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  • Dr. Harald Wiesendanger

Helfen Psycho-Profis wirklich besser?

Aktualisiert: 7. Jan.

Wie hilfreich, überlegen und unentbehrlich sind Experten wirklich, wenn seelische Krisen andauern? Wie gut tun sie Betroffenen? Weithin unbekannte Ergebnisse der Therapieforschung belegen Peinliches: Viele Laien helfen chronisch Ängstlichen, Depressiven, Aggressiven, Traumatisierten, Süchtigen und anderen seelisch Belasteten keineswegs schlechter als Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten mit Hochschulabschluss. Auch in Dutzenden Therapiecamps meiner Stiftung Auswege hat sich an mehreren hundert psychisch Schwerbelasteten erwiesen: Es geht auch ohne Profis - manchmal sogar besser.



„Meine fünfzehn Heilsitzungen bei euch haben mir viel, viel besser getan als die vorherigen 480 bei meinem Analytiker“, befand ein 47-jähriger Schwerstdepressiver.


Eine Lehrerin (62), die das frühkindliche Trauma wiederholten sexuellen Missbrauchs durch den eigenen Vater nie losgeworden war, schwärmte nach acht Camptagen: „Ich habe schon so viele Psychotherapien gemacht, die mir nullkommanix gebracht haben. Was ihr bei mir in Gang gesetzt habt, ist unglaublich. So intensiv!“


„Es war, als hätte ich meine vergangenen vier Jahrzehnte in einem fensterlosen Raum zugebracht“, bekannte Ludwig (55), den fortwährende Ängste mit heftigen körperlichen Begleitsymptomen quälten, seit er am selben Tag beide Eltern verlor. „Ihr habt mir ein Fenster geöffnet, endlich sehe ich Licht.“


Wie diesen Drei, so ergeht es nahezu allen psychisch Schwerbelasteten, die den Weg in ein Therapiecamp meiner Stiftung Auswege finden. Mehrere hundert waren es bisher. Ob bei anhaltenden Depressionen oder Ängsten, bei bipolaren, Ess- oder Schlafstörungen, Zwängen oder Süchten, bei ADHS, Hyperaggressivität, Anpassungs- und sonstigen Verhaltensstörungen, bei Sinnkrisen, Minderwertigkeitsgefühlen oder Beziehungskonflikten, bei einem Trauma oder Burn-out, bei Autismus oder Schizophrenie: Weniger als zwei Prozent der betroffenen Teilnehmer verabschieden sich nach gut einer Woche mit unveränderter oder gar verschlimmerter Symptomatik. Nicht anders ergeht es Campteilnehmern, denen ein langwieriges, unerbittlich fortschreitendes körperliches Leiden arg aufs Gemüt schlägt, sowie ihren mitgereisten Angehörigen, die ständige Sorge und Fürsorge derart bedrücken, dass sie oftmals nicht minder behandlungsbedürftig sind.


Was für hochwirksame Therapien kommen da zum Einsatz? Welche großartigen Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater konnte die Stiftung für einen Campeinsatz gewinnen?


Zumeist gar keine. An zwei Drittel der 38 „Auswege“-Camps, die zwischen 2007 und 2023 stattfanden, wirkte kein einziger professioneller Seelenhelfer mit. Die erwähnten Erfolge erzielte in der Regel ein Helferteam, das ausnahmslos aus psychologischen Amateuren bestand: überwiegend Geistheiler, gemeinsam mit einzelnen Heilpraktikern und spirituellen Lebenshelfern, unter Aufsicht von Ärzten ohne psychiatrische oder psychotherapeutische Spezialisierung. Und wo ausnahmsweise Profis im Einsatz waren, blieb stets fraglich, ob die erzielten Fortschritte ausschließlich oder hauptsächlich ihr Verdienst waren.


Soll das etwa heißen, Laienhilfe sei jenen wissenschaftlich abgesicherten Leistungen häufig gleichwertig oder gar überlegen, die akademisch geschulte Fachleute zu erbringen verstehen?


In der Tat – im Einklang mit einer Vielzahl neuer, weithin unbekannter wissenschaftlicher Forschungsergebnisse.


Reichlich erforscht: Viele Laien können mehr


Steht nicht völlig außer Frage, dass psychisch Belastete in die Hände von wissenschaftlich ausgebildeten Profis gehören? „Aber natürlich!“, trichtert Bedrückten eine massenmediale Einheitsfront ein, deren Schreibtischtäter sich seriös und gebildet vorkommen, wenn sie recherchefrei weiterreichen, was ihnen mutmaßliche Experten als „den Stand der Wissenschaft“ ausgeben. Aus diesem folgt angeblich: Glaub bloß nicht, du könntest dir selber helfen! Und baue bloß nicht auf Unbefugte! „Was Depressiven und ihren Angehörigen hilft“, weiß das Nachrichtenmagazin Stern: „Auf Profis vertrauen. Suchen Sie Hilfe bei einem Fachmann: dem Hausarzt, einem Psychiater oder Psychotherapeuten. (…) Im akuten Fall wenden Sie sich an einen Krisendienst bzw. eine psychiatrische Klinik.“ Auch Focus will die „Seele mit Medikamenten und Psychotherapie heilen“, wirbt nachdrücklich für „Kleine Helfer – Keine Angst vor Psychopillen“. Nach Spiegel online muss „der erste Gang dem Hausarzt gelten. Er kann die Schwere der Depression bestimmen und entsprechende Schritte einleiten.“ Die Welt warnt, „auf keinen Fall ‘Do-it-yourself‘-Therapieversuche zu starten“, das „gehört in die Hand von guten Psychotherapeuten“. Bei einem „ernsten depressiven Einbruch sollte die Behandlung auf jeden Fall in einer Klinik erfolgen“. Und auch Bild, eine der auflagenstärksten Tageszeitungen Europas, will „ermutigen, sich professionelle Hilfe zu suchen“. (1) Geprägt von der Enteignung seelischer Gesundheit, lässt sich der Zeitgeist prägnant von der aus Mainstream-Quellen gefütterten KI „ChatGPT“ zusammenfassen: “Schwere psychische Probleme erfordern professionelle Hilfe.” (2)


Stimmt das wirklich? Wenn sich ein seelisch Belasteter unschlüssig ist, ob er eher auf Unterstützung im vertrauten Umfeld setzen oder einen Profi aufsuchen soll: Wie sähe eine brauchbare Entscheidungshilfe aus?


Therapieforscher bemühen sich seit Jahrzehnten darum. Sie vergleichen, was eine größere Anzahl von Laienhelfern und berufsmäßigen Behandlern innerhalb eines festgelegten Zeitraums bei Menschen in Gang bringen, denen Ärzte und Psychologen die unterschiedlichsten Diagnosen verpasst haben: von A wie „Angststörung, generalisiert, ICD F 41.1“ bis Z wie „Zwangsstörung, vorwiegend Grübelzwang, ICD F 42.0“. Und sie überprüfen, ob und wie lange erzielte Besserungen hinterher andauern. Was kam dabei heraus?


Er mutet geradezu grotesk an, an den Haaren herbeigezogen, vom Stammtisch aufgeschnappt. Und doch zählt er zu den bestbestätigten Erkenntnissen psychologischer Forschung: der Befund, dass Amateure beim Beraten und Behandeln von Menschen, die als psychisch krank gelten, in der Regel nicht weniger zustande bringen als professionelle Seelenheilkundige – vorausgesetzt, sie sind „interpersonal kompetent“, wie Sozialwissenschaftler sagen: offen, herzlich, engagiert, einfühlsam, verständnisvoll und geschickt in der Gesprächsführung. Ein Großteil der Laien erreicht mindestens gleich viel; dies gilt sowohl im allgemeinen als auch für einzelne „Störungsbilder“, wie z.B. soziale Fehlanpassung, Phobien, Psychosen und Übergewicht. (3) Darauf deuten mittlerweile mehrere hundert Vergleichstudien hin, obendrein über ein Dutzend Metaanalysen, statistische Zusammenfassungen von bereits stattgefundenen Untersuchungen.


Manche Studien ergaben sogar einen deutlichen Trend, dass Laien mehr leisten. (4) Dies zeigte sich sowohl unmittelbar nach Abschluss ihres Einsatzes als auch längere Zeit danach. Und es trat auf den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern zutage: von der Einzel- und Gruppenpsychotherapie über Krisenberatung bis hin zur gesundheitlichen, beruflichen und sozialen Rehabilitation. Woher die Laienhelfer kommen, erwies sich als unerheblich. Ob Studenten, Hausfrauen oder Rentner, Pfleger oder engagierte Bürger: Was den Ertrag ihrer Bemühungen betrifft, können viele von ihnen mit Profis zumindest mithalten, gleichgültig, welcher Erfolgsmaßstab dabei angelegt wird - seien es psychologische Tests, Verhaltensbeobachtungen oder Eindrücke von unabhängigen Beurteilern, Selbsteinschätzungen von Patienten oder Angaben von wichtigen Bezugspersonen, die Dauer des Klinikaufenthalts oder die Rückfallquote.


Selbsthilfegruppen - Gemeinsam aus dem Abgrund


Wie effektiv Psychoamateure helfen können, erweist sich unter anderem in Selbsthilfegruppen. Über 100.000 derartige Initiativen führen in Deutschland rund 3,5 Millionen Laien zusammen (5), um einander in gesundheitlichen Nöten beizustehen, häufig auch bei seelischen. Fast jeder zehnte Erwachsene hat daran schon mindestens einmal teilgenommen (6); bereits 2005 lag der Bevölkerungsanteil derer, die solche Gruppen besuchen, bei 2,8 Prozent. (7)


Wie etliche Studien belegen (8), bringen diese losen, unverbindlichen Gemeinschaften von Gleichbetroffenen in der Regel keineswegs weniger zustande als Gruppenpsychotherapien oder irgendeine andere Spielart professionellen Seelenheilens. Je länger die Mitgliedschaft, je regelmäßiger die Teilnahme, desto größer der persönliche Nutzen: Wer laufend eine Selbsthilfegruppe besucht, kann mit seiner Erkrankung besser umgehen, schätzt sich als selbstbewusster ein, fühlt sich besser verstanden und weniger einsam, erfährt einen Zugewinn an Lebensmut, Wohlbefinden und Alltagstauglichkeit. Unter ihresgleichen finden seelisch Belastete also, wonach viele von ihnen zuvor bei Profis vergeblich gesucht haben. Bei 45 Prozent der Personen, die wegen psychischer Probleme an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, bessern sich die Symptome deutlich, wie eine Patientenbefragung der Universität Saarbrücken ermittelte. (9) Etliche weitere Studien bestätigen ebenfalls, wie gut das Gruppenerlebnis tut. (10)


Telefonseelsorge tut gut


Ebenso segensreich wirken in Deutschland rund 8000 Laien bei der Telefonseelsorge – seit 1995 auch im Internet -, ehrenamtlich und rund um die Uhr. Sie kommen aus allen Berufsfeldern, auch Arbeitslose sind darunter. Mit Hingabe, Herzensbildung und Engelsgeduld beruhigen, trösten und ermutigen sie pro Jahr 1,8 Millionen Ratlose, Verzweifelte und Lebensmüde. (11) Reichlich Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit und „kommunikative Kompetenz“, wie Sozialwissenschaftler sagen, bringen sie dafür mit - hingegen kaum je ein Studium der Psychologie oder Medizin. Um sie auf ihren nervenaufreibenden Job vorzubereiten, reichen drei Wochenenden und rund dreißig Abende im Laufe von anderthalb Jahren aus. (12) Dass mehr zu erreichen wäre, wenn in den bundesweit 109 Anlaufstellen ausnahmslos Diplom-Psychologen und Psychiater am Telefon säßen, harrt des Beweises.


Ein bisschen Training reicht aus, um Laien im Umgang mit psychischer Not sogar noch erfolgreicher zu machen, als viele es ohnehin schon sind. In der Regel genügen dazu weniger als fünfzehn Stunden. (13)


Aus alledem folgt mit erschütternder Deutlichkeit: In der Psychologie führt eine langjährige, kostspielige akademische Ausbildung zu keinem nennenswerten Vorsprung gegenüber unausgebildeten Helfern. Die therapeutischen Leistungen von Laien sind mindestens ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen. Bei Beginn ihres Studiums - auch dies belegen die vorliegenden Untersuchungen - waren Profis bessere Helfer als nach dessen Abschluss. Weder eine längere Ausbildung noch zunehmende Berufserfahrung führen dazu, dass sie psychischen Belastungen besser beikommen. (Hingegen könnte Lebenserfahrung durchaus bedeutsam sein – Näheres hierzu in meinem Buch Stochern im Nebel, Psycholügen Band 4.) Mehr Praxisjahre machen professionelle Seelenhelfer im allgemeinen keineswegs fähiger. (14) Eine großangelegte Studie an knapp 7000 Patienten von 170 Psychotherapeuten über einen Fünfjahreszeitraum belegt vielmehr: Von Ausnahmen abgesehen, stellen sich positive Therapiewirkungen sogar seltener und dürftiger ein, je länger der Profi bereits praktiziert. (15)


Ungeheuerlich, aber wahr: Nach heutigem Forschungsstand können professionelle Psychotherapeuten nicht für sich beanspruchen, im allgemeinen besser zu sein als sogenannte „blutige“ Laien.


Do-it-yourself: Auch im Seelentief keine grundsätzlich schlechte Idee


Schlimmer noch: Professionelle Psychotherapie bringt in der Regel nicht einmal mehr als Selbsthilfe. Wie Vergleichstests belegen, nützt in Seelentiefs geeignete Lektüre nicht minder, seien es Ratgeber, Schicksalsberichte, Lebensgeschichten oder Romane. Gleiches gilt für Audio- und Videomaterial zum jeweiligen Problem auf CDs und DVDs, wie auch für geeignete Computerprogramme oder Online-Anleitungen. (16) Und mindestens ebenso gut wie Termine beim Psychotherapeuten oder Psychiatern tut es, eigene Texte zu verfassen und zu gestalten, etwa über aktuelle Erlebnisse, biographische Erfahrungen und Probleme, Symptome und Beschwerden, Sehnsüchte und Hoffnungen. Wie Metaanalysen von 40 bzw. 52 Vergleichsstudien hierüber ergaben, könnten Depressive, Angstgeplagte und Phobiker, Sexual- oder Schlafgestörte statt zum Psychoprofi ebensogut zum Buchhändler gehen, ein Tagebuch führen, Geschichten schreiben oder im Internet surfen. (17)


Schreiben als Selbsttherapie


Was wäre ohne diese unprofessionelle Selbsthilfe wohl aus dem 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten geworden? In jungen Jahren durchlebte Barack Obama wiederholt bedrückende Zeiten. Falls er damals in die Fänge von Psychoprofis geraten wäre, wäre ihm wohl eine hochgradige „Identitätskrise“ bzw. ein „Entwurzelungssyndrom“ (ICD 10: F68.8) bescheinigt worden, vielleicht auch eine ausgeprägte „Anpassungsstörung“ (F43) in Verbindung mit einer „längeren depressiven Reaktion“ (F43.21). Er war Sechs, als seine Mutter mit ihm nach Indonesien zog, zu ihrem zweiten Ehemann. Dort litt Obama unter seiner Außenseiterrolle: „Ich war dieses große, dunkelhäutige Kind, das irgendwie auffiel.“ Im Seelentief steckte er auch zu Beginn seiner Studiums in New York: „Ich war abgekapselt (…), sehr ernsthaft, irgendwie humorlos.“ Beide Male benötigte er weder Psychotherapie noch Antidepressiva – er befreite sich selbst, indem er Tagebuch führte und Geschichten verfasste. „Ich bin davon überzeugt, dass mir das half, meine Identität zu verstehen. Über das Schreiben setzte ich mich mit vielem auseinander, was mein Leben beeinflusste (…) So konnte ich alle Einzelteile zu einem Ganzen zusammenfügen. (…) Worte sind mächtig, wenn es darum geht herauszufinden, wer man ist und was man denkt, was man glaubt und was wichtig ist. Und auch dabei, den Wirbel der Ereignisse, in dem man permanent steht, zu sortieren und zu deuten.“ (18) So ist es.



