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  • Über Wuhan kreist ein Falke

    SARS-CoV-2 ist eine gentechnisch aufgemotzte Labor­schöpfung, behauptet ein Experte, der sich hinter dem Pseudonym "Falke" verbirgt - anscheinend aus Furcht vor Verfolgung. Bei dem Fledermaus-Corona­virus, aus dem es angeblich auf natürliche Weise entstanden sein soll – bekannt unter dem Kürzel RaTG13 -, handle es sich um eine dreiste Fälschung. Erfunden habe man sie im verzwei­fel­ten Bemühen, die Verantwort­lichen zu entlasten. Plausible Argumente dafür präsentiert ein Fach­mann in einem Artikel, den er am 12. Mai 2020 in seinem eige­­nen Blog Nerd Has Power veröffentlichte. Seine Identität will er nicht preisgeben, er nennt sich bloß „Hima­laya Hawk“ (Falke) und „Nobody Scientist“. Es könnte sich um einen chinesischen Wissenschaftler han­deln, der noch am Wuhan-Institut tätig ist oder es bis vor kurzem war. Er zitiert vertrauliche Mitteilungen von dortigen Labormitarbeitern. Womöglich wohnt er noch in seinem Heimatland und fürchtet dort um sein Leben; falls er sich ins Ausland absetzen konnte, dient sein Versteck­spiel vermutlich dazu, Angehörige nicht in Gefahr zu bringen. Für solche Befürchtungen hätte er beste Gründe. Wie die Machthaber in Peking mit Forschern verfahren, deren Veröffentlichungen ihnen nicht in den Kram passen, weiß und toleriert die Welt feige seit Jahrzehnten. Falkes Artikel ist anspruchsvoll, er setzt zumindest ein Grund­verständnis der Virenbiologie voraus. Erfreulicher­weise gibt sich der Verfasser aber reichlich Mühe, auch Laien mitzunehmen. Seine Beweisführung gliedert er klar, jeden Schritt erläutert er, verwendete Fachbegriffe definiert er. Für Kommentare und Anregungen von kriti­schen Lesern einer ersten Version war er offen, er berück­sichtigte sie in einer überarbeiteten zweiten Fas­sung. Ich empfehle dringend, seinen vollständigen Bei­trag zu lesen – notfalls mehr als einmal – und den Quel­len nachzugehen, auf die er verlinkt. (1) Die Mühsal lohnt sich: Wer Falkes Ausführungen nach­vollzieht, kennt die bislang überzeugendsten Hinweise darauf, dass der Covid-19-Erreger ein Laborkonstrukt ist. Ihm wird klar, dass ihn Virologen wie Drosten und Faktenchecker, die ihnen nachplappern, an der Nase herumführen. Und er ahnt, warum. Denn ergibt sich aus der ungeheuerlichen, mühsam vertuschten Wahrheit nicht die dringende Forderung, derartige Forschungen unver­züglich einzustellen - weltweit, nicht bloß in China? „Falke“ zufolge wurden die Fälschungen von Shi Zhengli vorgenommen, der Topwissenschaftlerin des Wuhan-In­sti­tuts für Virologie (WIV). Medien weltweit lobpreisen sie als heldenhafte Retterin des Planeten, die sich seit fast 20 Jahren unerschrocken in Lebensgefahr begibt, wenn sie sich in feuchten Höhlen voller Fledermauskot einem womöglich tödlichen Erregermix aussetzt – „im Wettlauf gegen die Zeit“, um potentielle Killerviren aufzuspüren, ehe sie über die Menschheit herfallen. (So inszenieren sie Scientic American und Spektrum der Wissenschaft. (2) Wo­mög­lich ist es eher die Menschheit, die sich „im Wett­lauf“ befindet, ohne es zu ahnen: Möge sie die Restzeit genießen, die ihr noch bleibt, bis Shis Virologenzunft das nächste gefährliche Virus zur perfekten biologischen Waffe umgebaut haben wird - und dann freisetzt, wenn auch bloß versehentlich. Das WIV liegt bloß 40 Autominuten von jenem Groß­markt für Fische, Meeresfrüchte und Wildtiere entfernt, der offiziell als Ausgangspunkt der Pandemie gilt. Medienvertreter verpassten Shi Zhengli, dem frau­gewordenen Aushängeschild des WIV, den Ehrentitel „Batwoman“, weil ihr keine feuchte Höhle voller Pisse und Kot zu abgelegen ist, um darin Fledermausviren aus der Wildnis zu sammeln. Mit diesen betreibt sie, wie Aber­tausende von Fachkollegen in über 400 Biolaboren weltweit, sogenannte „Gain-of-Function“-Forschung („Funk­tionsgewinn“): Sie versucht, Viren „virulenter“ zu machen, d.h. ansteckender – beispielsweise auf das Ziel hin, dass sie sich leichter über die Luft übertragen, besser an verschiedene Arten von Wirten angepasst sind, kran­ker machen, rascher und zahlreicher töten. Solche Aktivi­täten könnten bezwecken, Biowaffen zu entwickeln. Sie könnten aber auch darauf aus sein – und damit werden sie seit eh und je gebetsmühlenhaft gerechtfertigt -, Grund­lagenforschung über das Virusverhalten zu be­trei­ben; tierische Erreger zu identifizieren, die das Potenzial haben, sich auf den Menschen zu übertragen; antivirale Impfstoffe und Therapeutika zu entwickeln; somit für künftige Epidemien gewappnet zu sein. Seit Jahrzehnten kritisieren besorgte Wissenschaftler solche Aktivitäten heftig, weil sie mit irrwitzigen Risiken für die öffentliche Gesundheit verbunden sind. Im Gegenzug bringen sie wenig bis gar keinen Nutzen, wie sich in der Corona-Krise soeben ein weiteres Mal zeigt. Alle Publikationen, die gegen eine Laborherkunft von SARS-CoV-2 sprechen, stützen sich auf einen einzigen Beweis: die Gensequenz eines angeblich natürlichen Fle­dermaus-Coronavirus namens RaTG13. Tatsächlich sieht RaTG13 auf den ersten Blick so aus wie ein enger Ver­wandter von SARS-CoV-2: Über die gesamte Sequenz ihres Genoms sind die beiden Viren zu 96 % identisch. Falls es sich bei RaTG13 tatsächlich um ein natürliches Virus handelt, dann stammt SARS-CoV-2 höchstwahr­scheinlich ebenfalls aus der Natur; beide dürften dann einen gemeinsamen Vorfahren aus jüngster Zeit haben. SARS-CoV-2 wäre demnach entstanden, indem RaTG13 in tierischen und/oder menschlichen Wirten zufällig mutierte. (Davon geht die Kristensen-Gruppe aus, deren angeblich schlagender, endgültiger „Widerlegung“ der Laborkonstrukt-Vermutung wir den gestrigen Beitrag gewidmet haben.) Aber das RaTG13-Virus ist höchstwahrscheinlich nicht echt. Von Shi abgesehen, kann sich niemand erinnern, es je zu Gesicht bekommen zu haben – kein Drosten, kein sonstiger Virologe außerhalb von Wuhan. Es existiert nicht als „lebende“ Probe, sondern allein als eine Buch­stabenfolge in einem Computer des Wuhan-Instituts für Virologie. Von dort aus wurde sie erst am 27. Januar 2020 (!), Nachdem Covid-19 ausgebrochen war, in eine öffentlich zugängliche Datenbank hochgela­den. Falke ist fest davon überzeugt: Dieser einzige Beweis dafür, dass es RaTG13 überhaupt gibt, ist ein Fake. Als Hauptver­däch­ti­ge macht er Shi Zhengli aus. Und er wirft eine Reihe von Fragen auf, die reichlich Anlass geben, sein Misstrauen zu teilen. Wuhans Topvirologin unter Fälschungsverdacht Falls RaTG13 tatsächlich ein natürliches Fledermaus-Coronavirus wäre, das Shi Zhengli 2013 in freier Wild­bahn entdeckte, wie sie behauptet: Warum hat sie sich angesichts seines beängstigend hohen Potenzials, Men­schen zu infizieren, damals nicht beeilt, seine Sequenz in einer angesehenen Zeitschrift zu veröffentli­chen? Erst am 3. Februar 2020 (!), als Gerüchte über den mögli­chen Laborursprung der Pandemie immer lauter wurden, veröffentlichte Shi eine Arbeit im Wissenschaftsmagazin Nature, die stutzig macht. (3) Darin verglich sie die so­eben ermittelte Sequenz von SARS-CoV-2 mit denen anderer Coronaviren, um einen Evolutionspfad des neuartigen Erregers aufzuzeigen. In dieser Publikation berichtete Shi plötzlich, wie aus dem Nichts, erstmals über das Fledermaus-Coronavirus RaTG13. Gefunden habe sie es schon im Jahr 2013 in der Provinz Yunnan. „Glaubwürdigen Quellen zufolge“, so berichtet Falke, „hat Shi gegenüber mehreren Personen in ihrem Umfeld zugegeben, dass sie kein Exemplar von RaTG13 mehr besitzt.“ Mit anderen Worten: Shi ist außerstande, einen physischen Beweis für seine Existenz vorzulegen. Was sie anbietet, ist lediglich die Information über seine Sequenz, die aus nichts weiter besteht als einer Abfolge von Buchstaben, die zwischen A, T, G und C wechseln: den Kürzeln der Nukleotide Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin, der Bausteine von Nukleinsäuren im RNA-Strang. Lässt sich eine solche Virensequenz fabrizieren? „Einfacher geht es nicht“, sagt Falke. „Man braucht weni­­ger als einen Tag, um eine Abfolge von knapp 30.000 Buchstaben in eine Word-Datei zu tippen. Noch tausendmal einfacher wird das, wenn man bereits über eine Vorlage verfügt, die zu etwa 96 % identisch ist mit der Sequenz, die man zu erstellen versucht. Sobald das Eintippen beendet ist, kann man sie in die öffentliche Datenbank hochladen.“ Aber solche Uploads werden doch sicherlich sorgfältigst kontrolliert, oder? „Entgegen der allgemeinen Auffas­sung verfügen die Datenbankbetreiber nicht wirklich über eine Möglichkeit, zu validieren, ob die übermittelte Sequenz authentisch und korrekt ist“, stellt Falke klar. „Sie verlassen sich ganz und gar auf die Ehrlichkeit und das Gewissen des Wissenschaftlers. Sobald Sequenz­daten hochgeladen und freigegeben sind, werden sie öffentlich und können von der Fachwelt legitim als Quel­le verwendet werden.“ Falls Shi RaTG13 tatsächlich bereits im Jahre 2013 entdeckt hätte: Weshalb informierte sie die Fachwelt darüber nicht umgehend? Immerhin hatte sie dies im selben Jahr im Magazin Nature mit zwei anderen Fle­der­maus-Coronaviren getan, Rs3367 und SHC014, deren Genom dem SARS-Virus in einer entscheidenden Regi­on, der „Rezeptor-Bindungsdomäne“, beträchtlich äh­nelt. (4) In den Folgejahren machte Shis Team Funde weite­rer Fledermaus-Coronaviren publik, welche diese ent­schei­denden Sequenzmerkmale aufweisen. (5) Warum war­tete Shi dann ausgerechnet mit der Veröffentlichung der Sequenz von RaTG13 sieben Jahre lang, bis Ende Januar 2020, als die öffentliche Debatte über den mögli­chen Laborursprung von SARS-CoV-2 einsetzte? Für Falke liegt des Rätsels peinliche Lösung auf der Hand: Als sich die Spekulationen häuften und das WIV zum Hauptverdächtigen wurde, bemühte sich Shi darum, eine Art "Beweis" dafür beizubringen, dass das Virus natürlich entstanden ist und somit nichts mit ihrem Labor zu tun hat. Dieser "Beweis" bestand aus der fabrizierten Sequenz von RaTG13. Aber wieso behaupten Shi und ihre Mitarbeiter dann, sie hätten RaTG13 bereits 2013 entdeckt, nicht erst vor kurzem? Dafür könnten sie zwei Gründe haben. Zum einen wollen sie unangenehme Fragen darüber vermei­den, warum keine lebende Probe von RaTG13 verfügbar ist, anhand derer die Fachwelt seine tatsächliche Existenz bestätigen könnte. 2013 ist halt ziemlich lange her, da kann schon mal was verlorengehen. Zum anderen muss der Zeitraum groß genug gewählt sein, damit RaTG13 plausibel einen Mutationsprozess durchlaufen und sich in SARS-CoV-2 verwandeln konnte. Andernfalls wäre die Hypothese des "natürlichen Ursprungs" der Covid-19-Epi­demie erst recht suspekt gewesen. Dass sich Shi Zhengli sieben Jahre Zeit dafür ließ, die Sequenz von RaTG13 zu veröffentlichen, findet Falke gelinde gesagt merkwürdig, ja höchst verdächtig. Was sie angeblich bereits 2013 entdeckt hatte, war immerhin ein neuartiger Erreger, der SARS sehr stark ähnelte und offenkundig das Potential hatte, Menschen zu infizieren. Wieso verschwieg sie diese höchst bedeutsame Erkennt­nis, während sie weitaus weniger interessantere Fund­stücke ruckzuck die Bühne der Fachwelt betreten ließ? „Das ergibt keinen Sinn“, sagt Falke. Einer solchen Publi­ka­tion hätte die Forschergemeinschaft eine immense Bedeutung für die öffentliche Gesundheit bescheinigt, sie vielleicht sogar eines Nobelpreises für würdig befun­den. Falls RaTG13 real ist, dann war Shi Zhengli 2013 eine Entdeckung von enormer Tragweite gelungen, die norma­ler­weise kein Wissenschaftler jahrelang unter Verschluss halten würde. Nein, vielmehr treibt den typi­schen Forscher ein brennender Ehrgeiz, als Erster eine neue Entdeckung zu verkünden, um sich in der Anerken­nung und dem Ruhm zu sonnen, die sie mit sich bringt, und den künftigen Zufluss von Forschungsgeldern sicher­zustellen - es sei denn, die Geheimhaltung wurde an­geord­net, weil man vorhatte, RaTG13 auf eine Art und Weise zu verwenden, die nicht offengelegt werden konn­te: zum Beispiel als Grundlage für die Entwicklung einer Biowaffe. Was hat es mit „4991“ auf sich? Wohl auf dieselbe sonderbare Fährte wie „Falke“ stieß der amerikanische Molekularbiologe und Virologe Jona­than Latham, Mitbegründer und Leiter des „Bioscience Resource­ Project“, einer gemeinnützigen Einrichtung für Gesundheitsforschung in Ithaca, New York. Auch ihm fielen Ungereimtheiten auf, über die er Anfang Juni 2020 in dem von ihm herausgegebenen Online-Magazin Inde­pen­dent Science News berichtete. (6) Nachdem das neuartige Coronavirus öffentlich Aufsehen zu erregen begann, verfolgte Latham verwundert mit, wie Shi Zhengli in hektischer Abfolge binnen weniger Tage drei Artikel in Fachzeitschriften publizierte. Im ersten legte sie die Sequenz von SARS-CoV-2 offen. Im zweiten Text stellte sie unvermittelt „BTCoV/4991“ als nächsten Verwandten des neuartigen Coronavirus vor. Er stamme aus einer Probe, die sie im Jahre 2013 Fleder­mäusen in einem Minenschacht entnommen habe. Dort hätten sich Arbeiter offenbar eine Infektion zugezogen. Kurz darauf seien sie an einer Lungenentzündung gestorben. Nach dem Ausbruch von Covid-19 habe sie jenes Virus neu sequenziert. Allerdings veröffentlichte Shi nicht das gesamte Genom von 4991, sondern bloß eine Teilsequenz, bestehend aus 370 Basenpaaren. Mit SARS-CoV-2 stimmte diese zu 98,7 % überein. Shis dritter Artikel lieferte eine hochkomplexe phylo­genetische Analyse von SARS-CoV-2. Wieso, staunt Latham ebenso wie „Falke“, erwähnen der erste und der dritte Artikel mit keinem Wort, dass das Wuhan-Institut den mutmaßlich engsten natürlichen Verwandten und naheliegendsten Vorfahren von SARS-CoV-2 seit sieben Jahren in einem Gefrierschrank aufbewahrt? Warum tat Shi dies der Fachwelt erst jetzt kund? Und warum benannte sie das angebliche „4991“-Virus von 2013 nun in RaTG13 um, nachdem sie es neu sequenziert hatte – obwohl die alte Sequenz der neuen zu 100 % entsprach? All dies deutet in Lathams Augen „darauf hin, dass da etwas vertuscht werden soll – auch wenn wir nicht wissen, was.“ (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 4. Juni 2020 bei Facebook, als Teil 9 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://nerdhaspower.weebly.com/ratg13-is-fake.html; https://spark.adobe.com/page/7BVPjWfEJgQYB/ 2 Siehe https://www.spektrum.de/news/die-frau-die-coronaviren-jagt/1713320. 3 Zhou P, Yang XL, Wang XG, Hu B, Zhang L, Zhang W, et al. „A pneumonia outbreak associated with a new coronavirus of probable bat origin“, Nature 579/2020, S. 270-273, https://www.nature.com/articles/s41586-020-2012-7; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32015507/ 4 https://www.nature.com/articles/nature12711 5 Zeng LP, Gao YT, Ge XY, Zhang Q, Peng C, Yang XL u.a.: „Bat Severe Acute Respiratory Syndrome-Like Coronavirus WIV1 Encodes an Extra Accessory Protein, ORFX, Involved in Modulation of the Host Immune Response“, Journal of Virology 90 (14) 2016, S. 6573-82, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27170748/, https://jvi.asm.org/content/90/14/6573; Hu B, Zeng LP, Yang XL, Ge XY, Zhang W, Li B u.a.: „Discovery of a rich gene pool of bat SARS-related coronaviruses provides new insights into the origin of SARS coronavirus“. PLoS Pathogens 13 (11) 2017:e1006698, https://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1006698, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29190287/ 6 https://www.independentsciencenews.org/health/the-case-is-building-that-covid-19-had-a-lab-origin/; zit. nach https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/06/21/coronavirus-lab-origin.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1HL&cid=20200621Z1&et_cid=DM573715&et_rid=899026577. Passagen, die Mercola aus einer früheren Version des Latham-Artikels zitiert, sind aus der aktuellen Fassung merkwürdigerweise verschwunden.

  • Spurlos.

    Noch ansteckender, noch pathogener, noch tödlicher: Viren lassen sich auch ohne Gentechnik „scharfmachen“ – so könnte SARS-CoV-2 in einem Labor in Wuhan entstanden sein. Nicht die geringste Spur von gentechnischen Eingriffen seien im Erbgut des Covid-19-Erre­gers festzustellen – also könne er unmöglich ein Laborkonstrukt sein. Das jedenfalls versichern uns Experten wie Christian Drosten, Journalisten verbreiten es unhinterfragt. Die unmissver­ständliche Botschaft an den misstrauischen Laien lautet: Halte endlich die Klappe, vergiss deine Verschwörungs­theorien, mach dich nicht lächerlich; du hast keine Ahnung, also wirf dich vor Fachleuten in den Staub. Ehe wir ehrfürchtig auf die Knie sinken, sollten wir auf Lernstoff zurückgreifen, der aus dem Bio-Unterricht unserer Schulzeit hoffentlich noch hängengeblieben ist. Zugegeben, selbst mit Abitur wäre Otto Normalversteher schwerlich imstande, ein virales Genom zu analysieren, geschweige denn irgendetwas Unnatürliches darin zu bemerken. Was viele von uns aus Pennälerzeiten aber durchaus in Erinnerung behalten haben dürften: Erbgut verändert sich nicht erst, wenn Menschen an ihm herum­basteln. Dies führt uns schnurstracks zu einem Hauptargument, das Dr. Michael Antoniou, Biochemiker und Molekular­genetiker vom altehrwürdigen King´s College in London, dem vielzitierten Andersen-Artikel in Nature Medicine entgegensetzt, um den es im vorherigen Beitrag ging. Anto­niou verweist darauf, dass sich neue, hochan­stecken­de und tödliche Mutanten durchaus völlig OHNE Gentechnik erzeugen lassen. Wie? 1. Man setzt Mikroorganismen bestimmten Chemikalien oder Bestrahlungen aus, die hohe Mutationsraten verursachen, und selektiert sie dann auf gewünschte Eigenschaften. 2. Man bringt verschiedenerlei Viren zusammen, um sie zur Rekombination anzuregen - d.h. dazu, untereinander Teile ihres Genoms auszutauschen -, woraus virulentere Arten ent­stehen können. 3. Man lässt das Virus eine Reihe von Gewebe­kulturen und Versuchstieren passieren. Letztere Methode - eine besonders gängige - trägt den umständlichen Namen "gerichtetes iteratives evolutio­näres Auswahlverfahren", kurz „GERICHTETE EVOLUTION“. Dabei züchtet man Viren beispiels­weise nacheinander in verschiedenen tierischen Gewe­ben: ein Vorgehensweise, die Impfstoffforscher routine­mäßig anwenden, um die Entwicklung eines Erregers zu beschleunigen. So wurden z.B. Fledermaus-Coronaviren, nach Entnahme aus dem Anus des Tiers, zunächst in Nieren­gewebe von Pangolinen (Schuppentieren) ver­mehrt, dann in Nierenzellen von Affen und Hirngewebe von Mäusen. „Dadurch lassen sich sechs Jahre Evolution auf wenige Tage verdichten – und sehr schnell extrem virale Formen des Virus schaffen“, erklärt der US-amerikanische Arzt Dr. Joseph Mercola. (1) Zunächst könnten Virologen auf diese Weise eine große Anzahl zufällig mutierter Fledermaus-Coronaviren erzeu­gen, mit vielerlei Versionen jenes Proteinelements, von dem abhängt, ob und wie gut das Virus an menschliche Zellen andocken kann: der „Rezeptor-Bindungsdomäne“ (RBD) seiner Spikes. Aus all diesen Varianten wählen sie dann diejenige RBD aus, die für die beste Bindung sorgt, also am ansteckendsten ist. Diese „Gerichtete Evolution“ ist in der Laborforschung gängige Praxis. Gegenüber „Gene Editing“, dem ziel­gerichteten Verändern von Erbgut, hat sie einen entschei­denden Vorteil: Sie erfordert nicht, die Struktur des Proteins und seinen Wirkmechanismus von vornherein genau zu kennen. Es genügt, unter zahlreichen Mutanten diejenigen zu identifizieren, die eine gewünschte Eigen­schaft aufweisen – etwa ein Enzym mit einer besonderen Reaktionsweise. Haben die Autoren des Nature Medi­cine-Artikels etwa noch nie von diesem Verfahren gehört? Eher scheint es so, als ob sie absichtlich darüber schweigen. Immerhin erhielt seine Erfinderin, die US-Bio­chemikerin Frances Arnold, dafür 2018 den Nobel­preis für Chemie. (2) Um auf diesen offenkundigen Lapsus hinzuweisen, wandte sich Dr. Antoniou an die Redaktion von Nature Medicine. Seine Stellungnahme zum Andersen-Beitrag trug den Titel: "SARS-CoV-2 könnte durch Labormani­pu­lation erzeugt worden sein". Doch das Magazin wie­ger­te sich, sie zu veröffentlichen – unter dem lächerli­chen Vorwand, dass sie „das Verständnis des Original­artikels weder fördert noch klärt". Ein wissenschaftliches Argument anzuführen, um Antonious Einwände zu wider­legen, erachtete die Redaktion offenbar für über­flüssig. (3) Ein weiteres biotechnisches Verfahren, das im manipu­lierten Genom keinerlei Eingriffsspuren hinterlässt, fand der US-Infektiologe Prof. Richard Ebright in einem Studienbericht des Wuhan-Instituts aus dem Jahr 2017 beschrieben. (4) Shi Zhengli und 15 weitere WIV-Kollegen berichten darin über ihre Arbeit an „drei neu identi­fizierten SARSr-CoVs mit unterschiedlichen S-Protein-Sequenzen“, die „alle in der Lage sind, humanes ACE2 als Rezeptor zu verwenden“. Dabei, so die Studien­autoren wörtlich, „verwendeten wir schimäre Viren, bei denen das WIV1-Rückgrat durch das S-Gen der neu identifizierten SARSr-CoVs ersetzt wurde“. Hierzu, so Prof. Ebright (5), setzten sie unter anderem die Methode der „NAHTLOSEN LIGATION“ ein. Sie ermöglicht es – daher der Name -, mehrere Gensequenzen miteinander zu verknüpfen, ohne „Narben“ zu hinterlassen. (Biotechni­ker sprechen auch von „Seamless Cloning“). (6) Auf eine dritte Möglichkeit, SARS-CoV-2 in einem Labor zu entwickeln – OHNE jeglichen Einsatz von Gen­technik - , weist Nikolai Petrovsky hin, ein Forscher am College of Medicine and Public Health der Flinders Univer­si­ty in Südaustralien: (7) Coronaviren lassen sich in Labor­schalen mit Zellen kultivieren, die den mensch­lichen ACE2-Rezeptor aufweisen. Im Laufe der Zeit wird das Virus spontan vielerlei genetische Mutationen durch­laufen. Die meisten werden nichts Auffälliges bewirken. Doch vereinzelt werden sie zu Anpassungen führen, die es dem Erreger ermöglichen, effizient an diese Rezep­toren zu binden – und diese Effizienz weiter erhöhen. „Solche Experimente führen schließlich zu einem Virus, das beim Menschen hochvirulent ist – und sich dabei sich so stark von dem ursprünglichen Fledermausvirus unterscheidet, dass es ihm kaum noch ähnelt", erklärt Petrovsky. "Da die Mutationen zufällig durch Selektion erworben werden, gibt es keine Signatur einer gentechni­schen Manipulation. Trotzdem handelt es sich immer noch eindeutig um ein Virus, das durch menschliche Eingriffe entstand.“ Mit ihm könnte sich ein WIV-Mitarbeiter infiziert haben, der daraufhin den nahe­gelegenen Tiermarkt besuchte, aber auch andere Orte der Stadt. (Dies würde erklären, warum sich bei drei der vier registrierten Erstinfizierten keinerlei Bezug zum Huanan-Markt feststellen ließ. (8) Oder kontaminierte Abfälle wurden schlampig entsorgt. Allerdings führt die Methode, die Petrovsky erwägt, nur vergleichsweise langsam zum Ziel. Sie zwingt zum Abwarten, bis die Natur die gewünschten Mutationen von alleine hervorgebracht hat. Da spart Gentechnik viel Zeit, denn sie beschleunigt den Prozess enorm: Mit ihr lässt sich rasch eine große Anzahl zufälliger Mutationen generieren, die man dann mittels „Gezielter Evolution“ für das gewünschte Ergebnis auswählen kann. Also ist Gentechnik bei weitem der effizienteste Weg, um neu­artige Krankmacher im Labor zu erzeugen. Die „10 Passagen bei Frettchen“ – sonderbares Déjà-vu Besonders gefährlich macht SARS-CoV-2 unter anderem sein besonderer Übertragungsweg. Dieses Virus verbrei­tet sich in erster Linie nicht über Kontakt, Schmier­in­fektion oder den Austausch von Körperflüssigkeiten, son­dern hauptsächlich über Aerosole: winzigste Schwebe­teilchen, kleiner als fünf bis zehn Mikrometer im Durch­messer. So erreicht es seine Wirte über die Luft, auch durch handelsübliche Gesichtsmasken hindurch, die viel zu grobmaschig sind, um es zurückzuhalten. Dies macht SARS-CoV-2 besonders ansteckend. Infi­zierte stoßen die Erreger, die sie mit sich herumtragen, nicht bloß mit größeren Tröpfchen beim Husten und Niesen aus, sondern entlassen sie in die Umgebung bereits mit dem feinen Luftstrom, der ihnen entweicht, wenn sie ausatmen, sprechen, lachen, singen, gähnen. In Innenräumen hält sich das Virus auf diese Weise bis zu mehreren Stunden in der Luft. Daran erweist sich, nebenbei bemerkt, der Irrsinn von staatlichen Quarantänemaßnahmen, die uns in Corona­zeiten wochenlang davon abhielten, an die frische Luft zu gehen, und in unser Zuhause einsperrten, mit Infizierten als Mithäftlingen. Und es erklärt viele merkwürdige Infektionsereignisse: So trafen sich am 18. März im US-Bundesstaat Washington 61 Menschen zu einer Chor­probe – ein einziger von ihnen war an Covid-19 erkrankt. Nach der Probe hatten sich 33 sicher infiziert, 20 weitere wahrscheinlich; drei mussten ins Krankenhaus eingelie­fert werden, zwei starben. (9) Zu Corona-Ausbrüchen, die weiterhin für Schlagzeilen sorgen, kommt es durchweg, wenn eine größere Ansammlung von Menschen längere Zeit in geschlossenen Räumen dieselbe Luft einatmet, sei es in Restaurants, wie im ostfriesischen Leer, sei es in Schlachthöfen wie in Groenlo nahe der deutsch-nieder­ländischen Grenze, sei es in Flüchtlingsheimen wie in Regensburg, sei es in einer Shisha-Bar wie soeben in Göttingen. Daher könnten sich unter 100 Gästen einer Kneipe oder Diskothek mehr Menschen anstecken als unter Tausenden, die an einer Demonstration teilnehmen, ein Straßenfest besuchen oder nebeneinander im Sport­stadion sitzen. Wer sich ein gutes Gedächtnis für Highlights der jüngeren Wissenschaftsgeschichte bewahrt hat, der stutzt beim Stichwort „Aerosole“ unwillkürlich. Ihm fallen die „10 Passagen bei Frettchen“ ein. Sie stehen für ein bez­eich­nendes Kapitel moderner Virenforschung – manche finden es glorreich, andere erschaudern dabei. Beige­tragen haben es 2011/12 der Virologe Ron Fouchier vom Erasmus Medical Center in Rotterdam sowie sein Fach­kollege Yoshihiro Kawaoka von der Universität Wiscon­sin. Beide forschten am Influenzavirus H5N1, dem Erreger der Vogelgrippe. Ihm setzten sie Frettchen aus. Dabei gelang es Fouchier und Kawaoka, die Mutations­rate des Virus deutlich zu erhöhen – nicht durch gen­technische Eingriffe, sondern mittels einer „SERIEL­LEN PASSAGE“: Wiederholt übertrugen sie das Virus von einem Tier auf ein anderes. Bloß fünf Mutationen, so zeigte sich, reichen aus, um H5N1 zu befähigen, sich auf dem Luftweg von einem Frettchen zum anderen zu über­tragen; dabei behält es seine Letalität bei, bleibt also genauso tödlich wie vorher. Nach der zehnten derartigen Passage verbreiteten sich die Viren „aviar“ - und befielen Frettchen in benachbarten Käfigen, die alsbald verendeten. (10) Auch in diesem Fall fanden keinerlei technische Manipu­la­tionen am Erbgut statt, die Signaturen hinterlassen konnten. Trotzdem ging es auch hier um einen gezielt herbeigeführten „Funktionsgewinn“: Ein ohnehin hoch­ansteckendes, pathogenes Virus sollte noch aggressiver werden, und dies haben die zwei Forscher mittels wiederholter Übertragung eindrucksvoll hingekriegt. Dass es auch im Wuhan-Institut seit langem darum ging, Coronaviren noch „virulenter“ zu machen, steht außer Frage. Fouchiers und Kawaokas Vorgehensweise nach­zuahmen, um Coronaviren unauffällig auf aerogene An­steckung zu trimmen, lag dann nahe. Wozu das Versteckspiel? Warum geben sich die Meinungsführer der Virolo­genzunft allergrößte Mühe, jede Spekulation darüber, ob SARS-CoV-2 gentechnisch verändert worden sein könn­te, schroff zu unterbinden? Weshalb sollen politisch Ver­antwortliche, Medien, die breite Öffentlichkeit gar nicht erst auf die Idee kommen, das Virus sei unnatürlich entstanden? Was Virologen fürchten, ist eine Gegenreaktion der Pandemieopfer auf solche Forschungen. Wer möglichst viel „Freiheit der Wissenschaft“ will, um Viren im Labor nach Herzenslust untersuchen und manipulieren zu kön­nen, der wird alles dafür tun, dass seine Forschungs­arbeit nicht wegen Besorgnissen der Öffentlichkeit einge­schränkt wird. Zurecht befürchtet er, dass schon der Hauch eines ungeheuerlichen Verdachts, seinesgleichen habe eine weltweite Pandemie mit Hunderttausenden von Toten und einem wirtschaftlichen Billionenschaden zu verantworten, dem allgemeinen Ansehen der Biotech­nologie schaden, zu strengeren Regulierungen sowie zum Verlust von Fördermitteln und Arbeitsplätzen führen könnte. Falls die Vermutung, dass SARS-CoV-2 ein Labor­produkt ist, an Boden gewinnt und Regierungen, Behörden, Medien, Investoren verschreckt, so droht BioTech nicht bloß ein beispielloser Imageschaden, sondern auch ein finanzielles Deaster ohnegleichen, ähn­lich wie der Atomindustrie nach Tschernobyl und Fuku­shima. „Offenkundige Interessenkonflikte“ bei Wissenschaft­lern, welche die dringend erforderliche Debatte über die Herkunft des Virus blockieren, stellt der Biologe Jona­than J. Couey fest, Assistenzprofessor an der Universität von Pittsburgh. „Bei diesen Dementis handelt es sich nicht um echte wissenschaftliche Argumente, sondern um rhetorische Pseudo-Widerlegungen von Leuten, die aufs engste mit den Finanziers dieser Forschungsrichtung verbandelt sind.“ (11) Die behauptete Widerlegung von Verschwörungstheo­rien, die den Ursprung des Covid-19-Erregers betreffen, misslingt im übrigen noch aus einem weiteren, schier un­fassbaren Grund: Bei dem angeblich natürlichen engsten Verwandten von SARS-CoV-2, dem RaTG13-Fleder­maus­virus, dürfte es sich um eine dreiste Erfindung handeln. Außerhalb des Wuhan-Instituts hat kein Viro­loge es jemals zu Gesicht bekommen, auch Drosten nicht. Es existiert nämlich wohl bloß als Buchstaben­folge, die erst Anfang dieses Jahres, nach Ausbruch der Pandemie, von einem chinesischen Rechner aus in eine öffentliche Datenbank hochgeladen wurde – SIEBEN JAHRE NACH seiner angeblichen Entdeckung. Weit und breit gibt es keinen Beweis für seine Existenz, abgesehen von dieser genetischen Sequenz. Vieles spricht dafür, dass es sich um eine Fälschung handelt, unter Einsatz hoher krimineller Energie. Wozu? Um Spuren zu verwi­schen. Die Hauptverdächtige: Chinas „Batwoman“ Shi Zhengli, die gefeierte Spitzenforscherin des Virologi­schen Instituts in Wuhan. Dazu mehr im nächsten Kapitel. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 3. Juni 2020 bei Facebook, als Teil 8 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2020/05/12/shut-down-bioweapon-labs-prosecute-scientists.aspx?cid_source=dnl&cid_medium=email&cid_content=art1HL&cid=20200512Z1&et_cid=DM534061&et_rid=870087300 2 https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtete_Evolution; https://en.wikipedia.org/wiki/Directed_evolution 3 https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19383-where-did-the-covid-19-virus-come-from 4 https://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1006698 5 https://twitter.com/R_H_Ebright/status/1261649950078836736 6 Siehe https://www.laborjournal.de/rubric/methoden/methoden/v213.php 7 https://www.livescience.com/coronavirus-wuhan-lab-complicated-origins.html 8 Siehe Lancet 24.1.2020, https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(20)30183-5.pdf 9 https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6919e6.htm 10 https://www.nature.com/news/second-mutant-flu-paper-published-1.10875; https://www.nature.com/news/the-risks-and-benefits-of-publishing-mutant-flu-studies-1.10138; Ron Fouchier: "Airborne Transmission of Influenza A/H5N1 Virus Between Ferrets", Science, Juni 2012; Kawaoka: „Experimental adaptation of an influenza H5 HA confers respiratory droplet transmission to a reassortant H5 HA/H1N1 virus in ferrets“, Nature 486, 2.5.2012, S. 420-428, https://www.nature.com/articles/nature10831 11 https://www.washingtontimes.com/news/2020/may/21/australian-researchers-see-virus-design-manipulati/

  • Zuviel versprochen.

