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Mit Gott reden? – Was Gebete heilsam macht

  • Autorenbild: Dr. Harald Wiesendanger
    Dr. Harald Wiesendanger
  • 2. Juni
  • 11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Aug.

„Beten Sie?“ In Umfragen antworten ­inzwischen vier von zehn Deutschen darauf: „nie“. Nur 17 % beten täglich. Einigermaßen regel­mäßig, vor allem sonntags und an christlichen Feiertagen, tun es 27 %. In schwierigen Lebenslagen – beispielsweise bei schwerer Krankheit, in Beziehungskrisen, in finanzieller Not, bei drohendem Jobverlust – wächst dieser Anteil auf 40 %.  Was bringt´s?


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Warum ist die Zwiesprache mit Gott weitgehend aus der Mode gekommen? Ein Hauptgrund ist: fortwährende Frustration. In früher Kindheit wurde uns ein Gottesbild anerzogen, das uns an einen himmlischen Vater glauben ließ: für die Augen unsichtbar, aber allgegenwärtig, allwissend, allmächtig, obendrein der Inbegriff von Liebe. Wie ein total perfekter Märchenpapa, allzeit bereit und fähig, uns zu beschützen und weiterzuhelfen. Beten bedeutete für uns Dreikäsehochs, diesen Vater um etwas zu bitten.


Doch allzu selten erfüllten sich unsere Anliegen daraufhin. Wenn wir insbesondere um Heilung baten – für uns selbst, für einen schwerkranken Angehörigen oder Freund -, wie oft trat sie daraufhin tatsächlich ein? Je öfter unsere Gebete unerhört blieben – gleichgültig, wie andächtig und inbrünstig wir sie vortrugen -, desto mehr wuchsen unsere Zweifel: Warum lässt Gott mich, oder meinen Nächsten, derart leiden, so stark, so lange, so unverdient? Schreit diese Not denn nicht buchstäblich zum Himmel? Wieso unternimmt Er nichts dagegen, obwohl er doch könnte? Kommt das nicht unterlassener Hilfeleistung gleich? Ein Vater, der seine Kinder leiden lässt, obwohl er eingreifen könnte, vernachlässigt Fürsorgepflichten. Er wird unglaubwürdig.


Aber diese Enttäuschung könnte von einem Missverständnis herrühren, was Beten ausmacht – und auf welche Weise es hilft. Viele stellen es sich vor als eine Bestellung bei einem transzendenten Amazon, verbunden mit der Erwartung, dass zü­gig, vollständig und frei von Mängeln geliefert wird. Geschieht das nicht, sind wir ungehalten. Träte Gott als Webshop-Betreiber auf: Seine Kundenbewertungen wären von fünf Sternen jedenfalls weit entfernt, eher lägen sie im tiefsten Keller.


Ist Beten nicht unlogisch?


Irgendwann werden unsere Zweifel grundsätzlicher: Wie logisch ist der Akt des Betens überhaupt? Der christliche Glaube versieht seinen Gott mit den Attributen der Allgegenwart, der Allwissenheit, der Allmacht und der allumfassenden Liebe. Bitten an ein derartiges We­sen zu richten – vorausgesetzt, es existiert überhaupt -, kam mir von früher Jugend an zunehmend absurd vor. Entweder weiß dieser Überallundnirgends-Jenseitige, wie sehr ich leide, kann es aber nicht ändern – dann wäre Er ohnmächtig; oder Er will es nicht ändern – dann wäre Er grausam; oder Er ahnt nichts davon – das widerspräche seiner Allwissenheit. Entweder Er weiß, was ich brauche – dann bekomme ich es ohnehin. Oder ich brauche es nicht, zumindest nicht von Seiner höheren Warte aus betrachtet – dann ist das Flehen darum ebenfalls müßig. Wenn Er alles jederzeit und überall zu unserem Besten bestimmt und lenkt, dann drückt sich auch in schwerster Krankheit eine göttliche Intention aus, den eine menschliche Willensäußerung, gleichgültig wie fromm und inbrünstig vorgetragen, schwerlich umbiegen kann; sie vollzieht sich unabhängig da­von, was der Betroffene anstellt oder bleibenlässt. (1) Schon Immanuel Kant bemängelte: «Das Beten, als ein innerer, förmlicher Gottesdienst, ist ein abergläubischer Wahn (ein Fetischmachen); denn es ist ein bloß erklärtes Wünschen gegen ein Wesen, das keiner Erklärung der inneren Gesinnung des Wünschenden bedarf.»  (2)


