reaktor; oder Sabotage an Abluft- und Abwasserfiltern, an Dekontami­na­ti­ons­technik, an Schutzanzügen. Oder man lässt den Keim von vornherein in eigener Regie produzieren: Streitkräfte, Geheimdienste, Industrien verfügen ohne weiteres über die finanziellen Mittel, ein BSL-3- bis 4-Labor aufzubauen und qualifiziertes Personal anzuheu­ern. Militärs in mehreren Dutzend Ländern betreiben solche Einrichtungen in eigener Regie, Pharmariesen wie Novo Nordisk und Wyeth ebenfalls. Wem würde eine künstlich erzeugte Seuche so vortreff­lich in die Karten spielen, dass er es wagen könnte, sie tatsächlich auszulösen? Wer wäre skrupellos genug da­für? Dafür kommen fünf Gruppen in Betracht. Tödliche Erreger für Terroristen Hocherfreut beobachten Terroristen, dass ein Corona­virus, obwohl es weitaus weniger schlimm wütete als an­fangs befürchtet, allein in den USA binnen eines Viertel­jahrs über 200.000 Opfer forderte. Auch wenn diese Zahl bei weitem zu hoch gegriffen sein mag, weil sie undiffe­ren­ziert Todesfälle mit nachgewiesenem Virus und wegen ihm umfasst, übertrifft sie doch bei weitem die bislang erfolgreichste Terrorattacke aller Zeiten, die An­schlä­ge vom 11. September 2001 auf die Zwillingstürme des World Trade Center – diese führten „nur“ zu knapp 3000 Toten und 25.000 Verletzen. Was schert es Selbstmordattentäter, wenn sie in Allahs Namen den Planeten leerfegen? Zumindest wäre er dann frei von allen Gottlosen und sonstigen Marionetten des Satans. Dem unerschrockenen Täter winkt das Paradies, wo ihn mindestens 99 Jungfrauen verwöhnen – und alle wahrhaft Gläubigen verehren, die ihn wohl oder übel dorthin zu begleiten haben. Einen geeigneten Erreger muss der zu allem entschlos­sene Terrorist des 21. Jahrhunderts nicht erst aus streng­stens bewachten Anlagen stehlen. Es genügen ein eige­nes, gut ausgestattetes Labor, topqualifizierte Gesin­nungs­genossen und ein Internetanschluss. Bereits im Jahr 2002 gelang es einer Forschergruppe der Universität Sto­ny Brook in New York, ein funktionsfähiges Polio-Virus künstlich herzustellen – als Vorlage diente ihr die ins Inter­net gestellte Gensequenz, als Bausteine bestellten sie von kommerziellen Anbietern per Post Oligonucleotide, maschinell synthetisierte DNA-Moleküle, bis zu 140 Basen­paare lang. Das genügte, um das erste synthetische Virus der Erdgeschichte in die Welt zu setzen. (5) Damals warnte der Studienleiter Eckard Wimmer, der biotechno­lo­gi­sche Fortschritt werde es binnen 15 Jahren ermögli­chen, auch das tödliche Pockenvirus zu synthetisieren. Die Wirklichkeit überholte seine Prognose: Seit Dezember 2004 gibt es DNA-Synthese-Maschinen, mit denen sich die rund 186.000 Basen der Pockenviren in 13 Durchläufen herstellen lassen. Die Vorstellung, dass Ter­ro­­ri­sten sich derartige Spitzentechnologie beschaffen könnten, sorgt für Alpträume. „Die biomedizinische Forschungsgemeinde ist diesem brisanten Thema bislang in erster Linie ausgewichen“, stellt der Biowaffenexperte Mark Williams in der Zeitschrift Technology Review fest. (6) „Vorsicht, Verleugnung und mangelndes Wissen über biologische Kriegsführung scheinen dafür zu glei­chen Teilen verantwortlich zu sein.“ (7) Wie real die Bedrohung ist, führte jedem, der sehen will, bereits in den neunziger Jahren die japanische Endzeit-Sekte Aum Shinrikyo vor Augen. Im Sommer 1993 ver­suchte sie, ein flüssiges Präparat mit Anthrax-Sporen von einem Hochhaus in Tokio aus zu versprühen. (8) Sich in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu bringen, hatte Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden 1998 zur „religiösen Pflicht“ erklärt. (9) Auf einer Computerfestplat­te von Muhammad Atif, dem einstigen Mastermind von Bin Ladens „Militärkomitee“, wurden Hinweise auf ein bio­logisches Waffenprogramm namens „al-Zabadi“ („Jog­­hurt“) entdeckt. Gemeinsam mit Ayman al-Zawahi­ri, Bin Ladens rechter Hand, startete Atif es im Mai 1999, nachdem die beiden eingehend Fachliteratur über Bio­waffen studiert hatten. (10) In einer E-Mail an Atif hatte al-Zawahiri einen Monat zuvor „eine Vielzahl wichtiger Tatsachen“ betont: „Sie lassen sich auf einfache Weise mit leicht verfügbaren Materialien herstellen. Ihre Zerstö­rungs­kraft ist nicht geringer als jene von Nuklearwaffen. Ein Angriff mit einem Krankheitserreger wird erst meh­re­re Tage später entdeckt, wenn er bereits zu zahlreichen Opfern geführt hat. Ihn abzuwehren, ist äußerst schwie­rig. (…) Nach einem Spezialisten Ausschau zu halten, ist der schnellste, sicherste und billigste Weg.“ (11) In An­hängen mailte al-Zawahiri Artikel aus den Fach­zeit­schrif­ten Science, Journal of Immunology und New Eng­land Journal of Medicine, wie auch einzelne Ab­schnitte aus einschlägigen Sachbüchern wie Tomorrow’s Wea­pons, Peace or Pestilence and Chemical Warfare. Allein schon diese Literaturliste räumt mit dem Klischee auf, bei Terroristen handle es sich ausnahmslos um blind­wüti­ge Dummköpfe. Unter ihnen finden sich hoch­intelligente Eiferer mit Hochschulabschluss, die unser­eins mit ähn­lich kaltblütigem Kalkül umbringen würden, wie es die Generäle eines feindlichen Staates im Kriegs­fall täten. Viel weiter fortgeschritten, als Geheimdienste ursprüng­lich annahmen (12), waren schon kurz nach der Jahrtausend­wende al-Qaidas Vorbereitungen eines Anschlags mit dem Milzbranderreger Anthrax. Nahe Kandahar in Paki­stan baute die Terrororganisation an einem Biolabor. (13) Dabei war ihr in den neunziger Jahren der Mikrobiologe Abdul Rauf Ahmed behilflich, der im pakistanischen Rat für wissenschaftliche und industrielle Forschung (PCSIR) arbeitete. Für al-Qaida nahm er in Europa an einer Kon­fe­renz über BioDefense teil und besuchte ein britisches Biolabor der zweithöchsten Sicherheitsstufe. (14) In einem Brief riet Rauf dazu, al-Qaidas Aktivitäten zu vertuschen, indem man eine Stiftung, ein Privatunternehmen, ein Lehr­institut oder eine medizinische Forschungsein­rich­tung gründet. (15) Biologischer Erstschlag: für Militärs weiterhin eine ernsthafte Option Wie hätte Hitler das Deutsche Reich zur Deutschen Erde weiterentwickeln können? Für biologische Kriegsführung begann er sich 1940 zu erwärmen, nachdem deutsche Trup­pen bei ihrem Einmarsch in Paris ein Labor für biologische Kriegsführung entdeckten, in dem schon seit knapp zwei Jahrzehnten an biologischen Waffen ge­forscht wurde; nun übernahm es eine deutsche For­schungs­einheit unter Leitung des Bakteriologen Heinrich Kliewe. Die nach ihm beteiligte „Abteilung Kliewe“ be­fasste sich unter anderem mit Milzbrand- und Pest­erregern. (16) Zwei Jahre später beauftragten die Nazis den Arzt Friedrich Ludwig Kurt Blome damit, in Nesselstedt bei Posen ein „Zentralinstitut für Krebsforschung“ auf­zubauen; von Beginn bereitete es insgeheim eine biologi­sche Kriegsführung vor. (17) Impfstoffe ließ Blome häufig an KZ-Häftlingen testen. Insbesondere SS-Führer Hein­rich Himmler befürwortete B-Waffen leidenschaftlich; so unterstützte er beispiels­wie­se einen Vorschlag Kliewes, Lebensmittel, die unge­kocht gegessen werden, mit Bak­te­rien zu verseuchen. Für skrupellose Größenwahnsinnige wären diese unfer­tigen Projekte ausbaufähig gewesen. Hätte Hitler davor zurückgeschreckt, feindliche Nationen mittels viralem Massenmord in die Knie zu zwingen – und mit einem vorab produzierten Impfstoff ausschließlich die reinrassi­gen Arier zu schützen? Die Corona-Krise ermutigt aggressive Regimes. Bei­spiels­weise im Nahen Osten: Israel „auszuradieren“, ist wiederholt bekräftigtes Ziel der iranischen Staatsführung. Statt Raketen mit konventionellen Sprengköpfen abzu­feu­ern, könnten die Mullahs sie mit Kapseln voller töd­licher Viren bestücken. Oder sie zerstören eines von Israels BSL-4-Laboren. Ein halbes Jahrhundert nach der feierlich verabschiedeten Genfer Biowaffenkonvention lassen Militärs rund um den Globus weiterhin an rund 200 potentiell kriegs­fähigen Erregern, Toxinen und biologischen Agenzien forschen. Denn herzustellen sind sie erheblich leichter als atomare oder chemische Waffen; Hunderte Technologien lassen sich dazu nutzen. (18) Zwölf B-Kampfstoffe, das berüchtigte „dreckige Dutzend“, erachtet die US-Seu­chen­schutzbehörde CDC als besonders geeignet, weil sie sich leicht verbreiten, einfach übertragen und un­schlag­bar tödlich sind: von Pocken über Pest und Milzbrand bis Ebola. (19) „Wir leben in einer verrückten Welt“, beklagt der russi­sche Mediziner und Mikrobiologe Kanatzhan Alibekov, der jahrelang das streng geheime sowjetische Bio­waffen­programm leitete, ehe er 1992 in die USA floh. „Wenn die Menschen etwas nicht verstehen, dann glauben sie, es existiere gar nicht. Diese Waffen gibt es aber doch schon heute - sogar in der Dritten Welt. Viele europäische Regierungen tun jedoch nichts, um die Realität dieser Waf­fen zu verstehen, und unternehmen nichts, um sich vor ihnen zu schützen. Sie verhalten sich wie kleine Kinder. Sie verstecken sich einfach und denken gar nicht daran, wie bedroht wir durch biologische Waffen sind.“ (20) Die Pandemie als Türöffner für totalitäre Regimes Das neue Paradigma kam überfallartig über uns, mit unwiderstehlicher Wucht, in historisch beispielloser Geschwindigkeit. Binnen weniger Wochen gestaltete es die Weltgesellschaft in einer Weise um, von der selbst die größenwahnsinnigsten Faschisten des 20. Jahr­hun­derts bloß träumen konnten. Wie selbstverständlich legte es unsere demokratische Grundordnung auf Eis, beraubte es uns grundlegender, von unserer Verfassung garantier­ter Rechte. In nie dagewesenem Maße griff es selbst in unsere intimsten Beziehungen ein. Von allen sozialen Gruppen, denen wir zugehören, schnitt es uns zeitweilig ab. Es sperrte uns zu Hause ein. Es hinderte uns daran, unserer Arbeit nachzugehen. Die Heime unserer Eltern und Großeltern verwandelte es in Gefängnisse; wegge­sperrt in Einzelhaft, durften sie keinen Fuß mehr vor die Tür setzen – und nicht einmal mehr ihre Kinder sehen, es sei denn unmittelbar vor dem letzten Atemzug. Das öffent­liche Leben erstarrte. Ausgangssperren, Versamm­lungs- und Demonstrationsverbote machten gemeinsa­men Protest unmöglich. Das neue Paradigma, dem sich alle sonstigen Anliegen, Ziele und Rechte kompromisslos unterzuordnen haben, heißt „Infektionsschutz“ – in einer grotesk über­dehnten Neudefinition dieses Begriffs. Immer schon gab es Grippe­winter, die mehr als sonst Hygiene und Ab­stand, Vorsicht und Rücksichtnahme verlangten. Ob und in welchem Maße all dies erforderlich war, richtete sich allerdings nach einer greifbaren Gefahr: Wie viele Men­schen erkranken tatsächlich? Wie schwer wiegen die Sym­ptome? Wie viele Infizierte müssen deswegen zum Arzt, wie viele ins Krankenhaus, wie viele dort auf die Intensivstation? Wie viele sterben? Demnach hätte uns das grassierende SARS-CoV-2 kaum ärger beunruhigen müssen als eine starke Influenzawelle. Doch die Corona-Krise schob all diese Maßstäbe kurzer­hand beiseite. Stattdessen malte sie uns ein neuartiges, himmelweit über harten klinischen Tatsachen schweben­des Bedrohungsszenario an die Wand: eines, das vom worst case ausgeht, vom maximalen Risiko, von schlimmst­­möglichen hypothetischen Entwicklungen, dem höchsten denkbaren Kulminationspunkt irgend­welcher fiktiver Kurven. Zwar drehen Intensivmediziner in unseren Kliniken eher Däumchen – aber unser Gesund­­heitswesen könnte durchaus noch überlastet werden. Zwar ist weit und breit keine „Welle“ in Sicht – aber bestimmt kommt sie noch, gefolgt von einer zweiten und dritten. Zwar sterben kaum mehr Leute als in Ver­gleichs­monaten früherer Jahre – aber es könnte noch Hunderttausende Tote geben, wenn nicht Millionen. Die einzigen handfesten Daten, die den Schwarzmalern dafür zur Verfügung stehen, ergeben sich aus der An­zahl der Infektionen, festgestellt mittels unzuverlässiger, nie validierter Testverfahren. Eine Ansteckung ist keine Er­kran­kung. Trotzdem reichte diese kümmerliche Daten­basis aus, um die Logik des größtmöglichen Übels zum Grundprinzip politischer Rationalität und sozialer Teil­habe zu machen. Der Notstand ist real, nicht erst indem er eintritt, sondern weil es Fakt ist, dass er eintreten könnte. Eine Infektion könnte Schreckliches anrichten, wenn nicht bei dir und mir, so doch bei gewissen Risiko­gruppen, die des maximalen Schutzes durch uns alle bedürfen. Daraus erwächst eine Gemeinwohlorientierung der Superlative. Uns allen verlangt sie ab, Altruismus unter Beweis zu stellen, indem wir auferlegten Pflichten nachkommen, jederzeit und überall. „Wir müssen mitein­ander und aufeinander aufpassen“, ermahnt uns der Gesund­heitsminister. (21) Zu einem kollektiven „Kraftakt“, der „täglich Menschenleben rettet“, ruft uns der Bundes­präsident auf. (22) Eine „historische Aufgabe“ gelte es für uns „gemeinsam zu bewältigen“, schärft uns die Kanzle­rin ein. (23) Wer könnte sich da noch verweigern? Mit jedem anderen „Was-wäre-wenn“-Gedankenspiel würden sich politisch Verantwortliche der Lächerlichkeit preisgeben – und zügig um Kopf und Kragen reden. Doch sobald es um Gesundheit geht, um Leib und Leben jedes einzelnen Bürgers und seiner Liebsten, enden Logik und empirische Vernunft. Da werden Urängste wach. Ihnen genügen geringste Anlässe, um in uns auf­zukeimen, quälende Emotionen hervorzurufen, schreck­lichste Vorstellungen heraufzubeschwören. Mindestens auf das Allerschlimmste machen sie gefasst. Entspre­chend groß ist das Bedürfnis nach Schutz, die Sehnsucht nach dem Retter – und die Bereitschaft, sich ihm zu unterwerfen, falls er glaubhaft versichert, er wende das Grauen ab und bringe das Heil, die Erlösung. Darauf beruht der grandiose Erfolg des neuen Para­digmas, seine unwiderstehliche Kraft. (24) Geradezu pro­phetisch sagte seinen Triumph der französische Histo­riker Patrick Zylberman bereits 2013 voraus: (25) Größt­mög­liche Sicherheit in Gesundheitsfragen, in politischen Kalkülen zuvor ein Randthema, entwickelt sich zu einem wesentlichen Bestandteil staatlicher und internationaler Strategien. Um so viel Sicherheit herzustellen, etabliert sich ein Gesundheitsterror-Regime, das Widerrede, erst recht tätigen Widerstand verhindert, indem es sie als Ver­rat am Gemeinwohl anprangert. Sich dem Diktat zu unterwerfen und Freiheitsbeschränkungen hinzunehmen, anstatt politisch aktiv zu werden, Rechte einzufordern und Verfassungsbrüche anzuprangern, wird zur edelsten Form der Bürgerbeteiligung. Wie überfallartig sich dieses neue Paradigma durchsetzte, ungeachtet einer eher harmlosen Corona-Pandemie, ver­mittelt uns einen milden Vorgeschmack darauf, welch un­er­bitt­liche Hygienediktatur uns blüht, sobald irgend­wann ein echter Killerkeim unterwegs ist. Egal wann die momentane Krise offiziell für beendet erklärt wird, ob noch 2020 oder erst im kommenden Jahr: Sie kann jederzeit wiederkehren. Wenn das geschieht, könnte sie von Dauer sein, mit ihr all jene Ungeheuerlichkeiten, deren Zeitzeugen wir gerade werden. Abgenickt von der parlamentarischen Opposition, hingenommen von Gerichten, wohlwollend begleitet von Massenmedien, begrüßt von 95 Prozent der verängstigten Bevölkerung, ist binnen weniger Wochen ein Überwachungsstaat über uns hereingebrochen, der uns wie selbstverständlich unserer fundamentalsten Frei­heitsrechte beraubte. Er trifft Vorbereitungen zur lücken­losen Kontrolle mittels Tracking-Apps und mit Wär­mebildkameras bestückter Drohnen. Regelkonformi­tät lässt er durch Beamte vom Ordnungs- und Gesund­heitsamt in Zivil sicherstellen, durch Polizeistreifen in Parks, auf Plätzen, in Fußgängerzonen, in Bahnhöfen und Flughäfen; durch Security-Teams in Geschäften und öffent­lichen Einrichtungen, durch kommunale „Ord­nungs­dienste“, durch bespitzelnde Bürgerwehren aus ehrenamtlichen „Containment Scouts“. Er lädt ein zur anonymen Denunziation von Regelverstößen über Melde­­formulare im Internet. Abweichende Meinungen lässt er mittels Algorithmen und anonymen, zuverlässig systemkonformen „Faktencheckern“ in allen sozialen Medien zensieren, jegliche Kritik als irre „Verschwö­rungstheorie“ brandmarken. Er fördert und begrüßt ein durch und durch vergiftetes geistiges Klima, in dem jegliche Skepsis als unanständig, als unsolidarisch, als rücksichts- und herzlos gilt. Querdenker, welche die Auto­rität der Behörden untergraben und das Vertrauen der Bevölkerung in angeblich alternativlose Verord­nun­gen erschüttern könnten, diffamiert und ächtet er. Qua­rantäneverweigerer bedroht er mit einer Einweisung in die Psychiatrie. Er nötigt zu medizinisch fragwürdigen Sicherheitsmaßnahmen wie dem Tragen einer Gesichts­maske, die 100 Nanometer große, in Aersosolen umher­fliegende Viren ebensowenig zurückhält, wie ein Stachel­draht vor dem Fenster den Allergiker vor Blütenpollen schützt. Er erzwingt unmenschliches Social Distancing. Er bereitet Impfkampagnen und Immunitätsausweise vor. Und weit und breit ist niemand, der sich einer außer Rand und Band geratenen Exekutive in den Weg stellt, laut­stark und beharrlich: keine traditionell systemkritischen Parteien wie Grüne und Linke, keine breite Allianz von einflussreichen Medien, kein Verfassungsgericht, kein Generalstaatsanwalt, keine Kirchen, keine Ärztever­bände, keine bedeutenden wissenschaftlichen Einrichtun­gen. Zumindest die politische Kultur leidet lebensbe­drohlich an Covid-20 – sie atmet kaum noch und droht zu ersticken. Je infektiöser, je pathogener, je letaler ein neuer Erreger ist, desto länger werden die verordneten Maßnahmen fortdauern, desto rascher und drastischer werden sie verschärft. Nach einer Weile wird der Notstand zur neuen Normalität, die kollektive Angst vor der nächsten „Welle“ zur allgemeinen Grundbefindlichkeit, das bange Erwarten der allerneuesten Infektionszahlen, Reprodukti­ons­raten und „Hotspots“ zum täglichen Ritual, der Gesundheitsminister zum Überkanzler, das Robert-Koch-Institut zum Berliner Vatikan, ein WielerDrosten-Klon zum Inhaber des Heiligen Stuhls. Eine Hygienediktatur zwänge uns dazu, unsere Grundrechte auf dem Altar der Volksgesundheit zu opfern – Widerstand zwecklos. Eine globale Seuche beglückt das Großkapital „Das Virus“ habe die Wirtschaft schwer getroffen: Auf diese Sichtweise schwören uns sämtliche Mainstream-Me­di­en ein, so als entstamme sie einem Lehrbuch für Bio­ökonomie. Sie verbreiten himmelschreienden Humbug. „Das Virus“ allein hätte die Volkswirtschaften dieses Planeten nicht merk­licher berührt als Grippewellen früherer Jahre – nämlich überhaupt nicht. Denn wie sich frühzeitig ab­zeich­nete, macht es nicht mehr Menschen krank, es bringt nicht mehr Menschen um, es belastet das Gesund­heitswesen nicht erheblicher als eine starke saisonale In­fluenza. Eine Krise epischen Ausmaßes, die in der Ge­schich­­te ihresgleichen sucht, beschwor erst eine Kette ver­hängnisvoller Fehleinschätzungen und Fehl­entschei­dun­gen herauf, hektisch getroffen von überfor­der­ten Medizinlaien in politischen Ämtern, die sich von sugge­stiven Bildern beeindrucken ließen, von einer kleinen Clique alarmistischer Berater, von allgegenwärtigen Lob­byisten, von Personen und Organisationen mit massiven Interessenkonflikten. Der weltweite „Lockdown“ samt dem riesigen Scherbenhaufen, den er anrichtete, ist kein typisches Covid-19-Symptom, sondern typischer Aus­druck der Inkompetenz und Verführbarkeit unserer Re­gie­rungen. Sie haben für die erste weltweite Katastrophe der Menschheitsgeschichte gesorgt, die ohne Not vorsätz­lich herbeigeführt wurde. Daraus ergab sich zunächst ein Börsencrash, der wirt­schaftshistorisch einmalig ist, was Tempo und Wucht an­be­langt. Innerhalb eines einzigen Monats, vom 19. Feb­ruar bis zum 23. März 2020, brach der US-Leitindex Dow Jones um ein Drittel ein. (26) In den vergangenen hundert Jahren ging kein Absturz heftiger und schneller von­stat­ten. Allein die koordinierten Eingriffe der Zentralbanken verhinderten anschließend einen neuen Finanzinfarkt – fürs erste. Auf die Börsenpanik hin brach die Realökonomie drama­tisch ein – die Corona-Krise löste die größte globale Rezes­sion der Nachkriegszeit aus. Von Einzelhandel und Gastronomie über Luftfahrt und Tourismus, Automarkt und Transportwesen, Bau- und Energiesektor bis zu Messe-, Konferenz- und Sportveranstaltern: Kaum eine Branche blieb verschont. Wochenlang stand die Wirt­schaft größtenteils still, so als wäre gerade der Dritte Welt­krieg ausgebrochen. Shutdowns lähmten Produktion und Nachfrage gleichermaßen. Zeitweilig „standen bis zu 70 % der Weltwirtschaft unter Verschluss“, wie der britische Historiker Adam Tooze konstatiert. (27) Anfang April durfte rund ein Drittel der Menschheit nicht mehr arbeiten. Allein in den USA verloren binnen zwei Wo­chen fast zehn Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz; nach drei Wochen waren es 17 Millionen, nach 12 Wo­chen über 44 Millionen. (28) Prognosen gehen von global 35 bis 65 Mil­lio­nen Menschen aus, die krisenbedingt in völlige Armut abrutschen werden; die Zahl der Hungern­den auf der Welt verdoppelt sich dieses Jahr von 130 auf 260 Millio­nen. (29) In Indien spielten sich apokalyptische Szenen ab, als Dutzende Millionen Tagelöhner und Saison­arbeiter zurück in ihre Dörfer flüchteten. (30) In der Volksrepublik China verloren bis zu 250 Millionen Wanderarbeiter ihren Job. (31) Infolge der Corona-Krise werde der weltweite Handel um mindestens 13 % sinken, schlimmstenfalls um über 30 %, sagt die Welthandelsorganisation (WRO) voraus; von der „schlimmsten Rezension zu unseren Lebzeiten“ spricht WTO-Präsident Roberto Azevedo. (32) OECD und Welt­bank gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 in der Eurozone um über 9 % schrumpfen wird, weltweit um 5,2 bis 6 %. (33) Ein dreimonatiger Shut­down, so rechnete das Münchner ifo-Institut vor, hätte in Deutschland zu einem BIP-Verlust von 10 bis 20,6 % geführt. Das entspräche Folgekosten bis zu 729 Milliar­den Euro. Sie würden „alles übersteigen, was aus Wirt­schaftskrisen oder Naturkatastrophen bekannt ist", be­fürch­tet ifo-Präsident Clemens Fuest. (34) Monatelang taumelte die Weltwirtschaft dem Abgrund entgegen – ein wahrhaftiger Killerkeim hätte sie längst darin versenkt. Wie kann es sein, dass ein derartiges Debakel irgend­welchen Geschäftemachern nützt – so sehr, dass sie es wo­möglich herbeiführen oder zumindest daran mitwir­ken, es voranzutreiben und zuzuspitzen, soweit es in ihrer Macht steht? Auf ein historisches Beispiel hierfür verweist der Öko­nom Christian Kreiß, Professor für Finanzierung und Wirt­schaftspolitik an der Hochschule Aalen: die Börsen- und Finanzkrise von 1907. (35) Zwischen März und Novem­ber jenes Jahres gaben die Aktienkurse an der Wallstreet um 37 % nach. Die realwirtschaftlichen Folgen waren verheerend: Innerhalb eines Jahres sank die US-Produk­tion um 11 %, die Arbeitslosenquote verdreifachte sich von 2,8 auf 8 %, die Zahl der Pleiten schnellte um 47 % nach oben. Was für Millionen Amerikaner damals entsetzliches Elend und Hunger bedeutete, war im wesentlichen das zielstrebig herbeigeführte Werk eines einzigen Mannes, des mächtigsten Privatbankiers seiner Zeit: John Pierpont Morgan (1837-1913). Schon vor Krisenbeginn herrschte er über ein gigan­tisches Imperium von 141 Banken, (36) gro­ßen Eisenbahn- und Industriekonzernen. (37) In der ersten Jahreshälfte 1907 vergaben Morgans Banken großzügig Kredite, die meisten mit einer Laufzeit bis zum 22. August 1907. Gleichzeitig verkaufte Morgan riesige Aktienpakete zu glänzenden Preisen, nachdem die Börsenkurse seit vier Jahren stark angestiegen waren. Am 22. August schlug er zu: Seine Banken verweigerten Schuldnern eine Verlän­gerung der Kreditlaufzeiten. Ein Schaltersturm setzte ein, Panik brach aus. Zwei Monate sah Morgan dem Treiben teilnahmslos zu. Dann beendete er es am 24. Oktober 1907, indem er als Anführer einer Investorengruppe große Mengen an Staatsanleihen kauf­te; damit rettete er die USA vor dem Bankrott. (38) So gelang Morgan das Kunststück, sich zugleich als Retter der Nation feiern zu lassen und dreifach zu profitieren. Zum einen hatte er unliebsame Konkurrenten in den Konkurs getrieben. Zum zweiten verdiente er am erworbenen „Rettungspaket“ von US-Staatsanleihen, als er es überaus gewinnbringend verkaufte. (39) Und drittens konnte er dank des Börsencrashs zu Niedrigkursen enor­me Aktienmengen aufkaufen. Dieser „Gaunerstreich“ (40) bescherte ihm gigantische Gewinne und einen massiven Machtzuwachs: 1913 kontrollierten er und Rockefeller 341 Großunternehmen – und damit ein Fünftel (!) des US-Volksvermögens. (41) Auch die Finanzkrise von 2007 belegt eindrucksvoll, wie man von Zusammenbrüchen profitieren kann. Der Bör­sen­crash, auf den hin die Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 kollabierte, machte einige „Short“-Spekulanten steinreich, die auf fallende Kurse gewettet hatten. Äußerst gelegen kam das Lehman-Debakel der Großbank Goldman Sachs: Sie wurde ein erbitterten Konkurrenten los. Dabei behilflich war ihr Ex-Chef Steven Mnuchin, der 17 Jahre lang bei Goldman Sachs tätig gewesen war. Inzwischen amtierender Fi­nanz­minister, unterließ er es, Lehman zu retten. (42) In der Krise ist der Staat gefordert, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, auch um den sozialen Frieden zu bewahren. Insolvenzen, Einkommensverluste, Kurzar­beit, Massenarbeitslosigkeit, und dies bei gleichzeitig wegbrechenden Steuereinnahmen, zwingen ihn, mehr Geld auszugeben, als er hat. Also verschuldet er sich wie­ter; er nimmt Kredite auf und gibt Anleihen aus. Je schlimmer und andauernder die Krise, desto größer wird das Risiko, dass er seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Darauf spekulieren milliarden­schwere Hedge Fonds: Über sogenannte „Credit Default Swaps“ (CDS) wetten sie auf Ausfälle von Krediten, auch auf eine sinkende Bonität von Schuldnern und auf fallende Kurse von Staatsanleihen. Dabei sind aberwitzi­ge Summen im Spiel; schon im Jahr 2007 lag das CDS-Marktvolumen bei 60 Billionen (!) US-Dollar. (43) „Für man­che Spekulan­ten“, so stellt Kreiß klar, „wäre ein Kollaps eines Landes geradezu ein Traum.“ (44) Auch für die Mächtigsten könnte die Corona-Krise durchaus ein „Schwarzer Schwan“ gewesen sein, wie es in der Finanzwelt heißt – ein unvorhersehbares Ereignis. Vielleicht wusste wirklich niemand, wann sie eintritt. Aber vielen war längst klar, dass es dazu kommen wird, und zwar bald. Seit der Jahrtausendwende waren immer wieder Warnschüsse gefallen: von SARS über Vogel- und Schweinegrippe bis MERS. Seit langem stand das Stichwort „Pandemie“ ganz weit oben auf der Liste der Institutionen, welche die Welt vor möglichen Risiken warnen sollen. Schon 2019 hatte die WHO ihre Mit­glieds­staaten auf einen globalen Pandemieplan einge­schworen. Beim berüchtigten „Event 201“, auf Einladung der Gates-Stiftung, der Johns-Hopkins-University und des Weltwirtschaftsforums, spielten führende Köpfe aus Politik und Wirtschaft am 18. Oktober 2019 Szenarien einer Corona-Pandemie durch – zwei Monate bevor sie ausbrach. Ausgiebig diskutierten die Teilnehmer über den Lockdown, über Reisebeschränkungen, über das Vorgehen gegen „Fake News“, über den zu erwartenden wirtschaftlichen Schaden. Mit am Tisch saßen Vertreter der Gesundheitsbehörden Australiens und der USA, des Pharmagiganten Johnson&Johnson, der Weltbank, der CIA, der NBCUniversal Media, der UPS Foundation, von Lufthansa und Marriott, von Henry Schein Inc. – eines weltweiten Großhändlers für gesundheitsbezogene Produkte und Dienste. (45) Dass sie miteinander die Krise „vorbereiteten“, ist ein Gerücht – dass sie darauf vorbe­rei­tet waren, hingegen eine Tatsache. Ihnen war klar, was auf die Welt wohl in Kürze zukommen würde. Und sie konnten Vorkehrungen dafür treffen, jeder gemäß seiner eigenen Interessenlage. Wer gerne wettet, kann dies neuerdings sogar direkt auf eine verhererende Seuche. Im Juni 2017 legte die Welt­bank „Pandemic Bonds“ im Wert von einer halben Mil­liar­de US-Dollar auf. (46) Käufer dieser Anleihen wetten darauf, dass eine weltweite Seuche ausbricht. Nur dann machen sie Gewinn. Der Andrang war immens, die An­leihe war zu 200 % überzeichnet. Sie deckt sechs Arten von Viren ab, die am wahrscheinlichsten eine Pandemie auslösen können. Dazu zählt die Weltbank neue Ortho­myxoviren (neues Influenza-Pandemievirus A), Filoviri­dae (Ebola, Mar­burg) und andere zoonotische Krank­heiten wie Krim-Kon­go, Rift Valley, Lassa-Fieber – und Coronaviren, namentlich SARS. Seit 2017 folgten weitere derartige Anlageprodukte. Allein zwischen Feb­ru­ar und Mai 2020 flossen 152 Milliarden Dollars in solche anrüchigen Bonds. (47) Aber auch Aktieninvestments, sei es in Einzelwerte oder Branchenfonds, erweisen sich vor und während einer weltweiten Seuche als sichere Gewinnbringer, egal wie dramatisch es mit anderen Wirtschaftszweigen unter­dessen bergab geht. Schon jetzt gelten Pharma- und Bio­tech-Papiere als die großen Gewinner der Corona-Krise, (48) allen voran aussichtsreiche Impfstoffhersteller. Die Aktienkurse der heißesten Kandidaten schießen förmlich durch die Decke. (49) Dass ein Unternehmen wie „Moderna“ noch keinen einzigen seiner neuartigen mRNA-Impfstoffe auf den Markt brachte, schadete ihm zumindest an der Börse nicht im geringsten: In Erwar­tung von „mRNA-1723“ gegen das neuartige Corona­virus hat sich Modernas Börsenwert von Mitte Februar bis Mitte Mai 2020 mehr als verdreifacht – auf aber­witzige 27 Milliarden Euro. (50) In der Krise wachsen die Großen weiter – und fressen die Kleinen Eine Pandemie hilft, den Markt zu „bereinigen“ – nie­mals zum Vorteil der Schwächeren. Je schlimmer der Ab­schwung, desto lukrativer. Um so mehr Konkurrenz lässt sich ausschalten. Um so höhere Gewinne winken. Um so fester hält man hinterher die Zügel in der Hand. Wie sorgt man dafür? Dazu könnte man insgeheim ein echtes Killervirus freisetzen – zumindest aber bestens dar­auf vorbereitet sein, dass in absehbarer Zeit so einer die globale Runde macht. Um dann auf einen öko­nomi­schen Kollaps hinzuarbeiten – börsentechnisch gespro­chen, auf den „perfekten Sturm“ -, gibt es keine wir­kungs­vollere, schwerer zu durchschauende Strategie als: medial erzeugte Panikmache. Je mehr einem Großteil der Bevölkerung vor einer un­sichtbaren, tödlichen Gefahr graut, je ärger sie in Hyste­rie verfällt, desto mehr sehen sich Regierungen unter Druck, drakonische Schutzmaß­nahmen zu ergreifen. Und desto bereitwilliger nimmt die Masse in Schockstarre die verordneten Einschränkungen hin. Betriebsschließungen, Ausgangssperren, Abriegelun­gen, Zwangsquarantänen erzeugen sowohl einen An­gebotsschock als auch einen Zusammenbruch der Nach­frage. Eine Abwärtsspirale setzt ein, mit ihr ein Firmensterben. Wie ein Tsunami bricht die Welle des Bankrotts über die wankenden Volkswirtschaften herein. Nun können die Großen zuschlagen: Sie fressen die Kleinen – oder sehen ihnen genüsslich beim Sterben zu. Es drohen weitere Konzentration, verschärfte Marktkon­trol­le durch wenige oder sogar nur ein einziges Unter­nehmen, noch übermächtigere Global Player. Eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestätigt: Je mehr wirtschaftliche Macht in den Händen weniger Konzerne liegt, desto ungleicher verteilen sich die Ein­kommen, desto weniger wird investiert, desto eher stei­gen Preise, desto mehr bleibt der allgemeine Wohlstand zurück.51 Desto mehr kleinere und mittlere Betriebe verschwinden. Große hingegen rafft die Krise, und sei sie auch noch so einschneidend, eher selten dahin. Sie sind „too big to fall“, der Staat springt ihnen bei, auf Teufel komm raus. Krass verdeutlicht diesen Automatismus das Rettungs­pro­gramm, das besagter Finanzminister Mnuchin für die Finanz- und Realwirtschaft ausheckte – das größte in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Aus einem 2,2 Billionen Dollar umfassenden Paket fließt gewöhnlichen Arbeitern und Angestellten eine einkommensabhängige Sonderzahlung von höchstens 1200 Dollar zu; das Arbeitslosengeld steigt vier Monate lang auf 100 % des bisherigen Durchschnittsverdienstes. Verhältnismäßig? 75 Milliarden Dollar gehen an die Luftfahrtbranche und Unter­nehmen, die als bedeutsam für die nationale Sicherheit gelten. Daneben füllt Washington einen Corona-Kredittopf mit schwindelerregenden 4,25 Billionen US-Dollar. Mit ihnen werden große Konzerne beglückt – weitgehend bedingungslos, lediglich Aktienrückkäufe sind untersagt. Mit solchen Finanzspritzen lassen sich weiterhin nicht nur unanständige Vorstandsgehälter, Boni und Dividen­den zahlen, sondern auch Firmenfusionen abwickeln bzw. notleidende Unternehmen aufkaufen. Etwaige Ver­luste aus diesem Kreditprogramm trägt der Steuerzahler. Bereits bis Juni 2020 waren die US-Staatsschulden um 2 auf über 26 Billionen Dollar hochgeschnellt. (52) Im verzweifelten Bemühen, das Desaster einzudämmen und die Konjunktur vor dem freien Fall zu bewahren, warfen Zentralbanken die Notenpresse an. Mit irrwitzi­gen Summen tätigen sie Stabilisierungskäufe. Allein die Fed pumpte zeitweise bis zu 90 Milliarden pro Tag in den kollabierenden Markt. In einer einzigen Transaktion kaufte sie bei verschiedenen Banken Staatsanleihen für 50 Milliarden Dollar. (53) Mit all diesen Rettungsmaßnahmen, so erklärt der Industrieberater und Finanzanalyst Klaus G. Singer in seinem Blog (54), „findet eine gigantische Umverteilung von öffentlichen Geldern in den privaten Firmensektor und in den Finanzbereich statt. Ein Raubzug eben.“ Diese düstere Einschätzung teilen die Ökonomen und Vermögensberater Marc Friedrich und Matthias Weik: (55) „Wir stehen vor dem größten Vermögenstransfer aller Zeiten. In der nahen Zukunft werden Vermögen auf Gene­ra­tionen gemacht oder vernichtet.“ (56) Dank der Pandemie wächst nicht nur der Reichtum der ohnehin Superreichen, sondern auch ihre Bewegungsfrei­heit. Indem sie eine möglichst gewaltige Bereinigungs­krise herbeiführen, verleiten sie den Staat dazu, Men­schenrechte einzuschränken und die Demokratie auszu­höhlen. So entfesselt er die Macht von Wenigen noch weitergehend, als er vor der Krise ohnehin schon zuließ. Eine weitere Gruppe von möglichen Profiteuren bilden all jene Industrien, die in Pandemiezeiten mit dem Staat zu gemeinsamem Krisenmanagement ins Geschäft kom­men. Sie verdienen prächtig an Tests, an Überwa­chungs­technik, an Schutzausrüstung, Medikamenten und Impf­stoffen, an Behandlung und Pflege. Die Pandemie als Geschäftsmodell „Pathogen“, ein innovatives Pharmaunternehmen, steckt in der Krise. Gesundheitsbehörden untersagen ihm, einen bahnbrechenden Impfstoff an Menschen zu testen. Nun steht die Firma vor dem Bankrott. Um sie zu retten, lässt sich der CEO auf einen zwielichtigen Investor ein. Ihr Deal schließt ein, ein tödliches Virus freizusetzen. Dies löst eine Pandemie aus. Entfaltet ein Katastrophenfilm wie „Antivirus“, im Jahr 2014 produziert, (57) bloß blühende Phantasien eines irre verschwörungstheo­reti­schen Drehbuchautors? Oder nehmen solche Science Fictions eine mögliche Zukunft vorweg? Um hier klarer zu sehen, müssen wir die Frage klären: Weist eine Pandemie-Krise Aspekte auf, die gewissen Anbietern auf dem Gesundheitsmarkt nützen könnten – in einem Maße, das sie für die Aussicht auf Profit jegli­che Skrupel verdrängen lässt? Aus ökonomischer Sicht sind Pandemien ein Geschenk des Himmels, sie eröffnen Goldgruben. Sprunghaft sor­gen sie für eine hohe Nachfrage nach Tests, um die über­tragbare Krankheit festzustellen; nach Überwachungs­tech­nik, um Infizierte zu erkennen, ihre kürzlichen Kon­takte zurückzuverfolgen und künftige zu unterbinden; nach Schutzausrüstung wie beispielsweise Gesichts­mas­ken; nach Desinfektionsmitteln; nach Medikamenten, um Erkrankte zu behandeln; und nach Impfstoffen, um vor­zu­beugen. Diese Nachfrage wächst, je größer die empfun­dene Bedrohung ist, je länger die Angst vor ihr anhält. Und je heißbegehrter ein Produkt ist, desto teurer lässt es sich verkaufen. Schutzausrüstung. Zu Kassenschlagern werden in Pan­de­mie­zeiten Schutzmasken, Schutzanzüge, Schutzbrillen, Handschuhe und Desinfektionsmittel – erst recht, wenn hyperaktive Regierungen ihren Einsatz auf dem Verord­nungs­weg verpflichtend machen. Beispiel Gesichts­mas­ken: Obwohl sie aus medizinischer Sicht nutzlose Keimschleudern sind (58), zwingt der Hygienestaat sie allen Bürgern auf. Damit, wie auch über Appelle und Angstmache, schafft er enorme Nachfrage, die in Windeseile Umsätze und Prei­se treibt. Aus der Nische für spezielle Anwendungs­fälle zum neuen Alltagsprodukt befördert, verteuerten sich Schutzmasken von Januar bis Ende Mai 2020 um 509 %. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkauften Lebens­mittel- und Drogeriemärkte rund 8000 % mehr davon. (59) Größter Kunde ist der Fürsorgestaat. Um die laufende Pan­demie einzudämmen und für künftige Notfälle ge­wapp­net zu sein, ordert, verteilt und lagert er Unmengen davon. Unter anderem beglückt er über 700 Lieferanten mit Bestellungen von zwei Milliarden Atemschutzmas­ken, im Schnitt also stattliche 25 Stück für jeden Bundes­bürger, Säuglinge eingerechnet. Anfang Juni 2020 kün­dig­te das Bundesgesundheitsministerium eine „Offensive zur Bevorratung von Schutzmaterial für den Pandemie­fall“ an, eine „nationale Reserve“. Eine Milliarde Euro investiert er dazu. Eine weitere Milliarde soll bereitste­hen, um die Produktion zu fördern. (60) Kontrolltechnik: Covid-19 treibt eine digitale Revolu­tion im Gesundheitswesen voran, welche von jeder näch­sten Seuche weiter beschleunigt wird. Vielerlei Hightech-Hilfsmittel sollen helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Tr­a­cing-Apps auf Handies ermöglichen es, die Benutzer vor Infizierten in seiner Nähe zu warnen und Infektionsketten zu rekonstruieren. Allein für die „Co­ro­na-Warn-App“ fürs Smartphone überweist der Bund rund 20 Millionen Euro an den Softwarekonzern SAP und die Deutsche Tele­kom; hinzu kommen monat­lich 2,5 bis 3,5 Millionen Euro für Betriebskosten, wovon der Löwenanteil auf zwei Callcenter entfällt, die beim Installieren der App helfen und Infizierten einen Frei­schalt­code übermitteln. (61) Weitere Software wird folgen wie das Amen in der Kirche. Symptomanalyse-Apps zeigen dem Bürger an, ob er sich womöglich angesteckt hat. Datenspende-Apps übermitteln Informationen über seinen aktuellen Gesund­heits­zustand an eine Zentralstelle. Mittels Geolocation lässt sich jederzeit überwachen, wo er sich als poten­ziel­ler Superspreader oder Infektionsopfer gerade befindet – und ob er eine angeordnete Quarantäne einhält. Mittels eines „digitalen Gesundheitszertifikats“ können Bürger jederzeit und überall einen Immunitätsnachweis erbrin­gen; er gibt Auskunft über Testergebnisse, über den eige­nen Immunstatus, über vorgenommene Impfungen. (62) Schon heute kommen im öffentlichen Raum, wie auch an Eingängen aller Art, Wärmebildkameras zum Einsatz, die kontaktlos die Körpertemperatur messen. Über 3D-Sensoren wird ermittelt, ob Abstandsregeln eingehalten werden. (63) Gesichts-ID-Erkennung wird Überwachungs­alltag werden; sie wird es erleichtern, Infizierte und Verdachtsfälle überall, jederzeit ausfindig zu machen, aber auch subversive Elemente wie Quarantäneverweige­rer und polizeibekannte Verschwörungstheoretiker. Tests: Gesundheitsminister Jens Spahn plant Corona-Massentests. Dabei geht er von 52,50 Euro pro Test aus. Die gesetzlichen Krankenkassen könnte das 7,6 Milliar­den Euro kosten. (64) Hochgerechnet auf die Gesamtbevöl­ke­rung der Europäischen Union, würde Testherstellern allein in diesem Teil der Welt somit ein Geschäft von über 40 Milliarden Euro winken. Ginge es nach der Rockefeller Foun­dation, so würden in den USA bis zu 30 Millionen Men­schen pro Woche per Co­ro­na-Virentest gecheckt. Geschätzte Kosten: bis zu 100 Milliarden US-Dollar. An­schließend sollen zehn Jah­re lang alle sechs Monate erneute Screenings statt­finden. Dafür scheinen der Stif­tung 300.000 Tester und Kontakt­verfolger sowie eine Daten­plattform erforder­lich. (65) Medikamente: Trotz eher spärlicher Daten aus indu­striegesponserten Studien wurde das Malariamittel „Rem­­­de­si­­vir“ im Schnellverfahren zur Covid-19-Be­hand­lung zugelassen. Als antiviral wirksam erwies es sich bis dahin lediglich in Zellkulturen, bei Insekten (66), einem Dutzend Rhesusaffen (67) – und einem 35-jährigen Franzosen mit fortgeschrittener Lungenentzündung. Es handelte sich also eher um Glaubensbekenntnisse als fundierte wissenschaftliche Einschätzungen, als Exper­ten, welche die WHO Ende Januar 2020 befragte, Rem­desivir als aussichtsreichste Therapiemöglichkeit einstuf­ten; Interessenkonflikte blieben dabei unberücksichtigt. (68) Ob das Mittel bei Covid-19-Patienten die Erkrankung tatsächlich mehr als bloß ein unwesentliches Bisschen ver­­kürzt und abmildert, mit hinnehmbaren Nebenwirkun­gen, ist offen. Doch eine Pandemie schafft Zeitdruck, da wartet nie­mand erst Kontrollstudien ab. Dem Hersteller Gilead Sciences beschert Remdesivir fortan Blockbuster-Umsät­ze. Das Institute for Clinical and Economic Review (ICER), das routinemäßig Kosten und Nutzen von Medi­kamenten gegeneinander abwägt, veranschlagt den „fai­ren Preis“ auf 4.460 US-Dollar pro Patient. (69) Das Remdesivir der Corona-Krise hieß zu Zeiten der Schweinegrippe „Tamiflu“. Im Pandemiejahr 2009 ver­vierfachte sich der Umsatz jenes antiviralen Grippe­mittels gegenüber dem Vorjahr auf 2,7 Milliarden Fran­ken. (70) Für den dänischen Medizinprofessor Peter Gøtz­sche steht „Tamiflu“ für „den größten Diebstahl aller Zeiten, ohne dass jemand die Firma (Roche) vor Gericht gebracht hätte“. (71) Gekaufte Forscher produzierten Stu­dien­daten, die verhießen, das Mittel verringere erheblich die Ansteckungsgefahr, die Anzahl von Einlieferungen ins Krankenhaus, die Häufigkeit von Komplikationen. Nichts davon bewahrheitete sich. Trotzdem kauften Regie­rungen in aller Welt Tamiflu für mehrere Milliar­den Dollar – und blieben auf den Vorräten sitzen, man­gels Bedarf. Wie viel erstattete Roche zurück? Keinen Cent. Impfstoffe: Für Investitionen, die Pharmakonzerne normalerweise aus eigener Tasche aufbringen müssen, fließen ihr in Pandemiezeiten üppige Fördermittel zu. Für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Covid-19-Erreger, wie auch von Medikamenten und Diagnostika, haben Geldgeber bis Anfang Juni 2020 bereits 9,8 Mil­liar­den Euro locker gemacht; zwei Drittel davon bringen die EU und ihre Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Investment Bank ein. (72) Derart spendabel bedachte Unter­nehmen lachen sich über solche milden Gaben insgeheim ins Fäustchen. Die Dum­men sind am Ende wir, denn letztlich ist es unser Geld, das Großkonzernen gleich dreifach zugute kommt: über staatliche Subventionen aus Steuermitteln für Forschung und Entwicklung, über höhere Krankenkassenbeiträge, über Apothekenpreise. Was wird der Einsatz eines Corona-Impfstoffs kosten? „Oh, Milliarden – Milliarden und Milliarden und Milliar­den“, schätzt Duane Schulthess, Topmanagerin der US-Unternehmensberatung Vital Transformation. „Wir spre­chen hier ja von einem prophylaktischen Impfstoff für die gesamte Bevölkerung des Planeten". (73) Dessen 7,8 Mil­liar­den Bewohner benötigen 14 Milliarden Impfstoff­dosen, schätzt der US-Milliardär und Stiftungsvorstand Bill Gates. Sogar von einem Bedarf von 16 Milliarden, um einen zweistufigen Schutz zu gewährleisten, geht der Impfstoffforscher Florian Krammer vom Mount Sinai Hospital in New York aus. (74) Vakzinherstellern beschert derartiger Seuchenschutz eine Konjunkturspritze ohnegleichen. Der Pharmariese Johnson&Johnson verpflichtete sich – imageförderlich „frei­willig“ -, pro Covid-19-Impfstoffdosis bloß 10 US-Dollar zu verlangen, angeblich auf einer „No-Profit“-Basis. Selbst wenn die gesamte Branche an solcher Mutter-Teresa-Heuchelei festhielte, flössen ihr, Corona sei dank, schlappe 160 Milliarden US-Dollar zu, wenn Gates´ Pläne umgesetzt würden: immerhin ein Siebtel des Gesamtumsatzes, den sie bisher pro Jahr erzielt. Aber Big Pharma ist nicht die Caritas. Früher oder später wird sie zu marktüblicher Preisgestaltung übergehen. Impfstoffe sind am teuersten, wenn sie neu auf den Markt kommen. In den USA kostet die um 1920 entwickelte Tetanusimpfung weniger als 35 Dollar pro Injektion, Mercks umstrittenes HPV-Vakzin gegen Gebärmutter­hals­krebs hingegen knapp 230 Dollar. Für eine Spritze gegen Influenza fallen 12 bis 20 Dollar an. Prevnar13, Pfi­zers Impfstoff gegen eine durch Pneumokokken ver­ursachte Lungenentzündung, kostet rund 200 Dollar pro Dosis – insgesamt vier sollen erforderlich sein. (75) Selbst wenn Hersteller Covid-19-Impfungen zum vermeintli­chen Freundschaftspreis anböten, mit imageförderlichem Abschlag für die ärmsten Länder der Welt, bliebe für sie ein stattlicher Batzen übrig. So geschah es zu Zeiten des Schweinegrippe-Skandals bereits mit „Pandemrix“ des britischen Pharmagiganten. Allein in Europa ließen sich über 30 Millionen Menschen damit gegen das H1N1-Influenzavirus impfen – unge­achtet erheblicher Sicherheitsbedenken. Pro einer Million Impfdosen traten 254 schwere Nebenwirkungen auf, die der Hersteller GlaxoSmithKline, zweitgrößter Pharma­konzern der Welt, zwar früh kannte, aber verschwieg – darunter rund 1300 Fälle von Narkolepsie vor allem bei Kindern und Jugendlichen. (76) Dafür stimmte die Kasse: Allein im letzten Quartal 2009 sorgte Pandemrix für einen Umsatzsprung um 1,1 Milliarden Euro. (77) Weltweit orderten Regierungen 440 Millionen Dosen Pandemrix. Wie Analysten von JP Morgan schätzten, verhalfen sie Glaxo damit zu einem Umsatz von etwa 2,3 Milliarden Euro. (78) Aber zumindest in Regierungskreisen herrscht kollektive Amnesie, was verunglückten Seuchenschutz von einst an­be­langt. Mitte Juni 2020 schmiedete Deutschland eine „Impfallianz“ mit Frankreich, Italien und den Nieder­lan­den. Gemeinsam schlossen sie einen ersten Liefervertrag über 300 Millionen (!) Impfstoffdosen – und beglücken damit den britisch-schwedischen Pharmagiganten Astra­Zeneca und seine Aktionäre. (Dieser geht sogar von „bis zu 400 Millionen“ aus.) (79) Über den ausgehandelten Preis schweigen sich beide Seiten aus. Dabei hat sich Astra­Zenecas Covid-19-Vakzin­kandidat AZD1222, von dem insgesamt „minde­stens zwei Milliarden“ Dosen auf den Markt kommen sollen, zum Bestellzeitpunkt noch in keiner einzigen größeren klinischen Studie bewährt. (80) 300 Millionen Dosen würden für knapp 60 Prozent der gesamten EU-Bevölkerung reichen – und garantiert für je­den einzelnen Einwohner der Viererallianz, denn zu­sam­mengerechnet bevölkern sie 227 Millionen. Hatten Bun­des­gesundheitsministerium und Kanzleramt nicht versichert, die Corona-Impfung werde freiwillig bleiben? Ende Mai 2020 erklärten aber nur zwei von drei Bundesbür­gern, sie würden ein solches Angebot „sicher“ oder „wahr­scheinlich“ annehmen. (81) Diese Quote dürfte eher schrumpfen, je unmerklicher die Seuche wird, je deutli­cher Impfrisiken und Nebenwirkungen zutage treten. Deutet die Bestellmenge also auf beabsichtigte Zwangs­imp­fun­gen hin? Zumindest AstraZenecas Jahres­umsatz von zuletzt 23,6 Milliarden US-Dollar (82) bekämen sie mit Sicherheit, nebenwirkungsfrei. Die besondere Dynamik einer Pandemie sorgt für enor­men Zeitdruck, die der Pharmabranche zusätzlich in die Karten spielt: Im Notstand werden Genehmigungsverfah­ren beschleunigt, Anforderungen an Wirksamkeits- und Sicherheitsnachweise reduziert. Obendrein stellen Regierungen Hersteller von Schadens­haftung frei, geben ihnen Abnahmegarantien, schließen langfristige Lieferverträge ab. Welche zusätzlichen Deals beide Seiten vertraulich treffen, bleibt der Öffentlichkeit verborgen. Wie kommt es beispielsweise zu der ganz und gar hirnrissigen Klarstellung, die wir aus Ministerien und dem Kanzleramt zu hören bekommen: „Die Pandemie ist erst vorbei, wenn ein Impfstoff gefunden ist“? (83) Zwischen den Zeilen klingt ein Kuhhandel mit Her­stellern durch: „Ihr investiert nun reichlich Zeit und Geld in Covid-19-Vakzine – und wir sichern euch den künfti­gen Markt dafür, indem wir die Krise lange genug im Panikmodus am Laufen halten, so dass es noch genug Ängstliche zu spritzen geben wird.“ Jede Wette: Regie­rungen in aller Welt stehen insofern bei der Industrie im Wort. Warum sonst sollten wir weiterhin unbefristet Mum­menschanz betrei­ben und Abstände einhalten, selbst wenn die Pande­mie nach jedem vernünftigen klinischen Maßstab vorbei ist? Eine Seuche sorgt für Notstand. Um sie einzudämmen, greifen Regierungen, wie seit März 2020 weltweit mit­zuerleben, zu drastischen Maßnahmen, schrecken da­bei nicht einmal davor zurück, grundlegende Verfas­sungs­rechte unbefristet außer Kraft zu setzen. Selbst das Recht auf gesundheitliche Selbstbestimmung und körper­liche Unversehrtheit steht zur Disposition. Im Namen des In­fek­tionsschutzes lassen sich Tests, Impfun­gen und Kon­­trollen durchsetzen, bei Uneinsichtigen und Wider­spen­sti­gen mit Strafandrohung und roher Gewalt. Zwangs­­medizin, wie sie sonst bloß Psychiatriepatienten und Gewalt­verbrechern widerfährt, wird plötzlich zur schein­bar alternativlosen Regel für alle. Teure, mühselige Werbekampagnen erübrigen sich nun – niemals könnten sie bewirken, was die Hygienediktatur nun sicherstellt: Alle müssen in den Genuss pharmazeutischer Innovatio­nen kommen. Schlagartig ist im Idealfall für eine 100%-ige Marktsättigung gesorgt. Der Medizinindustrie eröff­nen sich somit paradiesische Zustände. Dass eine Seuche Geschäftsinteressen vortrefflich dient, steht nach alledem außer Frage. Die Mär vom Wettbewerb Aber spricht dagegen nicht der erbitterte Wettkampf, den sich Vakzinhersteller gegenwärtig liefern? Mittlerweile ringen 118 Firmen miteinander darum, wer am schnell­sten einen wirksamen, sicheren, effektivsten, in großen Men­­gen verfügbaren Corona-Impfstoff marktreif macht. (84) Am Ende wird vielleicht bloß eine Handvoll ans Ziel kommen; alle übrigen laufen Gefahr, umsonst inve­stiert, geforscht, getestet, den aufwändigen, ungewissen Zulassungsprozess durchlaufen zu haben. Den Reibach, auf den Hunderte Unternehmen spekulieren, machen am Ende nur Wenige. Wer so argumentiert, verkennt den Sekundärnutzen der Seuche. Dieser übertrifft den zeitweiligen Profit mit ein paar wenigen Medizinprodukten bei weitem. Zum einen bietet die Corona-Krise einen äußerst auf­schluss­reichen Testfall, aus dem es für alle tatsächlichen und potentiellen Seuchenprofiteure für die Zukunft eine Menge zu lernen und vorzubereiten gibt. Die Gescheh­nisse seit dem 20. Januar 2020 - dem Tag, an dem Peking die Welt von einem neuartigen, hochansteckenden Virus in Kenntnis setzte – laden dazu ein, es beim nächsten Mal noch ein bisschen besser zu machen. Das Corona-Drama entfaltete sich Schritt für Schritt global auf eine Weise, die sich größtenteils vorhersehen und steuern ließ. Gegenwärtig haben die Krisengewinnler von heute und morgen allen Grund, die Champagnerkorken knallen zu lassen: Auf die Pandemie-Alarme der WHO ist Verlass. Regierungen weltweit spuren, schränken im Nu grundle­gen­de Menschenrechte ein, stellen Infektionsschutz über alles. Dabei verlassen sie sich auf einen kleinen Exper­ten­zirkel, den Rest der Fachwelt überhören sie. Die par­lamentarische Opposition schweigt. Gerichte halten still. Massenmedien spielen mit. Die verängstigte Bevölke­rung fügt sich weitgehend widerstandslos, verschafft tota­­litärem Infektionsschutz geradezu nordkoreanische Zustimmungsquoten. Aus der Perspektive von Seuchenprofiteuren muss man­ches beim nächsten Mal allerdings noch besser ablaufen. Das Virus sollte noch ansteckender, pathogener, tödlicher und verwandlungsfreudiger sein, so dass die Angst vor ihm noch größer ist und auf Dauer anhält, der Notstand leichter zu rechtfertigen ist und unbefristet fortbesteht. Einen solchen Erreger auf Bestel­lung zu konstruieren, ist für die Biotechnologie des 21. Jahrhunderts ein Kinder­spiel. Finden genetische Manipula­tionen offiziell statt, um neue Impfstoffe zu entwickeln – wie angeblich im Viro­logischen Institut von Wuhan geschehen -, so wer­den sich ihre Auswirkungen in Studien am Menschen eingehend untersuchen lassen, ohne dass Außenstehende Verdacht schöpfen. Je nach festgestellten Effekten einer Infektion lässt sich das Virus-Genom weiter optimieren, bis schließlich ein wirklicher Killerkeim geschaffen ist. „Optimiert“ werden muss zudem noch die Vakzinversor­gung. Bis die ersten Corona-Impfstoffe nicht nur entwickelt und hergestellt, sondern auch klinisch erprobt und zugelassen sind, wird Covid-19 vermutlich so weit­gehend abgeebbt sein, dass sich ein Großteil der Bevöl­ke­rung nicht mehr spritzen lassen mag. Das vereitelt Geschäfte. Nicht von ungefähr fordert der Vakzin-Fetischist Bill Gates, mit Applaus von Regierungen welt­weit, baldmöglichst viele Impfstoff-Forschungslabors aufzubauen – nicht bloß für die aktuelle SARS-CoV-2-Pandemie, sondern als Zulieferer von Vakzinfabriken der Zukunft. Sie sollen die jeweiligen Impfstoffe gegen das nächste grassierende Virus weitaus rascher, in viel größe­ren Mengen herstellen. Hingegen werden die politischen Abläufe, die inter­nationalen Abstimmungen, die technischen Möglichkei­ten sozialer Kontrolle schon eingeübt sein – und im näch­sten Bedarfsfall quasi automatisch abrufbar. „Immuni­täts­nachweise“ sind dann bereits vorbereitet, „Contain­ment Scouts“ und Bürgerwehren in Diensten der Gesund­heitsämter ebenfalls. Die 2020 erlassenen Notstands­gesetze müssen nicht mehr erst entworfen, debattiert und verabschiedet werden – sie lassen sich beim nächsten An­­lass unverzüglich umsetzen. Das Ausschalten von Pha­rma-Kritikern, das in Coronazeiten die Meinungsfrei­heit zur Farce macht, folgt Strategien, die sich zur Zeit bestens bewähren und weiterverfolgt werden. Bei der nächsten Pandemie werden sie jede Widerrede von vornherein aussichtslos machen, öffentliche Debatten erst gar nicht mehr aufkommen lassen. Sie werden verstum­men. Wen Mainstream-Medien ignorieren, der wird in sozialen Medien wie Facebook, Twitter und YouTube künf­tig keine Rückzugsräume mehr finden, von denen aus er die breite Masse noch „verunsichern“, staatliche Autorität untergraben, die Volksgesundheit „gefährden“ könnte. Mit alledem rückt die vielbeschworene „neue Normalität“ näher: eine Welt, die nach Corona eine ande­re sein soll als davor. Für Medizinprodukte schafft sie einen paradiesischen Markt, in dem alle potentiellen Kunden alles konsumieren, weil sie müssen. Aber wer soll diese Produkte noch bezahlen, falls eine Pandemie ganze Volkswirtschaften massivst schädigt? Wenn Geld knapp wird, müssen eben Prioritäten her. Und was könnte wichtiger sein, als Gesundheit zu be­wahren und Leben zu retten? Notfalls muss halt ander­weitig ge­spart werden. Was kümmert es Big Pharma, wenn seuchen­bedrohte Staaten ihre Ausgaben für Ver­teidigung und Bildung, für Soziales und Kultur zusam­menstreichen müssen, um ihre Bevölkerungen mit Arzneimitteln und Impfstoffen, Tests und Schutzaus­rüstung zu versorgen? Zum zweiten steigt in der Krise das öffentliche Ansehen von Pharmafirmen allgemein. In Pandemiezeiten stehen sie nicht in erster Linie als profitgierige Geschäftemacher da, sondern bekommen Gelegenheit, sich als Retter und Erlöser der Menschheit aus höchster Not zu profilieren. Zum Imagegewinn tragen zwei der maßgeblichsten Grup­pen von Akteuren im Gesundheitswesen bei, das sich Big Pharma längst mafiös zurechtstrukturiert hat: die Meinungsführer der Ärzteschaft und des medizinischen Forschungsbetriebs. (85) Ihnen vertrauen Bürger, wenn sie um Leib und Leben fürchten, noch mehr als ohnehin, wie Umfragen bestätigen. „Soll die Politik bei ihren Entschei­dun­gen in Bezug auf Corona auf die Wissenschaft hö­ren?“ Ja, meinten 81 Prozent von 1009 Befragten Mitte April 2020 bei einer deutschlandweiten Repräsentativ­erhe­bung. 73 Prozent der Befragten gaben außerdem an, dass sie Wissenschaft und Forschung vertrauen - ein hal­bes Jahr zuvor hatte dieser Wert bei 46 Prozent gelegen. Wissenschaftler sind damit nach Ärzten und medizini­schem Personal die vertrauenswürdigsten Akteu­re zu Corona. 89 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Wissenschaftler wichtig sind, um die Ausbrei­tung von Corona in Deutschland zu verlangsamen. (86) Dass alle Arzneimittel Nebenwirkungen haben, erst recht im Eiltempo durchgewinkte, kommt der Pharmabranche natürlich ebenfalls zugute. Aus Medikamentengeschädig­ten werden chronisch Kranke, die fortan weiterer Phar­ma­produkte bedürfen – langfristig, oft bis ans Lebens­ende. Vergleichsstudien belegen übereinstimmend: Un­ge­impfte sind im allgemeinen gesünder als ungeimpfte. Wen kümmert das noch, angesichts einer apokalypti­schen Bedrohung? Unter diesen Umständen könnte bereits die nächste Pan­de­mie die Welt in eine Hygienediktatur verwandeln, aus der es kein Entrinnen mehr geben wird. Eine Vorahnung hat uns 2020 bereits vermittelt. Die Frage ist nicht mehr, ob es jemals dazu kommen wird – sondern bloß noch, wie viel Zeit uns bis dahin bleibt. Wer verhindern will, dass ein solches Szenario eintritt, muss sich politisch engagieren, Widerstand leisten, eine Protestbewegung mitorganisieren. Jetzt, sofort, ohne Ausreden. Projekt „Great Reset“ Mit einer Reproduktionsrate, die irgendwo zwischen 10 und 100 liegen dürfte, wütet das Panikvirus seit Februar 2020 weltweit. Von ihm infiziert, tolerieren und fördern Regierungen eine beängstigende Entwicklung, die ihrem Notstandsregime vortrefflich in die Karten spielt: die schlei­­chende Abschaffung von Presse- und Meinungs­frei­­heit. Wer alles halb so schlimm findet, die verordne­ten Ein­schränkungen als unverhältnismäßig, verfassungs­widrig, nutzlos, kontraproduktiv erachtet, der kommt in Corona­zeiten kaum noch zu Wort. Selbst wenn er ein Arzt, ein Forscher, ein Lehrstuhlinhaber ist, der seinen Stand­punkt vorbildlich mit Quellen belegt, steht er als verantwor­tungs­loser Quertreiber da, als Störenfried der öffentlichen Ordnung, als Gefährder der Volksgesundheit in einer epidemischen Notlage. Klassische Medien im Print-, Rundfunk- und Fernsehbereich übergehen ihn; in sozialen Medien fällt er bei zwielichtigen „Fakten­checks“ durch, bei denen so gut wie nie Systemkritisches herauskommt. Tatsachenwächter sorgen dafür, dass Zwei­­fel an Regierungen und Behörden, an deren bevor­zug­ten Experten, an der WHO, an der Industrie als un­begründet und dumm gelten, als widerlegte Fake News, als alberne Verschwörungstheorie. Schwer zu sagen, welcher Aspekt dieser Entwicklung der entsetzlichere ist. Dass sie einer freiheitlich-demokrati­schen Rechtsordnung krass zuwiderläuft? Oder dass sich ihr kaum jemand entgegenstellt? Parlamente, Justiz und Vierte Gewalt nehmen sie hin. Wo es vermeintlich um Leben und Tod geht, darf man halt nicht zimperlich sein. Diese Entwicklung hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Bevölkerung in vermeintlich lebensbedrohlicher Gefahr die unverhältnismäßige Einschränkung ihrer Freiheitsrechte nicht nur weitgehend widerspruchslos hin­nimmt, sondern mit großer Mehrheit freudig und dankbar begrüßt. Gegenstimmen bekommt sie kaum mit. Die Zensurmechanismen, die dafür sorgen, werden fort­bestehen, nachdem die Pandemie offiziell für beendet wird. Und sie werden nicht auf das Seuchenthema beschränkt bleiben – das taten sie schon vorher nicht. Seit Jahren erstickt Meinungskontrolle immer dreister öffentliche Debatten, kaum dass sie eingesetzt haben, und sorgt dafür, dass sie erst gar nicht aufkommen. Orwell hätte darin weit fortgeschrittene Vorbereitungen für jenes Wahrheitsministerium erkannt, das „1984“ Jagd auf abweichende Meinungen macht. Wessen Geschäftsinteressen dient das? Es nutzt jedem, der an Produkten und Dienstleistungen verdienen will, bei denen er mit erheblichem Widerstand in der Bevölke­rung rechnen muss. Das gilt für alle sogenannten Zu­kunfts­technologien, die der Menschheit ein grandioses neues Zeitalter bescheren sollen: von Künstlicher Intelli­genz und Robotik über Nanotechnik und 5G, Krypto­währung und Virtual Reality, Gene Editing und Brain Scanning bis hin zu neuen Impfstoffen, zur „transhuma­nen“ Optimierung des menschlichen Körpers, zu Mensch-Maschine-Synthesen aller Art, zur Abschaffung des Alterns. Jeder einzelne dieser Trends, erst recht alle zusammen haben das Potenzial, die Menschheit noch im Laufe dieses Jahrhunderts in eine neue Welt katapultie­ren. Der Wandel, den sie herbeiführen sollen – die vielbeschworene Vierte Industrielle Revolution -, wäre mindestens so umfassend und tiefgreifend wie jene historischen Umbrüche, welche die Dampfmaschine, die Massenfertigung am Fließband, die Elektrifizierung, Elektronik, IT und Internet mit sich brachten. Nicht nur unsere Arbeitswelt würde sich radikal verändern, sondern auch unsere Freizeitgestaltung, unsere Beziehungen, unsere geistigen Fähigkeiten, unsere Werte und Lebens­ziele, unser Selbstbild. Diese Revolution könnte in atemberaubendem Tempo stattfinden – falls die Menschen mitmachen, denen sie blüht. Aber wollen sie diese Veränderungen überhaupt? Kapieren sie den Nutzen? Wie ernst nehmen sie Risiken und Nebenwirkungen? Empfinden sie ihr Dasein zu Be­ginn des dritten Jahrtausends als so defizitär, dass sie dringend ein neues benötigen und sehnsüchtig erwarten? Lassen sie sich bereitwillig „mitnehmen“, voller Vor­freude, Aufbruchstimmung und Abenteuerlust? Wie arg diese Sorge unsere Eliten umtreibt, verdeutli­chen seit längerem die Themenschwerpunkte des World Economic Forum (WEF), des „Weltwirtschaftsgipfels“ im mondänen Schweizer Luftkurort Davos. Dort treffen sich seit 1971 alljährlich Staatenlenker, Wirtschafts­füh­rer, Wissenschaftler und Medienvertreter. Die Mission des Forums lautet, „den Zustand der Welt zu verbes­sern“. (87) Zu seinen „Mitgliedern und Partnern“ zählt das WEF die UNO und die Weltgesundheitsorganisation, (88) „tausend weltweit führende Unternehmen“, „Innovato­ren“ aus den „vielversprechendsten Start-Ups“, die „Cham­pions der nächsten Generation, die danach stre­ben, bei der Transformation von Industrie und Geschäfts­modellen an der Spitze zu stehen“. (89) Ein „Think Tank“ des Europäischen Parlaments betrachtet das WEF als Instrument für politische und wirtschaftliche Führungs­kräfte, "Entscheidungen ohne Rechenschaft gegenüber Wählern oder Aktionären treffen zu können". (90) Nicht von ungefähr steht die Davoser Veranstaltung 2021 unter dem kühnen Motto „The Reset“: Es geht um nichts Geringeres als einen „Neustart“ unserer Welt, ums Aufspielen eines anderen, besseren Betriebssystems. Besagten Knopf zu drücken, ist seit langem das Haupt­anliegen des hochgeachteten WEF-Machers, des deut­schen Ökonomen Klaus Schwab. (91) Der mit zahlreichen Orden, Preisen und Ehrendoktorhüten dekorierte Vor­denker gehört den Verwaltungs- und Aufsichtsräten vieler internationaler Unternehmen an. „Was ist die Vier­te Industrielle Revolution?“, fragt der Opinion Leader aus Ravensburg in einem knapp 12-minütigen Imagefilm, der auf YouTube inzwischen schon rund 900.000-mal abgerufen wurde (92) - und antwortet sich gleich selber: „Eines ihrer wesentlichen Merkmale (…) besteht nicht darin, dass sie unsere Tätigkeiten verändern. Diesmal sind wir es, die verändert werden.“ Ein wenig konkreter wird Schwab in einem programma­tischen Buch mit demselben Titel. (93) Darin „spürt“ er „erstens, dass das erforderliche Niveau der Führerschaft und des Verständnisses von den Veränderungen, die an­stehen, unter allen Akteuren sehr gering ist im Ver­hältnis zu der Notwendigkeit, unsere wirtschaftlichen, sozialen und politischen Systeme neu zu überdenken, um auf die vierte industrielle Revolution zu reagieren. Daraus ergibt sich sowohl auf der nationalen wie auch auf der globalen Ebene, dass der geeignete institutionelle Rahmen, um die Verbreitung der Innovationen zu bewerkstelligen und die Verwerfungen abzumildern, im besten Falle ungeeignet und im schlimmsten Fall überhaupt nicht vorhanden ist.“ Zweitens vermisst Schwab ein „Narrativ“, um der Mensch­­heit die schöne neue Technowelt so begehrens­wert wie möglich erscheinen zu lassen. Wenn man die Be­völkerung nicht „mitnehme“, so warnt er, komme es zu einer „Abwehrreaktion gegen die fundamentalen Veränderungen, die bereits unterwegs sind“. Damit dürfte Schwab die Einschätzungen und Bestrebun­gen eines Großteils seiner illustren Gästeschar treffen. Deshalb kann es nicht schaden, sich jedes einzelne Wort seines programmatischen Bekenntnisses auf der Zunge zergehen zu lassen, um von dem heißen Brei zu probie­ren, um den er verschwurbelt herumredet. „Industrie 4.0“ ist für ihn nicht Teil einer Zukunft, die stets offen ist – eine Möglichkeit, die in der Gegenwart gestaltet, notfalls umgestaltet werden kann. Irgendwie ist sie schon da, „unterwegs“ zu uns mit metaphysischer Notwendigkeit. Überdeutlich zeichnet sie sich am Horizont ab. Es gibt kein Entrinnen vor ihr. Nun wartet sie nur noch darauf, dass wir alle sie euphorisch willkommen heißen, um ihre unausweichliche Realität widerstandslos zu der unsrigen zu machen. Was auch immer unsereins noch zögern lässt, muss nicht berücksichtigt, sondern beiseite gewischt werden, zügig und kompromisslos. Was Schwab hierfür andeutungsweise fordert, ist eine deutlich straffere, autoritäre Staatsführung; um sie von lästigen Fesseln zu befreien, gilt es politische Systeme zu „überdenken“ – was wohl kaum darauf hinausläuft, be­ste­hen­de Demokratien zu stärken, die Exekutive zu zü­geln, für weniger soziale Kontrolle zu sorgen. Sicherzu­stellen, dass die vorgesehenen Innovationen sich auch tatsächlich durchsetzen, hat absolute Priorität. Wie die Bevölkerung zu ihnen steht, ist wurscht. Was die breite Masse vielmehr benötigt, sind hübsche Fortschritts­stories, für die sie sich erwärmen kann: Neuroimaging will direkt in unsere Hirne schauen – aber muss man das so plump sagen? „Heilung von Alzheimer und anderen Leiden“ klingt viel besser. Die Vorstellung einer „neuronalen Steuerung“ ängstigt – doch wer fände es nicht toll, wenn sich Querschnitt­gelähmte glücksstrahlend aus ihren Rollstühlen erheben? Vollautomatisierte Produktion, selbstfahrende Autos, KI in immer mehr Dienstleistungsberufen vernichten Aber­millionen Arbeitsplätze – aber wäre jede Menge Freizeit ohne Zeitdruck und lästige Pflichten, versüßt mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, nicht doch eine feine Sache? Ein Job kann uns erfüllen, Sinn stiften, dem Alltag Struk­tur geben, soziale Beziehungen vermitteln. Doch wer ihn Menschen wegnehmen will, weil Maschinen ihn schnel­ler, besser und billiger erledigen, muss sich ein anderes, erbauliches Narrativ einfallen lassen: Arbeit stresst, erschöpft oder langweilt, sie kann gefährlich sein, in Ab­hängigkeitsverhältnisse führen, von Schönerem abhalten. Wer will schon gentechnisch manipulierten Nachwuchs? Doch wie viel gäben Eltern für die Garantie, dass ihr Kind nicht mit irgendeiner von abertausend schreck­lichen Erbkrankheiten zur Welt kommt? Auf Heerscharen von 150-Jährigen um dich herum ver­zichtest du gerne. Aber würdest nicht auch du gerne selber frei entscheiden, wann du lange genug gelebt hast, und bis dahin topfit und kerngesund bleiben? Cyborgs findest du gruselig – aber würdest du keinesfalls einer werden wollen, falls du mit künstlichen Bauteilen endlich wieder sehen, sprechen und Gliedmaßen bewe­gen, um ein Vielfaches besser denken und erinnern könn­test? Aus der Perspektive eines Schwabianers sind „Abwehr­reak­tio­nen“ gegenüber solch grandiosen Verheißungen ebenso irrational wie zwecklos, sie müssen uns ausge­trieben werden. Zukunftsfeindliche bedürfen bloß der richtigen emotionalen Bilder und materiellen Anreize. In einer offenen Gesellschaft kommen Bedenkenträger zu Wort, welchen es womöglich gelingt, mit überzeugenden Argumenten die breite Masse gegen das versprochene Technoparadies aufzuwiegeln. Für ganze Industrien, für ihre Zulieferer im Forschungsbetrieb, für Investoren, für euphorische, grenzenlos visionäre Jungunternehmer wäre es ein Super-GAU, wenn sich Skeptiker allzu viel Gehör verschaffen. Um solche Geschäftssabotage zuverlässig zu verhindern, bedarf es intensivster Massenpropaganda und allgegen­wär­ti­ger Zensur. Jedem, der sehen will, führt die Corona-Krise vor Augen, dass alle nötigen Werkzeuge hierfür längst vorhanden sind und vorzüglich funktionie­ren. Ihre Perfektionierung wird weitergehen. Den „Re­set“-Button zu drücken, soll niemand mehr verhindern können. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 11. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 16 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 „Past pandemics that ravaged Europe“, BBC News, November 2005, http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/4381924.stm 2 https://www.nap.edu/read/11567/chapter/7 3 https://1daysooner.org, abgerufen am 12.6.2020 4 Nach Focus 22/2020, S. 59. 5 Cello J, Paul AV, Wimmer E: "Chemical synthesis of poliovirus cDNA: generation of infectious virus in the absence of natural template", Science 297 (5583) 2002, S. 1016–1018, https://science.sciencemag.org/content/297/5583/1016. 6 Ausgabe 5/2006. 7 Zit. nach https://www.heise.de/tr/artikel/Biowaffen-I-Toedliches-Wissen-279301.html 8 Paul Keim u.a.: “Molecular Investigation of the Aum Shinrikyo Anthrax Release in Kameido, Japan“, Journal of Clinical Microbiology 39/2001, S. 4566-4567; Hiroshi Takahashi u.a.: “Bacillus anthracis Incident, Kameido, Tokyo, 1993”, Emerging Infectious Diseases 10/2004, S. 117-120; Masaaki Sugishima: “Aum Shinrikyo and the Aleph“, in Richard F. Pilch/Raymond A. Zilinskas (Hrsg.): Encyclopedia of Bioterrorism Defense, Hoboken, NJ 2005), S. 45-49. 9 René Pita: “Assessing al-Qaeda’s Chemical Threat“, Athena Intelligence Journal 2/2007, S. 34-45; Sammy Salama/Edith Bursac: “Jihadist Capabilities and the Diffusion of Knowledge“, in Gary Ackerman/Jeremy Tamsett (Hrsg.): Jihadists and Weapons of Mass Destruction, Boca Raton, FL 2009, S. 101-128. 10 Alan Cullison/Andrew Higgins: “Files Found: A Computer in Kabul Yields a Chilling Array of al Qaeda Memos“, Wall Street Journal, 31.12.2001; Alan Cullison: “Inside al-Qaeda’s Hard Drive,” Atlantic Monthly, September 2004. 11 Zitiert in Cullison: “Inside al-Qaeda’s Hard Drive”, a.a.O. 12 Milton Leitenberg: Assessing the Biological Weapons and Bioterrorism Threat, Stockholm 2004, S. 36-37; René Pita/Rohan Gunaratna: Revisiting Al-Qa`idas´s Anthrax Program“, Combating Terrorism Center 2 (5) 2009, https://ctc.usma.edu/revisiting-al-qaidas-anthrax-program/, https://ctc.usma.edu/wp-content/uploads/2010/06/Vol2Iss5-Art4.pdf 13 Nach Leitenberg, a.a.O., S. 28-31; James B. Petro/David A. Relman: “Understanding Threats to Scientific Openness,” Science 302 (5652) 2003), S. 1, 899. 14 Siehe Milton Leitenberg: The Problem of Biological Weapons, Stockholm 2004, S. 133-135; Leitenberg, Assessing the Biological Weapons and Bioterrorism Threat, a.a.O., S. 28-31. 15 Ibid. 16 Kurt Langbein u.a.: Bioterror. Die gefährlichsten Waffen der Welt. Wer sie besitzt, was sie bewirken, wie man sich schützen kann. Stuttgart/München 2002. 17 Nach Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt/Main 2005, S. 54. 18 https://www.welt.de/print-welt/article513516/Pocken-Pest-und-Ebola-als-perfide-Biowaffen.html 19 Wissenschaftsmagazin „fundiert“ der FU Berlin: Mögliche Gefahren durch Bioterrorismus, https://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/fundiert/archiv/2005_01/05-01_ulrichs/index.html 20 https://www.welt.de/print-welt/article513516/Pocken-Pest-und-Ebola-als-perfide-Biowaffen.html 21 https://www.cdu.de/corona/AHA; https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/reden/corona-krise-bt-250320.html 22 https://www.tagesschau.de/inland/steinmeier-ansprache-corona-101.html 23 https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/mediathek/videos/ansprache-der-kanzlerin-1732108 24 Giorgio Agamben: „Biosicurezza e politica“, Quodlibet, 11.5.2020, https://www.quodlibet.it/giorgio-agamben-biosicurezza. 25 Patrick Zylberman: Tempêtes microbiennes: Essai sur la politique de sécurité sanitaire dans le monde transatlantique (NRF Essais), Gallimard 2013. 26 https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/duestere-prognosen-moegliche-weltwirtschaftskrise-voraus-hat-das-coronavirus-folgen-wie-ein-krieg-8702125 27 https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/geschichte/id_87668776/experte-tooze-ueber-corona-krise-wir-reden-ueber-stoerungen-epischen-ausmasses-.html 28 https://www.tagesspiegel.de/politik/corona-loest-historische-krise-am-us-arbeitsmarkt-aus-fast-10-millionen-amerikaner-beantragen-binnen-zwei-wochen-arbeitslosenhilfe/25677474.html; https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/fatale-geldpolitik-der-notenbanken-der-crash-naht-wir-stehen-vor-dem-groessten-vermoegenstransfer-aller-zeiten_id_12105255.html 29 Christian Kreiß: „Wer profitiert vom Lockdown?“, Rede vom 13.6.2020 auf einer Corona-Demo in Ulm, https://kenfm.de/wer-profitiert-vom-lockdown-rede-von-prof-dr-christian-kreiss-auf-der-corona-demo-vom-13-6-2020-in-ulm/ 30 Christoph Hein: „Zehntausende indische Wanderarbeiter gestrandet“, faz.net. 29.3.2020, https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/corona-zehntausende-indische-tageloehner-wissen-nicht-wohin-16701769.html; Normen Odenthal: „Folgen der Corona-Pandemie – Der Exodus der indischen Wanderarbeiter“, zdf.de. 25.5. 2020, https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-indien-lockdown-armut-wanderarbeiter-100.html. 31 Frank Tang: „Coronavirus: China’s ‘rice bowls’ cracking as big home appliance maker speeds up job cuts“ South China Morning Post, 13.4. 2020, https://www.scmp.com/economy/china-economy/article/3079641/coronavirus-chinas-rice-bowls-cracking-big-home-appliance 32 WTO-Prognose aus der ersten Aprilwoche 2020, https://www.welt.de/vermischtes/live206935325/Corona-aktuell-WHO-kontert-Trump-mit-dramatischer-Warnung.html 33 Die OECD-Schätzung stammt vom 10. Juni 2020, die Prognose der Weltbank vom 8. Juni. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1108351/umfrage/aktuelle-prognosen-zur-entwicklung-des-bip-weltweit/#professional 34 https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/duestere-prognosen-moegliche-weltwirtschaftskrise-voraus-hat-das-coronavirus-folgen-wie-ein-krieg-8702125; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/coronavirus-kosten-ifo-101.html 35 https://www.heise.de/tp/features/Die-Corona-Angst-und-die-kommende-Wirtschaftsdepression-4693816.html 36 Robert F. Bruner/Sean D. Carr: The Panic of 1907. Lesson’s Learned from the Market’s Perfect Storm, Hoboken/New Jersey 2007, S. 2 und 141 f. 37 Conrad Max von Unruh: Zur Physiologie der Sozialwirtschaft, Leipzig 1918, S.228 ff. 38 https://de.wikipedia.org/wiki/J._P._Morgan 39 Howard Zinn: A People’s History of the United States, New York 2005, S. 255–257, https://de.wikipedia.org/wiki/A_People%E2%80%99s_History_of_the_United_States 40 Unruh, a.a.O., S. 228. 41 Fritz Schwarz: Morgan - der ungekrönte König der Welt, 1924, 5. Aufl. 1933, S.16; Hermann Kinder/Werner Hilgemann: dtv-Atlas zur Weltgeschichte, Band II, 14. Auf. 1979, München, S.217. 42 Kreiß, a.a.O. 43 https://de.wikipedia.org/wiki/Credit_Default_Swap#Geschichte_und_Markt 44 Zit. nach Kreiß, a.a.O 45 https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Event_201; https://www.youtube.com/watch?v=AoLw-Q8X174 46 https://www.wsj.com/articles/investors-channel-over-150-billion-into-coronavirus-bonds-11591178004?mod=markets_lead_pos3; https://tweetypin.com/investors-have-plowed-151-billion-into-coronavirus-bonds-in-a-rush-to-stem-pandemic-damage/ 47 https://www.wsj.com/articles/investors-channel-over-150-billion-into-coronavirus-bonds-11591178004?mod=markets_lead_pos3; https://tweetypin.com/investors-have-plowed-151-billion-into-coronavirus-bonds-in-a-rush-to-stem-pandemic-damage/ 48 https://boerse.ard.de/anlagestrategie/branchen/pharma-biotech-saisonal-gute-aussichten100.html 49 https://www.focus.de/finanzen/boerse/testen-impfung-und-medikamente-diese-pharma-aktien-schiessen-in-der-corona-krise-hoch_id_11839016.html 50 https://boerse.ard.de/anlagestrategie/branchen/pharma-biotech-saisonal-gute-aussichten100.html 51 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2019/03/28/world-economic-outlook-april-2019#Chapter%202 52 https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/fatale-geldpolitik-der-notenbanken-der-crash-naht-wir-stehen-vor-dem-groessten-vermoegenstransfer-aller-zeiten_id_12105255.html 53 Nach Tooze, a.a.O. 54 https://www.timepatternanalysis.de/Blog/author/singer/ 55 http://friedrich-weik.de/ 56 https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/fatale-geldpolitik-der-notenbanken-der-crash-naht-wir-stehen-vor-dem-groessten-vermoegenstransfer-aller-zeiten_id_12105255.html 57 https://www.facebook.com/AntiVirusMovie/ 58 „Masks Don't Work: A review of science relevant to COVID-19 social policy“, DOI: 10.13140/RG.2.2.14320.40967/1, https://covidinfos.net/wp-content/uploads/2020/05/MasksDon-twork-4.pdf 59 Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen, https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/umsatz-boom-bei-schutzmasken-grosse-nachfrage-treibt-preise-1029305491. 60 https://twitter.com/BMG_Bund/status/1268542208673820676; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88005836/corona-pandemie-jetzt-will-bund-schutzmaterial-bevorraten.html; https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-06/mundschutz-atemschutzmasken-lieferproblem-zahlungsverzug-coronavirus) https://www.t-online.de/digital/id_88039406/corona-warn-app-kostet-den-bund-etwa-20-millionen-euro.html 61 https://www.watson.de/digital/gesundheit/735652817-corona-app-der-digitale-kampf-gegen-die-pandemie-ein-ueberblick 62 https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87937366/corona-krise-krankenkassen-massentests-koennten-7-6-milliarden-euro-kosten.html 63 Beides erlebten die wenigen Besucher des Dortmunder Westfalenstadions am 27. Juni beim letzten Saisonspiel des BVB gegen Hoffenheim – dem ersten nach der Krise, bei dem wieder ein wenig Publikum zugelassen war. https://www1.wdr.de/sport/fussball/erste-bundesliga/bvb-testet-warmebildkameras-beim-stadioneinlass-100.html 64 https://www.cnbc.com/2020/04/21/coronavirus-tests-rockefeller-plan-would-screen-millions-for-covid-19.html; https://www.rockefellerfoundation.org/national-covid-19-testing-action-plan/. Rockefellers „National Covid-19 Testing Action Plan“ steht hier zum Download bereit: https://www.rockefellerfoundation.org/wp-content/uploads/2020/04/TheRockefellerFoundation_WhitePaper_Covid19_4_22_2020.pdf 65 https://www.jbc.org/content/early/2020/04/15/jbc.RA120.013679 66 Brandi N. Williamson u.a.: „Clinical benefit of remdesivir in rhesus macaques infected with SARS-CoV-2“, biorxiv.org. 15.4. 2020, bioRxiv: 10.1101/2020.04.15.043166v1 67 Weltgesundheitsorganisation: „WHO R&D Blueprint. Informal consultation on prioritization of candidate therapeutic agents for use in novel coronavirus 2019 infection“ (PDF), 27.1. 2020, S. 9, https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/330680/WHO-HEO-RDBlueprint(nCoV)-2020.1-eng.pdf 68 https://www.fiercepharma.com/marketing/gilead-s-covid-19-therapy-remdesivir-worth-4-460-per-course-says-pricing-watchdog?mkt_tok=eyJpIjoiWm1Vd1pHVTJZV05sT0dSbCIsInQiOiI2V3BRcE93eWczMDY1UVh6RU9RYnk0QXFOYndsTDNcL01URFRcL3NEc283NEVFdk1PbHRlUkltTEh6a3NrSFUrXC9EQUZ3UUE1eW91a09xdkxKQytLbjUxbTNXRjR3YTQ1aDRlYXZmV2ZuTDgzb0pESHZQd1dkNGQ4WFYwWFNuXC9rYzZqa0dZcjNRNk9TdDZcL3FUeVNDY1VTdz09In0%3D&mrkid=97685990 69 https://www.sueddeutsche.de/wissen/schweinegrippe-ein-impfstoff-fuer-millionen-1.152122 70 Peter Gøtzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität, 2. Aufl. München 2015, S. 63 f. 71 https://global-response.europa.eu/pledge_en; https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_87819064/geberkonferenz-staaten-sammeln-milliarden-fuer-corona-impfstoff-ein.html. 72 Zit. nach https://www.politico.eu/article/whos-going-to-pay-the-bill-to-create-a-vaccine/. 73 Nach Focus 22/2020, S. 54. 74 Nach Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC, zit. nach https://www.businessinsider.com/how-much-will-coronavirus-vaccine-cost-2020-5?r=DE&IR=T 75 Peter Doshi: „Pandemrix vaccine: why was the public not told of early warning signs?“, British Medical Journal 362/2018, www.bmj.com/content/362/bmj.k3948 76 https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/pandemrix-sorgt-fuer-umsatzsprung/ 77 Nach https://www.zeit.de/wirtschaft/2009-10/schweinegrippe-impfung-glaxo 78 https://www.federalregister.gov/documents/2020/03/17/2020-05484/declaration-under-the-public-readiness-and-emergency-preparedness-act-for-medical-countermeasures 79 https://www.welt.de/politik/deutschland/article209514791/Corona-Deutschland-und-andere-sichern-300-Millionen-Impfdosen-fuer-EU.html; https://www.spiegel.de/wirtschaft/300-millionen-corona-impfdosen-fuer-die-eu-gesichert-a-079aa37b-b37e-43a3-9b3a-eaef67e83b4e 80 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77240/umfrage/umsatz-von-astrazeneca-nach-regionen-weltweit-seit-2006/; https://www.fiercepharma.com/manufacturing/astrazeneca-unveils-massive-750m-deal-effort-to-produce-billions-covid-19-shots 81 https://www.rnd.de/gesundheit/corona-impfung-bereitschaft-in-deutschland-so-gering-wie-fast-nirgends-P7RV7E3ZQ4YNAJUHVM4G35B6HM.html 82 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77240/umfrage/umsatz-von-astrazeneca-nach-regionen-weltweit-seit-2006/ 83 https://cvd.bundesregierung.de/cvd-de/pressekonferenzen-briefings/pressestatement-von-bundeskanzlerin-merkel-im-rahmen-der-who-spenden-videokonferenz-1746960; https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Konjunkturpaket/2020-06-03-eckpunktepapier.pdf?__blob=publicationFile&v=9, s. Punkt 53; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_87731520/corona-krise-jens-spahn-abstandsgebote-waehren-noch-monate.html 84 Stand: Ende Mai 2020, gemäß einer laufend aktualisierten WHO-Liste aller Impfstoffprojekte, s. https://www.who.int/publications/m/item/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines 85 Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen – Wie wir es durchschauen, überleben und verwandeln, Schönbrunn 2019, https://suprcomstiftung-auswege-shop.mysupr.de/produkt/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe/ 86 Nach dem „Wissenschaftsbarometer ‚Corona Spezial‘“ der Initiative Wissenschaft im Dialog, https://www.wissenschaft-im-dialog.de/; https://www.mdr.de/wissen/politik-vertauen-in-die-wissenschaft-corona-100.html; https://www.sueddeutsche.de/wissen/ pandemie-grosses-vertrauen-in-corona-forschung-1.4891282 Zu ähnlichen Ergebnissen kam Mitte März die PR-Agentur Edelman in ihrem „Trust Barometer“, https://www.horizont.net/medien/ nachrichten/edelman-trust-barometer-diesen-experten-vertrauen-die-deutschen-in-der-corona-krise-181902 87 https://www.weforum.org/about/world-economic-forum 88 https://www.weforum.org/press/2019/06/world-economic-forum-and-un-sign-strategic-partnership-framework 89 https://www.deepl.com/translator 90 „The World Economic Forum: Influential and controversial – Think Tank“, https://www.europarl.europa.eu/thinktank/en/document.html?reference=EPRS_BRI(2016)573928 91 Hermann Ploppa: „Der große Reset“, 20.6.2020, https://www.rubikon.news/artikel/der-grosse-reset 92 https://www.youtube.com/watch?v=kpW9JcWxKq0 93 Klaus Schwab: Die Vierte Industrielle Revolution, München 2016.

