Unterbelichtet – Uns fehlt das Licht, der Medizin die Erleuchtung

Der Mensch braucht Licht wie Wasser und Essen, und zwar das ganze Spektrum von Ultraviolett bis Infrarot. Trotzdem haust er hinter Glas und unter Leuchtdioden, bei einem Bruchteil der Dosis, die unsere Vorfahren unter freiem Himmel abbekamen. Große Studien beziffern den Preis: mehr Krankheiten, verlorene Lebensjahre. Dabei wusste die Medizin einmal sehr genau, wie hervorragend Licht heilt. Warum will sie davon nichts mehr wissen?

Herr Lux ist frei erfunden, sein Alltag keineswegs. Sein Name ist blanker Hohn: In Lux messen Physiker die Helligkeit – und genau davon bekommt er zuwenig ab.
Morgens tappt er im Dunkeln zur Kaffeemaschine, fährt hinter getönten Scheiben ins Büro und sitzt dort acht Stunden unter LED-Paneelen, bei vorschriftsmäßigen 500 Lux. Vor der Tür wären es selbst an einem trüben Tag 5.000 bis 10.000, in der Sommersonne bis zu 100.000. (1) Und wenn er doch mal raus muss? Sonnenbrille, selbstverständlich. (1) Abends bestrahlen ihn Deckenspots, Fernseher und Tablet, bis er ins Bett fällt. Richtig hell wird es um Herrn Lux nie, richtig dunkel erst, wenn er gegen Mitternacht die Nachttischlampe ausknipst.
Er schläft miserabel. Sein Blutdruck klettert, der Blutzucker zieht nach, und sobald es im November um fünf dunkel wird, schlägt es ihm aufs Gemüt. Der Hausarzt zückt den Rezeptblock: Blutdrucksenker, Schlafmittel, Stimmungsaufheller, dazu Vitamin D aus der Dose. Eines fragt er nie: Wie viel Licht bekommen Sie eigentlich?
Dabei wäre das die Gretchenfrage.
Sonnenscheu? So riskant wie Rauchen
Dass Licht ein Nährstoff ist, zeigte 1919 der Berliner Kinderarzt Kurt Huldschinsky. Er setzte Kinder mit Rachitis vor eine Quarzlampe. Nach und nach wurden ihre weichen, krummen Knochen wieder fest. (2) Das Vitamin D, das dahintersteckt, entdeckten Forscher erst drei Jahre später.
Was geschieht, wenn es fehlt? Schwedische Forscher begleiteten 29.518 Frauen zwanzig Jahre lang. Wer die Sonne mied, starb früher. Nichtraucherinnen im Schatten lebten nicht länger als Raucherinnen in der Sonne; diese zu meiden, folgerten die Autoren, bringe ein Sterberisiko „von ähnlicher Größenordnung wie Rauchen“ mit sich. (3)
In Großbritannien werteten Epidemiologen Anfang 2026 die Daten von 419.007 Erwachsenen aus. In der Gruppe mit dem meisten UV-Licht lag die Sterblichkeit um 16 Prozent niedriger, jene infolge von Herz-Kreislauf-Leiden um 23 – ohne dass erkennbar mehr Menschen an Hautkrebs starben. (4) Und als 88.905 Briten eine Woche lang ein Messgerät am Handgelenk trugen, das neben jeder Bewegung auch die Helligkeit aufzeichnete, zeigte sich acht Jahre später: In der Gruppe, welche die hellsten Tage erlebt hatte, kamen Todesfälle bis zu einem Drittel seltener vor. Wer hingegen die Nacht zum Tag machte, trug ein um 21 bis 34 Prozent höheres Sterberisiko. (5)
Ob wirklich das Licht dahintersteckt, beweisen solche Zahlen nicht; wer viel draußen ist, bewegt sich womöglich auch mehr. Doch Alter, Einkommen, Rauchen und Lebensstil haben die Statistiker herausgerechnet, trotzdem hielt der Zusammenhang.
Nobelpreis für Lichtstrahlung
1903 ging der Nobelpreis für Medizin an den Dänen Niels Finsen, weil er Hauttuberkulose „mit konzentrierter Lichtstrahlung“ kuriert hatte. (6) 1928 ließ der Amerikaner Emmett Knott einer an Blutvergiftung Sterbenden Blut abnehmen, an einer UV-Lampe vorbeileiten und zurückfließen. Sie wurde gesund und gebar später zwei Kinder. (7) In Philadelphia behandelte der Arzt George Miley auf diese Weise 103 Patienten mit akuten eitrigen Infektionen. Von den früh Behandelten genasen alle 20, von den Fortgeschrittenen 46 von 47, von den Todgeweihten 17 von 36. (8)
Bald bestrahlten US-Kliniken Blut gegen Sepsis, Lungenentzündung, Tuberkulose, Arthritis, Asthma, sogar Kinderlähmung; später forschten vor allem russische Ärzte weiter. Gewiss, meist waren es kleine Studien, oft ohne Kontrollgruppe. Aber der Photomediziner Michael Hamblin, lange an der Harvard Medical School, spricht nicht umsonst von der „Heilmethode, welche die Zeit vergaß“ – und fordert, sie endlich gründlich zu untersuchen. (9)
Kanadische Psychiater prüften Licht so streng wie ein neues Medikament, mit Scheingerät und Scheinpille. Ihre depressiven Patienten saßen jeden Morgen 30 Minuten vor einer Tageslichtlampe. Nach acht Wochen waren 44 Prozent weitgehend beschwerdefrei. Mit dem Antidepressivum Fluoxetin waren es 19 Prozent, mit der Scheinbehandlung immerhin 30. (10) Londoner Forscher richteten 15 Minuten lang Rotlicht auf den Rücken von Probanden; nach einem Glukosetrunk stieg ihr Blutzucker um 27,7 Prozent weniger an. (11)
Hat Ihnen Ihr Arzt jemals Licht verordnet?

Haut, Auge, Zellkraftwerk: Wo Licht andockt
Wie nährt und heilt unsere Sonne? Ihr Licht findet im Körper mehr Andockstellen, als die meisten Ärzte ahnen.
Unter Ultraviolett B bildet die Haut Vitamin D. UVA entlockt ihr außerdem gespeichertes Stickstoffmonoxid, ein Gas, das die Adern weitet. Bei 24 Freiwilligen sank so der Blutdruck, ohne dass sich ihr Vitamin-D-Spiegel änderte. (12) Blaues Tageslicht reizt in der Netzhaut Zellen, die nichts sehen, sondern die innere Uhr stellen, den Taktgeber für Schlaf, Hormone und Stoffwechsel; entdeckt hat man sie erst 2002. (13) Am tiefsten dringen Rot und Infrarot ins Gewebe ein, zentimeterweit, bis zu den Mitochondrien, die in fast jeder Zelle aus Zucker Energie gewinnen. Unter Rotlicht drehen sie auf und verbrennen mehr davon. (11)
2025 maß eine Londoner Forschungsgruppe Sonnen-Infrarot, das einen menschlichen Brustkorb durchquert hatte; selbst Kleidung hielt es nicht auf. Im Labor richteten die Wissenschaftler 15 Minuten lang eine Infrarotlampe auf den Rücken ihrer Probanden. Tags darauf unterschieden diese Farbkontraste besser, auch wenn man ihnen vorher den Kopf in Alufolie gewickelt hatte. (14)
Augen und Blut leiten Licht durch unseren gesamten Körper. Wird dieser Prozess gestört – etwa durch Fenster, Brillen oder künstliche Leuchtmittel, die wichtige Teile des Spektrums ausblenden -, so kann sich eine Vielzahl schwerwiegender Erkrankungen entwickeln.
Womöglich spricht der Körper selbst mittels Licht. Dass lebende Zellen ultraschwach leuchten – gleich einer 20 Kilometer entfernten Kerzenflamme -, behauptete der Russe Alexander Gurwitsch schon 1923. Bei Mäusen fotografierten Physiker in Calgary dieses Glimmen 2025 mit hochempfindlichen Kameras. Mit dem Tod der Tiere verblasste es. (15) Einst waren Biophotonen eines der aktivsten und spannendsten Forschungsfelder innerhalb der Biologie, mit elf Nobelpreis-Nominierungen, Qualitätsprüfungen für Lebensmittel sowie einem Bluttest, der Krebs zu über 95 % treffsicher erkennen konnte. Im Westen kam dann der Krieg dazwischen, später der Eiserne Vorhang. In der Sowjetunion geriet das Fach 1948 unter die Räder, als Stalin die Genetik verfolgen ließ. Danach verschwand das Thema aus den Lehrbüchern, das Lebenslicht geriet in Vergessenheit.