Von Ärzten dokumentiert: Gebete helfen


Trotzdem nutzen Gebete manchmal, zweifellos. Ganze Regal­wände ließen sich mit sorgfältigen Dokumentatio­nen von Gebetsheilungen füllen vereinzelt sogar ärztlich bestätigten. (3)


So berichtet der britische Arzt Rex Gardner über eine Kollegin, Jennifer Fendick (4), die sich 1975 mit Meningokokken-Bakterien infizierte. In lebensbedrohlichem Zustand wurde sie eines frühen Morgens ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose lautete auf «Waterhouse-Friderichsen-Syndrom»: ein geradezu schlagartig einsetzendes Leiden, das fast immer nach wenigen Stunden zum Tod führt. Seinen Namen gab ihm der Arzt Rupert Waterhouse, der 1958 starb. Im medizinischen Fachjargon gilt es als «<perakut» (von lat. acutus: zugespitzt; sinngemäß: höchst gefährlich) und «<foudroyant» (von frz. foudroyer: durch den Blitz erschlagen; sinngemäß: blitzartig einsetzend). Solche Diagnosen sorgen auf Intensivstationen stets für hektische Betriebsamkeit. In rasender Geschwindigkeit werden beim Waterhouse-Friderichsen-Syndrom beide Nebennieren irreversibel zersetzt. Hohes Fieber setzt ein. Der Infizierte wird leichenblaß, erbricht sich, hat Durchfall und zeigt alle Anzeichen eines Kollapses. Am ganzen Körper platzt die Haut auf, und Blut tritt aus. «Kein solcher Patient ist bei uns jemals durchgekommen», so resignierten Jennifers Ärzte von Anfang an.


Gegen 8:30 Uhr begannen vier Heilgruppen einer Sekte gleichzeitig, für Jennifer zu beten, ohne ihr Wissen. Jede war kilometerweit von ihr entfernt – doch beinahe augenblicklich begann sich der körperliche Zustand der Frau zu bessern, auch wenn sie noch vier weitere Tage im Koma lag. Eine Röntgenaufnahme von Jennifers Brustkorb hatte in der linken Lunge eine ausgedehnte Pneumonie, mit Zusammenbruch des Mittellappens, gezeigt – 48 Stunden später war sie verschwunden. Ein Augenarzt hatte an Jennifers linkem Auge ein zentrales Skotom festgestellt und fotografisch belegt: einen Ausfall des Gesichtsfeldes, der von einer Blutung im Augapfel herrührte. Jennifer würde auf diesem Auge für immer blind bleiben, so hatte er vorausgesagt – doch nachdem sie wieder zu Bewußtsein kam, konnte sie vollkommen klar sehen, und an ihrem Auge war keinerlei Schaden mehr feststellbar. Sie erholte sich vollständig.'


Ähnliche kaum fassbare Spontanheilungen nach Gebeten hat die amerikanische Ärztin Dr. Rebecca Beard dokumentiert. Eine davon widerfuhr ihrer Freundin Alice Newton, deren Bauch von einer riesigen Geschwulst „stärker angeschwollen war als der einer hochschwangeren Frau», wie die Ärztin notierte. Jeden operativen Eingriff lehnte die Patientin ab. Zwei Jahre brachte die tiefgläubige Frau mit Gebet und Bibellesen zu - dann verschwand der Tumor buchstäblich über Nacht, nach einem erschütternden Traum, in dem ihr der gekreuzigte Heiland zulächelte.


In einem anderen Fall aus Dr. Beards Sammlung wurde ein vierjähriger Junge, unter flehentlichen Gebeten von Angehörigen und der Ärztin selbst, schlagartig einen ausgedehnten, inoperablen Gehirntumor los; dabei hätte er, laut klinischer Prognose, binnen 12 bis 24 Stunden daran sterben müssen. (5)


Teilweise vorbildlich belegt sind auch die Gebetsheilungen des italienischen Franziskaners Francesco Forgione (1887-1968), besser bekannt als Pater Pio, der fast fünfzig Jahre lang die Wundmale Christi an Händen und Füßen trug. (Der Rechtsanwalt Alberto del Fante veröffentlichte 47 Gebetsheilungen Pios, die durch ärztliche Zeugnisse und Dokumente belegt sind. (6)


An solchen Fakten ist schwer zu rütteln; Mutmaßungen über «zufällige Koinzidenzen» muten eher hilflos an.