  • Die Uhr tickt.

    Die Corona-Krise bestätigt den Vorwurf: Gain-of-Function-Forschung, die ohnehin gefährliche Erreger noch virulenter macht, ist ein irrwitziges Sicherheitsrisiko. Sie bedroht die gesamte Menschheit. Muss also nicht endlich Schluss sein mit dieser Perversion von Wissenschaft? Andernfalls ist die nächste Pandemie bloß eine Frage der Zeit. Sie könnte die gegenwärtige bei weitem in den Schatten stellen - und der gesamten Erde auf Dauer den Alptraum einer biofaschistischen Diktatur bescheren, die unsere Grundrechte der Volksgesundheit opfert. Die Menschheit sitzt auf zwei Pulverfässern. Auf dem einen steht „Atomenergie“. Ein Drei­vier­teljahrhundert nach Hiro­shima, 34 Jahre nach Tschernobyl ist es noch immer nicht entschärft. Das andere Pulverfass trägt die Aufschrift „Biotech“. In ihm tummeln sich hunderterlei Bakterien, Viren und sonstige Erreger, die unsere Spezies rascher und weitgehender dezimieren könnten als jede Atombombe, jedes explo­dier­te Kernkraftwerk. Selten entwickeln sich echte Killerkeime von Natur aus, wie das Marburg-Fieber, die Pest oder Ebola; häufiger werden sie biotechnisch „scharfgemacht“, damit sie noch anstecken­der werden, noch ärger krank machen, noch tödlicher sind. Nicht auszudenken, was sie anrichten könnten, falls sie einem Labor entweichen. Die Corona-Pandemie, vermutlich ausgelöst durch ein im Wuhan-Institut für Virologie manipuliertes und verse­hent­lich freigesetztes Virus, hat 2020 weltweit für Millio­nen Infizierte gesorgt und zum Tod Hunderttausender beigetragen. Das ist schlimm – aber womöglich bloß ein eher harmloser Vorgeschmack darauf, was unserem Pla­neten blühen kann, wenn der nächste, noch perfekter design­te Krankheitserreger aus der Retorte ins Freie gerät, sei es durch einen Unfall, eine militärische Aktion, einen Terrorangriff oder aus Geschäftskalkül. „Die nächste Pandemie wird kommen“, prophezeite WHO-Direktor Tedros Ghebreyesus schon Mitte März 2019. „Das ist keine Frage des Ob, sondern bloß des Wann.“ (1) Also hätten Regierungen längst alles Nötige tun sollen, um das Wuhan-Desaster zu verhindern; nun müssen sie dafür sorgen, dass es sich niemals wiederholen kann. Dazu müssen wir sie drängen. Sonst geschieht weiterhin: nichts - abgesehen von einem Verbot von Wildtier­märk­ten. Allenfalls werden irgendwann, öffentlichkeits­wirksam inszeniert, Sicherheitsvorkehrungen für Labore verschärft, um die Illusion vollständiger Kontrolle aufrechtzuerhalten. Damit Bevölkerungen weltweit beharrlich Druck auf politische Entscheidungsträger ausüben, muss ihnen klar werden: Die schreckliche Panne von Wuhan ist keines­wegs ein einmaliger Sonderfall. Sie reiht sich nahtlos ein in eine haarsträubende Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen, die so alt ist wie das Projekt, Mikroben bio­technologisch zu „optimieren“, zu welchen Zwecken auch immer. Von Melbourne bis Minsk, von Boston bis Taipeh werkeln in diesem Moment Zehntausende von grenzenlos neugierigen, unheimlich besinnungslosen For­schern an Keimen, deren Aggressivität SARS-CoV-2 weit in den Schatten stellt. Deshalb könnte die Welt soeben haarscharf an einer echten Katastrophe vorbei­geschrammt sein, einer wirklichen Pandemie mit Millio­nen Toten. Eine klare Bevölkerungsmehrheit sieht das anders – noch. Mit der Frage, ob der Covid-19-Erreger aus dem Labor stammt, hält sie genauso wie mit der häuslichen Quarantäne, mit der Maskenpflicht, mit der Besuchs­sperre im Altenheim, mit Versammlungs- und Reise­verbot: Was die Regierung, ihr Expertenzirkel und die Leitmedien verlauten lassen, wird schon seine Richtigkeit haben. Umfragen unter Bundesdeutschen ergäben ver­mut­­lich ähnliche Werte in den USA: Dort geht nicht einmal jeder Vierte davon aus, dass SARS-CoV-2 „absichtlich entwickelt wurde“ (23%); hingegen glauben 43% an seinen „natürlichen Ursprung“. (2) Solche Quoten deuten auf gewaltige Wissenslücken hin. Und jeder geistige Hohlraum lässt vortrefflich mit Propa­ganda fül­len. Mit Leichtigkeit verwandelt sich eine begründete Vermutung dann in bloße Panikmache von paranoiden Verschwörungstheoretikern. Kaum jeman­dem ist bewusst, wie häufig Missgeschicke, Lecks und Unfälle in biologischen Forschungslaboren vorkommen – rund um den Globus, nicht nur in Wuhan. Und kaum jemand ahnt, wie monströs die damit verbundenen Ge­fah­ren sind. Wären sie allgemein bekannt, so würde der­ar­ti­ger Wissenschaft ein Verbot drohen, ihre Einrichtun­gen würden geschlossen. Diese Aussicht macht ver­ständlich, warum die BioTech-Meinungsführer von An­fang an, anstatt nötige Untersuchungen abzuwarten, kategorisch abstritten, der Covid-19-Erreger könne aus dem Labor stammen. Sie fürchten um ihr Ansehen, um Zuschüsse, um Arbeitsplätze, um ihre weitere Karriere, um ihre Lieblingsspielwiese, um ein Milliardenbusiness. Weltweit befassen sich mehrere hundert Institute mit einigen der gefährlichsten Keime, die je auf unserem Planeten auftraten: von Ebola über das Krim-Kongo-Virus, das West-Nil- und das Dengue-Fieber bis hin zu HIV, zu Pest, Pocken und Milzbrand, zum Marburg-, Lassa- und Hantavirus. WHO und Robert-Koch-Institut listen sie in Steckbriefen auf, die von der Sterberate (Letalität) ausgehen, also davon, wie viele Infizierte tatsächlich der Krankheit erliegen. (3) Schlimmstenfalls liegt sie bei 90 %. Das bedeutet: Von zehn Infizierten überlebt bloß einer. Dabei beobachten Wissenschaftler nicht bloß, wie sich Viren verhalten. Zugleich geht es um „Gain of Func­tion“, einen Zugewinn an aggressiven Fähigkeiten. Diese originelle Definition von „Gewinn“ kann nur aus dem Wörterbuch des Teufels stammen: Ohnehin infektiöse Viren sollen „virulenter“ gemacht werden - damit sie noch rascher an­stecken, sich auf zusätzlichen Wegen übertragen, länger in der Luft bleiben, wechselnde Umgebungen robuster aushalten, länger infektiös bleiben, widerstandsfähiger gegen Desinfektionsmittel aller Art werden, kranker machen, dem menschlichen Immun­system leichter ausweichen und stärker zusetzen, noch schwieriger zu behandeln sind, noch tödlicher werden. Wozu? Offiziell geht es um Grundlagenforschung, die Entwick­lung neuer Impfstoffe, die Prävention gegen künftige Seuchen. In Wahrheit sind die meisten derartigen Labore auf Dual Use ausgelegt, einen zweifachen Nutzen: Neben BioDefense geht es auch um BioWarfare, die Entwick­lung immer perfekterer biologischer Waffen, im inter­nationalen Wettstreit mit anderen Ländern, die genauso hemmungslos dasselbe Ziel verfolgen. Rund 200 Erreger gelten derzeit als kriegstauglich. (4) Welche sogenannten „wissenschaftlichen Fortschritte“ mit ihnen erzielt wer­den, unterliegt strengster Geheimhaltung – die „nationale Sicherheit“ verbiete es, ins Detail zu gehen. Dabei untersagt die Biowaffenkonvention, ein im De­zem­ber 1971 von der UN-Vollversammlung angenom­me­ner völkerrechtlicher Vertrag, klipp und klar, biologi­sche Waffen zu entwickeln, herzustellen und einzusetzen. 182 Staaten tragen die Übereinkunft formell mit, darunter auch die USA und China. Doch unter dem Deckmantel der „Bioschutz“-Forschung“ fahren sie fast alle hem­mungs­los damit fort, immer mörderischere potentielle B-Waffen zu konstruieren. Für zusätzlichen Schub sorgen die schier unbegrenzten neuen Möglichkeiten der synthetischen Biologie: jenes noch jungen Forschungsgebiets, das Organismen im Labor erschafft, die in der Natur nicht vorkommen. Sie kann Krankheitserreger wiedererwecken, die in der Natur ausgerottet sind, beispielsweise für Pocken oder Pest. Mit Hilfe gentechnisch veränderter Bakterien kann sie die Massenproduktion biologischer Giftstoffe ankurbeln. Durch ein paar eingefügte Gene kann sie Mikroben noch gefährlicher machen, als sie es ohnehin schon sind. (5) So stellte der Biochemiker Eckard Wimmer an der Stony Brook University in New York bereits im Jahr 2002 zusammen mit zwei Kollegen das Erbgut des Polio-Erregers vollständig im Labor her. (6) 2012 veröffentlichten der niederländische Virologe Ron Fouchier vom Erasmus Medical Center in Rotterdam sowie sein Fachkollege eine Methode, mit der er Influen­za­viren befähigte, sich auch über Aerosole und aus­geatmete Tröpfchen zu übertragen. Auch den Vogelgrip­pe-Er­re­ger H5N1 „verbesserte“ er entsprechend – einen Erreger, der ohnehin schon fast alle Vögel und bis zu 60 % aller Menschen tötet, die sich mit ihm infizieren. Auf Proteste hin willigte Bouchier in ein 60-tägiges „Morato­rium“ ein. Anschließend machte er weiter wie gehabt, ungehindert und frei von Skrupeln. (7) Im Sommer 2019 beschrieb der kanadische Virologe David Evans in einem Fachaufsatz detailliert, wie man das in der Natur ausgerottete Pockenvirus aus chemisch synthetisierten DNA-Fragmenten zusammenbastelt. (8) Die damit verbundenen schwindelerregenden Risiken versuchen Regierungen, Behörden und beteiligte Institute seit eh und je kleinzureden und zu vertuschen. Bedenken werden routinemäßig beiseite gewischt: Die Anlagen genügen angeblich allerhöchsten Sicherheitsanforderun­gen, würden laufend überprüft und gäben keinerlei Anlass zur Besorgnis. Nur Einrichtungen der höchsten von vier Sicherheitsstufen, auf BSL-4-Niveau, dürfen mit Biostoffen arbeiten, welche der deutschen Biostoffver­ord­nung zufolge „eine schwere Krankheit beim Men­schen hervorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftig­te darstellen; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung ist unter Umständen groß; normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung nicht möglich.“ (9) Garantiert sicher? Dagegen sprechen seit Jahrzehnten bestürzende Fakten, die drastisch vor Augen führen: Die jüngere Geschichte der Virenforschung steckt voller Pleiten, Pech und Pannen, die sie zum unkalkulierbaren Spiel mit dem Weltenfeuer machen. Die Volksrepublik China trug dazu mehrere unrühmliche Kapitel bei. - Im Mai 1977 griff von der Hafenstadt Tianjin aus die „Russische Grippe“ um sich, ausgelöst durch einen Subtyp von Influenza A, das H1N1-Virus. Bis November hatte sich die Epidemie bis in die damalige Sowjetunion ausgebreitet – wodurch sie ihren Namen erhielt – sowie nach Hongkong. Dann verbreitete sie sich rund um den Globus. Weltweit soll sie 500.000 bis 700.000 Todesopfer gefordert haben. H1N1 erwies sich als nahezu identisch mit Viren, die schon vor 1957 um sich gegriffen hatten, insbesondere mit A/Roma/1949. Zwei Jahrzehnte lang war dieses Grippevirus ausgestorben – wieso tauchte es nun plötzlich erneut auf? Ein Labor in China experimentierte damals mit ihm, wohl um einen Impfstoff zu entwickeln. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es dort versehentlich freigesetzt wurde. (10) - Im Dezember 2019 infizierten sich 65 Laboranten des Lanzhou Veterinary Research Institute mit Brucellose, einer bakteriellen Erkrankung, die vor allem Schafe, Ziegen und Rinder befällt. Aber auch Menschen können sich anstecken. Heftige, wiederkehrende Fieberschübe und Arthritis kön­nen die Folge sein. (11) Aber längst nicht nur chinesische „Hochsicherheits­labore“ sind hochgradig unsicher. - In den USA setzten biologische Forschungs­einrichtungen im Jahr 2008 mindestens einmal Brucella-Bakterien frei, im Jahr 2010 zweimal. (12) Nach einer außergewöhnlich langen Inkubations­zeit von zwei bis drei Wochen, manchmal sogar erst nach mehreren Monaten können diese Erreger eine Brucellose hervorrufen, die Fieber auslöst, mit Nachtschweiß, Schüttelfrost und Übelkeit. Schlimmstenfalls folgen darauf Entzün­dun­gen von Knochen und Gelenken, von Hoden und Herzklappen, von Hirnhäuten und Lungen. - Am 11. September 1978 erlag die 40-jährige Foto­­gra­fin Janet Parker aus Birmingham den Pocken, die damals schon als weltweit ausgerottet galten. Nur 15 Meter von ihrem Arbeitsplatz ent­fernt lag das Pockenvirenlabor der Medizinischen Fakultät der Universität Birmingham. Parker hatte es allerdings nie betreten. Eine Untersuchungs­kom­mis­sion fand es am wahrscheinlichsten, dass die Laborviren Aerosolform angenommen hatten und über Luftkanäle ein Stockwerk höher in ein Fotostudio und dessen Dunkelkammer gelangt waren, in dem Parker arbeitete. (13) Zuvor hatten WHO-Inspektoren das Labor bereits als „nicht zufriedenstellend sicher“ eingestuft, konnten aber nicht seine Schließung anordnen. Der Aufforde­rung, die Pockenbestände zu zerstören, war der Laborleiter Prof. Henry S. Bedson schon vorher nicht nachgekommen. Ob des von ihm verschul­de­ten Zwischenfalls war er derart verzweifelt, dass er sich in seinem Geräteschuppen die Kehle aufschnitt und verblutete. - Zwischen 1963 und 1978 führten drei Ausbrüche von Pockenviren aus zwei akkreditierten Biolabo­ra­to­rien zu 80 Infizierten und drei Toten, ein­schließlich des Parker-Falls. (14) - Im Jahr 2001 wollten australische Wissenschaftler mit gentechnisch manipulierten Mäusepocken ein Virus schaffen, das die Vermehrungsrate der Nager dämpft. Statt des Schädlingsbekämpfungs­mittels entstand im Labor jedoch aus Versehen ein für Mäuse absolut tödliches Virus. (15) - 2007 brach in Großbritannien unter Rindern die Maul- und Klauenseuche aus – vier Kilometer von einem BSL-4-Labor entfernt. Dessen Ab­fluss­rohre waren undicht. (16) - Auch die pandemische H1N1-Schweinegrippe von 2009 steht im Verdacht, durch ein Laborleck ent­stan­den zu sein. Für den australischen Virolo­gen Adrian Gibbs steht jedenfalls fest: „Dieser Erreger stammt von einem Impfstoff. Die Schwei­ne­grippe lässt sich nämlich nicht ohne weiteres auf die besonderen Viren zurückführen, die da­mals zufällig zirkulierten und sich in europäi­schen, nord- und südamerikanischen Schweinen fanden. Hingegen lässt sie sich sehr wohl dadurch erklä­ren, dass es einen Hersteller gab, der H1N1-Ab­schnitte aus europäischen, nord- und südameri­ka­ni­schen Sequenzen zusammenklebte, um einen universellen Impfstoff herzustellen, und es ir­gend­wie nicht schaffte, ihn zu inaktivieren. Nach­dem ihn Schweine in Mexiko erhalten hatten, wurde daraus die Schweinegrippe, die zweite H1N1-Pandemie, die wahrscheinlich fast 300.000 Menschen umbrachte.“ (17) - Im Jahr 2016 machte USA Today einen Zwi­schenfall in einem BSL-4-Labor publik, in dem Proben von Ebola- und Pockenviren lagerten. Als Forscher es zu verlassen wollten, stellte sich her­aus, dass mehrere Geräte in der Dekontaminati­ons­kammer ausgefallen waren. (18) - 2019 ließ die CDC das größte Biowaffenlabor der USA in Fort Detrick in Maryland schließen, nach­dem herauskam, dass Abfälle mit gefährli­chen Krankheitserregern dort unsachgemäß ent­sorgt wurden. Speziell an Coronaviren wird, öffentlich unbeachtet, seit knapp zwei Jahrzehnten herumexperimentiert. Einen erheblichen An­stoß dazu gab 2003 die erste Pandemie des 21. Jahr­hunderts – ausgelöst durch das erstmalige Auftreten von SARS-CoV, so benannt nach dem Schwe­ren Akuten Atem­wegssyndrom (SARS), das es auslöst. Von Südchina aus verbreitete sich dieses Virus innerhalb weniger Wochen über nahezu alle Kontinente. Binnen eines halben Jahres starben 774 von über 8000 registrier­ten Infizierten in 29 Ländern. Seither trat SARS nicht mehr natürlich auf. Allerdings brach es sechs Mal (!) aus virologischen Instituten aus, welche an ihm herumforsch­ten: jeweils einmal in Singapur und Taiwan, vier Mal im selben Labor in Peking. (19) Im August 2003 infizierte sich ein Virologie-Student im SARS-Labor der Nationalen Universität Singapur. Im Dezember 2003 erkrankte ein SARS-Forscher aus Tai­wan auf dem Rückflug von Singapur, wo er an einer medizinischen Tagung teilgenommen hatte. Seine 74 dor­ti­gen Kontaktpersonen wurden unter Quarantäne gestellt; glücklicherweise entwickelte keiner von ihnen SARS-Sym­p­tome. Eine Untersuchung ergab, dass der Wissen­schaftler ohne Handschuhe, Maske oder Kittel mit Labor­abfällen hantiert hatte. Anlässlich beider Vorfälle forderte ein Expertenausschuss der Weltgesundheits­orga­ni­sation, die Biosicherheitsrichtlinien für SARS zu ver­schärfen. Der Vorstoß verpuffte. Im April 2004 meldete China einen SARS-Fall bei einer Krankenschwester, die eine Forscherin am Pekinger Institut für Virologie (NIV) betreut hatte. Die Patientin war nach einer Infektion zweimal mit dem Zug von Peking in die Provinz Anhui gereist, wo sie von ihrer Mutter, einer Ärztin, gepflegt wurde; diese erkrankte und starb. Die Krankenschwester wiederum steckte fünf Per­so­nen der dritten Generation an, die alle überlebten. Nachfolgende Untersuchungen deckten bei drei For­schern des NIV Laborinfektionen auf, die unabhängig voneinander stattgefunden haben mussten. Mindestens zwei Primärpatienten hatten nie mit dem SARS-Lebendvirus gearbeitet. Ursache des Ausbruchs dürfte ein unzureichend inaktiviertes Präparat des SARS-Virus gewesen sein, das in einem allgemeinen, d.h. biologisch unsicheren Laborbereichen zum Einsatz kam, wo die In­fizierten arbeiteten. Das Präparat war nach Inaktivierung nicht wie vorgeschrieben getestet worden. Seit der ursprünglichen SARS-Pandemie 2003 kam es zu nicht weniger als sechs weiteren dokumentierten SARS-Ausbrüchen, die von Forschungslabors ausgingen – dar­unter vier in China. Dabei infizierten sich 13 Personen, einer starb. (20) Ist auszuschließen, dass SARS-CoV-2 das siebte Glied dieser Pannenkette war? Obwohl auf solche Ausbrüche hin üblicherweise Sicher­heitsbestimmungen verschärft werden, bleiben gefährli­che Pannen an der Tagesordnung. Die Ursachen sind viel­­fältig: unerkannte technische Mängel bei Abdich­tungen, unzureichend inaktivierte Proben, Bisse und Krat­zer von infizierten Versuchstieren; schlecht ausgebil­de­tes, unvorsichtiges Personal; undichte Schutzanzüge und Masken; Nadelstiche, Verschütten, schlampige De­kon­tamination; verseuchte Abluft, Abwasser oder Müll; nachlässige Kontrollen; verlorengegangene Musterpake­te; vereinzelt wohl auch Diebstahl und Sabotage. Ein einziges Labor der US-Armee in Utah versandte zwi­schen 2004 und 2015 unwissentlich 575 Pakete mit noch lebenden, aber als „abgetötet“ gekennzeichneten Milz­brand­proben an 194 Besteller auf der ganzen Welt. (21) Wie haarsträubend sorglos Regierungen und Behörden Bio­risiken ausblenden, führt momentan das US-Heimat­schutz­ministerium vor, das Department of Homeland Secu­­rity (DRS). In Manhattan, Kansas, lässt es seit Mai 2015 auf einem 53.000 Quadratmeter großen Areal eine neue, noch größere Anlage zur „nationalen Bio- und Agro-Verteidigung“ errichten. Bis 2022 soll es fertig sein. (22) Dasselbe Ministerium hatte 2012 das Risi­ko mit 70 % veranschlagt, dass es in seinem schon beste­henden Bio­labor innerhalb der nächsten 50 Jahre zu einer Frei­set­zung von gefährlichen Erregern kommt, die einen wirt­­schaftlichen Schaden von 9 bis 50 Milliarden US-Dol­lar anrichtet – ganz zu schweigen von Infizierten und Toten. Selbst diese Horrorschätzung bewertete ein Aus­schuss des Nationalen Forschungsrats als viel zu optimi­stisch angesetzt. (23) Die Gesamtbilanz fällt beklemmend aus. Zwischen 1930 und 1978 kam es allein in den USA zu über 4000 Labor­in­fek­tio­nen mit 168 Toten. (24) Im Zeitraum von 2004 bis 2010 wurden der US-Seuchenschutzbehörde CDC 727 Vorfälle gemeldet, über die sie 2012 in der Fachzeit­schrift Applied Biosafety berichtete; dazu zählten 11 Infektionen im Labor. Im Transit war eine Virenprobe verlorengegangen – zwar bloß eine unter 3400 genehmig­ten Sendungen, aber schon eine einzige kann eine zuviel sein. Im Berichtszeitraum stieg die Anzahl der Vorfälle stetig an; im Jahr 2004 waren es erst 16, im Jahr 2010 bereits 269. (25) Zwischen 2008 und 2012 zeigten Labore den US-Aufsichtsbehörden mehr als 1100 Zwischenfälle mit Bakterien, Viren und Toxinen an – Verluste und Frei­setzungen -, die nach Einschätzung der CDC ein erhebli­ches Seuchenrisiko für Mensch und Landwirtschaft darstellen. Das wären im Schnitt rund 200 pro Jahr, mehr als vier pro Woche. (26) Im Jahr 2018 erfasste das „Federal Select Agent Program“, eine US-amerikanische Über­wachungsstelle, „acht Verlustmeldungen und 193 Berich­te über die Freisetzung eines biologischen oder chemi­schen Gefahrenstoffs“. (27) Mit Abstand die häufigste Ursache ist: menschliches Versagen. Es trug zu 79 % aller 749 Vorfälle bei, die in US-Hochsicherheitslaboren zwischen 2009 und 2015 zu einer Exposition gegenüber Krankheitserregern führten. (28) „Die Katastrophe ist keine Frage des Ob, sondern nur noch das Wann“, warnen zwei US-Kongressabgeordnete, die sich eingehend mit Biosicherheit befasst haben. (29) Dabei sehen wir mit Sicherheit bloß die Spitze des Eis­bergs. Die allermeisten Unfälle werden niemals öffent­­­lich. Manche fallen vermutlich niemandem auf. Andere werden von den beteiligten Laboren gar nicht erst gemeldet, von den Meldebehörden nicht registriert oder unter Verschluss gehalten. Abgeordnete, Untersuchungs­ausschüsse, investigative Journalisten erhalten entweder keinerlei Auskünfte - oder Dokumente, in denen mehr Zeilen geschwärzt als noch lesbar sind. Gain-of-Function-Forschung: ein irrwitziges Sicherheitsrisiko Droht uns eine künstlich ausgelöste Pandemie von apokalyptischem Ausmaß? Das Risiko wächst mit der Zahl der Biolabore. Von den weltweit 36 der höchsten Sicherheitsstufe BSL-4 haben acht ihren Sitz in den Vereinigten Staaten. (30) Allein dort betreiben 324 staat­liche, universitäre und private Organisationen über 1000 Einrichtungen, die an bedrohlichen Erregern und Toxinen herumforschen. (31) Seit der Jahrtausendwende flossen die­sem Sektor rund 100 Milliarden Dollar zu, schätzt Fran­cis Boyle, Biowaffenexperte und Professor für inter­natio­nales Recht an der Universität von Illinois in Cham­paign. (32) Den Boom befeuerten die Anschläge vom September und Oktober 2001, als sieben Briefe mit Milzbranderregern bei Regierungsstellen und hochrangigen Politikern ein­gingen. Fünf Menschen starben. Ein vermuteter Zusam­menhang mit den Terroranschlägen auf das World Trade Center vom 11. September 2001 bestätigte sich nicht. Stattdessen fiel der Tatverdacht auf inländisches Labor­per­so­nal, weil die verschickten Erreger Bakterienstäm­men entsprachen, an denen in der Medizinischen For­schungs­einrichtung der US-Armee für Infektionskrank­heiten (USAMRIID) im Militärstützpunkt Fort Detrick herumgeforscht wurde. Der Hauptverdächtige, der US-Mikrobiologe Bruce Edwards Ivins, beging im Juli 2008 Selbstmord. (33) Für mehr „biologischen Schutz“ ließ Washington daraufhin im ganzen Land weitere Labors einrichten und Tausende von zusätzlichen Forschern aus­bilden, die an den gefährlichsten Keimen der Erde arbei­ten sollten. 13.000 US-Wissenschaftler sind mittler­weile in diesem Bereich beschäftigt. (34) Im darauffolgenden Jahrzehnt lebten forschende Virologen in der besten aller möglichen Welten: Der Hype um „BioDefense“ bescherte ihnen Geld, Aufträge, Ausstattung und Ansehen im Übermaß – und nicht zu­letzt schier grenzenlose Forschungsfreiheit. Sie gipfelte 2012 in einem bezeichnenden Kapitel moderner Bio­technologie – manche finden es glorreich, andere er­schau­­dern über den entfesselten Machbarkeitswahn, der darin krasser denn je aufschien. Beigetragen haben es 2011/12 der Virologe Ron Fouchier vom Erasmus Medi­cal Center in Rotterdam sowie sein Fachkollege Yoshi­hiro Kawaoka von der Universität Wisconsin. Beide forschten am Influenzavirus H5N1, dem Erreger der Vogelgrippe. Ihm setzten sie Frettchen aus. Dabei gelang es ihnen, die Mutationsrate des Virus deutlich zu erhöhen – nicht durch gentechnische Eingriffe, sondern mittels einer „seriellen Passage“: Wiederholt übertrugen sie das Virus von einem Tier auf ein anderes. Bloß fünf Mutationen, so zeigte sich, reichen aus, um H5N1 zu befähigen, sich von einem Frettchen zum anderen zu übertragen; dabei behält es seine Letalität bei, bleibt also genauso tödlich wie vorher. Nach der zehnten derartigen Passage verbreiteten sich die Viren „aviar“, auf dem Luftweg - und befielen Frettchen in benachbarten Käfigen, die alsbald verendeten. (35) Sollten Wissenschaftler, aus welchen Gründen auch immer, einen ohnehin brandgefährlichen Erreger noch aggressiver machen dürfen? Was Fouchier und Kawoka bedenkenlos in die Welt setzten, stieß eine längst über­fällige öffentliche Debatte an, teils über bioterroristi­sche Risiken, falls Einzelheiten der Frettchen-Studie öffentlich würden und in falsche Hände gerieten, (36) teils über die Gefahr, dass solche scharfgemachten Erreger versehent­lich einem Labor entweichen. „Jetzt haben Wissen­schaftler, die von den National Institutes of Health finanziert werden", ein "Virus geschaffen, das Dutzende oder Hunderte von Millionen Menschen töten könnte", wenn es der Gefangenschaft entkäme, so erschrak damals die Times. Der Guardian titelte: "Wissenschaftler verurteilen die 'verrückte, gefährliche' Schaffung eines tödlichen, über die Luft übertragbaren Grippevirus“. Auch namhafte Wissenschaftler meldeten sich besorgt zu Wort. Der Epidemiologe Marc Lipsitch, Direktor des Harvard-Zentrums zur Dynamik übertragbarer Krankhei­ten, und seine Fachkollegin Alison P. Galvani von der Universität Yale nahmen kein Blatt vor den Mund: „Jüngste Experimente, bei denen neuartige, hochvirulente und übertragbare Krankheitserreger erzeugt werden, gegen die es keine menschliche Immunität gibt, sind unethisch (...) Sie bergen das Risiko einer unbeabsichtig­ten und absichtlichen Freisetzung, die, wenn sie zu einer großflächigen Verbreitung des neuen Erregers führen würde, viele Menschenleben kosten könnte. Auch wenn eine solche Freisetzung in einem besonderen Labor, das unter strengen Biosicherheitsauflagen forscht, unwahr­scheinlich ist, sollte selbst eine geringe Wahrscheinlich­keit angesichts des Ausmaßes der Zerstörung, falls ein solches unwahrscheinliches Ereignis eintritt, ernst genommen werden. Darüber hinaus vervielfacht sich die Wahrscheinlichkeit eines Risikos im selben Maße, wie die Zahl der Laboratorien, die solche Forschung betrei­ben, weltweit zunimmt.“ (37) Eine Gruppe von über 50 Wissenschaftlern appellierte damals eindringlich an den Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Gefahren gen­tech­nisch veränderter Viren, welche für den Menschen tödlicher sein können als jeder natürlich vorkommende Erreger, neu zu bewerten. (38) Der Deutsche Ethikrat beton­te in einer ausführlichen Stellungnahme: „Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit“ seien zugunsten „anerkann­ter Ge­mein­wohlziele“ wie „die öffentliche Sicherheit, dem Schutz der Gesundheit, der Rechte und Freiheiten anderer“ durchaus „gerechtfertigt“. (39) Die EU-Kommission veranlassten solche Appelle im Endeffekt zu: nullkommanichts. Doch zumindest in den USA erregten die Frettchen-Experimente so viel öffent­liches Aufsehen, dass das Weiße Haus schließlich nicht umhin kam, zur Tat zu schreiten, unbeeindruckt vom Aufschrei der Lobbyisten. Im Oktober 2014 zog das Büro für Wissenschafts- und Technologiepolitik, damals noch unter Präsident Barack Obama, die Notbremse: Aufgrund von „Biosicherheits­risiken“ stoppte es die staatliche Finanzierung von Gain-of-Function-Forschung an gefährlichen Viren in US-Laboren. Dennoch wurden die Experimente ohne Unterbrechung fortgesetzt – im mit US-Geldern üppig ausgestatteten Institut für Virologie in Wuhan. Dass es dort auch um die Entwicklung von waffenfähigen Pandemieauslösern ging, muss allen Beteiligten von vornherein klar gewesen sein. (40) Im Jahr 2017 machte die Trump-Administration den Finanzierungsstopp wieder rückgängig und erlaubte, die illegale Forschung zur biologischen Kriegsführung fort­zusetzen. Ein Jahr später geriet eben jenes Institut für Virologie in Wuhan, von dem die Covid-19-Pandemie mutmaßlich ihren Ausgang nahm, in die Schlagzeilen: Einem Bericht der Washington Post zufolge (41) „unternahm die US-Botschaft in Peking im Januar 2018 den ungewöhnlichen Schritt, wiederholt US-Wissenschaftsdiplomaten an das Wuhan Institute of Virology (WIV) zu entsenden. (…) Was die US-Beamten bei ihren Besuchen erfuhren, beun­ruhigte sie so sehr, dass sie zwei als sensibel eingestufte Telegramme nach Washington schickten. Darin wiesen sie auf bestürzende Sicherheits- und Managementmängel im WIV-Labor hin, weshalb sie zu „mehr Aufmerksam­keit und Unterstützung“ für die WIV-Aktivitäten rieten. Auch warnten sie eindringlich davor, dass „die Arbeit des Labors an Fledermaus-Coronaviren und ihre mögliche Übertragung von Mensch zu Mensch ein Risiko für eine neue SARS-ähnliche Pandemie darstellt". (!) Dieses Alarm­signal verhallte ungehört – mit schrecklichen Fol­gen, wie sich nun immer deutlicher herausstellt. Ein solches Risiko verblasst angeblich neben grandiosem Nutzen, so macht man uns weis. Schließlich finde in den BLS-4-Labors bahnbrechende Forschung statt, die unser Wissen über krankmachende Erreger erweitere, uns für künftige Pandemien wappne, zu neuen Impfstoffen und Medikamenten führe. Auf diese Weise verteidigt Peter Daszak, Präsident des WIV-Hauptsponsors EcoHealth, die hochriskanten Manipulationen am Genom von SARS-Coronaviren, die das von ihm gesponserte Institut für Virologie in Wuhan vornimmt: Dadurch wisse man nun, dass dieses Virus von einer potenziellen zu einer „klaren und aktuellen Gefahr“ für die Menschheit werden könne. Das zeugt von einer irren Logik à la Dr. Franken­stein: Hat er nicht Großartiges geleistet, indem seine Arbeit bewiesen hat, dass man aus einem nur potenziell gefährlichen Menschen ein echtes, unberechenbares Mon­ster basteln kann? Müssen Wissenschaftler so etwas entstehen lassen, um besser zu verstehen, wie sie es be­kämp­fen könnten, falls es jemals entstehen würde? Spätestens die aktuelle Covid-19-Pandemie führt vor Augen, welchen Bären man uns mit der wolkigen Fortschrittsverheißung aufbindet. „Bioengineering“ an Coronaviren findet seit zwei Jahrzehnten statt. Was brachte dieses mit Milliarden Steuergeldern subventio­nier­te Großprojekt zur spitzentechnologischen Auslö­schung der Menschheit? Anstatt die gegenwärtige Seuche zu verhindern, haben Virologen ihren Auslöser offenbar überhaupt erst freigesetzt, wahrscheinlich sogar künstlich erzeugt. Bis ein wirksamer, sicherer Impfstoff entwickelt und getestet ist, werden ab Pandemieausbruch vermutlich ein bis anderthalb Jahre vergangen sein. Seit rund zwei Jahrzehnten werkeln BLS-4-Labore, die an Coronaviren herumbasteln, angeblich im Dienst der „Seuchenpräven­tion“ – wo, bitteschön, bleibt der Ertrag? Im Jahr 2020 liegt er offenkundig bei Null – Millionen sind infiziert, Hunderttausende tot. Vielmehr verschafft diese For­schung einer Vielzahl von gefährlichen Viren überhaupt erst „die evolutionäre Chance, auf den Menschen über­zuspringen“, warnt der Virologe Jonathan Latham, Direk­tor des Bioscience Resource Project in Ithaca, New York. (42) Sie schafft „Gelegenheiten für Kontaminationen und Leckagen, wie sie in Labors routinemäßig auf­treten“. (43) Mit Hinweis auf den „Doppelnutzen“ lässt sich Völker­recht vortrefflich hintertreiben. Zwar verabschiedete die UN-Vollversammlung 1971 eine „Biowaffenkonven­tion“, die am 26. März 1975 in Kraft trat (44) - der erste internationale Vertrag nach dem Zweiten Weltkrieg, der eine ganze Waffenkategorie verbot und ihre Vernichtung vorsah. (Bis 2012 traten dieser Konvention 165 Staaten bei, einschließlich der USA und China. Ihr Artikel I ver­bietet die Entwicklung, Herstellung, Lagerung oder anderweitige Anschaffung von mikrobiologischen und anderen biologischen Substanzen und Toxinen – natür­lichen Gifte von Pflanzen, Pilzen und Tieren - zu militärischen Zwecken. Ebenso untersagt sind Produktion und Besitz von Waffen, Ausrüstungen und Einsatz­mitteln, mit denen biologische Kampfstoffe verbreitet werden können, verboten. Artikel II verpflichtet die Ver­trags­staaten, die in ihrem Besitz befindlichen Biowaffen sowie Trägersysteme zu vernichten. Von Anfang an ließ sich dieses Abkommen jedoch mühe­los unterlaufen, weil seine Paragrafenlücken groß wie Scheunentore sind. Ausdrücklich erlaubt die Über­einkunft das Herumexperimentieren mit biologischen Mikro­organismen und Toxinen, die als Kampfmittel ver­wen­det werden könnten, solange diese Abart von Wissenschaft „durch Vorbeugungs-, Schutz- oder sonstige friedliche Zwecke gerechtfertigt sind“ (Artikel I). Damit segnet es BioDefense ab: die Entwicklung von „Abwehrmitteln“, die sich natürlich immer auch militä­risch einsetzen lassen. Da aber ein generelles Verbot solcher Forschung „weder sinnvoll noch möglich“ ist, wie die Bundeszentrale für politische Bildung uns glauben machen will45, „kann einer militärischen Nut­zung nur durch Transparenz und Verifikationsmaßnah­men begegnet werden“. Hier liegt ein weiteres Grund­problem der Biowaffenkonventi­on: Im Unterschied zu den Verträgen über das Verbot von Chemiewaffen oder Verträgen über atomare Ab­rüstung legt die Biowaffen­konvention keine Organisation und kein Mechanismus fest, mit dem die Einhaltung des Vertrages kontrolliert werden könnte. Zwar sieht Artikel VI vor, dass bei Verdacht auf Zuwiderhandlung durch einen Vertragsstaat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen angerufen werden soll, der eine Untersuchung durchführen kann. Von diesem Recht machte bisher aber kein einziges Land Gebrauch, weil solche Nachforschungen von den Veto­mächten China, Frankreich, Großbritannien, Russland und den USA blockiert werden könnten. Zumindest US-amerikanische Staatsbürger unterliegen darüber hinaus seit 1989 dem „Biological Weapons Anti-Terrorism Act“. (46) Aber auch in diesem Gesetz „zielt nichts darauf ab, friedliche wissenschaftliche Forschung oder Entwicklung zu behindern oder einzuschränken“, wie seine Präambel klarstellt. Somit findet die wohl tödlichste Art von Erkenntnis­suche, die je auf diesem Planeten betrieben wurde, weiterhin faktisch in einem rechtsfreien Raum statt, ohne wirksame Einschränkungen, Kontrollen und Sanktionen – forciert von Profiteuren aus Militär und Industrie, abgenickt von inkompetenten Regierungen, übergangen von Mainstream-Medien. Bürger nehmen diesen Skandal hin, weil nur wenige ahnen, dass er einer ist. Womit sie sich an der Nase herumführen lassen, ist die betonte Unterscheidung zwischen „biologischer Verteidigung“ und „biologischer Kriegsführung“. Doch beides lässt sich nicht sinnvoll voneinander abgrenzen, schon gar nicht, was ihr Gefah­ren­potential betrifft. Richard Ebright, ein renommierter Molekularbiologe von der Rutgers University in New Jersey und Experte für biologische Kriegsführung, erkennt im Sammeln und Schaffen tausender gefährlicher Krankheitserreger geradezu „die Definition des Wahn­sinns“. Hier finde „keine Forschung“ statt, „die Informa­tio­nen liefert, welche zur Verhinderung oder Bekämp­fung von Ausbrüchen nützlich sind. Nur rücksichtsloses pseudowissenschaftliches Indiana-Jones-Abenteurertum mit hohem Infektionsrisiko für die Sammler – und von diesen ausgehend für die Öffentlichkeit“. „Die einzige Auswirkung dieser Arbeit besteht darin, ein neues, un­natürliches Risiko im Labor zu schaffen.“ (47) Ein Symptom dieses kaum steigerungsfähigen Wahnsinns ist die Entscheidung, derartige Forschung inmitten oder nahe größerer Städte stattfinden zu lassen, wo Labormitarbeiter ihre arbeits­freie Zeit in ständigem engem Kontakt mit arglosen Mitbürgern verbringen; Wuhans Institut für Virologie liegt inmitten einer Elf-Millionen-Metropole. Gäbe es tatsächlich irgendeinen triftigen Grund, diese Art von Wissenschaft über 2020 hinaus fortzusetzen: Warum nicht auf einer einsamen Insel, in der Wüste, am Nord- oder Südpol? Oder noch besser in einer Raumstation im Orbit? Geht dort etwas schief, so könnte sie wenigstens kontrolliert gesprengt werden, ohne dass acht Milliarden Erdbewoh­nern eine Apokalypse droht. Umso notwendiger wäre jetzt eine unabhängige inter­nationale Kommission, welche die wahren Hinter­gründe der derzeitigen Pandemie aufklärt – möglichst rasch, ehe Peking noch mehr Spuren verwischt. Warum drängen Regie­rungen nur halbherzig oder gar nicht darauf? Weshalb plappern sie durchweg die Einflüsterun­gen ihrer bevorzugten Experten nach, ein Laborursprung sei „widerlegt“? Die ernüchternde Antwort liegt auf der Hand: Für politische Entscheidungsträger macht es einen gewaltigen Unterschied, ob sie Wildtiermärkte verbieten sollen – oder Hochrisikoforschung mit gentechnisch manipulierten Viren, die Militärs, Industrie und ein Groß­teil des Wissenschaftsbetriebs gutheißen und fortsetzen wollen. Wie soll eine Ansammlung von Medizinlaien, aus denen sich Regierungen zusammenzusetzen pflegen, die Not­bremse ziehen, solange hochangesehene Experten nicht aufhören, für volle Fahrt voraus zu plädieren? Kaum hat­ten die National Health Institutes (NIH) mehrere Millio­nen Dollar Wuhan-Fördermittel für EcoHealth­ gestri­chen, da fuhr die „Weiter-so-wie-gehabt“-Fraktion schwe­­­res Geschütz auf: 77 Nobelpreisträger forderten den US-Präsidenten eindringlich dazu auf, den „absur­den“ Finanzierungsstopp zurückzunehmen. (48) Kurz darauf folgte ein Protestschreiben der Amerikani­schen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiolo­gie. Im Namen der 31 Wissenschaftsverbände, die ihr angehören, forderte sie, „die von den NIH ergriffenen Maßnahmen unverzüglich zu überdenken“. (49) Die Nobelpreisträger zum gemeinsamen Vorstoß bewegt hatte ein gewisser Richard J. Roberts – der zweibeinige Inbegriff eines Interessenkonflikts. Der Biochemiker, der 1993 den Medizin-Nobelpreis erhielt, ist seit 1992 „Chef­wissenschaftler“ (CSO) und Aufsichtsratsmitglied von New England Biolabs­, einem der weltweit größten An­bie­ter von molekularbiologischen Geräten. (50) Mit der öffent­­­lichkeitswirksamen Aktion verteidigt er letztlich nur seine Kundschaft, somit das eigene Business. Geschieht nichts, so machen Bioforscher nicht bloß weiter wie bisher – sie streben nach noch mehr „Zugewinn“. Am 11. März 2020, mitten im globalen Entsetzen über die sich von Wuhan ausbreitende Pandemie, feierte das Wissenschaftsmagazin Scientific American Wuhans „Ba­twoman“, die Topvirologin Shi Zhengli, als wissen­schaft­li­che Pionierin und Heldin. Der Artikel endet mit einer Ankündigung, die uns angesichts des Corona-Desasters eher Schweißperlen auf die Stirn treibt: Das WIV-Team „schätzt, dass es weltweit bis zu 5.000 Corona­viren-Stämme gibt, die darauf warten, bei Fleder­mäusen entdeckt zu werden". Wuhans Virologen "planen ein nationales Projekt zur systematischen Beprobung von Viren in Fledermaushöhlen - mit viel größerem Umfang und größerer Intensität als die bisherigen Versuche“. (51) Wird die Weltgemeinschaft eine 5.000-fache Gefahr für weitere Coronavirus-bedingte Pandemien hinnehmen, unabhängig vom Ursprung des SARS-CoV-2-Virus? Innerhalb von dreieinhalb Monaten, von Ende Januar bis Anfang Juni 2020, sorgte die Covid-19-Pandemie wel­tweit für mehr als sieben Millionen bestätigte Fälle von Infizierten. (52) Bei einer geschätzten Dunkelziffer von über 90 Prozent könnte sich der Erreger bis dahin also schon in über 70 Millionen Menschen eingenistet haben. Offiziell starben 400.000 mit SARS-CoV-2. Gemäß den Daten der am besten untersuchten Länder und Regionen beträgt die Letalität von Covid-19 durchschnittlich 0,2% (53), sie gleicht insofern einer starken Influenza. (54) Somit liegt sie annähernd zwanzig Mal tiefer, als die WHO ursprünglich annahm; Mitte März ging sie von 3,4 % aus.55 Was wäre aber, wenn SARS-CoV-2 so tödlich wäre wie das Marburg-Virus? Mit einer Todesrate von bis zu 88 Prozent gilt es für die Weltgesundheitsorganisa­tion als gefährlichster Erreger der Welt. Dann gäbe es schon jetzt über 60 Millionen Opfer zu beklagen – mehr als beide Weltkriege zusammengenommen forderten. Bis auf ein paar Eilande, die sich rechtzeitig und vollständig abschotten, bliebe kein Winkel der Erde verschont. Daran wird deutlich: Von dem mörderischen Trio der ABC-Waffen sind jene, für die das „B“ steht, die teuf­lischsten. Wenn eine Atombombe explodiert, ein chemi­scher Kampfstoff austritt, so können weite Landstriche ver­seucht sein, für lange Zeit unbewohnbar. Aber die Schä­­den bleiben regional. Ein echtes Killervirus hinge­gen kann die gesamte Menschheit ausrotten, binnen weniger Monate. An solchen Viren lassen irre Regierungen irre Wissenschaftler seit Jahrzehnten forschen und zwecks „Opti­mierung“ herumbasteln, im besinnungslosen Wett­streit miteinander, nach der haar­sträubenden Logik: Um die Menschheit vor dem perfek­ten Killer zu bewahren, muss er erst mal erzeugt werden. Dafür sehen Staats­haushalte zweistellige Milliarden­beträge pro Jahr vor, mit denen sich wahrlich Sinn­volleres anfangen ließe. Dabei lehrt doch bereits die Geschich­te der Kerntechnologie, dass auf Murphy´s Gesetz Verlass ist: „Was schief gehen kann, geht schief.“ Ginge es nach Deutschlands virologischem Halbgott Christian Drosten, so hätten inkompetente Laien hierüber schlicht die Klappe zu halten. Mehr noch: Selbst Wissenschaftler, die nicht im Fach Virologie, ja sogar auf dem speziellen Gebiet der Coronaviren arbeiten, sollten sich seines Erachtens besser nicht zu den Fragen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie äußern. (56) Daraus spricht ein erschreckend unreflektiertes Wissen­schaftsverständnis, das jegliches Hinterfragen, Be-Sinnen, Verantwortlichmachen an den Zuständigkeits­grenzen einzelner Disziplinen enden lässt. Es ersetzt Demo­kratie durch Expertokratie, arrogant und schamlos. Es ist gut, wenn uns angesichts solcher Eliten statt Ehr­furcht und Minderwertigkeitsgefühlen endlich die Wut packt. Berechtigte Wut bewegt uns hoffentlich zum lau­ten, hartnäckigen Protest. Aufhören darf er erst, wenn ein für allemal Schluss ist mit dieser kaum noch steige­rungs­fähigen Abart von verantwortungsloser Wissen­schaft. An­sonsten ist die nächste Pandemie nur eine Frage der Zeit. Was wir gegenwärtig erleben, beschert uns womög­lich bloß einen vergleichsweise harmlosen, flüchtigen Vorgeschmack darauf. Die Überlebenden einer solchen Katastrophe werden die Toten beneiden. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 10. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Folge 15 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.who.int/news-room/detail/11-03-2019-who-launches-new-global-influenza-strategy 2 Die Umfrage führte das Institut Pew Research in der ersten Märzhälfte 2020 durch, s. https://www.pewresearch.org/fact-tank/2020/04/08/nearly-three-in-ten-americans-believe-covid-19-was-made-in-a-lab/ 3 https://www.watson.ch/wissen/gesundheit/659906301-who-liste-das-sind-die-8-zurzeit-gefaehrlichsten-krankheiten; https://www.rki.de/SharedDocs/Publikationen/DE/1998/R/Reinhardt_B_01.html 4 https://de.wikipedia.org/wiki/Biologische_Waffe 5 https://www.sueddeutsche.de/wissen/forschung-kuenstliche-killerviren-aus-dem-labor-1.4032023 6 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12114528; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1490301/; https://www.deutschlandfunk.de/problematische-virusbastelei.676.de.html?dram:article_id=19733; https://www.zeit.de/2002/30/Die_Viren_des_Dr_Seltsam. 7 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22723413/; https://www.zeit.de/wissen/2013-04/fouchier-h7n9-grippe; https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/grippeviren-aus-dem-labor-bereiten-sorgen/ 8 https://thebulletin.org/2020/02/a-biotech-firm-made-a-smallpox-like-virus-on-purpose-nobody-seems-to-care/; https://www.wired.com/story/synthetic-biology-vaccines-viruses-horsepox/ 9 So § 3 der deutschen Biostoffverordnung, https://www.gesetze-im-internet.de/biostoffv_2013/__3.html 10 https://www.nature.com/articles/274334a0; Alan P. Kendal u.a..: „Antigenic Similarity of Influenza A (H1N1) Viruses from Epidemics in 1977–1978 to 'Scandinavian' Strains Isolated in Epidemics of 1950–1951“, Virology 89/1978, S. 632–636; https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0011184# 11 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx 12 https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/17/reports-of-incidents-at-bioterror-select-agent-labs/14140483/ 13 https://www.nlm.nih.gov/nichsr/esmallpox/report_1978_london.pdf 14 https://thebulletin.org/2014/03/threatened-pandemics-and-laboratory-escapes-self-fulfilling-prophecies/ 15 https://www.pnp.de/nachrichten/wissenschaft/1526048_Gefahr-aus-dem-Labor-Experten-fordern-Regeln-fuer-Biomedizin.html 16 http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26726; „Inside America's secretive biolabs“, USA Today, 28. Mai 2015, https://eu.usatoday.com/story/news/2015/05/28/biolabs-pathogens-location-incidents/26587505/ 17 zit. nach https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/06/21/coronavirus-lab-origin.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1HL&cid=20200621Z1&et_cid=DM573715&et_rid=899026577 18 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx 19 https://thebulletin.org/2014/03/threatened-pandemics-and-laboratory-escapes-self-fulfilling-prophecies/ 20 https://armscontrolcenter.org/wp-content/uploads/2016/02/Escaped-Viruses-final-2-17-14-copy.pdf 21 https://eu.usatoday.com/story/news/2016/09/21/gao-inactivation-failures-high-containment-labs/90776218/; https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx 22 https://en.wikipedia.org/wiki/National_Bio_and_Agro-Defense_Facility 23 https://www.nap.edu/catalog/13418/evaluation-of-the-updated-site-specific-risk-assessment-for-the-national-bio-and-agro-defense-facility-in-manhattan-kansas 24 https://www.cdc.gov/labs/pdf/CDC-BiosafetyMicrobiologicalBiomedicalLaboratories-2009-P.pdf 25 Nach https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/17/reports-of-incidents-at-bioterror-select-agent-labs/14140483/ 26 https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/17/reports-of-incidents-at-bioterror-select-agent-labs/14140483/; https://thebulletin.org/2014/03/threatened-pandemics-and-laboratory-escapes-self-fulfilling-prophecies/ 27 Nach Sam Husseini, „The Long History of Accidental Laboratory Releases of Potential Pandemic Pathogens Is Being Ignored In the COVID-19 Media Coverage“, https://www.independentsciencenews.org/health/the-long-history-of-accidental-laboratory-releases-of-potential-pandemic-pathogens/ 28 Dies ergab eine Analyse, die im Februar 2019 im Bulletin of the Atomic Scientists veröffentlicht wurde: https://thebulletin.org/2019/02/human-error-in-high-biocontainment-labs-a-likely-pandemic-threat/ 29 https://eu.usatoday.com/story/news/2016/09/21/gao-inactivation-failures-high-containment-labs/90776218/ 30 https://de.wikipedia.org/wiki/Biologische_Schutzstufe, abgerufen am 19.5.2020. 31 https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/17/reports-of-incidents-at-bioterror-select-agent-labs/14140483/ 32 https://www.scoop.co.nz/stories/HL2002/S00184/us-biowarfare-programs-have-13000-death-scientists-hard-at-work.htm 33 New York Times, 8. April 2015, https://www.nytimes.com/2015/04/09/us/ex-fbi-agent-claims-retaliation-for-dissent-in-anthrax-inquiry.html?ref=topics&_r=0l. 34 https://www.amazon.com/Biowarfare-Terrorism-Francis-Boyle-ebook/dp/B001FB6II6 35 https://www.nature.com/news/second-mutant-flu-paper-published-1.10875; https://www.nature.com/news/the-risks-and-benefits-of-publishing-mutant-flu-studies-1.10138; Ron Fouchier: "Airborne Transmission of Influenza A/H5N1 Virus Between Ferrets", Science, Juni 2012; Kawaoka: „Experimental adaptation of an influenza H5 HA confers respiratory droplet transmission to a reassortant H5 HA/H1N1 virus in ferrets“, Nature 486, 2.5.2012, S. 420-428, https://www.nature.com/articles/nature10831 36 „Bioterrorismus-Debatte: Tödliche Viren zu erschaffen ist heikel, aber richtig“, Zeit Online. 29. November 2011, https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fwissen%2Fgesundheit%2F2011-11%2Fvogelgrippe-bioterrorismus-kommentar; Heidi Ledford: „Call to censor flu studies draws fire“, Nature 481/2012, S. 9–10, doi:10.1038/481009a; Peter Palese: „Don't censor life-saving science“, Nature. 481/2012, S. 115–115, doi:10.1038/481115a; Thomas V. Inglesby: „Engineered H5N1: A Rare Time for Restraint in Science“, Annals of Internal Medicine 156 (6) 2012, S. 460–462, https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/0003-4819-156-6-201203200-00387?articleid=1090738&; Andrew T. Pavia: „Laboratory Creation of a Highly Transmissible H5N1 Influenza Virus: Balancing Substantial Risks and Real Benefits“. Annals of internal medicine. Band 156 (6) 2012, S. 463–465, https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/0003-4819-156-6-201203200-00386?articleid=1090737. 37 https://www.cidrap.umn.edu/news-perspective/2014/06/commentary-case-against-gain-function-experiments-reply-fouchier-kawaoka 38 Heidi Ledford: „Scientists call for urgent talks on mutant-flu research in Europe – benefits and risks of “gain-of-function” work must be evaluated, they say“, Nature 2013, doi:10.1038/nature.2013.14429, https://www.nature.com/news/scientists-call-for-urgent-talks-on-mutant-flu-research-in-europe-1.14429 39 Deutscher Ethikrat: Biosicherheit – Freiheit und Verantwortung in der Wissenschaft, https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-biosicherheit.pdf, S. 221 f. 40 https://www.dailymail.co.uk/news/article-8211291/U-S-government-gave-3-7million-grant-Wuhan-lab-experimented-coronavirus-source-bats.html, https://www.the-scientist.com/the-nutshell/moratorium-on-gain-of-function-research-36564, https://www.the-scientist.com/news-opinion/lab-made-coronavirus-triggers-debate-34502 41 https://www.washingtonpost.com/; https://twitter.com/joshrogin/status/1250019024349605888; https://www.forbes.com/sites/kenrapoza/2020/04/14/the-washington-post-goes-rogue-china-lab-in-focus-of-coronavirus-outbreak/#328dcd2e1ee1; https://www.businessinsider.com/us-officials-raised-alarms-about-safety-issues-in-wuhan-lab-report-2020-4?r=DE&IR=T; https://www.foxnews.com/world/state-department-cables-coronavirus-origin-chinese-lab-bats 42 https://www.independentsciencenews.org/ 43 Zit. nach https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19403 44 https://ihl-databases.icrc.org/applic/ihl/ihl.nsf/INTRO/450; deutsche Übersetzung: https://www.yumpu.com/de/document/view/26898235/deutscher-text-der-biowaffen-konvention-pdf-sunshine-project 45 https://sicherheitspolitik.bpb.de/m7/articles/m7-19 46 https://uslaw.link/citation/us-law/public/101/298; https://www.govinfo.gov/content/pkg/STATUTE-104/pdf/STATUTE-104-Pg201.pdf 47 Zit. nach https://www.the-scientist.com/news-opinion/lab-made-coronavirus-triggers-debate-34502 48 https://int.nyt.com/data/documenthelper/6967-ecohealthltr/09c09853350d9794b271/optimized/full.pdf#page=1 49 https://cms.asbmb.org/getmedia/dbb22a26-ee0f-45e5-a1ed-13af91275f07/Support-Science-Sign-on-Letter_1.pdf 50 https://www.neb-online.de/wp-content/uploads/2018/09/Laborjournal_14_12_NewEnglandBiolabs.pdf 51 Scientific American, 11.3.2020, https://www.scientificamerican.com/article/how-chinas-bat-woman-hunted-down-viruses-from-sars-to-the-new-coronavirus1/ 52 https://coronavirus.jhu.edu/map.html. 53 https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/ 54 https://www.ebm-netzwerk.de/en/publications/covid-19 55 https://www.businessinsider.com/coronavirus-death-rate-by-age-countries-2020-3?r=DE&IR=T 56 40. NDR Info Podcast: „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten“ vom 12.5.2020, https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

  • Die Mitverantwortlichen.

    Die Corona-Pandemie ging wahrscheinlich von einem Labor in Wuhan aus - also wären die Chinesen schuld? Von wegen. Partner aus aller Welt, vor allem aus den USA, mischten mit. Falls SARS-Cov-2 tatsächlich aus einem Labor in Wuhan stammt: Wären dann allein die Chinesen schuld? Vor allem in den USA schieben viele den Schwarzen Peter flugs nach Fernost. Trump sucht einen Sündenbock für die crashende Wirtschaft. Ultrarechte leben ihre Sino­phobie aus. Republikaner und Demo­kraten machen ein parteipolitisches „Blame Game“ daraus. Fest steht: Die Virologen von Wuhan haben nicht auf eigene Faust drauflosgeforscht, beseelt von freischwe­ben­dem Erkenntnisdrang und unbändigem Ehrgeiz. Jemand muss sie damit beauftragt haben. Derselbe Jemand muss ihnen die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt haben. Im „Wuhan Institut für Virologie“ (WIV) geschieht nichts ohne Zustimmung und Anweisung der Zentralre­gie­rung in Peking. Doch hinter der Fledermaus-Corona­forschung stecken auch zahlreiche ausländische Auftrag­geber. Sie sind mitverantwortlich, die Welt muss auch sie zur Rechenschaft ziehen. Das „Animal Health Laboratory“ der australischen For­schungs­behörde CSIRO förderte Virologen aus Wuhan, um „grundlegende Forschung mit tödlichen Pathogenen wie SARS in lebenden Fledermäusen" durchzuführen. (1) Zuschüsse, Knowhow, Technik und/oder Personal brach­te auch die Universität Sydney ein. Hintergrund ist eine langjährige Forschungsallianz zwischen Australien und China. Gemeinsam richteten die Australische Akademie der Wissenschaften, die Australische Akademie für Technologie und Ingenieurwesen (ATSE) und die Chine­sische Akademie der Wissenschaften (CAS) im Oktober 2017 in Brisbane ein Symposium über Synthetische Biologie aus – mit zwei Professoren vom Wuhan-Institut auf der Referentenliste. (2) Die kanadischen Institutes of Health Research (CIHR) finanzieren „knowledge sharing“ mit Wuhan. (3) Allein in Europa listet das WIV 13 Partner auf: vom Institut Pasteur in Paris, den Universitäten Marseille, Southampton und St. George´s in London, einem Institut für Mikrobiologie in Zürich sowie einem biologischen Hochsicherheitslabor in Lyon bis hin zu einem For­schungs­zentrum des Pharmagiganten Novo Nordisk. In Deutschland kooperiert die Universität Duisburg-Essen. (4) Bei weitem am engsten mit Chinas Virenforschung verbandelt sind seit langem die Vereinigten Staaten. Den Anstoß dazu gab der Ausbruch des SARS-Coronavirus von China aus in den Jahren 2002/03. Mit 8096 regi­strier­ten Infizierten in 25 Ländern sowie 774 Toten ging er glimpflich aus. Doch als „erste Pandemie des 21. Jahrhunderts“ lieferte er Medien willkommenen Stoff für reißerische Schlagzeilen, die in der Bevölkerung reich­lich Ängste weckten. Die WHO schärfte Regierungen ein, diese Seuche als warnendes Beispiel dafür zu betrachten, wie rasch sich in der vernetzten, globalisier­ten Welt ein gefährlicher Erreger ausbreiten kann. Viele Staaten reagierten darauf, indem sie „präventive“ Pandemieforschung erheblich großzügiger als zuvor förderten – allen voran die USA. Im Anschluss an die SARS-Krise finanzierten die National Institutes of Health (NIH), die wichtigste US-Behörde für biomedizinische Forschung mit einem Jahresbudget von über 30 Milliar­den US-Dollar, eine enge Zusammenarbeit von NIH-Wissenschaftlern mit chinesischen Fachkollegen. Aber auch Militärvirologen von Fort Detrick in Frede­rick, Maryland, waren von Anfang in die Kooperation eingebunden. Für das 1943 gestartete Biowaffenpro­gramm der USA, das offiziell 1969 auslief, war dieser rie­sige Armeestützpunkt 80 km nordwestlich von Washing­­ton das Zentrum gewesen. Um „biologische Ver­­teidigung“ erwerben sich in fast 600 Gebäuden auf dem 13.000 Hektar großen Areal bis heute mehrere tau­send Wissenschaftler zweifelhafte Verdienste. Fort Det­rick gilt als eines der modernsten Labors der Welt, füh­rend in der Erforschung von tödlichen Bakterien, Viren und Toxinen, von Pocken über Tuberkulose und Milzbrand bis Ebola. (5) Vom Galveston National Laboratory der University of Texas, einem von 15 US-Biolaboren der höchsten Sicher­heitsstufe BSL-4 und das weltgrößte an einem Hoch­schulstandort, flossen ebenfalls Gelder nach Wu­han. (6) (Nach Angaben eines Universitätssprechers koope­riert Galveston mit Forschern in über 70 Ländern.) Auch die Universitäten von Wisconsin und Alabama zählen zu den Partnern des Wuhan-Instituts. (7) Besonders eng mit Wuhans „Batwoman“ Shi Zhengli arbeitet seit langem die Universität von North Carolina in Chapel Hill zusammen, namentlich deren Topvirologe Ralph Baric. Auch die Elite-Uni Harvard war in Wuhan präsent, insbesondere ihr Fachbereich Chemie. Dessen Vorsitzen­den, den Nanoexperten Charles Lieber, verhafteten US-Bundesbehörden am 28. Januar 2020; sie verdächtigen ihn, illegalen Handel mit China betrieben zu haben. Lieber, der an Nanotechnologie für biologische Materia­li­en forscht, soll von der chinesischen Regierung Unsum­men kassiert haben, um in Wuhan das „WUT-Harvard Joint Nano Key Laboratory“ einzurichten, ein gemein­sames Projekt der Wuhan University of Technology und Harvard. Dafür soll er ein Monatssalär von 50.000 US-Dollar bezogen haben, plus 150.000 Dollar pro Jahr für Spesen, plus 1,5 Millionen für den Laboraufbau. Die Staats­anwaltschaft wirft Lieber vor, er habe US-Ermittler darüber belogen. (8) Vor allem die „EcoHealthAlliance“ mischte maßgeblich mit: eine 1971 gegründete nichtstaatliche Organisation mit Sitz in New York, die Menschen, Tiere und Umwelt vor neu auftretenden Infektionskrankheiten schützen will. Dazu betreibt sie Projekte in über 30 Ländern. Ihr Präsi­dent, der Zoologe und Krankheitsökologe Peter Daszak, gilt als Experte für Infektionsepidemiologie; zu seinen Spezialgebieten zählen Zoonosen, also zwischen Tier und Mensch übertragbare Krankheiten. Entsprechende Er­reger, tatsächliche wie potenzielle, lässt EcoHealth auf der ganzen Welt sammeln und erforschen. Im Rahmen eines US-Regierungsprogramms namens „PREDICT“ be­teiligte sich EcoHealth seit 2014 maßgeblich an der Fledermausforschung des Wuhan-Instituts. Fürs erste flos­­sen damals 3,7 Millionen US-Dollar in ein Pro­gramm, das Fledermaus-Coronaviren sammeln und unter­suchen sollte. Damit hätte eigentlich spätestens 2014 Schluss sein müssen. Im Juli 2014 warnten 330 Wissenschaftler in einer gemeinsamen Erklärung, der „Cambridge Working Group Consensus Statement on the Creation of Potential Pandemic Pathogens (PPPs)“, eine solche Forschung laufe „Gefahr, einen Monsterkeim zu schaffen, der aus dem Labor entweichen und eine Pandemie auslösen könnte". Solche Experimente müssten unverzüglich ein­ge­stellt werden, „bis eine objektive und glaubwürdige Bewertung der Risiken, des potenziellen Nutzens und der Möglichkeiten zur Risikominderung sowie ein Vergleich mit sichereren experimentellen Ansätzen erfolgt ist". (9) Die Warnung galt vor allem der sogenannten „Gain-of-Function“-(GOF-)Forschung. Sie belässt es nicht dabei, Bakterien und Viren bloß zu sammeln, zu sichten, zu analysieren. Vielmehr ist sie darauf aus, Erreger noch ansteckender, pathogener, mörderischer zu machen, als sie es zumeist ohnehin schon sind. Darin eine „Optimie­rung“ zu sehen und von „gain“ = „Zugewinn“ zu spre­chen, kann nur eine Anleihe beim Wörterbuch des Teufels sein. Nach einer Reihe von Pannen in Biolaboratorien, bei denen um ein Haar tödliche, gentechnisch manipulierte Viren freigesetzt worden wären, ordnete Präsident Ba­rack Obama im Oktober 2014 einen Förderstop an: In diese brandgefährlichen Experimente sollten fortan keine weiteren Bundesmittel mehr fließen. 21 laufende Projekte wurden daraufhin eingefroren. (10) Der damalige NIH-Direktor Francis Collins trug diese Entscheidung offiziell mit: „Diese Studien“, so erklärte er, „bergen Risiken für die Biosicherheit, die besser verstanden werden müs­sen.“ (11) Zu diesem „besseren Verständnis“ scheinen zumindest die NIH, EcoHealth und weitere beteiligte Einrichtungen ruckzuck gelangt zu sein. Obamas Beschränkungen um­gingen sie, indem sie den Forschungsschwerpunkt nach China verlagerten, vornehmlich ins Wuhan-Institut für Virologie. Den zweifelhaften „Ertrag“ vermeldete ein inter­nationales Autorenteam um Wuhans Topwissen­schaft­le­rin Shi Zhengli 2015: die Laborgeburt einer Schi­märe aus SARS- und HIV-Anteilen, der es hervorragend gelingt, menschliche Zellen zu infizieren. (12) Mitverfasser der Studie: der Infektiologe Ralph Baric, der Zellbiologe Scott Randell sowie acht Epidemiologen, allesamt von der Universität von North Carolina in Chapel Hill; je ein Vertreter der Harvard Medical School in Boston, Massa­chusetts, des Instituts für Biomedizinische Forschung des Bellinzona Institut für Mikrobiologie in Zürich sowie des Nationalen Zentrums für Toxikologische Forschung der US-Gesundheitsbehörde FDA. Der verkündete „Funktionsgewinn“ alarmierte Wissen­schaftler auf der ganzen Welt. Wie Dr. Mark Lipsitch vom Zentrum für übertragbare Krankheiten der Harvard School of Public Health in der Times erklärte, haben die NIH-Experimente "uns einige bescheidene wissen­schaft­liche Erkenntnisse gebracht - und so gut wie nichts getan, um unsere Bereitschaft für eine Pandemie zu verbessern. Stattdessen nehmen sie das Risiko einer unbeabsichtigten Pandemie in Kauf". Dieser Appell kam zu spät, er verpuffte. Im selben Monat mache die Trump-Administration Obamas Finanzie­rungs­pause wieder rückgängig und gab grünes Licht da­für, die hochumstrittene „Zugewinn“-Forschung fortzu­set­zen. Dies, so NIH-Direktor Francis Collins, setze künftig aber in jedem Einzelfall voraus, dass eine Exper­tenkommission zu dem Schluss kommt, der Nutzen recht­fertige die Risiken.13 Aber welche Experten beschränken sich und ihr Fach schon freiwillig selbst? 2019 ließ das NIH zusätzlich 3,7 Millionen Dollar folgen, um in Wuhan sechs weitere Jahre lang auf „Zugewinnen“ von Vireneigenschaften hin­zuarbeiten. Der bewilligte Projektvorschlag hatte in Aussicht gestellt: „Wir werden S-Protein-Sequenzdaten, die Technologie infektiöser Klone, In-vitro- und In-vivo-Infektionsexperimente und die Analyse der Rezeptor­bin­dung nutzen, um die Hypothese zu testen, dass prozen­tuale Divergenzschwellen in S-Protein-Sequenzen das Spill­over-Potential vorhersagen.“ In Laiendeutsch zu­sam­men­gefasst: In Wuhan sollten ohnehin brandge­fähr­liche Krankheitserreger experimentell noch „schärfer“ gemacht werden. „Spillover-Potenzial“ meint die Fähig­keit eines Virus, eine „Zoonose“ hinzukriegen, d.h. vom Tier auf den Menschen überzuspringen. Dieses Potenzial zu „verbessern“ bedeutet: Man macht es virulenter, d.h. ansteckender; pathogener, also dazu fähig, häufigere, schwerere Krankheiten auszulösen; und letaler, also töd­licher. Ein solcher Erreger, das muss allen Beteiligten von vornherein klar gewesen sein, könnte die SARS-Pandemie von 2002/03 bei weitem in den Schatten stellen – und womöglich für eine Katastrophe sorgen, wie sie die Welt soeben erlebt, 17 Jahre später. Wer bewilligte und finanzierte das US-Engagement von EcoHealth in Fernost? Ein Großteil stammt von Ameri­kas „National Institutes of Health“ (NIH), insbesondere vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), dasjenige aus 27 NIH-Instituten, das für die Forschung zu Infektionskrankheiten, Autoimmun­krank­heiten und Allergien zuständig ist. Zwielichtige Schlüsselfigur: Anthony Fauci, der Drosten des Weißen Hauses Das NIAID leitet beinahe schon seit Menschengedenken, nämlich seit 1984, der Immunologe Anthony S. Fauci, eine schillernde, hochgradig umstrittene Persönlichkeit, für amerikanische Systemkritiker einer der meistgehass­ten Repräsentanten des medizinischen Establishments. Fauci, stolzer Inhaber von 30 Ehrendoktortiteln, sei „eine der vertrauenswürdigsten medizinischen Persönlichkeiten des Landes“, so preist ihn Wikipedia in einer mutmaßlich frisierten Lobeshymne, die jeglichen Dreck am Stecken verschweigt. (14) Während der Covid-19-Pandemie stieg Fauci, inzwischen 80, zum wichtigsten medizinischen Berater des Weißen Hauses auf, er leitet dessen „Task Force Corona“. In Sachen Biogefährdung und Infektionsschutz hatte Fauci schon fünf Amtsvorgänger Trumps beraten. (15) Bei Trumps Presse-Briefings und Round Tables pflegt sich Fauci stets in unmittelbarer Nähe seines Präsidenten zu postieren, allzeit bereit, ihm beizuspringen, wenn Gefahr droht, dass dessen Inkompetenz in Gesundheitsfragen noch blamabler zutage tritt als ohnehin. Nach Wuhan flossen die NIH-Millionen ab 2014 maßgeblich auf Betreiben dieses begnadeten Strippen­ziehers und Lobbyisten – offenkundig um den Finanzie­rungs­stopp für jegliche „Gain-of-Function“-Forschung zu umgehen, die Obama im selben Jahr verfügt hatte. Hätte Fauci nicht für ein striktes Moratorium sorgen, Hinter­türen schließen, die Kooperation unterbrechen, die Über­wie­sungen einstellen müssen? Nichts dergleichen ge­schah. (16) Dabei dürfte niemandem klarer als Fauci gewesen sein, wie hochriskant die Wuhan-Experimente an Fledermaus-Coronaviren waren – und wie leicht sie sich zu militä­rischen Zwecken missbrauchen ließen. Statt nun unab­hän­gige Untersuchungen der Vorgänge in Wuhan zu for­dern und abzuwarten, legte er sich im Nu fest: Es stehe völlig außer Zweifel, dass SARS-CoV-2 auf ganz natür­lichem Wege in die Welt gekommen sei. Einen Labor­ursprung bestritt Fauci kategorisch. Damit dient er nicht der Wahrheitsfindung, sondern eigenen durchsichtigen Interessen: Sollte die Pandemie von verunglückten For­schungsprojekten ausgegangen sein, die er unterstützte, so wäre er mitschuldig, wenn nicht strafrechtlich, so zumindest moralisch. Ebenso fragwürdig ist Faucis Beitrag zur Bewältigung der Coronakrise. Als Leiter einer „Task Force Corona“ des Weißen Hauses lässt er seit Monaten keine Gelegen­heit aus, um dem amerikanischen Volk einzubleuen: Eine Rückkehr zur Normalität sei erst möglich, wenn es einen Impfstoff gibt. Ginge es nach Fauci, fänden dann Zwangsimpfungen statt. (17) Nicht von ungefähr klingt das nach den totalitären Visionen des multimilliar­den­schweren Pseudo-Philanthropen Bill Gates: Fauci sitzt im „Leadership Council“ des Globalen Impf-Aktionsplans „Decade of Vaccines“ der Bill&Melinda Gates-Stif­tung. (18) Zudem hält Fauci mehrerer Patente auf Impf­stoffe; diese soll er sich von NIAID-Forschern unter den Nagel gerissen haben, nachdem er sie gefeuert hatte, wie ihm der Anwalt Robert F. Kennedy jr. vorwirft. (19) Somit ist klar, wie der optimale Infektionsschutz von 330 Millionen US-Amerikanern aussehen muss, wenn es nach Fauci geht: Medikamente schlucken, sich Vakzine sprit­zen lassen. Empfehlungen, wie sich das eigene Immun­system stärken lässt, hört man von ihm eher nicht. Hingegen legte sich Fauci bestimmt nicht quer, als die US-Regierung Pharmafirmen, die an Corona-Impfstoffen arbeiten, vorab garantierte, sie von jeglicher Schadens­haf­tung freizustellen. Und anscheinend widersprach Fau­ci nicht, als sein oberster Dienstherr am 15. Mai offiziell einen größenwahnsinnigen Plan verkündete, der Pande­mie in „Rekord-Rekord-Rekord-Geschwindigkeit“ beizu­kommen (O-Ton Trump): die „Operation Warp Speed“. (20) Der kuriose Name geht auf den fiktiven „Warp-Antrieb“ in der Science-Fiction-Serie „Raumschiff Enterprise“ zurück, das damit schneller als Lichtgeschwindigkeit flie­gen kann. Bis Januar 2021, so Trumps Vision, solle für jeden Amerikaner ein garantiert wirksamer, sicherer Impf­stoff zur Verfügung stehen. In Forschung, Entwick­lung, Produktion und Vertrieb sollen bis dahin 10 Milliarden US-Dollar fließen. Der „Warp“-Plan sieht vor, aus den über 100 Impfstoffkandidaten, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, 14 vielversprechende Kandi­da­ten auszuwählen. (Dazu soll keinesfalls einer aus Chi­na gehören, wie Trump vorweg klarstellte.) Die Top 8 sollen weitere Tests in kleinen klinischen Studien im Früh­stadium durchlaufen. Für drei bis fünf von ihnen wer­den schließlich groß angelegte randomisierte Studien durchgeführt. Wie kann ein halbwegs seriöser Immunologe mit dem Sachverstand und der Erfahrung eines Dr. Fauci guten Gewissens ein Vorhaben mittragen, von dem er wissen muss, dass es unter derartigem Zeitdruck unerfüllbar ist? Binnen eines Dreivierteljahres einen Impfstoff unters Volk zu bringen, für dessen Sicherheit und Wirksamkeit man die Hand ins Feuer legen kann, ist schlicht: ausgeschlossen. Trotzdem tut Fauci öffentlich so, als las­se sich eben dies ohne weiteres gewährleisten. Wie er am 20. Mai in einem Interview einräumte, laufe der Prozess, einen Impfstoff mitten in der immer noch wachsenden Pandemie auf den Markt zu bringen, zwar schneller ab als sonst – aber, so versicherte er, dieser Prozess gehe keinesfalls auf Kosten der Qualität. Die beteiligten Firmen „machen die Dinge auf eine völlig neue Art und Weise, und sie gehen wirklich schnell, aber ohne die Sicherheit zu gefährden, weil sie keinen der Schritte ausgelassen haben, die sie gemacht hätten, wenn Sie es auf traditionelle Weise getan hätten", fuhr Fauci fort. (21) „Warp“ sieht nach einem fairen Wettbewerb mit offenem Ausgang aus. Für Insider gibt es allerdings schon jetzt einen klaren Favoriten: die Biotech-Firma „Moderna“. Ihrem Ex-Vorständler Stéphane Bancel, einem gewief­ten Rhetoriker und Blender, gelang am 2. März im Kabi­nettssaal des Weißen Hauses bei einem Round Table mit Pharmabossen das seltene Kunststück, die Aufmerksam­keit des US-Präsidenten zu fesseln – mit einer nass­forschen Prophezeiung: „Nur ein paar Monate“ werde Moderna benötigen, um Phase Zwei einer dreiteiligen klinischen Studie der Art zu beginnen, die für die Impf­stoffentwicklung typisch ist. Wie blitzschnell Moderna liefern könne, habe sie schon unter Beweis gestellt: Er sei sei "sehr stolz darauf, mit der US-Regierung zusammen­zu­arbeiten und in nur 42 Tagen nach der Sequenzveröf­fent­lichung des Virus bereits unseren Impfstoff an das Team von Dr. Fauci am NIH geschickt zu haben". Trump „schien alles außer dem Gerede über die Zeit auszu­blenden“, so zitiert CNN einen Teilnehmer des Mee­tings. (22) Moderna schickt den neuartigen Impfstoff „mRNA1273“ ins Warp-Überlichtgeschwindigkeitsrennen, der auf der höchst umstrittenen, noch völlig unerprobten mRNA-Technologie beruht.Dabei soll eine synthetische Messen­ger-RNA, die einem Ausschnitt des genetischen Codes eines Coronavirus entspricht, in den Körper injiziert werden. Ähnlich wie das Virus selbst vermehrt sich die­ses Fragment in menschlichen Körperzellen, indem es in sie eindringt und sich mittels der dort vorhandenen Proteine repliziert. Dabei verändert es nach und nach die DNA seines Wirts: Es programmiert sie darauf, eine synthetische Kopie des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 herzustellen: jenes Teils, der einer Plastikborste auf einer Haarbürste ähnelt; mit ihm heftet sich das Virus an menschliche Zellen. Dieses Spike-Protein würde fortan von körpereigenen Zellen produziert. Wenn alles gut geht, greift der Körper dann den "Eindringling" - das synthetische Antigen, das von einer körpereigenen Zelle erzeugt wird - mit Antikörpern an. Die mRNA-Technolo­gie "lehrt den menschlichen Körper, das Virus zu er­kennen, indem sie den Körper lehrt, selbst Schnipsel des Virus herzustellen", sagt Tal Zaks, der medizinische Leiter von Moderna. Sicherlich muss niemand Fauci erst noch darüber auf­klären, dass die kurze Geschichte von Biotech voller Deals auf Luftschlösser steckt, in denen am Ende Riesen­summen abgeschrieben werden mussten. Fauci weiß, dass „Moderna“, im September 2010 gegründet, zwar schon über 1,5 Milliarden Dollar verbrannte, um neun verschiedene mRNA-Vakzine zu entwickeln, aber bis Mai 2020 noch kein einziges Produkt auf den Markt gebracht, keine einzige langfristige klinische Studie durchgeführt hat. (23) Auch Fauci weiß: Nirgendwo auf der Welt hat ein einziger Impfstoff dieser Art bislang eine Zulassung erhalten. Und auch Fauci müssten die gewal­tigen Risiken solcher Biotech-Vakzine bewusst sein: Diese virale mRNA kann auch in den Zellkern eindrin­gen und die menschlichen Erbanlagen verändern - also den Menschen in einen GMO verwandeln, einen gene­tisch veränderten Organismus. Falls diese Mutation in Ei- und Samenzellen stattfindet, würde daraus ein irrever­sibler Eingriff, denn die „umprogrammierten“ Eigen­schaften werden weitervererbt – sofern Nachkommen über­haupt noch vermehrungsfähig sind. Viele genmani­pu­lierten Organismen sind es nicht mehr. Vererbte Schä­den könnten alle künftigen Generationen belasten. Trotz­dem fördert Faucis „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ (NIAID) ausgerechnet „Moder­na“großzügig; er selbst fungiert als Leiter erster Human­studien. Deren Versuchspersonen müssen nicht nur zu 100 % gesund sein und zwischen 18 und 55 Jahren alt sein – womit sie alles als repräsentativ für die Corona-Risi­ko­gruppen sind -, sondern darüber hinaus eine bezeichnende Anforderung erfüllen: Sie dürfen keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben oder Samen spenden. Warum wohl? Und natürlich ist Fauci bestens darüber informiert, wie erbärmlich dünn die Datenbasis für Modernas Ansatz ist. An der ersten klinischen („Phase 1“-)Studie nahmen gera­de mal 45 Freiwillige teil, verteilt auf drei 15er-Gruppen, die ein- bis zweimal eine niedrige, mittlere oder hohe Dosis erhielten: 25, 100 und 250 µg (Mikro­gramm). Was dabei herauskam, schilderte Moderna am 18. Mai nicht etwa in einem sauberen Studienbericht nach wissenschaftlichen Standards, sondern lediglich in einer dürftigen Pressemitteilung voller Andeutungen, Verklausulierungen und Ausklammerungen. (24) Drei der 15 Probanden aus der Hochdosis-Gruppe, so heißt es darin, reagierten auf die mRNA-Impfung innerhalb von 43 Tagen in eher unerfreulicher Weise: „To date, the most notable adverse events were seen at the 250 µg dose level, comprising three participants with grade 3 systemic symptoms, only following the second dose.“ Übersetzt: Bis heute wurden die bemerkenswertesten unerwünschten Ereignisse bei der Dosis von 250 g beobachtet, die drei Teilnehmer mit systemischen Sym­ptomen der Stufe 3 umfasste, als Folge auf die zweite Dosis.“ Gemäß Definition der US-Zulassungsbehörde FDA bedeuten „Systemische Symptome der Stufe 3“ die „Verhinderung täglicher Aktivitäten und die Notwen­digkeit einer medizinischen Intervention“. Dabei handelt es sich also nicht um ein bisschen Fieber oder Schnupfen. Diese drei Probanden sind ernsthaft erkrankt. Was für Symptome ihnen zu schaffen machten und wie schwer­wiegend diese ausfielen – und es womöglich weiterhin sind, vielleicht therapieresistent für immer -, geht aus der Pressemeldung nicht hervor. Der Text lässt aber den Schluss zu, dass sie so gravierend ausfielen, dass darauf verzichtet wurde, ihnen eine zweite Dosis zu verabrei­chen. Auch in den übrigen Gruppen, bei niedrigeren Dosierungen, traten anscheinend Nebenwirkungen auf, wenn auch weniger ernst ausgeprägt. Dabei waren die Probanden vor der Impfung kerngesund und im besten Nicht-Risiko-Alter. Trotzdem traten bei 3 von 45, also 6,7 %, ernste Komplikationen auf. Was passiert erst, wenn Kränkelnde und Vorgeschädigte, Kinder und Alte derart corona-„geschützt“ werden? 6,7 % schwerste Schäden beträfen 22 Millionen Amerikaner und 520 Millionen Menschen weltweit. Trotzdem hat Fauci die Entscheidung, „Moderna“ 483 Millionen US-Dollar über die Bundesbehörde für biome­di­zinische Spitzenforschung und Entwicklung (BARDA) zufließen zu lassen, zumindest mitgetragen, wenn nicht forciert. (Weitere 456 Millionen gingen an Janssen Research & Development - Teil von Johnson & Johnson -, bis zu 30 Millionen Dollar an Sanofi.) Wer managt die „Operation Warp Speed“, gewiss nicht gegen Faucis erbitterten Widerstand? Auch bei dieser Entscheidung dürften Faucis Präferenzen Gewicht gehabt haben. Die Führung liegt in den Händen eines Big-Phar­ma-Repräsentanten: des Molekularbiologen und Immu­no­lo­gen Moncef Slaoui. Er ist Vorstandsvorsitzender von Galvani, einem Unternehmen für Bioelektronik, das sich im gemeinsamen Besitz der Arzneimittelgiganten Glaxo­SmithKine (GSK) und Verily Life Sciences befindet. Als Vorsitzender des Bereichs Forschung & Entwicklung bei GSK trug Slaoui zum breitesten Impfstoff-Portfolio der gesamten Branche bei, mit 48 Vakzinen und weiteren 14 Innovationen binnen eines Jahrzehnts: darunter Cervarix gegen Gebärmutterhalskrebs, Rotarix gegen Rotavirus-Gastroenteritis, Synflorix gegen Pneumokokkenerkran­kun­gen. Diesem Business gewiss nicht abträglich war Sloaouis gleichzeitige imposante Präsenz in den obersten Etagen des staatlichen Gesundheitswesens: Von 2011 bis 2016 saß er im Beratenden Ausschuss des NIH-Direktors der NIH tätig, wie auch in einem Expertengremium für Wissenschaft und Technologie, das dem US-Präsidenten zuarbeitete. (25) Als Slaoui im Mai 2020 zu Warps „Chief Scientist“ berufen wurde, legte er einen seiner Vorstandsposten nieder. Wo? Bei „Moderna“. Doch weiterhin hält er mehr als 10 Millionen Dollar an Aktienoptionen im Unterneh­men - während die Bundesregierung 483 Millionen Dollar in das Unternehmen investierte, um die Corona­virus-Impfstoffversuche zu unterstützen. Welcher Inter­essenkonflikt könnte offenkundiger sein? (26) Bei Laborviren „Funktionsgewinn“ anzustreben, ver­teidigte Fauci wiederholt: Das damit verbundene Risiko sei diese Art von Forschung wert, da sie es den Wissen­schaftlern ermögliche, Sicherheitsvorkehrungen zu tref­fen: beispielsweise antivirale Medikamente zu ent­wickeln, die im Falle einer Pandemie nützlich sein könnten. (27) Welchen Einflüsterungen dürfte der US-Präsident wohl seitens eines solchen Leiters der „Task Force Corona“ im Weißen Haus ausgesetzt sein? Noch am 1. Mai hatte Donald Trump öffentlich erklärt, er habe „unwiderleg­bare Beweise“ gesehen, dass das neuartige Coronavirus aus dem Wuhan-Labor stammt. (28) Kurz darauf wieder­holte US-Außenminister Mike Pompeo diesen Vorwurf und sprach von „signifikanten Belegen“. (29) Doch seither schweigt Trump. Pompeo rudert wieder zurück. („Wir haben keine Gewissheit“, sondern „versu­chen“ erst noch, „Klarheit zu erlangen“, erklärte er am 3. Mai 2020 auf einer Pressekonferenz. (30) Warum wohl? Weil Fauci & Co. ihrem obersten Dienstherrn und dessen Hofschranzen mittlerweile sicherlich klarmachen konn­ten: Was auch immer in Wuhan schief ging: Als Finan­zier und Kollaborateur sind die USA mitverantwortlich; die gleiche Art von Forschung findet seit eh und je auch in US-Biolaboren statt; auch dort kam es wiederholt zu Unfällen, die ebenfalls um ein Haar zu Katastrophen ge­führt hätten; in China ebenso wie in den USA geht es auch um militärisch nutzbaren „Funktionsgewinn“ von Krankheitserregern, was hier wie dort gegen internationa­les Recht verstößt. Kurzum: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Und weil auch ein Trump dies einsehen wird, bedarf es keines Propheten, um abzu­sehen, wo sich die Forderung nach schonungsloser Auf­klä­rung letztendlich hinverlaufen wird: im Sand. Erst am 24. April 2020 brach die NIH die Wuhan-Förde­rung ab. Wieso eigentlich, wo aus dem angeblich vertret­baren Risiko inzwischen doch bloß, wie absehbar, eine klitzekleine Pandemie geworden ist? Nein, China trägt nicht die Alleinschuld Aus alledem folgt: China die Alleinschuld am Wuhan-Desaster in die Schuhe zu schieben, wäre zu billig. Keine Frage, Peking hat die Welt von Anfang an belogen, wich­tige Informationen zurückgehalten, zu spät reagiert; Abweichler von der offiziellen Version brachte es gna­den­los zum Schweigen. Aber an den Geschehnissen in Wuhan trägt die westliche Welt eine gewaltige Mitver­ant­­wortung: Sie lagerte dorthin brandgefährliche For­schungs­aktivitäten aus, die zumindest teilweise auch mili­tärischen Zwecken dienen, womit sie gegen Völker­recht verstoßen; sie förderte diese teuflische Abart von Wissenschaft mit Geld, Knowhow und Personal; sie tole­rierte längst bekannte Sicherheitsmängel; bis heute wirkt sie daran mit, die Welt über wahre Absichten und Risi­ken hinwegzutäuschen. Mit unausgegorenen „Beweisen“ für einen angeblich „zweifelsfreien“ natürlichen Ur­sprung von SARS-CoV-2 legen westliche Virologen falsche Fährten. Journalisten verbreiten sie kritiklos, übergehen Skeptiker, beteiligen sich am Kreuzzug gegen „Verschwörungstheoretiker“. Social Media machen sich zu Zensurapparaten, ihre Gatekeeper unterdrücken die Stimmen von Querdenkern, beseitigen deren Beiträge. So löschte Facebook am 22. Februar 2020 einen Artikel aus der New York Post, der den „Wildtier-vom-Markt“-My­thos in Frage stellte. Diese Blockade hob Zuckerbergs virtueller Allesvernetzer erst auf, als bekannt wurde, dass eine beteiligte „Faktencheckerin“ in Wahrheit eine be­zahlte Forscherin im Wuhan-Labor war. (31) Warum sträubt sich keineswegs bloß die chinesische Regierung dagegen, dass die undurchsichtigen Vorgänge in Wuhans Institut für Virologie unparteiisch untersucht werden? Auch von außerhalb fehlt der nötige Aufklä­rungsdruck. Wieso scheint kaum jemand ernsthaft inter­essiert daran, der naheliegenden Vermutung eines Labor­ursprungs von SARS-CoV-2 unvoreingenommen nach­zu­gehen? Für den US-Mikrobiologen Jonathan Latham liegt die ernüchternde Antwort auf der Hand: „Einen Großteil der Arbeit hat der amerikanische Steuerzahler finanziert, Peter Daszak und die EcoHealth Alliance lenkten das Geld nach Wuhan. Praktisch jede angesehene internationale Organisation, die im Prinzip eine solche Untersuchung durchführen könnte -, die WHO, die FAO, die CDC, die National Institutes of Health, die Gates Foundation - ist entweder Berater oder Partner der EcoHealth Alliance. Wenn der Ausbruch von Sars-CoV-2 auf die Arbeit an Fledermaus-Coronaviren im WIV zurückzuführen ist, dann ist so gut wie jede wichtige Institution in der globalen Gemeinschaft für öffentliche Gesundheit involviert.“ (32) Diese peinliche Mitverantwortung soll unterm Teppich bleiben. Zur Corona-Pandemie haben demnach Machenschaften eines internationalen Netzwerks beigetragen, dessen Skrupel­losigkeit und Arroganz mit seiner Macht ohne weiteres mithält. Inkompetente Regierungen und laxe Be­hörden, pflichtvergessene Medien und verantwortungs­lose For­scher haben gemeinschaftlich daran mitgewirkt, wissen­schaftliches Fehlverhalten und kriminelle Fahrlässigkeit zu verbergen, ein angebliches Freiheits­recht auf gefähr­lichen, unregulierten „Erkenntnisgewinn“ zu verteidigen. Sie alle, nicht nur ein paar Beteiligte in Wuhan und Peking, gehören vor ein internationales Gericht. Die Corona-Krise muss für alle Zeiten die letzte sein, die der Menschheit eine vermeidbare, künstlich erzeugte Seuche beschert. Es muss endlich Schluss sein mit die­sem irrwitzigen „illegalen biologischen Wettrüsten mit potenziell katastrophalen Folgen“, das der Rechtsprofes­sor Francis Boyle in seinem Buch „Biowarfare and Terrorism“ 2005 anprangerte. Solange das nicht ge­schieht, wird unser Planet den Absichten, Machenschaf­ten und Fehlern staatlicher und wirtschaftlicher Akteure ausgeliefert bleiben, die für ihre geopolitischen und öko­nomischen Interessen mit dem Feuer spielen – und not­falls über Leichen gehen. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 9. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 14 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.dailytelegraph.com.au/coronavirus/bombshell-dossier-lays-out-case-against-chinese-bat-virus-program/news-story/55add857058731c9c71c0e96ad17da60 2 https://www.science.org.au/files/userfiles/events/documents/Aus-China-symposium-2017-program.pdf 3 https://www.theglobeandmail.com/canada/article-ottawa-funds-covid-19-research-project-that-is-collaborating-with/; https://www.westernstandardonline.com/2020/04/canada-gave-800000-last-month-to-controversial-wuhan-lab-where-covid-19-may-have-escaped/ 4 http://english.whiov.cas.cn/International_Cooperation2016/Partnerships/201707/t20170717_179745.html 5 https://www.politico.com/magazine/story/2019/09/15/cia-fort-detrick-stephen-kinzer-228109 6 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx; https://en.wikipedia.org/wiki/Galveston_National_Laboratory; https://thehill.com/policy/technology/495674-education-department-investigating-university-of-texas-links-to-chinese-lab 7 http://english.whiov.cas.cn/International_Cooperation2016/Partnerships/201707/t20170717_179745.html 8 https://www.economist.com/science-and-technology/2020/02/01/an-american-chemist-is-suspected-of-illegal-dealings-with-china?gclsrc=aw.ds&gclid=EAIaIQobChMI5PGhob3t6AIVxp6zCh32IwBaEAAYASAAEgJaKfD_BwE&gclsrc=aw.ds; https://www.npr.org/2020/02/14/806128410/harvard-professors-arrest-raises-questions-about-scientific-openness 9 http://www.cambridgeworkinggroup.org/ 10 https://www.nytimes.com/2017/12/19/health/lethal-viruses-nih.html 11 Zit. nach https://www.the-scientist.com/news-opinion/lab-made-coronavirus-triggers-debate-34502 12 https://www.nature.com/articles/nm.3985; (https://www.med.unc.edu/orfeome/files/2018/03/a-sars-like-cluster-of-circulating-bat-coronaviruses-shows-potential-for-human-emergence.pdf 13 https://www.nytimes.com/2017/12/19/health/lethal-viruses-nih.html 14 https://en.wikipedia.org/wiki/Anthony_Fauci 15 https://www.newsweek.com/dr-fauci-backed-controversial-wuhan-lab-millions-us-dollars-risky-coronavirus-research-1500741 16 https://mailchi.mp/gmwatch.org/chinese-us-scientists-engineered-bat-coronaviruses-in-dangerous-gain-of-function-research?e=d811e1281f 17 https://www.washingtontimes.com/news/2020/apr/8/anthony-fauci-sets-stage-mandatory-vaccine/ 18 https://www.naturalnews.com/2020-04-10-anthony-fauci-wants-coronavirus-vaccines-forced-on-all-americans.html 19 https://www.naturalnews.com/2020-04-20-robert-f-kennedy-jr-anthony-fauci-fraud-poisoned-americans.html 20 https://www.hhs.gov/about/news/2020/05/15/trump-administration-announces-framework-and-leadership-for-operation-warp-speed.html; https://www.youtube.com/watch?v=ExFDBVcV5E8 21 https://www.dailymail.co.uk/news/article-8344447/Fauci-warns-calling-vaccine-hunt-Operation-Warp-Speed-fears-anti-vaxxers-exploit-it.html 22 Zit. nach einem CNN-Bericht, https://edition.cnn.com/2020/05/01/us/coronavirus-moderna-vaccine-invs/index.html 23 https://edition.cnn.com/2020/05/01/us/coronavirus-moderna-vaccine-invs/index.html 24 https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-announces-positive-interim-phase-1-data-its-mrna-vaccine/ 25 https://www.hhs.gov/about/news/2020/05/15/trump-administration-announces-framework-and-leadership-for-operation-warp-speed.html. 26 "The ex-pharma exec leading Trump's COVID-19 vaccine program has $10 million in stock options for a company getting federal funding". Business Insider, 18.5.2020, https://www.businessinsider.com/moncef-slaoui-leading-trump-vaccine-push-10m-holding-moderna-conflict-2020-5?r=US&IR=T, abgerufen am 27.5.2020. 27 https://www.newsweek.com/dr-fauci-backed-controversial-wuhan-lab-millions-us-dollars-risky-coronavirus-research-1500741 28 https://www.tagesschau.de/ausland/trump-china-159.html 29 https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-mike-pompeo-erhebt-anschuldigen-gegen-china-a-58a148c0-a4df-493f-838d-34d73b310f29; https://www.merkur.de/welt/corona-labor-china-usa-trump-ursprung-wuhan-luege-geheimdienst-ansteckung-regierung-zr-13747748.html 30 Zit. nach https://nypost.com/2020/05/06/what-is-china-covering-up-about-the-coronavirus-devine/ 31 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/14/who-created-coronavirus.aspx 32 https://www.independentsciencenews.org/health/the-case-is-building-that-covid-19-had-a-lab-origin/

  • Vertuscht.

    Begann die Corona-Seuche schon viel früher - und wir ahnten nichts davon, kein Eingeweihter gab es zu? Auch in dieser Frage zeichnet sich immer deutlicher ab, wie richtig "Verschwörungstheoretiker" lagen. Begann die Seuche schon viel früher? Die Corona-Pandemie habe Ende Dezember 2019 in Wuhan angefan­gen, so hieß es bis vor kurzem. Diese An­nahme gerät neuer­dings unter Druck. Es häufen sich Berichte über Patienten, die schon deutlich früher Covid-19-Symptome gezeigt hatten - auch weit weg von China -, ohne dass dies bereits mit einem neuartigen Virustyp in Zusammen­hang gebracht wurde. So fand man SARS-CoV-2 mittels PCR-Test nach­träglich in einer Zellprobe, die einem 42-jährigen Fran­zosen bereits am 27. Dezember 2019 entnommen worden war (1); seine Ehefrau arbeitete mit chinesischen Kollegen zusammen, in unmittelbarer Nachbarschaft eines Sushi-Stands. (2) Womöglich stammt ein noch früherer Fall aus dem Elsass. Dort wurde am 2. Dezember 2019 im Albert-Schweit­zer-Krankenhaus von Colmar ein 57-jähriger mit schwerer akuter Atemwegsentzündung aufgenommen und etwa eine Woche lang stationär behandelt. Er genas vollständig. Eine nachträgliche Untersuchung von Com­pu­ter­tomografie-Bildern sowie PCR-Tests überzeugten Klinikärzte erst Anfang Mai 2020 davon, dass der inzwi­schen genesene Patient an Covid-19 erkrankt war. (3) Zuvor hatte man die ersten positiven Tests in Frankreich auf den 24. Januar 2020 datiert. Weitere Indizien dafür, dass SARS-CoV-2 in Europa schon im vergangenen Jahr zirkulierte, legt Italiens Na­tio­na­les Gesundheitsinstitut ISS vor. (4) Die ersten Covid-19-Fälle verzeichneten italienische Behörden offiziell Mitte Februar 2020; damit lagen sie wohl um mindestens zwei Monate daneben. Umweltvirologen analysierten näm­lich Abwasserproben, die sie zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 aus Kläranlagen in ganz Italien ent­nommen hatten. Dabei stießen sie in Proben aus Mai­land und Turin vom 18. Dezember 2019 auf das neuarti­ge Co­ro­navirus; offen­bar war es aus dem Kot von Infi­zierten dorthin gelangt. Ähnliche Erkenntnisse hatten bereits Abwasser-Unter­suchungen in Spanien erbracht; in Pro­ben vom Mitte Januar in Barcelona wiesen Forscher die Virus-RNA ebenfalls nach. (5) Auch in Großbritannien könnte sich das Virus unbemerkt schon seit der zweiten Januarhälfte verbreitet haben. Ehe dort die ersten Infektionsfälle offiziell Mitte Februar registriert wurden, hatte sich womöglich bereits die Hälf­te der britischen Bevölkerung unwissentlich angesteckt: rund 30 Millionen Menschen. Davon gehen Epidemio­logen der Universität Oxford aus. (6) Auch anderswo in Europa könnten erste Covid-19-Fälle monatelang übersehen und fehdiagnostiziert worden sein. Nachdem ich eine Kurzfassung dieses Kapitels bei Face­book veröffentlicht hatte, berichteten mir zahlreiche Leser von merkwürdigen Infekten im letzten Quartal 2019 sowie in den allerersten Wochen 2020. „Ich hatte es im Dezember“, schrieb mir H.L. „Ich hatte Angst um mein Herz, weil der starke Husten und die Schnapp­atmig­keit gar nicht mehr aufhören wollten. Ich bin öfters erkältet, aber so etwas hatte ich noch nie.“ Susanna D. „hatte es im Januar. Drei Wochen lag ich nur im Bett, Hals­schmerzen, Husten, Lungenschmerzen, das ganze Programm. Danach ging es mir noch eine ganze Zeit nicht gut. Insofern weiß ich, wovon die Rede ist.“ H.H. „hatte im Dezember Todeshusten und zwei Wochen lang Fieber. Der Arzt war damals ratlos und meinte, das sei ein Virus. Musste deswegen sogar zwei Tage ins Krankenhaus, weil ich keine Luft mehr bekam. Erst der Inhalator hat etwas Linderung gebracht.“ Peter F. „berich­­­teten Freunde aus Varese schon im November von einer ‚seltsamen Grippe‘“. Ob es sich tatsächlich um frü­heste SARS-CoV-2-Fälle handelte oder bloß um eine besonders ausgeprägte Influenza, bleibt offen. Und in China, dem mutmaßlichen Ursprungsland der Seuche? Noch am 1. Januar 2020 warnte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua vor angeblichen „Falschmel­dun­gen“ von Ärzten und bekräftigte, es gebe keine An­zeichen für eine neue hochinfektiöse Erkrankung. (7) Erst am 7. Januar gaben chinesische Behörden bekannt, sie hätten bei mehreren Erkrankten ein neuartiges Corona­virus identifiziert. Weitere zwei Wochen dauerte es, bis sie bestätigten: Der Erreger überträgt sich von Mensch zu Mensch. (8) Chinas erster bestätigter Covid-19-Fall könnte jedoch auf den 17. November zurückgehen. Bei der Nachunter­su­chung von 266 Personen aus der Provinz Hubei, die sich schon im vergangenen Jahr schwere Atemwegs­erkran­kungen zugezogen hatten, fiel ein 55-Jähriger auf, der sich wohl schon damals mit SARS-CoV-2 infiziert hatte. (9) Inzwischen gehen mehrere Wissenschaftler davon aus, dass sich das neuartige Coronavirus spätestens ab Mitte November 2019 auszubreiten begann. Während der Militär-Weltspiele, zu denen sich vom 18. bis 27. Oktober 2019 fast 10.000 Athleten aus 110 Län­dern sowie 230.000 freiwillige Helfer in Wuhan ein­fanden, traten bei etlichen Athleten Covid-19-Symptome auf. Italiens Fecht-Olympiasieger Matteo Tagliariol, 37, berichtet der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera: "Nachdem wir in Wuhan eingetrof­fen waren, er­krank­te jeder von uns. Alle sechs Personen in meiner Woh­nung lagen flach, auch viele Athleten anderer Dele­gationen.“ Er habe schwer gehustet, nach der Rückkehr bekam er "sehr hohes Fieber, ich konnte kaum atmen. Auch Antibiotika halfen nicht." Schließlich habe sich sein zweijähriger Sohn infiziert, anschließend seine Freun­­din: "Als man begonnen hat, vom Virus zu spre­chen, dachte ich: Ich habe mich angesteckt. Das war Covid-19." (10) Waren Teilnehmer dieser Großveranstal­tung womöglich die „Superspreader“, die das Virus weltweit exportieren halfen? Dazu passt eine Nachricht, die im Nu aus den Medien verschwand, kaum dass der US-Sender NBC sie Anfang Mai vermeldet hatte: Zwischen dem 6. und 11. Oktober 2019 muss es im Wuhan-Institut für Virologie zu einem schwe­­ren Zwischenfall gekommen sein. Telekommuni­ka­tionsdaten deuten darauf hin, dass das WIV vom 7. bis 24. Oktober geschlossen war; innerhalb dieser zwei­einhalb Wochen wurde kein einziger Anruf von dort aus getätigt. (11) Auf Satellitenaufnahmen ist deutlich zu erkennen: Vom 11. Oktober an nahm der Straßenverkehr in unmittelbarer Umgebung des WIV deutlich ab. Zwischen dem 14. und 19. Oktober kam er völlig zum Erliegen – ein Indiz für Straßensperren. (12) Telemetrische Daten zeigen für das Wuhan-Institut an allen Tagen im August und September sowie in der ersten Oktoberwoche 2019 eine gleichbleibend hohe Aktivität in einem bestimmten Teil des Gebäudekomplexes, bei dem es sich vermutlich um einen Sicherheitsbereich handelt, den alle Mitarbeiter passieren müssen. Zwischen dem 7. und 24. Oktober betrat ihn anscheinend niemand. (13) Wieso? Ebenfalls Rätsel geben Beobachtungen auf, die der US-Epidemiologe John Brownstein von der Uni Harvard An­fang Juni 2020 öffentlich machte – ein anerkannter Fach­mann, der nach eigenen Angaben die WHO, mehrere US-Ministerien und das Weiße Haus beraten hat. Er analy­sierte hochauflösende Satellitenbilder eines kommerziel­len Anbieters, Remote Sensing Metrics, die bis zu 70 Zentimeter kleine Objekte erkennen lassen. (14) Dabei interessierte Brownstein insbesondere, wie stark belegt die Parkplätze von sechs Krankenhäusern in Wuhan waren – ein möglicher Frühindikator des Infekti­ons­geschehens. Fotos aus dem Spätsommer und Herbst 2019 zeigen deutlich mehr Autos als an Vergleichstagen der Vorjahre. Die mittlere Anzahl der abgestellten Fahr­zeuge stieg in diesem Zeitraum stetig an, im Dezember erreich­te sie einen Höchststand. Beispielsweise hatten vor Wuhans größter Klinik, dem Tianyou Hospital, im Okto­ber 2018 im Schnitt 171 Fahrzeuge geparkt; ein Jahr später waren es 285, also 67 Prozent mehr. Mit dieser sonderbaren Entwicklung korrelierte eine zweite: verstärkte Internetrecherchen nach möglichen Sym­­ptomen von Covid-19. Anfragen bei der chinesi­schen Suchmaschine „Baidu“ nach den Begriffen „Hu­sten“ und „Durchfall“ nahmen bereits im Herbst 2019 erheblich zu. Beide Auffälligkeiten bedürfen allerdings näherer Ab­klärung, ehe sie zu überzogenen Schlüssen verleiten. Auch in China beginnt alljährlich im Herbst die Grippe­saison, auch sie lässt mehr Menschen an Husten und Diarrhoe leiden, nach Erklärungen und Behandlungs­mög­lich­keiten suchen als in anderen Jahreszeiten. Satel­litenfotos stellen immer nur Momentaufnahmen dar, sie bilden eine Situation in einem bestimmten Augenblick ab, die sich kurze Zeit später völlig verändert haben kann. Vor, während und nach der Mittagspause, während und nach Besuchszeiten sieht die Belegung der Klinik­parkplätze womöglich ganz anders aus. (Über die Zeit­punkte der Aufnahmen macht Brownstein leider keine An­gaben.) Und neben einem neuartigen Virus könnten auch andere Faktoren am Werk sein; beispielsweise eine stark zunehmende Luftverschmutzung. Sie könnte eben­falls dafür sorgen, dass deutlich mehr Menschen als sonst mit schweren akuten Atemwegserkrankungen stationär behandelt werden müssen – und zu erheblich mehr Besu­chen von autofahrenden Angehörigen und Bekannten führen. Die mittlere Inkubationszeit von SARS-CoV-2 liegt bei 5 bis 6 Tagen. (15) Falls die Seuche von Wuhan aus bereits vom Herbst 2019 an um sich griff, drängt sich die span­nende Frage auf: Wieso dauerte es vier (!) weitere Mona­te, bis der Welt auffiel, dass eine ganz schreckliche Pan­demie im Gange ist? Und wie steht es mit Frankreich? Die ersten (sechs) offiziellen Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen, welche die staatliche Gesundheitsbehörde Agence nationale de santé publique/SpF registrierte, fallen in die fünfte Kalen­­derwoche 2020, also auf Anfang Februar; der erste bestätigte Todesfall – ein einziger – ereignete sich laut SpF-Daten in der siebten Kalenderwoche 2020. (16) Wie passt das zu den nachträglich festgestellten Erstinfektio­nen vom 2. und 27. Dezember 2019? Es könnte sich um zwei Fehldiagnosen gehandelt haben; vielleicht schlugen die PCR-Tests falsch-positiv an, vielleicht erlaubten die Tomografien keine eindeutigen Schlüsse, vielleicht hat­ten die aufgetretenen Symptome andere Ursachen. Aus denselben Gründen wäre dann jedoch JEDER Covid-19-Befund fraglich. Stimmten die Diagnosen aber, dann muss sich das neuartige Coronavirus in Frankreich schon mindestens zwei Monate lang epidemisch verbreitet haben – unbemerkt. Hunderttausende Franzosen müssten sich vor Februar 2020 bereits angesteckt haben, Zehn­tausende mit Covid-19 gestorben sein, ohne in amtlichen Statistiken die geringsten Spuren zu hinterlassen. Weil Seuchen sich nicht um Staatsgrenzen scheren, müsste der vermeintliche „Killerkeim“ seit der ersten Januarhälfte auch im SpahnMerkelDrostenWielerLand gewütet haben – ohne dass hierzulande schon irgendwer auf die Idee kam, die Nation mit Reproduktionsraten und abzuflachenden Kurven zu ängstigen, ihr Quarantänen und Lockdowns, Schutzmasken und Social Distancing zu­zumuten. Wie kann das sein? Die Antwort bestätigt den meistgeschmähten Corona-Skeptiker Deutschlands, den Arzt Dr. Wolfgang Wodarg: Vom bösen Killerkeim merkte monatelang niemand etwas, weil noch niemand nach ihm suchte. Wozu auch? In Wahrheit gibt es kein „spezielles klinisches Krank­heitsbild“ von Covid-19; das Hauptmerkmal, eine beson­ders schwere akute Atemwegserkrankung (kurz: SARS), teilt Covid-19 mit Influenza und weiteren Infek­ten. Hätten niemals Virentests stattgefunden, so wären wir alle, Experten wie Laien, bis heute von einer beson­ders hefti­gen Grippewelle ausgegangen. Regierungen und Gesund­heitsbehörden rund um den Globus hätten es dabei bewenden lassen, uns gewisse Hygieneregeln ans Herz zu legen, anstatt ganze Länder in Gesundheits­diktaturen zu verwandeln, Bürger ihrer fundamentalen Freiheitsrechte zu berauben, alles öffentliche Leben zu ersticken, die Wirtschaft zu ruinieren. Die explodieren­den Infektionsraten, mit denen man uns nicht schon ab Herbst 2019, sondern erst ab Februar 2020 bange machte, maßen in Wahrheit nicht die Ausbreitung eines Virus, sondern die immer eifrigeren Aktivitäten von wild drauf­lostestenden Virologen. Diese Pandemie ist eine Test­seuche. Dazu passt ihr offizieller Ausgangspunkt: Weltweit weist kaum eine andere Stadt eine höhere Virologendichte auf als die Elf-Millionen-Metropole Wuhan mit ihren drei großen Laboren für Virenforschung. Es ist wie in der Seelenheilkunde: Psychische Störungen treten dort am häufigsten auf, wo sich die meisten Psychiater nieder­gelassen haben, die davon leben, solche Störungen zu diagnostizieren. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 8. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 13 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 A. Deslandes, Yves Cohen u.a.: „SARS-CoV-2 was already spreading in France in late December 2019“, International Journal of Antimicrobial Agents, 3. Mai 2020, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0924857920301643; https://www.tagesschau.de/inland/liveblog-coronavirus-143.html#Guenther-Grenze-zu-Daenemark-wird-ab-15-Mai-schrittweise-geoeffnet; https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-in-frankreich-krankenhaus-bei-paris-entdeckt-covid-19-fall-vom-dezember-a-dc2b8f58-c881-4900-bfd6-adb56775c948 2 https://www.lesechos.fr/politique-societe/societe/coronavirus-les-premieres-infections-en-france-remontent-elles-a-fin-decembre-1200148; https://www.sueddeutsche.de/wissen/coronavirus-beginn-pandemie-1.4900661 3 „Coronavirus: un premier cas de Covid-19 remontant au 2 décembre confirmé en Alsace“, francetvinfo.fr, 7. Mai 2020, https://www.francetvinfo.fr/sante/maladie/coronavirus/coronavirus-un-premier-cas-de-covid-19-remontant-au-2-decembre-confirme-en-alsace_3952985.html 4 https://www.iss.it/en/primo-piano/-/asset_publisher/o4oGR9qmvUz9/content/id/5422725 5 https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-schon-im-dezember-in-abwaessern-von-turin-und-mailand-gefunden-a-56c600b2-1802-4d68-9197-3901e13694c7 6 https://www.intelligentliving.co/oxford-study-covid-19-infected-half-uk-population/ 7 „8 Personen werden aufgrund Online-Verbreitung von Falschinformationen zur ‚Wuhan-Virus-Lungenentzündung‘ strafrechtlich belangt“, Xinhua, 1. Januar 2020, http://www.xinhuanet.com/legal/2020-01/01/c_1125412773.htm, übers. mit DeepL.com. 8 „Novel Coronavirus(2019-nCoV) SITUATION REPORT-1: Data as reported by: 20 January 2020“, (PDF) WHO, 21. Januar 2020, https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200121-sitrep-1-2019-ncov.pdf; Lily Kuo: „China confirms human-to-human transmission of coronavirus“, The Guardian, 21. Januar 2020, https://www.theguardian.com/world/2020/jan/20/coronavirus-spreads-to-beijing-as-china-confirms-new-cases 9 https://www.scmp.com/news/china/society/article/3074991/coronavirus-chinas-first-confirmed-covid-19-case-traced-back 10 https://www.t-online.de/sport/id_87845122/militaer-weltspiele-in-wuhan-ging-das-coronavirus-schon-ab-oktober-um-die-welt-.html 11 https://www.nbcnews.com/politics/national-security/report-says-cellphone-data-suggests-october-shutdown-wuhan-lab-experts-n1202716 12 https://www.documentcloud.org/documents/6884792-MACE-E-PAI-COVID-19-ANALYSIS-Redacted.html; s. beigefügte Bilder. 13 https://www.documentcloud.org/documents/6884792-MACE-E-PAI-COVID-19-ANALYSIS-Redacted.html; s. beigefügte Bilder. 14 Ein Entwurf der Studie ist seit Anfang Juni 2020 vom Preprint-Server der Uni Harvard abrufbar: http://nrs.harvard.edu/urn-3:HUL.InstRepos:42669767. Nach abgeschlossenem Peer Review soll sie in der Fachzeitschrift Nature Digital Medicine erscheinen. 15 „Coronavirus disease 2019 (COVID-19)“, (PDF) Situation Report WHO, 19. Februar 2020, https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200219-sitrep-30-covid-19.pdf 16 https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Frankreich Ausrisse NBC News, Satellitenaufnahmen Wuhan: Peak Prosperity; https://www.nbcnews.com/politics/national-security/report-says-cellphone-data-suggests-october-shutdown-wuhan-lab-experts-n1202716; https://www.documentcloud.org/documents/6884792-MACE-E-PAI-COVID-19-ANALYSIS-Redacted.html

  • Das Furin-Rätsel

    Mehrere Wissenschaftler überzeugte ein spezielles Enzym davon, dass SARS-CoV-2 gentechnisch manipuliert wurde. „Smoking Gun“ nennen Amerikaner einen ein­deutigen Hinweis auf den Täter: Gerade erst fiel der Schuss, der Gewehrlauf raucht noch. Verräterischen „Rauch“, der ein gentechnisches Scharf­machen des neuartigen Coronavirus anzeigt, erkennen mehrere Fachleute in einem Detail des Infektionsablaufs, das ihres Erachtens schwerlich auf natürlichem Weg entstanden sein kann. Einerlei, ob SARS-CoV-2 nun den Rachen, die Lunge oder irgendein anderes Organ befällt, seine trickreiche Vorgehensweise ist stets dieselbe: Mit einem bestimmten Abschnitt auf seinen Spike-Proteinen, der „Rezeptor-Bin­denden Domäne“ (RBD), heftet es sich an einen Rezeptor namens ACE2 auf der Oberfläche der Wirtszelle. Allein mit diesem Andockmanöver ist es aber nicht getan. Wie gelingt es dem Virus daraufhin, ins Zellinnere einzudrin­gen? Dazu ist es einzigartig ausgerüstet. Offenbar nutzt es ein spezielles Enzym seines Wirts: das Furin. Furin ist nicht nur in den Atemwegen reichlich vor­handen, im ganzen übrigen Körper kommt es ebenfalls vor. Auch andere gefährliche Viren wie HIV, Influenza, Dengue und Ebola erzwingen mit ihm den Zelleintritt. (SARS-CoV, der vergleichsweise kraftlose Pandemieaus­lö­ser 2002/03, verwendet hingegen andere Spaltungs­werkzeuge, die seltener und weniger wirksam sind.) Dieses Enzym schneidet die S2-Untereinheit des Spike-Proteins, nachdem es angedockt hat, an einer ganz be­stimm­ten Spaltstelle ab. Dabei legt es Fusionspeptide frei: kleine Aminosäureketten, die helfen, die Membran der Wirtszelle aufzubrechen, so dass die Virusmembran mit ihr verschmelzen kann. Jetzt kann das genetische Mate­rial des Eindringlings in die Zelle gelangen – woraufhin das Virus die Kontrolle über die molekulare Maschinerie des Wirts übernimmt, um sich zu repro­duzieren. (1) Etliche Wissenschaftler glauben, dass die Beteiligung von Furin erklären könnte, weshalb SARS-CoV-2 so erstaunlich leicht von Zelle zu Zelle, von Mensch zu Mensch, womöglich auch von Tier zu Mensch springen kann. Robert Garry, ein Virologe an der Tulane Uni­versity von Louisiana in New Orleans, schätzt, dass das neuartige Coronavirus dadurch eine 100- bis 1000-fach größere Chance hat als sein SARS-CoV-Vorgänger, tief in die Lunge vorzudringen. „Als ich bemerkte, dass SARS-CoV-2 diese Spaltungsstelle aufweist, schlief ich in der darauffolgenden Nacht nicht sonderlich gut“, bekennt er. (2) Diese Spaltstelle trägt den Namen PPRA, sie besteht aus 12 Basenpaaren. In einem Übersichtsartikel zum aktuellen Forschungs­stand staunt selbst das renommierte Wissenschaftsmaga­zin Nature, „woher die genetischen Instruktionen für diese besondere Spaltstelle stammten. (…) Diese speziel­le Anordnung wurde bei keiner anderen Art von Corona­virus gefunden.“ (3) SARS-CoV-2 sei das einzige Corona­virus mit einer Furinspaltungsstelle. Nicht einmal ent­fernte Verwandte von CoV-2 weisen diese Besonderheit auf – sie ist „einzigartig in ihrer Familie. (…) Es ist unwahrscheinlich, dass (sie) sich aus MERS, HCoV-HKU1 usw. entwickelt hat.“ (4) Der US-Biochemiker Christopher Martenson (5) sieht hierin ein klares Indiz dafür, dass SARS-CoV-2 im Labor manipuliert worden sein muss. Einzelheiten erläutert er in einem Online-Video vom 4. Mai 2020. (6) Die Beweise, die Martenson vorlegt, findet der amerikanische Medizi­ner Dr. Joseph Mercola so „schlüssig, dass sie bestimmt auf Titelseiten auftauchen würden, wenn es noch unvoreingenommenen Journalismus gäbe“. (7) Martenson weist darauf hin, dass Furin im Gegensatz zu anderen proteinspaltenden Enzymen sehr spezifisch ist hinsichtlich der Stellen, an denen es schneidet. Taucht zudem Arginin an der zweiten oder dritten Stelle der Proteinsequenz auf, so klappt die Spaltung noch effizien­ter. Dies, so sagt Martenson, sei "der rauchende Colt", der beweist, dass SARS-CoV-2 ein Laborprodukt ist. Diesel­be Ansicht vertritt der russische Informatiker und Geneti­ker Yuri Deigin, ein früherer Mitarbeiter mehrerer Phar­ma- und BioTech-Firmen. (8) Wenn die bei SARS-CoV-2 vorhandene Furinspaltungsstelle "einzigartig in ihrer Fami­lie" ist und "sich wahrscheinlich nicht weiterent­wickelt hat“, dann muss das Virus irgendwo auf seinem Entwicklungsweg modifiziert worden sein. Wenn ein Virus mutiert, verändern sich einzelne Basen. Aber wie sollte in seinem Genom auf einmal eine völlig neue, feste Sequenz von 12 Basenpaaren auftauchen? Das wäre gera­de­zu magisch, und Virologen neigen nicht zu Anleihen bei der Esoterik. „Ganze Inserts“, stellt Martenson fest, „sind nicht Teil des natürlichen Mutationswegs“. Es gibt kein Coronavirus, das ähnlich genug wäre, dass SARS-CoV-2 daraus entstanden oder mutiert sein könnte. Dieses Element dürfte gentechnisch eingebaut worden sein. Denselben Verdacht hegt eine sechsköpfige französisch-kanadische Forschergruppe der Universitäten Marseille und Montreal. Wie sie in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift Antiviral Research (Nr. 16/2020) bekannt gibt, habe sie „im Spike-Protein des 2019-nCoV eine eigentümliche furinartige Spaltstelle identifiziert, die den anderen SARS-ähnlichen CoVs fehlt“. Für diese Beson­derheit sei keine virale Abstammungslinie bekannt. Mit anderen Worten: Sie dürfte nicht natürlich entstanden sein, sondern wurde konstruiert. Ferner weisen die Auto­ren der Studie darauf hin, das Virus enthalte seltsamer­weise auch Elemente von MERS: "Vor der Entstehung des 2019-nCoV wurde dieses wichtige Merkmal nirgend­wo beobachtet.“ (9) Solche künstlichen Inserts sind im übrigen alles andere als originell. Martenson zitiert mehrere Studien, aus denen hervorgeht: Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten seit langem daran, Spaltstellen einzufügen, um Koronaviren virulenter zu machen. Es steht außer Frage, dass sie ohne weiteres imstande wären, das Genom von SARS-CoV-2 entsprechend zurechtzubasteln – in Wu­han, aber auch anderswo. Dass „Gentechnik irgendwann in der Geschichte dieses Virus beteiligt gewesen sein könnte", glaubt auch Stuart Newman, Professor für Zellbiologie und Anatomie am New Yorker Medical College und Chefredakteur der Fachzeitschrift Biological Theory. „Die Hauptunterschie­de“ zwischen SARS-CoV-2 und zuvor identifizierten Coronaviren „liegen in Regionen des Spike-Proteins, die zwei Jahrzehnte lang Gegenstand gentechnischer Exper­imente in Labors auf der ganzen Welt waren, haupt­säch­lich in den USA und China.“ (10) Wie Biolabore Corona­viren gentechnisch zur Furin-Enzymspaltung befähigt haben, um sie in potentere Krankmacher zu verwandeln, wird in zahlreichen Studienberichten beschrieben, zum Beispiel bereits im Jahre 2006 von Wissenschaftlern des Montana Biotechnology Center der Universität Missou­la. (11) Niemand müsste dies besser wissen als Christian Dro­sten, das virologische Chef-Orakel der Nation. Warum schweigt er hierzu? Wieso stand für ihn vom ersten Pandemietag an fest: Dieses neue Coronavirus kann ganz bestimmt nur natürlich entstanden sein, großes Ehren­wort? Was erwidert er Martenson, Deigin, Newman? Diese Viererrunde wäre eine, für die ich nach langer Zeit wieder einmal den Fernseher einschalten würde. Doch welches „Leitmedium“ sendet so etwas noch? (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 6. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 12 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 Den genauen Ablauf schildern Infektionsbiologen des Deutschen Primatenzentrums im Fachjournal Molecular Cell in der Ausgabe vom Mai 2020: https://www.cell.com/molecular-cell/pdf/S1097-2765(20)30264-1.pdf?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS1097276520302641%3Fshowall%3Dtrue 2 Zit. nach Nature, 4.5.2020: „Profile of a killer: the complex biology powering the coronavirus pandemic“, https://www.nature.com/articles/d41586-020-01315-7 3 https://www.nature.com/articles/d41586-020-01315-7#ref-CR13) Auch chinesische Forscher weisen auf diese Anomalie hin: (Canrong Wu u.a.: „Furin, a potential therapeutic target for COVID-19“, 23.2.2020, http://chinaxiv.org/abs/202002.00062; ChinaXiv, DOI: 10.12074/202002.00062 4 http://chinaxiv.org/abs/202002.00062, PDF S. 6. 5 https://es.wikipedia.org/wiki/Christopher_Martenson 6 https://www.peakprosperity.com/covid-19-a-result-of-lab-manipulation-suspicions-grow/, https://youtu.be/eD3ztjqYGbg 7 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/19/smoking-gun-proving-sars-cov-2-was-lab-created.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1ReadMore&cid=20200519Z1&et_cid=DM540618&et_rid=875201260 8 https://medium.com/@yurideigin/lab-made-cov2-genealogy-through-the-lens-of-gain-of-function-research-f96dd7413748 9 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0166354220300528 10 https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19387-another-expert-challenges-assertions-sars-cov-2-was-not-genetically-engineered 11 Kathryn Follis u.a.: „Furin Cleavage of the SARS Coronavirus Spike Glycoprotein Enhances Cell-Cell Fusion but Does Not Affect Virion Entry“, Virology 350 (2) 2006, S. 358-369, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16519916/, PMID: 16519916, PMCID: PMC7111780, DOI: 10.1016/j.virol.2006.02.003.

  • Verräterisches Eiweiß

    In der Gensequenz des Wuhan-Virus fand ein Experte, der sich hinter dem Pseudonym "Himalaya Falke" verbirgt, eine weitere verdächtige Komponente: das E-Protein. Das Virus, mit dem der Covid-19-Erreger angeblich einen natürlichen Vorfahren teilt – RaTG13 -, existiert ver­mutlich überhaupt nicht. Wie in den Folgen 9 und 10 dieser Artikelserie erläutert: Die Gensequenz von RaTG13 könnten die Hauptverdächtigen fabriziert haben, um sich zu entlasten. So lautet der Vor­wurf von „Falke“, einem anonymen Experten, der mit den Aktivitäten des Wuhan-Instituts für Virologie an­scheinend vertraut ist wie kein zweiter Außenstehender. Es könnte sich um einen chinesischen Wissen­schaftler handeln, der mit Chinas "Batwoman" Shi Zhengli eine Zeitlang eng zusammengearbeitet hat. Als wahrscheinlichste „Eltern“ des neuartigen Corona­virus identifiziert Falke ZC45 und ZXC21; die vorliegen­de Fachliteratur beschreibt sie umfassend. Genetisch stehen sie einander äußerst nahe: Ihre Sequenzen stim­men zu 97 % überein. Kaum hatte „Falke“ ins Netz gestellt, was er entdeckt hatte (1), da reagierten nicht nur Akklamateure und Kopf­schüttler. Vereinzelt nahmen auch Leser Kontakt zu ihm auf, bei denen es sich offenkundig ebenfalls um Fach­leute handelt. Seine Furcht vor Pekings langem Arm tei­len sie anscheinend, deshalb bevorzugen auch sie Pseu­donyme. Zu ihnen zählt „Viennah K. Erchus“. Er hat­te die Gensequenzen von SARS-CoV-2 und ZC45/ ZXC21 minutiös miteinander verglichen. Dabei stieß er auf eine weitere verdächtige Komponente, worauf er „Falke“ aufmerksam machte: das sogenannte „E-Pro­tein“. „E“ ist ein Eiweißbaustein der Hülle von Coronaviren. Mit Wirtsproteinen geht „E“ nur sehr begrenzt Wechsel­wirkungen ein. Daher steht es nicht unter evolutionärem Druck, sich an einen neuen Wirt anzupassen. Das macht E „tolerant gegenüber Mutationen“, wie Mikrobiologen sagen; das heißt, die entsprechende Gensequenz kann sich auf vielerlei Weise verändern, ohne dass dies die Funktionen von E beeinträchtigt. Darauf waren Forscher sowohl bei SARS als auch bei Fledermaus-Coronaviren bereits gestoßen. Auch zeigte sich, dass die Mutationsrate der „E“-Sequenz über verschiedene Arten von Corona­viren hinweg recht konstant bleibt. (Dazu passt, dass Virologen innerhalb von zwei Monaten nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie nicht weniger als vier Mutatio­nen im E-Protein von SARS-CoV-2 feststellen konnten, die offenkundig folgenlos blieben. Das Virus wurde daraufhin keineswegs weniger ansteckend und pathogen.) Vergleicht man aber das ursprüngliche SARS-CoV-2-Virus mit den Fledermausviren ZC45/ZXC21, so ist die Aminosäuresequenz des E-Proteins bei ihnen zu 100% (!) identisch – und dies, „obwohl sie in der Evolution deut­lich voneinander entfernt sind“, wie Falke betont. (Siehe Grafik.) Angesichts der hohen Mutationsrate, die SARS-CoV-2 wie alle Coronaviren kennzeichnet, und ange­sichts der Tatsache, dass Mutationen ja überall im Virus­genom auftreten können, auch in der E-Protein-Region, macht diese 100%-Quote biologisch keinen Sinn. Da muss jemand nachgeholfen haben. Für Falke, wie auch für seinen Informanten Erchus, steht fest: Dass SAS-CoV-2 in der S1-Region des Spike-Proteins - entscheidend für die menschliche Infektiosität – von seinen naheliegendsten Vorfahren erheblich ab­weicht, während es in einer weitaus weniger entscheiden­den Komponente wie dem E-Protein mit ihnen völlig übereinstimmt, kann nur einen Grund haben: Gene Edi­ting. Die Besonderheiten entstanden durch Manipulation – und mitnichten durch natürliche Mutation und Selek­tion in tierischen und menschlichen Wirten. SARS-CoV-2 dürfte aus ZC45 oder ZXC21 - oder beiden – kon­struiert worden sein, nicht aus dem angeblichen RaTG13. Was führte zur „Jahrhundert-Pandemie“? Womöglich wird uns darüber eine Jahrhundert-Lüge aufgetischt Nach außen hin gibt sich Shi Zhengli verantwortungs­bewusst – was denn sonst? Anfangs sei sie sehr besorgt gewesen, dass ihr Labor die Quelle des Covid-19-Erre­gers sei, so erklärte sie gegenüber dem Magazin Scient­ific American, das „China´s Batwoman“ als uner­schro­ckene, geniale Virenjägerin porträtiert. (2) "Sie erin­nert sie sich, dass sie dachte: ' Wenn Coronaviren die Schul­digen waren, könnten sie aus unserem Labor stam­men?' (…) Shi atmete erleichtert auf, als die Ergebnisse zurück­kamen: Keine der Sequenzen passte zu denen der Viren, die ihr Team aus Fledermaushöhlen entnommen hatte. ‚Das hat mich wirklich sehr erleichtert‘, sagt sie. ‚Ich hatte seit Tagen kein Auge zugetan.‘“ Das kaufte ihr zumindest Scientific American ohne weiteres ab und fei­er­te sie als Pionierin, die „in Fledermaushöhlen Dutzende von tödlichen SARS-ähnlichen Viren identifiziert“ habe, weshalb sie nun „warnt, dass da draußen noch viel mehr sind“. Könnten sie nicht eher „da drinnen“ sein – und erst hier tödlich werden? Eine Leugnung ist keine Widerlegung. Gleichgültig, ob RaTG13 echt oder gefälscht ist: Zur Verantwortung gezogen werden müssen Shi Zhengli und ihre Vorgesetz­ten auf jeden Fall. Falls RaTG13 echt ist, handelte Shi grob fahrlässig, weil sie ihre Entdeckung nicht sofort meldete. Der weltweite Kodex für ordnungsgemäßes wissenschaftliches Verhal­ten verpflichtete Shi darauf, im öffentlichen Interesse die Existenz von RaTG13 unverzüglich bekannt zu geben - und damit die Gesundheitsbehörden rund um den Globus darauf aufmerksam zu machen, dass bei diesem Fleder­mausvirus relativ wenige Mutationen ausreichen könn­ten, um es in ein Humanpathogen zu verwandeln und damit eine neue SARS-Pandemie auszulösen. Sollte Shi RaTG13 aber fabriziert haben, so wäre sie des wissenschaftlichen Betrugs schuldig. Ihr Motiv dazu läge auf der Hand: Es ging darum, die versehentliche Frei­setzung von SARS-CoV-2 aus ihrem Labor zu vertu­schen. Vom ersten Tag an dementierte Peking empört. Wie hätte Shi dem Regime widersprechen können? Macht Falkes Beweisführung nicht klar, wie dringend es einer glaubwürdigen, unabhängigen internationalen Unter­suchung bedarf? Es gilt brennende Fragen zu klä­ren: Woher stammt SARS-CoV-2? Welche Rolle spielten dabei Shi Zhengli, die chinesische Regierung und jene US-amerikanischen Einrichtungen, welche die Virus­forschung am Wuhan-Institut mitfinanziert haben, einschließlich der National Institutes of Health und der EcoHealth Alliance? Wie vertrauenswürdig ist „Falke“ selbst? Können wir einen anscheinenden Experten ernst nehmen, der sich hinter einem Pseudonym versteckt? Gehört zu seriöser Wissenschaft nicht volle Transparenz? Durchaus. Ande­rer­seits hat „Falke“ Nachsicht verdient. Dass er Teile seiner Blog-Site in Chinesisch verfasst hat, deutet darauf hin, dass er ein chinesischer Staatsbürger ist. In seinem Artikel wirft er der Kommunistischen Partei Chinas nachdrücklich vor, für die Entstehung von SARS-CoV-2 verantwortlich zu sein und ein geheimes Biowaffen­programm zu verfolgen. Dass er sich und seine Familie schützen will, indem er anonym bleibt, ist ihm nachzusehen. Wenn das neuartige Coronavirus aus dem Labor stammt und von dort freigesetzt wurde, sei es versehentlich oder vorsätzlich: Was folgt daraus für künftige Pandemien? Wer ihnen vorbeugen will, samt all ihren verheerenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen, der muss alles dafür tun, dass mit derartiger Forschung un­verzüglich Schluss ist – auch wenn viele von Drostens Fach­kollegen dadurch ihren Lieblingsspielplatz verlören. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel hätte am 6. Juni 2020 bei Facebook erscheinen sollen, als Teil 11 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Doch Facebooks Zensur schlug zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://nerdhaspower.weebly.com/ratg13-is-fake.html; https://spark.adobe.com/page/7BVPjWfEJgQYB/ 2 Scientific American: "How China's 'Bat Woman' Hunted Down Viruses from SARS to the New Coronavirus", 11. März 2020, https://www.scientificamerican.com/article/how-chinas-bat-woman-hunted-down-viruses-from-sars-to-the-new-coronavirus1/, abgerufen am 18.5.2020.

  • Über Wuhan kreist ein Falke

    SARS-CoV-2 ist eine gentechnisch aufgemotzte Labor­schöpfung, behauptet ein Experte, der sich hinter dem Pseudonym "Falke" verbirgt - anscheinend aus Furcht vor Verfolgung. Bei dem Fledermaus-Corona­virus, aus dem es angeblich auf natürliche Weise entstanden sein soll – bekannt unter dem Kürzel RaTG13 -, handle es sich um eine dreiste Fälschung. Erfunden habe man sie im verzwei­fel­ten Bemühen, die Verantwort­lichen zu entlasten. Plausible Argumente dafür präsentiert ein Fach­mann in einem Artikel, den er am 12. Mai 2020 in seinem eige­­nen Blog Nerd Has Power veröffentlichte. Seine Identität will er nicht preisgeben, er nennt sich bloß „Hima­laya Hawk“ (Falke) und „Nobody Scientist“. Es könnte sich um einen chinesischen Wissenschaftler han­deln, der noch am Wuhan-Institut tätig ist oder es bis vor kurzem war. Er zitiert vertrauliche Mitteilungen von dortigen Labormitarbeitern. Womöglich wohnt er noch in seinem Heimatland und fürchtet dort um sein Leben; falls er sich ins Ausland absetzen konnte, dient sein Versteck­spiel vermutlich dazu, Angehörige nicht in Gefahr zu bringen. Für solche Befürchtungen hätte er beste Gründe. Wie die Machthaber in Peking mit Forschern verfahren, deren Veröffentlichungen ihnen nicht in den Kram passen, weiß und toleriert die Welt feige seit Jahrzehnten. Falkes Artikel ist anspruchsvoll, er setzt zumindest ein Grund­verständnis der Virenbiologie voraus. Erfreulicher­weise gibt sich der Verfasser aber reichlich Mühe, auch Laien mitzunehmen. Seine Beweisführung gliedert er klar, jeden Schritt erläutert er, verwendete Fachbegriffe definiert er. Für Kommentare und Anregungen von kriti­schen Lesern einer ersten Version war er offen, er berück­sichtigte sie in einer überarbeiteten zweiten Fas­sung. Ich empfehle dringend, seinen vollständigen Bei­trag zu lesen – notfalls mehr als einmal – und den Quel­len nachzugehen, auf die er verlinkt. (1) Die Mühsal lohnt sich: Wer Falkes Ausführungen nach­vollzieht, kennt die bislang überzeugendsten Hinweise darauf, dass der Covid-19-Erreger ein Laborkonstrukt ist. Ihm wird klar, dass ihn Virologen wie Drosten und Faktenchecker, die ihnen nachplappern, an der Nase herumführen. Und er ahnt, warum. Denn ergibt sich aus der ungeheuerlichen, mühsam vertuschten Wahrheit nicht die dringende Forderung, derartige Forschungen unver­züglich einzustellen - weltweit, nicht bloß in China? „Falke“ zufolge wurden die Fälschungen von Shi Zhengli vorgenommen, der Topwissenschaftlerin des Wuhan-In­sti­tuts für Virologie (WIV). Medien weltweit lobpreisen sie als heldenhafte Retterin des Planeten, die sich seit fast 20 Jahren unerschrocken in Lebensgefahr begibt, wenn sie sich in feuchten Höhlen voller Fledermauskot einem womöglich tödlichen Erregermix aussetzt – „im Wettlauf gegen die Zeit“, um potentielle Killerviren aufzuspüren, ehe sie über die Menschheit herfallen. (So inszenieren sie Scientic American und Spektrum der Wissenschaft. (2) Wo­mög­lich ist es eher die Menschheit, die sich „im Wett­lauf“ befindet, ohne es zu ahnen: Möge sie die Restzeit genießen, die ihr noch bleibt, bis Shis Virologenzunft das nächste gefährliche Virus zur perfekten biologischen Waffe umgebaut haben wird - und dann freisetzt, wenn auch bloß versehentlich. Das WIV liegt bloß 40 Autominuten von jenem Groß­markt für Fische, Meeresfrüchte und Wildtiere entfernt, der offiziell als Ausgangspunkt der Pandemie gilt. Medienvertreter verpassten Shi Zhengli, dem frau­gewordenen Aushängeschild des WIV, den Ehrentitel „Batwoman“, weil ihr keine feuchte Höhle voller Pisse und Kot zu abgelegen ist, um darin Fledermausviren aus der Wildnis zu sammeln. Mit diesen betreibt sie, wie Aber­tausende von Fachkollegen in über 400 Biolaboren weltweit, sogenannte „Gain-of-Function“-Forschung („Funk­tionsgewinn“): Sie versucht, Viren „virulenter“ zu machen, d.h. ansteckender – beispielsweise auf das Ziel hin, dass sie sich leichter über die Luft übertragen, besser an verschiedene Arten von Wirten angepasst sind, kran­ker machen, rascher und zahlreicher töten. Solche Aktivi­täten könnten bezwecken, Biowaffen zu entwickeln. Sie könnten aber auch darauf aus sein – und damit werden sie seit eh und je gebetsmühlenhaft gerechtfertigt -, Grund­lagenforschung über das Virusverhalten zu be­trei­ben; tierische Erreger zu identifizieren, die das Potenzial haben, sich auf den Menschen zu übertragen; antivirale Impfstoffe und Therapeutika zu entwickeln; somit für künftige Epidemien gewappnet zu sein. Seit Jahrzehnten kritisieren besorgte Wissenschaftler solche Aktivitäten heftig, weil sie mit irrwitzigen Risiken für die öffentliche Gesundheit verbunden sind. Im Gegenzug bringen sie wenig bis gar keinen Nutzen, wie sich in der Corona-Krise soeben ein weiteres Mal zeigt. Alle Publikationen, die gegen eine Laborherkunft von SARS-CoV-2 sprechen, stützen sich auf einen einzigen Beweis: die Gensequenz eines angeblich natürlichen Fle­dermaus-Coronavirus namens RaTG13. Tatsächlich sieht RaTG13 auf den ersten Blick so aus wie ein enger Ver­wandter von SARS-CoV-2: Über die gesamte Sequenz ihres Genoms sind die beiden Viren zu 96 % identisch. Falls es sich bei RaTG13 tatsächlich um ein natürliches Virus handelt, dann stammt SARS-CoV-2 höchstwahr­scheinlich ebenfalls aus der Natur; beide dürften dann einen gemeinsamen Vorfahren aus jüngster Zeit haben. SARS-CoV-2 wäre demnach entstanden, indem RaTG13 in tierischen und/oder menschlichen Wirten zufällig mutierte. (Davon geht die Kristensen-Gruppe aus, deren angeblich schlagender, endgültiger „Widerlegung“ der Laborkonstrukt-Vermutung wir den gestrigen Beitrag gewidmet haben.) Aber das RaTG13-Virus ist höchstwahrscheinlich nicht echt. Von Shi abgesehen, kann sich niemand erinnern, es je zu Gesicht bekommen zu haben – kein Drosten, kein sonstiger Virologe außerhalb von Wuhan. Es existiert nicht als „lebende“ Probe, sondern allein als eine Buch­stabenfolge in einem Computer des Wuhan-Instituts für Virologie. Von dort aus wurde sie erst am 27. Januar 2020 (!), Nachdem Covid-19 ausgebrochen war, in eine öffentlich zugängliche Datenbank hochgela­den. Falke ist fest davon überzeugt: Dieser einzige Beweis dafür, dass es RaTG13 überhaupt gibt, ist ein Fake. Als Hauptver­däch­ti­ge macht er Shi Zhengli aus. Und er wirft eine Reihe von Fragen auf, die reichlich Anlass geben, sein Misstrauen zu teilen. Wuhans Topvirologin unter Fälschungsverdacht Falls RaTG13 tatsächlich ein natürliches Fledermaus-Coronavirus wäre, das Shi Zhengli 2013 in freier Wild­bahn entdeckte, wie sie behauptet: Warum hat sie sich angesichts seines beängstigend hohen Potenzials, Men­schen zu infizieren, damals nicht beeilt, seine Sequenz in einer angesehenen Zeitschrift zu veröffentli­chen? Erst am 3. Februar 2020 (!), als Gerüchte über den mögli­chen Laborursprung der Pandemie immer lauter wurden, veröffentlichte Shi eine Arbeit im Wissenschaftsmagazin Nature, die stutzig macht. (3) Darin verglich sie die so­eben ermittelte Sequenz von SARS-CoV-2 mit denen anderer Coronaviren, um einen Evolutionspfad des neuartigen Erregers aufzuzeigen. In dieser Publikation berichtete Shi plötzlich, wie aus dem Nichts, erstmals über das Fledermaus-Coronavirus RaTG13. Gefunden habe sie es schon im Jahr 2013 in der Provinz Yunnan. „Glaubwürdigen Quellen zufolge“, so berichtet Falke, „hat Shi gegenüber mehreren Personen in ihrem Umfeld zugegeben, dass sie kein Exemplar von RaTG13 mehr besitzt.“ Mit anderen Worten: Shi ist außerstande, einen physischen Beweis für seine Existenz vorzulegen. Was sie anbietet, ist lediglich die Information über seine Sequenz, die aus nichts weiter besteht als einer Abfolge von Buchstaben, die zwischen A, T, G und C wechseln: den Kürzeln der Nukleotide Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin, der Bausteine von Nukleinsäuren im RNA-Strang. Lässt sich eine solche Virensequenz fabrizieren? „Einfacher geht es nicht“, sagt Falke. „Man braucht weni­­ger als einen Tag, um eine Abfolge von knapp 30.000 Buchstaben in eine Word-Datei zu tippen. Noch tausendmal einfacher wird das, wenn man bereits über eine Vorlage verfügt, die zu etwa 96 % identisch ist mit der Sequenz, die man zu erstellen versucht. Sobald das Eintippen beendet ist, kann man sie in die öffentliche Datenbank hochladen.“ Aber solche Uploads werden doch sicherlich sorgfältigst kontrolliert, oder? „Entgegen der allgemeinen Auffas­sung verfügen die Datenbankbetreiber nicht wirklich über eine Möglichkeit, zu validieren, ob die übermittelte Sequenz authentisch und korrekt ist“, stellt Falke klar. „Sie verlassen sich ganz und gar auf die Ehrlichkeit und das Gewissen des Wissenschaftlers. Sobald Sequenz­daten hochgeladen und freigegeben sind, werden sie öffentlich und können von der Fachwelt legitim als Quel­le verwendet werden.“ Falls Shi RaTG13 tatsächlich bereits im Jahre 2013 entdeckt hätte: Weshalb informierte sie die Fachwelt darüber nicht umgehend? Immerhin hatte sie dies im selben Jahr im Magazin Nature mit zwei anderen Fle­der­maus-Coronaviren getan, Rs3367 und SHC014, deren Genom dem SARS-Virus in einer entscheidenden Regi­on, der „Rezeptor-Bindungsdomäne“, beträchtlich äh­nelt. (4) In den Folgejahren machte Shis Team Funde weite­rer Fledermaus-Coronaviren publik, welche diese ent­schei­denden Sequenzmerkmale aufweisen. (5) Warum war­tete Shi dann ausgerechnet mit der Veröffentlichung der Sequenz von RaTG13 sieben Jahre lang, bis Ende Januar 2020, als die öffentliche Debatte über den mögli­chen Laborursprung von SARS-CoV-2 einsetzte? Für Falke liegt des Rätsels peinliche Lösung auf der Hand: Als sich die Spekulationen häuften und das WIV zum Hauptverdächtigen wurde, bemühte sich Shi darum, eine Art "Beweis" dafür beizubringen, dass das Virus natürlich entstanden ist und somit nichts mit ihrem Labor zu tun hat. Dieser "Beweis" bestand aus der fabrizierten Sequenz von RaTG13. Aber wieso behaupten Shi und ihre Mitarbeiter dann, sie hätten RaTG13 bereits 2013 entdeckt, nicht erst vor kurzem? Dafür könnten sie zwei Gründe haben. Zum einen wollen sie unangenehme Fragen darüber vermei­den, warum keine lebende Probe von RaTG13 verfügbar ist, anhand derer die Fachwelt seine tatsächliche Existenz bestätigen könnte. 2013 ist halt ziemlich lange her, da kann schon mal was verlorengehen. Zum anderen muss der Zeitraum groß genug gewählt sein, damit RaTG13 plausibel einen Mutationsprozess durchlaufen und sich in SARS-CoV-2 verwandeln konnte. Andernfalls wäre die Hypothese des "natürlichen Ursprungs" der Covid-19-Epi­demie erst recht suspekt gewesen. Dass sich Shi Zhengli sieben Jahre Zeit dafür ließ, die Sequenz von RaTG13 zu veröffentlichen, findet Falke gelinde gesagt merkwürdig, ja höchst verdächtig. Was sie angeblich bereits 2013 entdeckt hatte, war immerhin ein neuartiger Erreger, der SARS sehr stark ähnelte und offenkundig das Potential hatte, Menschen zu infizieren. Wieso verschwieg sie diese höchst bedeutsame Erkennt­nis, während sie weitaus weniger interessantere Fund­stücke ruckzuck die Bühne der Fachwelt betreten ließ? „Das ergibt keinen Sinn“, sagt Falke. Einer solchen Publi­ka­tion hätte die Forschergemeinschaft eine immense Bedeutung für die öffentliche Gesundheit bescheinigt, sie vielleicht sogar eines Nobelpreises für würdig befun­den. Falls RaTG13 real ist, dann war Shi Zhengli 2013 eine Entdeckung von enormer Tragweite gelungen, die norma­ler­weise kein Wissenschaftler jahrelang unter Verschluss halten würde. Nein, vielmehr treibt den typi­schen Forscher ein brennender Ehrgeiz, als Erster eine neue Entdeckung zu verkünden, um sich in der Anerken­nung und dem Ruhm zu sonnen, die sie mit sich bringt, und den künftigen Zufluss von Forschungsgeldern sicher­zustellen - es sei denn, die Geheimhaltung wurde an­geord­net, weil man vorhatte, RaTG13 auf eine Art und Weise zu verwenden, die nicht offengelegt werden konn­te: zum Beispiel als Grundlage für die Entwicklung einer Biowaffe. Was hat es mit „4991“ auf sich? Wohl auf dieselbe sonderbare Fährte wie „Falke“ stieß der amerikanische Molekularbiologe und Virologe Jona­than Latham, Mitbegründer und Leiter des „Bioscience Resource­ Project“, einer gemeinnützigen Einrichtung für Gesundheitsforschung in Ithaca, New York. Auch ihm fielen Ungereimtheiten auf, über die er Anfang Juni 2020 in dem von ihm herausgegebenen Online-Magazin Inde­pen­dent Science News berichtete. (6) Nachdem das neuartige Coronavirus öffentlich Aufsehen zu erregen begann, verfolgte Latham verwundert mit, wie Shi Zhengli in hektischer Abfolge binnen weniger Tage drei Artikel in Fachzeitschriften publizierte. Im ersten legte sie die Sequenz von SARS-CoV-2 offen. Im zweiten Text stellte sie unvermittelt „BTCoV/4991“ als nächsten Verwandten des neuartigen Coronavirus vor. Er stamme aus einer Probe, die sie im Jahre 2013 Fleder­mäusen in einem Minenschacht entnommen habe. Dort hätten sich Arbeiter offenbar eine Infektion zugezogen. Kurz darauf seien sie an einer Lungenentzündung gestorben. Nach dem Ausbruch von Covid-19 habe sie jenes Virus neu sequenziert. Allerdings veröffentlichte Shi nicht das gesamte Genom von 4991, sondern bloß eine Teilsequenz, bestehend aus 370 Basenpaaren. Mit SARS-CoV-2 stimmte diese zu 98,7 % überein. Shis dritter Artikel lieferte eine hochkomplexe phylo­genetische Analyse von SARS-CoV-2. Wieso, staunt Latham ebenso wie „Falke“, erwähnen der erste und der dritte Artikel mit keinem Wort, dass das Wuhan-Institut den mutmaßlich engsten natürlichen Verwandten und naheliegendsten Vorfahren von SARS-CoV-2 seit sieben Jahren in einem Gefrierschrank aufbewahrt? Warum tat Shi dies der Fachwelt erst jetzt kund? Und warum benannte sie das angebliche „4991“-Virus von 2013 nun in RaTG13 um, nachdem sie es neu sequenziert hatte – obwohl die alte Sequenz der neuen zu 100 % entsprach? All dies deutet in Lathams Augen „darauf hin, dass da etwas vertuscht werden soll – auch wenn wir nicht wissen, was.“ (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 4. Juni 2020 bei Facebook, als Teil 9 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://nerdhaspower.weebly.com/ratg13-is-fake.html; https://spark.adobe.com/page/7BVPjWfEJgQYB/ 2 Siehe https://www.spektrum.de/news/die-frau-die-coronaviren-jagt/1713320. 3 Zhou P, Yang XL, Wang XG, Hu B, Zhang L, Zhang W, et al. „A pneumonia outbreak associated with a new coronavirus of probable bat origin“, Nature 579/2020, S. 270-273, https://www.nature.com/articles/s41586-020-2012-7; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32015507/ 4 https://www.nature.com/articles/nature12711 5 Zeng LP, Gao YT, Ge XY, Zhang Q, Peng C, Yang XL u.a.: „Bat Severe Acute Respiratory Syndrome-Like Coronavirus WIV1 Encodes an Extra Accessory Protein, ORFX, Involved in Modulation of the Host Immune Response“, Journal of Virology 90 (14) 2016, S. 6573-82, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27170748/, https://jvi.asm.org/content/90/14/6573; Hu B, Zeng LP, Yang XL, Ge XY, Zhang W, Li B u.a.: „Discovery of a rich gene pool of bat SARS-related coronaviruses provides new insights into the origin of SARS coronavirus“. PLoS Pathogens 13 (11) 2017:e1006698, https://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1006698, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29190287/ 6 https://www.independentsciencenews.org/health/the-case-is-building-that-covid-19-had-a-lab-origin/; zit. nach https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/06/21/coronavirus-lab-origin.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1HL&cid=20200621Z1&et_cid=DM573715&et_rid=899026577. Passagen, die Mercola aus einer früheren Version des Latham-Artikels zitiert, sind aus der aktuellen Fassung merkwürdigerweise verschwunden.

  • Spurlos.

    Noch ansteckender, noch pathogener, noch tödlicher: Viren lassen sich auch ohne Gentechnik „scharfmachen“ – so könnte SARS-CoV-2 in einem Labor in Wuhan entstanden sein. Nicht die geringste Spur von gentechnischen Eingriffen seien im Erbgut des Covid-19-Erre­gers festzustellen – also könne er unmöglich ein Laborkonstrukt sein. Das jedenfalls versichern uns Experten wie Christian Drosten, Journalisten verbreiten es unhinterfragt. Die unmissver­ständliche Botschaft an den misstrauischen Laien lautet: Halte endlich die Klappe, vergiss deine Verschwörungs­theorien, mach dich nicht lächerlich; du hast keine Ahnung, also wirf dich vor Fachleuten in den Staub. Ehe wir ehrfürchtig auf die Knie sinken, sollten wir auf Lernstoff zurückgreifen, der aus dem Bio-Unterricht unserer Schulzeit hoffentlich noch hängengeblieben ist. Zugegeben, selbst mit Abitur wäre Otto Normalversteher schwerlich imstande, ein virales Genom zu analysieren, geschweige denn irgendetwas Unnatürliches darin zu bemerken. Was viele von uns aus Pennälerzeiten aber durchaus in Erinnerung behalten haben dürften: Erbgut verändert sich nicht erst, wenn Menschen an ihm herum­basteln. Dies führt uns schnurstracks zu einem Hauptargument, das Dr. Michael Antoniou, Biochemiker und Molekular­genetiker vom altehrwürdigen King´s College in London, dem vielzitierten Andersen-Artikel in Nature Medicine entgegensetzt, um den es im vorherigen Beitrag ging. Anto­niou verweist darauf, dass sich neue, hochan­stecken­de und tödliche Mutanten durchaus völlig OHNE Gentechnik erzeugen lassen. Wie? 1. Man setzt Mikroorganismen bestimmten Chemikalien oder Bestrahlungen aus, die hohe Mutationsraten verursachen, und selektiert sie dann auf gewünschte Eigenschaften. 2. Man bringt verschiedenerlei Viren zusammen, um sie zur Rekombination anzuregen - d.h. dazu, untereinander Teile ihres Genoms auszutauschen -, woraus virulentere Arten ent­stehen können. 3. Man lässt das Virus eine Reihe von Gewebe­kulturen und Versuchstieren passieren. Letztere Methode - eine besonders gängige - trägt den umständlichen Namen "gerichtetes iteratives evolutio­näres Auswahlverfahren", kurz „GERICHTETE EVOLUTION“. Dabei züchtet man Viren beispiels­weise nacheinander in verschiedenen tierischen Gewe­ben: ein Vorgehensweise, die Impfstoffforscher routine­mäßig anwenden, um die Entwicklung eines Erregers zu beschleunigen. So wurden z.B. Fledermaus-Coronaviren, nach Entnahme aus dem Anus des Tiers, zunächst in Nieren­gewebe von Pangolinen (Schuppentieren) ver­mehrt, dann in Nierenzellen von Affen und Hirngewebe von Mäusen. „Dadurch lassen sich sechs Jahre Evolution auf wenige Tage verdichten – und sehr schnell extrem virale Formen des Virus schaffen“, erklärt der US-amerikanische Arzt Dr. Joseph Mercola. (1) Zunächst könnten Virologen auf diese Weise eine große Anzahl zufällig mutierter Fledermaus-Coronaviren erzeu­gen, mit vielerlei Versionen jenes Proteinelements, von dem abhängt, ob und wie gut das Virus an menschliche Zellen andocken kann: der „Rezeptor-Bindungsdomäne“ (RBD) seiner Spikes. Aus all diesen Varianten wählen sie dann diejenige RBD aus, die für die beste Bindung sorgt, also am ansteckendsten ist. Diese „Gerichtete Evolution“ ist in der Laborforschung gängige Praxis. Gegenüber „Gene Editing“, dem ziel­gerichteten Verändern von Erbgut, hat sie einen entschei­denden Vorteil: Sie erfordert nicht, die Struktur des Proteins und seinen Wirkmechanismus von vornherein genau zu kennen. Es genügt, unter zahlreichen Mutanten diejenigen zu identifizieren, die eine gewünschte Eigen­schaft aufweisen – etwa ein Enzym mit einer besonderen Reaktionsweise. Haben die Autoren des Nature Medi­cine-Artikels etwa noch nie von diesem Verfahren gehört? Eher scheint es so, als ob sie absichtlich darüber schweigen. Immerhin erhielt seine Erfinderin, die US-Bio­chemikerin Frances Arnold, dafür 2018 den Nobel­preis für Chemie. (2) Um auf diesen offenkundigen Lapsus hinzuweisen, wandte sich Dr. Antoniou an die Redaktion von Nature Medicine. Seine Stellungnahme zum Andersen-Beitrag trug den Titel: "SARS-CoV-2 könnte durch Labormani­pu­lation erzeugt worden sein". Doch das Magazin wie­ger­te sich, sie zu veröffentlichen – unter dem lächerli­chen Vorwand, dass sie „das Verständnis des Original­artikels weder fördert noch klärt". Ein wissenschaftliches Argument anzuführen, um Antonious Einwände zu wider­legen, erachtete die Redaktion offenbar für über­flüssig. (3) Ein weiteres biotechnisches Verfahren, das im manipu­lierten Genom keinerlei Eingriffsspuren hinterlässt, fand der US-Infektiologe Prof. Richard Ebright in einem Studienbericht des Wuhan-Instituts aus dem Jahr 2017 beschrieben. (4) Shi Zhengli und 15 weitere WIV-Kollegen berichten darin über ihre Arbeit an „drei neu identi­fizierten SARSr-CoVs mit unterschiedlichen S-Protein-Sequenzen“, die „alle in der Lage sind, humanes ACE2 als Rezeptor zu verwenden“. Dabei, so die Studien­autoren wörtlich, „verwendeten wir schimäre Viren, bei denen das WIV1-Rückgrat durch das S-Gen der neu identifizierten SARSr-CoVs ersetzt wurde“. Hierzu, so Prof. Ebright (5), setzten sie unter anderem die Methode der „NAHTLOSEN LIGATION“ ein. Sie ermöglicht es – daher der Name -, mehrere Gensequenzen miteinander zu verknüpfen, ohne „Narben“ zu hinterlassen. (Biotechni­ker sprechen auch von „Seamless Cloning“). (6) Auf eine dritte Möglichkeit, SARS-CoV-2 in einem Labor zu entwickeln – OHNE jeglichen Einsatz von Gen­technik - , weist Nikolai Petrovsky hin, ein Forscher am College of Medicine and Public Health der Flinders Univer­si­ty in Südaustralien: (7) Coronaviren lassen sich in Labor­schalen mit Zellen kultivieren, die den mensch­lichen ACE2-Rezeptor aufweisen. Im Laufe der Zeit wird das Virus spontan vielerlei genetische Mutationen durch­laufen. Die meisten werden nichts Auffälliges bewirken. Doch vereinzelt werden sie zu Anpassungen führen, die es dem Erreger ermöglichen, effizient an diese Rezep­toren zu binden – und diese Effizienz weiter erhöhen. „Solche Experimente führen schließlich zu einem Virus, das beim Menschen hochvirulent ist – und sich dabei sich so stark von dem ursprünglichen Fledermausvirus unterscheidet, dass es ihm kaum noch ähnelt", erklärt Petrovsky. "Da die Mutationen zufällig durch Selektion erworben werden, gibt es keine Signatur einer gentechni­schen Manipulation. Trotzdem handelt es sich immer noch eindeutig um ein Virus, das durch menschliche Eingriffe entstand.“ Mit ihm könnte sich ein WIV-Mitarbeiter infiziert haben, der daraufhin den nahe­gelegenen Tiermarkt besuchte, aber auch andere Orte der Stadt. (Dies würde erklären, warum sich bei drei der vier registrierten Erstinfizierten keinerlei Bezug zum Huanan-Markt feststellen ließ. (8) Oder kontaminierte Abfälle wurden schlampig entsorgt. Allerdings führt die Methode, die Petrovsky erwägt, nur vergleichsweise langsam zum Ziel. Sie zwingt zum Abwarten, bis die Natur die gewünschten Mutationen von alleine hervorgebracht hat. Da spart Gentechnik viel Zeit, denn sie beschleunigt den Prozess enorm: Mit ihr lässt sich rasch eine große Anzahl zufälliger Mutationen generieren, die man dann mittels „Gezielter Evolution“ für das gewünschte Ergebnis auswählen kann. Also ist Gentechnik bei weitem der effizienteste Weg, um neu­artige Krankmacher im Labor zu erzeugen. Die „10 Passagen bei Frettchen“ – sonderbares Déjà-vu Besonders gefährlich macht SARS-CoV-2 unter anderem sein besonderer Übertragungsweg. Dieses Virus verbrei­tet sich in erster Linie nicht über Kontakt, Schmier­in­fektion oder den Austausch von Körperflüssigkeiten, son­dern hauptsächlich über Aerosole: winzigste Schwebe­teilchen, kleiner als fünf bis zehn Mikrometer im Durch­messer. So erreicht es seine Wirte über die Luft, auch durch handelsübliche Gesichtsmasken hindurch, die viel zu grobmaschig sind, um es zurückzuhalten. Dies macht SARS-CoV-2 besonders ansteckend. Infi­zierte stoßen die Erreger, die sie mit sich herumtragen, nicht bloß mit größeren Tröpfchen beim Husten und Niesen aus, sondern entlassen sie in die Umgebung bereits mit dem feinen Luftstrom, der ihnen entweicht, wenn sie ausatmen, sprechen, lachen, singen, gähnen. In Innenräumen hält sich das Virus auf diese Weise bis zu mehreren Stunden in der Luft. Daran erweist sich, nebenbei bemerkt, der Irrsinn von staatlichen Quarantänemaßnahmen, die uns in Corona­zeiten wochenlang davon abhielten, an die frische Luft zu gehen, und in unser Zuhause einsperrten, mit Infizierten als Mithäftlingen. Und es erklärt viele merkwürdige Infektionsereignisse: So trafen sich am 18. März im US-Bundesstaat Washington 61 Menschen zu einer Chor­probe – ein einziger von ihnen war an Covid-19 erkrankt. Nach der Probe hatten sich 33 sicher infiziert, 20 weitere wahrscheinlich; drei mussten ins Krankenhaus eingelie­fert werden, zwei starben. (9) Zu Corona-Ausbrüchen, die weiterhin für Schlagzeilen sorgen, kommt es durchweg, wenn eine größere Ansammlung von Menschen längere Zeit in geschlossenen Räumen dieselbe Luft einatmet, sei es in Restaurants, wie im ostfriesischen Leer, sei es in Schlachthöfen wie in Groenlo nahe der deutsch-nieder­ländischen Grenze, sei es in Flüchtlingsheimen wie in Regensburg, sei es in einer Shisha-Bar wie soeben in Göttingen. Daher könnten sich unter 100 Gästen einer Kneipe oder Diskothek mehr Menschen anstecken als unter Tausenden, die an einer Demonstration teilnehmen, ein Straßenfest besuchen oder nebeneinander im Sport­stadion sitzen. Wer sich ein gutes Gedächtnis für Highlights der jüngeren Wissenschaftsgeschichte bewahrt hat, der stutzt beim Stichwort „Aerosole“ unwillkürlich. Ihm fallen die „10 Passagen bei Frettchen“ ein. Sie stehen für ein bez­eich­nendes Kapitel moderner Virenforschung – manche finden es glorreich, andere erschaudern dabei. Beige­tragen haben es 2011/12 der Virologe Ron Fouchier vom Erasmus Medical Center in Rotterdam sowie sein Fach­kollege Yoshihiro Kawaoka von der Universität Wiscon­sin. Beide forschten am Influenzavirus H5N1, dem Erreger der Vogelgrippe. Ihm setzten sie Frettchen aus. Dabei gelang es Fouchier und Kawaoka, die Mutations­rate des Virus deutlich zu erhöhen – nicht durch gen­technische Eingriffe, sondern mittels einer „SERIEL­LEN PASSAGE“: Wiederholt übertrugen sie das Virus von einem Tier auf ein anderes. Bloß fünf Mutationen, so zeigte sich, reichen aus, um H5N1 zu befähigen, sich auf dem Luftweg von einem Frettchen zum anderen zu über­tragen; dabei behält es seine Letalität bei, bleibt also genauso tödlich wie vorher. Nach der zehnten derartigen Passage verbreiteten sich die Viren „aviar“ - und befielen Frettchen in benachbarten Käfigen, die alsbald verendeten. (10) Auch in diesem Fall fanden keinerlei technische Manipu­la­tionen am Erbgut statt, die Signaturen hinterlassen konnten. Trotzdem ging es auch hier um einen gezielt herbeigeführten „Funktionsgewinn“: Ein ohnehin hoch­ansteckendes, pathogenes Virus sollte noch aggressiver werden, und dies haben die zwei Forscher mittels wiederholter Übertragung eindrucksvoll hingekriegt. Dass es auch im Wuhan-Institut seit langem darum ging, Coronaviren noch „virulenter“ zu machen, steht außer Frage. Fouchiers und Kawaokas Vorgehensweise nach­zuahmen, um Coronaviren unauffällig auf aerogene An­steckung zu trimmen, lag dann nahe. Wozu das Versteckspiel? Warum geben sich die Meinungsführer der Virolo­genzunft allergrößte Mühe, jede Spekulation darüber, ob SARS-CoV-2 gentechnisch verändert worden sein könn­te, schroff zu unterbinden? Weshalb sollen politisch Ver­antwortliche, Medien, die breite Öffentlichkeit gar nicht erst auf die Idee kommen, das Virus sei unnatürlich entstanden? Was Virologen fürchten, ist eine Gegenreaktion der Pandemieopfer auf solche Forschungen. Wer möglichst viel „Freiheit der Wissenschaft“ will, um Viren im Labor nach Herzenslust untersuchen und manipulieren zu kön­nen, der wird alles dafür tun, dass seine Forschungs­arbeit nicht wegen Besorgnissen der Öffentlichkeit einge­schränkt wird. Zurecht befürchtet er, dass schon der Hauch eines ungeheuerlichen Verdachts, seinesgleichen habe eine weltweite Pandemie mit Hunderttausenden von Toten und einem wirtschaftlichen Billionenschaden zu verantworten, dem allgemeinen Ansehen der Biotech­nologie schaden, zu strengeren Regulierungen sowie zum Verlust von Fördermitteln und Arbeitsplätzen führen könnte. Falls die Vermutung, dass SARS-CoV-2 ein Labor­produkt ist, an Boden gewinnt und Regierungen, Behörden, Medien, Investoren verschreckt, so droht BioTech nicht bloß ein beispielloser Imageschaden, sondern auch ein finanzielles Deaster ohnegleichen, ähn­lich wie der Atomindustrie nach Tschernobyl und Fuku­shima. „Offenkundige Interessenkonflikte“ bei Wissenschaft­lern, welche die dringend erforderliche Debatte über die Herkunft des Virus blockieren, stellt der Biologe Jona­than J. Couey fest, Assistenzprofessor an der Universität von Pittsburgh. „Bei diesen Dementis handelt es sich nicht um echte wissenschaftliche Argumente, sondern um rhetorische Pseudo-Widerlegungen von Leuten, die aufs engste mit den Finanziers dieser Forschungsrichtung verbandelt sind.“ (11) Die behauptete Widerlegung von Verschwörungstheo­rien, die den Ursprung des Covid-19-Erregers betreffen, misslingt im übrigen noch aus einem weiteren, schier un­fassbaren Grund: Bei dem angeblich natürlichen engsten Verwandten von SARS-CoV-2, dem RaTG13-Fleder­maus­virus, dürfte es sich um eine dreiste Erfindung handeln. Außerhalb des Wuhan-Instituts hat kein Viro­loge es jemals zu Gesicht bekommen, auch Drosten nicht. Es existiert nämlich wohl bloß als Buchstaben­folge, die erst Anfang dieses Jahres, nach Ausbruch der Pandemie, von einem chinesischen Rechner aus in eine öffentliche Datenbank hochgeladen wurde – SIEBEN JAHRE NACH seiner angeblichen Entdeckung. Weit und breit gibt es keinen Beweis für seine Existenz, abgesehen von dieser genetischen Sequenz. Vieles spricht dafür, dass es sich um eine Fälschung handelt, unter Einsatz hoher krimineller Energie. Wozu? Um Spuren zu verwi­schen. Die Hauptverdächtige: Chinas „Batwoman“ Shi Zhengli, die gefeierte Spitzenforscherin des Virologi­schen Instituts in Wuhan. Dazu mehr im nächsten Kapitel. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 3. Juni 2020 bei Facebook, als Teil 8 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/12/shut-down-bioweapon-labs-prosecute-scientists.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1HL&cid=20200512Z1&et_cid=DM534061&et_rid=870087300 2 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtete_Evolution; https://en.wikipedia.org/wiki/Directed_evolution 3 https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19383-where-did-the-covid-19-virus-come-from 4 https://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1006698 5 https://twitter.com/R_H_Ebright/status/1261649950078836736 6 Siehe https://www.laborjournal.de/rubric/methoden/methoden/v213.php 7 https://www.livescience.com/coronavirus-wuhan-lab-complicated-origins.html 8 Siehe Lancet 24.1.2020, https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(20)30183-5.pdf 9 https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6919e6.htm 10 https://www.nature.com/news/second-mutant-flu-paper-published-1.10875; https://www.nature.com/news/the-risks-and-benefits-of-publishing-mutant-flu-studies-1.10138; Ron Fouchier: "Airborne Transmission of Influenza A/H5N1 Virus Between Ferrets", Science, Juni 2012; Kawaoka: „Experimental adaptation of an influenza H5 HA confers respiratory droplet transmission to a reassortant H5 HA/H1N1 virus in ferrets“, Nature 486, 2.5.2012, S. 420-428, https://www.nature.com/articles/nature10831 11 https://www.washingtontimes.com/news/2020/may/21/australian-researchers-see-virus-design-manipulati/

  • Zuviel versprochen.

    Hat dieser Professor „zweifelsfrei“ bewiesen, dass der Covid-19-Erreger unmöglich ein Kunstprodukt kann? Voreilig jubelten ihn Mainstream-Medien zum finalen Zerstörer der Laborhypothese hoch. 1 und 1 ist und bleibt 2, so viel steht fest. Ist genauso gewiss, dass der Covid-19-Erreger auf natür­liche Weise entstand? Das versuchen uns „Faktenchecker“ weiszu­machen: Jegliche Verschwö­rungs­theo­rien, die im neu­artigen Coronavirus ein Labor­produkt sehen, widerlegt angeblich eine neue wissen­schaftliche Studie. Ein für alle mal. „Studie“ – das klingt nach etwas empirisch Fundiertem, nach sauber erhobenen und ausgewerteten Daten, die Fachkollegen vor Veröffentlichung bewertet und gutge­heißen haben. Genau so brachten Massenmedien sie unters Volk. Damit betrieben sie Etikettenschwindel. Womit die Autoren für Schlagzeilen sorgen durften, war nicht etwa eine wissenschaftliche Originalpublikation – es handelte sich um einen sogenannten „Letter to the Editor“, der persönliche Ansichten darlegte. Am 17. März erschien dieses Glaubensbekenntnis im Fach­magazin Nature Medicine. (1) Ein fünfköpfiges For­scher­team aus den USA, Kanada und Großbritannien unter Leitung von Kristian Andersen, Professor für Immunologie und Mikrobiologie am Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien, verkündet darin, es habe törichten Spekulationen endgültig jegliche Grundlage entziehen können: „Unsere Analysen zeigen ZWEIFELS­FREI, dass SARS-CoV-2 kein Laborprodukt und kein gezielt manipuliertes Virus ist.“ Zweifelsfrei! Wissenschaft ist eine grundsätzlich fehlbare Angele­genheit. Niemals liefert sie finale Gewissheiten. Besten­falls bringt sie empirisch gut bestätigte Hypothesen hervor, die sich vorläufig bewähren, aber jederzeit an weiterer Erfahrung scheitern können. Allein schon die Versicherung, ein „zweifelsfreier“ Beweis sei gelungen, macht daher stutzig, sie wirkt unseriös. (2) Wie argumen­tiert die Studie? Wie von einem Virus, das eine globale Pandemie auslösen kann, nicht anders zu erwarten, gelingt es SARS-CoV-2 hervorragend, unsereins zu infizieren. Es weist eine „hohe Affinität“ auf, wie Virologen sagen – das heißt, es „bindet stark“. Wie kriegt es das hin? Es koppelt sich an ein bestimmtes Element der Membran­oberfläche menschlicher Zellen: an einen Rezeptor na­mens ACE2, eine Abkürzung für „Angiotensin-konver­tierendes Enzym“. ACE2 kommt in unseren Bronchien und Lungen vor, aber auch in Blutgefäßen, im Herz, dem Darm und Nieren. Zum Andocken setzt SARS-CoV-2 seine „Spikes“ ein: jene typischen nach außen ragenden Proteinstrukturen, mit denen die Hülle von Corona-Viren an eine gezackte Krone erinnert – daher ihr Name. Genauer gesagt: Darüber, ob und wie gut das Andockmanöver gelingt, entscheidet die sogenannte „Rezeptorbindende Domäne“ (RBD) dieser Spikes: So heißt der Bereich eines Proteins, der mit einem biochemisch passenden Rezeptor eine Bindung eingeht. Diese RBD muss eine ganz bestimmte Abfolge von Aminosäuren aufweisen, außerdem eine spezifische Faltung. Die Andersen-Gruppe behauptet nun: Die Wechselwirkung zwischen dem neuartigen Coronavirus und dem menschlichen ACE2-Rezeptor sei "nicht ideal" - dies hätten Computersimulationen ergeben. Die Spike-RBD von SARS-CoV-2 weiche von derjenigen ab, die für die Rezeptorbindung am besten geeignet wäre. Das ist harter Tobak. Das Andersen-Team behauptet also allen Ernstes: Allein durch Rechnermodelle, ohne ein einziges Experiment, habe es die "perfekte" Amino­säuresequenz der Spike-RBD für die Bindung an den ACE2-Rezeptor ermitteln können. Daraus folgert es: Würde jemand SARS-CoV genetisch optimieren, dann müsste er dazu die per Computersimulation vorher­gesagte RBD-Aminosäuresequenz verwenden. SARS-CoV-2 weiche davon jedoch ab. Somit stehe fest, dass keine Gentechnik im Spiel war: "Dies ist ein starker Beweis dafür, dass SARS-CoV-2 nicht das Produkt einer gezielten Manipulation ist.“ Kurz zusammengefasst argumentieren die Autoren also: SARS-CoV-2 wurde nicht absichtlich verändert. Denn hätte jemand dies versucht, so hätte er es anders kon­struiert – nämlich so, dass es das „ideale“ Design dafür aufweist, infektiös zu sein. Außerdem, so Andersen, hätte jemand, der SARS-CoV-2 absichtlich erzeugen will, von vornherein das Grund­gerüst (“backbone“) eines Corona-Verwandten verwen­det, der bekanntermaßen Menschen krank macht, bei­spiels­weise von MERS. Ein solches „Rückgrat“ fehle dem neuartigen Coronavirus aber. SARS-CoV-2 ähnle vielmehr sehr stark einem Wildtier-Virus, das bislang für Menschen harmlos war: einem Fledermaus-Coronavirus namens RaTG13. Die beiden seien zu über 96 % iden­tisch über die gesamte Sequenz des viralen Genoms. Da RaTG13 natürlich ist, stammt SARS-CoV-2 höchst­wahrscheinlich ebenfalls aus der Natur; beide müssen einen gemeinsamen Vorfahren aus jüngster Zeit haben. Somit, so Andersen, „zeigen genetische Daten unwiderlegbar (irrefutably), dass SARS-CoV-2 nicht von einem zuvor verwendeten Virus-Rückgrat abgeleitet ist“. (Anmerkung: Ob es sich bei RaTG13 wirklich um ein Natur­produkt handelt, darf bezweifelt werden – dazu mehr im Artikel „Über Wuhan kreist ein Falke“, Folge 9 dieser Serie.) Wie kann ein Forscher, ohne rot zu werden, allen Ernstes vorgeben, er sei zu „unwiderlegbaren“ Erkenntnissen ge­langt? Nicht nur Fachkollegen, auch Journalisten müsste solch apodiktisches Papsttum, der Gipfel unseriösen Gebarens und unter empirischen Wissenschaftlern ein absolutes Unding, sofort stutzig machen. Doch kein einziges Leitmedium störte sich daran. Jedes schrieb stattdessen Andersens Schlüsse blindlings ab, um sie als „wissenschaftliche Tatsachen“ unters Volk zu bringen. (3) „Eindeutig falsch“ und „widerlegt“ seien Verschwörungstheorien nunmehr, so verbreitet Focus. (4) Auch ein Herausgeber von Forbes, einem der ein­fluss­reichsten Wirtschaftsmagazine weltweit, sah jeglichen Laborleck-Verdacht aufgrund der Andersen-Studie als irrational „entlarvt“ an und spottete: „Es ist viel ein­facher, eine Luftblase durch den Hintern entweichen zu lassen als ein Virus aus einer BSL-4-Einrichtung.“ (5) CNN höhnte: Setzte etwa ein Unfall das Virus aus einem Labor frei „wie einen Geist aus der Flasche“? (6) Ist es nicht sonderbar, dass anscheinend keinem einzigen Andersen-Fan ein rätselhaftes Versäumnis auffiel? 30 Quel­len listet der Anhang des Studienberichts auf – eine jedoch, die entscheidendste, unterschlägt er: ausgerechnet jenen aufsehenerregenden Artikel von 2015, in dem Wuhans „Batwoman“ Shi Zhengli selbst ausführlich Gen­manipulationen an Fledermaus-Coronaviren zugibt, wie Andersen sie „zweifelsfrei“ ausschließt. (Ander­sen kennt Shis Arbeit übrigens durchaus; er zitiert einen anderen Artikel von ihr aus dem Jahre 2019, in dem sie SARS und MERS miteinander vergleicht. (7) Wie kann das sein? Dass eine Koryphäe wie Andersen Shis Publikation von 2015 nicht kennt, ist ungefähr so wahr­scheinlich wie die Wissenslücke eines Vogelkundlers, der noch nie von einer Amsel gehört hat. Also unter­schlägt Andersen diese Quellenangabe vorsätzlich. Wieso? Und musste sein Text nicht einen „Peer Review“ durchlaufen – eine eingehende Begutachtung durch ande­re Experten seines Fachgebiets -, ehe er veröffentlicht wurde? Kein einziger „Peer“ mo­nier­te die Auslassung? Gilt hier die ornithologische Sicht­schutzregel: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus? Andersen punktet mit dem Image seines Arbeitgebers: Das „Scripps Research Institute“ beschäftigt 2400 Wissen­schaftler – darunter vier Nobelpreisträger -, Tech­ni­ker, graduierte Studenten und weiteres Personal in über 200 Laboratorien; damit ist es die bedeutendste private Forschungseinrichtung für Biomedizin in den Vereinig­ten Staaten und eine der größten der Welt. Es hält fast 1100 Patente. (8) Nicht unerwähnt bleiben sollte aber, dass zu Scripps´ größten Geldgebern die „National Institutes of Mental Health“ (NIH) und deren „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ (NIAID) zählen – dieselbe Gesundheitsbehörde, die mit über sieben Mil­lio­nen Dollar die Gen-Basteleien des Wuhan-Instituts mitfinanziert hat. Würde SARS-CoV-2 aus dem dortigen Labor stammen, so träfe die NIH eine Mit­schuld, wenn nicht rechtlich, so zumindest moralisch. Eine „zweifels­freie“ Wider­legung dieses Verdachts kommt ihr deshalb bestimmt nicht ungelegen. Auf Scripps´ Sponsorenliste taucht ferner die Bill & Melinda Gates-Stiftung auf, das philanthropische Spiel­zeug des reichsten Impffetischisten der Welt. Natürlich liegt ihm daran, Vakzinforschung mit genetisch veränder­ten Erregern aus der Schusslinie zu nehmen. (9) Dieses Interesse teilt Andersens Arbeitgeber: Scripps Re­search ist gerade dabei, ein Biolabor der zweithöchsten Sicherheitsstufe BSL-3 einzurichten (10); es soll seinen über­aus einträglichen Arbeitsbereich Arzneimittel­ent­wick­­lung ergänzen – Scripps hat aktuell 25 Pharma-Neuheiten in der Pipeline, neun bereits zugelassene Medi­kamente „kommen Millionen Menschen in der ganzen Welt zugute“. (11) Wie könnten wir von der Belegschaft einer solchen Einrichtung auch nur die leiseste Andeutung eines Verdachts erwarten, ein Pan­demieauslöser sei womöglich einem Labor entsprungen? Es könnte ein Bumerang sein, der Scripps´ BSL-3-Pro­jekt zertrümmert, noch ehe die erste Wand gemauert ist. Grünes Licht für solche Wurfgeschosse sieht Andersens Arbeitsvertrag gewiss nicht vor. Wieso fand es kein Journalist der Recherche wert, dass einer der Autoren des Nature Medicine-Artikels Robert F. Garry heißt? Dieses Multitasking-Talent zählt zu den Mitbegründern von „Zalgen Labs“, einem 2011 gegrün­de­ten Biotechnologieunternehmen, das „Strategien gegen neu auftretende Viren entwickelt", wie er im obligatori­schen Artikelanhang zu „Conflicts of Interest“ angibt. (12) Was könnte den Geschäftsinteressen von Zalgen Labs schmerzlicher zuwiderlaufen als eine drastische Ver­schär­fung der Sicherheitsauflagen für Gentechnik und Virenforschung im Labor? Ist es nicht merkwürdig und mit journalistischer Standes­ethik unvereinbar, dass keine einzige Redaktion es für nötig hielt, abweichenden Expertenmeinungen nachzu­gehen, anstatt Andersens Schlüsse unverdaut weiter­zureichen? Hätte sich irgendein sogenanntes „Qualitätsmedium“ darum bemüht, so wäre es früher oder später auf Dr. Michael Antoniou gestoßen: einen angesehenen Bio­chemiker und Molekulargenetiker, der am altehrwürdi­gen King´s College in London die „Gene Expression & Therapy Group“ leitet. (13) Er erhebt Einspruch: Andersens Beweisführung berücksichtigt nämlich nicht, dass man­che ausgefeilten Laborsysteme imstande sind, auf der Suche nach möglichst hochaffinen RBD-Varianten einen zusätzlichen, ganz entscheidenden Faktor zu berück­sichtigen: nämlich die komplexe Umgebung, die dem Virus ein lebender Organismus bietet, mit einer unge­heuren Vielzahl von Einflussgrößen, die auf unberechen­bare Weise zusammenspielen. Anders als im Reagenz­glas sind die Zellen, die ein Virus in unserem Organis­mus antrifft, ja nicht isoliert, sondern eingebettet in ein bestimmtes äußeres Milieu. Zu diesem trägt die extra­zelluläre Flüssigkeit bei. Dazu zählt das Blutplasma, das zu 90 % aus Wasser besteht; es enthält Proteine, Elektro­lyte, Enzyme, Fette, Aminosäuren, Gerinnungsstoffe, Abbauprodukte des Stoffwechsels und weitere Substan­zen. Hinzu kommt die Lymphe, die weitgehend die glei­chen Bestandteile wie das Blutplasma aufweist, aller­dings in anderen Mengenverhältnissen. (Sie ist ärmer an gelösten Proteinen, aber reicher an Harnstoff und Lipi­den.) Dieses äußere Zellmilieu unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, und je nach Situation und gesund­heitlicher Verfassung, in vielerlei Hinsicht: etwa was Sauer­stoffgehalt, weitere Gase wie Stickstoff und Koh­len­­dioxid, enthaltene Nährstoffe, tausenderlei Enzy­me und sonstige biochemische Stoffe betrifft. Auch muss sich ein Virus in vitro nicht damit auseinandersetzen, wie unser Immunsystem ihm begegnet: etwa mit B-Zellen (Lymphozyten), mit T-Helfer- und –Killerzellen, mit Fress­zellen (Makrophagen), mit Antikörpern, mit dem körpereigenen Botenstoff Interferon. Wie diese Umgebung beschaffen ist, wirkt sich selbst­verständlich darauf aus, ob und wie gut das Spike-Protein den ACE2-Rezeptor menschlicher Zellen findet und an ihn bindet. Eine RBD, die mit Hilfe solcher realisti­scherer experimenteller Systeme ermittelt wird, wäre für die ACE2-Bindung genauso "ideal" oder sogar noch bes­ser als jede RBD, die ein bloßes Computermodell vorher­sagen könnte. Der entscheidende Punkt: Diese RBD würde höchstwahrscheinlich eine andere Amino­säure­sequenz aufweisen als abstrakt errechnet. Die Tat­sache, dass SARS-CoV-2 nicht die gleiche RBD-Struktur aufweist wie jene, die Andersens Computerprogramm prognostizierte, schließt also mitnichten aus, dass gen­technisch daran herumgeschraubt wurde. Aber könnte man in Computermodelle nicht auch Umgebungsfaktoren einbeziehen? Erstens: Fakt ist, dass Andersen dies erst gar nicht versuchte, nicht einmal ansatzweise. Zweitens: Hätte er sich darum bemüht, so wäre er rasch an grundsätzliche Grenzen gestoßen. Denn „es gibt einfach zu viele Variablen, die man in die Gleichung einbeziehen müsste“, erklärt Dr. Antoniou. Es gibt keine freischwebende „optimale Bindung“, unab­hängig von den jeweils besonderen äußeren Umstän­den, die ein Virus vorfindet und mit denen er zurecht­kommen muss. "Man darf durchaus Vertrauen in Compu­ter­programme setzen, aber sie sind bloß ein Anfang. Ob richtig ist, was sie vorhersagen, muss sich anschließend durch direktes Experimentieren in einem lebenden Orga­nismus erweisen. Dies ist bei Andersens Hypothese unterlassen worden. Somit bleibt sie unbewiesen.“ Anto­niou hält es für durchaus möglich, dass SARS-CoV-2 mit Hilfe eines Modells für lebende Organismen optimiert wurde, das es infektiöser macht, als jede Computer­simulation vorhersagen könnte. Kein Programm für Computermodelle ist besser als die Daten, mit denen Menschen es füttern. Sind die Daten unvollständig, so weiß keine Software von alleine, wie ein „ideales“ Virus unter realen Bedingungen beschaffen wäre. GMWatch - eine private US-Initiative, die gegen das Geschäft mit genmodifizierten Organismen ankämpft - vergleicht Andersens Analyse der Ursprünge von SARS-CoV-2 mit der polizeilichen Untersuchung eines frag­würdigen Todesfalls. War es Mord oder ein natürliches Ableben? Wäre Andersen ein Kriminalbeamter, so hätte er die Leiche in Augenschein genommen, dann am Com­pu­ter das Profil eines möglichen Mörders erstellt. Anschließend hätte er den Hauptverdächtigen entlassen, weil dieser nicht in dieses Profil passt, und wäre zu dem Schluss gelangt, dass der Tod auf natürliche Weise eintrat. (14) Im übrigen vermitteln die Autoren des Nature Medicine-Artikels den Eindruck, es gebe bloß EINE einzige Möglichkeit, am Genom herumzuwerkeln: Man nimmt ein bereits bekanntes Virus und verändert es dann so, dass es die gewünschten neuen Eigenschaften auf­weist. Einen solchen „alten Bekannten“ konnte die Andersen-Gruppe aber nicht ausfindig machen. Dagegen wendet Dr. Antoniou ein, wie auch der US-Mediziner Dr. Meryl Nass, ein Internist und Biowaffenexperte: (15) SARS-CoV-2 gentechnisch aus einem zuvor verwendeten Rückgrat eines anderen Virus zu erzeugen, ist keineswegs die einzige Möglichkeit, es im Labor zu erzeugen und infektiöser zu machen. Es gibt viele weitere Mittel und Wege, die keinerlei Spuren hinterlassen. Vor den siebziger Jahren, als sich Gentechnik immer weiter ver­breitete, „setzte man 'primitivere' Mittel ein, um Muta­tionen herbeizuführen“, so erläutert Dr. Nass. „Sie führ­ten zu biologischen Waffen, die getestet, gut beschrieben und in einigen Fällen auch eingesetzt wurden. Diese Methoden können zu Ergebnissen führen, denen die identifizierbare Signatur eines mikrobiellen Agens fehlt. Tatsächlich wäre es sogar wünschenswert, solche Agen­zien herzustellen – das erschwert den Nachweis, dass sie absichtlich in einem Labor entstanden.“ Um solche Verfahren, die keine verräterischen „Finger­abdrücke“ im genetischen Code hinterlassen, geht es im nächsten Kapitel. Wer von derartigen Methoden noch nie gehört hat, gibt die Suche nach den Verantwortlichen für die Pandemie 2020 voreilig auf – und lässt sich von Politikern, Journalisten und deren Lieblingsexperten weiter­hin ein X für ein U vormachen. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 2. Juni 2020 bei Facebook, als Teil 7 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.nature.com/articles/s41591-020-0820-9 2 https://www.businessinsider.de/wissenschaft/gesundheit/china-und-iran-streuen-das-coronavirus-sei-eine-biowaffe-aus-einem-militaerlabor-eine-wissenschaftliche-studie-widerlegt-diese-verschwoerungstheorie/ 3 Siehe z.B. https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/coronawatch/faktencheck-corona-labor-zuechtung-100.html; https://www.welt.de/wissenschaft/article207263819/Coronavirus-aus-dem-Labor-US-Militaer-will-das-nicht-ausschliessen.html; https://www.kleinezeitung.at/international/corona/5800255/Ein-Faktencheck_Kam-Coronavirus-aus-dem-Labor-Warum-das-nicht; https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/coronavirus-im-labor-gez%C3%BCchtet-warum-das-nicht-plausibel-ist/ar-BB12Cuj9 4 https://www.focus.de/gesundheit/news/verschwoerungstheorie-endgueltig-widerlegt-nicht-aus-dem-labor-forscher-beweisen-dass-sars-cov-2-natuerlich-entstanden-ist_id_11801624.html; https://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschaftsticker/virus-coronavirus-aus-dem-labor-warum-das-nicht-plausibel-ist_id_11881677.html 5 Bruce Y. Lee: „No, COVID-19 Coronavirus Was Not Bioengineered. Here’s The Research That Debunks That Idea“, https://www.forbes.com/sites/brucelee/2020/03/17/covid-19-coronavirus-did-not-come-from-a-lab-study-shows-natural-origins/#7bd72b7f3728, abgerufen am 18.5.2020. 6 Zit. nach https://www.independentsciencenews.org/health/the-long-history-of-accidental-laboratory-releases-of-potential-pandemic-pathogens/ 7 „Origin and evolution of pathogenic coronaviruses“, DOI: 10.1038/s41579-018-0118-9, https://www.nature.com/articles/s41579-018-0118-9 8 https://www.scripps.edu/about/index.html#employees 9 https://en.wikipedia.org/wiki/Scripps_Research#cite_note-ReferenceA-2 10 https://www.the-scientist.com/the-marketplace/biosero-collaborates-with-scripps-research-institute-to-automate-labscreening-for-covid-19-drug-therapy-candidates-67466 11 https://www.scripps.edu/about/facts-at-a-glance/ 12 https://www.zalgen.com/ 13 https://www.chelseagreen.com/writer/michael-antoniou/; https://www.kcl.ac.uk/lsm/research/divisions/gmm/departments/mmg/researchgroups/antonioulab/index 14 https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19403 15 https://anthraxvaccine.blogspot.com/2020/04/why-are-some-of-us-top-scientists.html; https://everipedia.org/wiki/lang_en/meryl-nass-md; https://ahrp.org/meryl-nass-m-d/ Foto Andersen im Titelbild: https://twitter.com/k_g_andersen?lang=fr

  • Chinas „Batwoman“

    Ist sie die Mutter des neuen Coronavirus: Shi Zhengli, Chefvirologin am Wuhan-Institut für Virologie? Vieles deutet zumindest auf eine Mittäterschaft hin. Der Thriller beginnt im Jahre 2011, in den abgelegenen Höhlen von Kunming in der südchinesischen Provinz Yunnan. In den tiefen, engen Gängen und Spalten des Felslabyrinths klettert und kriecht tagelang ein inter­nationales Forscherteam umher, bestehend aus einem Dutzend Mitarbeitern des Instituts für Virologie in Wuhan (1) – dem mutmaßlichen Ausgangs­punkt der gegen­wärtigen Pandemie -, US-amerikanischen und australi­schen Fachkollegen. Die Expedition leitet Shi Zhengli, die Top-Wissen­schaft­lerin des Wuhan-Instituts. In Fachkreisen gilt sie als „die“ Fledermausfrau, „Bat Woman“; sie hatte nachge­wie­sen, welche Erreger SARS hervorrufen. Coronaviren: das ist ihr Spezialgebiet, seit fast zwei Jahrzehnten spürt sie ihnen in südchinesischen Berg­regionen nach; die Datenbank PubMed listet 66 Veröf­fentlichungen von ihr über Coronaviren in angesehenen Fachzeitschriften auf. In Kunming wollen sie und ihre Kollegen Hufeisen-Fle­der­mäuse (Rhinolophus sinicus) einfangen. Dabei geht es ihnen weniger um die nacht­aktiven Flatterer selbst als um die Viren, die sie beher­bergen. Die Ausbeute kann sich sehen lassen: In 117 Kot- und Speichelproben stoßen die Virologen auf hunderterlei Arten von Coronaviren; die meisten erweisen sich als harmlos. Jedoch machen sie auch 27 bislang unbekannte Virenarten ausfindig, die dem bereits bekannten SARS-Typ ähneln. Am 30. Oktober 2013 berichten sie über ihre Funde im Wissenschaftsmagazin Nature. (2) Wie alle Viren der Corona-Familie, so weisen auch die neuentdeckten Mitglieder eine kugelförmige Hülle mit seltsamen Protein-Fortsätzen auf, sogenannten Spikes. Manche ver­gleichen sie mit den Zacken einer Krone, andere mit dem Strahlenkranz der Sonnenkorona – daher der Name. Gerade mal 60 bis 140 Nanometer (nm) groß sind diese Winzlinge. (1 Nanometer – vom griechischen Wort „na­nos“, Zwerg – ist der millionste Teil eines Millimeters. Zur Größe eines Fußballs verhält sich ein Nanopartikel ungefähr so wie ein Fußball zur Größe unseres Planeten Erde.) Mit diesen Fundstücken experimentieren Shi und ihre Fachkollegen in der Folgezeit ausgiebig herum. Sie iso­lieren die Viren, vermehren sie, geben sie in vielerlei Medien mit Zellen von Fledermäusen, Mäusen und Menschen, um festzustellen, wie sie sich verändern, um sich an einen neuen Wirt anzupassen. Und sie manipulieren ihr Erbgut. Was sie dabei Spannen­des zustande bringen, präsentieren sie am 9. November 2015 im Magazin Nature Medicine: (3) neuartige Fleder­mausviren „mit Wachstumspotential im Menschen“. Der Artikel lässt keinerlei Zweifel daran, dass es sich bei diesem Virus um ein gentechnisches Kunst­produkt handelt: „Wir erzeugten eine Chimäre, die sich aus einem modifizierten Ober­flächenprotein („spike“) des Fleder­maus-Coronavirus SHC014 und dem Rückgrat („back­bone“) eines SARS-Virus zusammensetzt.“ Im Laborversuch löst dieses Hybridvirus bei Mäusen Symptome aus, die einer Schweren Akuten Atem­wegs­erkrankung (SARS) gleichen. Genetisch ähnelt es jenem SARS-Typ, der 2002/03 für eine Pandemie gesorgt hatte, welche am Ende glimpflich ausging: Sie forderte seiner­zeit offiziell bloß 774 Todesopfer. Shis Kreatur gelingt es, menschliche Atemwegszellen direkt zu infizieren. Dabei nutzt sie ihre Spikes, um an einen entscheidenden Zellrezeptor anzudocken: ACE2. („ACE“ steht für „Angiotensin-konvertierendes Enzym“; es spielt eine wichtige Rolle dabei, den Blutdruck und den Körperwasser-Haushalt zu regulieren.) ACE2 kommt vor allem auf der Oberfläche der Innenwand (Endothel) von Lungen- und Bronchialgefäßen vor, aber auch in Adern, im Darm und den Nieren. (4) Fünf Jahre später verbreitet sich der Covid-19-Auslöser auf exakt diese Weise. Unter Fachleuten schrillten schon damals Alarmglocken. Kaum war Shis Artikel erschienen, da berichtete das Wis­sen­schaftsmagazin Nature am 12. November 2015 über die heftige Resonanz unter der Überschrift „Mani­puliertes Fledermausvirus regt Debatte über riskante Forschung an“. (5) Etliche Virologen, so das Wissen­schafts­magazin, „bezweifeln, dass die aus dem Experiment ge­won­nenen Informationen das potenzielle Risiko recht­fertigen.“ Nature zitiert Simon Wain-Hobson, einen nam­haften Virologen am Institut Pasteur in Paris. Er weist darauf hin, dass „die Forscher ein neuartiges Virus ge­schaffen haben, das in menschlichen Zellen bemer­kens­wert gut wächst. Wenn dieses Virus entwei­chen würde, könnte niemand vorhersagen, wie es sich ausbreitet.“ Wain-Hobson sollte recht behalten. Ausgerechnet eine Landsfrau von „Batwoman“ stieß soeben auf eines der stärksten Indizien dafür, dass es sich bei SARS-CoV-2 um ein im Labor manipuliertes Virus handeln muss: die Mikrobiologin Dr. Alina Chan. Pekings Zensur muss sie nicht fürchten, denn sie arbeitet weit weg vom Reich der Mitte: am renommierten Broad Institut in Cambridge, Massachusetts, einem biomedi­zinischen und Genforschungszentrum, das mit über hun­dert Einrichtungen in 40 Ländern zusammenarbeitet, unter anderem mit der Harvard University sowie dem Massuchusetts Institute of Technology (MIT). (In den 16 Jahren seit seiner Gründung 2004 brachte es das Broad Institut auf über 9700 Veröffentlichungen in Fach­zeitschriften.) (6) Gemeinsam mit der Bioinformatikerin Shing Hei Zhan verglich Chan die Entwicklungsgeschichten des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und jenes engen Verwandten SARS-CoV, der 2002/03 für eine Seuche gesorgt hatte. (7) Dazu lagen den beiden Wissenschaftlerinnen zum einen 11 Genome für SARS-CoV im Frühstadium bis zur Mit­te jener Epidemie vor. Zum anderen zogen sie 46 Geno­me für SARS-CoV-2 heran: „Wuhan-Ju-1“, eines der allerersten Isolate vom Dezember 2019, sowie jeweils 15 zufällig ausgewählte Genome aus den Monaten Januar, Februar und März 2020, die Infizierten aus verschie­de­nen Regionen entnommen worden waren. Zur Über­raschung des Forscherteams weisen die beiden Viren, auch wenn sie derselben Spezies angehören, eine völlig unterschiedliche Evolutionsdynamik auf: - SARS-CoV hatte sich in den ersten Monaten als genetisch enorm vielfältig erwiesen. Anfangs gelang es ihm nicht sonderlich gut, Menschen zu infizieren. Wie von einem natürlich entstandenen Krankheitserreger von vornherein zu erwarten, musste das Virus zunächst nach und nach mehrere Entwicklungsschritte von Mutation und Selektion durchlaufen, dank derer es sich allmählich immer besser auf Menschen übertrug. „Progressive Anpassung“ nennen Biologen diese Gesetz­mäßigkeit. - Ganz anders bei SARS-CoV-2, dem Seuchen­macher 2020: Hier konnte Dr. Chan „keinerlei Vorläufer oder Entwicklungszweige“ ausfindig machen, „die von einem weniger gut angepassten menschlichen SARS-CoV-2-ähnlichen Virus stam­men“. Es trat urplötzlich auf und blieb genetisch erstaunlich stabil. Von Anfang war es für unsereins hochinfektiös, schon optimal vor­bereitet darauf, den menschlichen Organismus zu befallen und krank zu machen, ohne dass es dazu vorher einem evolutionären Anpassungsdruck unterliegen musste. Seltsamerweise erklärte Dr. Chan am Ende ihres Papiers trotzdem, SARS-CoV-2 sei wohl „nicht gentechnisch mani­puliert“, obwohl ihre eigene Forschung eben dafür ein starkes Argument lieferte. Stand sie unter Druck „von oben“, nicht allzu deutlich zu werden? Verwundert wie­sen die Herausgeber von GMWatch, einem Infoportal zu genetisch veränderten Organismen (GMO), die Wissen­schaftlerin auf diesen offenkundigen Widerspruch hin: Hat sie denn nicht belegt, dass das Virus sehr wohl mittels „Gene Editing“ verändert worden sein könnte? Ja, „das ist richtig“, räumte Chan daraufhin ein. (8) Dazu passen brisante Erkenntnisse des australischen Biomediziners Nikolai Petrovsky, Professor am College of Medicine and Public Health an der Flinders University in Adelaide. In Computermodellen simulierte sein Team die Fähigkeit des Covid-19-Erregers, verschiedene Tiere sowie Menschen zu infizieren. (9) Unter anderem analy­sierte es die Spike-Protein-Bindung des Virus an Pango­line, Zibetkatzen, Mäuse, Hamster, Katzen, Hunde, Schlangen, Pferde, Tiger und Kühe – die heißesten Kann­di­daten für „Zwischenwirte“ - und auch Fledermäuse. Der Vergleich verblüffte die Forscher: Es zeigte sich eine „unübertroffene Fähigkeit“ des Virus, speziell an mensch­liche Zellen anzudocken. Demnach handelt es sich um einen „hochgradig an den Menschen angepassten Krankheitserreger“, der „in einzigartiger Weise darauf vor­be­reitet“ ist, ausgerechnet die Spezies Homo sapiens zu befallen und krank zu machen. Diese sonderbar extrem ausgeprägte Bindungsstärke, „zusammen mit der Tatsache, dass kein entsprechendes Virus in der Natur gefunden wurde, führt zu der Annahme, dass SARS-CoV-2 ein vom Menschen geschaffenes Virus ist", so erklärte Petrovsky am 21. Mai in der Washington Post. (10) Wer die ebenso gefeierten wie umstrittenen Fortschritte der Biotechnologie seit der Jahrtausendwende auch nur beiläufig mitverfolgt hat, den verwundern Chans und Petrovskys Entdeckungen nicht im geringsten. „Gene Editing“ an potentiellen Krankheitserregern findet rund um den Globus längst statt. Und weltweit beschränken sich Forscher keineswegs darauf, Bakterien und Viren zu sammeln, unters Mikroskop zu legen, ihre Strukturen und Funktionsweisen zu erkunden. Nein, sie verändern mög­li­che Pathogene aktiv, um sie zu „verbessern“. Sie provo­zieren und beschleunigen Mutationen; selektieren sie gezielt auf bestimmte Eigenschaften hin; machen sie infektiöser und tödlicher, basteln dazu an ihrer RNA herum, fügen neue Bausteine ein und entfernen bisherige, verschmelzen Genome von verschiedenen Erregern, syn­the­tisieren neue – überall, auch in China, nicht nur in Wuhan. Dabei gebären sie potentielle Killer wie bei­spiels­­weise ein über die Luft übertragbares Straußen-Virus H7N1, welches die Fallsterblichkeitsrate der „Spa­nischen Grippe“ um das 30-fache überböte, falls es jemals dem Labor entkäme. (11) Am 21. Juni 2013 veröffentlichte Science, eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Fachzeitschriften der Welt mit rund einer Million Lesern, ein Papier, das Seu­chen­schützer schon damals beunruhigte. Eingereicht hatte es die namhafte Tiervirologin Dr. Chen Hualan vom Institut für Veterinärforschung (HVRI), einer Einrichtung der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften in Harbin, Provinz Heilongjiang. (12) Darin nachzulesen gab es eine eher haarsträubende Erfolgsmeldung: Es sei gelungen, Hybridviren zu konstruieren, in welchen man das pathogene Vogelvirus H5N1 und das infektiöse Schweinevirus H1N1 so kombiniert habe, dass sie sich nun ohne weiteres auch über Atemtröpfchen in der Luft übertragen können – auf Meerschweinchen, auf Mäuse, auf andere Säugetiere. Zugleich habe die „Affinität“ die­ser Chimäre „für Atemwegsrezeptoren, wie sie im Men­schen vorkommen“, erheblich „verbessert“ werden können. (13) Glückwunsch. Lord May of Oxford, Wissenschaftsberater der britischen Regierung und ehemaliger Präsident der Royal Society, äußerte sich bestürzt über Hualans Aktivitäten: Seines Erachtens tragen solche grenzenlos fleißigen, von Skru­peln unbelasteten Forscher zum besseren Verständnis und zur Prävention von Pandemien in Wahrheit nichts bei. "Sie behaupten, sie täten dies, um die Entwicklung von Impfstoffen und dergleichen zu unterstützen. Tat­säch­lich liegt der wahre Grund darin, dass sie von blin­dem Ehrgeiz ohne jeglichen gesunden Menschen­verstand angetrieben werden. (…) Sie nehmen die Gefahr auf sich, eine Übertragung von Mensch zu Mensch von sehr gefährlichen Viren zu verursachen. Das ist erschreckend unverantwortlich.“ (14) Spaßbremsen wie Lord May gelang es allerdings noch nie, die Euphorie ums „Gene Editing“ dämpfen. Fach­kreise feiern sich lieber; Politiker, Investoren, Medien feiern mit. Im selben Jahr 2013 zählte Nature, das ein­flussreichste Wissenschaftsmagazin der Welt, Dr. Hualan zu den „Ten Scientific Figures of the Year“, nach wel­chen Kriterien auch immer. 2016 gewann sie den „L‘Oréal-UNESCO Award for Women in Science“, womit sie „für ihre Beiträge im Kampf gegen das Vogel­grippe-Virus“ geehrt wurde. Gegen oder zugun­sten? (15) „China feiert die Frau, die den Unterschied macht“, jubelte die KP-Zeitung China Daily. (16) Mit ähnlich abenteuerlichen Basteleien an Fledermaus-Coronaviren befasst sich „Batwoman“ in Wuhan seit über einem Jahrzehnt hingebungsvoll. Nein, das ist nicht Spekulation. Das ist keine Verschwörungstheorie. Es ist Fakt, schwarz auf weiß nachzulesen in Shi Zhenglis Forschungsbericht von 2015. Alle Faktenchecker dieser Welt sollten sich dort erst mal schlau machen, statt weiter nachzubeten, was ihre Lieblingsexperten ihnen vorsetzen. Aber selbst wenn Shis „Forschung“ in nichts weiter bestanden hätte, als Fledermaus-Coronaviren einzusam­meln und unters Mikroskop zu legen, ohne an ihrem Genom im geringsten herumzuwerkeln, gehört hinter ihre ebenso exzentrische wie ausgeprägte Passion ein dickes Fragezeichen. In Südchinas Höhlen tummeln sich Fleder­mäuse seit Jahrhunderten. Ebenso lange brüten sie dort mancherlei Viren aus, die auf einem mehr oder minder langen Mutationsweg auch den Bürgern von Wuhan gefähr­lich werden könnten. Dazu mussten sie aber erst über tausend Kilometer nach Nordwesten geschafft werden, mitten hinein in die nach Einwohnern sechst­größte Stadt Chinas. Erst dort begannen die Viren ihr pandemisches Unheil anzurichten. Auch daraus erwächst dem Institut für Virologie eine Mitschuld, einerlei auf welchem Weg der Erreger von dort aus versehentlich ins Freie gelangt ist. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 31. Mai 2020 bei Facebook, als Teil 5 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 http://english.whiov.cas.cn/Home2016/ 2 https://www.nature.com/articles/nature12711 3 https://www.nature.com/articles/nm.3985 4 https://www.news-medical.net/news/20200420/ACE2-TMPRSS2-profiling-indicates-tissue-vulnerability-to-SARS-CoV-2-infection.aspx 5 https://www.nature.com/news/engineered-bat-virus-stirs-debate-over-risky-research-1.18787 6 https://en.wikipedia.org/wiki/Broad_Institute; https://www.broadinstitute.org/files/news/media-kit/BroadFactSheet.pdf 7 Shing Hei Zhan/Benjamin E. Deverman/Yujia Alina Chan: „SARS-CoV-2 is well adapted for humans. What does this mean for re-emergence?“, bioRxiv – The Preprint Server for Biology, 2.5.2020, https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.05.01.073262v1 8 https://gmwatch.org/en/news/latest-news/19412 9 https://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/2005/2005.06199.pdf 10 https://www.washingtontimes.com/news/2020/may/21/australian-researchers-see-virus-design-manipulati/; https://www.dailymail.co.uk/news/article-8356751/How-COVID-19s-unique-structure-means-man-made.html 11 https://mbio.asm.org/content/5/5/e01882-14#ref-1 12 https://en.wikipedia.org/wiki/Chen_Hualan 13 https://science.sciencemag.org/content/340/6139/1459/tab-article-info; DOI: 10.1126/science.1229455; https://www.youtube.com/watch?v=dTKBM8YmWOQ 14 https://www.independent.co.uk/news/science/appalling-irresponsibility-senior-scientists-attack-chinese-researchers-for-creating-new-strains-of-8601658.html 15 "Chen Hualan gewinnt UNESCO-L'Oréal-Preis 2016", http://www.bjrundschau.com/Welt/201510/t20151009_800039985.html, abgerufen am 30.5.2020. 16 https://www.chinadaily.com.cn/a/201810/29/WS5bd673f9a310eff303285218.html Bild Fledermaus: Syaibatulhamdi/pixabay.com.

  • Unterdrückt.

    Ein Ex-Geheimdienstchef sah bereits im Frühsommer 2020 „wichtige Hinweise“ darauf, dass SARS-CoV-2 aus einem Labor stammt - doch Wissenschaftler wurden daran gehindert, sie zu veröffentlichen. Überzeugende Hinweise darauf, dass die Corona-Pan­demie als Unfall in einem Labor begann, will der ehe­malige Leiter eines britischen Geheim­diensts gesehen haben. Doch ihre Veröffentlichung ver­zögerte sich – wegen massiver Widerstände. Sir Richard Dearlove, 75, stand von 1999 bis 2004 an der Spitze des MI6. Wie er in einem Interview mit der Tages­zeitung The Telegraph am 3. Juni 2020 erklärte, habe er einen "wichtigen" neuen wissenschaftlichen Bericht gesehen, der nahelegt: Das Virus ist nicht natür­lich ent­standen - chinesische Wissenschaftler stellten es künst­lich her. (1) Die Studie, auf die sich Dearlove bezieht, stammt von einem norwegisch-britischen Forschungsteam unter Lei­tung von Professor Angus Dalgleish, einem angesehenen Epidemiologen vom St. George's Hospital der Universität London, sowie dem norwegischen Virologen Birger Sorensen. In ihrem Papier behaupten die Wissenschaftler, sie hätten "eingefügte Abschnitte auf der Oberfläche der SARS-CoV-2-Spike" identifiziert, die erklären, wie das Virus sich an menschliche Zellen bindet. "Der SARS-CoV-2-Spike unterscheidet sich deutlich von allen ande­ren SARS, die wir untersucht haben.“ "Wir sind uns bewusst, dass diese Ergebnisse politische Bedeutung haben und beunruhigende Fragen aufwerfen könnten", schrieben die Autoren in einer ersten Version ihres Forschungsberichts. Dass sie den Nagel damit auf den Kopf trafen, zeigte sich umgehend, nachdem es zur Begutachtung an Fachkollegen verteilt worden war, wäh­rend Geheimdienstbeamte seine Ergebnisse analy­sier­ten. Plötzlich zog sich einer der Autoren, John Fredrik Mox­nes - der wissenschaftliche Hauptberater des norwegi­schen Militärs – zurück und verlangte, dass sein Name nicht in Zusammenhang mit der Studie gebracht wird. Darunter litt ihre Glaubwürdigkeit natürlich. Wissen­schaftler des Francis Crick Institute und des Impe­rial College London lehnten die Schlussfolgerungen von Dalgleish/Sorensen ebenfalls ab. Aus der Korres­pondenz, die dem Telegraph vorliegt, geht hervor, dass führenden akademischen Zeitschriften wie Nature und das Journal of Virology das ursprüngliche Papier im April ablehnten – sie bezeichneten es als "ungeeignet für eine Ver­öffentlichung". Eine Redaktion sagte innerhalb einer Woche nach Erhalt ab, also offenkundig ohne nähere Prüfung durch andere Fachleute. „Im selben Zeitraum nahm es zwei oder drei chinesische Artikel, die sich auf das Virus beziehen, innerhalb von 48 Stunden annahm", sagte Sir Richard. Eine Veröffentlichung sagte schließlich das Quarterly Review of Biophysics Discovery zu, eine Fachzeitschrift unter dem Vorsitz führender Wissenschaftler der Stan­ford University und der University of Dundee. „Aus­reichenden wissenschaftlichem Wert“ bescheinigte die Redaktion dem Papier allerdings erst, nachdem ein Groß­teil des Inhalts verwässert wurde, um ausdrückliche Vorwürfe gegen China auszuräumen. Unterdessen bemühen sich Prof. Dalgleish und seinen Kollegen darum, eine weitere Analyse zu veröffent­lichen, die dem Telegraph bereits vorliegt. (2) Darin bekräftigen die Wissenschaftler: Der Covid-19-Erreger weist "einzigartige Fingerabdrücke" auf, die sich nicht natürlich entwickelt haben können. Stattdessen „deuten sie auf eine gezielte Manipulation hin". Es handle sich um ein "bemerkenswert gut an die menschliche Koexi­stenz angepasstes Virus", das wahrscheinlich das Ergebnis eines Laborexperiments in Wuhan zur Her­stellung "chimärer Viren mit hoher Potenz" ist. Diese Arbeit hat bisher kein einziges wissen­schaftliches Journal zur Veröffentlichung angenommen. Dass ihre mangelnde wissenschaftliche Qualität daran schuld ist, darf bezweifelt werden. Der frühere MI6-Chef glaubt nicht, dass die Chinesen das Virus absichtlich freigesetzt haben. Er beschuldigt Peking jedoch, Herkunft und Ausmaß seiner Ausbreitung nachträglich zu vertuschen. Warum stoßen Wissenschaftler, die Hinweise auf einen Laborursprung der Seuche vorlegen, auf massive Wider­stände? Mächtige Gegenspieler bilden eine Inter­essen­gemeinschaft: Virologen fürchten um ihre For­schungs­labore, Militärs um die weitere Biowaffen­entwicklung, Regierungen um ihre diplomatischen Bezie­hungen zum Regime in Peking, die Industrie um ihre Geschäfte mit der baldigen Wirtschafts­macht Nummer Eins. Wenn diese Koalition Druck auf Medien­häuser ausübt, zeigen allenfalls solche Redakteure Rückgrat, die ihren Arbeits­platz loswerden wollen. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 28. Mai 2020 bei Facebook, als Teil 4 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.telegraph.co.uk/news/2020/06/03/exclusive-coronavirus-began-accident-disease-escaped-chinese/; https://mailchi.mp/gmwatch.org/coronavirus-began-as-an-accident-in-chinese-lab-says-former-mi6-boss?e=d811e1281f 2 Sie trägt den Titel "A Reconstructed Historical Aetiology of the SARS-CoV-2 Spike".

  • Aufklärung unerwünscht

    Fragen nach dem Ursprung des neuen Coronavirus gelten als "verschwörungstheoretisch". Jeder halbwegs kritische Geist wundert sich: Wie konnte die angeblich natürliche Herkunft von SARS-CoV-2 blitzschnell feststehen, per Ferndia­gnose, vor jeglicher Untersuchung aller relevanten Um­stände vor Ort? Wie konnte sich dieses Spekulationsvirus mit einer schwin­del­­erregend hohen Reproduktionsrate in den Köpfen so gut wie aller Staatenlenker, Sachverstän­di­ger und Meinungsmacher festsetzen? Gerade mal 280 Meter vom Huanan-Markt entfernt befin­det sich das „Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention“, das ähnlich einem Gesundheitsamt für öffent­lichen Gesundheitsschutz sorgen soll; (1) es betreibt ein Biolabor der zweitniedrigsten Sicherheitsstufe BSL-2, in welchem Ende Dezember 2019 das neuartige Coro­na­virus offenbar erstmals festgestellt wurde. (2) 35 Kilometer weiter steht ein zweites Bio-Labor, das von US-Großinvestor George Soros mitfinanzierte WuXi AppTec. (3) Viel näher, bloß 12 km vom Markt oder eine halbe Autostunde entfernt, befindet sich das „Wuhan Institut für Virologie“ (WIV), seit Anfang 2018 Chinas erstes und bislang einziges der höchsten Sicherheitsstufe BSL-4, eines von weltweit nicht einmal 30. Den 40 Mil­lio­nen Euro teuren Bau finanzierte Peking, die begehrte Sicherheitstechnologie lieferte Frankreich. (4) Der weitläu­fi­ge, von einem hohen Elektrozaun umgebene Gebäude­komplex beherbergt mit rund 1500 Erregerstämmen die größte Virusbank Asiens. (5) Weshalb darf niemand den sonderbaren Zufall hinterfragen, dass an allen drei Orten mit brandgefährlichen Erregern herumgeforscht wird – zumindest im WIV mit Viren eben jener Art, welche nun für eine globale Seuche sorgen: mit Coronaviren des SARS-Typs? „Dieses Virus stammt auf keinen Fall von uns“, ver­sichert der stellvertretende WIV-Direktor; „ein strenges Regulierungssystem und ein strenger Verhaltens­­kodex für die Forschung“ schließe dies definitiv aus. (6) Und die Hauptverdächtige, WIV-Chefvirologin Shi Zhengli? „Ich schwöre bei meinem Leben, das Virus hat nichts mit dem Labor zu tun.“ (7) Ob sich Shi da womöglich wegen Meineids in Lebens­gefahr bringt? Was soll sie denn sonst sagen, selbst wenn sie insgeheim allen Grund für ein schlechtes Gewissen hätte? „Oh ja, selbstverständlich gebe ich sofort zu, dass meinetwegen Hunderttausende sterben mussten“? Für den Biologen Botao Xiao, Professor an der renommierten South China University of Technology in Guangzhou, gab es von Anfang an keine plausiblere Erklärung: Das Virus stammt höchstwahrscheinlich aus einem der Biola­bo­re von Wuhan. Seine Indizien veröf­fent­lichte Xiao am 6. Februar auf der Forschungs­plattform Researchgate.net: „The possible origins of 2019-vCoV coronavirus“. Neun Tage später, am 15. Februar, verschwand der Artikel dort spurlos, wie auch Xiaos Profil. Auf Anfrage teilte Re­search­gate mit, der User selbst habe den Text offline genommen und seinen Account gelöscht. (8) Auf Kontakt­ver­su­che von Journa­listen reagierte Xiao nicht. Am 26. Februar distanzierte sich Xiao öffentlich von seiner eigenen Arbeit: Es habe sich um bloße „Spekulation“ gehandelt. (9) Aber wieso erklärte Chinas Wissenschaftsministerium dann am 15. Februar 2020 bei einer Pressekonferenz, die Sicher­heitsvorkehrungen in Laboren, die mit Viren arbei­ten, müssten erhöht werden? (10) Wozu denn, wo Lecks doch angeblich völlig ausgeschlossen sind? Hinzu kommen Erkenntnisse von Nachrichtendiensten. Zwar gelangen die „Five Eyes“ - eine Allianz von Geheim­diensten, zu der sich die USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland zusammengeschlos­sen haben – in einem 15-seitigen Dossier mehrheitlich zu dem Schluss, ein Laborunfall als Ursprung der Pandemie sei "höchst unwahrscheinlich". Allerdings räumt das Papier auch interne Differenzen darüber ein. (11) Manche Geheimdienste finden es offenbar verdächtiger als andere, wie dreist chinesische Behörden auf Vertuschung aus sind – und welch hochriskante Forschungsarbeiten im Wuhan-Institut seit mindestens anderthalb Jahrzehnten stattfinden. Die New York Post enthüllte am 6. Mai 2020, was ihr ein Daten­analytiker des britischen Secret Service anver­traute: Am Abend des 30. Dezember 2019 - einen Tag bevor Peking die WHO über ein gehäuftes Auftreten von Lungenentzündungen in Wuhan in Kenntnis setzte -, nahm jemand umfangreiche Änderungen an der Viren­datenbank des WIV vor, im offenkundigen Bemühen, aus ihr Hinweise auf Virusübertragungen von Tier auf Mensch zu tilgen. "Es sieht aus wie ein überstürztes, inkonsequentes Bemühen, das Projekt durch ein ‚Rebran­ding‘ vom Ausbruch zu trennen", sagt der Geheim­dienst­analytiker. (12) Wenige Stunden vor der hastigen, umfang­reichen Selbstzensur war WIV-Chefvirologin Shi Zhen-Li, die gerade an einem Kongress in Peking teilnahm, über die rätselhaften Erkrankungsfälle infor­miert worden, woraufhin sie sich sofort in den Zug Richtung Wuhan setzte. Sicherlich bietet auch die chinesische Eisenbahn Internetverbindungen, über die man sich mittels Laptop in einen Institutsrechner einloggen kann. Zwei Tage zuvor soll die Gesundheits- und Medi­zin­kommission der Provinz Hubei einem Labor für Gen­sequenzierung in Wuhan befohlen haben, Proben des neuartigen Coronavirus zu vernichten und der Öffent­lichkeit alle Informationen darüber vorzuenthalten. (13) Dass Coronavirus-Proben absichtlich zerstört wurden, räumte Peking Mitte Mai selber ein – dies sei „aus Sicherheitsgründen“ geschehen. (14) Diese Verlautbarung fällt in die Kategorie „Verspäteter Aprilscherz“: Ver­fügen Chinas Biolabore neuerdings also über keinerlei Möglichkeiten mehr, Viren sicher zu verwahren? Aber bis Anfang 2020 gelang ihnen dies noch? Mit rätselhaften, ungeschickten, widersprüchlichen Äuße­rungen und Maßnahmen sorgt die chinesische Führung selbst dafür, dass weltweit der Argwohn wächst. Bei einer Dringlichkeitssitzung in Peking am 21. Februar 2020 betonte Staatspräsident Xi Jinping, wie notwendig es sei, ein nationales System zur Kontrolle von Bio­sicherheitsrisiken einzurichten, "um die Gesundheit der Menschen zu schützen" und ähnliche Epidemien in Zu­kunft zu verhindern. Dies sei eine Frage der "natio­nalen Sicherheit". Tags darauf erließ das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie eine neue Direktive mit dem Titel "Anweisungen zur Stärkung des Biosicherheitsmanagements in Mikrobiologielaboren, die mit fortgeschrittenen Viren wie dem neuartigen Corona­virus umgehen". (15) Wozu eine solche Anordnung, wenn China nicht das geringste Problem damit hätte, gefähr­liche Krankheitserreger dort eingesperrt zu halten, wo sie hingehören? Und wie viele "Mikrobiologielabore" gibt es denn in China, die mit "fortgeschrittenen Viren wie dem neuartigen Coronavirus" umgehen? Ein einziges. Es befindet sich in Wuhan, dem seltsam zufälligen Epizen­trum der Epidemie. Aber auch außerhalb Chinas scheint Aufklärung uner­wünscht, sie wird für überflüssig erklärt. Wer nahe­liegende andere Erklärungen als „natürliche“ auch nur zu erwägen wagt, sieht sich umgehend als aufklä­rungs­bedürftiger Wirrkopf mit Aluhut verunglimpft. Jeglicher derartige Verdacht sei frühzeitig als haltlos entlarvt worden, so bekommen wir zu hören. In der Washing­ton Post sei dies schon am 29. Januar 2020 nachzulesen gewesen. Darin hatten mehrere Experten erklärt, das Wuhan-Institut sei für Biowaffenforschung überhaupt nicht ge­eig­net; im übrigen hätten die meisten Länder sie aufge­geben; es gebe keine Beweise dafür, dass das Virus gentechnisch hergestellt worden sei. (16) Im Februar 2020 ließ die Financial Times den „Virus­experten und führenden Coronavirus-Forscher“ Trevor Bedford verkünden: „Wir haben empirische Belege dafür, dass die Mutationen [im Virus] vollständig mit der natürlichen Evolution übereinstimmen.“ (17) Im Fachblatt Lancet „ent­tarnten“ 27 Infektiologen sie ebenso um­gehend wie vehe­ment als „Falschinformationen“: "Wir stehen zusammen, um Verschwörungstheorien scharf zu verurteilen, die andeuten, dass Covid-19 keinen natürlichen Ursprung habe.“ (18) Mitunterzeichner ist Deutschlands virologisches Chef-Orakel, Christian Drosten. „Es gibt keine Schuldigen, es ist ein Naturphänomen“, so versicherte er uns von An­fang an. (19) Dabei hatte er selbst bei anderer Gelegenheit klargestellt: „Man kann eigentlich zum Ursprung nicht wirklich etwas sagen, solange man es nicht untersucht.“ (20) So ist es. Trotzdem muss sich als Verschwörungstheoretiker ver­unglimpfen lassen, wer den naheliegenden Labor­ursprung der Pandemie auch nur zu erwägen wagt. Jedes Denunziationsrisiko nehme ich hiermit kaltblütig in Kauf. Denn es mehren sich triftige Anhaltspunkte für hochbrisante Vermutungen. Westliche Medien helfen mit, sie unter den Teppich zu kehren. Darüber entsetzt äußert sich selbst ehemalige Leiter eines britischen Geheimdiensts. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 29. Mai 2020 bei Facebook, als Teil 3 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisches_Zentrum_f%C3%BCr_Krankheitskontrolle_und_-pr%C3%A4vention 2 https://www.scientificamerican.com/article/how-chinas-bat-woman-hunted-down-viruses-from-sars-to-the-new-coronavirus1/ 3 https://www.wuxiapptec.com/about/; https://www.snopes.com/fact-check/soros-wuhan-lab/; https://www.politifact.com/factchecks/2020/mar/19/facebook-posts/conspiracy-theory-falsely-connects-george-soros-co/ 4 https://www.derstandard.de/story/2000117255496/frankreichs-frust-mit-dem-wuhan-labor 5 Fabian Kretschmer: Streit um den Ursprung des Virus. Kommt Corona aus einem Labor in China? In: Kölner Stadt-Anzeiger. 18. April 2020, https://www.ksta.de/politik/rnd/streit-um-den-ursprung-des-virus-kommt-corona-aus-einem-labor-in-china--36575360 6 Am 18. April gegenüber NBC News, zit. nach https://www.livescience.com/coronavirus-wuhan-lab-complicated-origins.html 7 So am 6. Februar in der South China Morning Post, zit. nach https://www.livescience.com/coronavirus-wuhan-lab-complicated-origins.html 8 Es gelang, eine Kopie zu sichern: https://chanworld.org/wp-content/uploads/wpforo/default_attachments/1581810860-447056518-Originsof2019-NCoV-XiaoB-Res.pdf, abgerufen am 26.5.2020. 9 https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/das-mysterioese-labor-in-wuhan-woher-kam-das-corona-virus-li.81962 10 https://www.guancha.cn/politics/2020_02_15_536508.shtml; zum Übersetzen: https://www.deepl.com/translator 11 https://www.dailytelegraph.com.au/coronavirus/bombshell-dossier-lays-out-case-against-chinese-bat-virus-program/news-story/55add857058731c9c71c0e96ad17da60 12 https://nypost.com/2020/05/06/what-is-china-covering-up-about-the-coronavirus-devine/ 13 https://greatgameindia.com/coronavirus-samples-destroyed/; https://www.zerohedge.com/health/database-wuhans-batwoman-altered-48-hours-covid-19-samples-ordered-destroyed 14 New York Post vom 15. Mai, s. https://twitter.com/R_H_Ebright/status/1261660326082367489. 15 https://nypost.com/2020/02/22/dont-buy-chinas-story-the-coronavirus-may-have-leaked-from-a-lab/ 16 Adam Taylor: Experts debunk fringe theory linking China’s coronavirus to weapons research. The Washington Post. 29. Januar 2020, https://www.washingtonpost.com/world/2020/01/29/experts-debunk-fringe-theory-linking-chinas-coronavirus-weapons-research/, abgerufen am 21.5.2020. 17 Coronavirus was not genetically engineered in a Wuhan lab, says expert, https://www.ft.com/content/a6392ee6-4ec6-11ea-95a0-43d18ec715f5, abgerufen am 21.5.2020 (englisch) 18 https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30418-9/fulltext 19 https://www.mdr.de/wissen/corona-virus-ist-naturphaenomen-100.html 20 https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/christian-drosten-corona-krise-coronavirus-virologen-1.4887512