Auf die heilsame Wirkung von „kreativ-biografischem Schreiben“ schwört die Hamburger Heilpraktikerin und Journalistin Beate Münchenbach, die auf diese Weise während mehrerer „Auswege“-Therapiecamps bei psychisch Belasteten enorm viel bewegte. Die Gründe liegen für sie auf der Hand: „Schreiben ist ein Vorgang mit allen Sinnen und spricht Körper, Geist und Seele an. Schreiben hilft der Bewusstwerdung von Themen, die uns beschäftigen, und damit der Veränderung. Schreiben ist mutig, denn jeder Text ist eine Botschaft an sich selbst oder an andere. Schreiben ist Probehandeln, denn wir können uns im Schreiben ausprobieren und so tun, als ob.“


Lesen als rezeptfreie Medizin


Aufs Lesen als rezeptfreie Medizin schwört die Berliner Literaturwissenschaftlerin Andrea Gerk. Die besten Romane „befreien uns aus inneren Gefängnissen“, sagt sie, „und aktivieren die Selbstheilungskräfte. Sie entfalten mitunter eine magische Kraft, die uns im Innersten berührt.“ (19) In den USA ist Bibliotherapie seit 1939 als Heilverfahren anerkannt. In Großbritannien können sich Patienten Bücher gegen Depression verschreiben lassen. (20) Literatur als Selbsthilfe empfiehlt die Londoner School of Life, eine 2008 von dem Philosophen Alain de Botton eröffnete Anlaufstelle für Haltsuchende, in der „man das lernen kann, was man an Schulen und in Universitäten nicht lernt: ein gutes und erfülltes Leben zu führen“. (21) Etliche Studien belegen inzwischen, wie wirksam Lesen bei einer Vielzahl von psychischen Problemen hilft. (22) Das war schon immer so – nicht erst, seit daraus eine weitere verwissenschaftliche Behandlungsweise wurde, wie in der „Integrativen Poesie- und Bibliotherapie“ von Hilarion Petzold und Ilse Orth. (23)


Filme als Psychotherapeutika


Zur Selbsthilfe eignen sich auch gut gemachte Spielfilme hervorragend. Wer hat nicht schon eine Komödie wie „Der Vater der Braut“ als Stimmungsaufheller eingesetzt? Wer heulte sich bei Hollywood-Dramen wie „Love Story“ nicht den eigenen Kummer von der Seele? Selbst ein „Harry Potter“ oder „Fluch der Karibik“ , „Spider Man“ oder „X-Men“ können unserer geistigen Gesundheit förderlich sein, indem sie uns eine Weile davon abhalten, Trübsal zu blasen, und auf andere Gedanken bringen.


Am eigentherapeutisch wertvollsten ist Kino, wenn es bewegende Lebensgeschichten von Figuren, mit denen wir uns mühelos identifizieren können, zu einem befriedigenden, einleuchtenden Ende bringt. Aus Zach Braffs „Garden State“ lernt ein Depressiver, dass es völlig in Ordnung ist, nicht immer glücklich zu sein. Filme wie Jonathan Demmes „Philadelphia“ und Randa Haines´ „Gottes vergessene Kinder“ machen klar, dass nicht einmal eine tödlich verlaufende Erkrankung, eine unbehebbare Behinderung ein selbstbewusstes Leben verhindern kann, das reichlich Gründe bietet, stolz auf sich zu sein. Oliver Haffners „Geschenk der Götter“ hilft Arbeitslosen, sich Selbstachtung, Würde und Zuversicht zu bewahren. Kay Pollacks „Wie im Himmel“ macht Mut, unerfüllten Träumen nachzuspüren, den eigenen Weg zu finden, dabei nichts zu erzwingen, wahrhaftig zu leben. Krzysztof Kieslowskis „Drei Farben: Blau“ führt vor Augen, dass auch der fürchterlichste Schicksalsschlag uns nicht in endlose Verzweiflung stürzen muss. Seine weibliche Hauptperson überlebt einen Autounfall, bei dem sie Mann und Kind verlor. Zunächst will sie sich umbringen, doch dann schafft sie es, neuen Sinn zu finden, in der Musik. Solche Filme bewegen und verändern oft erheblich mehr als so manche professionell verlaufende Therapiesitzung.