Gebetsheilung: ein rein psychologisches Phänomen?


Die Heilkraft des Gebets scheint Skeptikern rein psychologisch erklärbar. Sie argumentieren: Die Geisteshaltung, in der es gesprochen wird, sowie der feste Glaube an diese Kraft kann zu Bewusstseinszuständen und emotionalen Erregungsgipfeln hinführen, auf denen bei tiefreligiösen Menschen therapeutisch wirksame Autosuggestionen und Placebo-Effekte bisweilen biologische Selbstheilungsprozesse in Gang setzen. Das gleiche geschieht womöglich, wenn sich Gebete auf eine andere Person richten – vorausgesetzt, diese weiß davon. Das Geheimnis des Voodoo-Zaubers, ins Positive verkehrt.


Trotzdem bleiben medizinisch-psychologische Deutungen unvollständig. Denn drei Phänomenen werden sie nicht gerecht (7):  


• Wie sind Fernheilungen durch Gebete möglich - selbst dann, wenn Kranke nicht davon wissen? (8)


• Wie können Gebete mitunter selbst Kleinkinder und Bewusstlose erreichen?


• Und warum sind Gebetseffekte selbst bei Tieren und Pflanzen experimentell nachweisbar?


So deuten mehrere Studien an größeren Patientenstichproben auf einen statistisch bedeutsamen Gebetseffekt bei koronarer Herzkrankheit, bei Leukämie, bei chronisch stillstehenden oder sich verschlechternden psychotischen Erkrankungen und rheumatoider Arthritis hin, ebenso bei seelischen Problemen wie Angst oder verringertem Selbstwertgefühl. (9) Dabei war ein Großteil dieser Untersuchungen «doppelblind» angelegt: Weder die behandelten Patienten noch die Versuchsleiter, noch die beteiligten Ärzte wussten, für wen gebetet wurde und wer lediglich einer Kontrollgruppe zugelost worden war. Statistisch signifikant ergab sich: Auf wen sich Gebete richteten, der hatte eine größere Genesungschance, erholte sich rascher von Operationen, benötigte weniger Medikamente, wurde seltener zum Notfall.


Was kümmern Gott irdische Forschungsdesigns?


Wie ist dieses Phänomen zu erklären? Gehen wir es theo­logisch an, landen wir bei der heiklen Frage, was das für ein seltsamer Herrgott ist, der sich in For­schungs­designs von irdischen Medizinern einspannen lässt und Kranken Hilfe verweigert, nachdem sie einer „Placebo-Gruppe“ zugelost worden sind.


Was geschieht eigentlich in uns, während wir uns an Gott wenden? Vielleicht sollten wir Beten als eine Bewusst­seins­technik verstehen: eine Methode, unseren Geist in einen besonderen Zustand zu versetzen, in dem wir erfüllt sind von dem Gedanken und Gefühl: „Dein Wille geschehe“ – Dein Wille, nicht meiner. Wir hören auf zu wollen, zu verlangen, zu fordern. Stattdessen legen wir, demütig und vertrauensvoll, unser Schicksal in die Hän­de von Etwas, das viel größer ist als wir. Ähnelt ein solcher meditativer Bewusstseinszustand jenem, in den sich erfolgreiche Heiler begeben, wenn sie arbeiten? Könnte es nicht sein, dass man in diesem Zustand leichter Zugang findet zu dem, was Heiler „universelle Energien“ oder „kosmische Felder“ nennen? Dem Geheimnis des Gebetsheilens sind Parapsychologen womöglich eher auf der Spur als Theologen. (10)


Konfessionelle Fesseln ablegen


Sollte man also beten, wenn man erkrankt? Sollte man andere Kranke in seine Gebete einschließen? Ja, sofern man sich von ein paar verbreiteten Missverständnissen und Irrtümern freimachen kann.


Christliche Gebetsheilungen, wie zahlreich auch immer, beweisen nicht, dass man erst ein guter Christ werden muss, um eines ähnlichen Gnadenakts Gottes würdig zu sein. Denn solche Fälle «treten vermutlich nicht öfter auf als bei Navajo-Gesängen», wie der amerikanische Arzt Andrew Weil nüchtern konstatiert hat. (11) Dass Fürbitten von Moslems, