• Dr. Harald Wiesendanger

Pandemie? Krankenkassen merkten davon wenig.

DAK, AOK, TK bestätigen: Covid-19 spielte im ersten Halbjahr 2020

bei Krankschreibungen von Erwerbstätigen so gut wie keine Rolle.


Seuche? Welche Seuche? Diese Frage stellen sich nicht bloß „Covidioten“ und irre Verschwörungstheoretiker - sondern auch Leser der aktuellen Berichte von Gesetzlichen Krankenversicherungen über das erste Halbjahr 2020.


Mit einem Anteil von 4,36 % ist der Krankenstand der 5,3 Millionen Erwerbspersonen, die bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert sind, im ersten Halbjahr 2020 trotz Corona-Krise NICHT übermäßig gestiegen. (Den „Krankenstand“ berechnen Gesetzliche Krankenkassen, indem sie die gemeldeten Arbeitsunfähigkeitstage durch die Gesamtzahl der Versicherungstage teilen.) Zum Vergleich: 2019 betrug der Krankenstand für diesen Zeitraum 4,33 %, 2018 waren es 4,48 %. „Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass nach einem deutlichen Anstieg im März zum Beginn der Pandemie ab April die Krankmeldungen merklich zurückgegangen sind“, teilt die TK mit. So betrug der Krankenstand für März rund 5,98 %, mit einem Rekordhoch zum Ende des Monats von 6,92 %. Im April sank er bereits merklich auf 4,01 %, um sich dann im Mai und Juni auf vergleichsweise niedrigem Niveau einzupendeln (Mai 3,39 %, Juni 3,40 %). „Die Diagnose Covid-19 spielt eine eher untergeordnete Rolle. Im März war sie für nur 0,29 % des gesamten Krankenstandes verantwortlich, im April stieg der Wert leicht auf 0,68 %, um dann im Mai (0,38 %) und Juni (0,21 %) wieder zu sinken.“ Selbst auf dem Scheitelpunkt der Corona-Welle, in der zweiten Märzhälfte, waren nie mehr als 4 von 1000 Arbeitnehmern oder 0,04 % wegen Covid-19 krankgeschrieben. NULL-KOMMA-NULL-VIER.


Dazu passt, was die DAK über das erste Halbjahr 2020 berichtet. „Trotz Corona-Krise hat jeder DAK-versicherte Beschäftigte durchschnittlich genauso viele Fehltage wie im Vorjahreshalbjahr: 7,6 Tage“, berichtet die DAK-Pressestelle. Zudem waren WENIGER Beschäftigte wegen Krankheit arbeitsunfähig als im selben Zeitraum des Vorjahrs. Die Mehrheit (68 %) hat in den ersten sechs Monaten 2020 kein einziges Mal eine Krankmeldung eingereicht. „Entgegen der Erwartungen ist ein nachhaltiger Anstieg der Arbeitsunfähigkeit ausgeblieben, obwohl es wegen der Pandemie noch bis Ende Mai die telefonische Krankschreibung gab“, erklärt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Zwar war jeder fünfte Fehltag auf eine Atemwegserkrankung zurückzuführen – 140 Fehltage je 100 Beschäftigte; auf Covid-19 entfielen aber bloß drei davon.


Die AOK, Deutschlands mit Abstand mitgliederstärkste „Gesetzliche“, meldet für ihre 11,6 Millionen versicherten Erwerbstätigen: Von März bis Mai, den „heißesten“ Monaten der Corona-Pandemie, erhielten 55.000 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsbescheinigung „im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose“ – eine Quote von 0,47 %. So arg „wütet“ SARS-CoV-2, dass seinetwegen nicht einmal jeder ZWEIHUNDERTSTE (!) länger als drei Tage arbeitsunfähig wird?


Wie viele Personen je 100.000 Beschäftigte wurden „im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose“ von März bis Mai im Krankenhaus behandelt? Gerade mal 157 – 0,16 %. NULL-KOMMA-EINS-SECHS. Wie das Wissenschaftliche Institut der AOK berichtet, lag bei mehr als drei Viertel dieser 157 Betroffenen „der gesicherte Nachweis des SARS-CoV-2“ vor (78,7 %). Bei weniger als einem Viertel bestand „ein klinischer Covid-19-Verdacht ohne Virusnachweis“ – ein paar unspezifische Beschwerden lagen also vor, die ebensogut von einer Influenza oder einer hundsgewöhnlichen Erkältung herrühren konnten.


Zu berücksichtigen ist dabei: Viele Beschäftigte wurden kerngesund und putzmunter, ohne die geringsten Symptome, auf Verdacht „krank“geschrieben, nachdem bei ihnen ein Test auf SARS-CoV-2 positiv ausgefallen war – oder weil sie „Kontakt“ zu einem sogenannten „Infizierten“ hatten. Ohne diese Pseudo-„Fälle“ sähe die Gesundheitsstatistik von Deutschlands Werktätigen 2020 verglichen mit dem Vorjahr noch erheblich besser aus, als die großen Gesetzlichen Krankenkassen ohnehin vermelden.


Wir halten fest: Eine Pandemie, derentwegen die Wirtschaft ruiniert, Freiheitsrechte missachtet, das öffentliche Leben schockgefroren werden muss, macht sich unter anderem daran bemerkbar, dass NICHT mehr Erwerbstätige krankgeschrieben und in die Klinik eingeliefert werden müssen als früher. Was ist das für eine Seuche, nach der selbst Krankenkassen mit der Lupe suchen müssen?


„Das zeigt doch nur, wie fabelhaft Lockdown und AHA-Vorschriften gewirkt haben“, erwidern Fans des Hygieneregimes. Also hüteten Schwedens Werktätige im ersten Halbjahr massenhaft das Bett, soweit sie auf Intensivstationen nicht schon ihren letzten Atemzug taten und Friedhöfe überfüllen?


(Harald Wiesendanger)

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