Fast Food fürs Auge
Und was setzen wir uns stattdessen vor? Leuchtdioden. Ihr Licht ballt sich in einem grellen blauen Gipfel um 450 Nanometer; Rot liefern sie kaum, Infrarot gar nicht. (16) Die Glühbirne lieferte, wie Sonne und Feuer, das ganze Band bis tief ins Infrarot. Das wurde ihr zum Verhängnis. Zwischen 2009 und 2012 verbot die EU sie Schritt für Schritt, weil alles, was das Auge nicht als Helligkeit verbucht, als Verschwendung galt. (17; Näheres im KLARTEXT hier ») Ein Ernährungsamt, das nur noch Lebensmittel zuließe, die möglichst viele Kalorien pro Euro liefern, und Vitamine als Abfall verbuchte, hielte jeder für übergeschnappt. Für Lampen steht diese Rechnung seit 2009 im Amtsblatt der EU.
Ein Zuviel an Blau rächt sich ebenso wie ein Zuwenig an Rot. Am Abend stört vor allem das Blau. Es drosselt das Schlafhormon Melatonin; in knapp jedem zweiten Haushalt, den australische Forscher vermaßen, reichte die Abendbeleuchtung, um es zu halbieren. (18) 248 Chronobiologen hielten 2023 im Konsens fest: Wer sich Nacht für Nacht so viel Licht aussetzt, dass die innere Uhr aus dem Takt gerät, riskiert Schlafstörungen, Fettleibigkeit, Diabetes, Brustkrebs. Blaureiche LEDs gehörten mit einem Warnhinweis versehen. (19) Nachtschichtarbeit stuft die Krebsagentur der WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. (20)
Und das Rot? Den Leuchtdioden fehlt es. Die Londoner Wissenschaftler stellten elf Angestellten in einem allein von LEDs erhellten Büro zwei Wochen lang klare 60-Watt-Glühbirnen auf den Schreibtisch. Ihr Farbkontrastsehen nahm um rund 25 Prozent zu; auch Wochen nach dem Abbau der Lampen war es noch besser als vorher. (16)
Ist Kunstlicht also eine Hauptursache unserer Zivilisationsleiden? Bewiesen ist das nicht; dafür müsste man Tausende Menschen über Jahre in verschieden beleuchtete Wohnungen sperren. Abwegig ist die Sorge jedenfalls nicht. Immerhin verbringen wir 80 bis 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. (21) Ein Verdächtiger mit so reichlich Gelegenheit, unser Wohlergehen zu beeinträchtigen, verdient mehr als ein Achselzucken.
Kein Patent, keine Lobby, kein Interesse – Medizin im Halbdunkel
Warum verschmäht die Schulmedizin, wofür sie 1903 noch ihren höchsten Wissenschaftspreis vergab?
Zum einen, weil ab den 1940er Jahren Antibiotika aufkamen; sie verdrängten die Lichttherapien nicht nur, weil sie spektakulär wirksam waren, sondern auch, weil sie besser in die moderne Arzneimittelwelt passten: Pillen in genormter Dosis. Als das Blatt der US-Ärzteschaft 1952 nach einer Studie an ganzen 68 Patienten keinerlei Nutzen der Blutbestrahlung erkennen mochte, war die Sache gegessen. (22)
Zudem lässt sich Sonnenlicht nicht patentieren. Wer mag schon Hunderte Millionen für Zulassungsstudien ausgeben, wenn am Ende jeder das Mittel für umme bekommt? Ohne solche Studien aber gilt ein Verfahren als „unbewiesen“, und wer an Patenten verdient, hat wenig Grund, daran etwas zu ändern. Koppelt man die Blutbestrahlung hingegen an ein Medikament und ein firmeneigenes Gerät, heißt sie Photopherese, ist seit 1988 in den USA zugelassen und plötzlich Hochschulmedizin. Billig ist sie dann nicht mehr. Für den ersten Behandlungszyklus veranschlagten australische Gesundheitsökonomen knapp 53.000 australische Dollar (23), umgerechnet 33.000 Euro.