Der Philosoph und Psychotherapeut Otto Teischel schwört auf die Kunstform Film als „Weg zum Selbst“, als „Hauptstraße zum Sinn“ bei der Gruppen- und Einzeltherapie: „Wie bei kaum einer anderen Kunstform verbergen sich gerade im Spielfilm ungeahnte Reichtümer der Erkenntnis: Er spricht uns, mit nahezu allen Sinnen gleichzeitig, im Kopf und im Herzen an.“ (24) Teischel empfiehlt über hundert Filme „mit psychotherapeutischer Relevanz“ für vielerlei psychiatrische Symptome. (25) Warum machen wir es nicht so wie einst er selbst? Auch ohne sachkundige Anleitung von außen berührte ihn vor vielen Jahren Wim Wenders´ „Paris, Texas“ zutiefst, immer wieder sah er sich den mitreißenden Roadmovie an. (26)


Auch „Paraprofessionellen“ gebührt Respekt


Auch sogenannte Paraprofessionelle - Betreuungskräfte wie Sozialarbeiter, Kranken- und Altenpfleger -, auf die gestandene Psychiater und Psychotherapeuten mit Vorliebe herabblicken, können mit akademisch geschulten Heilberuflern nachweislich mithalten, wie sich in Vergleichsstudien herausstellte. Selbst bei schweren Depressionen und Angstzuständen erreichen sie mindestens genauso viel. (27)


So kümmerten sich in einer britischen Untersuchung Krankenschwestern, nachdem man sie in zwei Workshops mit Grundzügen der Verhaltenstherapie vertraut gemacht hatte, um 222 Hypochondriker - eingebildete Kranke -, die Ärzte zuvor unter 29.000 stationär Aufgenommenen in englischen Fachkliniken als hochgradig ängstlich in Bezug auf die eigene Gesundheit eingeschätzt hatten. Zum Vergleich blieben 222 weitere unbehandelt, sie wurden lediglich regelversorgt. Nach fünf bis zehn Sitzungen hatten die Krankheitsängste in der Behandlungsgruppe erheblich abgenommen. Noch ein Jahr später wirkte der Beistand nach: Von den Laienbehandelten sorgten sich weiterhin 13,9 Prozent nicht übermäßig um das eigene Wohlergehen, in der Kontrollgruppe nur 7,3 Prozent. Auch auf allgemeine Ängstlichkeit und Depressionen hatten sich die Bemühungen der Nichtprofis vorteilhaft ausgewirkt. (28)


Ehrenrührige Ungeheuerlichkeit – na und?


Und so müssen sich Psychoprofis mit wachsendem Entsetzen eingestehen: Auf ihren klassischen Tätigkeitsfeldern können vermeintlich Ahnungslose offenkundig mithalten. Schlimmer noch, vielfach performen sie besser. In zunehmender Zahl belegen Studien diese ehrenrührige Ungeheuerlichkeit.


Beispiel Familienhilfe: Sozial engagierte Ruheständler betreuen, als „Stief-Großeltern“, vernachlässigte, verhaltensauffällige Kinder im Vorschulalter eher hilfreicher als Psychoprofis. (29)


Beispiel Schulprobleme: Schwierige, unangepasste Schüler lassen sich durch Gleichaltrige, die gezielt als change agents im Einsatz sind - sinngemäß als „Auslöser von Veränderungen“ -, in einem Maße zu erwünschtem Verhalten bewegen, wie es kaum ein Schulpsychologe zuwege brächte: Sie werden hilfsbereiter, aufmerksamer und ausgeglichener, fühlen sich zugehöriger, stören seltener, hören besser zu. (30)


Beispiel Suchtprävention: Kümmern sich um Drogensüchtige ehemals Abhängige, so sinkt die Rückfallquote auf sensationelle sechs Prozent, in einem Beobachtungszeitraum von immerhin dreieinhalb Jahren – verglichen mit 92 Prozent bei staatlichen Rehabilitationsprogrammen. (31)


Beispiel Strafvollzug: Laienhelfer tragen zur psychischen Stabilisierung von Häftlingen nicht schlechter bei als Gefängnispsychologen, eher im Gegenteil. (32)


Beispiel Resozialisierung: Wie häufig verstoßen Häftlinge gegen Bewährungsauflagen, wenn Laien sie ehrenamtlich betreuen? Eine Erhebung im Stadtstaat Hamburg ergab eine Misserfolgsquote von 24 Prozent - gegenüber 45 Prozent bei professionellen Bewährungshelfern. (33) Ebensowenig als überlegen erwiesen sich Profis in einer Studie der Universität von Long Beach, Kalifornien, in der sich Studenten und Frauen mittleren Alters um jugendliche Straffällige bemühten: Rückfälle, Jobverluste, Schulabbrüche und Problemverhalten wie Komasaufen kamen dabei nicht häufiger vor als in fachmännischer Obhut. (34)


Beispiel Katastrophenhilfe: Nach dem verheerenden Erdbeben in Kobe 1995, wie auch nach dem Tsunami in Nordjapan 2011, kamen dort Hunderte Freiwillige als kokoro, „Herzenströster“, zum Einsatz. Fürsorglich nahmen sie sich der Überlebenden an, trösteten sie und führten eingehende Gespräche mit ihnen, um sie die schrecklichen Erfahrungen und Verluste verarbeiten zu lassen. Profis vermisste dabei keiner.