    Hat dieser Professor „zweifelsfrei“ bewiesen, dass der Covid-19-Erreger unmöglich ein Kunstprodukt kann? Voreilig jubelten ihn Mainstream-Medien zum finalen Zerstörer der Laborhypothese hoch. 1 und 1 ist und bleibt 2, so viel steht fest. Ist genauso gewiss, dass der Covid-19-Erreger auf natür­liche Weise entstand? Das versuchen uns „Faktenchecker“ weiszu­machen: Jegliche Verschwö­rungs­theo­rien, die im neu­artigen Coronavirus ein Labor­produkt sehen, widerlegt angeblich eine neue wissen­schaftliche Studie. Ein für alle mal. „Studie“ – das klingt nach etwas empirisch Fundiertem, nach sauber erhobenen und ausgewerteten Daten, die Fachkollegen vor Veröffentlichung bewertet und gutge­heißen haben. Genau so brachten Massenmedien sie unters Volk. Damit betrieben sie Etikettenschwindel. Womit die Autoren für Schlagzeilen sorgen durften, war nicht etwa eine wissenschaftliche Originalpublikation – es handelte sich um einen sogenannten „Letter to the Editor“, der persönliche Ansichten darlegte. Am 17. März erschien dieses Glaubensbekenntnis im Fach­magazin Nature Medicine. (1) Ein fünfköpfiges For­scher­team aus den USA, Kanada und Großbritannien unter Leitung von Kristian Andersen, Professor für Immunologie und Mikrobiologie am Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien, verkündet darin, es habe törichten Spekulationen endgültig jegliche Grundlage entziehen können: „Unsere Analysen zeigen ZWEIFELS­FREI, dass SARS-CoV-2 kein Laborprodukt und kein gezielt manipuliertes Virus ist.“ Zweifelsfrei! Wissenschaft ist eine grundsätzlich fehlbare Angele­genheit. Niemals liefert sie finale Gewissheiten. Besten­falls bringt sie empirisch gut bestätigte Hypothesen hervor, die sich vorläufig bewähren, aber jederzeit an weiterer Erfahrung scheitern können. Allein schon die Versicherung, ein „zweifelsfreier“ Beweis sei gelungen, macht daher stutzig, sie wirkt unseriös. (2) Wie argumen­tiert die Studie? Wie von einem Virus, das eine globale Pandemie auslösen kann, nicht anders zu erwarten, gelingt es SARS-CoV-2 hervorragend, unsereins zu infizieren. Es weist eine „hohe Affinität“ auf, wie Virologen sagen – das heißt, es „bindet stark“. Wie kriegt es das hin? Es koppelt sich an ein bestimmtes Element der Membran­oberfläche menschlicher Zellen: an einen Rezeptor na­mens ACE2, eine Abkürzung für „Angiotensin-konver­tierendes Enzym“. ACE2 kommt in unseren Bronchien und Lungen vor, aber auch in Blutgefäßen, im Herz, dem Darm und Nieren. Zum Andocken setzt SARS-CoV-2 seine „Spikes“ ein: jene typischen nach außen ragenden Proteinstrukturen, mit denen die Hülle von Corona-Viren an eine gezackte Krone erinnert – daher ihr Name. Genauer gesagt: Darüber, ob und wie gut das Andockmanöver gelingt, entscheidet die sogenannte „Rezeptorbindende Domäne“ (RBD) dieser Spikes: So heißt der Bereich eines Proteins, der mit einem biochemisch passenden Rezeptor eine Bindung eingeht. Diese RBD muss eine ganz bestimmte Abfolge von Aminosäuren aufweisen, außerdem eine spezifische Faltung. Die Andersen-Gruppe behauptet nun: Die Wechselwirkung zwischen dem neuartigen Coronavirus und dem menschlichen ACE2-Rezeptor sei "nicht ideal" - dies hätten Computersimulationen ergeben. Die Spike-RBD von SARS-CoV-2 weiche von derjenigen ab, die für die Rezeptorbindung am besten geeignet wäre. Das ist harter Tobak. Das Andersen-Team behauptet also allen Ernstes: Allein durch Rechnermodelle, ohne ein einziges Experiment, habe es die "perfekte" Amino­säuresequenz der Spike-RBD für die Bindung an den ACE2-Rezeptor ermitteln können. Daraus folgert es: Würde jemand SARS-CoV genetisch optimieren, dann müsste er dazu die per Computersimulation vorher­gesagte RBD-Aminosäuresequenz verwenden. SARS-CoV-2 weiche davon jedoch ab. Somit stehe fest, dass keine Gentechnik im Spiel war: "Dies ist ein starker Beweis dafür, dass SARS-CoV-2 nicht das Produkt einer gezielten Manipulation ist.“ Kurz zusammengefasst argumentieren die Autoren also: SARS-CoV-2 wurde nicht absichtlich verändert. Denn hätte jemand dies versucht, so hätte er es anders kon­struiert – nämlich so, dass es das „ideale“ Design dafür aufweist, infektiös zu sein. Außerdem, so Andersen, hätte jemand, der SARS-CoV-2 absichtlich erzeugen will, von vornherein das Grund­gerüst (“backbone“) eines Corona-Verwandten verwen­det, der bekanntermaßen Menschen krank macht, bei­spiels­weise von MERS. Ein solches „Rückgrat“ fehle dem neuartigen Coronavirus aber. SARS-CoV-2 ähnle vielmehr sehr stark einem Wildtier-Virus, das bislang für Menschen harmlos war: einem Fledermaus-Coronavirus namens RaTG13. Die beiden seien zu über 96 % iden­tisch über die gesamte Sequenz des viralen Genoms. Da RaTG13 natürlich ist, stammt SARS-CoV-2 höchst­wahrscheinlich ebenfalls aus der Natur; beide müssen einen gemeinsamen Vorfahren aus jüngster Zeit haben. Somit, so Andersen, „zeigen genetische Daten unwiderlegbar (irrefutably), dass SARS-CoV-2 nicht von einem zuvor verwendeten Virus-Rückgrat abgeleitet ist“. (Anmerkung: Ob es sich bei RaTG13 wirklich um ein Natur­produkt handelt, darf bezweifelt werden – dazu mehr im Artikel „Über Wuhan kreist ein Falke“, Folge 9 dieser Serie.) Wie kann ein Forscher, ohne rot zu werden, allen Ernstes vorgeben, er sei zu „unwiderlegbaren“ Erkenntnissen ge­langt? Nicht nur Fachkollegen, auch Journalisten müsste solch apodiktisches Papsttum, der Gipfel unseriösen Gebarens und unter empirischen Wissenschaftlern ein absolutes Unding, sofort stutzig machen. Doch kein einziges Leitmedium störte sich daran. Jedes schrieb stattdessen Andersens Schlüsse blindlings ab, um sie als „wissenschaftliche Tatsachen“ unters Volk zu bringen. (3) „Eindeutig falsch“ und „widerlegt“ seien Verschwörungstheorien nunmehr, so verbreitet Focus. (4) Auch ein Herausgeber von Forbes, einem der ein­fluss­reichsten Wirtschaftsmagazine weltweit, sah jeglichen Laborleck-Verdacht aufgrund der Andersen-Studie als irrational „entlarvt“ an und spottete: „Es ist viel ein­facher, eine Luftblase durch den Hintern entweichen zu lassen als ein Virus aus einer BSL-4-Einrichtung.“ (5) CNN höhnte: Setzte etwa ein Unfall das Virus aus einem Labor frei „wie einen Geist aus der Flasche“? (6) Ist es nicht sonderbar, dass anscheinend keinem einzigen Andersen-Fan ein rätselhaftes Versäumnis auffiel? 30 Quel­len listet der Anhang des Studienberichts auf – eine jedoch, die entscheidendste, unterschlägt er: ausgerechnet jenen aufsehenerregenden Artikel von 2015, in dem Wuhans „Batwoman“ Shi Zhengli selbst ausführlich Gen­manipulationen an Fledermaus-Coronaviren zugibt, wie Andersen sie „zweifelsfrei“ ausschließt. (Ander­sen kennt Shis Arbeit übrigens durchaus; er zitiert einen anderen Artikel von ihr aus dem Jahre 2019, in dem sie SARS und MERS miteinander vergleicht. (7) Wie kann das sein? Dass eine Koryphäe wie Andersen Shis Publikation von 2015 nicht kennt, ist ungefähr so wahr­scheinlich wie die Wissenslücke eines Vogelkundlers, der noch nie von einer Amsel gehört hat. Also unter­schlägt Andersen diese Quellenangabe vorsätzlich. Wieso? Und musste sein Text nicht einen „Peer Review“ durchlaufen – eine eingehende Begutachtung durch ande­re Experten seines Fachgebiets -, ehe er veröffentlicht wurde? Kein einziger „Peer“ mo­nier­te die Auslassung? Gilt hier die ornithologische Sicht­schutzregel: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus? Andersen punktet mit dem Image seines Arbeitgebers: Das „Scripps Research Institute“ beschäftigt 2400 Wissen­schaftler – darunter vier Nobelpreisträger -, Tech­ni­ker, graduierte Studenten und weiteres Personal in über 200 Laboratorien; damit ist es die bedeutendste private Forschungseinrichtung für Biomedizin in den Vereinig­ten Staaten und eine der größten der Welt. Es hält fast 1100 Patente. (8) Nicht unerwähnt bleiben sollte aber, dass zu Scripps´ größten Geldgebern die „National Institutes of Mental Health“ (NIH) und deren „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ (NIAID) zählen – dieselbe Gesundheitsbehörde, die mit über sieben Mil­lio­nen Dollar die Gen-Basteleien des Wuhan-Instituts mitfinanziert hat. Würde SARS-CoV-2 aus dem dortigen Labor stammen, so träfe die NIH eine Mit­schuld, wenn nicht rechtlich, so zumindest moralisch. Eine „zweifels­freie“ Wider­legung dieses Verdachts kommt ihr deshalb bestimmt nicht ungelegen. Auf Scripps´ Sponsorenliste taucht ferner die Bill & Melinda Gates-Stiftung auf, das philanthropische Spiel­zeug des reichsten Impffetischisten der Welt. Natürlich liegt ihm daran, Vakzinforschung mit genetisch veränder­ten Erregern aus der Schusslinie zu nehmen. (9) Dieses Interesse teilt Andersens Arbeitgeber: Scripps Re­search ist gerade dabei, ein Biolabor der zweithöchsten Sicherheitsstufe BSL-3 einzurichten (10); es soll seinen über­aus einträglichen Arbeitsbereich Arzneimittel­ent­wick­­lung ergänzen – Scripps hat aktuell 25 Pharma-Neuheiten in der Pipeline, neun bereits zugelassene Medi­kamente „kommen Millionen Menschen in der ganzen Welt zugute“. (11) Wie könnten wir von der Belegschaft einer solchen Einrichtung auch nur die leiseste Andeutung eines Verdachts erwarten, ein Pan­demieauslöser sei womöglich einem Labor entsprungen? Es könnte ein Bumerang sein, der Scripps´ BSL-3-Pro­jekt zertrümmert, noch ehe die erste Wand gemauert ist. Grünes Licht für solche Wurfgeschosse sieht Andersens Arbeitsvertrag gewiss nicht vor. Wieso fand es kein Journalist der Recherche wert, dass einer der Autoren des Nature Medicine-Artikels Robert F. Garry heißt? Dieses Multitasking-Talent zählt zu den Mitbegründern von „Zalgen Labs“, einem 2011 gegrün­de­ten Biotechnologieunternehmen, das „Strategien gegen neu auftretende Viren entwickelt", wie er im obligatori­schen Artikelanhang zu „Conflicts of Interest“ angibt. (12) Was könnte den Geschäftsinteressen von Zalgen Labs schmerzlicher zuwiderlaufen als eine drastische Ver­schär­fung der Sicherheitsauflagen für Gentechnik und Virenforschung im Labor? Ist es nicht merkwürdig und mit journalistischer Standes­ethik unvereinbar, dass keine einzige Redaktion es für nötig hielt, abweichenden Expertenmeinungen nachzu­gehen, anstatt Andersens Schlüsse unverdaut weiter­zureichen? Hätte sich irgendein sogenanntes „Qualitätsmedium“ darum bemüht, so wäre es früher oder später auf Dr. Michael Antoniou gestoßen: einen angesehenen Bio­chemiker und Molekulargenetiker, der am altehrwürdi­gen King´s College in London die „Gene Expression & Therapy Group“ leitet. (13) Er erhebt Einspruch: Andersens Beweisführung berücksichtigt nämlich nicht, dass man­che ausgefeilten Laborsysteme imstande sind, auf der Suche nach möglichst hochaffinen RBD-Varianten einen zusätzlichen, ganz entscheidenden Faktor zu berück­sichtigen: nämlich die komplexe Umgebung, die dem Virus ein lebender Organismus bietet, mit einer unge­heuren Vielzahl von Einflussgrößen, die auf unberechen­bare Weise zusammenspielen. Anders als im Reagenz­glas sind die Zellen, die ein Virus in unserem Organis­mus antrifft, ja nicht isoliert, sondern eingebettet in ein bestimmtes äußeres Milieu. Zu diesem trägt die extra­zelluläre Flüssigkeit bei. Dazu zählt das Blutplasma, das zu 90 % aus Wasser besteht; es enthält Proteine, Elektro­lyte, Enzyme, Fette, Aminosäuren, Gerinnungsstoffe, Abbauprodukte des Stoffwechsels und weitere Substan­zen. Hinzu kommt die Lymphe, die weitgehend die glei­chen Bestandteile wie das Blutplasma aufweist, aller­dings in anderen Mengenverhältnissen. (Sie ist ärmer an gelösten Proteinen, aber reicher an Harnstoff und Lipi­den.) Dieses äußere Zellmilieu unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, und je nach Situation und gesund­heitlicher Verfassung, in vielerlei Hinsicht: etwa was Sauer­stoffgehalt, weitere Gase wie Stickstoff und Koh­len­­dioxid, enthaltene Nährstoffe, tausenderlei Enzy­me und sonstige biochemische Stoffe betrifft. Auch muss sich ein Virus in vitro nicht damit auseinandersetzen, wie unser Immunsystem ihm begegnet: etwa mit B-Zellen (Lymphozyten), mit T-Helfer- und –Killerzellen, mit Fress­zellen (Makrophagen), mit Antikörpern, mit dem körpereigenen Botenstoff Interferon. Wie diese Umgebung beschaffen ist, wirkt sich selbst­verständlich darauf aus, ob und wie gut das Spike-Protein den ACE2-Rezeptor menschlicher Zellen findet und an ihn bindet. Eine RBD, die mit Hilfe solcher realisti­scherer experimenteller Systeme ermittelt wird, wäre für die ACE2-Bindung genauso "ideal" oder sogar noch bes­ser als jede RBD, die ein bloßes Computermodell vorher­sagen könnte. Der entscheidende Punkt: Diese RBD würde höchstwahrscheinlich eine andere Amino­säure­sequenz aufweisen als abstrakt errechnet. Die Tat­sache, dass SARS-CoV-2 nicht die gleiche RBD-Struktur aufweist wie jene, die Andersens Computerprogramm prognostizierte, schließt also mitnichten aus, dass gen­technisch daran herumgeschraubt wurde. Aber könnte man in Computermodelle nicht auch Umgebungsfaktoren einbeziehen? Erstens: Fakt ist, dass Andersen dies erst gar nicht versuchte, nicht einmal ansatzweise. Zweitens: Hätte er sich darum bemüht, so wäre er rasch an grundsätzliche Grenzen gestoßen. Denn „es gibt einfach zu viele Variablen, die man in die Gleichung einbeziehen müsste“, erklärt Dr. Antoniou. Es gibt keine freischwebende „optimale Bindung“, unab­hängig von den jeweils besonderen äußeren Umstän­den, die ein Virus vorfindet und mit denen er zurecht­kommen muss. "Man darf durchaus Vertrauen in Compu­ter­programme setzen, aber sie sind bloß ein Anfang. Ob richtig ist, was sie vorhersagen, muss sich anschließend durch direktes Experimentieren in einem lebenden Orga­nismus erweisen. Dies ist bei Andersens Hypothese unterlassen worden. Somit bleibt sie unbewiesen.“ Anto­niou hält es für durchaus möglich, dass SARS-CoV-2 mit Hilfe eines Modells für lebende Organismen optimiert wurde, das es infektiöser macht, als jede Computer­simulation vorhersagen könnte. Kein Programm für Computermodelle ist besser als die Daten, mit denen Menschen es füttern. Sind die Daten unvollständig, so weiß keine Software von alleine, wie ein „ideales“ Virus unter realen Bedingungen beschaffen wäre. GMWatch - eine private US-Initiative, die gegen das Geschäft mit genmodifizierten Organismen ankämpft - vergleicht Andersens Analyse der Ursprünge von SARS-CoV-2 mit der polizeilichen Untersuchung eines frag­würdigen Todesfalls. War es Mord oder ein natürliches Ableben? Wäre Andersen ein Kriminalbeamter, so hätte er die Leiche in Augenschein genommen, dann am Com­pu­ter das Profil eines möglichen Mörders erstellt. Anschließend hätte er den Hauptverdächtigen entlassen, weil dieser nicht in dieses Profil passt, und wäre zu dem Schluss gelangt, dass der Tod auf natürliche Weise eintrat. (14) Im übrigen vermitteln die Autoren des Nature Medicine-Artikels den Eindruck, es gebe bloß EINE einzige Möglichkeit, am Genom herumzuwerkeln: Man nimmt ein bereits bekanntes Virus und verändert es dann so, dass es die gewünschten neuen Eigenschaften auf­weist. Einen solchen „alten Bekannten“ konnte die Andersen-Gruppe aber nicht ausfindig machen. Dagegen wendet Dr. Antoniou ein, wie auch der US-Mediziner Dr. Meryl Nass, ein Internist und Biowaffenexperte: (15) SARS-CoV-2 gentechnisch aus einem zuvor verwendeten Rückgrat eines anderen Virus zu erzeugen, ist keineswegs die einzige Möglichkeit, es im Labor zu erzeugen und infektiöser zu machen. Es gibt viele weitere Mittel und Wege, die keinerlei Spuren hinterlassen. Vor den siebziger Jahren, als sich Gentechnik immer weiter ver­breitete, „setzte man 'primitivere' Mittel ein, um Muta­tionen herbeizuführen“, so erläutert Dr. Nass. „Sie führ­ten zu biologischen Waffen, die getestet, gut beschrieben und in einigen Fällen auch eingesetzt wurden. Diese Methoden können zu Ergebnissen führen, denen die identifizierbare Signatur eines mikrobiellen Agens fehlt. Tatsächlich wäre es sogar wünschenswert, solche Agen­zien herzustellen – das erschwert den Nachweis, dass sie absichtlich in einem Labor entstanden.“ Um solche Verfahren, die keine verräterischen „Finger­abdrücke“ im genetischen Code hinterlassen, geht es im nächsten Kapitel. Wer von derartigen Methoden noch nie gehört hat, gibt die Suche nach den Verantwortlichen für die Pandemie 2020 voreilig auf – und lässt sich von Politikern, Journalisten und deren Lieblingsexperten weiter­hin ein X für ein U vormachen. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 2. Juni 2020 bei Facebook, als Teil 7 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.nature.com/articles/s41591-020-0820-9 2 https://www.businessinsider.de/wissenschaft/gesundheit/china-und-iran-streuen-das-coronavirus-sei-eine-biowaffe-aus-einem-militaerlabor-eine-wissenschaftliche-studie-widerlegt-diese-verschwoerungstheorie/ 3 Siehe z.B. https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/coronawatch/faktencheck-corona-labor-zuechtung-100.html; https://www.welt.de/wissenschaft/article207263819/Coronavirus-aus-dem-Labor-US-Militaer-will-das-nicht-ausschliessen.html; https://www.kleinezeitung.at/international/corona/5800255/Ein-Faktencheck_Kam-Coronavirus-aus-dem-Labor-Warum-das-nicht; https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/coronavirus-im-labor-gez%C3%BCchtet-warum-das-nicht-plausibel-ist/ar-BB12Cuj9 4 https://www.focus.de/gesundheit/news/verschwoerungstheorie-endgueltig-widerlegt-nicht-aus-dem-labor-forscher-beweisen-dass-sars-cov-2-natuerlich-entstanden-ist_id_11801624.html; https://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschaftsticker/virus-coronavirus-aus-dem-labor-warum-das-nicht-plausibel-ist_id_11881677.html 5 Bruce Y. Lee: „No, COVID-19 Coronavirus Was Not Bioengineered. Here’s The Research That Debunks That Idea“, https://www.forbes.com/sites/brucelee/2020/03/17/covid-19-coronavirus-did-not-come-from-a-lab-study-shows-natural-origins/#7bd72b7f3728, abgerufen am 18.5.2020. 6 Zit. nach https://www.independentsciencenews.org/health/the-long-history-of-accidental-laboratory-releases-of-potential-pandemic-pathogens/ 7 „Origin and evolution of pathogenic coronaviruses“, DOI: 10.1038/s41579-018-0118-9, https://www.nature.com/articles/s41579-018-0118-9 8 https://www.scripps.edu/about/index.html#employees 9 https://en.wikipedia.org/wiki/Scripps_Research#cite_note-ReferenceA-2 10 https://www.the-scientist.com/the-marketplace/biosero-collaborates-with-scripps-research-institute-to-automate-labscreening-for-covid-19-drug-therapy-candidates-67466 11 https://www.scripps.edu/about/facts-at-a-glance/ 12 https://www.zalgen.com/ 13 https://www.chelseagreen.com/writer/michael-antoniou/; https://www.kcl.ac.uk/lsm/research/divisions/gmm/departments/mmg/researchgroups/antonioulab/index 14 https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19403 15 https://anthraxvaccine.blogspot.com/2020/04/why-are-some-of-us-top-scientists.html; https://everipedia.org/wiki/lang_en/meryl-nass-md; https://ahrp.org/meryl-nass-m-d/ Foto Andersen im Titelbild: https://twitter.com/k_g_andersen?lang=fr

  • Chinas „Batwoman“

    Ist sie die Mutter des neuen Coronavirus: Shi Zhengli, Chefvirologin am Wuhan-Institut für Virologie? Vieles deutet zumindest auf eine Mittäterschaft hin. Der Thriller beginnt im Jahre 2011, in den abgelegenen Höhlen von Kunming in der südchinesischen Provinz Yunnan. In den tiefen, engen Gängen und Spalten des Felslabyrinths klettert und kriecht tagelang ein inter­nationales Forscherteam umher, bestehend aus einem Dutzend Mitarbeitern des Instituts für Virologie in Wuhan (1) – dem mutmaßlichen Ausgangs­punkt der gegen­wärtigen Pandemie -, US-amerikanischen und australi­schen Fachkollegen. Die Expedition leitet Shi Zhengli, die Top-Wissen­schaft­lerin des Wuhan-Instituts. In Fachkreisen gilt sie als „die“ Fledermausfrau, „Bat Woman“; sie hatte nachge­wie­sen, welche Erreger SARS hervorrufen. Coronaviren: das ist ihr Spezialgebiet, seit fast zwei Jahrzehnten spürt sie ihnen in südchinesischen Berg­regionen nach; die Datenbank PubMed listet 66 Veröf­fentlichungen von ihr über Coronaviren in angesehenen Fachzeitschriften auf. In Kunming wollen sie und ihre Kollegen Hufeisen-Fle­der­mäuse (Rhinolophus sinicus) einfangen. Dabei geht es ihnen weniger um die nacht­aktiven Flatterer selbst als um die Viren, die sie beher­bergen. Die Ausbeute kann sich sehen lassen: In 117 Kot- und Speichelproben stoßen die Virologen auf hunderterlei Arten von Coronaviren; die meisten erweisen sich als harmlos. Jedoch machen sie auch 27 bislang unbekannte Virenarten ausfindig, die dem bereits bekannten SARS-Typ ähneln. Am 30. Oktober 2013 berichten sie über ihre Funde im Wissenschaftsmagazin Nature. (2) Wie alle Viren der Corona-Familie, so weisen auch die neuentdeckten Mitglieder eine kugelförmige Hülle mit seltsamen Protein-Fortsätzen auf, sogenannten Spikes. Manche ver­gleichen sie mit den Zacken einer Krone, andere mit dem Strahlenkranz der Sonnenkorona – daher der Name. Gerade mal 60 bis 140 Nanometer (nm) groß sind diese Winzlinge. (1 Nanometer – vom griechischen Wort „na­nos“, Zwerg – ist der millionste Teil eines Millimeters. Zur Größe eines Fußballs verhält sich ein Nanopartikel ungefähr so wie ein Fußball zur Größe unseres Planeten Erde.) Mit diesen Fundstücken experimentieren Shi und ihre Fachkollegen in der Folgezeit ausgiebig herum. Sie iso­lieren die Viren, vermehren sie, geben sie in vielerlei Medien mit Zellen von Fledermäusen, Mäusen und Menschen, um festzustellen, wie sie sich verändern, um sich an einen neuen Wirt anzupassen. Und sie manipulieren ihr Erbgut. Was sie dabei Spannen­des zustande bringen, präsentieren sie am 9. November 2015 im Magazin Nature Medicine: (3) neuartige Fleder­mausviren „mit Wachstumspotential im Menschen“. Der Artikel lässt keinerlei Zweifel daran, dass es sich bei diesem Virus um ein gentechnisches Kunst­produkt handelt: „Wir erzeugten eine Chimäre, die sich aus einem modifizierten Ober­flächenprotein („spike“) des Fleder­maus-Coronavirus SHC014 und dem Rückgrat („back­bone“) eines SARS-Virus zusammensetzt.“ Im Laborversuch löst dieses Hybridvirus bei Mäusen Symptome aus, die einer Schweren Akuten Atem­wegs­erkrankung (SARS) gleichen. Genetisch ähnelt es jenem SARS-Typ, der 2002/03 für eine Pandemie gesorgt hatte, welche am Ende glimpflich ausging: Sie forderte seiner­zeit offiziell bloß 774 Todesopfer. Shis Kreatur gelingt es, menschliche Atemwegszellen direkt zu infizieren. Dabei nutzt sie ihre Spikes, um an einen entscheidenden Zellrezeptor anzudocken: ACE2. („ACE“ steht für „Angiotensin-konvertierendes Enzym“; es spielt eine wichtige Rolle dabei, den Blutdruck und den Körperwasser-Haushalt zu regulieren.) ACE2 kommt vor allem auf der Oberfläche der Innenwand (Endothel) von Lungen- und Bronchialgefäßen vor, aber auch in Adern, im Darm und den Nieren. (4) Fünf Jahre später verbreitet sich der Covid-19-Auslöser auf exakt diese Weise. Unter Fachleuten schrillten schon damals Alarmglocken. Kaum war Shis Artikel erschienen, da berichtete das Wis­sen­schaftsmagazin Nature am 12. November 2015 über die heftige Resonanz unter der Überschrift „Mani­puliertes Fledermausvirus regt Debatte über riskante Forschung an“. (5) Etliche Virologen, so das Wissen­schafts­magazin, „bezweifeln, dass die aus dem Experiment ge­won­nenen Informationen das potenzielle Risiko recht­fertigen.“ Nature zitiert Simon Wain-Hobson, einen nam­haften Virologen am Institut Pasteur in Paris. Er weist darauf hin, dass „die Forscher ein neuartiges Virus ge­schaffen haben, das in menschlichen Zellen bemer­kens­wert gut wächst. Wenn dieses Virus entwei­chen würde, könnte niemand vorhersagen, wie es sich ausbreitet.“ Wain-Hobson sollte recht behalten. Ausgerechnet eine Landsfrau von „Batwoman“ stieß soeben auf eines der stärksten Indizien dafür, dass es sich bei SARS-CoV-2 um ein im Labor manipuliertes Virus handeln muss: die Mikrobiologin Dr. Alina Chan. Pekings Zensur muss sie nicht fürchten, denn sie arbeitet weit weg vom Reich der Mitte: am renommierten Broad Institut in Cambridge, Massachusetts, einem biomedi­zinischen und Genforschungszentrum, das mit über hun­dert Einrichtungen in 40 Ländern zusammenarbeitet, unter anderem mit der Harvard University sowie dem Massuchusetts Institute of Technology (MIT). (In den 16 Jahren seit seiner Gründung 2004 brachte es das Broad Institut auf über 9700 Veröffentlichungen in Fach­zeitschriften.) (6) Gemeinsam mit der Bioinformatikerin Shing Hei Zhan verglich Chan die Entwicklungsgeschichten des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und jenes engen Verwandten SARS-CoV, der 2002/03 für eine Seuche gesorgt hatte. (7) Dazu lagen den beiden Wissenschaftlerinnen zum einen 11 Genome für SARS-CoV im Frühstadium bis zur Mit­te jener Epidemie vor. Zum anderen zogen sie 46 Geno­me für SARS-CoV-2 heran: „Wuhan-Ju-1“, eines der allerersten Isolate vom Dezember 2019, sowie jeweils 15 zufällig ausgewählte Genome aus den Monaten Januar, Februar und März 2020, die Infizierten aus verschie­de­nen Regionen entnommen worden waren. Zur Über­raschung des Forscherteams weisen die beiden Viren, auch wenn sie derselben Spezies angehören, eine völlig unterschiedliche Evolutionsdynamik auf: - SARS-CoV hatte sich in den ersten Monaten als genetisch enorm vielfältig erwiesen. Anfangs gelang es ihm nicht sonderlich gut, Menschen zu infizieren. Wie von einem natürlich entstandenen Krankheitserreger von vornherein zu erwarten, musste das Virus zunächst nach und nach mehrere Entwicklungsschritte von Mutation und Selektion durchlaufen, dank derer es sich allmählich immer besser auf Menschen übertrug. „Progressive Anpassung“ nennen Biologen diese Gesetz­mäßigkeit. - Ganz anders bei SARS-CoV-2, dem Seuchen­macher 2020: Hier konnte Dr. Chan „keinerlei Vorläufer oder Entwicklungszweige“ ausfindig machen, „die von einem weniger gut angepassten menschlichen SARS-CoV-2-ähnlichen Virus stam­men“. Es trat urplötzlich auf und blieb genetisch erstaunlich stabil. Von Anfang war es für unsereins hochinfektiös, schon optimal vor­bereitet darauf, den menschlichen Organismus zu befallen und krank zu machen, ohne dass es dazu vorher einem evolutionären Anpassungsdruck unterliegen musste. Seltsamerweise erklärte Dr. Chan am Ende ihres Papiers trotzdem, SARS-CoV-2 sei wohl „nicht gentechnisch mani­puliert“, obwohl ihre eigene Forschung eben dafür ein starkes Argument lieferte. Stand sie unter Druck „von oben“, nicht allzu deutlich zu werden? Verwundert wie­sen die Herausgeber von GMWatch, einem Infoportal zu genetisch veränderten Organismen (GMO), die Wissen­schaftlerin auf diesen offenkundigen Widerspruch hin: Hat sie denn nicht belegt, dass das Virus sehr wohl mittels „Gene Editing“ verändert worden sein könnte? Ja, „das ist richtig“, räumte Chan daraufhin ein. (8) Dazu passen brisante Erkenntnisse des australischen Biomediziners Nikolai Petrovsky, Professor am College of Medicine and Public Health an der Flinders University in Adelaide. In Computermodellen simulierte sein Team die Fähigkeit des Covid-19-Erregers, verschiedene Tiere sowie Menschen zu infizieren. (9) Unter anderem analy­sierte es die Spike-Protein-Bindung des Virus an Pango­line, Zibetkatzen, Mäuse, Hamster, Katzen, Hunde, Schlangen, Pferde, Tiger und Kühe – die heißesten Kann­di­daten für „Zwischenwirte“ - und auch Fledermäuse. Der Vergleich verblüffte die Forscher: Es zeigte sich eine „unübertroffene Fähigkeit“ des Virus, speziell an mensch­liche Zellen anzudocken. Demnach handelt es sich um einen „hochgradig an den Menschen angepassten Krankheitserreger“, der „in einzigartiger Weise darauf vor­be­reitet“ ist, ausgerechnet die Spezies Homo sapiens zu befallen und krank zu machen. Diese sonderbar extrem ausgeprägte Bindungsstärke, „zusammen mit der Tatsache, dass kein entsprechendes Virus in der Natur gefunden wurde, führt zu der Annahme, dass SARS-CoV-2 ein vom Menschen geschaffenes Virus ist", so erklärte Petrovsky am 21. Mai in der Washington Post. (10) Wer die ebenso gefeierten wie umstrittenen Fortschritte der Biotechnologie seit der Jahrtausendwende auch nur beiläufig mitverfolgt hat, den verwundern Chans und Petrovskys Entdeckungen nicht im geringsten. „Gene Editing“ an potentiellen Krankheitserregern findet rund um den Globus längst statt. Und weltweit beschränken sich Forscher keineswegs darauf, Bakterien und Viren zu sammeln, unters Mikroskop zu legen, ihre Strukturen und Funktionsweisen zu erkunden. Nein, sie verändern mög­li­che Pathogene aktiv, um sie zu „verbessern“. Sie provo­zieren und beschleunigen Mutationen; selektieren sie gezielt auf bestimmte Eigenschaften hin; machen sie infektiöser und tödlicher, basteln dazu an ihrer RNA herum, fügen neue Bausteine ein und entfernen bisherige, verschmelzen Genome von verschiedenen Erregern, syn­the­tisieren neue – überall, auch in China, nicht nur in Wuhan. Dabei gebären sie potentielle Killer wie bei­spiels­­weise ein über die Luft übertragbares Straußen-Virus H7N1, welches die Fallsterblichkeitsrate der „Spa­nischen Grippe“ um das 30-fache überböte, falls es jemals dem Labor entkäme. (11) Am 21. Juni 2013 veröffentlichte Science, eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Fachzeitschriften der Welt mit rund einer Million Lesern, ein Papier, das Seu­chen­schützer schon damals beunruhigte. Eingereicht hatte es die namhafte Tiervirologin Dr. Chen Hualan vom Institut für Veterinärforschung (HVRI), einer Einrichtung der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften in Harbin, Provinz Heilongjiang. (12) Darin nachzulesen gab es eine eher haarsträubende Erfolgsmeldung: Es sei gelungen, Hybridviren zu konstruieren, in welchen man das pathogene Vogelvirus H5N1 und das infektiöse Schweinevirus H1N1 so kombiniert habe, dass sie sich nun ohne weiteres auch über Atemtröpfchen in der Luft übertragen können – auf Meerschweinchen, auf Mäuse, auf andere Säugetiere. Zugleich habe die „Affinität“ die­ser Chimäre „für Atemwegsrezeptoren, wie sie im Men­schen vorkommen“, erheblich „verbessert“ werden können. (13) Glückwunsch. Lord May of Oxford, Wissenschaftsberater der britischen Regierung und ehemaliger Präsident der Royal Society, äußerte sich bestürzt über Hualans Aktivitäten: Seines Erachtens tragen solche grenzenlos fleißigen, von Skru­peln unbelasteten Forscher zum besseren Verständnis und zur Prävention von Pandemien in Wahrheit nichts bei. "Sie behaupten, sie täten dies, um die Entwicklung von Impfstoffen und dergleichen zu unterstützen. Tat­säch­lich liegt der wahre Grund darin, dass sie von blin­dem Ehrgeiz ohne jeglichen gesunden Menschen­verstand angetrieben werden. (…) Sie nehmen die Gefahr auf sich, eine Übertragung von Mensch zu Mensch von sehr gefährlichen Viren zu verursachen. Das ist erschreckend unverantwortlich.“ (14) Spaßbremsen wie Lord May gelang es allerdings noch nie, die Euphorie ums „Gene Editing“ dämpfen. Fach­kreise feiern sich lieber; Politiker, Investoren, Medien feiern mit. Im selben Jahr 2013 zählte Nature, das ein­flussreichste Wissenschaftsmagazin der Welt, Dr. Hualan zu den „Ten Scientific Figures of the Year“, nach wel­chen Kriterien auch immer. 2016 gewann sie den „L‘Oréal-UNESCO Award for Women in Science“, womit sie „für ihre Beiträge im Kampf gegen das Vogel­grippe-Virus“ geehrt wurde. Gegen oder zugun­sten? (15) „China feiert die Frau, die den Unterschied macht“, jubelte die KP-Zeitung China Daily. (16) Mit ähnlich abenteuerlichen Basteleien an Fledermaus-Coronaviren befasst sich „Batwoman“ in Wuhan seit über einem Jahrzehnt hingebungsvoll. Nein, das ist nicht Spekulation. Das ist keine Verschwörungstheorie. Es ist Fakt, schwarz auf weiß nachzulesen in Shi Zhenglis Forschungsbericht von 2015. Alle Faktenchecker dieser Welt sollten sich dort erst mal schlau machen, statt weiter nachzubeten, was ihre Lieblingsexperten ihnen vorsetzen. Aber selbst wenn Shis „Forschung“ in nichts weiter bestanden hätte, als Fledermaus-Coronaviren einzusam­meln und unters Mikroskop zu legen, ohne an ihrem Genom im geringsten herumzuwerkeln, gehört hinter ihre ebenso exzentrische wie ausgeprägte Passion ein dickes Fragezeichen. In Südchinas Höhlen tummeln sich Fleder­mäuse seit Jahrhunderten. Ebenso lange brüten sie dort mancherlei Viren aus, die auf einem mehr oder minder langen Mutationsweg auch den Bürgern von Wuhan gefähr­lich werden könnten. Dazu mussten sie aber erst über tausend Kilometer nach Nordwesten geschafft werden, mitten hinein in die nach Einwohnern sechst­größte Stadt Chinas. Erst dort begannen die Viren ihr pandemisches Unheil anzurichten. Auch daraus erwächst dem Institut für Virologie eine Mitschuld, einerlei auf welchem Weg der Erreger von dort aus versehentlich ins Freie gelangt ist. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 31. Mai 2020 bei Facebook, als Teil 5 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 http://english.whiov.cas.cn/Home2016/ 2 https://www.nature.com/articles/nature12711 3 https://www.nature.com/articles/nm.3985 4 https://www.news-medical.net/news/20200420/ACE2-TMPRSS2-profiling-indicates-tissue-vulnerability-to-SARS-CoV-2-infection.aspx 5 https://www.nature.com/news/engineered-bat-virus-stirs-debate-over-risky-research-1.18787 6 https://en.wikipedia.org/wiki/Broad_Institute; https://www.broadinstitute.org/files/news/media-kit/BroadFactSheet.pdf 7 Shing Hei Zhan/Benjamin E. Deverman/Yujia Alina Chan: „SARS-CoV-2 is well adapted for humans. What does this mean for re-emergence?“, bioRxiv – The Preprint Server for Biology, 2.5.2020, https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.05.01.073262v1 8 https://gmwatch.org/en/news/latest-news/19412 9 https://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/2005/2005.06199.pdf 10 https://www.washingtontimes.com/news/2020/may/21/australian-researchers-see-virus-design-manipulati/; https://www.dailymail.co.uk/news/article-8356751/How-COVID-19s-unique-structure-means-man-made.html 11 https://mbio.asm.org/content/5/5/e01882-14#ref-1 12 https://en.wikipedia.org/wiki/Chen_Hualan 13 https://science.sciencemag.org/content/340/6139/1459/tab-article-info; DOI: 10.1126/science.1229455; https://www.youtube.com/watch?v=dTKBM8YmWOQ 14 https://www.independent.co.uk/news/science/appalling-irresponsibility-senior-scientists-attack-chinese-researchers-for-creating-new-strains-of-8601658.html 15 "Chen Hualan gewinnt UNESCO-L'Oréal-Preis 2016", http://www.bjrundschau.com/Welt/201510/t20151009_800039985.html, abgerufen am 30.5.2020. 16 https://www.chinadaily.com.cn/a/201810/29/WS5bd673f9a310eff303285218.html Bild Fledermaus: Syaibatulhamdi/pixabay.com.