Hinzu kommt: Seit den Achtzigern an haben Hautärzte die Sonne zum Bösewicht gemacht, dem sie einen Hautkrebs-Tsunami anlasten. Inzwischen widerspricht ihnen einer der Ihren, der Edinburgher Dermatologe Richard Weller. (24)
Bis heute bewerten die Lumen-Buchhalter in Normungsgremien und Behörden Lampen nach der Lumenzahl, die auf jeder Packung steht. Diese Zahl misst nicht, wie viel Strahlung eine Lampe abgibt, sondern gibt an, wie hell sie dem Auge erscheint, gewichtet nach einer Kurve von 1924: Grün und Gelb zählen darin fast voll, Blau und tiefes Rot nur wenig, Violett, Ultraviolett und Infrarot praktisch gar nicht. (25) Die Netzhautzellen, die unsere innere Uhr stellen, kannte damals niemand (13); sie sprechen am stärksten auf Blau um 480 Nanometer an (19), das die Kurve mit einem Siebtel des Grünwerts abspeist. Nach dieser Logik verschwendet die Glühbirne den Großteil ihrer Energie, weil sie ihn als Infrarot abstrahlt, das unsere Mitochondrien antreibt; eine Lampe, die nur ein schmales Band sichtbaren Lichts liefert, gälte dagegen als nahezu perfekt. Den grellen Blaugipfel der LED wiederum verbucht die Rechnung als Nebensache – ausgerechnet den Anteil, auf den die innere Uhr am stärksten anspringt.
Und Herr Lux? Schluckt weiter seine drei Präparate. Dabei bräuchte er vor allem ein viertes, das keine Apotheke führt: morgens eine halbe Stunde unter freiem Himmel, mittags ein Stück Sonne – ohne Sonnenbrand, versteht sich –, abends weniger Blau.
Der Sonne fehlt nur eine Armee von Pharmareferenten. Hätte ein Konzern sie patentiert, gäbe es sie längst auf Rezept: ‚Lux forte’, morgens eine halbe Stunde, zuzahlungspflichtig.
Anmerkungen
(1) Richtwerte nach Baunetz Wissen, Stichwort „Beleuchtungsstärke“ (dort nach D. Haas-Arndt / F. Ranft: Tageslichttechnik in Gebäuden): im Freien bei klarem Sommerhimmel bis zu 100.000 Lux, bei bedecktem Himmel 5.000 bis 10.000 Lux; für Büroarbeit am Bildschirm gelten 500 Lux als Standard. https://www.baunetzwissen.de/licht/fachwissen/lichttechnische-groessen/beleuchtungsstaerke-5545869
(2) Huldschinsky, K.: „Heilung von Rachitis durch künstliche Höhensonne“, Deutsche Medizinische Wochenschrift 45 (26) 1919, S. 712–713, https://doi.org/10.1055/s-0028-1137830
(3) Lindqvist, P. G. u. a.: „Avoidance of sun exposure as a risk factor for major causes of death: a competing risk analysis of the Melanoma in Southern Sweden cohort“, Journal of Internal Medicine 280 (4) 2016, S. 375–387, https://doi.org/10.1111/joim.12496. Im Original: „… avoidance of sun exposure is a risk factor for death of a similar magnitude as smoking.“ Die Lebenserwartung der Frauen, die die Sonne mieden, lag um 0,6 bis 2,1 Jahre unter jener der Gruppe mit der meisten Sonne.
(4) Gu, J. u. a.: „Risk–benefit balance of habitual ultraviolet exposure for cardiovascular, cancer, and skin cancer mortality: UK Biobank cohort study“, medRxiv, 15.1.2026, https://doi.org/10.64898/2026.01.08.26343592 – eine Vorabveröffentlichung (Preprint), die noch kein Begutachtungsverfahren durchlaufen hat. Hohe gegenüber niedriger UV-Exposition: Gesamtsterblichkeit HR 0,84 (95-%-Konfidenzintervall 0,82–0,87), Herz-Kreislauf-Sterblichkeit HR 0,77 (0,71–0,85), Melanom-Sterblichkeit HR 1,04 (0,74–1,47); in der mittleren Gruppe lag Letztere bei 1,22 (1,00–1,49). Heller Hautkrebs wurde bei höherer Exposition häufiger diagnostiziert. Teilnehmer waren ausschließlich Menschen europäischer Abstammung. Bereits begutachtet ist die Vorläuferstudie mit rund 395.000 Teilnehmern: Stevenson, A. C. u. a.: „Higher ultraviolet light exposure is associated with lower mortality: An analysis of data from the UK biobank cohort study“, Health & Place 89, 2024, 103328, https://doi.org/10.1016/j.healthplace.2024.103328
(5) Windred, D. P. u. a.: „Brighter nights and darker days predict higher mortality risk: A prospective analysis of personal light exposure in >88,000 individuals“, PNAS 121 (43) 2024, e2405924121, https://doi.org/10.1073/pnas.2405924121. Hellste Tage (oberste zehn Prozent): Sterberisiko um 17 bis 34 Prozent niedriger; hellste Nächte: um 21 bis 34 Prozent höher – jeweils verglichen mit der dunkleren Hälfte der Teilnehmer, bei im Mittel acht Jahren Nachbeobachtung.