Beispiel Flüchtlingshilfe: Unter den Hundertausenden, die aus Kriegsgebieten nach Deutschland flohen, gilt jeder Dritte als schwer traumatisiert von selbst erlebter oder beobachteter Gewalt: Misshandlungen, Vergewaltigungen, Folter, Entführungen, Zerstörungen, Erschießungen. Binnen zwei Kurstagen lernten Lehrer, ja sogar Kinder ohne weiteres, solchen zutiefst erschütterten Menschen wohltuend beizustehen. Im einfühlsamen Dialog regten sie die Betroffenen an, ihre fürchterlichen Erfahrungen in mündlichen und niedergeschriebenen Erzählungen aufzuarbeiten. (35)


Beispiel Psychiatrie: Stationär untergebrachte Patienten öffneten sich, entdeckten vergessene Fähigkeiten neu, wurden lebhafter, ausgeglichener und lebensfroher, nachdem sie im Laufe eines siebenjährigen Förderprogramms von 280 Schülern zwischen 12 bis 15 Jahren über ein halbes Jahr lang allwöchentlich besucht und in Interessengruppen einbezogen wurden. Dort plauderte man miteinander, tanzte, trieb Gymnastik, sang, spielte, kochte, schminkte, spielte Theater. Im üblichen Klinikalltag hatte zuvor kein Profi mehr bewegt. (36) Patienten, die als „Tutoren“ auftreten dürfen, psychotherapieren Mitinsassen erfolgreicher als Profis. Derart Betreute werden aktiver, selbstständiger und entscheidungsfreudiger; sie stecken Enttäuschungen besser weg, beteiligen sich mehr an Problemlösungen, verhalten sich unauffälliger. (37) Selbst geistig Schwerbehinderte machen erstaunliche intellektuelle Fortschritte. (38)


Dank Laienhelfern: Fürsorge und Mitgefühl mit langer Tradition


Gerade in Deutschland hat Laienhilfe in der Psychiatrie eine lange, segensreiche Tradition. Sie reicht zurück bis ins Jahr 1829, als in der Herzoglich-Nassauischen Irrenanstalt in Eberbach am Neckar der erste sogenannte „Hilfsverein“ entstand. Ihm folgten bis zum Vorabend des Naziregimes Hunderte weiterer. Aus christlicher Nächstenliebe opferten Psychoamateure jede Menge Zeit und Herzblut, um Irren ihre menschenwürdige Isolationshaft erträglicher zu machen - und ihnen mehr zu bieten als Schläge, Zwangsjacken, Bettfesseln, Elektroschocks und hirnchirurgische Verstümmelungen. Auch entlassener Geisteskranker nahmen sich viele an. Die zunehmende Professionalisierung des Psychiatriebetriebs verdrängte sie nach und nach, die systematische Ausrottung „lebensunwerter“ Geisteskranker zu Zeiten des Nationalsozialismus erübrigte sie.


Erst in den siebziger Jahren lebte die Bewegung wieder auf, angeregt durch die Psychiatriereform von 1975, auf die hin bundesweit gemeindepsychiatrische Dienste, Kontaktstellen und Betreuungsgruppen entstanden. Viele ehemalige Patienten riefen nun Selbsthilfe-Initiativen ins Leben, eine der ersten war die „Irrenoffensive“ in Berlin.


Während Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern, die eher Straf- als Heilanstalten glichen, bis Mitte des 20. Jahrhunderts vorzugsweise körperlich misshandelten, leisteten Laienhelfer zum seelischen Wohlergehen der Patienten einen segensreichen Beitrag. Im Grunde waren allein sie es, die zur Psychiatrie das Psychische beisteuerten. Sie boten Fürsorge und Mitgefühl, hörten zu und standen bei, während Profis mit respektheischendem akademischen Titel, aber unterirdischem EQ verwahrten, quälten und zurichteten. Gegen herzlose Wissenschaft setzten sie Mitmenschlichkeit. „Durch Gründung von Hilfsvereinen“, schrieb der weise Arzt Caspar Brosius 1876 in der von ihm gegründeten Monatszeitschrift Der Irrenfreund, „macht die Gesellschaft pflichtmäßig möglichst wieder gut, was sie selbst verbrochen hat. (...) Die verständige Teilnahme, die den Irren geschenkt wird, rentiert sich nicht allein für die kranken Individuen - was die Humanität bezweckt -, sondern auch für die menschliche Gesellschaft.“ (39)


Dieser Text ist ein Auszug aus Harald Wiesendanger: Psycholügen, Band 3: Seelentief: ein Fall für Profis?, Schönbrunn 2017, 2. erw. u. aktualisierte Aufl. 2024; 124 S., auch als PDF.


Die Folgen dieser Serie („Helfen Psycho-Profis wirklich besser?“)

10    Pragmatismus statt Lobbyismus - Für eine weise Psycho-Politik

 

Anmerkungen

* Pseudonyme

1 Stern Nr. 43, 23.3.2017, S. 42; Focus 4.3.2005 und PDF-Ratgeber Depression: Leben am Tiefpunkt; Spiegel online, 25.9.2016: „Mein Partner ist depressiv – was tun?“; Welt/N24, 17.12.2009: „Depression – die Krankheit mit dem Mangel an Sinn“; Bild, 26.12.2016: „Tipps für den Umgang mit Depressiven“.

2  ChatGPT am 24.10.2023 auf meine Frage: “Können Laien bei psychischen Problemen helfen?”

3 Siehe zusammenfassend Hildegard Müller-Kohlenberg: Laienkompetenz im psychosozialen Bereich. Beratung – Erziehung – Therapie, Opladen 1996.