  • Unterdrückt.

    Ein Ex-Geheimdienstchef sah bereits im Frühsommer 2020 „wichtige Hinweise“ darauf, dass SARS-CoV-2 aus einem Labor stammt - doch Wissenschaftler wurden daran gehindert, sie zu veröffentlichen. Überzeugende Hinweise darauf, dass die Corona-Pan­demie als Unfall in einem Labor begann, will der ehe­malige Leiter eines britischen Geheim­diensts gesehen haben. Doch ihre Veröffentlichung ver­zögerte sich – wegen massiver Widerstände. Sir Richard Dearlove, 75, stand von 1999 bis 2004 an der Spitze des MI6. Wie er in einem Interview mit der Tages­zeitung The Telegraph am 3. Juni 2020 erklärte, habe er einen "wichtigen" neuen wissenschaftlichen Bericht gesehen, der nahelegt: Das Virus ist nicht natür­lich ent­standen - chinesische Wissenschaftler stellten es künst­lich her. (1) Die Studie, auf die sich Dearlove bezieht, stammt von einem norwegisch-britischen Forschungsteam unter Lei­tung von Professor Angus Dalgleish, einem angesehenen Epidemiologen vom St. George's Hospital der Universität London, sowie dem norwegischen Virologen Birger Sorensen. In ihrem Papier behaupten die Wissenschaftler, sie hätten "eingefügte Abschnitte auf der Oberfläche der SARS-CoV-2-Spike" identifiziert, die erklären, wie das Virus sich an menschliche Zellen bindet. "Der SARS-CoV-2-Spike unterscheidet sich deutlich von allen ande­ren SARS, die wir untersucht haben.“ "Wir sind uns bewusst, dass diese Ergebnisse politische Bedeutung haben und beunruhigende Fragen aufwerfen könnten", schrieben die Autoren in einer ersten Version ihres Forschungsberichts. Dass sie den Nagel damit auf den Kopf trafen, zeigte sich umgehend, nachdem es zur Begutachtung an Fachkollegen verteilt worden war, wäh­rend Geheimdienstbeamte seine Ergebnisse analy­sier­ten. Plötzlich zog sich einer der Autoren, John Fredrik Mox­nes - der wissenschaftliche Hauptberater des norwegi­schen Militärs – zurück und verlangte, dass sein Name nicht in Zusammenhang mit der Studie gebracht wird. Darunter litt ihre Glaubwürdigkeit natürlich. Wissen­schaftler des Francis Crick Institute und des Impe­rial College London lehnten die Schlussfolgerungen von Dalgleish/Sorensen ebenfalls ab. Aus der Korres­pondenz, die dem Telegraph vorliegt, geht hervor, dass führenden akademischen Zeitschriften wie Nature und das Journal of Virology das ursprüngliche Papier im April ablehnten – sie bezeichneten es als "ungeeignet für eine Ver­öffentlichung". Eine Redaktion sagte innerhalb einer Woche nach Erhalt ab, also offenkundig ohne nähere Prüfung durch andere Fachleute. „Im selben Zeitraum nahm es zwei oder drei chinesische Artikel, die sich auf das Virus beziehen, innerhalb von 48 Stunden annahm", sagte Sir Richard. Eine Veröffentlichung sagte schließlich das Quarterly Review of Biophysics Discovery zu, eine Fachzeitschrift unter dem Vorsitz führender Wissenschaftler der Stan­ford University und der University of Dundee. „Aus­reichenden wissenschaftlichem Wert“ bescheinigte die Redaktion dem Papier allerdings erst, nachdem ein Groß­teil des Inhalts verwässert wurde, um ausdrückliche Vorwürfe gegen China auszuräumen. Unterdessen bemühen sich Prof. Dalgleish und seinen Kollegen darum, eine weitere Analyse zu veröffent­lichen, die dem Telegraph bereits vorliegt. (2) Darin bekräftigen die Wissenschaftler: Der Covid-19-Erreger weist "einzigartige Fingerabdrücke" auf, die sich nicht natürlich entwickelt haben können. Stattdessen „deuten sie auf eine gezielte Manipulation hin". Es handle sich um ein "bemerkenswert gut an die menschliche Koexi­stenz angepasstes Virus", das wahrscheinlich das Ergebnis eines Laborexperiments in Wuhan zur Her­stellung "chimärer Viren mit hoher Potenz" ist. Diese Arbeit hat bisher kein einziges wissen­schaftliches Journal zur Veröffentlichung angenommen. Dass ihre mangelnde wissenschaftliche Qualität daran schuld ist, darf bezweifelt werden. Der frühere MI6-Chef glaubt nicht, dass die Chinesen das Virus absichtlich freigesetzt haben. Er beschuldigt Peking jedoch, Herkunft und Ausmaß seiner Ausbreitung nachträglich zu vertuschen. Warum stoßen Wissenschaftler, die Hinweise auf einen Laborursprung der Seuche vorlegen, auf massive Wider­stände? Mächtige Gegenspieler bilden eine Inter­essen­gemeinschaft: Virologen fürchten um ihre For­schungs­labore, Militärs um die weitere Biowaffen­entwicklung, Regierungen um ihre diplomatischen Bezie­hungen zum Regime in Peking, die Industrie um ihre Geschäfte mit der baldigen Wirtschafts­macht Nummer Eins. Wenn diese Koalition Druck auf Medien­häuser ausübt, zeigen allenfalls solche Redakteure Rückgrat, die ihren Arbeits­platz loswerden wollen. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 28. Mai 2020 bei Facebook, als Teil 4 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.telegraph.co.uk/news/2020/06/03/exclusive-coronavirus-began-accident-disease-escaped-chinese/; https://mailchi.mp/gmwatch.org/coronavirus-began-as-an-accident-in-chinese-lab-says-former-mi6-boss?e=d811e1281f 2 Sie trägt den Titel "A Reconstructed Historical Aetiology of the SARS-CoV-2 Spike".

  • Aufklärung unerwünscht

    Fragen nach dem Ursprung des neuen Coronavirus gelten als "verschwörungstheoretisch". Jeder halbwegs kritische Geist wundert sich: Wie konnte die angeblich natürliche Herkunft von SARS-CoV-2 blitzschnell feststehen, per Ferndia­gnose, vor jeglicher Untersuchung aller relevanten Um­stände vor Ort? Wie konnte sich dieses Spekulationsvirus mit einer schwin­del­­erregend hohen Reproduktionsrate in den Köpfen so gut wie aller Staatenlenker, Sachverstän­di­ger und Meinungsmacher festsetzen? Gerade mal 280 Meter vom Huanan-Markt entfernt befin­det sich das „Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention“, das ähnlich einem Gesundheitsamt für öffent­lichen Gesundheitsschutz sorgen soll; (1) es betreibt ein Biolabor der zweitniedrigsten Sicherheitsstufe BSL-2, in welchem Ende Dezember 2019 das neuartige Coro­na­virus offenbar erstmals festgestellt wurde. (2) 35 Kilometer weiter steht ein zweites Bio-Labor, das von US-Großinvestor George Soros mitfinanzierte WuXi AppTec. (3) Viel näher, bloß 12 km vom Markt oder eine halbe Autostunde entfernt, befindet sich das „Wuhan Institut für Virologie“ (WIV), seit Anfang 2018 Chinas erstes und bislang einziges der höchsten Sicherheitsstufe BSL-4, eines von weltweit nicht einmal 30. Den 40 Mil­lio­nen Euro teuren Bau finanzierte Peking, die begehrte Sicherheitstechnologie lieferte Frankreich. (4) Der weitläu­fi­ge, von einem hohen Elektrozaun umgebene Gebäude­komplex beherbergt mit rund 1500 Erregerstämmen die größte Virusbank Asiens. (5) Weshalb darf niemand den sonderbaren Zufall hinterfragen, dass an allen drei Orten mit brandgefährlichen Erregern herumgeforscht wird – zumindest im WIV mit Viren eben jener Art, welche nun für eine globale Seuche sorgen: mit Coronaviren des SARS-Typs? „Dieses Virus stammt auf keinen Fall von uns“, ver­sichert der stellvertretende WIV-Direktor; „ein strenges Regulierungssystem und ein strenger Verhaltens­­kodex für die Forschung“ schließe dies definitiv aus. (6) Und die Hauptverdächtige, WIV-Chefvirologin Shi Zhengli? „Ich schwöre bei meinem Leben, das Virus hat nichts mit dem Labor zu tun.“ (7) Ob sich Shi da womöglich wegen Meineids in Lebens­gefahr bringt? Was soll sie denn sonst sagen, selbst wenn sie insgeheim allen Grund für ein schlechtes Gewissen hätte? „Oh ja, selbstverständlich gebe ich sofort zu, dass meinetwegen Hunderttausende sterben mussten“? Für den Biologen Botao Xiao, Professor an der renommierten South China University of Technology in Guangzhou, gab es von Anfang an keine plausiblere Erklärung: Das Virus stammt höchstwahrscheinlich aus einem der Biola­bo­re von Wuhan. Seine Indizien veröf­fent­lichte Xiao am 6. Februar auf der Forschungs­plattform Researchgate.net: „The possible origins of 2019-vCoV coronavirus“. Neun Tage später, am 15. Februar, verschwand der Artikel dort spurlos, wie auch Xiaos Profil. Auf Anfrage teilte Re­search­gate mit, der User selbst habe den Text offline genommen und seinen Account gelöscht. (8) Auf Kontakt­ver­su­che von Journa­listen reagierte Xiao nicht. Am 26. Februar distanzierte sich Xiao öffentlich von seiner eigenen Arbeit: Es habe sich um bloße „Spekulation“ gehandelt. (9) Aber wieso erklärte Chinas Wissenschaftsministerium dann am 15. Februar 2020 bei einer Pressekonferenz, die Sicher­heitsvorkehrungen in Laboren, die mit Viren arbei­ten, müssten erhöht werden? (10) Wozu denn, wo Lecks doch angeblich völlig ausgeschlossen sind? Hinzu kommen Erkenntnisse von Nachrichtendiensten. Zwar gelangen die „Five Eyes“ - eine Allianz von Geheim­diensten, zu der sich die USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland zusammengeschlos­sen haben – in einem 15-seitigen Dossier mehrheitlich zu dem Schluss, ein Laborunfall als Ursprung der Pandemie sei "höchst unwahrscheinlich". Allerdings räumt das Papier auch interne Differenzen darüber ein. (11) Manche Geheimdienste finden es offenbar verdächtiger als andere, wie dreist chinesische Behörden auf Vertuschung aus sind – und welch hochriskante Forschungsarbeiten im Wuhan-Institut seit mindestens anderthalb Jahrzehnten stattfinden. Die New York Post enthüllte am 6. Mai 2020, was ihr ein Daten­analytiker des britischen Secret Service anver­traute: Am Abend des 30. Dezember 2019 - einen Tag bevor Peking die WHO über ein gehäuftes Auftreten von Lungenentzündungen in Wuhan in Kenntnis setzte -, nahm jemand umfangreiche Änderungen an der Viren­datenbank des WIV vor, im offenkundigen Bemühen, aus ihr Hinweise auf Virusübertragungen von Tier auf Mensch zu tilgen. "Es sieht aus wie ein überstürztes, inkonsequentes Bemühen, das Projekt durch ein ‚Rebran­ding‘ vom Ausbruch zu trennen", sagt der Geheim­dienst­analytiker. (12) Wenige Stunden vor der hastigen, umfang­reichen Selbstzensur war WIV-Chefvirologin Shi Zhen-Li, die gerade an einem Kongress in Peking teilnahm, über die rätselhaften Erkrankungsfälle infor­miert worden, woraufhin sie sich sofort in den Zug Richtung Wuhan setzte. Sicherlich bietet auch die chinesische Eisenbahn Internetverbindungen, über die man sich mittels Laptop in einen Institutsrechner einloggen kann. Zwei Tage zuvor soll die Gesundheits- und Medi­zin­kommission der Provinz Hubei einem Labor für Gen­sequenzierung in Wuhan befohlen haben, Proben des neuartigen Coronavirus zu vernichten und der Öffent­lichkeit alle Informationen darüber vorzuenthalten. (13) Dass Coronavirus-Proben absichtlich zerstört wurden, räumte Peking Mitte Mai selber ein – dies sei „aus Sicherheitsgründen“ geschehen. (14) Diese Verlautbarung fällt in die Kategorie „Verspäteter Aprilscherz“: Ver­fügen Chinas Biolabore neuerdings also über keinerlei Möglichkeiten mehr, Viren sicher zu verwahren? Aber bis Anfang 2020 gelang ihnen dies noch? Mit rätselhaften, ungeschickten, widersprüchlichen Äuße­rungen und Maßnahmen sorgt die chinesische Führung selbst dafür, dass weltweit der Argwohn wächst. Bei einer Dringlichkeitssitzung in Peking am 21. Februar 2020 betonte Staatspräsident Xi Jinping, wie notwendig es sei, ein nationales System zur Kontrolle von Bio­sicherheitsrisiken einzurichten, "um die Gesundheit der Menschen zu schützen" und ähnliche Epidemien in Zu­kunft zu verhindern. Dies sei eine Frage der "natio­nalen Sicherheit". Tags darauf erließ das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie eine neue Direktive mit dem Titel "Anweisungen zur Stärkung des Biosicherheitsmanagements in Mikrobiologielaboren, die mit fortgeschrittenen Viren wie dem neuartigen Corona­virus umgehen". (15) Wozu eine solche Anordnung, wenn China nicht das geringste Problem damit hätte, gefähr­liche Krankheitserreger dort eingesperrt zu halten, wo sie hingehören? Und wie viele "Mikrobiologielabore" gibt es denn in China, die mit "fortgeschrittenen Viren wie dem neuartigen Coronavirus" umgehen? Ein einziges. Es befindet sich in Wuhan, dem seltsam zufälligen Epizen­trum der Epidemie. Aber auch außerhalb Chinas scheint Aufklärung uner­wünscht, sie wird für überflüssig erklärt. Wer nahe­liegende andere Erklärungen als „natürliche“ auch nur zu erwägen wagt, sieht sich umgehend als aufklä­rungs­bedürftiger Wirrkopf mit Aluhut verunglimpft. Jeglicher derartige Verdacht sei frühzeitig als haltlos entlarvt worden, so bekommen wir zu hören. In der Washing­ton Post sei dies schon am 29. Januar 2020 nachzulesen gewesen. Darin hatten mehrere Experten erklärt, das Wuhan-Institut sei für Biowaffenforschung überhaupt nicht ge­eig­net; im übrigen hätten die meisten Länder sie aufge­geben; es gebe keine Beweise dafür, dass das Virus gentechnisch hergestellt worden sei. (16) Im Februar 2020 ließ die Financial Times den „Virus­experten und führenden Coronavirus-Forscher“ Trevor Bedford verkünden: „Wir haben empirische Belege dafür, dass die Mutationen [im Virus] vollständig mit der natürlichen Evolution übereinstimmen.“ (17) Im Fachblatt Lancet „ent­tarnten“ 27 Infektiologen sie ebenso um­gehend wie vehe­ment als „Falschinformationen“: "Wir stehen zusammen, um Verschwörungstheorien scharf zu verurteilen, die andeuten, dass Covid-19 keinen natürlichen Ursprung habe.“ (18) Mitunterzeichner ist Deutschlands virologisches Chef-Orakel, Christian Drosten. „Es gibt keine Schuldigen, es ist ein Naturphänomen“, so versicherte er uns von An­fang an. (19) Dabei hatte er selbst bei anderer Gelegenheit klargestellt: „Man kann eigentlich zum Ursprung nicht wirklich etwas sagen, solange man es nicht untersucht.“ (20) So ist es. Trotzdem muss sich als Verschwörungstheoretiker ver­unglimpfen lassen, wer den naheliegenden Labor­ursprung der Pandemie auch nur zu erwägen wagt. Jedes Denunziationsrisiko nehme ich hiermit kaltblütig in Kauf. Denn es mehren sich triftige Anhaltspunkte für hochbrisante Vermutungen. Westliche Medien helfen mit, sie unter den Teppich zu kehren. Darüber entsetzt äußert sich selbst ehemalige Leiter eines britischen Geheimdiensts. (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 29. Mai 2020 bei Facebook, als Teil 3 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisches_Zentrum_f%C3%BCr_Krankheitskontrolle_und_-pr%C3%A4vention 2 https://www.scientificamerican.com/article/how-chinas-bat-woman-hunted-down-viruses-from-sars-to-the-new-coronavirus1/ 3 https://www.wuxiapptec.com/about/; https://www.snopes.com/fact-check/soros-wuhan-lab/; https://www.politifact.com/factchecks/2020/mar/19/facebook-posts/conspiracy-theory-falsely-connects-george-soros-co/ 4 https://www.derstandard.de/story/2000117255496/frankreichs-frust-mit-dem-wuhan-labor 5 Fabian Kretschmer: Streit um den Ursprung des Virus. Kommt Corona aus einem Labor in China? In: Kölner Stadt-Anzeiger. 18. April 2020, https://www.ksta.de/politik/rnd/streit-um-den-ursprung-des-virus-kommt-corona-aus-einem-labor-in-china--36575360 6 Am 18. April gegenüber NBC News, zit. nach https://www.livescience.com/coronavirus-wuhan-lab-complicated-origins.html 7 So am 6. Februar in der South China Morning Post, zit. nach https://www.livescience.com/coronavirus-wuhan-lab-complicated-origins.html 8 Es gelang, eine Kopie zu sichern: https://chanworld.org/wp-content/uploads/wpforo/default_attachments/1581810860-447056518-Originsof2019-NCoV-XiaoB-Res.pdf, abgerufen am 26.5.2020. 9 https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/das-mysterioese-labor-in-wuhan-woher-kam-das-corona-virus-li.81962 10 https://www.guancha.cn/politics/2020_02_15_536508.shtml; zum Übersetzen: https://www.deepl.com/translator 11 https://www.dailytelegraph.com.au/coronavirus/bombshell-dossier-lays-out-case-against-chinese-bat-virus-program/news-story/55add857058731c9c71c0e96ad17da60 12 https://nypost.com/2020/05/06/what-is-china-covering-up-about-the-coronavirus-devine/ 13 https://greatgameindia.com/coronavirus-samples-destroyed/; https://www.zerohedge.com/health/database-wuhans-batwoman-altered-48-hours-covid-19-samples-ordered-destroyed 14 New York Post vom 15. Mai, s. https://twitter.com/R_H_Ebright/status/1261660326082367489. 15 https://nypost.com/2020/02/22/dont-buy-chinas-story-the-coronavirus-may-have-leaked-from-a-lab/ 16 Adam Taylor: Experts debunk fringe theory linking China’s coronavirus to weapons research. The Washington Post. 29. Januar 2020, https://www.washingtonpost.com/world/2020/01/29/experts-debunk-fringe-theory-linking-chinas-coronavirus-weapons-research/, abgerufen am 21.5.2020. 17 Coronavirus was not genetically engineered in a Wuhan lab, says expert, https://www.ft.com/content/a6392ee6-4ec6-11ea-95a0-43d18ec715f5, abgerufen am 21.5.2020 (englisch) 18 https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30418-9/fulltext 19 https://www.mdr.de/wissen/corona-virus-ist-naturphaenomen-100.html 20 https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/christian-drosten-corona-krise-coronavirus-virologen-1.4887512

  • Lügen, verschleiern, unterdrücken

    Wie man uns über den wahrscheinlichsten Ursprung von SARS-CoV-2 täuscht. Das neuartige Virus stammt keinesfalls aus einem Labor in Wuhan? Wer das unbesehen glaubt, weiß offenbar nichts über Chinas unrühmliche Vorgeschichte ähnlicher Vorfälle. Ausgerechnet SARS-Cov-1, enger Verwandter und Vorgänger des gegenwärti­gen Pandemieauslösers, entwich im Jahre 2004 aus einem staatlichen Labor in Peking, wo mit ihm herumex­perimentiert wurde; zwei Forscher hatten sich dort ange­steckt, sie lösten Infekt­ketten mit neun Erkrankungen und einem Todesfall aus. (1) Ehe daraus eine menschengemach­te Seuche werden konnte, wurde der Ausbruch glück­licherweise rasch ein­gedämmt. Doch wäre es gar nicht erst dazu gekommen, wenn ausreichende Sicherheitsvor­keh­rungen getroffen worden wären. Aber handelt es sich beim „Wuhan Institut für Virologie“ (WIV) nicht um ein BSL-4-Labor, auf allerhöchster Sicher­heitsstufe? BSL-4 ist für den Umgang mit Erregern und Wirkstoffen vorgesehen, die leicht durch Aerosole übertragbar sind und beim Menschen schwere bis töd­liche Krankheiten verursachen könnten, für die es keine Impfstoffe oder Behandlungen gibt. Dass auf Stufe 4 gearbeitet werden KANN, bedeutet aber nicht, dass dies tatsächlich immer geschieht. Prof. Richard Ebright, Mole­kularbiologe an der Rutgers University in New Jersey, fand Hinweise darauf, dass „Fledermaus-Corona­viren in Wuhan routinemäßig auf BSL-2-Niveau unter­sucht wurden“ – einer Sicherheitsstufe, die für Agen­zien von nur "mäßigem Gefährdungspotential für Personal und Umwelt" vorgesehen ist. Ebright zufolge "bietet sie nur einen minimalen Schutz gegen die Infektion von Laboranten". (2) Ebensowenig beruhigt ein weiterer Skandal: Manche chinesischen Forscher haben die haarsträubende Ange­wohn­heit, ihre Versuchstiere, sobald sie ausgedient haben, an Straßenhändler zu verkaufen. Unfassbar, aber wahr: Anstatt infizierte Tiere ordnungsgemäß durch Ein­äscherung zu entsorgen, wie gesetzlich vorgeschrie­ben, verdienen sie sich auf diese Weise einige Yuan hinzu. Die Tageszeitung „The Paper“ aus Shanghai berichtet über einen namhaften Wissenschaftler, der alles in allem 10,17 Millionen Yuan einstrich – umgerechnet knapp 1,3 Millionen Euro -, indem er illegal Labortiere und Ver­suchs­milch verkaufte, die schließlich in jemandes Bauch gelandet sein dürften. (3) An einem ähnlichen Skandal schrammte der Direktor des Wuhan-Instituts, Wang Yanyi, anscheinend haarscharf vorbei. Eine seiner Angestellten, die Virenforscherin Chen Quanjiao, hatte ihn Mitte Februar auf „Weibo“, Chinas größtem Mikroblogging-Dienst, beschuldigt, er habe „häufig“ Labortiere insgeheim auf dem Huanan-Markt an Händler verhökert. Mutig gab sie ihren vollen Namen an. Sofort soll sie festgenommen worden sein. Am 17. Februar erschien auf der offiziellen Website des Instituts eine „Erklärung“, in der Chen sich „empört“ von dem „Gerücht“distanzierte. „Feierlich“ schwor sie, damit habe sie nichts zu tun. Jemand müsse ihre ID-Nummer gehackt und ihre Internet-Identität gestohlen haben. (4) Alles andere als vertrauensbildend ist Pekings Krisen­management ohnehin. Noch am 19. Januar, als das neu­artige Virus längst rasant um sich griff, erklärte die Nationale Gesundheitskommission der Kommunistischen Partei Chinas, die Epidemie sei „präventabel und kontrol­lier­bar“. Erst einen Tag später, am 20. Januar, räumte sie erstmals offiziell ein, das Virus übertrage sich „von Mensch zu Mensch“. (5) Chinesische Ärzte und Wissen­schaftler, die auch nur den leisesten Zweifel am regie­rungsamtlichen „Wildtier-vom-Markt“-Märchen zu äu­ßern wagen, wurden eingeschüchtert, entlassen, festge­nom­men, weggesperrt, jeglicher Kommunikations­kanäle zur Außenwelt beraubt. Will ein chinesischer Wissen­schaftler zum Corona-Thema publizieren, so muss er in­zwi­­schen einen mehrstufigen Zensurprozess durch­lau­fen. (6) Drei chinesische Aktivisten, die eine Internet-Plattform namens „Terminus2049“ einrichteten und zen­sier­te Artikel über Covid-19 wiederherstellten, sollen verhaftet worden sein. (7) Immerhin dürften die „Terminus2049“-Gründer noch am Leben sein. Andere unliebsame Inhaber einer eigenen Mei­nung sterben in China mitunter einen seltsam vor­zeitigen Tod - wie der Augenarzt Li Wenliang, einer der ersten Covid-19-Patienten. In einer Online-Chat­gruppe hatte er Kollegen vor einem "SARS-ähnlichen Corona­virus" unter Patienten in der Notaufnahme eines Kran­ken­hauses in Wuhan gewarnt. Zwei Tage darauf wurde Li zusammen mit sieben anderen Ärzten wegen "Verbrei­tung von Gerüchten" verhaftet und zum Widerruf ge­zwungen. Einen Monat später, am 7. Februar, verstarb er, gerade mal 33 Jahre alt – das Durchschnitts­alter von Covid-19-Opfern liegt bei über 80 Jahren. (8) Der lange Arm Pekings endet keineswegs an den Staats­grenzen. In der weltweiten Scientific Community kur­sieren Gerüchte, dass westliche Fachzeitschriften sich chinesischem Druck unterwerfen – und es ablehnen, Daten zu veröffentlichen, die eher gegen einen natür­lichen Ursprung von SARS-CoV-2 sprechen. (9) Bis heute weigert sich das KP-Regime strikt, eine unabhängige Untersuchung der Ursprünge des Wuhan-Virus zuzulassen oder auch nur Original-Virusproben weiter­zugeben. Ländern wie Australien und den Nieder­landen, die eine solche Untersuchung fordern, droht das Regime unverhohlen mit einem Wirtschaftsboykott. (10) Noch schwereres Geschütz fährt der chinesische Außen­minister Wang Yin auf: Während einer Pressekonferenz am 24. Mai 2020 warf er den USA vor, die Beziehungen zwi­schen beiden Ländern „an den Rand eines neuen Kalten Krieges“ zu bringen – auch weil Washington partout nicht aufhören will, die Schuldfrage zur Pandemie zu stellen. „Neben der Verwüstung durch das neue Coron­avirus gibt es auch ein politisches Virus, das sich in den USA verbreitet“, so stellte Wang fest. „Dieses politische Virus“ werde „bei jeder Gelegenheit genutzt, um China anzugreifen und zu verleumden.“ Einige Politiker hätten „zu viele Lügen über China fabriziert und zu viele Ver­schwörungen erzeugt“. Stattdessen sollten beide Seiten auch im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 „zusammenarbeiten“. China und die USA könnten „von Kooperation nur profitieren, bei Konfrontation aber nur verlieren“. (11) Zu gut Deutsch: Lasst uns alle offenen Fragen, woher die Seuche kommen mag, gemeinsam unter den Teppich kehren! Vor diesem Hintergrund trug die WHO zum Tages­geschehen des 25. Mai eine Lachnummer sonder­gleichen bei, als sie ihren Direktor für „Nothilfe“, Michael Ryan, die chinesische Führung offiziell für ihre „sehr konsi­stente Offenheit“ loben ließ. Für „wissen­schaftliche Unter­suchungen durch ausländische Exper­ten“ sei sie durchaus aufgeschlossen. Und WAS darf untersucht werden? „Die tierischen Ursprünge des neuartigen Coro­na­virus“ – sonstige weiterhin nicht, versteht sich. (12) Diesem „konsistent offenen“ Regime sprang prompt auch ein Großteil der Fachwelt bei. Am 19. Februar bekunde­ten 27 Wissenschaftler, darunter Merkels Chef­virologe Christian Drosten, ihre uneingeschränkte „Solidarität“ mit „den Wissenschaftlern, Fachleuten des öffentlichen Ge­sundheitswesens und insbesondere den Medizinern Chi­nas“, in einer Weise, die an peinlicher Voreingenom­men­heit kaum zu überbieten ist. (13) Anstatt eine unab­hängige Untersuchung vor Ort zu fordern und abzuwar­ten, loben die Unterzeichner China geradezu über­schwäng­lich dafür, „fleißig und effektiv daran gearbeitet (zu) haben, den Erreger dieses Ausbruchs rasch zu identifizieren, bedeutende Massnahmen zur Verringerung seiner Auswirkungen zu ergreifen und ihre Ergebnisse auf transparente Weise der globalen Gesund­heits­gemeinschaft mitzuteilen. (…) Der rasche, offene und transparente Austausch von Daten über diesen Ausbruch wird nun durch Gerüchte und Fehlinforma­tionen über seine Ursprünge bedroht. Wir verurteilen gemeinsam nach­drücklich Verschwörungstheorien, die darauf hin­deuten, dass COVID-19 keinen natürlichen Ursprung hat.“ Kein Wort über Sicherheitsmängel, verspätete Reaktionen, Versteckspiele, Unterdrückung von Informa­tionen. Kein Wort über chinesische Wissen­schaftler, Coro­na­patienten und Journalisten, die plötzlich ver­schwin­den und nicht wieder auftauchen, weil sie dem Propagandabild widersprochen haben. Pekings Krisen­management: „rasch, offen, transparent“? Mit einem sol­chen Aprilscherz bewirbt sich Drostens Solidaritäts­komitee eindrucksvoll um den höchsten Verdienstorden, den die KP zu vergeben hat, sowie um Spitzenämter im chinesischen Propagandaministerium. Ungeheuerlich: Auch 27 europäische Botschafter und die EU-Mission in Peking „kooperieren“ in diesem Sinne vorbildlich. Einen gemeinsamen Gastbeitrag von ihnen zur Corona-Krise veröffentlichte das Staatsorgan „China Daily“ Anfang Mai 2020 – zensiert. (14) In der ursprüng­lichen Fassung hieß es, das Virus stamme aus China. Dieser Satz verschwand ratzfatz - mit Einverständnis der Verfasser. (15) Zumindest die Regierung in Stockholm ließ sich Pekings Desinformationskampagne nicht länger bieten: Es schloss alle Konfuzius-Institute, die Chinas Bildungsministerium in Schweden betrieb, und hob Städtepartnerschaften auf. (16) (Harald Wiesendanger) Dieser Artikel erschien am 28. Mai 2020 bei Facebook, als Teil 2 einer Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst meine Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.crm.de/SARS_update/sars.htm; https://www.n-tv.de/wissen/Koennte-Coronavirus-aus-Labor-stammen-article21731664.html 2 https://thebulletin.org/2020/03/experts-know-the-new-coronavirus-is-not-a-bioweapon-they-disagree-on-whether-it-could-have-leaked-from-a-research-lab/ 3 https://project-evidence.github.io, Punkt 9.5. 4 https://www.upi.com/Top_News/World-News/2020/02/18/WHO-confirms-experts-presence-at-coronavirus-epicenter-in-China/8271582041808/ (archiviert); https://news.cgtn.com/news/2020-02-17/Wuhan-based-researcher-refutes-rumor-about-COVID-19-source-OaemKa4hUI/index.html (archiviert); http://www.whiov.ac.cn/tzgg_105342/202002/t20200217_5500447.html (archiviert); s. https://project-evidence.github.io/ 5 https://greatgameindia.com/coronavirus-samples-destroyed/ 6 https://www.sueddeutsche.de/politik/china-coronavirus-wuhan-trump-1.4884882?reduced=true 7 https://www.inkstonenews.com/politics/chinese-activists-detained-after-posting-censored-covid-19-news-github/article/3081668 8 https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/coronavirus-whistleblower-li-wenliang-ist-tot-trauer-um-arzt-aus-wuhan-wird-zur-gefahr-fuer-die-regierung/25522914.html; https://www.mdr.de/nachrichten/panorama/coronavirus-arzt-china-li-wenliang-100.html 9 https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/19406 10 https://nypost.com/2020/05/06/what-is-china-covering-up-about-the-coronavirus-devine/; https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/corona-virus-australien-zieht-mauern-gegen-china-hoch-16702977.html; https://www.taiwannews.com.tw/en/news/3925556 11 https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/china-sieht-beziehungen-mit-usa-am-rand-eines-kalten-krieges/ar-BB14wq8C?li=BBqg6Q9 12 https://www.aljazeera.com/news/2020/05/bars-travellers-brazil-coronavirus-live-updates-200524234147993.html 13 https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30418-9 14 http://www.chinadaily.com.cn/a/202005/06/WS5eb2013ba310a8b2411537e3.html 15 https://www.sueddeutsche.de/politik/china-uebergriffig-1.4899071; https://www.tagesspiegel.de/politik/kritiker-verschwinden-die-eu-wird-vorgefuehrt-so-dreist-vertuscht-china-die-urspruenge-von-corona/25809708.html 16 https://asiatimes.com/2020/04/covid-19-trouble-brewing-behind-eu-china-ties/