(6) Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1903 an Niels Ryberg Finsen „in recognition of his contribution to the treatment of diseases, especially lupus vulgaris, with concentrated light radiation, whereby he has opened a new avenue for medical science“, https://www.nobelprize.org/prizes/medicine/1903/summary/
(7) Knott, E. K.: „Development of ultraviolet blood irradiation“, The American Journal of Surgery 76 (2) 1948, S. 165–171, https://www.intavira.nu/science/Knott_1948.pdf. Die Patientin war nach einem septischen Abort an einer Streptokokken-Sepsis erkrankt und galt als todgeweiht; 1940 traf Knott sie bei guter Gesundheit an.
(8) Miley, G.: „Ultraviolet blood irradiation therapy (Knott technic) in acute pyogenic infections“, The American Journal of Surgery 57 (3) 1942, S. 493–507, https://www.americanjournalofsurgery.com/article/S0002-9610(42)90604-4/abstract
(9) Hamblin, M. R.: „Ultraviolet Irradiation of Blood: ‚The Cure That Time Forgot‘?“, Advances in Experimental Medicine and Biology 996, 2017, S. 295–309, https://doi.org/10.1007/978-3-319-56017-5_25. Hamblin: „UBI should be more investigated as an alternative approach to infections, and as an immune-modulating therapy.“ Mehr als 200 Fachartikel zur Blutbestrahlung aus den Jahren 1934 bis 2020, darunter die russischen, bespricht A Midwestern Doctor: „The Century of Evidence Putting Light Inside the Body Is A Miraculous Therapy“, 23.6.2024, https://www.midwesterndoctor.com/p/the-century-of-evidence-putting-light
(10) Lam, R. W. u. a.: „Efficacy of Bright Light Treatment, Fluoxetine, and the Combination in Patients With Nonseasonal Major Depressive Disorder: A Randomized Clinical Trial“, JAMA Psychiatry 73 (1) 2016, S. 56–63, https://doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2015.2235. 122 Patienten, acht Wochen, Lichtgerät mit 10.000 Lux. Remission: Licht 43,8 Prozent, Fluoxetin 19,4, Placebo 30,0, Licht plus Fluoxetin 58,6 Prozent. Fluoxetin allein war dem Placebo nicht signifikant überlegen.
(11) Powner, M. B. / Jeffery, G.: „Light stimulation of mitochondria reduces blood glucose levels“, Journal of Biophotonics 17 (5) 2024, e202300521, https://doi.org/10.1002/jbio.202300521. 30 gesunde Probanden, davon 15 mit Rotlicht (670 Nanometer) bestrahlt.
(12) Liu, D. u. a.: „UVA irradiation of human skin vasodilates arterial vasculature and lowers blood pressure independently of nitric oxide synthase“, Journal of Investigative Dermatology 134 (7) 2014, S. 1839–1846, https://doi.org/10.1038/jid.2014.27
(13) Berson, D. M. / Dunn, F. A. / Takao, M.: „Phototransduction by retinal ganglion cells that set the circadian clock“, Science 295 (5557) 2002, S. 1070–1073, https://doi.org/10.1126/science.1067262
(14) Jeffery, G. u. a.: „Longer wavelengths in sunlight pass through the human body and have a systemic impact which improves vision“, Scientific Reports 15, 2025, 24435, https://doi.org/10.1038/s41598-025-09785-3
(15) Gurwitsch, A.: „Die Natur des spezifischen Erregers der Zellteilung“, Archiv für mikroskopische Anatomie und Entwicklungsmechanik 100, 1923, S. 11–40. – Salari, V. u. a.: „Imaging Ultraweak Photon Emission from Living and Dead Mice and from Plants under Stress“, The Journal of Physical Chemistry Letters 16 (17) 2025, S. 4354–4362, https://doi.org/10.1021/acs.jpclett.4c03546
(16) Barrett, E. M. / Jeffery, G.: „LED lighting (350-650nm) undermines human visual performance unless supplemented by wider spectra (400-1500nm+) like daylight“, Scientific Reports 16, 2026, 3061, https://doi.org/10.1038/s41598-026-35389-6. Elf Beschäftigte mit Glühlampe am Arbeitsplatz, elf als Kontrollgruppe.