4 Siehe Robert R. Carkhuff: „Differential functioning of lay and professional helpers“, Journal of Counseling Psychology 15 (2) 1968, S. 117-126, dort S. 122. Averil E. Karlsruher: „The nonprofessional as a psychotherapeutic agent“, American Journal of Community Psychology 2 (1) 1974, S. 61-77; J. A. Durlak: „Comparative effectiveness of paraprofessional and professional helpers“, Psychological Bulletin 86/1979, S. 80-92.

5 Diese Zahlen nennt die Internetplattform www.selbsthilfe-wirkt.de 

7   Alf Trojan, Stefan Nickel, Robert Amhof, Jan Böcken: “Soziale Einflussfaktoren der Teilnahme an Selbsthilfezusammenschlüssen. Ergebnisse ausgewählter Fragen des Gesundheitsmonitors”, Gesundheitswesen 68/2006, S. 364–375.

8 M. Peböck/S. Doblhammer/J. Holzner: „Einblicke und Ausblicke – Selbsthilfe als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung“, in O. Meggeneder (Hrsg.): Selbsthilfe im Wandel der Zeit. Neue Herausforderungen für die Selbsthilfe im Gesundheitswesen, Frankfurt/Main 2011, S. 227-255; B. Borgetto: Selbsthilfe und Gesundheit. Analysen, Forschungsergebnisse und Perspektiven, Bern 2004.

9 Stiftung Warentest: „Mehr Lebensfreude“, test 2/2003, S. 91-95.

10 M. L. Moeller: „Wodurch wirken Selbsthilfe-Gruppen? Zu einigen therapeutischen Prinzipien der Gruppenbehandlung“, Gruppenpsychologische Gruppendynamik 8/1977, S. 337-357; A. Bachl/R. B. Büchner/W. Stark: „Beratungskonzepte und Dienstleistungen gesundheitsbezogener Selbsthilfe-Initiativen“, Gesundheitswesen 58 (2) 1996, S. 120-124; E. Vonderlin: „Die Bedeutung von Gesprächsgruppen für die Bewältigung einer Frühgeburt durch die Eltern“, Frühförderung interdisziplinär 18/1999, S.19-27.

11 Nach Telefonseelsorge: „Gesamtstatistik für das Jahr 2015“, www.telefonseelsorge.de,  abgerufen am 18.12.2016.

12 Siehe www.telefonseelsorge-ostoberfranken.de : „Information über die Ausbildung zur ehrenamtlichen Mitarbeit“, abgerufen am 18.12.2016.

13 T. Gunzelmann u.a.: „Laienhelfer in der psychosozialen Versorgung: Meta-Analyse zur differentiellen Effektivität von Laien und professionellen Helfern“, Gruppendynamik 18/1987, S. 361-384, S. 379.

14 H. N. Garb: „Clinical judgment, clinical training, and professional experience“, Psychological Bulletin 105/1989, S. 387–396; Frank Jacobi u.a.: „Wie häufig ist therapeutischer Misserfolg in der ambulanten Psychotherapie?“, Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 40 (4) 2011, S. 246-256, dort S. 252.

15 M. L. Smith/G. V. Glass: „Metaanalysis of Psychotherapy Outcome Studies“, American Psychologist 32/1977, S. 752 – 760, nach methodisch strengeren Kriterien bestätigt durch J. T. Land­man/R. M. Dawes: „Psychotherapy Outcome: Smith and Glass’ Conclusions Stand Up to Scrutinity“, American Psychologist 37/1982: 504-516. Carkhuff (s. Anm. 14), S. 120.

16 E. Mayo-Wilson u.a.: „Media-delivered cognitive behavioural therapy and behavioural therapy (self-help) for anxiety disorders in adults“, Cochrane Database Systematic Review 9/2013, CD005330.

17 F. Scogin u.a.: „Efficacy of selfadministered treatment programs. Meta-analytic review“, Professional Psychology Research and Practice 21/1990, S. 42-47; R. A. Gould/G. A. Clum: „A metaanalysis of self-help treatment approaches“, Clinical Psychology Review 13/1993, S. 169-186; Silke Heimes: Warum Schreiben hilft. Die Wirksamkeitsnachweise zur Poesietherapie, Göttingen 2012.

18 Barack Obama im Interview mit der New York Times, in deutscher Übersetzung veröffentlicht in der Süddeutschen Zeitung Nr. 14, 18.1.2017, S. 9.

19 Zit. nach Frankfurter Rundschau, 28.1.2015: „Lesen rettet uns vor uns selbst“; siehe Andrea Gerk: Lesen als Medizin. Die wundersame Wirkung der Literatur, Berlin 2015.

20 Cornelia Geissler: „Rettungsanker“, Frankfurter Rundschau, 26.3.2015.

22 Silke Heimes u.a.: „Die Heilkraft der Sprache in der Poesietherapie“, Musik-, Tanz- und Kunsttherapie 19 (1) 2008, S. 36-47; dies.: „Kreative Bewältigung einer Lebenskrise mit Hilfe der Poesietherapie“, Musik-, Tanz- und Kunsttherapie 19 (2) 2008, S. 93-97, Karen A. Baikie/Kay Wilhelm: „Emotional and physical health benefits of expressive writing“, Advances in Psychiatric Treatment 11/2005, S. 338-346.