  • Das „Wildtier-vom-Markt“-Märchen

    Es staunt die Fledermaus: Wie gelang ihrem Virus bloß der „Spillover“? Coronaviren tummeln sich auf der Erde seit mindestens 10.000 Jahren. Womöglich gab es sie schon vor 300 Millionen Jahren – Wissenschaft­ler sind sich darüber noch uneins. (1) Inzwischen sind meh­rere Dutzend Stämme bekannt. (2) Sieben gelingt es, Men­schen zu infizieren. Vier von ihnen lösen eher harmlose Erkältungen aus. Zwei davon, OC43 und HKU1, stammen von Nagetieren, die beiden anderen - 229E und NL63 - von Fledermäusen. Drei Arten von Coronaviren hingegen können uns erheb­lich zusetzen: SARS-CoV, so benannt nach dem Schwe­ren Akuten Atemwegssyndrom (SARS), das man­che Infi­zierte entwickeln; MERS-CoV, das „Nahost-Atmungs­syndrom“; und nun SARS-CoV-2. Alle drei sol­len ur­sprüng­lich von Fledermäusen stammen. Die „Zoo­nose“, d.h. den Übergang von Tier zu Mensch, könnten Zwi­schenwirte vermittelt haben. Viren mutieren unentwegt: Sie ordnen die Bausteine ihres Genoms laufend neu an, um sich ihrer Umgebung anzupassen, ihre Vermehrung sicherzustellen und zu beschleunigen. Die meisten Mutationen bleiben aber un­ergiebig, ein Großteil schwächt die Viren sogar eher. Nur wenige machen sie für befallene Lebewesen gefährlicher, noch viel weniger für den menschlichen Organismus. Drängt sich vor diesem Hintergrund nicht die Frage auf: Wie kann es sein, dass dieser Virentyp womöglich schon zur Zeit der allerersten Reptilien unterwegs war, hunderte Millionen Jahre bevor Homo sapiens auftauchte, aber erst zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus Men­schen brandgefährlich zu werden begann – nicht bloß mit einem Mutanten, sondern gleich mit drei, und das inner­halb von bloß 18 Jahren? Ist es nicht ein sonderbarer Zu­fall, dass alle drei von Fledermäusen ausgingen? Dürfen wir uns nicht darüber wundern, wie blitzartig diese Coro­na­viren ihr Gefahrenpotenzial steigern konnten, inner­halb eines Zeitraums, der gemessen an der gesamten bio­lo­gi­schen Evolutions­geschichte aberbillio­nen­mal kürzer ist als ein Wimpernschlag? Die erste SARS-Pandemie, die zwischen November 2002 und Juli 2003 25 Länder auf nahezu allen Kontinenten erreichte, beließ es bei 8000 registrierten Infizierten und 774 Todes­fällen. MERS-CoV, das ebenfalls eine Lungen­entzündung auslösen und für Atemnot sorgen kann, sorgte zwischen April 2012 und Ende Februar 2020 nach WHO-Angaben für 2519 Erkrankungen, an denen 866 Menschen star­ben. (3) Gewiss, jeder Tote ist einer zuviel. Aber sind diese Zahlen nicht ein Klacks, verglichen mit jenen knapp sechs Millionen bestätigten Covid-19-Fällen und mut­maß­­lich 360.000 Toten, zu denen das neuartige SARS-CoV-2 innerhalb von knapp vier Monaten geführt haben soll, von Ende Januar bis Ende Mai dieses Jahres? (4) Ent­stand dieser Killer ausschließlich auf natürlichem Weg? Am 20. Januar 2020 setzte die Volksrepublik China die Welt offiziell davon in Kenntnis: Ein hochansteckendes neu­artiges Virus, das von Mensch zu Mensch übertragbar ist und schwere Atemwegserkrankungen auslöst, verbreitet sich in der Millionenmetropole Wuhan in Windes­eile. Eine Woche später rief die Weltgesundheits­organisation (WHO) eine „internationale Gesundheits­not­lage“ aus, die sie am 11. März zur Pandemie hochstufte. Noch viel rascher als SARS-CoV-2 verbreitete sich rund um den Globus ein scheinbar einleuchtender Ursprungs­mythos, auf den sich Regierungen und Behörden, Exper­ten und Medien einhellig festlegten: Zweifelsfrei sei das Virus auf natürliche Weise entstanden. Im Körper von Fleder­mäusen, vielleicht auch erst in irgendeinem Zwischen­wirt sei es spontan derart mutiert, dass es zur „Zoonose“ fähig wurde, also auf Menschen überspringen konnte. Die Erstinfektion müsse auf dem Huanan-Groß­markt von Wuhan stattgefunden haben, einem Labyrinth so groß wie sieben Fußballfelder, wo neben Fischen und Meeresfrüchten auch eben solche Wildtiere gehandelt werden. „Nasse Märkte“ heißen solche Handels­orte, weil dort reichlich Blut und Dreck ständig mit Wasser wegge­spült werden. Aber welche Tierart diente als Sprungbrett für den „Spillover“, den Übergang des Virus auf den Menschen? Seit über einem Vierteljahr fahnden drei chinesische Teams unabhängig voneinander nach dem Ursprung des Erregers – bislang vergeblich. (5) Tests an Hunderten Pro­ben von Wuhans Tiermarkt lieferten keinerlei Hinweis auf sonstige mutmaßliche Wirte. Fledermäuse sind dort gar nicht im Angebot. Aber auch in Zibetkatzen, Dachsen und Krokodilen, in Schlangen und Marderhunden wurden die Wissenschaftler nicht fündig. Unter den mehr als 30 Tierarten, die auf dem Huanan-Großmarkt gehandelt wur­­den, ließ sich bisher in keinem einzigen Exemplar SARS-CoV-2 aufspüren, ebensowenig bei Tieren in freier Wildbahn und bei domestizierten Nutztieren rund um Wuhan. Im übrigen haben Wildtiermärkte in China, wie im übrigen Asien, eine lange Tradition, die weit vor Christi Geburt begann. Bis vor kurzem gab es dort tausende, sie fanden in allen chinesischen Städten statt. Warum sollte von ihnen erst jetzt schlagartig eine Seuche ausgehen? Und wieso war ausgerechnet Wuhan ihr Epizentrum? Wider besseres Wissen erwecken manche Experten bei öffentlichen Auftritten den Eindruck, es sei ein jederzeit erwartbares natürliches Phänomen, dass Viren Menschen infizieren. In Wahrheit geschieht dies äußerst selten, und wenn doch, dann nicht so rasch, nicht gleich weltweit verbreitet. Mikrobiologen sprechen von einer „Anpas­sungs­­barriere“. Viren mutieren unentwegt, ständig ent­stehen neue Arten. Doch so gut wie nie machen sie unser­eins krank, schon gar nicht derart ausgeprägt, wie es SARS-CoV-2 von Anfang an zustande brachte. Unter den rund 200 Zoonosen, welche die Weltgesundheits­organisation listet – zwischen Tier und Mensch über­tragbare Krankheiten, von der Pest über Malaria bis zur Borreliose -, ist Covid-19 insofern seltsam einzigartig. Falls irgendein enger Verwandter des Virus von Fleder­mäusen übersprang: Weshalb sollte er dafür ausgerechnet eine Jahreszeit bevorzugen, in welcher die allermeisten Fledermausarten Winterschlaf zu halten pflegen? (6) Wa­rum sollte er sich dafür ausgerechnet Wuhan aussuchen, 1000 bis 1600 Kilometer nördlich der subtropischen Provinzen Guangdong, Guangxi und Yunnan im Süden Chinas, wo die lichtscheuen Kopfüberschläfer zu Aber­tausenden an Höhlendecken hängen? Hufeisenfleder­mäuse und deren Coronaviren gibt es in Wuhan höch­stens an drei Orten: in den dorti­gen virologischen Insti­tu­ten, wo seit den Nullerjahren des neuen Jahrtausends exzessiv an ihnen herumgeforscht wird. Doch wie steht es mit Pangolinen, jenen schuppigen Ameisenfressern, die anfangs als heißeste Kandidaten für den „Zwischenwirt“ gegolten hatten, auch für Christian Drosten, unseren wuschelköpfigen Halbgott vom Viro­logenhimmel? Diese putzigen nachtaktiven Säuger trei­ben sich spärlich im Süden Chinas herum, wo sie vom Aussterben bedroht sind; menschliche Siedlungen und Ackerland meiden sie. Wie sollen da ansteckende Kon­tak­te zustande gekommen sein? Der Handel mit Pangoli­nen ist in China verboten. Auf dem Schwarzmarkt tauchen sie allerdings hin und wieder auf; ihr Fleisch gilt als Delikatesse, ihre Schuppen als wertvolle Ingredienz in der traditionellen chinesischen Medizin. Eingeschmug­gelt werden sie aus Afrika und Südostasien In einer Gruppe von 25 malayischen Pangolinen, die der Zoll bei Schmugglern an der chinesischen Grenze beschlagnahmte, fanden Forscher ein verdächtiges Virus. Mit einem nahen Verwandten von SARS-CoV-2, den das WIV 2013 in Fledermäusen entdeckt haben will – RaTG13 – ist es zwar nicht identisch, ähnelt ihm aber in einem entscheidenden Abschnitt der Genomsequenz: jenem, der das Spike-Protein kodiert, jener charakteri­stischen Ausstülpung seiner Hüllmembran, mit dem der Erreger an menschliche Zellen andockt. Dass nur eines von 25 Pangolinen dieses Virus in sich trug, zeigt indes, dass es unter diesen Tieren nur selten vorkommt und unter ihnen keine weit verbreiteten Infektionen verur­sacht. (Immerhin waren die geschmuggelten Tiere tage­lang zusammengepfercht gewesen, ohne einander anzu­stecken.) Und RaTG13? Es wurde allenfalls bei einigen wenigen Fledermäusen gefunden – in einer Höhle in Yun­nan, nirgendwo sonst auf der Welt. Ist es nicht höchst unwahrscheinlich, dass ein extrem seltenes Virus aus einer abgelegenen Bergregion in Südchina auf Pangoline, die außerhalb Chinas gefangen wurden, über­ge­gan­gen und in ihnen mutiert ist? Ohnehin wäre ver­wun­derlich, weshalb importierte Tiere erst in China zu Virenschleudern werden, nicht aber bereits in ihrem Her­kunftsland. Hätte die Seuche nicht zuallererst in Malay­sia ausbrechen müssen? Das Pangolin-Gerücht verflüchtigte sich am Ende kläglich. Am 7. Februar 2020 hatten Fachleute der South Chi­na Agricultural University in Guangzhou auf einer Pres­se­konferenz erklärt, in den malayischen Pangolinen hätten sie ein Coronavirus entdeckt, dessen Genom SARS-CoV-2 zu 99 % entspreche. Das peinliche Demen­ti folgte kurz darauf: Leider habe es da ein „beschämen­des Missverständnis zwischen der Bioinformatik- und der Labor-Gruppe der Studie“ gegeben, wie die Autoren zerknirscht ein­räumen mussten. Die imposante Überein­stim­mungs­quote betreffe bloß einen Teilabschnitt der RNA-Sequenz; beim vollständigem Genom betrage sie lediglich 90,3 %. (7) (Drei weitere Vergleichsstudien kamen seither auf Werte zwischen 85,5 und 92,4 %.) Und wie soll SARS-CoV-2 zu diesem einzigartigen Spike-Protein gelangt sein? Die Theorie, dass sich diese beiden Viren auf natürliche Weise miteinander ver­bun­den haben, obwohl die einzigen in Frage kommenden Wirtstiere höchstwahrscheinlich Tausende von Kilome­tern voneinander entfernt lebten, entbehrt jeglicher Glaubwürdigkeit. Kann irgendein infiziertes Tier der Sündenbock sein? Warum hat dieses mysteriöse Lebewesen dann keine einzige Person außerhalb des Huanan-Markts angesteckt? Und wo hätte es denn seine Infektion herhaben sollen? Jedenfalls nicht vom Huanan-Markt, denn dort gab es über­haupt keine Fledermäuse. (8) Falls Fledermaus- und Pangolin-Genom miteinander zu SARS-CoV-2 verschmolzen, dann am wahrscheinlich­sten dadurch, dass jemand sie künstlich zusammenfügte. Und auf eben solche Manipulationen ist das Wuhan-Insti­tut für Virologie spezialisiert. Seit mindestens 13 Jahren betreibt es sogenannte „Gain-of-Function“-Forschung: Es stattet eher harmlose Erreger mit neuen Eigenschaften aus, die es infektiöser, pathogener, tödli­cher machen – angeblich zu reinen Erkenntniszwecken. (So etwas „gain“, Zugewinn zu nennen, verdreht die Wortbedeu­tung geradezu pervers.) WIV-Studienberichte aus den Jahren 2015 (9) und 2017 (10) belegen solche ungeheuerlichen Aktivitäten unbestreitbar. Ebenso faul war an der Story vom Tiermarkt von Anfang an, dass der allererste registrierte Infizierte niemals einen Fuß dorthin gesetzt hatte; von den ersten vier bloß einer; von den ersten 41 immerhin 13, also ein knappes Drittel. Auch ließen sich keinerlei Infektionsketten von anderen Marktbesuchern aus zu ihnen rekonstruieren. (11) Insgesamt ließ sich für 34 % aller registrierten Infizierten Wuhans keinerlei Verbindung zum Markt herstellen. (12) Mehr als neun Tage lang war SARS-CoV-2 in Wuhan bereits im Umlauf, bevor man am 10. Januar auf den ersten Virenträger stieß, der auf dem Markt gewesen war. Auch diese Tatsache stützt den Verdacht, dass die Seuche eher von einem infizierten Labormitarbeiter ausging, der bei einem Marktbesuch Verkäufer und andere Kunden ansteckte. Vor diesem Hintergrund fügt sich das Verordnungspaket, das die Stadtverwaltung von Wuhan am 20. Mai be­schloss, eher ins Gesamtkonzept chinesischer Ablen­kungs­manöver ein: Es verwandelt die Provinzhauptstadt rigoros in ein „Schutzgebiet für Wildtiere“. Deren Ver­zehr ist nun verboten, wie auch die Jagd auf sie. Ihre Zucht unterliegt strikten Kontrollen. Betroffenen Bauern bieten die Behörden Aufkäufe an, um ihnen eine Umstel­lung auf den Anbau von Obst, Gemüse, Teepflanzen oder Heilkräutern schmackhaft zu machen. Diese Maßnahmen beglücken bestimmt alle Stachel­schweine, Bambusratten und Wildgänse in und um Wuhan ungemein, dürften zur Prävention künftiger Seu­chen aber nullkommanichts bei­tragen. Denn Ausnahmen gelten für „wissenschaftliche Forschung, Populations­regu­lierung“ – vermutlich des Tierbestands, nicht der Bevölkerung -, „Überwachung von epidemischen Krankheiten und anderen besonderen Umständen". (13) Auch die nächste Pandemie dürfte deshalb weniger von den Marktständen und Kochtöpfen, Ställen und Freiluftgehegen irgendwelcher Bürger ausgehen als von Erregern aus Wildtieren von irgendwoher, die Wu­hans Virologen weiterhin wissbegierig in ihr Institut schaffen - und biotechnisch optimieren. Ist es nicht bemerkenswert, dass neuerdings selbst chinesische Wissenschaftler öffentlich vom Tiermarkt-Mythos abrücken? Dem Wall Street Journal zufolge "sagte Chinas führender Epidemiologe am 25. Mai, dass Tests von Proben vom (Huanan-Markt) keinen Zusam­menhang zwischen den dort verkauften Tieren und dem Erreger zeigen konnten". (14) Da sämtliche pandemiebezo­ge­nen Mitteilungen von Wissenschaftlern in China zen­tral überprüft werden, (15) dürfen wir daraus folgern, dass Peking von der Huanan-Markt-Theorie aus Mangel an Beweisen nun offiziell abrückt. Tatsächlich nennt die Volkstageszeitung, das offizielle Organ der Kommuni­sti­schen Partei Chinas, am 27. Mai den Huanan-Markt „eher ein Opfer als den Ausgangspunkt“ von SARS-CoV-2. Das Virus habe vielmehr „mehrere Ursprünge“. (16) Bei dieser vagen Andeutung belässt es der Pressetext, auf einen möglichen Laborausbruch geht er mit keinem Wort ein. Wir sollten darauf bestehen. (Harald Wiesendanger) Mit diesem Artikel begann ich am 27. Mai 2020 bei Facebook eine Serie über die Ursprünge der Corona-Pandemie. Darin begründete ich den Verdacht: SARS-CoV-2 ist nicht natürlich entstanden, es stammt aus einem Labor. Mächtige Interessengruppen versuchen uns darüber hinwegzutäuschen. Daraufhin schlug Facebooks Zensur zu: Angeblich verstieß die Serie gegen "Gemeinschaftsstandards". Wie von Geisterhand verschwanden einzelne Folgen aus fast allen Gruppen, deren Admins sie bereits angenommen hatten. Die Reichweite meiner Beiträge wurde um 90 % abgesenkt, selbst unsere Abonnenten erreichte ich kaum noch. Also habe ich daraus ein Buch gemacht, mit dem Titel Corona-Rätsel. Infos/Bestellung hier. Anmerkungen 1 https://www.nature.com/articles/d41586-020-01315-7#ref-CR13 2 2 Graham, R. L., Donaldson, E. F. & Baric, R. S. Nature Rev. Microbiol. 11, 836–848 (2013), https://www.nature.com/articles/nrmicro3143 3 WHO: Middle East respiratory syndrome coronavirus (MERS-CoV) – The Kingdom of Saudi Arabia. Disease Outbreak.) News vom 24. Februar 2020, https://www.who.int/csr/don/24-february-2020-mers-saudi-arabia/en/ 4 https://coronavirus.jhu.edu/map.html, abgerufen am 28.5.2020, 9:25 Uhr 5 https://www.spektrum.de/news/die-frau-die-coronaviren-jagt/1713320 6 https://project-evidence.github.io/ 7 https://www.spektrum.de/news/neues-raetsel-um-den-ursprung-des-virus/1709380, https://www.ksta.de/politik/rnd/streit-um-den-ursprung-des-virus-kommt-corona-aus-einem-labor-in-china--36575360, abgerufen am 21.5.2020. 8 https://project-evidence.github.io/ 9 Nature Medicine December 2015; 21: 1508-1513; https://www.nature.com/articles/nm.3985 10 https://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1006698 11 https://greatgameindia.com/coronavirus-coverup/ 12 https://project-evidence.github.io/ 13 https://www.independent.co.uk/news/wuhan-china-coronavirus-ban-wild-animals-eating-wildlife-trade-markets-a9524606.html 14 https://www.wsj.com/articles/china-rules-out-animal-market-and-lab-as-coronavirus-origin-11590517508 15 https://www.newsweek.com/china-censoring-research-covid-19-origins-deleted-page-wuhan-university-website-suggests-1497467 16 https://weather.com/en-IN/india/news/news/2020-05-27-coronavirus-originate-wuhan-multiple-origins-claims-china-covid-19

  • „Empfehlungen statt Verbote“

    Am 6. Juni 2020 soll im ersten Bundesland die Corona-Verordnung fallen - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will eine radikale Kehrtwende vollziehen. Warum erst jetzt? Und vor allem: Wie lange bleibt es beim guten Vorsatz, trotz mächtig Gegenwind aus Berlin? Sterben die Thüringer aus? Bekommt Deutschland in Kürze sein erstes Bundesland ohne Volk? Landauf, landab dürften sich Corona-Bangemacher gerade glücklich schätzen, dass Friseursalons wieder öffnen dürfen. Denn ihnen stehen die Haare zu Berge, seit sie von der gestrigen Ankündigung von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erfahren haben, er wolle eine radikale Kehrtwende vollziehen: Ab 6. Juni soll für 2,1 Millionen in der geografischen Mitte Deutschlands die Corona-Verordnung fallen – Schluss mit allen Beschränkungen. Paukenschlag! Nicht nur Versammlungsverbote, auch Mundschutz, Mindestabstand und Kontaktbeschränkungen dürften für die Thüringer dann der Vergangenheit angehören – zumindest als vorgeschriebene, polizeilich überwachte und mit Strafandrohung versehene Auflagen. An die Stelle von Zwang sollen Gebote treten. „Ich möchte den allgemeinen Lockdown aufheben“, sagt Ramelow. Und so werde er „dem Kabinett vorschlagen, dass wir jetzt die Weichen stellen, damit wir im Kern auf besondere Schutzvorschriften, die für alle Menschen in Thüringen gelten, verzichten können“, kündigt er an. „Es sollen nur noch Empfehlungen ausgesprochen werden.“ (1) Es sei „falsch, immer nur Angst zu bedienen“. Um Himmels willen, ist dieser Mann denn noch bei Sinnen? „Was Ramelow macht, ist nicht mutig, sondern töricht“, weiß Die Welt. „Ein Gang aufs Minenfeld“ sei das, warnt Jenas Oberbürgermeister prompt. Erwartungsgemäß gibt Ministerpräsident Markus Söder blauweißen Senf dazu: „Ich möchte nicht, dass Bayern noch mal infiziert wird durch eine unvorsichtige Politik, die in Thüringen gemacht wird.“ „Wir haben keine Neuigkeiten in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus“, so kommentiert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in der Saarbrücker Zeitung den Vorstoß Ramelows: „Das ist ganz klar ein Fehler!“ (2) Weiß Thüringens Landesvater denn nicht, dass wir weiterhin „erst am Anfang der Pandemie“ stehen, eine „zweite Welle“ auf uns zukommt, ein Kollaps des „überforderten Gesundheitssystems“ droht, mit Hunderttausenden von Covid-19-Opfern gerechnet werden muss? Dass es „um Leben und Tod geht“ (Armin Laschet)? Steigen Infektions- und Todesraten nicht weiter an? Es ist gerade erst ein, zwei Wochen her, seit das Berliner Panikorchester MerkelSpahnDrostenWieler &Co. der verängstigten Nation ein weiteres Mal einschärfte, wie schrecklich ernst die Lage ist – und wie viel ernster sie erst noch werden könnte. Ermahnte uns Bundespräsident Steinmeier nicht kürzlich noch zu jeder Menge „Geduld und Disziplin“? „April, April!“ mit Smiley Ende Mai? Gilt nun plötzlich Adenauers Devise: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ Nein, Bodo Ramelow liegt goldrichtig, und dafür hätten wir ihn gerne bereits zwei Monate früher gelobt. Denn schon damals wäre der schwedische Weg, mit der Corona-Krise umzugehen, der richtige gewesen – der einzige, der einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat voller mündiger, selbstverantwortlicher Bürger angemessen ist. Wie viel Schaden hätten inkompetente, expertenhörige, hyperaktive Regierungen in Bund und Ländern vom deutschen Volk abwenden können, ihrem Amtseid gemäß, wenn sie ihre Entscheidungen frühzeitig ramelowisiert hätten? Nur eine Frage bleibt in Thüringen noch offen: Warum erst jetzt, Bodo? Wie kann Ende März in Erfurt, Gotha und Weimar absolut falsch und lebensbedrohlich gewesen sein, was jetzt plötzlich mit vertretbarem Risiko möglich sein soll? Hätten die Thüringer nicht schon am 23. März, dem Beginn des Lockdowns, ohne weiteres hingekriegt, was ihnen erst ab 6. Juni zugetraut wird? „Wir haben im März auf der Grundlage von Schätzungen von 60.000 Infizierten entschieden – jetzt haben wir aktuell 245 Infizierte", so rechtfertigt sich Ramelow. Gab es in seinem Umfeld denn niemanden, der ihn frühzeitig über den Unterschied zwischen Infektion und Erkrankung hätte aufklären können? Überzogene Erwartungen an ein Ende der allgemeinen Corona-Beschränkungen in Thüringen dämpft SPD-Fraktionschef Matthias Hey. „Es ist nicht so, dass wir jetzt das Schweden Deutschlands werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe nicht darum, alle Beschränkungen aufzuheben, sondern sie regional so weit zurückzufahren, wie es das Infektionsgeschehen zulasse. Dazu sollen die Kommunen mehr Zuständigkeiten und Rechte erhalten. Wäre dies vor zwei Monaten etwa noch völlig ausgeschlossen gewesen – mitgetragen von informierten Bürgern, die auch in Kommunen außerhalb Schwedens durchaus willens und imstande sind, Mitverantwortung zu tragen, Gefährdete zu schützen und Rücksicht zu nehmen? Mündige Bürger verweigern sich allerdings, wenn ihr Staat verrückt spielt. Bodo Ramelow ist insofern Vorbild: Trotz Kontaktsperre nahm er kürzlich unzulässigerweise an der Beerdigung seiner Nachbarin teil. Damit habe er bewusst gegen seine eigene Corona-Verordnung verstoßen, so bekannte er in einem Interview. Alles andere wäre ihm unmenschlich vorgekommen. (Harald Wiesendanger) P.S.: Nach wenigen Tagen machte Thüringens Ministerpräsident einen Rückzieher. Anmerkungen (1) https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/ramelow-will-ab-6-juni-corona-beschraenkungen-aufheben-id229169524.html; https://www.thueringen24.de/thueringen/article229170006/Bodo-Ramelow-will-Corona-Lockdown-in-Thueringen-beenden-Aber-nicht-fuer-alle.html; https://www.tagesspiegel.de/politik/ramelow-will-lockdown-aufheben-in-thueringen-sollen-corona-beschraenkungen-am-6-juni-enden/25854440.html (2) https://www.presseportal.de/pm/57706/4604533; https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-pandemie-in-thueringen-ramelow-relativiert-damit-die-krankheit-16783798.html Foto Ramelow: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83439966

  • Für wie blöd hält uns diese Regierung?

    Reproduktionszahl gestiegen. Mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Na und? Oh Schreck, „R steigt an“! Die „Reproduktionsrate“, die angibt, wie viele weitere Menschen ein SARS-CoV-2-Infizierter ansteckt, liegt in Deutschland seit ein paar Tagen wieder über dem Wert 1 – ist das nicht schrecklich? Und mehrere Landkreise melden mehr als 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, weitere Regionen liegen nur knapp unter dieser Marke – schlimm, nicht wahr? Wirklich schlimm ist vielmehr das Schindluder, das Angela, Jens & Co. mit solchen Statistiken weiterhin treiben. Von Medien unhinterfragt an eine verstörte Bevölkerung weitergereicht, müssen solche Zahlenspiele zur Rechtfertigung dafür herhalten, Freiheitsbeschränkungen aufrechtzuerhalten, vor „übereilten“ Lockerungen zu warnen, die Bevölkerung auf eine drohende „zweite Welle“ vorzubereiten. „R steigt auf 1,13 – wohl ‚mehr Normalität‘ verantwortlich“, titelt „Focus“. Entlang der Marke „50 von 100.000“ verläuft eine „rote Linie“; wo sie überschritten wird, sollen umgehend wieder schärfere Infektionsschutzmaßnahmen greifen. Oh nein, die Pandemie sei noch längst nicht vorbei, mahnt soeben die Chef-Epidemiologin der Republik, Kanzlerin Merkel – die „Jahrhundertseuche“ trete nun in eine „neue Phase“ ein. Im Ernst? Alle Indikatoren, auf die es wirklich ankommt, stehen längst auf Entwarnung. So gut wie alle Experten wissen das, bis auf jene paar, deren Einflüsterungen unsere Spitzenpolitiker offenbar exklusiv lauschen; diese Clique scheint identisch mit jener, welche die Wochenberichte des Robert-Koch-Instituts, ausgerechnet diese, entweder nicht liest oder nicht versteht oder nie davon gehört hat. Mehrere Wochen VOR dem verspäteten, nutzlosen, kontraproduktiven „Lockdown“ waren alle wichtigen Kennzahlen bereits auf jahreszeitliches Normalniveau geschrumpft, teilweise sogar darunter, und dabei bleibt es nach wie vor (s. beigefügte Grafiken, aus dem RKI-Wochenbericht für die 18. Kalenderwoche, 25. April bis 1. Mai 2020): Bereits in der ersten Märzhälfte gingen Menschen nicht häufiger als sonst wegen Atembeschwerden zum Arzt; nicht häufiger wurde ein schweres akutes Atemwegssyndrom (SARS) diagnostiziert; nicht häufiger belegten solche Patienten Krankenhausbetten; nicht häufiger starben sie. „R“ lag bereits vor dem 23. März 2020 unter 1. Was weiterhin zunimmt, ist lediglich die Anzahl festgestellter SARS-CoV-2-Infektionen – am 11. Mai plus 933. Doch sie allein besagt nullkommanichts über die Gefährlichkeit, folglich auch nichts über unsere Schutzbedürftigkeit. Was müssen wir vor diesem Hintergrund davon halten, dass das Robert-Koch-Institut beharrlich verbreitet: Aktuell steige die Reproduktionszahl R wegen der bundesweiten Lockerungsmaßnahmen wieder an? () Damit führt es die Bürger unfassbar dreist an der Nase herum. Zur Erinnerung: Am 6. Mai 2020 änderte das RKI die Richtlinien, wer getestet werden soll. Seither sollen es ALLE Personen mit akuten Atemwegssymptomen jedes Schweregrads sein, unabhängig davon, ob irgendwelche zusätzlichen Risikofaktoren vorliegen. Zudem sollen sich nun auch völlig symptomfreie Menschen den Tests unterziehen. Das Fernziel hat Bundesgesundheitsminister Spahn vorgegeben: Er will die Corona-Tests massiv ausweiten – von wöchentlich 650.000 Mitte April auf bis zu 4,5 Millionen. Diese Versiebenfachung wird die Häufigkeit festgestellter Infektionen regelrecht explodieren lassen – selbst wenn die tatsächliche Anzahl Infizierter innerhalb der Bevölkerung konstant bleibt oder sogar deutlich sinkt. Zum Beweis genügen Grundrechenarten. Angenommen, 20 % aller Bundesdeutschen hätten sich mit SARS-CoV-2 angesteckt, und Spahn ließe flächendeckend repräsentative Stichproben untersuchen. Dann würden 650.000 Tests in jedem fünften Fall positiv ausfallen – also 130.000 Infizierte ausfindig machen. 4,5 Millionen Tests, die in jedem fünften Fall einen SARS-CoV-2-Befall anzeigen, ergäben hingegen 900.000 Infizierte. Prompt könnte das Robert-Koch-Institut eine regelrechte „Explosion“ der Fallzahlen melden: um fast 600 Prozent, oh mein Gott, wie entsetzlich! Notstand hoch Zwei! Strikteste Quarantäne! Verschärfter Lockdown! Eine Steigerung ließe sich auf diese Weise selbst dann noch herbeitricksen, wenn die absolute Zahl der Infizierten in Wahrheit bereits drastisch zurückgegangen wäre. Daraus folgt, was der übelst verleumdete Arzt Dr. Wolfgang Wodarg von Krisenbeginn an zu bedenken gab: Die vermeintliche Pandemie ist im wesentlichen ein Test-Artefakt – sprunghaft steigende Infektionszahlen spiegeln in erster Linie sprunghaft zunehmendes Herumtesten: „Wir beobachten nicht die Krankheiten, sondern die Aktivität der nach ihnen suchenden Virologen.“ Verblüffenderweise ist dies dem RKI durchaus bewusst. So räumt es in einem Artikel zur Berechnung des R-Werts im Epidemiologischen Bulletin wörtlich ein: „Ein weiterer Aspekt ist aber auch, dass in Deutschland die Testkapazitäten deutlich erhöht worden sind und durch stärkeres Testen ein insgesamt größerer Teil der Infektionen sichtbar wird. Dieser strukturelle Effekt und der dadurch bedingte Anstieg der Meldezahlen, kann dazu führen, dass der aktuelle R-Wert das reale Geschehen etwas überschätzt.“ Was heißt hier „etwas“? Auf diese Vorgehensweise passen am ehesten drei Adjektive: unwissenschaftlich, unseriös, skandalös. Weshalb berücksichtigt das RKI nicht den Faktor Testhäufigkeit, wenn es die Reproduktionszahl R schätzt? Weshalb übernehmen Politiker unreflektiert diese Zahlen, ohne dass ihnen irgendwer aus ihrem Umfeld begreiflich macht, auf welchen Unfug sie ihre folgenschweren Fehlentscheidungen stützen? Wer schirmt die Entscheidungsträger in Bund und Ländern ab gegen unabhängigen Sachverstand? Oder tun sie es absichtlich, weil es andere als epidemiologische Gründe gibt, die Nation im Krisenmodus zu belassen? Und warum lassen die angeblichen „Qualitätsmedien“ unseres Landes diese Fake-News-Schleudern ungeschoren davonkommen? Wieso beurteilen Gerichte die fatalen Zumutungen unseres Überwachungsstaats nicht längst reihenweise als das, was sie von Anfang waren: unverhältnismäßig und verfassungswidrig? Und wer, bitteschön, spendiert dem Berliner Panikorchester endlich eine Bildungsreise nach Schweden? (Harald Wiesendanger)

  • Hatten die Panikmacher doch recht?

