• Dr. Harald Wiesendanger

Gibt es noch Bielefelder?

Aktualisiert: Mai 1

Am 29. Juni 2020 scherten sich 3000 Bielefelder Fußballfans nicht um Hygieneregeln, als sie den Aufstieg ihrer Arminia in die 1. Bundesliga feierten. Prompt ging ein Sturm der Entrüstung durch die panikvirusverseuchte Republik. Zurecht?



Gibt es überhaupt noch Bielefelder? Müssten sie inzwischen nicht ausgestorben sein, dahingerafft vom Killerkeim? Die schrillen Schlagzeilen vom 29. Juni 2020 ließen jedenfalls das Allerschlimmste befürchten. Tags zuvor hatten rund 3000 euphorisierte Anhänger der Arminia-Kicker stundenlang den Aufstieg in die Erste Bundesliga gefeiert – im Freien, vor der Schüco-Arena. Lachend, gröhlend, singend, einander selig umarmend. Die brave Aufforderung der Vereinsführung, nicht zur Bielefelder „Alm“ zu kommen, ignorierten sie. Maske trug keiner, eine Alkoholfahne fast jeder. Die Sicherheitsabstände lagen eher im Millimeterbereich.


Prompt brach über die Vereinsführung ein Tsunami der Empörung herein. Da sei eine Party „eskaliert“, so las man. „Jetzt drohen Konsequenzen.“ (1) Beim Ordnungsamt ging eine Anzeige gegen die Vereinsführung ein, wegen Verstößen gegen die Corona-Bestimmungen.


Kleinlaut entschuldigte sich die Arminia: Ein solches „Fehlverhalten“, so räumte sie in einer Pressemitteilung zerknirscht ein, „hätte in keinem Fall passieren dürfen“.


Wieso eigentlich nicht? Welchen gesundheitlichen Schaden nahm Bielefeld denn? Bis 1. Juli, fünf Monate nach Beginn der „ersten Welle“, waren in der 335.000-Einwohner-Stadt im Nordosten Nordrhein-Westfalens nicht 5000, nicht 500, nicht einmal 50, sondern ganze FÜNF Patienten mit positivem Corona-Test verstorben – womöglich aber kein einziger WEGEN des Virus. Bis Anfang August kamen wie viele Tote hinzu? NULL. Bis Anfang September? ZWEI. „In der Stadt Bielefeld gibt es seit Beginn der Pandemie sieben Corona-Tote“, bestätigt das dortige Gesundheitsamt (https://www.bielefeld.de/de/covi/). (3) Im Schnitt EIN Opfer pro Seuchenmonat. Im Ernst: EINES. So „wütet“ ein Killervirus?


Auf den Intensivstationen der Bielefelder Krankenhäuser mussten Anfang August wie viel Corona-Infizierte behandelt werden? EINER. Und bei Redaktionsschluss dieses Artikels, am 9. September? Ebenfalls EINER. (1)


Nicht einmal die Ansteckungsrate veränderte sich nennenswert. Bis 30. Juni registrierten die örtlichen Behörden insgesamt 431 Infektionen, davon 19 aktive. Und anderthalb Wochen später, am 9. Juli? Da waren es immer noch 431, aktiv Infizierte gab es 6 weniger (2). Stand 11. August ließen sich gerade mal 57 infizierte Bielefelder ausfindig machen, und das trotz massiver Ausweitung der Tests. Und aktuell? 56. (1) Am 10. September meldet das Robert-Koch-Institut für 7,8 Neuinfektionen pro 100.000 Bielefelder. (2)


Viel Lärm um nichts: Auch anderswo füllten „Superspreader-Events“ eher Titelseiten als Arztpraxen und Krankenhäuser, Intensivstationen und Massengräber. Weiterhin zeigt uns niemand den faktischen Schaden auf, den beispielsweise die Berliner Großdemos vom 1. und 29. August, mit jeweils wohl Hunderttausenden von unmaskierten, dicht an dicht stehenden „Covidioten“, Deutschlands Volksgesundheit zugefügt haben sollen. Wo bleibt der Beweis?



Harald Wiesendanger


Anmerkungen

(1) http://www.radiobielefeld.de/nachrichten/infos-zum-coronavirus.html, zuletzt abgerufen am 10.9.2020.

(2) Gemäß der laufend aktualisierten „Interaktiven Karte“ von Deutschlands größtem Internet-Nachrichtendienst t-online, https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87823462/deutschland-diese-landkreise-gelten-als-corona-frei-interaktive-karte.html, zuletzt abgerufen am 10.9.2020.

(3) https://www.bielefeld.de/de/covi/

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