23 Hilarion Petzold, Ilse Orth (Hrsg.): Poesie und Therapie. Über die Heilkraft der Sprache. Poesietherapie, Bibliotherapie, Literarische Werkstätten. Aisthesis, 2005; Petzold, H. G., Leeser, B., Klempnauer, E. (Hrsg.): Wenn Sprache heilt. Handbuch für Poesie- und Bibliotherapie, Biographiearbeit, Kreatives Schreiben. Aisthesis Verlag, Bielefeld 2017.

24 www.teischel.com/filmtherapie, abgerufen am 23.1.2017; s. sein Buch Die Filmdeutung als Weg zum Selbst, Norderstedt 2007.

25 Teischel: Die Filmdeutung …, a.a.O., S. 221.

26 Susan Vahabzadeh: „Schau hin“, Süddeutsche Zeitung Nr. 17, 21.1.2017, S. 49.

27 P. Boer u.a.: „Paraprofessionals for anxiety and depressive disorders“, Cochrane Database Systematic Review 2/2005, CD004688.

28 Peter Tyrer u.a.: „Clinical and cost-effectiveness of cognitive behaviour therapy for health anxiety in medical patients: a multicentre randomised controlled trial“, Lancet 383/Januar 2014, No. 9913, S. 219–225.

29 Hildegard Müller-Kohlenberg: Laienkompetenz im psychosozialen Bereich, Opladen 1996, S. 129 f.; E. L. Cowen/E. Leibowitz/G. Leibowitz: „Utilization of retired people as mental health aides with children, American Journal of Orthopsychiatry 38/1968, S. 900-909.

30 J. R. Hilgard/D. C. Staight/U. S. Moore: „Better-adjusted peers as resources in group therapy with adolescents“, Journal of Psychology 73/1969, S. 75-100; D. K. O´Leary: „Der Einzug von Laienhelfern in das Klassenzimmer“, in G. Sommer/H. Ernst (Hrsg.): Gemeindepsychologie, München 1977, S. 120-131.

31 Efren Ramirez: „Help for the addict“, American Journal of Nursing 11/1967, S. 2348-2353. Professioneller Suchtprävention überlegen erwiesen sich „Ex-Addicts“ ebenfalls in einer Studie von Leonard Lo Sciuto u.a.: „Paraprofessional versus professional drug abuse counselors: Attitudes and expectations of the counselors and their clients“, International Journal of the Addictions 19 (3) 1984, S. 233-252. Andere Untersuchungen fanden zumindest keinen Erfolgsvorsprung von Profis: N. J. Konzel/B. S. Brown: „The counselor role as seen by ex-addict counselors, nonaddict counselors, and significant others“, Journal of Consulting and Clinical Psychology 41 (2) 1973, S. 315 ff.; B. S. Brown/R. F. Thompson: „The effectiveness of formerly addicted and nonaddicted counselors on client functioning“, Drug Forum 5 (2) 1975, S. 123-129; L. S. Aiken u.a.: „Paraprofessional versus professional drug counselors: Diverse routes to the same role“, International Journal of the Addictions 19 (2) 1984, S. 153-173 (Teil 1), 19 (4) 1984, S. 383-401 (Teil 2).

32 Hildegard Müller-Kohlenberg: Laienkompetenz im psychosozialen Bereich, Opladen 1996, S. 77-89.

33 H. J. Kerner u.a.: „Straf(rest)aussetzung und Bewährungshilfe“, Arbeitspapiere aus dem Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg 3/1984.

34 D. A. Dowell: „Volunteers in probation: A research note on evaluation“, Journal of Criminal Justice 6/1978, S. 357-361. In einer weiteren Studie der Universität Nebraska wurden 32 zufällig ausgewählte Straftäter von Richtern, also ebenfalls Personen ohne übliche Vorbildung, nicht minder erfolgreich betreut wie von entsprechend vorgebildeten Fachleuten. John Berman: „The volunteer in parole program“, Criminology 13/1975, S. 111-113.

35 Ärzteblatt, 24.2.2016: „Traumata bei Flüchtlingen: Experte schlägt Laientherapie vor“.

36 Arié Schlosberg: „Seven-year follow-up of an adolescent volunteer program in a psychiatric hospital“, Hospital and Community Psychiatry 42 (6) 1991, S. 632-633.

37 W. E. Needham/H. White/B. J. Fitzgerald: „A patient-therapist program“, Hospital and Community Psychiatry 17 (3) 1966, S. 44-45; E. Pfeiffer: „Patients as therapists“, American Journal of Psychiatry 123 (11) 1967, S. 1413-1418; C. K. Whalen/A. B. Henker: „Creating therapeutic pyramids using mentally retarded patients“, American Journal of Mental Deficiency 74/1969, S. 331-337; M. Mercatoris u.a.: „Mentally retarded residents as paraprofessionals in modifying mealtime behavior“, Journal of Abnormal Psychology 84 (3) 1975, S. 299-302; P. Wagner/M. Sternlicht: „Retarded persons as teachers: retarded adolescents tutoring retarded children“, American Journal of Mental Deficiency 79/1975, S. 674-679.

38 Harold M. Skeels: „Adult status of children with contrasting life experiences“, Monograph of the Society for Research in Child Development 105/1966.

39 Caspar Brosius in Der Irrenfreund 18/1876, S. 73.

Titelbild: Shutterstock

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