    Im April 2020, auf dem vorläufigen Höhepunkt der Coronakrise, starben in vielen Ländern Europas deutlich mehr Menschen als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. starben in vielen Ländern Europas überdurchschnittlich viele Menschen. Ist der „Killerkeim“ aus Wuhan schuld? Im April 2020, auf dem Höhepunkt der sogenannten „Ersten Welle“ der Corona-Pandemie, starben in vielen Teilen Europas deutlich mehr Menschen als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. Nicht nur bei Senioren, auch bei den unter 65-Jährigen sowie insgesamt sind die Sterberaten deutlich erhöht. Das belegt euroMOMO, das EU-Register über Todesfälle in 24 Ländern. Die bestürzenden Zahlen übertreffen sogar die Todesbilanz des besonders schlimmen Grippewinters 2017/18. Lagen die Übervorsichtigen, die Alarmisten, die Bangemacher also doch richtig? Erzwangen Regierungen demnach völlig zurecht jene drakonischen Maßnahmen zum Infektionsschutz, die Grundrechte geradezu totalitär einschränken, Demokratien in Gefängnisse verwandeln, alles öffentliche Leben einfrieren, die Wirtschaft ruinieren? Müssen sich Corona-Skeptiker für ihre Sorglosigkeit, für das verantwortungslose Säen von Zweifeln, das Verbreiten von Fake News schleunigst entschuldigen – und endlich die Klappe halten? Löscht KLARTEXT nicht am besten all ihre Beiträge des vergangenen Vierteljahrs, um nicht länger durch Desinformation Schaden anzurichten? Gemach, gemach. An euroMOMOs jüngsten Horrorzahlen fallen vier Merkwürdigkeiten auf: (1.) Die erhebliche „Übersterblichkeit“ hat keineswegs alle Staaten Europas heimgesucht. In die Höhe schossen Sterberaten in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden, der Schweiz und ganz besonders in Großbritannien. Auf dem Niveau der Vorjahre, ohne statistische Auffälligkeiten, blieben sie hingegen in Luxemburg, Malta, Norwegen, Portugal, Ungarn, Griechenland, Finnland, Estland, Dänemark, Österreich – und nicht zuletzt in Deutschland. Wer noch nicht mitbekommen hat, dass sich unser Planet im Griff einer „Jahrhundert-Pandemie“ befindet, den würde ein Großteil der Länderstatistiken von euroMOMO veranlassen, sich entspannt zurückzulehnen: Er sähe die Todesbilanz einer gewöhnlichen Grippesaison, mehr nicht. (2.) Zwar schossen die Todesfallkurven im April steil in die Höhe – verharrten auf Spitzenwerten aber bloß für einen kurzen Moment. Dann fielen sie ebenso steil wieder ab. Mit Ausnahme Englands liegen sie inzwischen wieder überall im Normalbereich. (3.) Vereinzelt sanken die Sterberaten inzwischen sogar UNTER die Durchschnittswerte der Vorjahre. Dieses sonderbare Phänomen einer „Untersterblichkeit“, inmitten einer Pandemiezeit, ist gerade in Irland zu besichtigen, am ausgeprägtesten in den Niederlanden; und es zeichnet sich in Frankreich ab. (4.) Zu den härtesten Corona-Fakten zählt, dass SARS-CoV-2 beim Dahinraffen klare Alterspräferenzen hat: Das Virus aus Fernost hat es fast ausschließlich auf vorerkrankte Hochbetagte abgesehen. Das Durchschnittsalter derer, die mit Covid19 sterben, liegt in Deutschland bei 80 Jahren, in anderen Ländern sogar noch darüber. Also lässt der vermeintliche „Killerkeim“ sein typisches Opfer in einem Alter das Zeitliche segnen, in dem es ohnehin zu sterben pflegt, nachdem es seine statistische Lebenserwartung ausgeschöpft hat. Wie könnte ein „Killerkeim“ geografische Vorlieben haben? Müsste er nicht überall ungefähr gleich schlimm wüten? Wie kann er in den Fallzahlen von Arztpraxen, Krankenhäusern und Friedhöfen in Lissabon und Athen, in Kopenhagen und Helsinki, in Wien und Berlin so gut wie unsichtbar bleiben – während er in Bergamo, in Paris, in London mörderisch zuschlägt? Die sonderbaren, überaus deutlich ausgeprägten Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern deuten darauf hin, dass an höheren nationalen Sterberaten nicht allein das Virus schuld sein kann - in den am stärksten betroffenen Regionen Europas müssen gewichtige Sonderfaktoren mitspielen. Welche Faktoren könnten das sein? In früheren Beiträgen identifizierten wir sie am Beispiel von Italien und Großbritannien. Dazu zählen: hohe Luftverschmutzung, die Lungen vorschädigte; ein besonders enges Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach; die Altersstruktur der Bevölkerung, mit einem besonders hohen Anteil an Senioren; ein heruntergekommenes Gesundheitssystem; vorangegangene Massenimpfungen; bakterielle Hintergrundbelastungen, etwa durch Legionellen, aus maroden Trinkwassersystemen, Kühl- und Kläranlagen; Fehlbehandlungen mit nebenwirkungsreichen, immunschwächenden Medikamenten. Auch invasive Beatmung kann töten. Monatelang warnten Fachleute vergeblich, dass diese vermeintlich lebensrettende Maßnahme die Überlebenschancen der meisten Covid19-Patienten, zumal der hochbetagten, mitnichten erhöht. Weltweit wurden Betroffene, die schwer Luft bekamen, routinemäßig intubiert, also an Maschinen angeschlossen, die das Atmen vollständig übernehmen. Erst jetzt dürfen im Fernsehen die ersten Ärzte zu Wort kommen, die wie Stefan Flores aus New York berichten: Er habe gehofft, per Intubation Leben retten zu können, aber das sei nur selten gelungen. „Die Patienten starben einfach alle gleichzeitig während meiner Schicht", sagte Flores vor wenigen Tagen in der ARD. "So etwas habe ich noch nie erlebt." Tatsächlich deuten jüngste Studien, die viel früher hätten stattfinden und bekanntwerden müssen, auf eine bestürzend hohe Sterblichkeit bei invasiver Beatmung hin. (1) Hinzu kommen sehr oft Folgeschäden bei den Patienten, die diese Beatmung überlebt haben, wie etwa Infektionen und schwerwiegende Lungenschäden. Warum schossen euroMOMOs Todeskurven vielerorts steil in die Höhe, um kurz darauf regelrecht abzustürzen, teilweise bereits unter Normalniveau? Des Rätsels Lösung kennt der britische Statistik-Professor David Spiegelhalter von der Universität Cambridge: Am Ende dieses Jahres, wenn uns alle Daten vorliegen, könnte sich herausstellen, dass die Wirkung des neuartigen Corona-Virus darin bestanden haben wird, Todesfälle, die sich sonst über das gesamte Jahr verteilt hätten, „im März/April in ein enges Fenster zu drängen, ohne die Gesamtzahl zu erhöhen“, so Professor Spiegelhalter. Senioren, deren Immunsystem ohnehin schon durch vielerlei Vorerkrankungen und Medikamente geschwächt war, gab SARS-CoV2 noch den letzten Rest. Wer im April stirbt, tut es bis zum 31. Dezember aber kein weiteres Mal. Und so dürfte die Gesamtbilanz 2020, wenn Spiegelhalter recht behält, keineswegs schlechter ausfallen als in den Vorjahren. Wenn Covid19 mit Vorliebe Senioren umbringt: Wieso starben dann im April 2020 im europäischen Durchschnitt ebenfalls überdurchschnittlich viele Erwachsene UNTER 65 Jahren? Der Grund könnte derselbe sein, aus dem die Todesrate auch unter test-NEGATIVEN Greisen deutlich erhöht ist: also unter Senioren, die sich KEINE Corona-Infektion eingefangen hatten. Wie ist das möglich? Hierin dürften sich Sekundärwirkungen des Pandemiealarms niederschlagen, die nicht bloß Greise betreffen. Wie die Londoner Times berichtet, werden bis zu 50% der aktuellen britischen Übersterblichkeit nicht durch Coronaviren verursacht, sondern durch die Effekte des Lockdowns, der allgemeinen Panik und des teilweisen gesellschaftlichen Zusammenbruchs. Dabei geht es immerhin um rund 3000 Menschen pro Woche. Einer Ende April erstellten Analyse zufolge sterben pro Woche rund 2000 Briten OHNE Covid19 zuhause, weil sie das Gesundheitssystem nicht nutzen können oder möchten: insbesondere Notfallpatienten mit Herzinfarkten und Hirnschlägen sowie chronisch Erkrankte. Zur Übersterblichkeit dürften außerdem erheblich Menschen beitragen, die weniger dem Coronavirus selbst erliegen als extremer Anspannung, in Erwartung des schrecklichen Killers. Andauernde Angst führt zu Stress; Stress erhöht die Ausschüttung von Cortisol; zuviel Cortisol sorgt für Bluthochdruck, schadet dem Herzen und unterdrückt Abwehrreaktionen des körpereigenen Immunsystems. Berichten aus Deutschland und Italien zufolge verstarben etliche Pflegeheimbewohner plötzlich unmittelbar nach Testung - ohne die geringsten Symptome. Wenn es sich bei 50% der sogenannten „Übersterblichkeit“ (2) um Folgen von seuchenpolitischem Hyperaktionismus handelt, so bedeutet das im Klartext: Mit ihren überstürzten, verspäteten, nutzlosen Hygienediktaten haben Staatslenker wie Macron, Conti, Johnson, Sánchez und Wilmès womöglich keinen einzigen Bürger gerettet, aber tausende umgebracht. Wer bringt sie und ihre Regierungsmitglieder dafür vor den Europäischen Gerichtshof? Darüber hinaus liefert euroMOMO weitere stichhaltige Gründe dafür, einen „Lockdown“ für ineffektiven, kontraproduktiven Unfug zu erachten: Ausgerechnet jene Länder, die ihren Bevölkerungen die drastischsten Seuchenschutzmaßnahmen mit wochenlangen Ausgangssperren zumuteten – nämlich Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien -, zählen zu jenen, welche die übelsten Sterbebilanzen aufweisen. Aber wenn sich am Jahresende herausstellen sollte, dass 2020 in Europa und weltweit tatsächlich signifikant mehr Menschen gestorben sind, als statistisch zu erwarten gewesen wäre? Was das für die Menschheit und die Seuchenpolitik der Zukunft bedeuten würde, hängt davon ab, wie hoch die Übersterblichkeit übers ganze Jahr gerechnet ausfällt. Voraussichtlich dürfte sie sich höchstens im Bereich von Zehntelprozenten bewegen. Natürlich, jeder Tote ist irgendwie einer zuviel, hinter jedem Todesfall verbirgt sich womöglich eine persönliche Tragödie. Andererseits führt nichts daran vorbei: Der Tod gehört zum Leben, und Leben ist stets lebensgefährlich, zumal gegen Lebensende. „Das Leben“, so definierte es ein weiser Besucher unserer Facebook-Seite kürzlich, „ist eine durch Geschlechtsverkehr übertragbare Krankheit, die nach durchschnittlich 80 Jahren mit einer Mortalitätsrate von 100 % zum Tode führt.“ Und so bliebe immer noch die Frage offen, ob wir jene Zehntelprozent Übersterblichkeit unbedingt höher gewichten sollten als all das, was wir ihretwegen in Kauf nehmen müssen: massive Eingriffe in elementarste Menschenrechte, das Lahmlegen des öffentlichen Lebens, den Absturz der Wirtschaft. Müssen wir dem „Abflachen der Kurve“ zuliebe eine Hygienediktatur hinnehmen, die ganze Länder auf unbestimmte Zeit in seuchenbehördlich überwachte Haftanstalten verwandelt? (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2765184; https://www.newsweek.com/nearly-90-percent-coronavirus-patients-put-ventilators-new-yorks-largest-health-system-died-1499845 (2) „Übersterblichkeit“ (Exzessmortalität): erhöhte Zahl von Sterbefällen während einer bestimmten Zeitspanne, verglichen mit der Sterblichkeit, die zur selben Jahreszeit normalerweise zu erwarten wäre. Als Bezugsgröße dient in der Regel der statistische Durchschnitt der zurückliegenden drei bis fünf Jahre.

  • Die Hygiene-Diktatur bringt ihre Bürger um

    Erschütternde Zahlen des britischen Amts für Statistik deuten darauf hin: Den Folgen des „Lockdowns“ fallen nicht weniger Menschen zum Opfer, als mit dem SARS-CoV-2 sterben. Wer zieht Regierungen dafür zur Verantwortung? Dem ersten erzwungenen „Lockdown“ im Frühjahr 2020 könnten nicht weniger Menschen zum Opfer fallen als dem vermeintlichen Corona-„Killerkeim“. Diesen verheerenden Schluss legen Zahlen des britischen Amts für Statisik (ONS) nahe, die der Statistik-Professor David Spiegelhalter von der Universität Cambridge auswertete. Demnach rührte „Übersterblichkeit“ in England und Wales Ende März/Anfang April zur Hälfte von Verstorbenen OHNE Covid-19-Befund her (s. beigefügte Grafik). Allein in der ersten Aprilwoche registrierten die ONS-Statistiker zusätzliche 2500 Todesfälle, die im Totenschein NICHT mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht wurden. Für Prof. Spiegelhalter lautet „die große Frage: Was ist die Ursache für diese zusätzlichen 2.500 Todesfälle? Könnte der registrierende Arzt versäumt haben, Covid-19 als Todesursache auf dem Totenschein korrekt zu identifizieren? Oder handelt es sich bei diesen zusätzlichen Todesfällen um Kollateralschäden, die als unbeabsichtigte Folge der Abriegelung auftreten?“ Francesco Checchi, ein Epidemiologe an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, findet Spiegelhalters Verdacht plausibel. "Am Anfang ist das Gesundheitssystem einfach nicht darauf vorbereitet, angemessene Triage-Entscheidungen zu treffen, das heißt zu entscheiden, wen man aufnimmt und wen nicht. Und deshalb sterben viele Menschen, weil sie nicht die richtige Behandlung erhalten können, die sie brauchen.“ Eine Studie in der medizinischen Fachzeitschrift „Lancet“ brachte mindestens 250.000 Krebs-Todesfälle mit der Rezession von 2009 in Verbindung. Im übrigen dürften „der Stress der Covid-19-Pandemie und die durch sie ausgelöste Wirtschaftskrise auch zu einem Anstieg des Rauchens, des Alkohol- und Drogenkonsums führen“, vermutet Prof. Spiegelhalter. Er verweist auf Suchtmediziner, die eine sprunghafte Zunahme von Opioid-Überdosierungen feststellen, seit diese Pandemie begann. Bei den 2500 englischen „Exzess-Toten“ der ersten Aprilwoche 2020, bei denen KEIN Covid-19 festgestellt wurde, könnte es sich nach Prof. Spiegelhalter handeln um - „Herzinfarkt- und Schlaganfallopfer, die nicht schnell genug die Behandlung gesucht oder erhalten haben, die sie brauchten; - Menschen, deren Herz-Bypass- oder Stent-Operationen abgesagt wurden; - Personen mit Sepsis, Meningitis oder schweren Harnwegsinfektionen, die die benötigten Medikamente nicht rechtzeitig bekamen, weil sie Angst hatten, zur Notaufnahme zu gehen oder den Druck auf das Gesundheitswesen zu erhöhen; - Krebspatienten, deren Operationen, Chemotherapie und Strahlentherapie abgesagt wurden. Die erschreckende Wahrheit ist, dass die Zahl der Todesfälle potenziell noch weitaus höher sein wird, wenn wir die psychisch Kranken mit einbeziehen, die nicht die Hilfe bekommen können, die sie brauchen.“ „Ja, wir müssen die Geißel des Coronavirus mit allen Mitteln bekämpfen, die wir aufbringen können“, dieser Ansicht ist auch Prof. Spiegelhalter. „Aber dabei dürfen wir nicht die Tausende anderer Patienten ignorieren, die geopfert werden.“ Glaubt irgendwer ernsthaft, dass sich diese Art von "Kollateralschäden" des staatlichen Seuchenschutzes auf das Vereinigte Königreich beschränkt? (Harald Wiesendanger)

  • "Merkels Fürsorge brauche ich nicht"

    FDP-Spitzenpolitiker Wolfgang Kubicki übt scharfe Kritik am Hygiene-Regime der Bundesregierung und den Zahlenspielen des Robert-Koch-Instituts. Ein Statistik-Professor tut es ebenfalls. "Ich brauche weder die Fürsorge von Angela Merkel noch von jemand anderem": Mit klaren Worten kritisiert der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki das Verhalten der politisch Verantwortlichen in der Corona-Krise. Die offiziellen Corona-Zahlen, die das Robert-Koch-Institut regelmäßig verbreitet, sind Kubicki suspekt. Diese „vermitteln eher den Eindruck, politisch motiviert zu sein als wissenschaftlich fundiert“, erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Insbesondere das seltsame Auf und Ab der „Reproduktionszahl“ R – sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt - werfe Fragen auf, so Kubicki, der auch Vizepräsident des Deutschen Bundestags ist. Nach Angaben des RKI-Chefs Lothar Wieler soll R bundesweit von 0,9 auf 1,0 gestiegen sein. Aber wieso verkündet Ministerpräsident Markus Söder für Bayern, das Land mit den meisten Infektionen, gleichzeitig einen R-Wert von 0,57? „Woher der RKI-Wert bei sinkenden Infektionsraten kommen soll, erschließt sich nicht einmal mehr den Wohlmeinendsten“, kritisiert der FDP-Spitzenpolitiker. Erstaunlich findet Kubicki, dass Wieler nun darauf hinweise, bei der Berechnung von R werde nun eine neue Methode angewandt, im übrigen nehme die relative Bedeutung dieses Werts ab. Dies „trägt nicht dazu bei, die täglichen Wasserstandsmeldungen des Instituts noch für seriös zu halten“. Im übrigen fällt Kubicki auf, dass die vom Helmholtz-Zentrum und der Technischen Universität Ilmenau ermittelten Werte deutlich von den Schätzungen des RKI abweichen: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der R-Wert des RKI steigt ausgerechnet zur Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten, bei der vor weiteren Lockerungen gewarnt werden soll.“ "Die Zeit der Virologen und Epidemiologen ist vorbei" Dass Regierungen in der Corona-Krise dem RKI und der Charité ein regelrechtes Erkenntnis- und Deutungsmonopol einräumten, findet Kubicki äußerst fragwürdig. „Wissenschaft hat etwas mit Diskurs zu tun und dem Austausch der Meinungen und wissenschaftliche Meinungen können auch widerlegt werden“, betont Kubicki in einem längeren Interview mit dem Online-Magazin „Watson“. „Wäre das nicht der Fall, würden wir heute immer noch denken, die Erde sei eine Scheibe. Wir müssen wissenschaftliche Meinungen offen diskutieren und dann Entscheidungen treffen.“ Nach Kubickis Eindruck lassen sich Regierungen in Bund und Ländern zu einseitig beraten. "Die Zeit der Virologen und Epidemiologen ist vorbei." Söder: der wiederauferstandene Ludwig II. von Bayern? In der Krise schlägt die Stunde der Exekutive, so heißt es. Ganz Deutschland hängt an den Lippen von Regierenden, die ihnen kundtun, ob und wann sie Einschränkungen von Freiheitsrechten zurücknehmen und allmählich wieder Normalität einkehren lassen. Genau dies geht dem FDP-Vizechef gehörig auf die Nerven: „"Die Bundeskanzlerin erweckt dauernd den Eindruck, dass sie bestimmen darf, wie 83 Millionen Menschen in Deutschland leben. Das ist infektionsrechtlich falsch", erklärt Kubicki. Und „Bei Markus Söder könnte man den Eindruck gewinnen, als gehörte ihm das Land und er wäre der wiederauferstandene Ludwig II. von Bayern, wenn er vermittelt, die Gewährung von Freiheiten sei ein Gnadenakt durch ihn.“ Wer Grundrechte einschränkt, „muss das begründen, mit jedem Tag besser. Da reichen bloße Szenarien nicht aus. Mir fehlt aber auch einfach mal ein klares Ziel. Es ist überhaupt nicht klar, wann der Shutdown enden soll und sämtliche Grundrechtsbeschränkungen aufgehoben werden. Nach den ersten drastischen Maßnahmen, die ich geteilt habe, müssen wir mehr und mehr Richtung Normalzustand gehen. Das heißt auch, dass die Krankenhäuser wieder mehr Patienten aufnehmen müssen. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Operationen immer weiter verschoben werden und Menschen dadurch in der Gefahr stehen, nicht durch, sondern wegen Corona zu sterben. Irgendwann muss eine Regierung, egal ob Bundes- oder Landesregierung, mal erklären, welches Ziel wir erreichen wollen und wann es dann so weit ist.“ Soweit solche Ziele definiert wurden, wechselten sie ständig: „Erst war das Ziel, die Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern, was ja inzwischen auch kein Thema mehr ist. Dann die Verdopplungszeit und anschließend die Reproduktionsrate. Ich halte das für schwer akzeptabel und nicht mehr nachvollziehbar.“ Ein Staat, der für seine Bürger hundertprozentigen Rundumschutz anstrebt und geradezu totalitär durchsetzt, ist Kubicki suspekt: "Ich brauche weder die Fürsorge von Angela Merkel noch von jemand anderem." Aber gehört Kubicki mit seinen 68 Lenzen nicht selber einer „Risikogruppe“ an, die dankbar sein sollte, dass Infektionsschützer bestmöglich auf sie aufpassen? Seine Gesundheit sieht er eher von Weißwein und Gewichtszunahme bedroht als von Corona. „Mein Problem besteht darin, dass mir sämtliche Risiken des Lebens regelmäßig begegnen. Das geht von Genussmitteln und gutem Essen bis zu sozialen Kontakten. Ich bin altersbereinigt gesundheitlich sehr gut drauf. Mich muss keiner beschützen.“ In der Corona-Krise drängen Politiker ins Rampenlicht, über deren Aussagen Kubicki nur den Kopf schütteln kann. Beispielsweise „halte ich von Karl Lauterbachs Erklärungen nicht viel. Seine Idee ist es ja, den Lockdown bis zur Findung eines Impfstoffes beizubehalten. Das kann anderthalb bis zwei Jahre dauern. Abgesehen davon ändert er alle zwei Tage seine Meinung. Das kann er gerne tun, aber ich weiß nicht, ob er der SPD damit einen Gefallen tut. Viele Dinge, die er gesagt hat, waren in der Vergangenheit unsinnig und sind es jetzt immer noch.“ So forderte Lauterbach noch vor wenigen Tagen, „man solle testen, testen, testen. Und jetzt erklärt er, dass er die Auffassung von Jens Spahn teilt, dass man sich beim Testen auf die konzentrieren sollte, die Symptome haben, was völlig unsinnig ist, weil viele Infizierte gar keine Symptome zeigen.“ Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gibt nach Kubickis Einschätzung in der Krise eine eher klägliche Figur ab: „Wer infektionsrechtliche Maßnahmen mit einem Schaulaufen um die Kanzlerkandidatur verbindet, ist nicht ganz dicht in der Birne. Hier wird in Grundrechte eingegriffen und das muss man gut begründen.“ Was der als „Häuptling Spitze Zunge“ berüchtigte FDP-Vizechef da austeilt, ist starker Tobak. Wieso wartete er damit bis Ende April? Befand er sich zwei Monate lang in verschärfter Quarantäne, ohne jegliche Komunikationsmittel und mit Interviewverbot? Statistik-Professor erkennt "Willkür" Kubickis Kritik teilt der namhafte Statistik-Professor Gerd Bosbach, Mitautor der Bestseller „Lügen mit Zahlen“ (2012) und „Die Zahlentrickser“ (2017): „Der ständige Wechsel der Bezugsgrößen erzeugt den Eindruck von Willkür.“ Bosbach knöpft sie sich der Reihe nach vor: 1. „Zu Beginn wurde das Ziel ausgegeben, den Anstieg zu verlangsamen, um die Intensivabteilungen der Krankenhäuser nicht zu überfordern („Flatten the curve“). Gemessen werden sollte das Wachstum an der Verdopplungszeit der Anzahl der Infizierten. Zuerst sollte die 10 Tage überschreiten, dann musste noch länger gedehnt werden. Verdopplungszeit 14 Tage wurde der Maßstab. 2. Dann tauchte plötzlich die Reproduktionszahl R in aller Munde als Maßstab auf: Wie viele Personen steckt ein Infizierter an? Anfänglich war das Ziel 1, dann unter 1, letzte Woche wurde vom RKI-Vizepräsidenten sogar mal ungefähr 0,2 genannt, am 28.4. auch “möglichst niedrig”. Berechnen kann man R sowieso nicht. Außerdem wurde die Schätzmethode Mitte April auch noch gewechselt. 3. Seit letzter Woche ist die absolute Zahl der gemeldeten Fälle (wegen möglicher Einzelfallverfolgung durch die Gesundheitsämter) plötzlich die wichtigste Größe. Genannte Grenzen bisher: ein paar hundert, unter 1000, möglichst niedrig.“ Dies, so bemängelt der Statistik-Professor, sei „kein vertrauenswürdiger Umgang mit der Bereitschaft fast aller, sich stark einzuschränken. Wechselt kurz vor der Erfüllung plötzlich das Kriterium, und das gleich mehrfach, dann sinkt die Bereitschaft, massive Freiheitseinschränkungen weiter zu respektieren.“ Die Kubicki/Bosbach-Schelte hat den „R“-Wert offenbar mächtig beeindruckt: Kurz darauf, am 30. April bei seiner täglichen Pressekonferenz, verblüffte RKI-Chef Wieler mit der Verlautbarung, R sei geradezu schlagartig auf 0,76 gesunken. Dennoch befinden wir uns angeblich „noch am Anfang dieses Marathons“. Derzeit komme es zudem jeden Tag zu rund 1500 Neuinfektionen. Das seien weniger als noch in der vergangenen Woche – erstaunlicherweise, weil das RKI die Infektionszahlen künstlich hochtreibt, indem sie wesentlich mehr Tests durchführt; statt 350.000 pro Woche sollen demnächst 4,5 Millionen stattfinden. Trotzdem werden die Kontaktbeschränkungen „jetzt sicherlich erst einmal bis zum 10. Mai verlängert“, so stellte Kanzleramtschef Helge Braun am selben Tag klar. Die zwingenden, alternativlosen Gründe hierfür stellen anscheinend ein wohlgehütetes Geheimnis dar. Die einzigen Experten, die diese Gründeweiterhin zu kennen scheinen, nahm Kanzlerin Merkel am 30. April in Berlin nochmals nachdrücklich in Schutz: Deutschland habe herausragende Wissenschaftler in den Bereichen Virologie und Epidemiologie, "auf deren Stimme wir hören können und auf deren Stimme auch viele andere außerhalb Deutschlands hören". Selektive Schwerhörigkeit wäre demnach in der Corona-Krise ein hilfreiches Handicap gewesen. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Zu Kubickis Kritik: https://m.focus.de/regional/schleswig-holstein/fdp-mann-kubicki-greift-rki-an-fdp-mann-kubicki-greift-rki-an_id_11933877.html; https://www.watson.de/deutschland/exklusiv/908350862-wolfgang-kubicki-eindruck-bei-soeder-er-waere-der-wiederauferstandene-ludwig-ii Zu Bosbachs Kritik: https://norberthaering.de/gastbeitrag/bosbach-coroana-kriterien/ © Fotoausschnitt Kubicki: Sven Teschke – Wikipedia Commons

  • Entwarnung? "Es braucht keine Impfpflicht"

    Kommt sie nun oder nicht? Mit halbherzigen Dementis von geplanten Corona-Zwangsimpfungen stiften Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und andere Spitzenpolitiker eher für Verwirrung, als Besorgte zu beruhigen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet angeblich NICHT damit, dass eine Impfpflicht kommen müsste, sobald ein Impfstoff gegen das Coronavirus vorliegt. Das erklärte er jedenfalls am 29. April 2020 in Berlin. Allerdings habe er den Eindruck, dass die allermeisten Bürger sich eine solche Impfung wünschen würden. "Überall da, wo wir durch Bereitschaft und gutes Argumentieren zum Ziel kommen, braucht es aus meiner Sicht keine Pflicht." Zugleich betonte Spahn aber, Impfungen seien „eine der größten Errungenschaften der Menschheit“. Nicht nur deswegen besteht für Impfskeptiker keinerlei Grund, erleichtert aufzuatmen. Er hoffe, dass nun auch Impfdebatten aus der Zeit vor der Corona-Krise "vielleicht in einem neuen Licht" gesehen würden. Vor kurzem war, maßgeblich auf Spahns Betreiben, eine umstrittene Impfpflicht gegen Masern für Kitas und Schulen eingeführt worden. Nicht nur deswegen besteht für Impfskeptiker keinerlei Grund, erleichtert aufzuatmen. Hatte Spahn nicht vor wenigen Tagen klargestellt, eine „Rückkehr zur Normalität“ könne es erst geben, wenn ein Impfstoff verfügbar sei? Erklärte Deutschlands selbstgefälligster „harter Hund“ in der Corona-Krise, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, nicht kürzlich, er sei „für eine Impfpflicht sehr offen“? Schloss sich ihm nicht Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) an?: „Für den Fall, dass ein verträglicher und wirksamer Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, würde ich eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus befürworten“, sagte sie der Heilbronner Stimme. Hat UN-Generalsekretär António Guterres nicht soeben dafür geworben, einen Covid-19-Impfstoff als „globales öffentliches Gut“ zu betrachten, das „jedem überall“ zugute kommen müsse? Hat ihn Angela Merkel dafür nicht ausdrücklich gelobt? Und hat die Kanzlerin nicht vor wenigen Tagen gemeinsam mit den Ministerpräsidenten aller Bundesländer festgestellt?: „Eine zeitnahe Immunität in der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 ohne Impfstoff zu erreichen, ist ohne eine Überforderung des Gesundheitswesens und des Risikos vieler Todesfälle nicht möglich. (…) Ein Impfstoff ist der Schlüssel zu einer Rückkehr des normalen Alltags. Sobald ein Impfstoff vorhanden ist, müssen auch schnellstmöglich genügend Impfdosen für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen." Ließ die Bundesregierung nicht kürzlich der „Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung“ GAVI, einer im Jahr 2000 eingerichteten berüchtigt pharmagesteuerten Lobby-Organisation, 600 Millionen Euro zukommen, womit Deutschland zum viertgrößten staatlichen GAVI-Mäzen wurde? Übernahm Merkel nicht 2015 die Schirmherrschaft für eine GAVI-Geberkonferenz in Berlin? Im GAVI-Vorstand sitzen zwei der weltgrößten Impfstoffhersteller, Pfizer und GlaxoSmithKline, neben der Gates-Stiftung und dem britischen Wellcome Trust, zwei der weltweit finanzstärksten privaten Pharma-Unterstützer, sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die sich zu 85 % aus Zuwendungen der Industrie und pharmanaher Stiftungen finanziert. Mit mehreren hundert Millionen Dollar „förderte“ GAVI Pfizer und GlaxoSmithKline - ausgerechnet sie -, um ihnen Anreize zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Lungenentzündung zu schaffen, welche Kindern in der Dritten Welt „zugute“ kommen sollen. In Afrika sorgte eine von GAVI und Gates betriebene Kampagne gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten dafür, dass geimpfte Kinder zehn Mal häufiger starben als ungeimpfte. (Somit haben unsere Steuergelder auf Umwegen einen Massenmord mitfinanziert.) Soeben forderte GAVI, den Zugang zu einem Corona-Impfstoff „global abzustimmen“, sobald er verfügbar sei. Wie eine solche „Abstimmung“ aussehen muss, weiß GAVIs Hauptsponsor Bill Gates schon längst: „Solange es keine weitläufige Massenimpfung gibt, werden Aktivitäten wie Massenversammlungen (…) wahrscheinlich überhaupt nicht mehr möglich sein.“ „Wir werden diesen Impfstoff letztendlich sieben Milliarden Menschen verabreichen“, kündigte Gates am 12. April 2020 an. Weiteren Grund für Skepsis bietet, neben den früheren Pharma-Lobbyaktivitäten des Gesundheitsministers, sein berüchtigter Wankelmut. Mal findet er die staatlichen Infektionsschutzmaßnahmen alternativlos; ein andermal rechnet er damit, dass sie „korrigiert und nachgestellt“ werden müssen, weil er „falschgelegen“ haben könnte, „viel dazugelernt“ habe und sich womöglich eines Tages „entschuldigen“ müsse. (Siehe unser Beitrag vom 27. April.) Mal warnt er, in der Corona-Epidemie herrsche „die Ruhe vor dem Sturm“, der „schwerste Teil kommt erst noch“ – kurz darauf empfiehlt der notorische Wendehals, zügig „in eine neue Normalität zurückzukehren“. Und warum sollte ein Minister, der beharrlich für eine Zwangsimpfung gegen Masern warb und sie schließlich durchsetzte, vor einer Impfpflicht gegen ein „pandemisches“ Coronavirus zurückschrecken? „Diese Infektionskrankheit gefährdet vor allem diejenigen, die sich selber nicht schützen können“, so rechtfertigte Spahn das Masernschutzgesetz. (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/impfpflicht.html) Was läge für ihn näher, als die gleiche Rechtfertigung auch für eine obligatorische Corona-Impfung anzuführen? Schließlich geht es hier ebenfalls um den Schutz von „Risikogruppen“. Auch vor Einführung der Masern-Impfpflicht hatte Spahn zunächst auf Bemühungen gesetzt, „mit Vernunft auf die Menschen einzuwirken“ und sie „freiwillig zum Impfen zu bewegen“ - aber "es passiert halt nicht genug". „Zur Freiheit in einer offenen Gesellschaft gehört auch dazu, dass der andere mich nicht unnötig gefährdet“, meinte Spahn im vergangenen Jahr. Und wenn es eine Impfung gebe, diese aber nicht angewandt werde, „dann ist das eben eine unnötige Gefährdung“. So könnte es in einem Redemanuskript Spahns im kommenden Spätherbst stehen. Wie die Berliner Ministerrunde weiterhin mehrheitlich tickt, ließ am 30. April 2020 eine Kabinettskollegin von Spahn durchblicken, Bildungsministerin Anja Karliczek. Wann wird der Schulbetrieb endlich wieder aufgenommen? „Erst wenn große Bevölkerungsgruppen geimpft sind, werden wir zum gewohnten Unterricht zurückkehren.“ Und falls diese Gruppen nicht groß genug sind? Droht dann nicht eben jene Erpressung, die KLARTEXT befürchtete: „Freiheit? Nur gegen Spritze“? Selbst „Grünen“-Chef Robert Habeck hat neuerdings nichts dagegen, ein solches Junktim zu konstruieren. „Wenn alle Menschen sich freiwillig impfen ließen, wäre das natürlich immer besser. Doch sollte das unter den Erwartungen bleiben, müsste man eine Impfpflicht an dieser Stelle durchsetzen", so äußerte er sich gegenüber dem "Spiegel". Welche Lobbyisten bearbeiteten ihn entsprechend? Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung lädt Politiker wie Spahn regelrecht dazu ein, eine Corona-Impfpflicht zu beschließen: In einer ersten Repräsentativumfrage sprechen sich 61 % aller Bundesbürger dafür aus. Müssen Impfverweigerer nicht darauf hoffen, dass 95 % ihrer Mitbürger voller Vorfreude dem Erlösungstag entgegenfiebern, an dem sie einen im Schnellverfahren zugelassenen Substanzencocktail injiziert kriegen? Zumindest dann dürften ihnen Zwangsimpfungen erspart bleiben. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Zu Spahns jüngsten Äußerungen über eine Corona-Impfpflicht: https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-mittwoch-105.html#Spahn-rechnet-nicht-mit-Notwendigkeit-von-Corona-Impfpflicht; https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-spahn-impfpflicht-100.html; https://www.nordbayern.de/politik/spahn-rechnet-nicht-mit-notwendigkeit-von-corona-impfpflicht-1.10067100 Zu Merkel und GAVI: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/108867/Merkel-sagt-weitere-600-Millionen-Euro-fuer-Impfallianz-Gavi-zu; Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur GAVI-Wiederauffüllungskonferenz am 27. Januar 2015 in Berlin, http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2015/01/2015-01-27-merkel-gavi.html Zu Impfstoffherstellern im GAVI-Vorstand: https://www.gavi.org/governance/gavi-board/members/susan-silbermann, https://www.gavi.org/governance/gavi-board/members/an-vermeersch Zu GAVIs Sponsoring von Pfizer und GSK: https://www.doctorswithoutborders.org/what-we-do/news-stories/news/gavi-must-stop-giving-millions-subsidies-pfizer-and-gsk-pneumonia; https://www.msf.org.za/stories-news/press-releases/gavi-should-stop-awarding-special-funds-pfizer-and-gsk-pneumonia-vaccine, Zu GAVIs DTP-Impfkampagne bei Kindern in Afrika: https://childrenshealthdefense.org/news/the-bill-gates-effect-whos-dtp-vaccine-kills-more-children-in-africa-than-the-diseases-it-targets/; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5360569/ Zu Spahns Vergangenheit als Pharma-Lobbyist: Auswege Infos Nr. 55/April 2018, https://www.stiftung-auswege.de/images/downloads/auswege-newsl55.pdf, Meldung „Neuer Bundespharmaminister: Merkel macht Bock zum Gärtner“.

  • Nehmt euch in Acht vor mir!