(17) Verordnung (EG) Nr. 244/2009 der Kommission vom 18. März 2009 über die umweltgerechte Gestaltung von Haushaltslampen mit ungebündeltem Licht, Amtsblatt der EU L 76 vom 24.3.2009, S. 3. Die Stufen griffen vom 1. September 2009 (matte Glühlampen und klare ab 100 Watt) bis zum 1. September 2012 (40 und 25 Watt). https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32009R0244
(18) Cain, S. W. u. a.: „Evening home lighting adversely impacts the circadian system and sleep“, Scientific Reports 10, 2020, 19110, https://doi.org/10.1038/s41598-020-75622-4. Vermessen wurden 59 Haushalte; in Wohnungen mit Energiesparbeleuchtung fiel fast doppelt so viel auf die innere Uhr wirkendes Licht an wie unter Glühlampen.
(19) Moore-Ede, M. u. a.: „Lights should support circadian rhythms: evidence-based scientific consensus“, Frontiers in Photonics 4, 2023, 1272934, https://doi.org/10.3389/fphot.2023.1272934. Die 248 Befragten hatten seit 2008 zusammen 2.697 Fachartikel über Licht und innere Uhr veröffentlicht. Zustimmung zu den einzelnen Aussagen: Schlafstörungen 87,4 Prozent, Fettleibigkeit und Diabetes 74,7, Brustkrebs 67,6, Warnhinweis („maybe harmful if used at night“) 79,1 Prozent.
(20) International Agency for Research on Cancer: „Night Shift Work“, IARC Monographs on the Identification of Carcinogenic Hazards to Humans, Band 124, Lyon 2020 – Einstufung in Gruppe 2A („probably carcinogenic to humans“). https://publications.iarc.who.int/593
(21) Umweltbundesamt: „Innenraumluft 2024 – Messen, Bewerten und Gesundes Wohnen“: „Im Durchschnitt verbringt der Mensch 80 bis 90 Prozent seiner Zeit in Innenräumen.“ https://www.umweltbundesamt.de/innenraumluft-2024
(22) Schwartz, S. O. u. a.: „Ultraviolet irradiation of blood in man; studies of sixty-eight patients“, Journal of the American Medical Association 149 (13) 1952, S. 1180–1183, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14938136/. Das Fazit der Autoren – keiner ihrer Patienten habe von der Bestrahlung profitiert – zitiert nach A Midwestern Doctor (wie Anm. 9).
(23) Edelson, R. u. a.: „Treatment of Cutaneous T-Cell Lymphoma by Extracorporeal Photochemotherapy“, New England Journal of Medicine 316 (6) 1987, S. 297–303, https://doi.org/10.1056/NEJM198702053160603. Die US-Arzneimittelbehörde FDA ließ das Verfahren 1988 zur Behandlung des kutanen T-Zell-Lymphoms zu.
(24) Weller, R. B.: „Sunlight: Time for a Rethink?“, Journal of Investigative Dermatology 144 (8) 2024, S. 1724–1732, https://doi.org/10.1016/j.jid.2023.12.027
(25) Die Einheit Lumen gewichtet Strahlung nach der Hellempfindlichkeitskurve V(λ), die die Internationale Beleuchtungskommission (CIE) 1924 festlegte. Ihr Höchstwert liegt bei 555 Nanometern (Gelbgrün); bei 480 Nanometern beträgt er rund 0,14, also etwa ein Siebtel. Ultraviolett und Infrarot gehen mit null in die Rechnung ein. Die Werte führt die CIE im Datensatz „CIE spectral luminous efficiency for photopic vision“: https://cie.co.at/datatable/cie-spectral-luminous-efficiency-photopic-vision

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