  • Lügen, verschleiern, unterdrücken

    Wie man uns über den wahrscheinlichsten Ursprung von SARS-CoV-2 täuscht. Das neuartige Virus stammt keinesfalls aus einem Labor in Wuhan? Wer das unbesehen glaubt, weiß offenbar nichts über Chinas unrühmliche Vorgeschichte ähnlicher Vorfälle. Ausgerechnet SARS-Cov-1, enger Verwandter und Vorgänger des gegenwärti­gen Pandemieauslösers, entwich im Jahre 2004 aus einem staatlichen Labor in Peking, wo mit ihm herumex­perimentiert wurde; zwei Forscher hatten sich dort ange­steckt, sie lösten Infekt­ketten mit neun Erkrankungen und einem Todesfall aus. (1) Ehe daraus eine menschengemach­te Seuche werden konnte, wurde der Ausbruch glück­licherweise rasch ein­gedämmt. Doch wäre es gar nicht erst dazu gekommen, wenn ausreichende Sicherheitsvor­keh­rungen getroffen worden wären. Aber handelt es sich beim „Wuhan Institut für Virologie“ (WIV) nicht um ein BSL-4-Labor, auf allerhöchster Sicher­heitsstufe? BSL-4 ist für den Umgang mit Erregern und Wirkstoffen vorgesehen, die leicht durch Aerosole übertragbar sind und beim Menschen schwere bis töd­liche Krankheiten verursachen könnten, für die es keine Impfstoffe oder Behandlungen gibt. Dass auf Stufe 4 gearbeitet werden KANN, bedeutet aber nicht, dass dies tatsächlich immer geschieht. Prof. Richard Ebright, Mole­kularbiologe an der Rutgers University in New Jersey, fand Hinweise darauf, dass „Fledermaus-Corona­viren in Wuhan routinemäßig auf BSL-2-Niveau unter­sucht wurden“ – einer Sicherheitsstufe, die für Agen­zien von nur "mäßigem Gefährdungspotential für Personal und Umwelt" vorgesehen ist. Ebright zufolge "bietet sie nur einen minimalen Schutz gegen die Infektion von Laboranten". (2) Ebensowenig beruhigt ein weiterer Skandal: Manche chinesischen Forscher haben die haarsträubende Ange­wohn­heit, ihre Versuchstiere, sobald sie ausgedient haben, an Straßenhändler zu verkaufen. Unfassbar, aber wahr: Anstatt infizierte Tiere ordnungsgemäß durch Ein­äscherung zu entsorgen, wie gesetzlich vorgeschrie­ben, verdienen sie sich auf diese Weise einige Yuan hinzu. Die Tageszeitung „The Paper“ aus Shanghai berichtet über einen namhaften Wissenschaftler, der alles in allem 10,17 Millionen Yuan einstrich – umgerechnet knapp 1,3 Millionen Euro -, indem er illegal Labortiere und Ver­suchs­milch verkaufte, die schließlich in jemandes Bauch gelandet sein dürften. (3) An einem ähnlichen Skandal schrammte der Direktor des Wuhan-Instituts, Wang Yanyi, anscheinend haarscharf vorbei. Eine seiner Angestellten, die Virenforscherin Chen Quanjiao, hatte ihn Mitte Februar auf „Weibo“, Chinas größtem Mikroblogging-Dienst, beschuldigt, er habe „häufig“ Labortiere insgeheim auf dem Huanan-Markt an Händler verhökert. Mutig gab sie ihren vollen Namen an. Sofort soll sie festgenommen worden sein. Am 17. Februar erschien auf der offiziellen Website des Instituts eine „Erklärung“, in der Chen sich „empört“ von dem „Gerücht“distanzierte. „Feierlich“ schwor sie, damit habe sie nichts zu tun. Jemand müsse ihre ID-Nummer gehackt und ihre Internet-Identität gestohlen haben. (4) Alles andere als vertrauensbildend ist Pekings Krisen­management ohnehin. Noch am 19. Januar, als das neu­artige Virus längst rasant um sich griff, erklärte die Nationale Gesundheitskommission der Kommunistischen Partei Chinas, die Epidemie sei „präventabel und kontrol­lier­bar“. Erst einen Tag später, am 20. Januar, räumte sie erstmals offiziell ein, das Virus übertrage sich „von Mensch zu Mensch“. (5) Chinesische Ärzte und Wissen­schaftler, die auch nur den leisesten Zweifel am regie­rungsamtlichen „Wildtier-vom-Markt“-Märchen zu äu­ßern wagen, wurden eingeschüchtert, entlassen, festge­nom­men, weggesperrt, jeglicher Kommunikations­kanäle zur Außenwelt beraubt. Will ein chinesischer Wissen­schaftler zum Corona-Thema publizieren, so muss er in­zwi­­schen einen mehrstufigen Zensurprozess durch­lau­fen. (6) Drei chinesische Aktivisten, die eine Internet-Plattform namens „Terminus2049“ einrichteten und zen­sier­te Artikel über Covid-19 wiederherstellten, sollen verhaftet worden sein. (7) Immerhin dürften die „Terminus2049“-Gründer noch am Leben sein. Andere unliebsame Inhaber einer eigenen Mei­nung sterben in China mitunter einen seltsam vor­zeitigen Tod - wie der Augenarzt Li Wenliang, einer der ersten Covid-19-Patienten. In einer Online-Chat­gruppe hatte er Kollegen vor einem "SARS-ähnlichen Corona­virus" unter Patienten in der Notaufnahme eines Kran­ken­hauses in Wuhan gewarnt. Zwei Tage darauf wurde Li zusammen mit sieben anderen Ärzten wegen "Verbrei­tung von Gerüchten" verhaftet und zum Widerruf ge­zwungen. Einen Monat später, am 7. Februar, verstarb er, gerade mal 33 Jahre alt – das Durchschnitts­alter von Covid-19-Opfern liegt bei über 80 Jahren. (8) Der lange Arm Pekings endet keineswegs an den Staats­grenzen. In der weltweiten Scientific Community kur­sieren Gerüchte, dass westliche Fachzeitschriften sich chinesischem Druck unterwerfen – und es ablehnen, Daten zu veröffentlichen, die eher gegen einen natür­lichen Ursprung von SARS-CoV-2 sprechen. (9) Bis heute weigert sich das KP-Regime strikt, eine unabhängige Untersuchung der Ursprünge des Wuhan-Virus zuzulassen oder auch nur Original-Virusproben weiter­zugeben. Ländern wie Australien und den Nieder­landen, die eine solche Untersuchung fordern, droht das Regime unverhohlen mit einem Wirtschaftsboykott. (10) Noch schwereres Geschütz fährt der chinesische Außen­minister Wang Yin auf: Während einer Pressekonferenz am 24. Mai 2020 warf er den USA vor, die Beziehungen zwi­schen beiden Ländern „an den Rand eines neuen Kalten Krieges“ zu bringen – auch weil Washington partout nicht aufhören will, die Schuldfrage zur Pandemie zu stellen. „Neben der Verwüstung durch das neue Coron­avirus gibt es auch ein politisches Virus, das sich in den USA verbreitet“, so stellte Wang fest. „Dieses politische Virus“ werde „bei jeder Gelegenheit genutzt, um China anzugreifen und zu verleumden.“ Einige Politiker hätten „zu viele Lügen über China fabriziert und zu viele Ver­schwörungen erzeugt“. Stattdessen sollten beide Seiten auch im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 „zusammenarbeiten“. China und die USA könnten „von Kooperation nur profitieren, bei Konfrontation aber nur verlieren“. (11) Zu gut Deutsch: Lasst uns alle offenen Fragen, woher die Seuche kommen mag, gemeinsam unter den Teppich kehren! Vor diesem Hintergrund trug die WHO zum Tages­geschehen des 25. Mai eine Lachnummer sonder­gleichen bei, als sie ihren Direktor für „Nothilfe“, Michael Ryan, die chinesische Führung offiziell für ihre „sehr konsi­stente Offenheit“ loben ließ. Für „wissen­schaftliche Unter­suchungen durch ausländische Exper­ten“ sei sie durchaus aufgeschlossen. Und WAS darf untersucht werden? „Die tierischen Ursprünge des neuartigen Coro­na­virus“ – sonstige weiterhin nicht, versteht sich. (12) Diesem „konsistent offenen“ Regime sprang prompt auch ein Großteil der Fachwelt bei. Am 19. Februar bekunde­ten 27 Wissenschaftler, darunter Merkels Chef­virologe Christian Drosten, ihre uneingeschränkte „Solidarität“ mit „den Wissenschaftlern, Fachleuten des öffentlichen Ge­sundheitswesens und insbesondere den Medizinern Chi­nas“, in einer Weise, die an peinlicher Voreingenom­men­heit kaum zu überbieten ist. (13) Anstatt eine unab­hängige Untersuchung vor Ort zu fordern und abzuwar­ten, loben die Unterzeichner China geradezu über­schwäng­lich dafür, „fleißig und effektiv daran gearbeitet (zu) haben, den Erreger dieses Ausbruchs rasch zu identifizieren, bedeutende Massnahmen zur Verringerung seiner Auswirkungen zu ergreifen und ihre Ergebnisse auf transparente Weise der globalen Gesund­heits­gemeinschaft mitzuteilen. (…) Der rasche, offene und transparente Austausch von Daten über diesen Ausbruch wird nun durch Gerüchte und Fehlinforma­tionen über seine Ursprünge bedroht. Wir verurteilen gemeinsam nach­drücklich Verschwörungstheorien, die darauf hin­deuten, dass COVID-19 keinen natürlichen Ursprung hat.“ Kein Wort über Sicherheitsmängel, verspätete Reaktionen, Versteckspiele, Unterdrückung von Informa­tionen. Kein Wort über chinesische Wissen­schaftler, Coro­na­patienten und Journalisten, die plötzlich ver­schwin­den und nicht wieder auftauchen, weil sie dem Propagandabild widersprochen haben. Pekings Krisen­management: „rasch, offen, transparent“? Mit einem sol­chen Aprilscherz bewirbt sich Drostens Solidaritäts­komitee eindrucksvoll um den höchsten Verdienstorden, den die KP zu vergeben hat, sowie um Spitzenämter im chinesischen Propagandaministerium. Ungeheuerlich: Auch 27 europäische Botschafter und die EU-Mission in Peking „kooperieren“ in diesem Sinne vorbildlich. Einen gemeinsamen Gastbeitrag von ihnen zur Corona-Krise veröffentlichte das Staatsorgan „China Daily“ Anfang Mai 2020 – zensiert. (14) In der ursprüng­lichen Fassung hieß es, das Virus stamme aus China. Dieser Satz verschwand ratzfatz - mit Einverständnis der Verfasser. (15) Zumindest die Regierung in Stockholm ließ sich Pekings Desinformationskampagne nicht länger bieten: Es schloss alle Konfuzius-Institute, die Chinas Bildungsministerium in Schweden betrieb, und hob Städtepartnerschaften auf. (16) (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 28. Mai 2020 bei Facebook, als Teil 2 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.crm.de/SARS_update/sars.htm; https://www.n-tv.de/wissen/Koennte-Coronavirus-aus-Labor-stammen-article21731664.html 2 https://thebulletin.org/2020/03/experts-know-the-new-coronavirus-is-not-a-bioweapon-they-disagree-on-whether-it-could-have-leaked-from-a-research-lab/ 3 https://project-evidence.github.io, Punkt 9.5. 4 https://www.upi.com/Top_News/World-News/2020/02/18/WHO-confirms-experts-presence-at-coronavirus-epicenter-in-China/8271582041808/ (archiviert); https://news.cgtn.com/news/2020-02-17/Wuhan-based-researcher-refutes-rumor-about-COVID-19-source-OaemKa4hUI/index.html (archiviert); http://www.whiov.ac.cn/tzgg_105342/202002/t20200217_5500447.html (archiviert); s. https://project-evidence.github.io/ 5 https://greatgameindia.com/coronavirus-samples-destroyed/ 6 https://www.sueddeutsche.de/politik/china-coronavirus-wuhan-trump-1.4884882?reduced=true 7 https://www.inkstonenews.com/politics/chinese-activists-detained-after-posting-censored-covid-19-news-github/article/3081668 8 https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/coronavirus-whistleblower-li-wenliang-ist-tot-trauer-um-arzt-aus-wuhan-wird-zur-gefahr-fuer-die-regierung/25522914.html; https://www.mdr.de/nachrichten/panorama/coronavirus-arzt-china-li-wenliang-100.html 9 https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19406 10 https://nypost.com/2020/05/06/what-is-china-covering-up-about-the-coronavirus-devine/; https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/corona-virus-australien-zieht-mauern-gegen-china-hoch-16702977.html; https://www.taiwannews.com.tw/en/news/3925556 11 https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/china-sieht-beziehungen-mit-usa-am-rand-eines-kalten-krieges/ar-BB14wq8C?li=BBqg6Q9 12 https://www.aljazeera.com/news/2020/05/bars-travellers-brazil-coronavirus-live-updates-200524234147993.html 13 https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30418-9 14 http://www.chinadaily.com.cn/a/202005/06/WS5eb2013ba310a8b2411537e3.html 15 https://www.sueddeutsche.de/politik/china-uebergriffig-1.4899071; https://www.tagesspiegel.de/politik/kritiker-verschwinden-die-eu-wird-vorgefuehrt-so-dreist-vertuscht-china-die-urspruenge-von-corona/25809708.html 16 https://asiatimes.com/2020/04/covid-19-trouble-brewing-behind-eu-china-ties/

  • Das „Wildtier-vom-Markt“-Märchen

    Es staunt die Fledermaus: Wie gelang ihrem Virus bloß der „Spillover“? Coronaviren tummeln sich auf der Erde seit mindestens 10.000 Jahren. Womöglich gab es sie schon vor 300 Millionen Jahren – Wissenschaft­ler sind sich darüber noch uneins. (1) Inzwischen sind meh­rere Dutzend Stämme bekannt. (2) Sieben gelingt es, Men­schen zu infizieren. Vier von ihnen lösen eher harmlose Erkältungen aus. Zwei davon, OC43 und HKU1, stammen von Nagetieren, die beiden anderen - 229E und NL63 - von Fledermäusen. Drei Arten von Coronaviren hingegen können uns erheb­lich zusetzen: SARS-CoV, so benannt nach dem Schwe­ren Akuten Atemwegssyndrom (SARS), das man­che Infi­zierte entwickeln; MERS-CoV, das „Nahost-Atmungs­syndrom“; und nun SARS-CoV-2. Alle drei sol­len ur­sprüng­lich von Fledermäusen stammen. Die „Zoo­nose“, d.h. den Übergang von Tier zu Mensch, könnten Zwi­schenwirte vermittelt haben. Viren mutieren unentwegt: Sie ordnen die Bausteine ihres Genoms laufend neu an, um sich ihrer Umgebung anzupassen, ihre Vermehrung sicherzustellen und zu beschleunigen. Die meisten Mutationen bleiben aber un­ergiebig, ein Großteil schwächt die Viren sogar eher. Nur wenige machen sie für befallene Lebewesen gefährlicher, noch viel weniger für den menschlichen Organismus. Drängt sich vor diesem Hintergrund nicht die Frage auf: Wie kann es sein, dass dieser Virentyp womöglich schon zur Zeit der allerersten Reptilien unterwegs war, hunderte Millionen Jahre bevor Homo sapiens auftauchte, aber erst zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus Men­schen brandgefährlich zu werden begann – nicht bloß mit einem Mutanten, sondern gleich mit drei, und das inner­halb von bloß 18 Jahren? Ist es nicht ein sonderbarer Zu­fall, dass alle drei von Fledermäusen ausgingen? Dürfen wir uns nicht darüber wundern, wie blitzartig diese Coro­na­viren ihr Gefahrenpotenzial steigern konnten, inner­halb eines Zeitraums, der gemessen an der gesamten bio­lo­gi­schen Evolutions­geschichte aberbillio­nen­mal kürzer ist als ein Wimpernschlag? Die erste SARS-Pandemie, die zwischen November 2002 und Juli 2003 25 Länder auf nahezu allen Kontinenten erreichte, beließ es bei 8000 registrierten Infizierten und 774 Todes­fällen. MERS-CoV, das ebenfalls eine Lungen­entzündung auslösen und für Atemnot sorgen kann, sorgte zwischen April 2012 und Ende Februar 2020 nach WHO-Angaben für 2519 Erkrankungen, an denen 866 Menschen star­ben. (3) Gewiss, jeder Tote ist einer zuviel. Aber sind diese Zahlen nicht ein Klacks, verglichen mit jenen knapp sechs Millionen bestätigten Covid-19-Fällen und mut­maß­­lich 360.000 Toten, zu denen das neuartige SARS-CoV-2 innerhalb von knapp vier Monaten geführt haben soll, von Ende Januar bis Ende Mai dieses Jahres? (4) Ent­stand dieser Killer ausschließlich auf natürlichem Weg? Am 20. Januar 2020 setzte die Volksrepublik China die Welt offiziell davon in Kenntnis: Ein hochansteckendes neu­artiges Virus, das von Mensch zu Mensch übertragbar ist und schwere Atemwegserkrankungen auslöst, verbreitet sich in der Millionenmetropole Wuhan in Windes­eile. Eine Woche später rief die Weltgesundheits­organisation (WHO) eine „internationale Gesundheits­not­lage“ aus, die sie am 11. März zur Pandemie hochstufte. Noch viel rascher als SARS-CoV-2 verbreitete sich rund um den Globus ein scheinbar einleuchtender Ursprungs­mythos, auf den sich Regierungen und Behörden, Exper­ten und Medien einhellig festlegten: Zweifelsfrei sei das Virus auf natürliche Weise entstanden. Im Körper von Fleder­mäusen, vielleicht auch erst in irgendeinem Zwischen­wirt sei es spontan derart mutiert, dass es zur „Zoonose“ fähig wurde, also auf Menschen überspringen konnte. Die Erstinfektion müsse auf dem Huanan-Groß­markt von Wuhan stattgefunden haben, einem Labyrinth so groß wie sieben Fußballfelder, wo neben Fischen und Meeresfrüchten auch eben solche Wildtiere gehandelt werden. „Nasse Märkte“ heißen solche Handels­orte, weil dort reichlich Blut und Dreck ständig mit Wasser wegge­spült werden. Aber welche Tierart diente als Sprungbrett für den „Spillover“, den Übergang des Virus auf den Menschen? Seit über einem Vierteljahr fahnden drei chinesische Teams unabhängig voneinander nach dem Ursprung des Erregers – bislang vergeblich. (5) Tests an Hunderten Pro­ben von Wuhans Tiermarkt lieferten keinerlei Hinweis auf sonstige mutmaßliche Wirte. Fledermäuse sind dort gar nicht im Angebot. Aber auch in Zibetkatzen, Dachsen und Krokodilen, in Schlangen und Marderhunden wurden die Wissenschaftler nicht fündig. Unter den mehr als 30 Tierarten, die auf dem Huanan-Großmarkt gehandelt wur­­den, ließ sich bisher in keinem einzigen Exemplar SARS-CoV-2 aufspüren, ebensowenig bei Tieren in freier Wildbahn und bei domestizierten Nutztieren rund um Wuhan. Im übrigen haben Wildtiermärkte in China, wie im übrigen Asien, eine lange Tradition, die weit vor Christi Geburt begann. Bis vor kurzem gab es dort tausende, sie fanden in allen chinesischen Städten statt. Warum sollte von ihnen erst jetzt schlagartig eine Seuche ausgehen? Und wieso war ausgerechnet Wuhan ihr Epizentrum? Wider besseres Wissen erwecken manche Experten bei öffentlichen Auftritten den Eindruck, es sei ein jederzeit erwartbares natürliches Phänomen, dass Viren Menschen infizieren. In Wahrheit geschieht dies äußerst selten, und wenn doch, dann nicht so rasch, nicht gleich weltweit verbreitet. Mikrobiologen sprechen von einer „Anpas­sungs­­barriere“. Viren mutieren unentwegt, ständig ent­stehen neue Arten. Doch so gut wie nie machen sie unser­eins krank, schon gar nicht derart ausgeprägt, wie es SARS-CoV-2 von Anfang an zustande brachte. Unter den rund 200 Zoonosen, welche die Weltgesundheits­organisation listet – zwischen Tier und Mensch über­tragbare Krankheiten, von der Pest über Malaria bis zur Borreliose -, ist Covid-19 insofern seltsam einzigartig. Falls irgendein enger Verwandter des Virus von Fleder­mäusen übersprang: Weshalb sollte er dafür ausgerechnet eine Jahreszeit bevorzugen, in welcher die allermeisten Fledermausarten Winterschlaf zu halten pflegen? (6) Wa­rum sollte er sich dafür ausgerechnet Wuhan aussuchen, 1000 bis 1600 Kilometer nördlich der subtropischen Provinzen Guangdong, Guangxi und Yunnan im Süden Chinas, wo die lichtscheuen Kopfüberschläfer zu Aber­tausenden an Höhlendecken hängen? Hufeisenfleder­mäuse und deren Coronaviren gibt es in Wuhan höch­stens an drei Orten: in den dorti­gen virologischen Insti­tu­ten, wo seit den Nullerjahren des neuen Jahrtausends exzessiv an ihnen herumgeforscht wird. Doch wie steht es mit Pangolinen, jenen schuppigen Ameisenfressern, die anfangs als heißeste Kandidaten für den „Zwischenwirt“ gegolten hatten, auch für Christian Drosten, unseren wuschelköpfigen Halbgott vom Viro­logenhimmel? Diese putzigen nachtaktiven Säuger trei­ben sich spärlich im Süden Chinas herum, wo sie vom Aussterben bedroht sind; menschliche Siedlungen und Ackerland meiden sie. Wie sollen da ansteckende Kon­tak­te zustande gekommen sein? Der Handel mit Pangoli­nen ist in China verboten. Auf dem Schwarzmarkt tauchen sie allerdings hin und wieder auf; ihr Fleisch gilt als Delikatesse, ihre Schuppen als wertvolle Ingredienz in der traditionellen chinesischen Medizin. Eingeschmug­gelt werden sie aus Afrika und Südostasien In einer Gruppe von 25 malayischen Pangolinen, die der Zoll bei Schmugglern an der chinesischen Grenze beschlagnahmte, fanden Forscher ein verdächtiges Virus. Mit einem nahen Verwandten von SARS-CoV-2, den das WIV 2013 in Fledermäusen entdeckt haben will – RaTG13 – ist es zwar nicht identisch, ähnelt ihm aber in einem entscheidenden Abschnitt der Genomsequenz: jenem, der das Spike-Protein kodiert, jener charakteri­stischen Ausstülpung seiner Hüllmembran, mit dem der Erreger an menschliche Zellen andockt. Dass nur eines von 25 Pangolinen dieses Virus in sich trug, zeigt indes, dass es unter diesen Tieren nur selten vorkommt und unter ihnen keine weit verbreiteten Infektionen verur­sacht. (Immerhin waren die geschmuggelten Tiere tage­lang zusammengepfercht gewesen, ohne einander anzu­stecken.) Und RaTG13? Es wurde allenfalls bei einigen wenigen Fledermäusen gefunden – in einer Höhle in Yun­nan, nirgendwo sonst auf der Welt. Ist es nicht höchst unwahrscheinlich, dass ein extrem seltenes Virus aus einer abgelegenen Bergregion in Südchina auf Pangoline, die außerhalb Chinas gefangen wurden, über­ge­gan­gen und in ihnen mutiert ist? Ohnehin wäre ver­wun­derlich, weshalb importierte Tiere erst in China zu Virenschleudern werden, nicht aber bereits in ihrem Her­kunftsland. Hätte die Seuche nicht zuallererst in Malay­sia ausbrechen müssen? Das Pangolin-Gerücht verflüchtigte sich am Ende kläglich. Am 7. Februar 2020 hatten Fachleute der South Chi­na Agricultural University in Guangzhou auf einer Pres­se­konferenz erklärt, in den malayischen Pangolinen hätten sie ein Coronavirus entdeckt, dessen Genom SARS-CoV-2 zu 99 % entspreche. Das peinliche Demen­ti folgte kurz darauf: Leider habe es da ein „beschämen­des Missverständnis zwischen der Bioinformatik- und der Labor-Gruppe der Studie“ gegeben, wie die Autoren zerknirscht ein­räumen mussten. Die imposante Überein­stim­mungs­quote betreffe bloß einen Teilabschnitt der RNA-Sequenz; beim vollständigem Genom betrage sie lediglich 90,3 %. (7) (Drei weitere Vergleichsstudien kamen seither auf Werte zwischen 85,5 und 92,4 %.) Und wie soll SARS-CoV-2 zu diesem einzigartigen Spike-Protein gelangt sein? Die Theorie, dass sich diese beiden Viren auf natürliche Weise miteinander ver­bun­den haben, obwohl die einzigen in Frage kommenden Wirtstiere höchstwahrscheinlich Tausende von Kilome­tern voneinander entfernt lebten, entbehrt jeglicher Glaubwürdigkeit. Kann irgendein infiziertes Tier der Sündenbock sein? Warum hat dieses mysteriöse Lebewesen dann keine einzige Person außerhalb des Huanan-Markts angesteckt? Und wo hätte es denn seine Infektion herhaben sollen? Jedenfalls nicht vom Huanan-Markt, denn dort gab es über­haupt keine Fledermäuse. (8) Falls Fledermaus- und Pangolin-Genom miteinander zu SARS-CoV-2 verschmolzen, dann am wahrscheinlich­sten dadurch, dass jemand sie künstlich zusammenfügte. Und auf eben solche Manipulationen ist das Wuhan-Insti­tut für Virologie spezialisiert. Seit mindestens 13 Jahren betreibt es sogenannte „Gain-of-Function“-Forschung: Es stattet eher harmlose Erreger mit neuen Eigenschaften aus, die es infektiöser, pathogener, tödli­cher machen – angeblich zu reinen Erkenntniszwecken. (So etwas „gain“, Zugewinn zu nennen, verdreht die Wortbedeu­tung geradezu pervers.) WIV-Studienberichte aus den Jahren 2015 (9) und 2017 (10) belegen solche ungeheuerlichen Aktivitäten unbestreitbar. Ebenso faul war an der Story vom Tiermarkt von Anfang an, dass der allererste registrierte Infizierte niemals einen Fuß dorthin gesetzt hatte; von den ersten vier bloß einer; von den ersten 41 immerhin 13, also ein knappes Drittel. Auch ließen sich keinerlei Infektionsketten von anderen Marktbesuchern aus zu ihnen rekonstruieren. (11) Insgesamt ließ sich für 34 % aller registrierten Infizierten Wuhans keinerlei Verbindung zum Markt herstellen. (12) Mehr als neun Tage lang war SARS-CoV-2 in Wuhan bereits im Umlauf, bevor man am 10. Januar auf den ersten Virenträger stieß, der auf dem Markt gewesen war. Auch diese Tatsache stützt den Verdacht, dass die Seuche eher von einem infizierten Labormitarbeiter ausging, der bei einem Marktbesuch Verkäufer und andere Kunden ansteckte. Vor diesem Hintergrund fügt sich das Verordnungspaket, das die Stadtverwaltung von Wuhan am 20. Mai be­schloss, eher ins Gesamtkonzept chinesischer Ablen­kungs­manöver ein: Es verwandelt die Provinzhauptstadt rigoros in ein „Schutzgebiet für Wildtiere“. Deren Ver­zehr ist nun verboten, wie auch die Jagd auf sie. Ihre Zucht unterliegt strikten Kontrollen. Betroffenen Bauern bieten die Behörden Aufkäufe an, um ihnen eine Umstel­lung auf den Anbau von Obst, Gemüse, Teepflanzen oder Heilkräutern schmackhaft zu machen. Diese Maßnahmen beglücken bestimmt alle Stachel­schweine, Bambusratten und Wildgänse in und um Wuhan ungemein, dürften zur Prävention künftiger Seu­chen aber nullkommanichts bei­tragen. Denn Ausnahmen gelten für „wissenschaftliche Forschung, Populations­regu­lierung“ – vermutlich des Tierbestands, nicht der Bevölkerung -, „Überwachung von epidemischen Krankheiten und anderen besonderen Umständen". (13) Auch die nächste Pandemie dürfte deshalb weniger von den Marktständen und Kochtöpfen, Ställen und Freiluftgehegen irgendwelcher Bürger ausgehen als von Erregern aus Wildtieren von irgendwoher, die Wu­hans Virologen weiterhin wissbegierig in ihr Institut schaffen - und biotechnisch optimieren. Ist es nicht bemerkenswert, dass neuerdings selbst chinesische Wissenschaftler öffentlich vom Tiermarkt-Mythos abrücken? Dem Wall Street Journal zufolge "sagte Chinas führender Epidemiologe am 25. Mai, dass Tests von Proben vom (Huanan-Markt) keinen Zusam­menhang zwischen den dort verkauften Tieren und dem Erreger zeigen konnten". (14) Da sämtliche pandemiebezo­ge­nen Mitteilungen von Wissenschaftlern in China zen­tral überprüft werden, (15) dürfen wir daraus folgern, dass Peking von der Huanan-Markt-Theorie aus Mangel an Beweisen nun offiziell abrückt. Tatsächlich nennt die Volkstageszeitung, das offizielle Organ der Kommuni­sti­schen Partei Chinas, am 27. Mai den Huanan-Markt „eher ein Opfer als den Ausgangspunkt“ von SARS-CoV-2. Das Virus habe vielmehr „mehrere Ursprünge“. (16) Bei dieser vagen Andeutung belässt es der Pressetext, auf einen möglichen Laborausbruch geht er mit keinem Wort ein. Wir sollten darauf bestehen. (Harald Wiesendanger) Mit diesem Artikel begann ich am 27. Mai 2020 bei Facebook eine Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst unsere Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.nature.com/articles/d41586-020-01315-7#ref-CR13 2 2 Graham, R. L., Donaldson, E. F. & Baric, R. S. Nature Rev. Microbiol. 11, 836–848 (2013), https://www.nature.com/articles/nrmicro3143 3 WHO: Middle East respiratory syndrome coronavirus (MERS-CoV) – The Kingdom of Saudi Arabia. Disease Outbreak.) News vom 24. Februar 2020, https://www.who.int/csr/don/24-february-2020-mers-saudi-arabia/en/ 4 https://coronavirus.jhu.edu/map.html, abgerufen am 28.5.2020, 9:25 Uhr 5 https://www.spektrum.de/news/die-frau-die-coronaviren-jagt/1713320 6 https://project-evidence.github.io/ 7 https://www.spektrum.de/news/neues-raetsel-um-den-ursprung-des-virus/1709380, https://www.ksta.de/politik/rnd/streit-um-den-ursprung-des-virus-kommt-corona-aus-einem-labor-in-china--36575360, abgerufen am 21.5.2020. 8 https://project-evidence.github.io/ 9 Nature Medicine December 2015; 21: 1508-1513; https://www.nature.com/articles/nm.3985 10 https://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1006698 11 https://greatgameindia.com/coronavirus-coverup/ 12 https://project-evidence.github.io/ 13 https://www.independent.co.uk/news/wuhan-china-coronavirus-ban-wild-animals-eating-wildlife-trade-markets-a9524606.html 14 https://www.wsj.com/articles/china-rules-out-animal-market-and-lab-as-coronavirus-origin-11590517508 15 https://www.newsweek.com/china-censoring-research-covid-19-origins-deleted-page-wuhan-university-website-suggests-1497467 16 https://weather.com/en-IN/india/news/news/2020-05-27-coronavirus-originate-wuhan-multiple-origins-claims-china-covid-19

  • „Empfehlungen statt Verbote“

    Am 6. Juni 2020 soll im ersten Bundesland die Corona-Verordnung fallen - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will eine radikale Kehrtwende vollziehen. Warum erst jetzt? Und vor allem: Wie lange bleibt es beim guten Vorsatz, trotz mächtig Gegenwind aus Berlin? Sterben die Thüringer aus? Bekommt Deutschland in Kürze sein erstes Bundesland ohne Volk? Landauf, landab dürften sich Corona-Bangemacher gerade glücklich schätzen, dass Friseursalons wieder öffnen dürfen. Denn ihnen stehen die Haare zu Berge, seit sie von der gestrigen Ankündigung von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erfahren haben, er wolle eine radikale Kehrtwende vollziehen: Ab 6. Juni soll für 2,1 Millionen in der geografischen Mitte Deutschlands die Corona-Verordnung fallen – Schluss mit allen Beschränkungen. Paukenschlag! Nicht nur Versammlungsverbote, auch Mundschutz, Mindestabstand und Kontaktbeschränkungen dürften für die Thüringer dann der Vergangenheit angehören – zumindest als vorgeschriebene, polizeilich überwachte und mit Strafandrohung versehene Auflagen. An die Stelle von Zwang sollen Gebote treten. „Ich möchte den allgemeinen Lockdown aufheben“, sagt Ramelow. Und so werde er „dem Kabinett vorschlagen, dass wir jetzt die Weichen stellen, damit wir im Kern auf besondere Schutzvorschriften, die für alle Menschen in Thüringen gelten, verzichten können“, kündigt er an. „Es sollen nur noch Empfehlungen ausgesprochen werden.“ (1) Es sei „falsch, immer nur Angst zu bedienen“. Um Himmels willen, ist dieser Mann denn noch bei Sinnen? „Was Ramelow macht, ist nicht mutig, sondern töricht“, weiß Die Welt. „Ein Gang aufs Minenfeld“ sei das, warnt Jenas Oberbürgermeister prompt. Erwartungsgemäß gibt Ministerpräsident Markus Söder blauweißen Senf dazu: „Ich möchte nicht, dass Bayern noch mal infiziert wird durch eine unvorsichtige Politik, die in Thüringen gemacht wird.“ „Wir haben keine Neuigkeiten in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus“, so kommentiert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in der Saarbrücker Zeitung den Vorstoß Ramelows: „Das ist ganz klar ein Fehler!“ (2) Weiß Thüringens Landesvater denn nicht, dass wir weiterhin „erst am Anfang der Pandemie“ stehen, eine „zweite Welle“ auf uns zukommt, ein Kollaps des „überforderten Gesundheitssystems“ droht, mit Hunderttausenden von Covid-19-Opfern gerechnet werden muss? Dass es „um Leben und Tod geht“ (Armin Laschet)? Steigen Infektions- und Todesraten nicht weiter an? Es ist gerade erst ein, zwei Wochen her, seit das Berliner Panikorchester MerkelSpahnDrostenWieler &Co. der verängstigten Nation ein weiteres Mal einschärfte, wie schrecklich ernst die Lage ist – und wie viel ernster sie erst noch werden könnte. Ermahnte uns Bundespräsident Steinmeier nicht kürzlich noch zu jeder Menge „Geduld und Disziplin“? „April, April!“ mit Smiley Ende Mai? Gilt nun plötzlich Adenauers Devise: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ Nein, Bodo Ramelow liegt goldrichtig, und dafür hätten wir ihn gerne bereits zwei Monate früher gelobt. Denn schon damals wäre der schwedische Weg, mit der Corona-Krise umzugehen, der richtige gewesen – der einzige, der einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat voller mündiger, selbstverantwortlicher Bürger angemessen ist. Wie viel Schaden hätten inkompetente, expertenhörige, hyperaktive Regierungen in Bund und Ländern vom deutschen Volk abwenden können, ihrem Amtseid gemäß, wenn sie ihre Entscheidungen frühzeitig ramelowisiert hätten? Nur eine Frage bleibt in Thüringen noch offen: Warum erst jetzt, Bodo? Wie kann Ende März in Erfurt, Gotha und Weimar absolut falsch und lebensbedrohlich gewesen sein, was jetzt plötzlich mit vertretbarem Risiko möglich sein soll? Hätten die Thüringer nicht schon am 23. März, dem Beginn des Lockdowns, ohne weiteres hingekriegt, was ihnen erst ab 6. Juni zugetraut wird? „Wir haben im März auf der Grundlage von Schätzungen von 60.000 Infizierten entschieden – jetzt haben wir aktuell 245 Infizierte", so rechtfertigt sich Ramelow. Gab es in seinem Umfeld denn niemanden, der ihn frühzeitig über den Unterschied zwischen Infektion und Erkrankung hätte aufklären können? Überzogene Erwartungen an ein Ende der allgemeinen Corona-Beschränkungen in Thüringen dämpft SPD-Fraktionschef Matthias Hey. „Es ist nicht so, dass wir jetzt das Schweden Deutschlands werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe nicht darum, alle Beschränkungen aufzuheben, sondern sie regional so weit zurückzufahren, wie es das Infektionsgeschehen zulasse. Dazu sollen die Kommunen mehr Zuständigkeiten und Rechte erhalten. Wäre dies vor zwei Monaten etwa noch völlig ausgeschlossen gewesen – mitgetragen von informierten Bürgern, die auch in Kommunen außerhalb Schwedens durchaus willens und imstande sind, Mitverantwortung zu tragen, Gefährdete zu schützen und Rücksicht zu nehmen? Mündige Bürger verweigern sich allerdings, wenn ihr Staat verrückt spielt. Bodo Ramelow ist insofern Vorbild: Trotz Kontaktsperre nahm er kürzlich unzulässigerweise an der Beerdigung seiner Nachbarin teil. Damit habe er bewusst gegen seine eigene Corona-Verordnung verstoßen, so bekannte er in einem Interview. Alles andere wäre ihm unmenschlich vorgekommen. (Harald Wiesendanger) P.S.: Nach wenigen Tagen machte Thüringens Ministerpräsident einen Rückzieher. Anmerkungen (1) https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/ramelow-will-ab-6-juni-corona-beschraenkungen-aufheben-id229169524.html; https://www.thueringen24.de/thueringen/article229170006/Bodo-Ramelow-will-Corona-Lockdown-in-Thueringen-beenden-Aber-nicht-fuer-alle.html; https://www.tagesspiegel.de/politik/ramelow-will-lockdown-aufheben-in-thueringen-sollen-corona-beschraenkungen-am-6-juni-enden/25854440.html (2) https://www.presseportal.de/pm/57706/4604533; https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-pandemie-in-thueringen-ramelow-relativiert-damit-die-krankheit-16783798.html Foto Ramelow: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83439966

  • Für wie blöd hält uns diese Regierung?

    Reproduktionszahl gestiegen. Mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Na und? Oh Schreck, „R steigt an“! Die „Reproduktionsrate“, die angibt, wie viele weitere Menschen ein SARS-CoV-2-Infizierter ansteckt, liegt in Deutschland seit ein paar Tagen wieder über dem Wert 1 – ist das nicht schrecklich? Und mehrere Landkreise melden mehr als 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, weitere Regionen liegen nur knapp unter dieser Marke – schlimm, nicht wahr? Wirklich schlimm ist vielmehr das Schindluder, das Angela, Jens & Co. mit solchen Statistiken weiterhin treiben. Von Medien unhinterfragt an eine verstörte Bevölkerung weitergereicht, müssen solche Zahlenspiele zur Rechtfertigung dafür herhalten, Freiheitsbeschränkungen aufrechtzuerhalten, vor „übereilten“ Lockerungen zu warnen, die Bevölkerung auf eine drohende „zweite Welle“ vorzubereiten. „R steigt auf 1,13 – wohl ‚mehr Normalität‘ verantwortlich“, titelt „Focus“. Entlang der Marke „50 von 100.000“ verläuft eine „rote Linie“; wo sie überschritten wird, sollen umgehend wieder schärfere Infektionsschutzmaßnahmen greifen. Oh nein, die Pandemie sei noch längst nicht vorbei, mahnt soeben die Chef-Epidemiologin der Republik, Kanzlerin Merkel – die „Jahrhundertseuche“ trete nun in eine „neue Phase“ ein. Im Ernst? Alle Indikatoren, auf die es wirklich ankommt, stehen längst auf Entwarnung. So gut wie alle Experten wissen das, bis auf jene paar, deren Einflüsterungen unsere Spitzenpolitiker offenbar exklusiv lauschen; diese Clique scheint identisch mit jener, welche die Wochenberichte des Robert-Koch-Instituts, ausgerechnet diese, entweder nicht liest oder nicht versteht oder nie davon gehört hat. Mehrere Wochen VOR dem verspäteten, nutzlosen, kontraproduktiven „Lockdown“ waren alle wichtigen Kennzahlen bereits auf jahreszeitliches Normalniveau geschrumpft, teilweise sogar darunter, und dabei bleibt es nach wie vor (s. beigefügte Grafiken, aus dem RKI-Wochenbericht für die 18. Kalenderwoche, 25. April bis 1. Mai 2020): Bereits in der ersten Märzhälfte gingen Menschen nicht häufiger als sonst wegen Atembeschwerden zum Arzt; nicht häufiger wurde ein schweres akutes Atemwegssyndrom (SARS) diagnostiziert; nicht häufiger belegten solche Patienten Krankenhausbetten; nicht häufiger starben sie. „R“ lag bereits vor dem 23. März 2020 unter 1. Was weiterhin zunimmt, ist lediglich die Anzahl festgestellter SARS-CoV-2-Infektionen – am 11. Mai plus 933. Doch sie allein besagt nullkommanichts über die Gefährlichkeit, folglich auch nichts über unsere Schutzbedürftigkeit. Was müssen wir vor diesem Hintergrund davon halten, dass das Robert-Koch-Institut beharrlich verbreitet: Aktuell steige die Reproduktionszahl R wegen der bundesweiten Lockerungsmaßnahmen wieder an? () Damit führt es die Bürger unfassbar dreist an der Nase herum. Zur Erinnerung: Am 6. Mai 2020 änderte das RKI die Richtlinien, wer getestet werden soll. Seither sollen es ALLE Personen mit akuten Atemwegssymptomen jedes Schweregrads sein, unabhängig davon, ob irgendwelche zusätzlichen Risikofaktoren vorliegen. Zudem sollen sich nun auch völlig symptomfreie Menschen den Tests unterziehen. Das Fernziel hat Bundesgesundheitsminister Spahn vorgegeben: Er will die Corona-Tests massiv ausweiten – von wöchentlich 650.000 Mitte April auf bis zu 4,5 Millionen. Diese Versiebenfachung wird die Häufigkeit festgestellter Infektionen regelrecht explodieren lassen – selbst wenn die tatsächliche Anzahl Infizierter innerhalb der Bevölkerung konstant bleibt oder sogar deutlich sinkt. Zum Beweis genügen Grundrechenarten. Angenommen, 20 % aller Bundesdeutschen hätten sich mit SARS-CoV-2 angesteckt, und Spahn ließe flächendeckend repräsentative Stichproben untersuchen. Dann würden 650.000 Tests in jedem fünften Fall positiv ausfallen – also 130.000 Infizierte ausfindig machen. 4,5 Millionen Tests, die in jedem fünften Fall einen SARS-CoV-2-Befall anzeigen, ergäben hingegen 900.000 Infizierte. Prompt könnte das Robert-Koch-Institut eine regelrechte „Explosion“ der Fallzahlen melden: um fast 600 Prozent, oh mein Gott, wie entsetzlich! Notstand hoch Zwei! Strikteste Quarantäne! Verschärfter Lockdown! Eine Steigerung ließe sich auf diese Weise selbst dann noch herbeitricksen, wenn die absolute Zahl der Infizierten in Wahrheit bereits drastisch zurückgegangen wäre. Daraus folgt, was der übelst verleumdete Arzt Dr. Wolfgang Wodarg von Krisenbeginn an zu bedenken gab: Die vermeintliche Pandemie ist im wesentlichen ein Test-Artefakt – sprunghaft steigende Infektionszahlen spiegeln in erster Linie sprunghaft zunehmendes Herumtesten: „Wir beobachten nicht die Krankheiten, sondern die Aktivität der nach ihnen suchenden Virologen.“ Verblüffenderweise ist dies dem RKI durchaus bewusst. So räumt es in einem Artikel zur Berechnung des R-Werts im Epidemiologischen Bulletin wörtlich ein: „Ein weiterer Aspekt ist aber auch, dass in Deutschland die Testkapazitäten deutlich erhöht worden sind und durch stärkeres Testen ein insgesamt größerer Teil der Infektionen sichtbar wird. Dieser strukturelle Effekt und der dadurch bedingte Anstieg der Meldezahlen, kann dazu führen, dass der aktuelle R-Wert das reale Geschehen etwas überschätzt.“ Was heißt hier „etwas“? Auf diese Vorgehensweise passen am ehesten drei Adjektive: unwissenschaftlich, unseriös, skandalös. Weshalb berücksichtigt das RKI nicht den Faktor Testhäufigkeit, wenn es die Reproduktionszahl R schätzt? Weshalb übernehmen Politiker unreflektiert diese Zahlen, ohne dass ihnen irgendwer aus ihrem Umfeld begreiflich macht, auf welchen Unfug sie ihre folgenschweren Fehlentscheidungen stützen? Wer schirmt die Entscheidungsträger in Bund und Ländern ab gegen unabhängigen Sachverstand? Oder tun sie es absichtlich, weil es andere als epidemiologische Gründe gibt, die Nation im Krisenmodus zu belassen? Und warum lassen die angeblichen „Qualitätsmedien“ unseres Landes diese Fake-News-Schleudern ungeschoren davonkommen? Wieso beurteilen Gerichte die fatalen Zumutungen unseres Überwachungsstaats nicht längst reihenweise als das, was sie von Anfang waren: unverhältnismäßig und verfassungswidrig? Und wer, bitteschön, spendiert dem Berliner Panikorchester endlich eine Bildungsreise nach Schweden? (Harald Wiesendanger)

  • Hatten die Panikmacher doch recht?

    Im April 2020, auf dem vorläufigen Höhepunkt der Coronakrise, starben in vielen Ländern Europas deutlich mehr Menschen als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. starben in vielen Ländern Europas überdurchschnittlich viele Menschen. Ist der „Killerkeim“ aus Wuhan schuld? Im April 2020, auf dem Höhepunkt der sogenannten „Ersten Welle“ der Corona-Pandemie, starben in vielen Teilen Europas deutlich mehr Menschen als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. Nicht nur bei Senioren, auch bei den unter 65-Jährigen sowie insgesamt sind die Sterberaten deutlich erhöht. Das belegt euroMOMO, das EU-Register über Todesfälle in 24 Ländern. Die bestürzenden Zahlen übertreffen sogar die Todesbilanz des besonders schlimmen Grippewinters 2017/18. Lagen die Übervorsichtigen, die Alarmisten, die Bangemacher also doch richtig? Erzwangen Regierungen demnach völlig zurecht jene drakonischen Maßnahmen zum Infektionsschutz, die Grundrechte geradezu totalitär einschränken, Demokratien in Gefängnisse verwandeln, alles öffentliche Leben einfrieren, die Wirtschaft ruinieren? Müssen sich Corona-Skeptiker für ihre Sorglosigkeit, für das verantwortungslose Säen von Zweifeln, das Verbreiten von Fake News schleunigst entschuldigen – und endlich die Klappe halten? Löscht KLARTEXT nicht am besten all ihre Beiträge des vergangenen Vierteljahrs, um nicht länger durch Desinformation Schaden anzurichten? Gemach, gemach. An euroMOMOs jüngsten Horrorzahlen fallen vier Merkwürdigkeiten auf: (1.) Die erhebliche „Übersterblichkeit“ hat keineswegs alle Staaten Europas heimgesucht. In die Höhe schossen Sterberaten in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden, der Schweiz und ganz besonders in Großbritannien. Auf dem Niveau der Vorjahre, ohne statistische Auffälligkeiten, blieben sie hingegen in Luxemburg, Malta, Norwegen, Portugal, Ungarn, Griechenland, Finnland, Estland, Dänemark, Österreich – und nicht zuletzt in Deutschland. Wer noch nicht mitbekommen hat, dass sich unser Planet im Griff einer „Jahrhundert-Pandemie“ befindet, den würde ein Großteil der Länderstatistiken von euroMOMO veranlassen, sich entspannt zurückzulehnen: Er sähe die Todesbilanz einer gewöhnlichen Grippesaison, mehr nicht. (2.) Zwar schossen die Todesfallkurven im April steil in die Höhe – verharrten auf Spitzenwerten aber bloß für einen kurzen Moment. Dann fielen sie ebenso steil wieder ab. Mit Ausnahme Englands liegen sie inzwischen wieder überall im Normalbereich. (3.) Vereinzelt sanken die Sterberaten inzwischen sogar UNTER die Durchschnittswerte der Vorjahre. Dieses sonderbare Phänomen einer „Untersterblichkeit“, inmitten einer Pandemiezeit, ist gerade in Irland zu besichtigen, am ausgeprägtesten in den Niederlanden; und es zeichnet sich in Frankreich ab. (4.) Zu den härtesten Corona-Fakten zählt, dass SARS-CoV-2 beim Dahinraffen klare Alterspräferenzen hat: Das Virus aus Fernost hat es fast ausschließlich auf vorerkrankte Hochbetagte abgesehen. Das Durchschnittsalter derer, die mit Covid19 sterben, liegt in Deutschland bei 80 Jahren, in anderen Ländern sogar noch darüber. Also lässt der vermeintliche „Killerkeim“ sein typisches Opfer in einem Alter das Zeitliche segnen, in dem es ohnehin zu sterben pflegt, nachdem es seine statistische Lebenserwartung ausgeschöpft hat. Wie könnte ein „Killerkeim“ geografische Vorlieben haben? Müsste er nicht überall ungefähr gleich schlimm wüten? Wie kann er in den Fallzahlen von Arztpraxen, Krankenhäusern und Friedhöfen in Lissabon und Athen, in Kopenhagen und Helsinki, in Wien und Berlin so gut wie unsichtbar bleiben – während er in Bergamo, in Paris, in London mörderisch zuschlägt? Die sonderbaren, überaus deutlich ausgeprägten Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern deuten darauf hin, dass an höheren nationalen Sterberaten nicht allein das Virus schuld sein kann - in den am stärksten betroffenen Regionen Europas müssen gewichtige Sonderfaktoren mitspielen. Welche Faktoren könnten das sein? In früheren Beiträgen identifizierten wir sie am Beispiel von Italien und Großbritannien. Dazu zählen: hohe Luftverschmutzung, die Lungen vorschädigte; ein besonders enges Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach; die Altersstruktur der Bevölkerung, mit einem besonders hohen Anteil an Senioren; ein heruntergekommenes Gesundheitssystem; vorangegangene Massenimpfungen; bakterielle Hintergrundbelastungen, etwa durch Legionellen, aus maroden Trinkwassersystemen, Kühl- und Kläranlagen; Fehlbehandlungen mit nebenwirkungsreichen, immunschwächenden Medikamenten. Auch invasive Beatmung kann töten. Monatelang warnten Fachleute vergeblich, dass diese vermeintlich lebensrettende Maßnahme die Überlebenschancen der meisten Covid19-Patienten, zumal der hochbetagten, mitnichten erhöht. Weltweit wurden Betroffene, die schwer Luft bekamen, routinemäßig intubiert, also an Maschinen angeschlossen, die das Atmen vollständig übernehmen. Erst jetzt dürfen im Fernsehen die ersten Ärzte zu Wort kommen, die wie Stefan Flores aus New York berichten: Er habe gehofft, per Intubation Leben retten zu können, aber das sei nur selten gelungen. „Die Patienten starben einfach alle gleichzeitig während meiner Schicht", sagte Flores vor wenigen Tagen in der ARD. "So etwas habe ich noch nie erlebt." Tatsächlich deuten jüngste Studien, die viel früher hätten stattfinden und bekanntwerden müssen, auf eine bestürzend hohe Sterblichkeit bei invasiver Beatmung hin. (1) Hinzu kommen sehr oft Folgeschäden bei den Patienten, die diese Beatmung überlebt haben, wie etwa Infektionen und schwerwiegende Lungenschäden. Warum schossen euroMOMOs Todeskurven vielerorts steil in die Höhe, um kurz darauf regelrecht abzustürzen, teilweise bereits unter Normalniveau? Des Rätsels Lösung kennt der britische Statistik-Professor David Spiegelhalter von der Universität Cambridge: Am Ende dieses Jahres, wenn uns alle Daten vorliegen, könnte sich herausstellen, dass die Wirkung des neuartigen Corona-Virus darin bestanden haben wird, Todesfälle, die sich sonst über das gesamte Jahr verteilt hätten, „im März/April in ein enges Fenster zu drängen, ohne die Gesamtzahl zu erhöhen“, so Professor Spiegelhalter. Senioren, deren Immunsystem ohnehin schon durch vielerlei Vorerkrankungen und Medikamente geschwächt war, gab SARS-CoV2 noch den letzten Rest. Wer im April stirbt, tut es bis zum 31. Dezember aber kein weiteres Mal. Und so dürfte die Gesamtbilanz 2020, wenn Spiegelhalter recht behält, keineswegs schlechter ausfallen als in den Vorjahren. Wenn Covid19 mit Vorliebe Senioren umbringt: Wieso starben dann im April 2020 im europäischen Durchschnitt ebenfalls überdurchschnittlich viele Erwachsene UNTER 65 Jahren? Der Grund könnte derselbe sein, aus dem die Todesrate auch unter test-NEGATIVEN Greisen deutlich erhöht ist: also unter Senioren, die sich KEINE Corona-Infektion eingefangen hatten. Wie ist das möglich? Hierin dürften sich Sekundärwirkungen des Pandemiealarms niederschlagen, die nicht bloß Greise betreffen. Wie die Londoner Times berichtet, werden bis zu 50% der aktuellen britischen Übersterblichkeit nicht durch Coronaviren verursacht, sondern durch die Effekte des Lockdowns, der allgemeinen Panik und des teilweisen gesellschaftlichen Zusammenbruchs. Dabei geht es immerhin um rund 3000 Menschen pro Woche. Einer Ende April erstellten Analyse zufolge sterben pro Woche rund 2000 Briten OHNE Covid19 zuhause, weil sie das Gesundheitssystem nicht nutzen können oder möchten: insbesondere Notfallpatienten mit Herzinfarkten und Hirnschlägen sowie chronisch Erkrankte. Zur Übersterblichkeit dürften außerdem erheblich Menschen beitragen, die weniger dem Coronavirus selbst erliegen als extremer Anspannung, in Erwartung des schrecklichen Killers. Andauernde Angst führt zu Stress; Stress erhöht die Ausschüttung von Cortisol; zuviel Cortisol sorgt für Bluthochdruck, schadet dem Herzen und unterdrückt Abwehrreaktionen des körpereigenen Immunsystems. Berichten aus Deutschland und Italien zufolge verstarben etliche Pflegeheimbewohner plötzlich unmittelbar nach Testung - ohne die geringsten Symptome. Wenn es sich bei 50% der sogenannten „Übersterblichkeit“ (2) um Folgen von seuchenpolitischem Hyperaktionismus handelt, so bedeutet das im Klartext: Mit ihren überstürzten, verspäteten, nutzlosen Hygienediktaten haben Staatslenker wie Macron, Conti, Johnson, Sánchez und Wilmès womöglich keinen einzigen Bürger gerettet, aber tausende umgebracht. Wer bringt sie und ihre Regierungsmitglieder dafür vor den Europäischen Gerichtshof? Darüber hinaus liefert euroMOMO weitere stichhaltige Gründe dafür, einen „Lockdown“ für ineffektiven, kontraproduktiven Unfug zu erachten: Ausgerechnet jene Länder, die ihren Bevölkerungen die drastischsten Seuchenschutzmaßnahmen mit wochenlangen Ausgangssperren zumuteten – nämlich Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien -, zählen zu jenen, welche die übelsten Sterbebilanzen aufweisen. Aber wenn sich am Jahresende herausstellen sollte, dass 2020 in Europa und weltweit tatsächlich signifikant mehr Menschen gestorben sind, als statistisch zu erwarten gewesen wäre? Was das für die Menschheit und die Seuchenpolitik der Zukunft bedeuten würde, hängt davon ab, wie hoch die Übersterblichkeit übers ganze Jahr gerechnet ausfällt. Voraussichtlich dürfte sie sich höchstens im Bereich von Zehntelprozenten bewegen. Natürlich, jeder Tote ist irgendwie einer zuviel, hinter jedem Todesfall verbirgt sich womöglich eine persönliche Tragödie. Andererseits führt nichts daran vorbei: Der Tod gehört zum Leben, und Leben ist stets lebensgefährlich, zumal gegen Lebensende. „Das Leben“, so definierte es ein weiser Besucher unserer Facebook-Seite kürzlich, „ist eine durch Geschlechtsverkehr übertragbare Krankheit, die nach durchschnittlich 80 Jahren mit einer Mortalitätsrate von 100 % zum Tode führt.“ Und so bliebe immer noch die Frage offen, ob wir jene Zehntelprozent Übersterblichkeit unbedingt höher gewichten sollten als all das, was wir ihretwegen in Kauf nehmen müssen: massive Eingriffe in elementarste Menschenrechte, das Lahmlegen des öffentlichen Lebens, den Absturz der Wirtschaft. Müssen wir dem „Abflachen der Kurve“ zuliebe eine Hygienediktatur hinnehmen, die ganze Länder auf unbestimmte Zeit in seuchenbehördlich überwachte Haftanstalten verwandelt? (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2765184; https://www.newsweek.com/nearly-90-percent-coronavirus-patients-put-ventilators-new-yorks-largest-health-system-died-1499845 (2) „Übersterblichkeit“ (Exzessmortalität): erhöhte Zahl von Sterbefällen während einer bestimmten Zeitspanne, verglichen mit der Sterblichkeit, die zur selben Jahreszeit normalerweise zu erwarten wäre. Als Bezugsgröße dient in der Regel der statistische Durchschnitt der zurückliegenden drei bis fünf Jahre.