    Bin nämlich Verschwörungstheoretiker. Verbreite Fake News. Werde von ausländischen Mächten gesteuert. Gefährde die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Ich trage Alu-Hut. Mag ich, steht mir. Daran erkennt man mich als wirren, gemeingefährlichen Verschwörungstheoretiker, der gezielt bloße Gerüchte verbreitet, Falschinformationen, Fake News, die keinem Faktencheck standhalten. Was ich von mir gebe, ist abstrus, unwissenschaftlich, lächerlich. Ich kann Panik und Konflikte auslösen. Ich könnte dich radikalisieren. Ich könnte dich dazu bringen, zur Waffe zu greifen und jemanden umzulegen. Ich bin ein Agent Putins, zumindest aber kremlfreundlich, oder sonstwie von ausländischen Mächten gesteuert, andernfalls aber ein neonazistischer Rechtspopulist, vielleicht aber auch ein Linksextremist. Jedenfalls bedrohe ich die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Man sollte mich mit Bußgeld oder Haftandrohung abschrecken. Man muss mich im Auge behalten, der Verfassungssschutz tut es bereits. Um ein Haar hätte mich die Kripo Mannheim-Heidelberg erkennungsdienstlich behandelt. Der EU bereite ich Sorgen. Wäre ich in Sachsen, so stünde ich kurz davor, in die Psychiatrie eingeliefert zu werden. Und warum ist all dies so? Weil ich Journalist bin, dem der Ehrenkodex seines Berufsstands weiterhin heilig ist – anscheinend im Unterschied zu beinahe allen Kollegen bei sogenannten „Qualitäts-“ und „Leitmedien“. Weil ich Recherchen betreibe und Texte verfasse, die einer hyperaktiven Staatsführung sowie allen, die mit ihr kollaborieren, sie gewähren lassen und nach ihrer Pfeife tanzen, nicht in den Kram passen. Weil ich die Hygienediktatur als das beschreibe, was sie ist: unverhältnismäßig und verfassungswidrig. Weil ich soziale Medien wie Facebook nutze, nachdem es für systemkritischen Journalismus keine anderen Publikationsmöglichkeiten mehr gibt. Weil ich noch imstande bin, eine irrationale Verschwörungstheorie, ein Hirngespinst zu unterscheiden von einer naheliegenden Vermutung, einem begründeten Verdacht, einem triftigen Indiz. Weil ich durchschaue, dass „Verschwörungstheorie“, „Fake News“ und „Faktencheck“ längst zu rhetorischen Kampfbegriffen von Ideologen geworden sind, die lästige Kritik beiseite räumen, indem sie Kritiker diskreditieren – wer sie in die Welt setzte, will dafür sorgen, dass gewisse Fragen erst gar nicht auftauchen, und unangenehme Diskussionen im Keim ersticken. Ich ecke an, weil mich infame Rufmörder anwidern, die angebrachte Zweifel an der Integrität von Politikern, Wissenschaftlern und Ärzten in dieselbe Schublade zwängen wie den Glauben an Pizzagate, eine Flacherde, außerirdische Reptiloide und den biblischen Schöpfungsakt. Weil das, was ich in 14 Jahren Gymnasium und Universität als „Wissenschaft“ kennengelernt habe, immer weniger dem entspricht, was meine Berufskollegen dafür halten und unverdaut an ihr Publikum weiterreichen. Weil ich mir nicht verbieten lasse, die WHO korrupt, Regierende inkompetent, Forscher käuflich, die Profitgier von Pharma-Managern teuflisch zu nennen. Weil ich der Propagandamacht von Großkonzernen, ihrer PR-Agenturen und Lobbytruppen nicht weniger als alles zutraue. Weil ich mich nicht aus Existenzangst verbiegen oder die Klappe halten will. Weil ich viele Ärzte und Wissenschaftler kenne, die genauso denken wie ich. Es sind zuwenige. Aber es werden immer mehr. Vor „Gefahren durch Verschwörungstheoretiker“ wie mich hat soeben der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Georg Maier, nachdrücklich gewarnt. Sie „erfüllen“ ihn „mit Sorge“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Sicher, vieles ist abstrus, und man mag es belächeln.“ Doch der Attentäter von Hanau habe sich unter anderem durch Verschwörungstheorien radikalisiert, betonte Maier und fügte hinzu: „Vieles erinnert an die Reichsbürger. Die haben wir anfangs ebenfalls belächelt, bis sich ihre Ansichten verbreitet und sich einige irgendwann bewaffnet haben. Auch deshalb muss man diese Verschwörungstheoretiker jetzt im Auge behalten.“ Nur zwei Tage zuvor, am 22. April 2020, hatte Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang vor Falschinformationen über die Corona-Krise aus dem Ausland gewarnt. „Für viele Staaten ist die Corona-Pandemie eine Gelegenheit, um sich global vorteilhaft zu positionieren. Dabei verbreiten sie Desinformation, die in die bisherigen Narrative eingepflegt wird“, sagte er dem RND. Durch Desinformation könne „die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedroht sein“, heißt es aus dem Bundesinnenministerium. Wenn die Menschen gezielt mit falschen Informationen versorgt würden, entstehe Verunsicherung. Bloß ein Arzttermin hielt mich davon ab, am Mittwoch 15. April vor dem Gebäude der Polizei Heidelberg mein Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wahrzunehmen, um gemeinsam mit rund 150 weiteren Menschen der Rechtsanwältin Beate Bahner anlässlich ihres Verhörtermins meine Solidarität zu bekunden. (Kurz zuvor hatte Frau Bahner beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen die Corona-Verordnungen der Bundesländer eingereicht; daraufhin wurde sie festgenommen, misshandelt und in eine psychiatrische Klinik geschafft.) Wäre ich dort gewesen, so stünde ich jetzt im Visier einer 12-köpfigen Ermittlergruppe, die „das Polizeipräsidium auf Weisung des Polizeipräsidenten Andreas Stenger noch am selben Tag unter Leitung des Dezernats Staatsschutz eingerichtet“ hat. Deren „Ziel ist es, die Vorgänge aufzuklären und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu identifizieren, die“ mit ihrer Anwesenheit „gegen die Corona-Verordnung verstoßen haben. In die Ermittlungen sind auch Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich der forensischen Videoauswertung und Kriminaltechniker eingebunden.“ () Sachdienliche Hinweise auf meine bloß zufällige Nichtanwesenheit, aber intendierte Beteiligung sind zu richten an: mannheim.pp.stab.oe@polizei.bwl.de. Dass für demokratische Grundrechte nur suspekte Gestalten auf die Straße gehen können, scheint für einen Großteil der Journaille ausgemachte Sache. Am 1. Mai 2020, so weiß das sogenannte „Recherchezentrum" Correctiv, protestiert gegen Corona-Politik „ein Sammelsurium aus linken und rechten Aktivisten“, die „Sympathie für den Kreml eint“. RBB24, der Online-Ableger der ARD-Anstalt Radio Berlin-Brandenburg, verbreitet kommentarlos die Unterstellung des Berliner Innensenators Geisel, dass gegen die Corona-Einschränkungen „Rechtsextremisten, Linksextremisten und Aluhut-Träger“ protestieren – sonst niemand? In einer Videotext-Nachricht vom 25. April 2020 weiß die ARD über Berliner Demonstrationsteilnehmer bloß eines zu sagen: dass darunter „viele Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten“ sind, die gegen „von ihnen befürchtete Einschränkungen von Grundrechten“ protestieren. (1) Eine bloße „Befürchtung“? Eine grundlose gar? „Trotz Verbots wollen Verschwörungstheoretiker in Berlin gegen die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie protestieren“, zum Befremden des RND. Wie können es freie Bürger wagen, sich friedlichen Widerstand gegen ein verfassungswidriges Verbot nicht verbieten zu lassen? Als Baden-Württemberger muss ich mir seit Montag, 27. April 2020, eine Maske umbinden, ehe ich ein Geschäft betrete, einen nahezu leeren Bus oder Zug besteige. Immerhin dient dies der Aufrechterhaltung eines optisch ansprechenden Erscheinungsbilds, weil andernfalls der Schaum vor meinem Mund sichtbar wäre. Diese Atemschutzschikane, wie alle sonstigen Kontaktbeschränkungen außerhalb der sogenannten „Risikogruppen“, ist sinnlos und kontraproduktiv, wie selbst die WHO, das RKI, die Kassenärztliche Bundesvereinigung finden – ein „lächerlicher Lappen“, um den Weltärztepräsidenten zu zitieren. Am liebsten würde ich ihn mir demonstrativ vom Gesicht reißen. Täte ich es, würde eine Ordnungsstrafe von 150 Euro fällig. Täte ich es wiederholt, so würde mir, falls ich in Sachsen derart auffällig würde, die Irrenanstalt drohen. Genau dies, eine Zwangseinweisung in die Klapsmühle, hält Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) „im Einzelfall“ für erforderlich, wie sie am 10. April 2020 erklärte. Wer in Sachsen in Quarantäne muss und sich nicht daran hält, muss damit rechnen, dass er in die Psychiatrie verschleppt, dort mindestens zwei Wochen festgehalten und gegebenenfalls „ruhiggestellt“ wird, bewacht von Polizei. Dazu hat das Bundesland Sachsen bereits in den psychiatrischen Kliniken Altscherbitz, Arnsdorf, Großscheidwitz und Rodewisch insgesamt 22 Zimmer freiräumen lassen. Denn es sei „für unser aller Gesundheit und Leben wichtig, dass die Menschen sich an die Quarantäneanordnungen der Gesundheitsämter halten“, zitiert der Sender MDR die Sozialministerin. „Falls es im Einzelfall dazu kommen sollte, dass sich Menschen den Anordnungen widersetzen, ist es notwendig, die von den Gesundheitsämtern angeordneten Maßnahmen mit Gewalt durchzusetzen. Dazu ist es möglich, diese Menschen mit einem richterlichen Beschluss in einem geschlossenen Teil eines Krankenhauses unterzubringen.“ Jawohl, ein solches Vorgehen erlaubt Paragraph 30 des Infektionsschutzgesetzes: Wer Anordnungen nicht nachkomme oder bei wem aufgrund bisherigen Verhaltens davon auszugehen sei, dass er ihnen nicht nachkommen werde, der sei „zwangsweise durch Unterbringung in einem abgeschlossenen Krankenhaus oder einem abgeschlossenen Teil eines Krankenhauses abzusondern“. Dort muss er gegebenenfalls „die Maßnahmen zu dulden, die der Aufrechterhaltung eines ordnungsgemäßen Betriebs der Einrichtung oder der Sicherung des Unterbringungszwecks dienen“ – notfalls also auch Zwangsfixierungen und Ruhigstellung mit Psychopharmaka. (Näheres hier.) Was haben „Verschwörungstheoretiker“ auch anderes verdient, zumal bekanntlich nur psychisch Gestörte zu solchen werden können? Unterdessen hat die Europäische Union eine Kampagne „EU vs. Disinfo“ gestartet, in tiefer Sorge, weil „Des- und Misinformationen über COVID-19 weiterhin weltweit um sich greifen und möglicherweise mit negativen Folgen für die öffentliche Sicherheit, Gesundheit und eine wirksame Krisenkommunikation einhergehen“. Ihre öffentliche „Datenbank für Desinformation“ hat schon rund angebliche 8400 Fakes erfasst, darunter die Behauptung, die Pandemie werde übertrieben. Wie das Kampagnenbüro am 24. April 2020 verlauten ließ, ist ihm zumindest schon so viel aufgefallen: „Insbesondere russische Medien machen in der Corona-Krise weiter mit Desinformation Stimmung gegen die Staatengemeinschaft. Allein in der vergangenen Woche sind 45 Fälle kremlfreundlicher Falschnachrichten hinzugekommen, 30 von ihnen in Verbindung mit dem Coronavirus.“ Sie seien „auf Twitter, Facebook, Pinterest und Reddit rund 36.500-mal geteilt, kommentiert und mit einem Like versehen worden“. Womöglich handelte es sich gar um jene unübersehbar kremlfreundlichen Fake News, welche KLARTEXT in jüngster Zeit wie am Fließband in die panikvirusverseuchte Welt gesetzt hat? So etwas gehört verboten, hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) gefordert. Denn „Fake News in Zeiten der Coronakrise sind brandgefährlich“, warnte er im Spiegel. „Sie können Panik und Konflikte auslösen und sind daher auf das Schärfste zu verurteilen. Daher müssen wir mit Bußgeldern oder sogar Strafandrohungen abschrecken.“ Die Bundesregierung solle endlich handeln: „Ich bitte den Bund, koordinierend tätig zu werden und entweder Möglichkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz aufzuzeigen oder schnellstmöglich das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten beziehungsweise das Strafgesetzbuch anzupassen. Es muss verboten werden, öffentlich unwahre Behauptungen über die Versorgungslage der Bevölkerung, die medizinische Versorgung oder Ursache, Ansteckungswege, Diagnose und Therapie von Covid-19 zu verbreiten.‘‘ Jawohl – also ab in den Strafvollzug mit brandgefährlichem Gesindel wie Drostens Charité-Vorgänger Prof. Krüger, mit Dr. Wodarg, Dr. Schiffmann, Prof. Bhakdi, Prof. Lohse, Prof. Püschel, Prof. Mölling, Prof. Goetzsche, Prof. Ioannidis! Alle wegsperren! Unverzüglich! Dass die Machwerke von gemeingefährlichen Verschwörungstheoretikern wie mir immer weitere Verbreitung finden, liegt nach Maiers Einschätzung daran, dass „sich immer mehr Menschen nicht mehr über seriöse Medien, sondern nur über soziale Netzwerke informierten“. Für die Stärkung dieses Trends darf ich mich herzlich bedanken bei allen Qualitätsjournalisten, die Leuten wie Maier kritiklos Gehör verschaffen und ihn zustimmend zitieren. Zumindest das RND braucht niemanden mehr zu zitieren, es weiß selber schon Bescheid: Die „Urheber (…) eines Sturms an Einflusskampagnen, der in diesen Wochen über uns hinwegbraust, (…) überfluten soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und Whatsapp-Gruppen so lange mit Verzerrungen der Realität, bis die überprüfbare Tatsache vor lauter falschen Versionen nur noch eine Version unter vielen darstellt. (…) Das Virus verklebt die Lungen, Desinformation die Gehirne.“ Wer faktencheckt die zerebrale Verfassung des RND-Redakteurs, der so eine Ungeheuerlichkeit absondert? Beim RND handelt es sich um eines der größten redaktionellen Netzwerke Deutschlands; es beliefert mehr als 40 Tageszeitungen mit einer Auflage von insgesamt mehr als 1,5 Millionen Exemplaren, somit erreicht es rund vier Millionen Leser pro Tag. Dieses RND gehört dem Mediengiganten Madsack: 4000 Mitarbeiter, 681 Millionen Euro Jahresumsatz (2018). Dessen größte Kommanditistin ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg), das Medienbeteiligungsunternehmen der SPD – also eben jener Regierungspartei, welche die staatliche Corona-Politik mitverantwortet. „Die geistigen Kräfte des deutschen Journalismus, die sich zu einem JA verpflichten, können der wärmsten Unterstützung der Regierung gewiss sein. Jene Kräfte aber, die sich aus Bosheit und Unverstand zu dieser Aufgabe verneinend verhalten, die glauben, sie hemmen oder sabotieren zu können, die müssen es sich am Ende auch gefallen lassen, dass sie aus der Gemeinschaft der aufbauwilligen Kräfte ausgestoßen und an der Bildung der öffentlichen Meinung des deutschen Volkes mitzuwirken als unwürdig erachtet werden.“ Nein, diese Sätze stammen weder von Georg Maier noch von Jens Spahn, weder von Boris Pistorius noch von Petra Köpping. So zeitgemäß formulierte Joseph Goebbels. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) https://www.ard-text.de/mobil/108, 25.4.2020. Zu Maiers Warnungen: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-erfurt-innenminister-maier-warnt-vor-verschwoerungstheoretikern-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200425-99-831110; https://www.rnd.de/politik/verschworungstheorien-zu-corona-chef-der-innenministerkonferenz-warnt-LIJVFD2CIZEDTL2H32EN2J4EMU.html; https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-innenminister-gefahr-von-verschwoerungstheorien-in.1939.de.html?drn:news_id=1124223; https://www.focus.de/regional/thueringen/gesundheit-innenminister-maier-warnt-vor-verschwoerungstheoretikern_id_11922344.html Zu Haldenwangs Warnungen: https://www.rnd.de/politik/corona-krise-fake-news-aus-russland-propaganda-aus-china-NVHZMR2VXFDKNF357LVQRWO7PE.html Zur Warnung des Bundesinnenministeriums: https://www.rnd.de/politik/corona-krise-fake-news-aus-russland-propaganda-aus-china-NVHZMR2VXFDKNF357LVQRWO7PE.html Zur Kampagne „EU vs. Disinfo“: https://www.rnd.de/politik/corona-krise-fake-news-aus-russland-propaganda-aus-china-NVHZMR2VXFDKNF357LVQRWO7PE.html Zu Pistorius´ Forderungen: https://www.n-tv.de/politik/Pistorius-fordert-Strafen-gegen-Fake-News-article21647107.html Zur RND-Bewertung: https://www.rnd.de/politik/corona-krise-fake-news-aus-russland-propaganda-aus-china-NVHZMR2VXFDKNF357LVQRWO7PE.html Zum RND/Madsack: https://reissverschluss-verfahren.de/verlagskonzerne-und-ihr-maerchen-von-der-pressefreiheit; https://die-deutsche-wirtschaft.de/famu_top/verlagsgesellschaft-madsack-gmbh-co-kg-hannover-umsatz-mitarbeiterzahl/ Zu Goebbels: https://www.deutschlandfunk.de/geschichte-aktuell-die-geknebelten-journalisten.724.de.html?dram:article_id=99251

  • Nach 70 Tagen ist der Corona-Spuk vorbei

    Ein Mathematik-Professor aus Israel blamiert hyperaktive Seuchenschützer. Seine Studie belegt: Politische Maßnahmen beeinflussen den Pandemieverlauf so gut wie gar nicht. Die nächste schallende Ohrfeige für Angela, Jens & Co. trifft aus Israel ein, von einem der angesehensten Wissenschaftler dort: Die Covid19-Epidemie, so weist er statistisch nach, erreicht grundsätzlich nach rund 10 Wochen ihr Ende – egal wo sie stattfindet und unabhängig davon, welche Gegenmaßnahmen die Regierungen ergreifen. Dies belegt eine brandaktuelle Studie, die gerade dabei ist, weltweit für reichlich Aufsehen zu sorgen. Sie stammt von Professor Isaac Ben-Israel, einem namhaften Mathematiker der Universität Tel Aviv, der unter anderem den Nationalen Rat für Forschung und Entwicklung sowie die israelische Raumfahrtagentur leitet. Nachdem sein Forscherteam Daten der von SARS-CoV-2 heimgesuchten Länder analysierte, kommt es zu einem verblüffenden Schluss: Die Verbreitung des Virus erreicht nach etwa 40 Tagen einen Höhepunkt und klingt nach 70 Tagen nahezu vollständig ab – unabhängig davon, was die jeweiligen Regierungen dagegen unternommen haben. „Es gibt ein konstantes Muster“, erklärte Isaac Ben-Israel in Israels TV-Sender Channel 12, „die Zahlen sprechen für sich selbst. (…) Überraschenderweise ist dieses Muster Staaten gemeinsam, die einen harten Lockdown mit der Paralyse der Wirtschaft umgesetzt haben, aber auch Ländern, die sehr viel zurückhaltendere Maßnahmen ergriffen und das Alltagsleben fortgesetzt haben.“ Behauptet Deutschlands Regierung nicht stolz, allein der von ihr durchgesetzte Infektionsschutz - mit Versammlungsverboten, Kontaktbeschränkungen, Schul- und Ladenschließungen, Abstandsregeln und Maskenpflicht - habe die Seuche eingedämmt? Setzten Italien, Österreich, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Spanien, Israel nicht noch strengere Maßnahmen durch, die wochenlange Ausgangssperren einschlossen? Manche reagierten rasch, andere zögerten zunächst. Die Analysen aus Tel Aviv legen indes nahe: All die behördlichen Zumutungen, der Entzug von Grundrechten, das Einfrieren öffentlichen Lebens, die Sabotage an der eigenen Wirtschaft waren letztlich für die Katz. Auch ihr Timing spielte keine Rolle. Denn in Ländern wie Schweden, Singapur und Taiwan, die auf Hygienediktatur weitgehend verzichteten, verlief die Pandemie mitnichten anders. Weder in Stockholm noch in Taipeh stellte sich bei Infektionsraten jenes „exponentielle Wachstum“ ein, vor dem uns Spahn, Drosten und Wieler täglich aufs Neue das Fürchten lehren; auch dort war nach knapp sechs Wochen ein Gipfelpunkt erreicht – und nach rund zehn Wochen war der Spuk schon fast vorbei. Somit stehen nicht nur viele Regierungen blamiert da, sondern auch deren wissenschaftliche Berater. Für die „Lockerungsdiskussionsorgien“, vor denen Kanzlerin Merkel graut, wird es nun erst recht höchste Zeit. Als Nicht-Mediziner beschränkt sich Ben-Israel auf eine reine statistische Analyse. Auf die Frage nach den Gründen für das festgestellte Phänomen sagt er: „Ich habe keine Erklärung. Es gibt alle möglichen Spekulationen. Vielleicht hat das Virus eine eigene Lebensspanne.“ Damit könnte er insofern recht haben, als SARS-CoV-2 womöglich rund 40 Tage benötigt, um einen Großteil der Bevölkerung zu infizieren. Daraufhin entwickelt sich Herdenimmunität: Immer mehr Menschen haben die Infektion überstanden, können niemanden mehr anstecken, sind selbst immun geworden. Und so ebbt die Welle zügig ab – ein Rhythmus, in dem alljährlich Grippewellen kommen und gehen. Aber warum hat das Virus in Ländern wie Italien so viele Opfer gefordert? Gegenüber dem Nachrichtendienst Times of Israel erwiderte Ben-Israel auf diese Frage, das italienische Gesundheitswesen sei auch ohne Corona bereits überfordert: „2017 brach es wegen der Grippe zusammen“. Ähnlich schonungslos legt Covid-19 zur Zeit die Mängel des britischen Health Service offen. (Harald Wiesendanger) Anmerkung Prof. Ben-Israels Studie um Nachlesen: „The end of exponential growth: The decline in the spread of coronavirus“, 19.4.2020.

  • Am Wendepunkt.

    Ich habe drei Kinder. Alle sind gesund, begabt, glücklich, voller Zukunftspläne. Sie wollen beruflich vorwärtskommen, irgendwann eine Familie gründen, Kinder haben. Wie ich, als in ihrem Alter war. Von der Corona-Krise fühlen auch sie sich eingeschränkt. Aber alle Drei sind zuversichtlich: Das geht vorüber. Und danach wird alles wieder so sein wie vorher. Nein, da täuschen sie sich. 2020 ist das Jahr Eins einer neuen Zeitrechnung. Westliche Demokratien, einst stolze Verteidiger von Freiheit, Selbstbestimmung und anderer grundlegender Menschenrechte, haben atemberaubend rasch und widerstandslos faschistoiden Hygienediktaturen Platz gemacht, legitimiert durch den Anschein von Wissenschaftlichkeit, beklatscht von einer 90-Prozent-Mehrheit des Wahlvolks, wohlwollend begleitet von kritiklosen Leitmedien, ohne Widerstände seitens Richtern und Staatsanwälten. Vertreter abweichender Meinungen werden übergangen, ausgegrenzt, denunziert, mundtot gemacht. All dies im Namen des „Krieges“ gegen einen unsichtbaren Feind, den angeblich nur ein Notstandsregime in Schach halten kann. Und nach der Pandemie ist vor der nächsten. Was die gegenwärtige mit sich brachte, sind Vorboten einer neuen Welt, die alles zunichte machen könnte: die Träume meiner Kinder, die Lebenschancen meiner Enkel ebenso wie Schicksal und Zukunft all derer, für die sich die Stiftung AUSWEGE seit über 15 Jahren einsetzt. Diese neue Welt kennt und respektiert keine Alternativen zur Schulmedizin mehr. Sie unterwirft das Gesundheitswesen noch stärker als heute dem Primat der Profitmaximierung. Sie vernichtet die Natur- und Erfahrungsheilkunde. Sie beseitigt Heilpraktiker, Heiler und Homöopathen. Sie setzt Zwangsimpfungen durch. Sie monopolisiert Wissenschaft und Wahrheit - jegliche Gegenmeinungen werden zu Fake News, stammen von Verschwörungstheoretikern, zerbröseln bei Faktenchecks. Die neue Welt vereinheitlicht die Informationslandschaft. Sie macht Regierende, Abgeordnete, Behörden zu ausführenden Organen von Lobbygruppen, Expertenrunden und weltweit agierenden PR- und Marketingagenturen. Über verfassungsmäßige Grundrechte setzt sie sich per Notstandsverordnung hinweg. Diese gilt unangefochten, solange in der Bevölkerung die hysterische Angst vor der Bedrohung anhält. Diese Angst zu schüren, ist für Massenpropaganda ein Kinderspiel, wie wir soeben miterleben. Ja, mit alledem kann man durchaus seinen inneren Frieden machen – spirituelle Coaches und Gurus lehren uns, wie. Aber sollten wir es? Nur dann, wenn uns persönliches Seelenheil und spirituelle Selbstoptimierung über alles gehen. Das ist legitim. Aber es ist nicht mein Weg. Bald wird es in diesem Blog wieder Artikel geben, deren Themenschwerpunkte im Heilen, im Spirituellen, im Geistigen liegen. Aber noch hat für mich die kritische Auseinandersetzung mit Hintergründen und Folgen der Coronakrise Vorrang. Denn die Leidenschaft fürs Heilen und politisches Engagement müssen, dürfen sich nicht ausschließen. Beides gehört zusammen. Wie könnten wir heilen, heil werden, heil sein in einer unheilen Welt, die wir sich selbst überlassen? (Harald Wiesendanger)

  • Am Wendepunkt.

    Ich habe drei Kinder. Alle sind gesund, begabt, glücklich, voller Zukunftspläne. Sie wollen beruflich vorwärtskommen, irgendwann eine Familie gründen, Kinder haben. Wie ich, als in ihrem Alter war. Von der Corona-Krise fühlen auch sie sich eingeschränkt. Aber alle Drei sind zuversichtlich: Das geht vorüber. Und danach wird alles wieder so sein wie vorher. Nein, da täuschen sie sich. 2020 ist das Jahr Eins einer neuen Zeitrechnung. Westliche Demokratien, einst stolze Verteidiger von Freiheit, Selbstbestimmung und anderer grundlegender Menschenrechte, haben atemberaubend rasch und widerstandslos faschistoiden Hygienediktaturen Platz gemacht, legitimiert durch den Anschein von Wissenschaftlichkeit, beklatscht von einer 90-Prozent-Mehrheit des Wahlvolks, wohlwollend begleitet von kritiklosen Leitmedien, ohne Widerstände seitens Richtern und Staatsanwälten. Vertreter abweichender Meinungen werden übergangen, ausgegrenzt, denunziert, mundtot gemacht. All dies im Namen des „Krieges“ gegen einen unsichtbaren Feind, den angeblich nur ein Notstandsregime in Schach halten kann. Und nach der Pandemie ist vor der nächsten. Was die gegenwärtige mit sich brachte, sind Vorboten einer neuen Welt, die alles zunichte machen könnte: die Träume meiner Kinder, die Lebenschancen meiner Enkel ebenso wie Schicksal und Zukunft all derer, für die sich die Stiftung AUSWEGE seit über 15 Jahren einsetzt. Diese neue Welt kennt und respektiert keine Alternativen zur Schulmedizin mehr. Sie unterwirft das Gesundheitswesen noch stärker als heute dem Primat der Profitmaximierung. Sie vernichtet die Natur- und Erfahrungsheilkunde. Sie beseitigt Heilpraktiker, Heiler und Homöopathen. Sie setzt Zwangsimpfungen durch. Sie monopolisiert Wissenschaft und Wahrheit - jegliche Gegenmeinungen werden zu Fake News, stammen von Verschwörungstheoretikern, zerbröseln bei Faktenchecks. Die neue Welt vereinheitlicht die Informationslandschaft. Sie macht Regierende, Abgeordnete, Behörden zu ausführenden Organen von Lobbygruppen, Expertenrunden und weltweit agierenden PR- und Marketingagenturen. Über verfassungsmäßige Grundrechte setzt sie sich per Notstandsverordnung hinweg. Diese gilt unangefochten, solange in der Bevölkerung die hysterische Angst vor der Bedrohung anhält. Diese Angst zu schüren, ist für Massenpropaganda ein Kinderspiel, wie wir soeben miterleben. Ja, mit alledem kann man durchaus seinen inneren Frieden machen – spirituelle Coaches und Gurus lehren uns, wie. Aber sollten wir es? Nur dann, wenn uns persönliches Seelenheil und spirituelle Selbstoptimierung über alles gehen. Das ist legitim. Aber es ist nicht mein Weg. Bald wird es in diesem Blog wieder Artikel geben, deren Themenschwerpunkte im Heilen, im Spirituellen, im Geistigen liegen. Aber noch hat für mich die kritische Auseinandersetzung mit Hintergründen und Folgen der Corona-Krise Vorrang. Denn die Leidenschaft fürs Heilen und politisches Engagement müssen, dürfen sich nicht ausschließen. Beides gehört zusammen. Wie könnten wir heilen, heil werden, heil sein in einer unheilen Welt, die wir sich selbst überlassen? (Harald Wiesendanger)

  • Spahn überrascht mit Geständnis - Wann folgen den Worten Taten?

    Mit ungeahnter Demut verblüffte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der jüngsten Fragestunde im Bundestag. Von Abgeordneten auf die Corona-Krise angesprochen, äußerte er sich am 22. April 2020 in einer ausnahmsweise selbstkritischen Weise, die zweifellos darauf hindeutet, dass er sich manche KLARTEXT-Beiträge arg zu Herzen genommen hat. Jens Spahn sagte wörtlich: „Wir werden einander wahrscheinlich viel verzeihen müssen in ein paar Monaten. Weil noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik in so kurzer Zeit unter solchen Umständen mit dem Wissen, was verfügbar ist, und all den Unwägbarkeiten, die da sind, so tiefgreifende Entscheidungen haben getroffen werden müssen. Das hat´s so noch nicht gegeben. Und ich bin ganz neidisch auf diejenigen, die schon immer alles gewusst haben. Wir haben in den letzten Wochen alle viel dazugelernt, auch über dieses Virus und über manche Folgen von Entscheidungen. Und ich bin mir sicher: Jenseits von Politik wird auch für die Gesellschaft, selbst für Virologen und Wissenschaftler eine Phase kommen, wo wir alle feststellen werden, im nachhinein, dass man vielleicht an der einen oder anderen Stelle falsch gelegen hat und an der einen oder anderen Stelle Dinge noch mal korrigieren und nachstellen muss. Das finde ich in einer Zeit wie dieser vergleichsweise normal, und wenn wir da ein Grundverständnis hätten, dass das in einer Zeit solcher Unwägbarkeiten dazugehört, dann wäre das schon mal ein wichtiger Schritt.“ Ein weiterer wichtiger Schritt wäre das Eingeständnis, dass „das Wissen, was verfügbar ist“, für Spahn vor allem deswegen limitiert war und ist, weil er sich allein auf jenes verlässt, das er dem Robert-Koch-Institut und Virologen der Charité zutraut. Hätte er von Anfang an andere, nicht minder kompetente Experten einbezogen, so hätte er „Unwägbarkeiten“ reduzieren und erkennen können, dass „es das so“ durchaus „schon gegeben hat“: viele schwer Erkrankte und Tote in früheren strengen Grippewintern, einen Pandemie-Fehlalarm der WHO. Dann hätte er nicht erst „in den letzten Wochen viel dazugelernt“ – ähm, was eigentlich? -, sondern bereits ab Jahresanfang. Schon damals hätte er lernen können: (1.) Herbeigetestete Infektionsraten eignen sich zwar vortrefflich zur Panikmache, sagen aber nichts über die Gefährlichkeit aus. (2.) Nicht jeder, der MIT Sars-CoV-2 stirbt, tut es DESWEGEN, weshalb das RKI mit seinen täglichen Covid19-Opferzahlen Fake News streut. (3.) Die Coronoia dieser Tage weist verblüffende Parallelen zur Schweinegrippe-Hysterie 2009 auf. Ohne innige Pharmaverstrickungen der WHO hätte es sie nie gegeben – zu jener Zeit warst Spahn ja noch an einer Lobbyagentur für Pharmaklienten namens „Politas“ beteiligt. Inwiefern er mit seinem hyperaktiven, verfassungsfeindlichen Krisenmanagement falsch liegt, haben ihm Experten schon vor einem Vierteljahr prophezeit – bloß hat er sie ignoriert. Statt sie zu „beneiden“, hätte er sie anhören müssen. Nur wegen dieses Versäumnisses, und nicht wegen schicksalshaft unvermeidlicher Wissenslücken, wird er irgendwann bedauern, „korrigieren und nachstellen“ zu müssen, was er verbockt hat. Nein, da gibt es nichts zu „verzeihen“, zumindest nicht jemandem wie ihm. Statt den WHO-Alarm umgehend einem Faktencheck zu unterziehen und die vermeintliche „Jahrhundert-Pandemie“ frühzeitig zu durchschauen, hat er ihretwegen daran mitgewirkt, einen Jahrhundert-Schaden anzurichten. Es steht zu befürchten, dass er damit fortfährt, bis die Drahtzieher hinter der WHO erreicht haben, worauf sie aus sind: Zwangsimpfungen für die gesamte Menschheit, zu einem zweistelligen Europreis pro Impfdosis. Lässt er sich dazu instrumentalisieren, alle politischen Hindernisse auszuräumen, die bis dahin noch im Weg stehen? Wie wär´s, lieber Jens, mit einem „Grundverständnis“, dass deine Infektionsschutzmaßnahmen verspätet, weitgehend nutzlos und kontraproduktiv sind? Dass deine „Lösungen“ längst weitaus schlimmer sind als das Problem? Dass sofort Schluss sein muss mit ihnen? (Harald Wiesendanger)

  • Die „zweite Welle“ kommt bestimmt – unsere Regierung sorgt dafür.

    Weiterhin stehen wir angeblich „erst am Anfang der Pandemie“, wie Kanzlerin Merkel der verängstigten Nation in ihrer jüngsten Regierungserklärung vom 23. April 2020 aufs Neue weismachte. Mit einem „Wiederaufflammen“, einer noch weitaus schlimmeren „zweiten Welle“ müsse gerechnet werden, orakelt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. (Wo bleibt die erste?) Sein jüngster Plan sorgt dafür, dass sie ganz bestimmt kommen wird. Spahn will die Corona-Tests nämlich massiv ausweiten – von derzeit 650.000 auf bis zu 4,5 Millionen pro Woche. Diese Versiebenfachung wird die Häufigkeit festgestellter Infektionen regelrecht explodieren lassen – selbst wenn die tatsächliche Anzahl Infizierter innerhalb der Bevölkerung konstant bleibt oder sogar deutlich sinkt. Zum Beweis genügen Grundrechenarten. Angenommen, 20 % aller Bundesdeutschen hätten sich mit SARS-CoV-2 angesteckt, und Spahn ließe flächendeckend repräsentative Stichproben untersuchen. Dann würden 650.000 Tests in jedem fünften Fall positiv ausfallen – also 130.000 Infizierte ausfindig machen. 4,5 Millionen Tests, die in jedem fünften Fall einen SARS-CoV-2-Befall anzeigen, ergäben hingegen 900.000 Infizierte. Prompt könnte das Robert-Koch-Institut eine regelrechte „Explosion“ der Fallzahlen melden: um fast 600 Prozent, oh mein Gott, wie entsetzlich! Notstand hoch Zwei! Strikteste Quarantäne! Verschärfter Lockdown! Eine Steigerung ließe sich auf diese Weise selbst dann noch herbeitricksen, wenn die absolute Zahl der Infizierten in Wahrheit bereits drastisch zurückgegangen wäre. Daraus folgt, was uns der übelst verleumdete Arzt Dr. Wolfgang Wodarg von Krisenbeginn an zu bedenken gab: Die vermeintliche Pandemie ist im wesentlichen ein Test-Artefakt – sprunghaft steigende Infektionszahlen spiegeln in erster Linie sprunghaft zunehmendes Herumtesten: „Wir beobachten nicht die Krankheiten, sondern die Aktivität der nach ihnen suchenden Virologen.“ War es etwa dies, was Jens Spahn meinte, als er am 21. April 2020 im Bundestag während einer Fragestunde zur Corona-Krise die Anwesenden mit dem kleinlauten Eingeständnis verblüffte: „Alle“ hätten mittlerweile „viel dazugelernt“. Man werde wohl noch zu der Feststellung kommen, „vielleicht an der einen oder anderen Stelle falsch gelegen zu haben“. Ein Beispiel lieferte Spahn, als AfD-Abgeordnete von ihm wissen wollten, ob der Regierung bei Beginn des Shutdown im März denn nicht die Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts vorgelegen hätten: Jeder Corona-Infizierte steckte schon vorher weniger als einen weiteren Menschen an? Wäre der Shutdown dann im angeordneten Maß überhaupt erforderlich gewesen? Darauf antwortete Spahn: Das habe der Regierung noch gar nicht klar gewesen sein können, weil die genauen Berechnungen noch nicht vorhanden gewesen seien. Seine Antwort laute daher: „Klipp und klar: Nein.“ Warum dann weiterhin? Weshalb nicht sofort weg damit? Die Antwort liegt nahe: Selbst wenn sich alle rationalen Gründe für Lockdown, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht längst erledigt hätten, bleiben propagandistische und strategische: Fortdauernde Zumutungen erhalten das Gefühl der Bedrohung aufrecht, sie hindern die Massenhysterie daran, allmählich abzuebben. Das nützt wem? Ganz bestimmt all jenen, die sich Bombengeschäfte mit Virentests, Kontrolltechnik und Impfstoffen erhoffen. In deren Entwicklung fließen zur Zeit Hunderte Millionen Euro. Sie flössen bestimmt nicht, wenn ein hohes Risiko bestünde, dass die Hersteller am Ende auf ihren Produkten sitzen bleiben, weil kein Bedarf mehr besteht. Bei den CEOs der betreffenden Unternehmen handelt es sich weder um Glücksritter noch um Kaffeesatzleser noch im Philanthropen; sie investieren, weil es sich auszahlen wird – weil ihnen ein vorkalkuliert stattliches ROI (Return on Investment) sicher ist. Aber wie KÖNNTE es sicher sein, wenn Industrie und Regierungen nicht schon insgeheime Deals getroffen hätten, ungefähr des Inhalts: „Wir pumpen jetzt Unsummen in die Entwicklung von Testkits, Tracking-Apps und Vakzinen, und ihr sorgt dafür, dass sie zum Einsatz kommen werden“? Lief es anders, als Telekommunikationsriesen UMTS- und 5G-Lizenzen für Zig Milliarden ersteigerten? Und vergessen wir nicht den „Schweinegrippe“-Skandal von 2009: Genasführt von herstellerfinanzierten Wirksamkeitsstudien, deckten sich die Bundesländer im Juli 2009 beim Pharmagiganten GlaxoSmithKline (GSK) für rund 700 Millionen Euro mit 50 Millionen Impfdosen „Pandemrix“ ein – für geplante Massenimpfungen von 30 Prozent der Bevölkerung gegen eine „Pandemie“, die uns schließlich einen der mildesten Grippewinter aller Zeiten bescherte. Im Pandemiefall vertraglich zum Kauf verpflichtet hatten sich Bund und Länder gegenüber GSK übrigens schon Ende 2007 (!). Und so wäre es verwunderlich, wenn politisch Verantwortliche seit Beginn der Corona-Krise nicht noch häufiger als sonst von Lobbyisten der pharmazeutischen, medizin- und informationstechnischen Industrie umschwirrt und bedrängt würden. Frau Merkel, Herr Braun, Herr Spahn, Herr Söder, Herr Kretschmann: Lassen Sie uns bitte mal einen Blick in Ihre Terminkalender 2020 werfen – und jene Ihrer leitenden Ministerialbeamten? Déjà-vu´s ohne Ende: Schrille Warnungen vor einer ganz schlimmen Wiederkehr gab es auch schon 2009. Damals im September war das Schweinegrippevirus H1N1 schon so gut wie in der Versenkung verschwunden. Als auf der nördlichen Erdhalbkugel die kühlere Jahreszeit näherrückte, warnte die WHO dennoch, „immer noch in Alarm und in Sorge“, erneut die Welt, Vorkehrungen für eine „zweite Welle“ der Pandemie zu treffen: „Jeder muss bereit sein.“ (*) Erst pharmazeutische „Innovationen“ sollen es sein, die uns vom Joch der Hygienediktatur erlösen; wer sich ihnen verschließt, muss womöglich mit Sanktionen rechnen. Warum nicht Reisebeschränkungen für Corona-Impfverweigerer? Fortbestehende und verschärfte Maskenpflicht exklusiv für solche uneinsichtigen „asozialen Trittbrettfahrer“ (O-Ton Eckart von Hirschhausen)? Ein Verbot, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen? Arbeitserlaubnis nur noch im Home Office? Zutrittssperren zu Gastronomiebetrieben, Museen und Kinos, zu Sohnemanns Kindergarten, Töchterchens Schule und Omas Pflegeheim? Allen Ernstes sagte Spahn während der Berliner Fragestunde voraus, „dass wir einander wahrscheinlich viel werden verzeihen müssen in ein paar Monaten“. Gute Idee. Ein vielversprechender erster Schritt wäre es, nicht erst „in ein paar Monaten“, sondern unverzüglich den nutzlosen, kontraproduktiven Lockdown zu beenden – und sich bei Wodarg, Bhakdi und anderen klugen Querdenkern zu entschuldigen: für Ignoranz, Geringschätzung und üble Nachrede. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Merkels Behauptung, wir stünden „erst am Anfang der Pandemie“: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-krise-angela-merkel-nennt-vorgehen-der-laender-teils-zu-forsch-a-d9907811-8531-4b76-bb28-139fa09d162b Spahns Prognose der „zweiten Welle“: https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/jens-spahn-warnt-vor-zweiter-corona-welle-massnahmen-werden-wir-laenger-brauchen_id_11858332.html Pflichtlektüre für alle, die an Gedächtnisschwäche leiden: Dr. Henri T. Winter/Bernhard Schweitzer: Der Schweinegrippe-Skandal. Hintergründe einer fragwürdigen Pandemie (2010) – bitte NICHT bei Amazon bestellen, sondern bei Ihrem existenzbedrohten kleinen Buchhändler vor Ort! Wer gute Filmdokus vorzieht: Profiteure der Angst – Das Geschäft mit der Schweinegrippe (Arte 2009), Schweinegrippe - Falscher Alarm (21.1.2010) So geht Lobby - Das Geschäft mit der Schweinegrippe (Plusminus/ARD, 19.3.2010) Tamiflu, der Milliardenbetrug (Odysso/ARD 8.4.2012) * Zit. nach Winter/Schweitzer, a.a.O., S. 40 f.

  • In stiller Trauer gedenken wir: der Meinungsfreiheit

    5094 deutsche Covid-19-Opfer meldete das Robert-Koch-Institut am 23. April 2020. Es unterschlug das 5095. – das einzige, dessen Todesursache eindeutig feststeht: die Meinungsfreiheit. Stimmt, bisher hat keiner unsere Verfassung abgeschafft. Weiterhin gilt Artikel 5, Absatz 1: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten.“ Ihn zu streichen, war auch gar nicht nötig. Es ist ja „Krieg“ (Macron), „es geht um Leben und Tod“ (Laschet), „278.000 Corona-Todesopfer“ drohen (Drosten), schlimmstenfalls „Millionen“ (Seehofer). Also herrscht „Notstand“. Und der genügt, um Grundrechte im Nu auszuhebeln, einen freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat kurzerhand in einen „faschistoid-hysterischen Hygiene­staat“ zu verwandeln. (So mahnt der Verfassungsrechtler Hans Michael Heinig.) Ist ja bloß vorübergehend? Darum geht es nicht. Egal ob wir schon ab Ende der Osterferien wieder zur Normalität zurückkehren dürfen, ab Mai, im Herbst oder erst 2021, nach zwangsweisen Massenimpfungen: Das Unfassbare, das scheinbar ganz und gar Ausgeschlossene ist eingetreten – atemberaubend schnell, beklemmend widerstandslos. 75 Jahre, nachdem der Albtraum des Nationalsozialismus endete, tauchen wir in einen neuen ein, der schreckliche Erinnerungen an das finsterste Kapitel deutscher Geschichte wachruft. Ja, weiterhin darf jeder ungehindert seine Meinung äußern – solange sie der offiziellen Linie folgt. Widerrede bleibt jederzeit und überall möglich - aber nur, solange sie nicht allzu viele mitkriegen. Seit die Corona-Krise begann, lauert diese beklemmende Erfahrung beinahe an jeder Straßenecke, in jedem Supermarkt, in jedem Internetforum. Jeder zehnte Bundesbürger macht sie: So viele, haarsträubenderweise nicht mehr, sind Umfragen zufolge mit dem hyperaktiven „Krisenmanagement“ einer Regierung aus Medizinlaien NICHT einverstanden. Von aufgewiegelten Volksmassen muss sich dieses Zehntel verhöhnen und beleidigen lassen. Zur Minderheit zählen: Journalisten, deren kritische Beiträge, egal wie gut fundiert, keine einzige größere Redaktion haben will. Oder Wissenschaftler, die ihren Ruf, ihre Position, künftige Forschungsmittel, ihre weitere akademische Laufbahn aufs Spiel setzen, falls sie nicht die Klappe halten. Selbst Ärzte und Lehrstuhlinhaber verschienener Fachrichtungen – Mediziner, Biologen, Ökonomen, Juristen – sehen sich mundtot gemacht, sobald sie zu protestieren wagen. So gut wie alle Leitmedien, die überheblichen Hüter des „Qualitätsjournalismus“, recherchieren in weitem Bogen an ihnen vorbei. Verschweigen ihre Standpunkte und Argumente. Lassen sie in keiner Druckzeile, keiner Sendeminute zu Wort kommen. Warnen Leser und Zuschauer in Kommentaren vor ihnen. Übergehen sie konsequent auf den Gästelisten von Talkshows. Ohne Skrupel, ohne Zögern verwandelt sich die sogenannte „Vierte Gewalt“, im Namen „der“ Wissenschaft oder was sie dafür hält, in eine willige Beihelferin von Rufmordkampagnen gegen abtrünnige Experten. Dazu musste niemand sie erst „gleichschalten“. Die Schere im Kopf genügt. Derart übergangen und angeprangert, bleibt selbst international angesehenen Professoren nichts anderes übrig, als in soziale Medien auszuweichen – wohin auch sonst noch? Dort müssen sie sich vorkommen wie Sebastian Vettel unter Fahrschülern: Sie werden Freiwild für gehässige Trolle und ahnungslose Dumpfbacken, mit IQ-Quotienten vermutlich unter 50, aber Spitzenwerten auf der nach oben offenen Niedertrachtskala, im Einsatz nach der Devise des Satirikers Karl Kraus: „Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken.“ Obendrein widerfährt Kritikern eine Zensur, die weithin unbemerkt schon seit längerem stattfindet: - Google verbannt ihre Internetseiten auf hintere Plätze von Suchergebnislisten. Browser bieten neuerdings kostenlose Apps wie „Web of Trust“ und „NewsGuard“ an: Kaum installiert, warnen sie vor „minderwertigen“, „irreführenden“ Webseiten von Alternativdenkern und Systemkritikern, dirigieren User zu „vertrauenswürdigen“ anderen Quellen: - Facebook, Instagram, Pinterest hindern Abweichler daran, Informationen zu teilen, selbst in Gruppen, deren Mitglied sie sind – oder sperren kurzerhand ihre ganzen Accounts. - Wikipedia-Administratoren ignorieren sie – oder ergänzen ihre Einträge um herabwürdigende Passagen. - Twitter schließt sich an: Wie der Mikroblogging-Dienst seinen Usern schon am 29. Januar mitteilte, verschaffe er fortan „Zugang zu glaubwürdigen Informationen, insbesondere wenn es um die öffentliche Gesundheit geht. Deshalb haben wir in Schlüsselländern (key countries) unsere Suchfunktion so angepasst, dass verlässliche (authoritative) Quellen für dich besonders hervorgehoben werden, wenn du nach Themen im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus suchst.“ - Um das Verbreiten von „Falschmeldungen“ einzudämmen, begrenzt der Messenger-Dienst WhatsApp das Weiterleiten von Nachrichten. Als Beispiel nennt er „die falsche Behauptung“, die Corona-Krise hänge mit 5G zusammen – obwohl eine Reihe von wissenschaftlichen Studien darauf hindeuten, dass fortgesetzte Mikrowellenbestrahlung im 5G-Frequenz­bereich das Immunsystem schwächen kann. Obendrein richtet WhatsApp ein „Informations­zentrum“ ein, unter anderem mit Angaben der WHO, einer der eifrigsten Fake News-Produzenten, was Pandemien oder den Nutzen und Risiken von Impfstoffen betrifft. - Der kriminelle Internetpranger „Psiram“ wirft „Nicht-Vertrauenswürdigen“ Dreck hinterher. - „Myth Busters“ der Weltgesundheitsorganisation und „ARD-Faktenfinder“ stempeln sie zu lächerlichen Verschwörungstheoretikern, die in dieselbe Schublade wie Ufo-, Flat Earth- und Chemtrails-Gläubige gehören, folglich in psychiatrische Obhut. „Mimikawa.at“ überführt sie des „Internet-Missbrauchs“. - „Monitor“ (ARD) ordnet sie einem „alternativen Netzwerk“ zu, mit mutmaßlichen Verbindungen zu rechtsradikalen und anarchistischen Medien. - YouTube versieht ihre Video-Statements mit Warnhinweisen und Links zu angeblich verlässlicheren Quellen, von der WHO bis zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. - Webprovider verwandeln Websites von Kritikern in entleerte „Baustellen“, ohne die geringste Angabe von Gründen. So sperrte Jimdo, ein Internet-Dienstleister aus Hamburg, wiederholt die gesamte Homepage eines der frühesten, meistbeachteten Kritikers des Corona-Hypes, des Arztes Dr. Wolfgang Wodarg. Eine erste Löschung am 5. April wurde nach wenigen Stunden rückgängig gemacht, ohne jegliche Erklärung, anscheinend unter dem Druck zahlreicher Proteste. Doch zwei Tage später war Wodargs Homepage erneut „zurzeit leider nicht erreichbar“, diesmal tagelang. - Selbst persönlicher Schriftverkehr wird behindert. Das musste der Biologe Prof. Sucharit Bhakdi erleben, einer der meistzitierten Medizinforscher Deutschlands – mit seiner unbestrittenen Fachkompetenz nimmt es vermutlich nicht einmal ein ganzer Rettungswagen voller Panikvirologen auf. 22 Jahre lang leitete Bhakdi das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Johannes-Gutenburg-Universität Mainz. Egal: Nachdem er allzu penetrant den Corona-Wahn anprangerte, zuletzt in einem Offenen Brief an die Bundeskanzlerin, wurde sein Universitäts-E-Mail-Account zeitweilig deaktiviert. (1) In allen sozialen Medien nehmen rigorose Löschungen zu, ohne Angabe von Gründen. Proteste lassen die Betreiber kalt. Allenfalls versenden sie den niemals näher begründeten Standard-Hinweis, es läge ein Verstoß gegen „Gemeinschaftsstandards“ vor. Diesen zufolge dürfen keine „Falschinformationen“ verbreitet werden. Dies wird mit immer größerer informationstechnischer Perfektion sichergestellt: Algorithmen sortieren missliebige Infos in Sekundenbruchteilen automatisch aus.Was ihnen entgeht, tilgen anonyme „Fake News“-Jäger in Diensten der Netzwerkbetreiber. Kurzum: Selbst das bisschen Meinungsfreiheit, das Kritikern des Corona-Hypes noch bleibt, ist hochgradig gefährdet. Sie völlig zu beseitigen, durch gänzliches Aussperren von Social Media, wäre technisch inzwischen ein Kinderspiel. Wie beschämend, wie beängstigend: Westliche Demokratien eifern dabei ohne Skrupel dem totalitären Vorbild Chinas nach. Angesichts der Krise unternahm Peking von Anfang an alles, um sich das Informations- und Deutungsmonopol zu sichern. Kritiker wurden schikaniert, eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht, örtliche Behörden bestraften sie wegen „Verbreitung von Gerüchten“. Ist Peking demnächst überall, im Namen „der“ Wahrheit? Vor einer „Infodemie mit Fake News“ warnen Weltgesundheitsorganisation und Vereinte Nationen. (2) Vergeblich mahnt Amnesty International: „Zensur, Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen haben keinen Platz im Kampf gegen das Coronavirus.“ Zu den Wenigen, die „einen irritierenden Konformismus“ beklagen, zählt der Historiker Paul Nolte von der Freien Universität Berlin. „Gerade in einer solchen Situation brauchen wir eine lebendige und kritische Zivilgesellschaft. Wir brauchen streitbare Intellektuelle, die der Politik widersprechen, andere Szenarien entwickeln. Wo ist eigentlich die Linke, die müsste diese Diskurse doch jetzt führen? (…) Jetzt ist der Punkt, wo wir aus dem Tal heraustreten, uns auf den Hügel stellen und warnend den Zeigefinger erheben müssen.“ Doch weiterhin sind auf Noltes „Hügel“ bloß ein paar einsame Querdenker anzutreffen. Von dort oben sehen sie am Horizont eine schöne neue Medienwelt heraufdämmern, in der die abweichende Meinung als staatsgefährdende Untat dasteht. Wer am verordneten Seuchenschutz etwas auszusetzen hat oder gar die Seuche selbst bezweifelt, der gefährdet die Volksgesundheit. Er untergräbt das Vertrauen in die Staatsorgane, die doch bloß das Beste für uns alle wollen und tun. Solche Leute gehören mundtot gemacht. Ja, man sollte sie nicht nur „auf das Schärfste verurteilen“, sondern strafrechtlich verfolgen, wie Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (CDU) kürzlich forderte: "Es muss verboten werden, öffentlich unwahre Behauptungen über die Versorgungslage der Bevölkerung, die medizinische Versorgung oder Ursache, Ansteckungswege, Diagnose und Therapie von Covid-19 zu verbreiten." Ging daraufhin ein Aufschrei der Empörung durch Deutschlands Medien? Ich muss ihn überhört haben. Und jenseits der Medienwelt, im echten Leben? Dort hinterlässt die Einheitspropaganda tiefe, nachhaltige Spuren - zumindest in den Köpfen jener 80 Prozent, die mit dem „Krisenmanagement“ ihrer Regierung nicht nur zufrieden sind (Deutschlandtrend/ARD, Politbarometer/ZDF), sondern sogar noch härtere „Seuchen“schutzmaßnahmen begrüßen würden; Scharfmachern wie Spahn und Söder verhelfen sie zu sprunghaft steigenden Popularitätswerten, was diese ermutigt, noch schärfer zu sein. Vermeintlich seriös aufgeklärt und voller Dankbarkeit für ihre tatkräftigen Beschützer da oben, treten Abermillionen Viruspaniker als allzeit wachsame Verteidiger der bedrohten Volksgesundheit auf, als seuchenbehördliche „Bürgerwehr“, nach dänischem Vorbild. Aufgewiegelte beschimpfen, verhöhnen, verleumden und mobben Zweifler. Sie bespitzeln Verdächtige, denunzieren Abweichler – und machen sich dabei zu willigen Beihelfern einer außer Rand und Band geratenen Staatsmacht. Jeder Fünfte würde Mitbürger, die gegen das Kontaktverbot verstoßen, bei der Polizei anzeigen. Dass Mitmenschen, bloß weil sie anderer Meinung sind, angeschwärzt, angefeindet, verachtet, ihrer Würde beraubt, psychisch kaputtgemacht, existenzbedrohend geschädigt werden: All das nimmt die klorollenhamsternde Bevölkerungsmehrheit, selbst wenn sie nicht aktiv mitschnüffelt und mithetzt, inzwischen billigend in Kauf. Die Zivilgesellschaft ist verstummt – wo Politik „alternativlos“ erscheint, bedarf es keiner Stimme mehr, die sich gegen sie erhebt. Wie selbstverständlich gilt das Motto des englischen Philosophen Thomas Hobbes aus dem 17. Jahrhundert: „Wenn der Bürger vom Staat geschützt werden will, schuldet er ihm Gefolgsamkeit“ – selbst wenn dieser Staat das Bedrohungsgefühl, das er bekämpft, überhaupt erst selbst erzeugt hat. „Je mehr sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt“, so warnte George Orwell, „desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ Wie weit Meinungskontrolle bereits in DIESER Krise geht, ist zweitrangig. Das reformierte „Infektionsschutzgesetz“ ließe Fake-News-Justiz à la Pistorius in jedem künftigen Pandemiefall zu, Verfassung hin oder her. Und der nächste tritt WANN ein? Vielleicht schon im kommenden Winter, mit Beginn der nächsten Grippesaison. Was gibt es aus der Corona-Krise zu lernen - für alle Möchtegern-Führerfiguren dieser Welt, wie auch für alle, die aus Pandemie-Szenarien Geschäftsideen entwickeln? Atemberaubend rasch und leicht kämen sie ans Ziel ihrer Träume. Herzlich wenig genügt dazu: (1.) ein neues Virus, das sich ebenso rasch verbreitet wie SARS-CoV-2, aber noch ein bisschen tödlicher ist – für moderne Gentechnik ein Klacks. (2.) ein weiterer Pandemie-Alarm der WHO – kein Problem, wie soeben wieder erlebt. (3.) eine kleine Experten-Clique, auf die sich Regierungen und Behörden berufen können, weil sie vermeintlich den Segen „der“ Wissenschaft beisteuert – als ob es nur eine einzige gäbe, die unantastbare, ruckzuck politisch verwertbare Wahrheiten liefert. Den Rest erledigt die Hofberichterstattung von wissenschaftsgläubigen Medien: Mit ideologisch einförmiger Rund-um-die-Uhr-Berieselung, mit hochemotionalen Bildern von Kranken, Sterbenden und Leichen versetzen sie ganze Völker in hysterische Panik, wiegeln sie auf, immunisieren sie gegen Bedenken, machen sie gefügig. Mit der ganzen Wucht moderner Propagandakunst beschaffen sie Hardlinern Umfragewerte, die geradezu nordkoreanische Mehrheitsverhältnisse widerspiegeln. Binnen Wochen erwächst daraus ein vergiftetes geistiges Klima, in dem gegen Quertreiber, als mutmaßliche Gefährder der Volksgesundheit, fast schon Pogromstimmung aufkommt. So mulmig, wie mir deswegen zumute ist, muss es meinen Großeltern am Vorabend des Dritten Reichs ums Herz gewesen sein. Geschichte wiederholt sich nicht? Ich wüsste kein Naturgesetz, welches das auf immer und ewig ausschließt. In der Nachkriegsgeschichte hat uns jedenfalls kein anderes Jahr „1984“ näher gebracht als 2020. Selbst wenn wir Freiheit demnächst zurückerhalten, wird sie vorläufig bleiben. Das war sie immer schon, aber selten wurde offenkundiger: Von selbst versteht sie sich mitnichten. Wie blitzschnell sie verlorengehen kann, sollten wir niemals vergessen, während wir wieder Gebrauch von ihr machen dürfen. Wie recht doch Joachim Gauck hatte, unser elfter Bundespräsident: „Freiheit will immer wieder neu errungen sein.“ (Harald Wiesendanger) Anmerkung (1) https://www.facebook.com/Dr-Wolfgang-Wodarg-83788386909/, s. Wodargs Beitrag vom 6. April (2) https://www.tagesschau.de/faktenfinder/whatsapp-falschmeldungen-corona-101.html Infos/Links: Paul Nolte (Historiker) im Interview mit der Frankfurter Rundschau (29.3.2020): „‘Widerwille und Trotz werden zunehmen‘ – Corona als Gefahr für die Demokratie?“, https://www.fr.de/politik/corona-krise-gefahr-demokratie-interview-historiker-paul-nolte-13631157.html Raphael M. Bonelli (österreichischer Neurowissenschaftler und Psychiater): „Corona Aktuell: Warum das Virus eine Gefahr für unsere Meinungsfreiheit darstellt“, https://www.youtube.com/watch?v=-8hdnNVezlw Harald Wiesendanger: Das GesundheitsUNwesen – Wie wir es durchschauen, überleben und verwandeln (2019), https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe.html Fotoausschnitt Spahn: © Martin Kraft (photo.martinkraft.com), creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/de

  • „Wir müssen mehr Ansteckungen zulassen“

    Warum nicht gleich? "Wir müssen mehr Ansteckungen zulassen! Je schneller, desto besser": Mit diesem arg verspäteten Vorschlag, die Corona-Krise zu bewältigen, bringt der Infektiologe Prof. Ansgar Lohse, Direktor der Uniklinik Hamburg-Eppendorf, Regierungen und Behörden in Verlegenheit. Nur so könne in der Bevölkerung nämlich „Herdenimmunität“ entstehen. Immun werden wir nur dann, wenn wir uns infizieren – je schneller, desto besser. Auf dieses Ziel müsse man sich nun konzentrieren. „Um das Konflikpotenzial in Familien zu mindern, um die Wirtschaft vor einer schweren Krise zu bewahren“, sieht der Facharzt für Innere Medizin gar keinen anderen Ausweg. Der Bild-Zeitung erklärte Prof. Lohse: „Die Betreuung von psychisch Kranken ist schwieriger geworden, die Familiensituation in engen Räumen birgt extremes Konfliktpotenzial und eine Wirtschaftskrise wirkt sich direkt auf die Sterblichkeit aus." Je länger die strikten Maßnahmen fortbestünden, desto schlimmere Folgen hätten sie. „Viele Menschen werden leiden und sterben, weil andere Krankenhausbetten reduziert werden, weil soziale und ärztliche Dienste nicht mehr funktionieren, weil Menschen vereinsamt und andere zusammengepfercht leben müssen, weil Karrieren und Existenzen gefährdet werden.“ Mit seiner Meinung weiß sich Lohse keineswegs allein: "Ich bin mit vielen Kollegen aus ganz verschiedenen Fachrichtungen im Diskurs, die ähnlich denken", so zitiert ihn das Nachrichtenmagazin Focus. "Wir sind uns einig, dass wir nicht nur auf Corona schauen dürfen. Auf Dauer richten wir sonst zu große Schäden an." Wo, um Himmels willen, hat dieser Herr bisher seinen Winterschlaf gehalten? Warum halten Mediziner wie er zwei Monate den Mund, ehe sie sich an die Öffentlichkeit trauen? Wieso räumen Focus, Bild und Hamburger Morgenpost dafür erst jetzt ein paar Druckzeilen frei? Warum haben Lohse und seine „vielen Kollegen“ nicht von Anfang an Wirbel gemacht, ehe das desaströse „Krisenmanagement“ des Panikorchesters Angela&Jens seinen unheilvollen Lauf nahm? Wie könnte die Bundesregierung jetzt noch umschwenken? Sich eine historisch einmalige Blamage zu ersparen, wird ihr mit jedem weiteren Krisentag wichtiger, als noch ihren Amtseid zu erfüllen: „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“ – zumindest aber diesem Volk noch verheerenderen Schaden zu ersparen, als bereits angerichtet wurde. Was Lohse vorschlägt, ist ebenso dringendst notwendig wie äußerst unoriginell: Ehe die WHO die Staatenlenker dieser Welt zum „Krieg“ gegen ein angebliches „Killervirus“ anstiftete, ging man immer schon auf die Lohse-Tour mit alljährlichen Grippewellen um: Man ließ sie kommen und gehen. Sie gingen, sobald es genügend Infizierte gab, die Bevölkerung also ausreichend „durchseucht“ war. Bis dahin achtete man auf Hygiene, nahm Rücksicht, stärkte sein Immunsystem, passte besonders auf Alte und Vorerkrankte auf. Längst steht fest: SARS-CoV-2 ist nicht Ebola, nicht die Pest – eine Infektion tötet nicht mehr Menschen, als es viele saisonale Grippen taten. Worin besteht nun der größere Skandal? Dass inkompetente, expertengläubige Regierungen hyperaktiv eine Massenpanik schüren, ihre Länder in seuchenbehördlich überwachte Haftanstalten verwandeln, die Wirtschaft ruinieren? Oder dass die Masse blöd genug ist, sich so mühelos verrückt machen zu lassen? (Harald Wiesendanger) Anmerkung Prof.Lohses Statements zum Nachlesen: https://www.mopo.de/hamburg/uke-infektiologe-fordert-es-muessen-sich-mehr-menschen-mit-corona-infizieren-36483636; https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/gesundheit/corona-infektiologe-fordert-wir-muessen-mehr-ansteckungen-zulassen-69698472.bild.html; https://www.focus.de/gesundheit/news/ansgar-lohse-muessen-mehr-ansteckungen-zulassen-infektiologe-will-herdenimmunitaet-schaffen_id_11826323.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter_GESUNDHEIT

  • Schützt Erkältung vor Covid-19?

    Eine harmlose Erkältung könnte ausreichen, um gegen Covid-19 immun zu machen: Mit dieser Nachricht verblüfft der chronisch zerzauste Chefdirigent des Berliner Panikorchesters, der Virologe Christian Drosten, nun plötzlich die erfolgreich verängstigte Nation. Was lernen wir über die Gefährlichkeit des Corona-„Killerkeims“ aus seiner verspäteten Erkenntnis? Wie Drosten in seinem NDR-Podcast erklärt, könne es durchaus sein, dass Menschen unbemerkt immun gegen Covid-19 wurden, weil sie in der Vergangenheit eine vergleichsweise harmlose Corona-Erkältung durchgemacht haben. „Wir rechnen damit, dass es möglicherweise eine unbemerkte Hintergrundimmunität gibt – durch die Erkältungscoronaviren. Denn die sind auf eine gewisse Art und Weise verwandt mit dem SARS-CoV-2-Virus". Bereits eine Woche zuvor hatte Drosten darauf hingewiesen, dass 15 Prozent der Erkältungen durch altbekannte Coronaviren hervorgerufen werden. Diese ähneln dem jetzigen Virus so stark, dass sie sogar für falsch-positive Tests sorgen. Aber machen sie auch immun? "Es könnte sein“, so räumt der Virologe ein, „dass gewisse Personen, die einen Erkältungsvirus vor ein bis zwei Jahren hatten, auf eine bisher unbemerkte Art und Weise geschützt sind." Drosten berichtet von einer Studie aus China, bei welcher die Haushalte von Infizierten intensiv beobachtet wurden. Dabei sei die sogenannte "sekundäre Attack-Rate" überraschend niedrig gewesen. (Diese Rate gibt an, wie viel Prozent der Menschen, mit denen ein Infizierter Kontakt hat, sich innerhalb der Inkubationszeit bei ihm anstecken.) "Die liegt bei 12 bis 17 Prozent", so Drosten. "Wie kann das sein, dass sich so viele NICHT infizierten, die mit im Haus waren? Spielt dabei so etwas wie Hintergrundimmunität eine Rolle?" Und wenn ja, hat sich Drosten da gerade die Sympathien von Impffetischisten wie Bill Gates verscherzt? Das Phänomen der Hintergrundimmunität wirft Licht auf einen rätselhaften Fall, der soeben für Schlagzeilen sorgt: In Ostfrankreich nahm ein neunjähriger Junge, nachdem er sich mit dem Coronavirus infiziert hatte, an mehreren Ski-Kursen teil. Dort hatte das Kind Kontakt zu mindestens 172 Personen, wie Gesundheitsbehörden ermittelten – doch KEINE EINZIGE steckte sich bei ihm an. Selbst bei seinen eigenen Geschwistern fielen Tests auf SARS-CoV-2 negativ aus. 64 Prozent der Kontaktpersonen hatten allerdings Erkältungen und grippale Infekte durchgemacht. Wie kann es sein, dass Herr Drosten eine solche „Hintergrundimmunität“ erst seit ein paar Tagen laut in Erwägung zieht – zwei Monate nachdem er, mehr als jeder andere Wissenschaftler dieser Republik, medizinisch ahnungslose Regierende in Panik versetzt und zu überstürzten Maßnahmen verleitet hat? Wenn der angebliche „Killerkeim“ harmlosen Erkältungserregern derart ähnelt, dass ein paar Tage Niesen, Hüsteln und Fiebern ausreichen können, gegen ihn immun zu machen: Wo bleiben dann ausreichende Gründe dafür, ein ganzes Land in eine Haftanstalt zu verwandeln, elementarste Freiheitsrechte mit Füßen zu treten, alles soziale Leben zu ersticken, eine Volkswirtschaft zu ruinieren? Bedurfte es eines Lockdowns, um unserem Gesundheitswesen eine Überlastung durch zu viele stark Erkältete und Vergrippte zu ersparen? Folgt aus einer weitverbreiteten „Hintergrundimmunität“ nicht, dass Politiker und Experten Infektionsraten und –risiken maßlos überschätzt haben und es weiterhin tun? Liegt die „sekundäre Attack-Rate“ erheblich niedriger als erwartet, dann müsste logischerweise auch jene ominöse Zahl, auf die RKI und Drosten uns starren lassen wie das Kaninchen auf die Schlange, viel zu hoch geschätzt sein: die Reproduktionsrate R. Diese Kennziffer zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Anfang März bezifferte das RKI sie auf 3, mittlerweile soll sie bei 0,8 liegen, das heißt: Zehn Infizierte stecken somit nur acht weitere Menschen an. Dies tun sie aber nur unter dieser Voraussetzung, dass die Acht noch keinerlei Immunität aufweisen. Zieht man diesen Faktor in Rechnung, so dürfte R eher Richtung 0,1 tendieren, oder nicht? Vier glänzende Argumente sprechen dafür, dass er dies längst tut: (1.) Weitaus weniger Menschen als von Bangemachern prophezeit gehen wegen Atembeschwerden zum Arzt. (2.) Bei weitaus weniger Menschen als von Bangemachern prophezeit diagnostizieren Ärzte eine akute Atemwegserkrankung - ohne (ARE) oder mit Fieber (ILI) -, die gefährlichste Begleiterscheinung von Covid-19. (3.) Weitaus weniger Menschen als von Bangemachern prophezeit werden wegen ARE/ILI stationär ins Krankenhaus aufgenommen. (4.) Weitaus weniger Menschen als von Bangemachern prophezeit sterben mit ARE/ILI. (Siehe der KLARTEXT-Beitrag „Wir werden getäuscht“.) Und all diese Zahlenwerte SINKEN bereits seit Monaten – insbesondere schon lange VOR irgendwelchen unnützen, verspäteten Seuchenschutzmaßnahmen. Oder sprach da ein Doppelgänger, der dem echten Drosten zum Verwechseln ähnlich sieht? Orakelte das Original nicht kürzlich noch von einer „Naturkatastrophe“, die allein in Deutschland 278.000 Todesopfer fordern könne? Der einfachste Weg, dieser sogenannten „Pandemie“ schleunigst Einhalt zu gebieten: Isoliert endlich die Alarmisten! (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Drosten über das Phänomen der Hintergrundimmunität: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html; https://www.ndr.de/nachrichten/info/32-Jetzt-mit-Hochdruck-Forschungsfragen-klaeren,podcastcoronavirus190.html; https://www.youtube.com/watch?v=sK_1V1MeHuw , ab Min. 13:10 https://www.watson.de/leben/gesundes%20leben/324026684-virologe-christian-drosten-warum-eine-erkaeltung-gegen-corona-immun-machen-koennte Zu Drostens Schreckensprognosen: (https://www.focus.de/gesundheit/news/pandemie-virologe-klaert-ueber-neuartiges-virus-auf-immunitaet-sterblichkeit-dauer_id_11723764.html; https://www.wa.de/deutschland-welt/corona-impfstoff-deutschland-impfung-curevac-hoffnung-drosten-rki-china-usa-zr-13507549.html) Titelbild: Myriams-Fotos/Pixabay

  • Corona-Angst ist „völlig überzogen“

    „Eine vergleichsweise harmlose Viruserkrankung“ sieht der Hamburger Rechtsmediziner Professor Dr. Klaus Püschel in Covid-19; die Deutschen müssten lernen, damit zu leben, und zwar ohne Quarantäne. Folglich appelliert Prof. Püschel eindringlich an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Deutschland langsam wieder aufzumachen: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.“ Und er fügte hinzu: «Die Zeit der Virologen ist vorbei. Wir sollten jetzt andere fragen, was in der Coronakrise das Richtige ist, etwa die Intensivmediziner.» Aber wer fragt ihn schon, wer fragt andere Abweichler von der offiziellen Paniklinie? Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder tun es jedenfalls nicht – wie hätten sie sonst am 15. April 2020 beschließen können, den Lockdown bis Anfang Mai zu verlängern? Professor Püschel, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin im Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, untersucht Verstorbene, bei denen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus vorlag. KEIN EINZIGER war frei von schweren Vorerkrankungen: „ALLE hatten Krebs, eine chronische Lungenerkrankung, waren starke Raucher oder fettleibig, litten an Diabetes oder hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.“ Daran „wären sie, auch wenn das hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben», sagt Prof. Püschel. SARS-CoV-2 sei lediglich der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die unsaubere Zählweise des Robert-Koch-Instituts, das am Fließband Horrorstatistiken produziert, kritisiert Prof. Püschel entsprechend scharf: „Ohne eine pathologische oder rechtsmedizinische Untersuchung eines Leichnams ist nicht zu unterscheiden, ob ein Todesfall in Folge einer Corona-Infektion vorliegt oder ob es sich um eine andere Todes­ursache handelt, die mit einer Corona-Infektion zufällig assoziiert ist.“ Prof. Püschel liegt viel daran, die verängstigte, von Politikern und Medien in eine regelrechte Massenhysterie getriebene Bevölkerung zu beruhigen: „Durch eine starke Fokussierung auf die eher negativen Abläufe werden Ängste geschürt, die sehr belasten“, erklärt der Mediziner. Für Todesangst bestehe kein Grund: „Covid-19 ist nur im Ausnahmefall eine tödliche Krankheit, in den meisten Fällen aber eine überwiegend harmlos verlaufende Virusinfektion.“ Und so „beeinflusst dieses Virus in einer völlig überzogenen Weise unser Leben. Das steht in keinem Verhältnis zu der Gefahr, die von ihm ausgeht. Ich bin überzeugt, dass sich die Corona-Sterblichkeit nicht mal als Peak (Gipfel) in der Jahressterblichkeit bemerkbar machen wird.“ Püschels Standpunkt unterstützt Prof. Dr. med. Michael Schulte-Markwort, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Hamburg: „Keine der Zahlen, die wir kennen, rechtfertigt die Angst, die in Deutschland vor dem Virus geschürt wird.“ Nach seinem Eindruck verselbstständigt sich die Angst allmählich derart, dass gute Nachrichten im Zusammenhang mit dem Virus gar nicht mehr wahrgenommen werden. (Harald Wiesendanger) Zum Nachlesen: https://www.welt.de/regionales/hamburg/article207270421/Experte-Pueschel-Zeit-der-Virologen-ist-vorbei.html, https://www.hamburg.de/nachrichten-hamburg/13855666/experte-pueschel-zeit-der-virologen-ist-vorbei/, https://www.deutschland-kurier.org/einer-der-besten-rechtsmediziner-deutschlands-sagt-corona-angst-ist-voellig-ueberzogen/, https://www.mopo.de/hamburg/rechtsmediziner--ohne-vorerkrankung-ist-in-hamburg-an-covid-19-noch-keiner-gestorben--36508928 P.S.: P.S.: Im September 2020 ließ sich Prof. Püschel – leider – in den Ruhestand verabschieden. Seither ist es still geworden um ihn.