  • Die Hygiene-Diktatur bringt ihre Bürger um

    Erschütternde Zahlen des britischen Amts für Statistik deuten darauf hin: Den Folgen des „Lockdowns“ fallen nicht weniger Menschen zum Opfer, als mit dem SARS-CoV-2 sterben. Wer zieht Regierungen dafür zur Verantwortung? Dem ersten erzwungenen „Lockdown“ im Frühjahr 2020 könnten nicht weniger Menschen zum Opfer fallen als dem vermeintlichen Corona-„Killerkeim“. Diesen verheerenden Schluss legen Zahlen des britischen Amts für Statisik (ONS) nahe, die der Statistik-Professor David Spiegelhalter von der Universität Cambridge auswertete. Demnach rührte „Übersterblichkeit“ in England und Wales Ende März/Anfang April zur Hälfte von Verstorbenen OHNE Covid-19-Befund her (s. beigefügte Grafik). Allein in der ersten Aprilwoche registrierten die ONS-Statistiker zusätzliche 2500 Todesfälle, die im Totenschein NICHT mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht wurden. Für Prof. Spiegelhalter lautet „die große Frage: Was ist die Ursache für diese zusätzlichen 2.500 Todesfälle? Könnte der registrierende Arzt versäumt haben, Covid-19 als Todesursache auf dem Totenschein korrekt zu identifizieren? Oder handelt es sich bei diesen zusätzlichen Todesfällen um Kollateralschäden, die als unbeabsichtigte Folge der Abriegelung auftreten?“ Francesco Checchi, ein Epidemiologe an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, findet Spiegelhalters Verdacht plausibel. "Am Anfang ist das Gesundheitssystem einfach nicht darauf vorbereitet, angemessene Triage-Entscheidungen zu treffen, das heißt zu entscheiden, wen man aufnimmt und wen nicht. Und deshalb sterben viele Menschen, weil sie nicht die richtige Behandlung erhalten können, die sie brauchen.“ Eine Studie in der medizinischen Fachzeitschrift „Lancet“ brachte mindestens 250.000 Krebs-Todesfälle mit der Rezession von 2009 in Verbindung. Im übrigen dürften „der Stress der Covid-19-Pandemie und die durch sie ausgelöste Wirtschaftskrise auch zu einem Anstieg des Rauchens, des Alkohol- und Drogenkonsums führen“, vermutet Prof. Spiegelhalter. Er verweist auf Suchtmediziner, die eine sprunghafte Zunahme von Opioid-Überdosierungen feststellen, seit diese Pandemie begann. Bei den 2500 englischen „Exzess-Toten“ der ersten Aprilwoche 2020, bei denen KEIN Covid-19 festgestellt wurde, könnte es sich nach Prof. Spiegelhalter handeln um - „Herzinfarkt- und Schlaganfallopfer, die nicht schnell genug die Behandlung gesucht oder erhalten haben, die sie brauchten; - Menschen, deren Herz-Bypass- oder Stent-Operationen abgesagt wurden; - Personen mit Sepsis, Meningitis oder schweren Harnwegsinfektionen, die die benötigten Medikamente nicht rechtzeitig bekamen, weil sie Angst hatten, zur Notaufnahme zu gehen oder den Druck auf das Gesundheitswesen zu erhöhen; - Krebspatienten, deren Operationen, Chemotherapie und Strahlentherapie abgesagt wurden. Die erschreckende Wahrheit ist, dass die Zahl der Todesfälle potenziell noch weitaus höher sein wird, wenn wir die psychisch Kranken mit einbeziehen, die nicht die Hilfe bekommen können, die sie brauchen.“ „Ja, wir müssen die Geißel des Coronavirus mit allen Mitteln bekämpfen, die wir aufbringen können“, dieser Ansicht ist auch Prof. Spiegelhalter. „Aber dabei dürfen wir nicht die Tausende anderer Patienten ignorieren, die geopfert werden.“ Glaubt irgendwer ernsthaft, dass sich diese Art von "Kollateralschäden" des staatlichen Seuchenschutzes auf das Vereinigte Königreich beschränkt? (Harald Wiesendanger)

  • "Merkels Fürsorge brauche ich nicht"

    FDP-Spitzenpolitiker Wolfgang Kubicki übt scharfe Kritik am Hygiene-Regime der Bundesregierung und den Zahlenspielen des Robert-Koch-Instituts. Ein Statistik-Professor tut es ebenfalls. "Ich brauche weder die Fürsorge von Angela Merkel noch von jemand anderem": Mit klaren Worten kritisiert der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki das Verhalten der politisch Verantwortlichen in der Corona-Krise. Die offiziellen Corona-Zahlen, die das Robert-Koch-Institut regelmäßig verbreitet, sind Kubicki suspekt. Diese „vermitteln eher den Eindruck, politisch motiviert zu sein als wissenschaftlich fundiert“, erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Insbesondere das seltsame Auf und Ab der „Reproduktionszahl“ R – sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt - werfe Fragen auf, so Kubicki, der auch Vizepräsident des Deutschen Bundestags ist. Nach Angaben des RKI-Chefs Lothar Wieler soll R bundesweit von 0,9 auf 1,0 gestiegen sein. Aber wieso verkündet Ministerpräsident Markus Söder für Bayern, das Land mit den meisten Infektionen, gleichzeitig einen R-Wert von 0,57? „Woher der RKI-Wert bei sinkenden Infektionsraten kommen soll, erschließt sich nicht einmal mehr den Wohlmeinendsten“, kritisiert der FDP-Spitzenpolitiker. Erstaunlich findet Kubicki, dass Wieler nun darauf hinweise, bei der Berechnung von R werde nun eine neue Methode angewandt, im übrigen nehme die relative Bedeutung dieses Werts ab. Dies „trägt nicht dazu bei, die täglichen Wasserstandsmeldungen des Instituts noch für seriös zu halten“. Im übrigen fällt Kubicki auf, dass die vom Helmholtz-Zentrum und der Technischen Universität Ilmenau ermittelten Werte deutlich von den Schätzungen des RKI abweichen: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der R-Wert des RKI steigt ausgerechnet zur Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten, bei der vor weiteren Lockerungen gewarnt werden soll.“ "Die Zeit der Virologen und Epidemiologen ist vorbei" Dass Regierungen in der Corona-Krise dem RKI und der Charité ein regelrechtes Erkenntnis- und Deutungsmonopol einräumten, findet Kubicki äußerst fragwürdig. „Wissenschaft hat etwas mit Diskurs zu tun und dem Austausch der Meinungen und wissenschaftliche Meinungen können auch widerlegt werden“, betont Kubicki in einem längeren Interview mit dem Online-Magazin „Watson“. „Wäre das nicht der Fall, würden wir heute immer noch denken, die Erde sei eine Scheibe. Wir müssen wissenschaftliche Meinungen offen diskutieren und dann Entscheidungen treffen.“ Nach Kubickis Eindruck lassen sich Regierungen in Bund und Ländern zu einseitig beraten. "Die Zeit der Virologen und Epidemiologen ist vorbei." Söder: der wiederauferstandene Ludwig II. von Bayern? In der Krise schlägt die Stunde der Exekutive, so heißt es. Ganz Deutschland hängt an den Lippen von Regierenden, die ihnen kundtun, ob und wann sie Einschränkungen von Freiheitsrechten zurücknehmen und allmählich wieder Normalität einkehren lassen. Genau dies geht dem FDP-Vizechef gehörig auf die Nerven: „"Die Bundeskanzlerin erweckt dauernd den Eindruck, dass sie bestimmen darf, wie 83 Millionen Menschen in Deutschland leben. Das ist infektionsrechtlich falsch", erklärt Kubicki. Und „Bei Markus Söder könnte man den Eindruck gewinnen, als gehörte ihm das Land und er wäre der wiederauferstandene Ludwig II. von Bayern, wenn er vermittelt, die Gewährung von Freiheiten sei ein Gnadenakt durch ihn.“ Wer Grundrechte einschränkt, „muss das begründen, mit jedem Tag besser. Da reichen bloße Szenarien nicht aus. Mir fehlt aber auch einfach mal ein klares Ziel. Es ist überhaupt nicht klar, wann der Shutdown enden soll und sämtliche Grundrechtsbeschränkungen aufgehoben werden. Nach den ersten drastischen Maßnahmen, die ich geteilt habe, müssen wir mehr und mehr Richtung Normalzustand gehen. Das heißt auch, dass die Krankenhäuser wieder mehr Patienten aufnehmen müssen. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Operationen immer weiter verschoben werden und Menschen dadurch in der Gefahr stehen, nicht durch, sondern wegen Corona zu sterben. Irgendwann muss eine Regierung, egal ob Bundes- oder Landesregierung, mal erklären, welches Ziel wir erreichen wollen und wann es dann so weit ist.“ Soweit solche Ziele definiert wurden, wechselten sie ständig: „Erst war das Ziel, die Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern, was ja inzwischen auch kein Thema mehr ist. Dann die Verdopplungszeit und anschließend die Reproduktionsrate. Ich halte das für schwer akzeptabel und nicht mehr nachvollziehbar.“ Ein Staat, der für seine Bürger hundertprozentigen Rundumschutz anstrebt und geradezu totalitär durchsetzt, ist Kubicki suspekt: "Ich brauche weder die Fürsorge von Angela Merkel noch von jemand anderem." Aber gehört Kubicki mit seinen 68 Lenzen nicht selber einer „Risikogruppe“ an, die dankbar sein sollte, dass Infektionsschützer bestmöglich auf sie aufpassen? Seine Gesundheit sieht er eher von Weißwein und Gewichtszunahme bedroht als von Corona. „Mein Problem besteht darin, dass mir sämtliche Risiken des Lebens regelmäßig begegnen. Das geht von Genussmitteln und gutem Essen bis zu sozialen Kontakten. Ich bin altersbereinigt gesundheitlich sehr gut drauf. Mich muss keiner beschützen.“ In der Corona-Krise drängen Politiker ins Rampenlicht, über deren Aussagen Kubicki nur den Kopf schütteln kann. Beispielsweise „halte ich von Karl Lauterbachs Erklärungen nicht viel. Seine Idee ist es ja, den Lockdown bis zur Findung eines Impfstoffes beizubehalten. Das kann anderthalb bis zwei Jahre dauern. Abgesehen davon ändert er alle zwei Tage seine Meinung. Das kann er gerne tun, aber ich weiß nicht, ob er der SPD damit einen Gefallen tut. Viele Dinge, die er gesagt hat, waren in der Vergangenheit unsinnig und sind es jetzt immer noch.“ So forderte Lauterbach noch vor wenigen Tagen, „man solle testen, testen, testen. Und jetzt erklärt er, dass er die Auffassung von Jens Spahn teilt, dass man sich beim Testen auf die konzentrieren sollte, die Symptome haben, was völlig unsinnig ist, weil viele Infizierte gar keine Symptome zeigen.“ Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gibt nach Kubickis Einschätzung in der Krise eine eher klägliche Figur ab: „Wer infektionsrechtliche Maßnahmen mit einem Schaulaufen um die Kanzlerkandidatur verbindet, ist nicht ganz dicht in der Birne. Hier wird in Grundrechte eingegriffen und das muss man gut begründen.“ Was der als „Häuptling Spitze Zunge“ berüchtigte FDP-Vizechef da austeilt, ist starker Tobak. Wieso wartete er damit bis Ende April? Befand er sich zwei Monate lang in verschärfter Quarantäne, ohne jegliche Komunikationsmittel und mit Interviewverbot? Statistik-Professor erkennt "Willkür" Kubickis Kritik teilt der namhafte Statistik-Professor Gerd Bosbach, Mitautor der Bestseller „Lügen mit Zahlen“ (2012) und „Die Zahlentrickser“ (2017): „Der ständige Wechsel der Bezugsgrößen erzeugt den Eindruck von Willkür.“ Bosbach knöpft sie sich der Reihe nach vor: 1. „Zu Beginn wurde das Ziel ausgegeben, den Anstieg zu verlangsamen, um die Intensivabteilungen der Krankenhäuser nicht zu überfordern („Flatten the curve“). Gemessen werden sollte das Wachstum an der Verdopplungszeit der Anzahl der Infizierten. Zuerst sollte die 10 Tage überschreiten, dann musste noch länger gedehnt werden. Verdopplungszeit 14 Tage wurde der Maßstab. 2. Dann tauchte plötzlich die Reproduktionszahl R in aller Munde als Maßstab auf: Wie viele Personen steckt ein Infizierter an? Anfänglich war das Ziel 1, dann unter 1, letzte Woche wurde vom RKI-Vizepräsidenten sogar mal ungefähr 0,2 genannt, am 28.4. auch “möglichst niedrig”. Berechnen kann man R sowieso nicht. Außerdem wurde die Schätzmethode Mitte April auch noch gewechselt. 3. Seit letzter Woche ist die absolute Zahl der gemeldeten Fälle (wegen möglicher Einzelfallverfolgung durch die Gesundheitsämter) plötzlich die wichtigste Größe. Genannte Grenzen bisher: ein paar hundert, unter 1000, möglichst niedrig.“ Dies, so bemängelt der Statistik-Professor, sei „kein vertrauenswürdiger Umgang mit der Bereitschaft fast aller, sich stark einzuschränken. Wechselt kurz vor der Erfüllung plötzlich das Kriterium, und das gleich mehrfach, dann sinkt die Bereitschaft, massive Freiheitseinschränkungen weiter zu respektieren.“ Die Kubicki/Bosbach-Schelte hat den „R“-Wert offenbar mächtig beeindruckt: Kurz darauf, am 30. April bei seiner täglichen Pressekonferenz, verblüffte RKI-Chef Wieler mit der Verlautbarung, R sei geradezu schlagartig auf 0,76 gesunken. Dennoch befinden wir uns angeblich „noch am Anfang dieses Marathons“. Derzeit komme es zudem jeden Tag zu rund 1500 Neuinfektionen. Das seien weniger als noch in der vergangenen Woche – erstaunlicherweise, weil das RKI die Infektionszahlen künstlich hochtreibt, indem sie wesentlich mehr Tests durchführt; statt 350.000 pro Woche sollen demnächst 4,5 Millionen stattfinden. Trotzdem werden die Kontaktbeschränkungen „jetzt sicherlich erst einmal bis zum 10. Mai verlängert“, so stellte Kanzleramtschef Helge Braun am selben Tag klar. Die zwingenden, alternativlosen Gründe hierfür stellen anscheinend ein wohlgehütetes Geheimnis dar. Die einzigen Experten, die diese Gründeweiterhin zu kennen scheinen, nahm Kanzlerin Merkel am 30. April in Berlin nochmals nachdrücklich in Schutz: Deutschland habe herausragende Wissenschaftler in den Bereichen Virologie und Epidemiologie, "auf deren Stimme wir hören können und auf deren Stimme auch viele andere außerhalb Deutschlands hören". Selektive Schwerhörigkeit wäre demnach in der Corona-Krise ein hilfreiches Handicap gewesen. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Zu Kubickis Kritik: https://m.focus.de/regional/schleswig-holstein/fdp-mann-kubicki-greift-rki-an-fdp-mann-kubicki-greift-rki-an_id_11933877.html; https://www.watson.de/deutschland/exklusiv/908350862-wolfgang-kubicki-eindruck-bei-soeder-er-waere-der-wiederauferstandene-ludwig-ii Zu Bosbachs Kritik: https://norberthaering.de/gastbeitrag/bosbach-coroana-kriterien/ © Fotoausschnitt Kubicki: Sven Teschke – Wikipedia Commons

  • Entwarnung? "Es braucht keine Impfpflicht"

    Kommt sie nun oder nicht? Mit halbherzigen Dementis von geplanten Corona-Zwangsimpfungen stiften Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und andere Spitzenpolitiker eher für Verwirrung, als Besorgte zu beruhigen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet angeblich NICHT damit, dass eine Impfpflicht kommen müsste, sobald ein Impfstoff gegen das Coronavirus vorliegt. Das erklärte er jedenfalls am 29. April 2020 in Berlin. Allerdings habe er den Eindruck, dass die allermeisten Bürger sich eine solche Impfung wünschen würden. "Überall da, wo wir durch Bereitschaft und gutes Argumentieren zum Ziel kommen, braucht es aus meiner Sicht keine Pflicht." Zugleich betonte Spahn aber, Impfungen seien „eine der größten Errungenschaften der Menschheit“. Nicht nur deswegen besteht für Impfskeptiker keinerlei Grund, erleichtert aufzuatmen. Er hoffe, dass nun auch Impfdebatten aus der Zeit vor der Corona-Krise "vielleicht in einem neuen Licht" gesehen würden. Vor kurzem war, maßgeblich auf Spahns Betreiben, eine umstrittene Impfpflicht gegen Masern für Kitas und Schulen eingeführt worden. Nicht nur deswegen besteht für Impfskeptiker keinerlei Grund, erleichtert aufzuatmen. Hatte Spahn nicht vor wenigen Tagen klargestellt, eine „Rückkehr zur Normalität“ könne es erst geben, wenn ein Impfstoff verfügbar sei? Erklärte Deutschlands selbstgefälligster „harter Hund“ in der Corona-Krise, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, nicht kürzlich, er sei „für eine Impfpflicht sehr offen“? Schloss sich ihm nicht Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) an?: „Für den Fall, dass ein verträglicher und wirksamer Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, würde ich eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus befürworten“, sagte sie der Heilbronner Stimme. Hat UN-Generalsekretär António Guterres nicht soeben dafür geworben, einen Covid-19-Impfstoff als „globales öffentliches Gut“ zu betrachten, das „jedem überall“ zugute kommen müsse? Hat ihn Angela Merkel dafür nicht ausdrücklich gelobt? Und hat die Kanzlerin nicht vor wenigen Tagen gemeinsam mit den Ministerpräsidenten aller Bundesländer festgestellt?: „Eine zeitnahe Immunität in der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 ohne Impfstoff zu erreichen, ist ohne eine Überforderung des Gesundheitswesens und des Risikos vieler Todesfälle nicht möglich. (…) Ein Impfstoff ist der Schlüssel zu einer Rückkehr des normalen Alltags. Sobald ein Impfstoff vorhanden ist, müssen auch schnellstmöglich genügend Impfdosen für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen." Ließ die Bundesregierung nicht kürzlich der „Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung“ GAVI, einer im Jahr 2000 eingerichteten berüchtigt pharmagesteuerten Lobby-Organisation, 600 Millionen Euro zukommen, womit Deutschland zum viertgrößten staatlichen GAVI-Mäzen wurde? Übernahm Merkel nicht 2015 die Schirmherrschaft für eine GAVI-Geberkonferenz in Berlin? Im GAVI-Vorstand sitzen zwei der weltgrößten Impfstoffhersteller, Pfizer und GlaxoSmithKline, neben der Gates-Stiftung und dem britischen Wellcome Trust, zwei der weltweit finanzstärksten privaten Pharma-Unterstützer, sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die sich zu 85 % aus Zuwendungen der Industrie und pharmanaher Stiftungen finanziert. Mit mehreren hundert Millionen Dollar „förderte“ GAVI Pfizer und GlaxoSmithKline - ausgerechnet sie -, um ihnen Anreize zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Lungenentzündung zu schaffen, welche Kindern in der Dritten Welt „zugute“ kommen sollen. In Afrika sorgte eine von GAVI und Gates betriebene Kampagne gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten dafür, dass geimpfte Kinder zehn Mal häufiger starben als ungeimpfte. (Somit haben unsere Steuergelder auf Umwegen einen Massenmord mitfinanziert.) Soeben forderte GAVI, den Zugang zu einem Corona-Impfstoff „global abzustimmen“, sobald er verfügbar sei. Wie eine solche „Abstimmung“ aussehen muss, weiß GAVIs Hauptsponsor Bill Gates schon längst: „Solange es keine weitläufige Massenimpfung gibt, werden Aktivitäten wie Massenversammlungen (…) wahrscheinlich überhaupt nicht mehr möglich sein.“ „Wir werden diesen Impfstoff letztendlich sieben Milliarden Menschen verabreichen“, kündigte Gates am 12. April 2020 an. Weiteren Grund für Skepsis bietet, neben den früheren Pharma-Lobbyaktivitäten des Gesundheitsministers, sein berüchtigter Wankelmut. Mal findet er die staatlichen Infektionsschutzmaßnahmen alternativlos; ein andermal rechnet er damit, dass sie „korrigiert und nachgestellt“ werden müssen, weil er „falschgelegen“ haben könnte, „viel dazugelernt“ habe und sich womöglich eines Tages „entschuldigen“ müsse. (Siehe unser Beitrag vom 27. April.) Mal warnt er, in der Corona-Epidemie herrsche „die Ruhe vor dem Sturm“, der „schwerste Teil kommt erst noch“ – kurz darauf empfiehlt der notorische Wendehals, zügig „in eine neue Normalität zurückzukehren“. Und warum sollte ein Minister, der beharrlich für eine Zwangsimpfung gegen Masern warb und sie schließlich durchsetzte, vor einer Impfpflicht gegen ein „pandemisches“ Coronavirus zurückschrecken? „Diese Infektionskrankheit gefährdet vor allem diejenigen, die sich selber nicht schützen können“, so rechtfertigte Spahn das Masernschutzgesetz. (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/impfpflicht.html) Was läge für ihn näher, als die gleiche Rechtfertigung auch für eine obligatorische Corona-Impfung anzuführen? Schließlich geht es hier ebenfalls um den Schutz von „Risikogruppen“. Auch vor Einführung der Masern-Impfpflicht hatte Spahn zunächst auf Bemühungen gesetzt, „mit Vernunft auf die Menschen einzuwirken“ und sie „freiwillig zum Impfen zu bewegen“ - aber "es passiert halt nicht genug". „Zur Freiheit in einer offenen Gesellschaft gehört auch dazu, dass der andere mich nicht unnötig gefährdet“, meinte Spahn im vergangenen Jahr. Und wenn es eine Impfung gebe, diese aber nicht angewandt werde, „dann ist das eben eine unnötige Gefährdung“. So könnte es in einem Redemanuskript Spahns im kommenden Spätherbst stehen. Wie die Berliner Ministerrunde weiterhin mehrheitlich tickt, ließ am 30. April 2020 eine Kabinettskollegin von Spahn durchblicken, Bildungsministerin Anja Karliczek. Wann wird der Schulbetrieb endlich wieder aufgenommen? „Erst wenn große Bevölkerungsgruppen geimpft sind, werden wir zum gewohnten Unterricht zurückkehren.“ Und falls diese Gruppen nicht groß genug sind? Droht dann nicht eben jene Erpressung, die KLARTEXT befürchtete: „Freiheit? Nur gegen Spritze“? Selbst „Grünen“-Chef Robert Habeck hat neuerdings nichts dagegen, ein solches Junktim zu konstruieren. „Wenn alle Menschen sich freiwillig impfen ließen, wäre das natürlich immer besser. Doch sollte das unter den Erwartungen bleiben, müsste man eine Impfpflicht an dieser Stelle durchsetzen", so äußerte er sich gegenüber dem "Spiegel". Welche Lobbyisten bearbeiteten ihn entsprechend? Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung lädt Politiker wie Spahn regelrecht dazu ein, eine Corona-Impfpflicht zu beschließen: In einer ersten Repräsentativumfrage sprechen sich 61 % aller Bundesbürger dafür aus. Müssen Impfverweigerer nicht darauf hoffen, dass 95 % ihrer Mitbürger voller Vorfreude dem Erlösungstag entgegenfiebern, an dem sie einen im Schnellverfahren zugelassenen Substanzencocktail injiziert kriegen? Zumindest dann dürften ihnen Zwangsimpfungen erspart bleiben. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Zu Spahns jüngsten Äußerungen über eine Corona-Impfpflicht: https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-mittwoch-105.html#Spahn-rechnet-nicht-mit-Notwendigkeit-von-Corona-Impfpflicht; https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-spahn-impfpflicht-100.html; https://www.nordbayern.de/politik/spahn-rechnet-nicht-mit-notwendigkeit-von-corona-impfpflicht-1.10067100 Zu Merkel und GAVI: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/108867/Merkel-sagt-weitere-600-Millionen-Euro-fuer-Impfallianz-Gavi-zu; Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur GAVI-Wiederauffüllungskonferenz am 27. Januar 2015 in Berlin, http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2015/01/2015-01-27-merkel-gavi.html Zu Impfstoffherstellern im GAVI-Vorstand: https://www.gavi.org/governance/gavi-board/members/susan-silbermann, https://www.gavi.org/governance/gavi-board/members/an-vermeersch Zu GAVIs Sponsoring von Pfizer und GSK: https://www.doctorswithoutborders.org/what-we-do/news-stories/news/gavi-must-stop-giving-millions-subsidies-pfizer-and-gsk-pneumonia; https://www.msf.org.za/stories-news/press-releases/gavi-should-stop-awarding-special-funds-pfizer-and-gsk-pneumonia-vaccine, Zu GAVIs DTP-Impfkampagne bei Kindern in Afrika: https://childrenshealthdefense.org/news/the-bill-gates-effect-whos-dtp-vaccine-kills-more-children-in-africa-than-the-diseases-it-targets/; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5360569/ Zu Spahns Vergangenheit als Pharma-Lobbyist: Auswege Infos Nr. 55/April 2018, https://www.stiftung-auswege.de/images/downloads/auswege-newsl55.pdf, Meldung „Neuer Bundespharmaminister: Merkel macht Bock zum Gärtner“.

  • Nehmt euch in Acht vor mir!

    Bin nämlich Verschwörungstheoretiker. Verbreite Fake News. Werde von ausländischen Mächten gesteuert. Gefährde die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Ich trage Alu-Hut. Mag ich, steht mir. Daran erkennt man mich als wirren, gemeingefährlichen Verschwörungstheoretiker, der gezielt bloße Gerüchte verbreitet, Falschinformationen, Fake News, die keinem Faktencheck standhalten. Was ich von mir gebe, ist abstrus, unwissenschaftlich, lächerlich. Ich kann Panik und Konflikte auslösen. Ich könnte dich radikalisieren. Ich könnte dich dazu bringen, zur Waffe zu greifen und jemanden umzulegen. Ich bin ein Agent Putins, zumindest aber kremlfreundlich, oder sonstwie von ausländischen Mächten gesteuert, andernfalls aber ein neonazistischer Rechtspopulist, vielleicht aber auch ein Linksextremist. Jedenfalls bedrohe ich die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Man sollte mich mit Bußgeld oder Haftandrohung abschrecken. Man muss mich im Auge behalten, der Verfassungssschutz tut es bereits. Um ein Haar hätte mich die Kripo Mannheim-Heidelberg erkennungsdienstlich behandelt. Der EU bereite ich Sorgen. Wäre ich in Sachsen, so stünde ich kurz davor, in die Psychiatrie eingeliefert zu werden. Und warum ist all dies so? Weil ich Journalist bin, dem der Ehrenkodex seines Berufsstands weiterhin heilig ist – anscheinend im Unterschied zu beinahe allen Kollegen bei sogenannten „Qualitäts-“ und „Leitmedien“. Weil ich Recherchen betreibe und Texte verfasse, die einer hyperaktiven Staatsführung sowie allen, die mit ihr kollaborieren, sie gewähren lassen und nach ihrer Pfeife tanzen, nicht in den Kram passen. Weil ich die Hygienediktatur als das beschreibe, was sie ist: unverhältnismäßig und verfassungswidrig. Weil ich soziale Medien wie Facebook nutze, nachdem es für systemkritischen Journalismus keine anderen Publikationsmöglichkeiten mehr gibt. Weil ich noch imstande bin, eine irrationale Verschwörungstheorie, ein Hirngespinst zu unterscheiden von einer naheliegenden Vermutung, einem begründeten Verdacht, einem triftigen Indiz. Weil ich durchschaue, dass „Verschwörungstheorie“, „Fake News“ und „Faktencheck“ längst zu rhetorischen Kampfbegriffen von Ideologen geworden sind, die lästige Kritik beiseite räumen, indem sie Kritiker diskreditieren – wer sie in die Welt setzte, will dafür sorgen, dass gewisse Fragen erst gar nicht auftauchen, und unangenehme Diskussionen im Keim ersticken. Ich ecke an, weil mich infame Rufmörder anwidern, die angebrachte Zweifel an der Integrität von Politikern, Wissenschaftlern und Ärzten in dieselbe Schublade zwängen wie den Glauben an Pizzagate, eine Flacherde, außerirdische Reptiloide und den biblischen Schöpfungsakt. Weil das, was ich in 14 Jahren Gymnasium und Universität als „Wissenschaft“ kennengelernt habe, immer weniger dem entspricht, was meine Berufskollegen dafür halten und unverdaut an ihr Publikum weiterreichen. Weil ich mir nicht verbieten lasse, die WHO korrupt, Regierende inkompetent, Forscher käuflich, die Profitgier von Pharma-Managern teuflisch zu nennen. Weil ich der Propagandamacht von Großkonzernen, ihrer PR-Agenturen und Lobbytruppen nicht weniger als alles zutraue. Weil ich mich nicht aus Existenzangst verbiegen oder die Klappe halten will. Weil ich viele Ärzte und Wissenschaftler kenne, die genauso denken wie ich. Es sind zuwenige. Aber es werden immer mehr. Vor „Gefahren durch Verschwörungstheoretiker“ wie mich hat soeben der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Georg Maier, nachdrücklich gewarnt. Sie „erfüllen“ ihn „mit Sorge“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Sicher, vieles ist abstrus, und man mag es belächeln.“ Doch der Attentäter von Hanau habe sich unter anderem durch Verschwörungstheorien radikalisiert, betonte Maier und fügte hinzu: „Vieles erinnert an die Reichsbürger. Die haben wir anfangs ebenfalls belächelt, bis sich ihre Ansichten verbreitet und sich einige irgendwann bewaffnet haben. Auch deshalb muss man diese Verschwörungstheoretiker jetzt im Auge behalten.“ Nur zwei Tage zuvor, am 22. April 2020, hatte Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang vor Falschinformationen über die Corona-Krise aus dem Ausland gewarnt. „Für viele Staaten ist die Corona-Pandemie eine Gelegenheit, um sich global vorteilhaft zu positionieren. Dabei verbreiten sie Desinformation, die in die bisherigen Narrative eingepflegt wird“, sagte er dem RND. Durch Desinformation könne „die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedroht sein“, heißt es aus dem Bundesinnenministerium. Wenn die Menschen gezielt mit falschen Informationen versorgt würden, entstehe Verunsicherung. Bloß ein Arzttermin hielt mich davon ab, am Mittwoch 15. April vor dem Gebäude der Polizei Heidelberg mein Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wahrzunehmen, um gemeinsam mit rund 150 weiteren Menschen der Rechtsanwältin Beate Bahner anlässlich ihres Verhörtermins meine Solidarität zu bekunden. (Kurz zuvor hatte Frau Bahner beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen die Corona-Verordnungen der Bundesländer eingereicht; daraufhin wurde sie festgenommen, misshandelt und in eine psychiatrische Klinik geschafft.) Wäre ich dort gewesen, so stünde ich jetzt im Visier einer 12-köpfigen Ermittlergruppe, die „das Polizeipräsidium auf Weisung des Polizeipräsidenten Andreas Stenger noch am selben Tag unter Leitung des Dezernats Staatsschutz eingerichtet“ hat. Deren „Ziel ist es, die Vorgänge aufzuklären und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu identifizieren, die“ mit ihrer Anwesenheit „gegen die Corona-Verordnung verstoßen haben. In die Ermittlungen sind auch Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich der forensischen Videoauswertung und Kriminaltechniker eingebunden.“ () Sachdienliche Hinweise auf meine bloß zufällige Nichtanwesenheit, aber intendierte Beteiligung sind zu richten an: mannheim.pp.stab.oe@polizei.bwl.de. Dass für demokratische Grundrechte nur suspekte Gestalten auf die Straße gehen können, scheint für einen Großteil der Journaille ausgemachte Sache. Am 1. Mai 2020, so weiß das sogenannte „Recherchezentrum" Correctiv, protestiert gegen Corona-Politik „ein Sammelsurium aus linken und rechten Aktivisten“, die „Sympathie für den Kreml eint“. RBB24, der Online-Ableger der ARD-Anstalt Radio Berlin-Brandenburg, verbreitet kommentarlos die Unterstellung des Berliner Innensenators Geisel, dass gegen die Corona-Einschränkungen „Rechtsextremisten, Linksextremisten und Aluhut-Träger“ protestieren – sonst niemand? In einer Videotext-Nachricht vom 25. April 2020 weiß die ARD über Berliner Demonstrationsteilnehmer bloß eines zu sagen: dass darunter „viele Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten“ sind, die gegen „von ihnen befürchtete Einschränkungen von Grundrechten“ protestieren. (1) Eine bloße „Befürchtung“? Eine grundlose gar? „Trotz Verbots wollen Verschwörungstheoretiker in Berlin gegen die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie protestieren“, zum Befremden des RND. Wie können es freie Bürger wagen, sich friedlichen Widerstand gegen ein verfassungswidriges Verbot nicht verbieten zu lassen? Als Baden-Württemberger muss ich mir seit Montag, 27. April 2020, eine Maske umbinden, ehe ich ein Geschäft betrete, einen nahezu leeren Bus oder Zug besteige. Immerhin dient dies der Aufrechterhaltung eines optisch ansprechenden Erscheinungsbilds, weil andernfalls der Schaum vor meinem Mund sichtbar wäre. Diese Atemschutzschikane, wie alle sonstigen Kontaktbeschränkungen außerhalb der sogenannten „Risikogruppen“, ist sinnlos und kontraproduktiv, wie selbst die WHO, das RKI, die Kassenärztliche Bundesvereinigung finden – ein „lächerlicher Lappen“, um den Weltärztepräsidenten zu zitieren. Am liebsten würde ich ihn mir demonstrativ vom Gesicht reißen. Täte ich es, würde eine Ordnungsstrafe von 150 Euro fällig. Täte ich es wiederholt, so würde mir, falls ich in Sachsen derart auffällig würde, die Irrenanstalt drohen. Genau dies, eine Zwangseinweisung in die Klapsmühle, hält Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) „im Einzelfall“ für erforderlich, wie sie am 10. April 2020 erklärte. Wer in Sachsen in Quarantäne muss und sich nicht daran hält, muss damit rechnen, dass er in die Psychiatrie verschleppt, dort mindestens zwei Wochen festgehalten und gegebenenfalls „ruhiggestellt“ wird, bewacht von Polizei. Dazu hat das Bundesland Sachsen bereits in den psychiatrischen Kliniken Altscherbitz, Arnsdorf, Großscheidwitz und Rodewisch insgesamt 22 Zimmer freiräumen lassen. Denn es sei „für unser aller Gesundheit und Leben wichtig, dass die Menschen sich an die Quarantäneanordnungen der Gesundheitsämter halten“, zitiert der Sender MDR die Sozialministerin. „Falls es im Einzelfall dazu kommen sollte, dass sich Menschen den Anordnungen widersetzen, ist es notwendig, die von den Gesundheitsämtern angeordneten Maßnahmen mit Gewalt durchzusetzen. Dazu ist es möglich, diese Menschen mit einem richterlichen Beschluss in einem geschlossenen Teil eines Krankenhauses unterzubringen.“ Jawohl, ein solches Vorgehen erlaubt Paragraph 30 des Infektionsschutzgesetzes: Wer Anordnungen nicht nachkomme oder bei wem aufgrund bisherigen Verhaltens davon auszugehen sei, dass er ihnen nicht nachkommen werde, der sei „zwangsweise durch Unterbringung in einem abgeschlossenen Krankenhaus oder einem abgeschlossenen Teil eines Krankenhauses abzusondern“. Dort muss er gegebenenfalls „die Maßnahmen zu dulden, die der Aufrechterhaltung eines ordnungsgemäßen Betriebs der Einrichtung oder der Sicherung des Unterbringungszwecks dienen“ – notfalls also auch Zwangsfixierungen und Ruhigstellung mit Psychopharmaka. (Näheres hier.) Was haben „Verschwörungstheoretiker“ auch anderes verdient, zumal bekanntlich nur psychisch Gestörte zu solchen werden können? Unterdessen hat die Europäische Union eine Kampagne „EU vs. Disinfo“ gestartet, in tiefer Sorge, weil „Des- und Misinformationen über COVID-19 weiterhin weltweit um sich greifen und möglicherweise mit negativen Folgen für die öffentliche Sicherheit, Gesundheit und eine wirksame Krisenkommunikation einhergehen“. Ihre öffentliche „Datenbank für Desinformation“ hat schon rund angebliche 8400 Fakes erfasst, darunter die Behauptung, die Pandemie werde übertrieben. Wie das Kampagnenbüro am 24. April 2020 verlauten ließ, ist ihm zumindest schon so viel aufgefallen: „Insbesondere russische Medien machen in der Corona-Krise weiter mit Desinformation Stimmung gegen die Staatengemeinschaft. Allein in der vergangenen Woche sind 45 Fälle kremlfreundlicher Falschnachrichten hinzugekommen, 30 von ihnen in Verbindung mit dem Coronavirus.“ Sie seien „auf Twitter, Facebook, Pinterest und Reddit rund 36.500-mal geteilt, kommentiert und mit einem Like versehen worden“. Womöglich handelte es sich gar um jene unübersehbar kremlfreundlichen Fake News, welche KLARTEXT in jüngster Zeit wie am Fließband in die panikvirusverseuchte Welt gesetzt hat? So etwas gehört verboten, hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) gefordert. Denn „Fake News in Zeiten der Coronakrise sind brandgefährlich“, warnte er im Spiegel. „Sie können Panik und Konflikte auslösen und sind daher auf das Schärfste zu verurteilen. Daher müssen wir mit Bußgeldern oder sogar Strafandrohungen abschrecken.“ Die Bundesregierung solle endlich handeln: „Ich bitte den Bund, koordinierend tätig zu werden und entweder Möglichkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz aufzuzeigen oder schnellstmöglich das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten beziehungsweise das Strafgesetzbuch anzupassen. Es muss verboten werden, öffentlich unwahre Behauptungen über die Versorgungslage der Bevölkerung, die medizinische Versorgung oder Ursache, Ansteckungswege, Diagnose und Therapie von Covid-19 zu verbreiten.‘‘ Jawohl – also ab in den Strafvollzug mit brandgefährlichem Gesindel wie Drostens Charité-Vorgänger Prof. Krüger, mit Dr. Wodarg, Dr. Schiffmann, Prof. Bhakdi, Prof. Lohse, Prof. Püschel, Prof. Mölling, Prof. Goetzsche, Prof. Ioannidis! Alle wegsperren! Unverzüglich! Dass die Machwerke von gemeingefährlichen Verschwörungstheoretikern wie mir immer weitere Verbreitung finden, liegt nach Maiers Einschätzung daran, dass „sich immer mehr Menschen nicht mehr über seriöse Medien, sondern nur über soziale Netzwerke informierten“. Für die Stärkung dieses Trends darf ich mich herzlich bedanken bei allen Qualitätsjournalisten, die Leuten wie Maier kritiklos Gehör verschaffen und ihn zustimmend zitieren. Zumindest das RND braucht niemanden mehr zu zitieren, es weiß selber schon Bescheid: Die „Urheber (…) eines Sturms an Einflusskampagnen, der in diesen Wochen über uns hinwegbraust, (…) überfluten soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und Whatsapp-Gruppen so lange mit Verzerrungen der Realität, bis die überprüfbare Tatsache vor lauter falschen Versionen nur noch eine Version unter vielen darstellt. (…) Das Virus verklebt die Lungen, Desinformation die Gehirne.“ Wer faktencheckt die zerebrale Verfassung des RND-Redakteurs, der so eine Ungeheuerlichkeit absondert? Beim RND handelt es sich um eines der größten redaktionellen Netzwerke Deutschlands; es beliefert mehr als 40 Tageszeitungen mit einer Auflage von insgesamt mehr als 1,5 Millionen Exemplaren, somit erreicht es rund vier Millionen Leser pro Tag. Dieses RND gehört dem Mediengiganten Madsack: 4000 Mitarbeiter, 681 Millionen Euro Jahresumsatz (2018). Dessen größte Kommanditistin ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg), das Medienbeteiligungsunternehmen der SPD – also eben jener Regierungspartei, welche die staatliche Corona-Politik mitverantwortet. „Die geistigen Kräfte des deutschen Journalismus, die sich zu einem JA verpflichten, können der wärmsten Unterstützung der Regierung gewiss sein. Jene Kräfte aber, die sich aus Bosheit und Unverstand zu dieser Aufgabe verneinend verhalten, die glauben, sie hemmen oder sabotieren zu können, die müssen es sich am Ende auch gefallen lassen, dass sie aus der Gemeinschaft der aufbauwilligen Kräfte ausgestoßen und an der Bildung der öffentlichen Meinung des deutschen Volkes mitzuwirken als unwürdig erachtet werden.“ Nein, diese Sätze stammen weder von Georg Maier noch von Jens Spahn, weder von Boris Pistorius noch von Petra Köpping. So zeitgemäß formulierte Joseph Goebbels. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.ard-text.de/mobil/108, 25.4.2020. Zu Maiers Warnungen: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-erfurt-innenminister-maier-warnt-vor-verschwoerungstheoretikern-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200425-99-831110; https://www.rnd.de/politik/verschworungstheorien-zu-corona-chef-der-innenministerkonferenz-warnt-LIJVFD2CIZEDTL2H32EN2J4EMU.html; https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-innenminister-gefahr-von-verschwoerungstheorien-in.1939.de.html?drn:news_id=1124223; https://www.focus.de/regional/thueringen/gesundheit-innenminister-maier-warnt-vor-verschwoerungstheoretikern_id_11922344.html Zu Haldenwangs Warnungen: https://www.rnd.de/politik/corona-krise-fake-news-aus-russland-propaganda-aus-china-NVHZMR2VXFDKNF357LVQRWO7PE.html Zur Warnung des Bundesinnenministeriums: https://www.rnd.de/politik/corona-krise-fake-news-aus-russland-propaganda-aus-china-NVHZMR2VXFDKNF357LVQRWO7PE.html Zur Kampagne „EU vs. Disinfo“: https://www.rnd.de/politik/corona-krise-fake-news-aus-russland-propaganda-aus-china-NVHZMR2VXFDKNF357LVQRWO7PE.html Zu Pistorius´ Forderungen: https://www.n-tv.de/politik/Pistorius-fordert-Strafen-gegen-Fake-News-article21647107.html Zur RND-Bewertung: https://www.rnd.de/politik/corona-krise-fake-news-aus-russland-propaganda-aus-china-NVHZMR2VXFDKNF357LVQRWO7PE.html Zum RND/Madsack: https://reissverschluss-verfahren.de/verlagskonzerne-und-ihr-maerchen-von-der-pressefreiheit; https://die-deutsche-wirtschaft.de/famu_top/verlagsgesellschaft-madsack-gmbh-co-kg-hannover-umsatz-mitarbeiterzahl/ Zu Goebbels: https://www.deutschlandfunk.de/geschichte-aktuell-die-geknebelten-journalisten.724.de.html?dram:article_id=99251

  • Nach 70 Tagen ist der Corona-Spuk vorbei

    Ein Mathematik-Professor aus Israel blamiert hyperaktive Seuchenschützer. Seine Studie belegt: Politische Maßnahmen beeinflussen den Pandemieverlauf so gut wie gar nicht. Die nächste schallende Ohrfeige für Angela, Jens & Co. trifft aus Israel ein, von einem der angesehensten Wissenschaftler dort: Die Covid19-Epidemie, so weist er statistisch nach, erreicht grundsätzlich nach rund 10 Wochen ihr Ende – egal wo sie stattfindet und unabhängig davon, welche Gegenmaßnahmen die Regierungen ergreifen. Dies belegt eine brandaktuelle Studie, die gerade dabei ist, weltweit für reichlich Aufsehen zu sorgen. Sie stammt von Professor Isaac Ben-Israel, einem namhaften Mathematiker der Universität Tel Aviv, der unter anderem den Nationalen Rat für Forschung und Entwicklung sowie die israelische Raumfahrtagentur leitet. Nachdem sein Forscherteam Daten der von SARS-CoV-2 heimgesuchten Länder analysierte, kommt es zu einem verblüffenden Schluss: Die Verbreitung des Virus erreicht nach etwa 40 Tagen einen Höhepunkt und klingt nach 70 Tagen nahezu vollständig ab – unabhängig davon, was die jeweiligen Regierungen dagegen unternommen haben. „Es gibt ein konstantes Muster“, erklärte Isaac Ben-Israel in Israels TV-Sender Channel 12, „die Zahlen sprechen für sich selbst. (…) Überraschenderweise ist dieses Muster Staaten gemeinsam, die einen harten Lockdown mit der Paralyse der Wirtschaft umgesetzt haben, aber auch Ländern, die sehr viel zurückhaltendere Maßnahmen ergriffen und das Alltagsleben fortgesetzt haben.“ Behauptet Deutschlands Regierung nicht stolz, allein der von ihr durchgesetzte Infektionsschutz - mit Versammlungsverboten, Kontaktbeschränkungen, Schul- und Ladenschließungen, Abstandsregeln und Maskenpflicht - habe die Seuche eingedämmt? Setzten Italien, Österreich, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Spanien, Israel nicht noch strengere Maßnahmen durch, die wochenlange Ausgangssperren einschlossen? Manche reagierten rasch, andere zögerten zunächst. Die Analysen aus Tel Aviv legen indes nahe: All die behördlichen Zumutungen, der Entzug von Grundrechten, das Einfrieren öffentlichen Lebens, die Sabotage an der eigenen Wirtschaft waren letztlich für die Katz. Auch ihr Timing spielte keine Rolle. Denn in Ländern wie Schweden, Singapur und Taiwan, die auf Hygienediktatur weitgehend verzichteten, verlief die Pandemie mitnichten anders. Weder in Stockholm noch in Taipeh stellte sich bei Infektionsraten jenes „exponentielle Wachstum“ ein, vor dem uns Spahn, Drosten und Wieler täglich aufs Neue das Fürchten lehren; auch dort war nach knapp sechs Wochen ein Gipfelpunkt erreicht – und nach rund zehn Wochen war der Spuk schon fast vorbei. Somit stehen nicht nur viele Regierungen blamiert da, sondern auch deren wissenschaftliche Berater. Für die „Lockerungsdiskussionsorgien“, vor denen Kanzlerin Merkel graut, wird es nun erst recht höchste Zeit. Als Nicht-Mediziner beschränkt sich Ben-Israel auf eine reine statistische Analyse. Auf die Frage nach den Gründen für das festgestellte Phänomen sagt er: „Ich habe keine Erklärung. Es gibt alle möglichen Spekulationen. Vielleicht hat das Virus eine eigene Lebensspanne.“ Damit könnte er insofern recht haben, als SARS-CoV-2 womöglich rund 40 Tage benötigt, um einen Großteil der Bevölkerung zu infizieren. Daraufhin entwickelt sich Herdenimmunität: Immer mehr Menschen haben die Infektion überstanden, können niemanden mehr anstecken, sind selbst immun geworden. Und so ebbt die Welle zügig ab – ein Rhythmus, in dem alljährlich Grippewellen kommen und gehen. Aber warum hat das Virus in Ländern wie Italien so viele Opfer gefordert? Gegenüber dem Nachrichtendienst Times of Israel erwiderte Ben-Israel auf diese Frage, das italienische Gesundheitswesen sei auch ohne Corona bereits überfordert: „2017 brach es wegen der Grippe zusammen“. Ähnlich schonungslos legt Covid-19 zur Zeit die Mängel des britischen Health Service offen. (Harald Wiesendanger) Anmerkung Prof. Ben-Israels Studie um Nachlesen: „The end of exponential growth: The decline in the spread of coronavirus“, 19.4.2020.

  • Am Wendepunkt.

    Ich habe drei Kinder. Alle sind gesund, begabt, glücklich, voller Zukunftspläne. Sie wollen beruflich vorwärtskommen, irgendwann eine Familie gründen, Kinder haben. Wie ich, als in ihrem Alter war. Von der Corona-Krise fühlen auch sie sich eingeschränkt. Aber alle Drei sind zuversichtlich: Das geht vorüber. Und danach wird alles wieder so sein wie vorher. Nein, da täuschen sie sich. 2020 ist das Jahr Eins einer neuen Zeitrechnung. Westliche Demokratien, einst stolze Verteidiger von Freiheit, Selbstbestimmung und anderer grundlegender Menschenrechte, haben atemberaubend rasch und widerstandslos faschistoiden Hygienediktaturen Platz gemacht, legitimiert durch den Anschein von Wissenschaftlichkeit, beklatscht von einer 90-Prozent-Mehrheit des Wahlvolks, wohlwollend begleitet von kritiklosen Leitmedien, ohne Widerstände seitens Richtern und Staatsanwälten. Vertreter abweichender Meinungen werden übergangen, ausgegrenzt, denunziert, mundtot gemacht. All dies im Namen des „Krieges“ gegen einen unsichtbaren Feind, den angeblich nur ein Notstandsregime in Schach halten kann. Und nach der Pandemie ist vor der nächsten. Was die gegenwärtige mit sich brachte, sind Vorboten einer neuen Welt, die alles zunichte machen könnte: die Träume meiner Kinder, die Lebenschancen meiner Enkel ebenso wie Schicksal und Zukunft all derer, für die sich die Stiftung AUSWEGE seit über 15 Jahren einsetzt. Diese neue Welt kennt und respektiert keine Alternativen zur Schulmedizin mehr. Sie unterwirft das Gesundheitswesen noch stärker als heute dem Primat der Profitmaximierung. Sie vernichtet die Natur- und Erfahrungsheilkunde. Sie beseitigt Heilpraktiker, Heiler und Homöopathen. Sie setzt Zwangsimpfungen durch. Sie monopolisiert Wissenschaft und Wahrheit - jegliche Gegenmeinungen werden zu Fake News, stammen von Verschwörungstheoretikern, zerbröseln bei Faktenchecks. Die neue Welt vereinheitlicht die Informationslandschaft. Sie macht Regierende, Abgeordnete, Behörden zu ausführenden Organen von Lobbygruppen, Expertenrunden und weltweit agierenden PR- und Marketingagenturen. Über verfassungsmäßige Grundrechte setzt sie sich per Notstandsverordnung hinweg. Diese gilt unangefochten, solange in der Bevölkerung die hysterische Angst vor der Bedrohung anhält. Diese Angst zu schüren, ist für Massenpropaganda ein Kinderspiel, wie wir soeben miterleben. Ja, mit alledem kann man durchaus seinen inneren Frieden machen – spirituelle Coaches und Gurus lehren uns, wie. Aber sollten wir es? Nur dann, wenn uns persönliches Seelenheil und spirituelle Selbstoptimierung über alles gehen. Das ist legitim. Aber es ist nicht mein Weg. Bald wird es in diesem Blog wieder Artikel geben, deren Themenschwerpunkte im Heilen, im Spirituellen, im Geistigen liegen. Aber noch hat für mich die kritische Auseinandersetzung mit Hintergründen und Folgen der Coronakrise Vorrang. Denn die Leidenschaft fürs Heilen und politisches Engagement müssen, dürfen sich nicht ausschließen. Beides gehört zusammen. Wie könnten wir heilen, heil werden, heil sein in einer unheilen Welt, die wir sich selbst überlassen? (Harald Wiesendanger)

  • Am Wendepunkt.

    Ich habe drei Kinder. Alle sind gesund, begabt, glücklich, voller Zukunftspläne. Sie wollen beruflich vorwärtskommen, irgendwann eine Familie gründen, Kinder haben. Wie ich, als in ihrem Alter war. Von der Corona-Krise fühlen auch sie sich eingeschränkt. Aber alle Drei sind zuversichtlich: Das geht vorüber. Und danach wird alles wieder so sein wie vorher. Nein, da täuschen sie sich. 2020 ist das Jahr Eins einer neuen Zeitrechnung. Westliche Demokratien, einst stolze Verteidiger von Freiheit, Selbstbestimmung und anderer grundlegender Menschenrechte, haben atemberaubend rasch und widerstandslos faschistoiden Hygienediktaturen Platz gemacht, legitimiert durch den Anschein von Wissenschaftlichkeit, beklatscht von einer 90-Prozent-Mehrheit des Wahlvolks, wohlwollend begleitet von kritiklosen Leitmedien, ohne Widerstände seitens Richtern und Staatsanwälten. Vertreter abweichender Meinungen werden übergangen, ausgegrenzt, denunziert, mundtot gemacht. All dies im Namen des „Krieges“ gegen einen unsichtbaren Feind, den angeblich nur ein Notstandsregime in Schach halten kann. Und nach der Pandemie ist vor der nächsten. Was die gegenwärtige mit sich brachte, sind Vorboten einer neuen Welt, die alles zunichte machen könnte: die Träume meiner Kinder, die Lebenschancen meiner Enkel ebenso wie Schicksal und Zukunft all derer, für die sich die Stiftung AUSWEGE seit über 15 Jahren einsetzt. Diese neue Welt kennt und respektiert keine Alternativen zur Schulmedizin mehr. Sie unterwirft das Gesundheitswesen noch stärker als heute dem Primat der Profitmaximierung. Sie vernichtet die Natur- und Erfahrungsheilkunde. Sie beseitigt Heilpraktiker, Heiler und Homöopathen. Sie setzt Zwangsimpfungen durch. Sie monopolisiert Wissenschaft und Wahrheit - jegliche Gegenmeinungen werden zu Fake News, stammen von Verschwörungstheoretikern, zerbröseln bei Faktenchecks. Die neue Welt vereinheitlicht die Informationslandschaft. Sie macht Regierende, Abgeordnete, Behörden zu ausführenden Organen von Lobbygruppen, Expertenrunden und weltweit agierenden PR- und Marketingagenturen. Über verfassungsmäßige Grundrechte setzt sie sich per Notstandsverordnung hinweg. Diese gilt unangefochten, solange in der Bevölkerung die hysterische Angst vor der Bedrohung anhält. Diese Angst zu schüren, ist für Massenpropaganda ein Kinderspiel, wie wir soeben miterleben. Ja, mit alledem kann man durchaus seinen inneren Frieden machen – spirituelle Coaches und Gurus lehren uns, wie. Aber sollten wir es? Nur dann, wenn uns persönliches Seelenheil und spirituelle Selbstoptimierung über alles gehen. Das ist legitim. Aber es ist nicht mein Weg. Bald wird es in diesem Blog wieder Artikel geben, deren Themenschwerpunkte im Heilen, im Spirituellen, im Geistigen liegen. Aber noch hat für mich die kritische Auseinandersetzung mit Hintergründen und Folgen der Corona-Krise Vorrang. Denn die Leidenschaft fürs Heilen und politisches Engagement müssen, dürfen sich nicht ausschließen. Beides gehört zusammen. Wie könnten wir heilen, heil werden, heil sein in einer unheilen Welt, die wir sich selbst überlassen? (Harald Wiesendanger)

  • Spahn überrascht mit Geständnis - Wann folgen den Worten Taten?

    Mit ungeahnter Demut verblüffte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der jüngsten Fragestunde im Bundestag. Von Abgeordneten auf die Corona-Krise angesprochen, äußerte er sich am 22. April 2020 in einer ausnahmsweise selbstkritischen Weise, die zweifellos darauf hindeutet, dass er sich manche KLARTEXT-Beiträge arg zu Herzen genommen hat. Jens Spahn sagte wörtlich: „Wir werden einander wahrscheinlich viel verzeihen müssen in ein paar Monaten. Weil noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik in so kurzer Zeit unter solchen Umständen mit dem Wissen, was verfügbar ist, und all den Unwägbarkeiten, die da sind, so tiefgreifende Entscheidungen haben getroffen werden müssen. Das hat´s so noch nicht gegeben. Und ich bin ganz neidisch auf diejenigen, die schon immer alles gewusst haben. Wir haben in den letzten Wochen alle viel dazugelernt, auch über dieses Virus und über manche Folgen von Entscheidungen. Und ich bin mir sicher: Jenseits von Politik wird auch für die Gesellschaft, selbst für Virologen und Wissenschaftler eine Phase kommen, wo wir alle feststellen werden, im nachhinein, dass man vielleicht an der einen oder anderen Stelle falsch gelegen hat und an der einen oder anderen Stelle Dinge noch mal korrigieren und nachstellen muss. Das finde ich in einer Zeit wie dieser vergleichsweise normal, und wenn wir da ein Grundverständnis hätten, dass das in einer Zeit solcher Unwägbarkeiten dazugehört, dann wäre das schon mal ein wichtiger Schritt.“ Ein weiterer wichtiger Schritt wäre das Eingeständnis, dass „das Wissen, was verfügbar ist“, für Spahn vor allem deswegen limitiert war und ist, weil er sich allein auf jenes verlässt, das er dem Robert-Koch-Institut und Virologen der Charité zutraut. Hätte er von Anfang an andere, nicht minder kompetente Experten einbezogen, so hätte er „Unwägbarkeiten“ reduzieren und erkennen können, dass „es das so“ durchaus „schon gegeben hat“: viele schwer Erkrankte und Tote in früheren strengen Grippewintern, einen Pandemie-Fehlalarm der WHO. Dann hätte er nicht erst „in den letzten Wochen viel dazugelernt“ – ähm, was eigentlich? -, sondern bereits ab Jahresanfang. Schon damals hätte er lernen können: (1.) Herbeigetestete Infektionsraten eignen sich zwar vortrefflich zur Panikmache, sagen aber nichts über die Gefährlichkeit aus. (2.) Nicht jeder, der MIT Sars-CoV-2 stirbt, tut es DESWEGEN, weshalb das RKI mit seinen täglichen Covid19-Opferzahlen Fake News streut. (3.) Die Coronoia dieser Tage weist verblüffende Parallelen zur Schweinegrippe-Hysterie 2009 auf. Ohne innige Pharmaverstrickungen der WHO hätte es sie nie gegeben – zu jener Zeit warst Spahn ja noch an einer Lobbyagentur für Pharmaklienten namens „Politas“ beteiligt. Inwiefern er mit seinem hyperaktiven, verfassungsfeindlichen Krisenmanagement falsch liegt, haben ihm Experten schon vor einem Vierteljahr prophezeit – bloß hat er sie ignoriert. Statt sie zu „beneiden“, hätte er sie anhören müssen. Nur wegen dieses Versäumnisses, und nicht wegen schicksalshaft unvermeidlicher Wissenslücken, wird er irgendwann bedauern, „korrigieren und nachstellen“ zu müssen, was er verbockt hat. Nein, da gibt es nichts zu „verzeihen“, zumindest nicht jemandem wie ihm. Statt den WHO-Alarm umgehend einem Faktencheck zu unterziehen und die vermeintliche „Jahrhundert-Pandemie“ frühzeitig zu durchschauen, hat er ihretwegen daran mitgewirkt, einen Jahrhundert-Schaden anzurichten. Es steht zu befürchten, dass er damit fortfährt, bis die Drahtzieher hinter der WHO erreicht haben, worauf sie aus sind: Zwangsimpfungen für die gesamte Menschheit, zu einem zweistelligen Europreis pro Impfdosis. Lässt er sich dazu instrumentalisieren, alle politischen Hindernisse auszuräumen, die bis dahin noch im Weg stehen? Wie wär´s, lieber Jens, mit einem „Grundverständnis“, dass deine Infektionsschutzmaßnahmen verspätet, weitgehend nutzlos und kontraproduktiv sind? Dass deine „Lösungen“ längst weitaus schlimmer sind als das Problem? Dass sofort Schluss sein muss mit ihnen? (Harald Wiesendanger)

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