  • War da was? Neue Studie blamiert Panikmacher

    Wie viele Corona-Infizierte sterben? In Wuhan: 0,04 bis 0,12 Prozent, wie eine neue Studie belegt. Die mittlere Sterberate bei saisonaler Grippe liegt bei 0,1 Prozent. War da was? Ein rundes Vierteljahr ist es erst her, seit sich zwei neuartige Virentypen von Wuhan aus in Windeseile pandemisch verbreiteten: das Corona-Panikvirus, das menschliche Gehirne rund um den Globus derart rasch infizierte, dass sich eine bislang behandlungsresistente Massenparanoia entwickelte. Und das SARS-CoV-2-Virus, von dem immer klarer wird, dass es nicht pathogener und tödlicher daherkommt als eine hundsgewöhnliche Grippe. Ausgerechnet aus Wuhan erreichen uns jetzt Zahlen, welche die offizielle Panikmache vollends ad absurdum führen: Wie eine Forschergruppe aus Japan und den USA soeben feststellte, beträgt die Corona-Sterberate in Wuhan lediglich 0,04 (!) bis 0,12 % (!). Somit liegt sie noch NIEDRIGER als bei der saisonalen Grippe: Deren Mortalität beträgt etwa 0,1 Prozent. Die Studie berücksichtigt 19.559 bestätigte Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen, einschließlich 820 Todesfälle. Die Dunkelziffer von Infizierten schätzt sie um ein Hundertfaches höher, nämlich auf 1,9 Millionen. Weltweit dürfte die Pandemie sogar NOCH HARMLOSERE Folgen haben. Denn in Wuhan wirken zwei besonders ungünstige Sonderfaktoren zusammen: (1.) In Wuhan, dem industriellen Schwerpunkt Mittelchinas, herrscht eine extreme Luftverschmutzung, die Atemwegserkrankungen dort lange vor der Corona-Krise zum Normalfall gemacht hat. (2.) Bei elf Millionen Einwohnern, die in der Metropolregion auf 8500 Quadratkilometern zusammengepfercht leben - 1268 Menschen pro qkm – kommt es unvermeidlich zu besonders häufigen, engen Sozialkontakten. Ist es zu fassen? Der alarmistische Fachmann errötet, der besorgte Laie wundert sich. Wie konnten „Experten“, mit und ohne Anführungszeichen, zunächst so hanebüchen verkennen, wie fatal Covid-19 in Wahrheit ist? (Und weshalb halten viele weiterhin stur daran fest?) Als Grund vermuten die Forscher, dass in Wuhan anfangs bloß ein kleiner Teil der Infizierten erfasst wurde, da die Krankheit bei vielen Personen völlig symptomlos verlief - oder so mild, dass sie nicht schlimmer aussah als eine stinknormale Erkältung. Schon gelesen, Herr Drosten? Halten Sie auch nach der Lektüre dieser Studie „278.000 Corona-Todesopfer in Deutschland“ für möglich? Und Sie, liebe Herren Wieler, Spahn, Seehofer? Wollen Sie uns weiterhin auf mögliche „Millionen“ Covid-19-Tote einstimmen? Im Ernst? P.S.: Sollte die brisante Studie wie von Geisterhand aus dem Internet verschwinden – was bei missliebigen Daten und Websites immer häufiger vorkommt -, senden wir Ihnen den 32-seitigen Vorabdruck des Forschungsberichts gerne als PDF zu. Anmerkungen Quelle: Kenji Mizumoto/Katsushi Kagaya/Gerardo Chowell: „Early epidemiological assessment of the transmission potential and virulence of coronavirus disease 2019 (COVID-19) in Wuhan City: China, January-February“, British Medical Journal/medRxiv – The Preprint Server for Health Sciences, doi: https://doi.org/10.1101/2020.02.12.20022434 Wuhan - Satellitenaufnahme Luftverschmutzung: https://www.scinexx.de/news/geowissen/coronavirus-effekt-auf-wirtschaft-aus-der-luft-sichtbar/ ; https://www.mdr.de/wissen/umwelt-profitiert-von-corona-100.html Titelbild: Gerd Altmann/Pixabay

  • „Wir sollten Widerstand leisten“

    Scharf verurteilt ein namhafter Epidemiologe, Dr. Knut Wittkowski, die überstürzten, verfassungswidrigen Infektionsschutzmaßnahmen von Regierungen in aller Welt. Sinnlos, gefährlich, kontraproduktiv nennt ein hochangesehener Epidemiologe, Dr. Knut Wittkowski aus New York, die überstürzten, weitreichenden Infektionsschutzmaßnahmen fast aller Regierungen weltweit. Maßnahmen wie Kontaktverbote („Social Distancing“), Ausgangssperren, Atemschutz, Versammlungsverbote, Schul- und Betriebsschließungen verhindern nicht, dass SARS-CoV-2 sich verbreitet – sie verlangsamen die Ausbreitung nur. Somit dauert es länger, bis „Herdenimmunität“ erreicht ist: bis sich eine ausreichende Zahl von Menschen – 60 bis 80 % der Bevölkerung – infiziert hat, danach vor weiteren Ansteckungen geschützt ist und selber das Virus nicht mehr übertragen kann. Um so länger bleiben jene gefährdet, deren Schutz Regierungen über grundlegende Freiheitsrechte stellen: Senioren und andere Risikogruppen. Frühzeitig zeichnete sich ab, dass die vermeintliche „Jahrhundert-Pandemie“ nicht pathogener und tödlicher ist als frühere Grippewellen. Weshalb, so wundert sich Wittkowski, ließ man also der „Pandemie“ nicht einfach ihren Lauf – und beschränkte sich darauf, die tatsächlich Gefährdeten vor Ansteckung zu bewahren? „Wie bei jeder Atemwegserkrankung sollten wir die älteren und gebrechlichen Menschen schützen, denn wenn sie eine Lungenentzündung bekommen, haben sie ein hohes Risiko, daran zu sterben. Auf der anderen Seite kommen Kinder mit diesen Krankheiten sehr gut zurecht. Die Evolution hat sie dafür gerüstet, im Laufe ihres Lebens allen möglichen Viren ausgesetzt zu sein, und deshalb sollten sie weiterhin zur Schule gehen und sich gegenseitig anstecken. Das trägt dann zur Herdenimmunität bei – und spätestens nach vier Wochen könnten die älteren Menschen anfangen, in ihre Familie zu kommen. Denn dann wäre das Virus bereits besiegt.“ Uns stattdessen in geschlossene Räume einzusperren, hält bloß eines garantiert gesund: das Virus. Alarmisten verweisen gerne auf das Gebot der Vorsorge: „Wir wussten einfach nichts über die Letalität dieses Virus. Deshalb war es das Klügste, das zu tun, was wir getan haben, weil wir einfach nicht die Daten hatten.“ Was entgegnet Prof. Wittkowski solchen Leuten? „SARS-CoV-2 ist nicht das erste Coronavirus, das ausbricht, und es wird auch nicht das letzte sein. Bei allen Atemwegserkrankungen erleben wir die gleiche Art von Epidemie. Wenn man sie in Ruhe lässt, kommt sie zwei Wochen lang, erreicht ihren Höhepunkt, zieht sich zwei Wochen lang zurück und ist dann verschwunden. (…) Wenn die Regierung nicht eingegriffen hätte, so wäre diese Corona-Epidemie, wie jede andere Epidemie von Atemwegserkrankungen, schon vorbei.“ Eifrige Infektionsschützer verweisen auf die Vorbilder China und Südkorea: Hat dort nicht erst strikteste Kontaktverbote und Ausgangssperren die Epidemie erfolgreich eingedämmt? „Ich habe mir die Daten angesehen. In beiden Ländern begann die soziale Distanzierung erst lange, nachdem die Zahl der Infektionen bereits rückläufig war, sie hat sich daher nur sehr wenig auf die Epidemie ausgewirkt. Das bedeutet, dass man dort bereits Herdenimmunität erreicht hatte, oder man stand kurz davor. Aber die Anordnung der sozialen Distanzierung verhinderte, dass es tatsächlich zum Endpunkt kam, weshalb wir auch einige Wochen nach dem Höhepunkt noch immer neue Fälle in Südkorea sehen.“ Was hält Wittkowski von Horrorzahlen wie jenen Millionen Toten, die allein „Social Distancing“ verhindert habe? „Ich weiß nicht, wo diese Zahlen herkommen - sie sind völlig unrealistisch. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich diese Grippe grundlegend von jeder anderen Grippe unterscheidet.“ Über das Bemühen, „die Kurve abzuflachen“, kann Wittkowski bloß den Kopf schütteln. „Tut man das, so verbreitert man sie auch. Aber ich sehe keinen guten Grund dafür, dass eine eine Atemwegserkrankung länger als nötig in der Bevölkerung bleibt.“ Benötigen wir dringendst einen Impfstoff, auf den die WHO, Bill Gates und natürlich auch die Pharmaindustrie drängen? „Aus irgendeinem Grund, den wir noch nicht vollständig verstanden haben, hat die Menschheit alle Arten von Atemwegserkrankungen überlebt. Die Natur fand einen Weg, um sicherzustellen, dass wir überleben“ – ohne Vakzine. Dass Wittkowski damit aneckt, ist ihm klar. Aber „ich werde nicht von der Regierung bezahlt, also habe ich das Recht, tatsächlich Wissenschaft zu betreiben“. Im übrigen empfiehlt uns der Epidemiologe, nicht länger stillzuhalten, den irrationalen Seuchenschutz unserer Regierung nicht länger brav hinzunehmen. „Wir sollten Widerstand leisten, und wir sollten unsere Politiker zur Verantwortung ziehen. (…) Ich glaube, die Menschen sind fügsamer, als sie sein sollten.“ Seine Argumente erläutert Dr. Wittkowski in einem rund 40-minütigen Video-Interview („Perspectives on the Pandemic“). Was er darin vorträgt, deckt sich voll und ganz mit Bedenken und Empfehlungen, für die sich der deutsche Arzt Dr. Wolfgang Wodarg, hierzulande der früheste und meistbeachtete Kritiker der offiziellen Linie, seit Monaten schmähen lassen muss, ebenso wie der Mikrobiologe Prof. Sucharit Bhakdi, der Infektiologe Prof. Ansgar Lohse, der Toxikologe Prof. Stefan Hockertz, die Virologin Prof. Karin Mölling, der Arzt Dr. Bodo Schiffmann. Nach einem Informatikstudium habilitierte sich Dr. Wittkowski in Medizinischer Biometrie an der Universität Tübingen. 15 Jahre lang arbeitete er mit Klaus Dietz - einem weltweit geachteten Epidemiologen, der den Begriff "Reproduktionszahl" prägte - über die Verbreitung des HIV-Virus zusammen, ehe er 20 Jahre lang die Abteilung für Biostatistik, Epidemiologie und Forschungsdesign an der Rockefeller University in New York leitete. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Das Video-Interview (41:30) mit Dr. Wittkowski verschwand bei YouTube nach kurzer Zeit: Vorerst ist es noch hier zu sehen: https://www.facebook.com/perspectivesonthepandemic/videos/258992005297175/ Zu einer (englischen) Anschrift des Interviews: https://ratical.org/PerspectivesOnPandemic-II.html

  • „In Wohnungen eindringen, Familienmitglieder entfernen“

    Schlimmer geht´s immer. Um die weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, empfiehlt ein hochrangiger Offizieller der Weltgesundheitsorganisation, bisherige Maßnahmen drastisch zu verschärfen. Laut Michael Ryan, Exekutivdirektor des Programms für „Gesundheitsnotfälle“ (Health Emergencies), „findet in den meisten Teilen der Welt wegen des Lockdowns ein Großteil der Übertragung im Haushalt statt, im familiären Rahmen. In gewisser Weise wurde die Übertragung von der Straße geholt und in die Familien zurückgedrängt. Jetzt müssen wir in den Familien suchen, die möglicherweise kranken Menschen finden und sie auf sichere und würdige Weise entfernen und isolieren (in a safe and dignified manner)". So äußerte sich der frühere Unfallchirurg und Epidemiologe, der seit 1996 bei der WHO tätig ist und sich dort auf Infektionskrankheiten und öffentliche Gesundheit spezialisiert hat, während einer Pressekonferenz allen Ernstes. Mit der Bill & Melinda Gates Foundation arbeitete Ryan eng zusammen. Na dann, all ihr Mitbürger, die ihr mit einer 95%-Mehrheit Seuchenschutz à la Spahn, Söder & Co. begrüßt, ja noch verschärft sehen wollt: Es wäre doch nur zu eurem Besten und dem Wohle der Volksgesundheit, wenn demnächst bewaffnete Polizei unangekündigt und ohne Gerichtsbeschluss gewaltsam in eure Wohnung eindringt, per Augenschein, Fieberthermometer oder Wärmebildkamera Hinweise auf das Vorliegen des "spezifischen klinischen Bilds" von Covid-19 ermittelt - und dann sofort zur Tat schreitet, bei Gegenwehr notfalls unter Einsatz von roher Muskelkraft, Schlagstock, Tränengas oder Pistole. Falls euer weinendes, schreiendes Kind das einzige infektionsverdächtige Familienmitglied ist, wird es, ohne euch, in eine unzugängliche Quarantänestation verschleppt, selbstverständlich „auf würdige Weise“. Zwei Wochen lang gilt für euch striktes Besuchsverbot. Oder ihr selbst werdet dort eingesperrt, von euren Lieben getrennt. Leistet dabei bloß keinen Widerstand gegen die Staatsgewalt, so eine Ordnungswidrigkeit kann teuer werden. Und falls euer entführtes, interniertes Kind ein Trauma davonträgt? Keine Sorge, der Staat dürfte eine Psychotherapie unbürokratisch rasch und großzügig bezuschussen. Ryans Pressekonferenz fand am 30. März 2020 statt. (1) Eine Woche später legte die WHO nach: Eindringlich warne sie vor „zu frühen Lockerungen in Europa“, so erklärte ihr Regionalbüro am 8. April. Stattdessen müssten die Anstrengungen zur Eindämmung des Virus "noch einmal verdoppelt und verdreifacht" werden – unter anderem „ BEI DER TRENNUNG VON GESUNDEN UND VERDACHTSFÄLLEN“. (2) All das wegen eines vermeintlichen „Killerkeims“, der nicht ansteckender, pathogener und tödlicher ist als ein hundsgewöhnliches Grippevirus, wie sich immer deutlicher herausstellt … Mir fehlen die Worte. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen (1) Knapp 1-minütiger Videoausschnitt der WHO-Pressekonferenz: https://www.youtube.com/watch?v=bmtEGNdee2Y&feature=share; https://www.youtube.com/watch?v=kgHeuzM6mDU https://youtu.be/bmtEGNdee2Y (2) https://www.welt.de/vermischtes/live206935325/Corona-aktuell-WHO-kontert-Trump-mit-dramatischer-Warnung.html, 8. April, 13:38 Uhr Titelbild: James Paramecio/Pixabay

  • „Ohne Augenmaß! Wo ist die Notwendigkeit?“

    Hätten Regierende, ehe sie den Planeten in eine seuchenbehördlich überwachte Haftanstalt verwandeln, doch bloß ihren Rat eingeholt! Wäre es nach der Virologin Prof. Karin Mölling gegangen, so hätte es in der Corona-Krise niemals Kontakt- und Ausgangssperren gegeben. „Was im Moment läuft, ist das, was wir mehr oder weniger jeden Winter erleben“, erklärt die Professorin. „Hier schaut man sich selektiv nur eine Sache an und erfüllt sie mit Panik. Sie kriegen jetzt jeden Tag mitgeteilt, wie viele SARS-CoV-2-Tote man hat. Sie bekommen aber nicht gesagt, wie viele Influenza schon in diesem Winter infiziert hat und wie viele Todesfälle es dadurch gab. (…) Die Influenza-Epidemie von 2018 mit 25.000 Toten hat die Presse überhaupt nicht aus den Fugen gebracht. 60.000 Patienten hatten die Kliniken zusätzlich zu bewältigen, auch das war kein Problem gewesen!“ Vor staatlichen „Überreaktionen“ hat Prof. Mölling von Anfang an gewarnt: „Augenmaß ist in meinen Augen etwas Anderes.“ Leider gebe es unter Virologen auch „Scharfmacher“. Von diesen verleitet, wollen Politiker nun plötzlich mit drastischen Eingriffen verhindern, dass es zu mehreren zehntausend Toten kommt. Aber „vor zwei Jahren hat das auch keiner getan. Wo ist JETZT die Notwendigkeit? (…) Ist das angemessen, was wir jetzt tun, die Streckung der Epidemie in einer Weise, die die gesamte Weltwirtschaft fast lahmlegt?“ Medien spielen in dieser Krise eine verheerende Rolle, so findet Prof. Mölling: „Wenn man ohne einen Bezug die einzelnen Toten und die Zahl der Infizierten meldet, heute 16 Tote, heute 1.000 mehr infiziert, das schürt Ängste.“ Insbesondere Ausgangssperren hält Prof. Mölling für groben Unfug. „Das ist falsch! Deshalb engagiere ich mich. Wir brauchen Luft und Sonne, Luft verdünnt die Viren und Sonne mit UV-Licht tötet sie. Das ist auf Kinderspielplätzen gut, das ist für die Kinder im Sport gut. Draußen ist gut! Immer draußen sein, das ist das Beste. (…) Auf der Straße steckt man sich nicht an! (…) Die Leute sollen auch ins Restaurant gehen, auf eigene Verantwortung. Bei dem schönen Wetter kann man doch die Leute nicht einschließen.“ Dürfen auch die Alten spazieren gehen? „Ja, sie sollen es machen.“ Von Anfang an, so Prof. Mölling, hätte die Politik sich auf zwei Hauptziele konzentrieren sollen. Erstens: „Herdenimmunität“. Warum sollten „die jungen Leute nicht ihre Parties machen und sich untereinander anstecken“? „Wir müssen doch irgendwie auch Immunität aufbauen. Wie soll das ohne Kontakte möglich sein?“ Und zweitens: Risikogruppen SELEKTIV schützen, die Übrigen zu verstärkter Hygiene, Vorsicht, Rücksicht ermuntern – und uns alle „auf eigene Verantwortung“ handeln lassen. Oder ist der „mündige Bürger“ inzwischen ein Auslaufmodell? Wie alle Kritiker der offiziellen Linie, so ist auch Prof. Mölling zur Zielscheibe von übler Nachrede und Polemik geworden. Bezeichnend: Nachdem sie am 14. März in einem Interview mit Radio Eins ihre Argumente vorgetragen hatte, fühlte sich die Redaktion virenkompetent genug, sich von ihr öffentlich zu distanzieren: Sie lasse Wichtiges „außer Acht“, treffe „zynische“ Vergleiche und „verharmlose“. Prompt ließ ein anonymer Wikipedia-Administrator Frau Möllings Eintrag um Hinweise auf diese dreiste „Klarstellung“ ergänzen. Im Abschnitt über Frau Möllings Lebenswerk füllt diese öffentliche Rüge neuerdings 10 von 22 Zeilen. So weit sind wir schon. In Fachkreisen zählt Professor Karin Mölling, Jg. 1942, zu den weltweit angesehensten Viren-Expertinnen, die in puncto Kompetenz und Lebensleistung mit einem Herrn Drosten ohne weiteres mithalten kann. Am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin leitete sie 17 Jahre lang eine Forschungsgruppe (1976-1993). Sie war Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Zürich, wo sie einen Lehrstuhl innehatte (1993–2008). Was sie auf ihren Hauptforschungsgebieten Krebs und HIV leistete, hat ihr zahlreiche Auszeichnungen gebracht – unter anderem für einen wichtigen Durchbruch in der Aids-Bekämpfung: eine Methode, wie sich das HIV-Virus selber «umbringt». Diese Entdeckung galt als eine medizinische Sensation, ein Lichtblick für Aids-Kranke. 2018 erhielt Karin Mölling das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie den Verdienstorden des Landes Berlin. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Interviews, Audio- und Video-Stellungnahmen von Prof. Karin Mölling: https://www.rubikon.news/artikel/die-stimme-der-vernunft https://www.radioeins.de/…/corona-virus-kein-killervirus.ht… https://kenfm.de/am-telefon-zur-corona-virologie-karin-moe…/ https://www.youtube.com/watch?v=slgqyDCUmsg&t=208s https://www.youtube.com/watch… Frau Möllings Homepage: http://moelling.ch/ Titelbild: Mylene2401/Pixabay

  • Ausgangssperre für Stubentiger?

    Die Corona-Krise erklimmt die nächste Eskalationsstufe, und schuld daran ist Nadia: eine vier Jahre alte Malaysische Tigerkatze im Zoo der New Yorker Bronx. Nadia fiel durch trockenen Husten, schweren Atem und schwachen Appetit auf – nun ist sie positiv auf das Coronavirus getestet worden. Angesteckt hat sie vermutlich ein SARS-CoV-2-infizierter Tierpfleger. Auch Nadias Schwester Azul, zwei Sibirische Tiger sowie drei Löwen zeigen verdächtige Symptome, ein „spezifisches klinisches Bild“. Genügt dies gemäß Falldefinition des Robert-Koch-Instituts nicht vollauf, sie allesamt zu Covid19-Betroffenen zu erklären? Oh Schreck! Begann die Corona-Pandemie nicht damit, dass in Wuhan das Virus von einem Wildtier auf einen Menschen übersprang? Also ist vorsorglich nun sofortiges Handeln geboten. Denn was für große Katzen gilt, lässt sich für kleine nicht vollständig ausschließen. Zum Wohle der Volksgesundheit fordert die Stiftung Auswege daher eine umgehende, unbefristete Ausgangssperrre für alle zehn Millionen Stubentiger hierzulande. Zudem sollte ab sofort jede Katze von ihren Haltern, aber auch von anderen Katzen einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten sowie eine Atemschutzmaske tragen – sicherzustellen durch laufende Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt. Jede außerhäusliche Notdurft ist unverzüglich aufzulesen und beim nächstgelegenen Veterinäramt abzugeben, zwecks Stuhlanalyse. Bei Verstößen sollte ein Bußgeld von 500 Euro fällig werden. (Herumstreuner, die sich keinem Haushalt zuordnen lassen, sind Tierheimen zuzuführen, wo seuchenschutzbehördlich zertifizierte Quarantänestationen für sie einzurichten sind.) Bei rund zehn Millionen Katzen und mutmaßlich mehreren Dutzend virologisch bedenklichen Kontakten pro Tag - flächendeckende Überwachung derartiger Ordnungswidrigkeiten vorausgesetzt – kämen bis Jahresende locker Hunderte Milliarden Euro zusammen. Prima, da könnte unser Finanzminister die „schwarze Null“ ja vielleicht doch noch retten. Doch Olaf Scholz denkt, Nadia sei Dank, womöglich schon weiter: Die Bundesrepublik bevölkern ja auch noch 12 Millionen Hunde. Ganz abgesehen von ungezählten Stall- und Zootieren. Sollte sich herausstellen, dass auch Insekten den Killerkeim übertragen können, regen wir an, per Notstandsverordnung ein drastisch erhöhtes Ausbringen von Glyphosat, Abamectin, Bifentrin, Lambda-Cyhalothrin und anderen hochgiftigen Pestiziden in die Wege zu leiten. Sicher ist sicher. Infektionsschutz geht schließlich vor. Blödes Gedankenspiel? Zugegeben, bisher scheint SARS-CoV-2 nur ausnahmsweise von Mensch auf Tier, von Tier auf Mensch überzugehen. Was aber, wenn diesem Virus biologische Grenzzäune wurscht WÄREN? Wenn ihm ALLE Arten von Wirten gleich recht wären? Müsste, könnte dann die gesamte Fauna unter Quarantäne gestellt werden? Oder wäre alles halb so schlimm, wenn für Lebewesen insgesamt gälte, worüber seit Wochen bei Homo sapiens weitgehend Klarheit herrscht: Mindestens die Hälfte aller Infizierten, von der Maus bis zum Elefanten, würde symptomfrei bleiben; bei 45 % würden sich grippeähnliche Beschwerden nach einer bis drei Wochen legen; ungefähr 4,9 % würden Atemwegserkrankungen zu schaffen machen; und geschätzte 0,1 % würden daraufhin sterben – darunter hoffentlich überproportional viele Schnaken, Zecken und Küchenschaben. Müsste sich unser Planet deswegen in eine seuchenbehördlich überwachte Haftanstalt verwandeln? Oder würden Weltenlenker spätestens dann weise entscheiden: Alles halb so wild – schließlich tragen ja auch neun von zehn Menschen Herpes-Viren mit sich herum, ohne dass die WHO jemals Pandemie-Alarm geschlagen hätte. Wieso tat sie es eigentlich nie? Neben unschönen Hautbläschen und Ekzemen kann Herpes immerhin vielerlei Erkrankungen auslösen bzw. begünstigen, die mindestens so übel verlaufen und enden können wie Covid-19: von Gürtelrose über Pfeiffer´sches Drüsenfieber, Erblindung infolge entzündeten Netzhautgewebes, Enzephalitis, einer Lähmung des Gesichtsnervs bis hin zu bösartigen Tumoren. Warum sollten wir Coronaviren nicht ähnlich panikreduziert mit uns spazierenführen können wie Herpesviren? Und falls wir uns unter den fiktiven Umständen des obigen Gedankenspiels zu psychoimmunologisch hilfreicher Gelassenheit durchringen würden: Wieso nicht gleich heute? (Harald Wiesendanger) Anmerkung Zur Tigerlady Nadia siehe z. B. https://www.welt.de/vermischtes/article207053649/Coronavirus-USA-Tiger-im-New-Yorker-Bronx-Zoo-infiziert.html

  • WHO lässt Big Tech Jagd auf Selbstdenker machen

    Kritik an der Hygienediktatur und ihrer pseudowissenschaftlichen Legitimation könnte rascher verschwinden als Covid-19 und die hysterische Angst davor. Denn die weltgrößten Infotech-Konzerne, allen voran Google, Amazon, Facebook und Twitter, haben angeblichen „Falschinformationen“ zum Corona-Thema den gemeinsamen Kampf angesagt. Dazu arbeiten sie zur Zeit an Konzepten, Techniken und Partnerschaften – in enger Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ausgerechnet mit ihr. Sobald diese unheimliche Koalition ihre Pläne umsetzt, wären Kritiker vollends mundtot gemacht. Von Mainstream-Medien übergangen oder verunglimpft, bieten ihnen eigene Websites und Social Media bisher letzte Rückzugsräume, in denen sie ihre Standpunkte und Argumente vortragen, Informationen austauschen, sich organisieren, eine breitere Öffentlichkeit erreichen konnten. Damit könnte schon in wenigen Wochen Schluss sein. Dazu begann die WHO Anfang Februar 2020 eine umfassende Allianz zu schmieden. Über ein Dutzend Tech-Giganten führte sie zu einer „Arbeitsgruppe“ zusammen, die fortan alle paar Wochen tagen soll – auch nach Ende der Corona-Krise. Mit dabei sind Google, Facebook, Twitter, YouTube, Amazon, Dropbox, Twilio, Verizon, Salesforce; selbst AirBnB, Kinsa und Mapbox saßen mit am Tisch. (Bloß Wikipedia fehlte auf der Gästeliste – vermutlich weil die Internet-Enzyklopädie ohnehin schon längst auf Kurs liegt.) Wichtigster Punkt der Tagesordnung: Wie unterdrücken wir (tamp down) die Verbreitung von „Unwahrheiten“? WHO-Repräsentant Andy Pattison warnte bei der Zusammenkunft vor „schlimmen Akteuren (bad actors), welche die Neugier der Menschen zum eigenen Vorteil ausnutzen“. Dies gelte für „Fake News-Stories“ auf Facebook ebenso wie für Bücher im Amazon-Sortiment, die „Angst schüren“. Auch „Twitter, You Tube und andere Social-Media-Plattformen werden von Fehlinformationen überschwemmt“, einer regelrechten „Infodemie“. Beim Bekämpfen seien viele Konzerne „schon weiter als andere“; manche „räumen ein, dass sie bisher noch nicht genug getan haben“. Zweck des ersten Meetings, so Pattison, sei es deshalb gewesen, „neue Ideensamen zu pflanzen, und das hat geklappt. Ich habe zur Zusammenarbeit und Innovation ermutigt. Eine Krise ist eine gute Zeit dafür.“ Mit neuen Algorithmen und anonymen „Faktencheckern“ zensiert Facebook bereits seit Monaten systemkritische Gruppen – auch „Auswege“ ist längst davon betroffen. Auf missliebige Posts folgten immer wieder tagelange Sperren. Das „Teilen“ von Beiträgen war uns zeitweise unmöglich; seit längerem ist es auf maximal 10 Gruppen beschränkt, deren Mitglied wir sind. Weitere dürfen wir nicht erreichen, obwohl wir ihnen angehören. Unsere Reichweite wurde drastisch gedrosselt; „deboosting“ oder „dethrottling“ heißt das im hausinternen Facebook-Jargon, bewerkstelligt von einer Software namens „Sigma“, die anfänglich zum Einsatz kam, um Selbstmordankündigungen zu erkennen. Immer mehr Kritiker müssen damit leben, dass ihre Posts als „Spam“ abqualifizert werden; in den Newsfeeds ihrer Freunde und Abonnenten tauchen sie plötzlich nicht mehr auf. Ganz oben auf „schlimmen“ Accounts platziert Facebook Warnhinweise und empfiehlt „vertrauenswürdige“ Quellen. Beiträge werden gelöscht, Profile gesperrt. Proteste bleiben grundsätzlich erfolglos. Falls überhaupt eine Antwort kommt, besteht sie stets im allgemeinen Hinweis, es seien „Community Standards“ verletzt worden. Technisch möglich wäre noch weitaus mehr. Hausintern testet Facebook bereits wiederholte Auto-Logouts sowie die Sabotage von Uploads – automatisiert. User, die sich mit diesen künstlich generierten „technischen Fehlern“ konfrontiert sehen, hätten keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren. Unliebsame Nutzer lassen sich auch über die Auswertung der Freundeslisten von bereits Gesperrten ausfindig machen – und ebenfalls aus dem Netzwerk verbannen. Was sich diese WHO-moderierte Allianz unter Informationskontrolle im Dienste der reinen Wahrheit vorstellt, ist unschwer zu erraten. Natürlich dürfen künftig keinerlei Hinweise mehr darauf verbreitet werden, dass es sich bei der WHO um eine der korruptesten, lobbygesteuertsten Institutionen auf diesem Planeten handelt, die sich spätestens mit dem Schweinegrippe-Fehlalarm 2009 als brandgefährliche Fake-News-Schleuder an Big Pharmas Fäden profilierte. Niemand darf mehr die Aussagekraft von bloßen Infektionsraten und die Zuverlässigkeit von Tests bezweifeln, die Kriterien eines „Covid-19-Todesfalls“ hinterfragen, staatliche Infektionsschutzmaßnahmen für überstürzt, verspätet und ineffektiv erklären, vor Impfungen warnen, die Massenhysterie eine Massenhysterie nennen, kritische Ärzte und Wissenschaftler zustimmend zitieren, „unseriöse“ Quellen angeben. Schon vor der WHO-Initiative war die Zensur missliebiger Meinungen auch im Internet längst in vollem Gange. Google schiebt systemkritische und alternativmedizinische Seiten auf hintere Plätze von Suchergebnislisten, zu denen sich kaum mehr jemand durchklickt. YouTube löscht hochgeladene Filme. Das Videoportal Vimeo verfuhr so mit einer Doku („TrustWHO“), welche die zweifelhafte Rolle der WHO im Rahmen der „Schweinegrippe“ thematisierte; vorausgegangen waren eine sieben(!)jährige Recherche und Faktenchecks durch Anwälte und Mediziner. Wikipedia ignoriert Kritiker – oder versieht ihre Einträge mit abwertenden Kommentaren. Die kriminelle Online-Dreckschleuder „Psiram“ denunziert und verhöhnt sie. Provider sperren ihre Homepages und E-Mail-Konten. Aufgewiegelte oder bezahlte Trolle hetzen und pöbeln gegen sie. Besonders eifrig ist Facebook behilflich, „schlechte Inhalte“ auszumerzen. Schon Anfang Oktober 2019 entfernte es über 800 oppositionelle Seiten und Accounts kurzerhand aus dem Internet, die „darauf ausgelegt sind, politische Debatten zu schüren“. Unter den gelöschten Seiten befinden sich „Police the Police“ mit über 1,9 Millionen Followern, „Cop Block“ mit 1,7 Millionen Followern, „Filming Cops“ mit 1,5 Millionen Followern. Ferner betroffen sind „Anti-Media“ mit 2,1 Millionen Followern, „Reverb Press“ mit 800.000, „Counter Current News“ mit 500.000 und „Resistance“ mit 240.000 Followern. Auch gegen „Corona Fakes“ eifert Facebook an vorderster Front. Schon seit Januar, kurz nachdem die WHO den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen hatte, brandmarkt und entfernt Zuckerbergs Allesvernetzer angebliche „Fake News und Verschwörungstheorien“ über Corona von seinen Plattformen. Wie der Mediengigant am 16. April stolz verkündete, habe er bereits „Hunderttausende Falschinformationen über das Virus“ beseitigt – beispielsweise „die unrichtige Behauptung, Sicherheitsabstand sei zur Seuchenbekämpfung ineffektiv“. Die Zahl der „Partner“ beim Faktenchecken, „um die Verbreitung unwahrer Behauptungen einzuschränken“, werde momentan verdoppelt – auch für Instagram und Twitter. Neuerdings blende man Pop-ups mit Links zu „offiziellen Medizinquellen“ ein; auf diese Weise habe man bereits über zwei Milliarden Menschen zu echten „Gesundheitsautoritäten“ geführt. Die WHO darf kostenlos auf Facebook werben. Wie der US-Sender CNBC meldete, will Facebook bereits „in den nächsten Wochen“ die Zensurschraube noch weiter anziehen. „Fehlinformationen“ über Covid-19 sollen rigoros gelöscht werden, weil „von ihnen eine Gefahr ausgeht, physischen Schaden anzurichten“. Jeder User, der einen solchen „schädlichen“ Post geliked, kommentiert, geteilt oder sonstwie darauf reagiert hat, erhält künftig eine entsprechende „Warnung“. Solche Nachrichten „werden die Leute zu Covid-19-Mythen führen, welche die WHO entlarvt hat“, erklärte Gary Rosen, Facebook Vizepräsident „für Integrität“. (Im Ernst, so etwas gibt es bei Facebook wirklich.) „Wir werden sie zur Wahrheit aus glaubwürdigen (authoritative) Quellen hinführen.“ Solche Vorgehensweisen sind krass verfassungswidrig, sie verletzen das Recht auf freie Meinungsäußerung. Mediengiganten, die Meinungen unterdrücken oder generieren, gehören abgestraft, zerschlagen und unabhängigen Kontrollinstanzen unterstellt. Angeheuerte „Faktenchecker“ wie die Deutsche Presseagentur – ein sogenannter „Verification Officer“ leitet ihr Zensurteam -, Arvato, Correctiv, perNetzDG und die Amadeu-Antonio-Stiftung machen sich zu Komplizen krimineller Machenschaften. Aber warum sollte ein Staat dagegen vorgehen, wo ihm die Zensur doch hochwillkommen ist, um sein Notstandsregime vor Protest zu bewahren? Druck vom Wahlvolk fehlt – Massenpropaganda rund um die Uhr stellt sicher, dass 95 Prozent die Panikmache mittragen; totalitäre Eingriffe finden sie angebracht und nötig, Kritik erscheint ihnen unverantwortlich, also verurteilenswert und verzichtbar. Weg damit. Der Kolumnist Selwyn Duke hat recht: „Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ Und ja, „in Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat“, wie schon George Orwell wusste. Was tun? Die Wenigen, die gegen den Mainstream schwimmen, werden sich eher früher als später aus den großen sozialen Netzwerken zurückziehen müssen. Tun sie es nicht freiwillig, so werden sie in Kürze dazu gezwungen. Zwar gibt es sympathische Alternativen wie das Netzwerk „Human Connection“ oder Suchmaschinen wie Ecosia, DuckDuckGo und Lilo – doch wer dorthin umzieht, verschwindet (noch) in der Versenkung. Also, liebe KLARTEXT-Sympathisanten: Sollte ich von einem Tag zum anderen bei Facebook nicht mehr auffindbar sein, so wisst ihr, warum. (Harald Wiesendanger) Anmerkungen Zu jüngsten Berichten über die Zensur-Allianz: https://www.cnbc.com/2020/04/16/facebook-will-warn-people-who-like-or-react-to-fake-coronavirus-news.html; https://www.cnbc.com/2020/01/31/facebook-to-remove-misinformation-about-the-coronavirus.html; https://www.cnbc.com/2020/02/14/facebook-google-amazon-met-with-who-to-talk-coronavirus-misinformation.html; https://www.cnbc.com/2020/03/04/coronavirus-facebook-offers-free-ads-to-who-will-remove-flase-claims.html; https://www.cnbc.com/2020/03/04/coronavirus-facebook-offers-free-ads-to-who-will-remove-flase-claims.html Zum Ende der Meinungsfreiheit in der Corona-Krise: Siehe den KLARTEXT-Beitrag „In stiller Trauer“. Zur „Fake News“-Jagd als Vorwand zur Unterdrückung missliebiger Meinungen: s. den KLARTEXT-Beitrag „Fake Hunting: die jüngste Bedrohung der Anderen Medizin“), https://www.stiftung-auswege.de/images/downloads/auswege-newsl48.pdf (PDF S. 1-5) Eine Facebook-Insiderin packt aus: https://www.journalistenwatch.com/2019/03/05/zensur-facebook-insider/; https://genius-verlag.de/blog/2017/10/22/facebook-zensur-mitarbeiterin-im-loeschzentrum-packt-aus/; https://dieunbestechlichen.com/2017/10/fakebook/ Zur universellen Vergiftung von Informationsquellen: s. Harald Wiesendanger: Das Gesundheitsunwesen (2019), Kap. 11, https://stiftung-auswege-shop.gambiocloud.com/das-gesundheitsunwesen-wie-wir-es-durchschauen-ueberleben-und-verwandeln-printausgabe.html Titelbild: S. Hermann & F. Richter/Pixabay

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© 2021 by Harald Wiesendanger

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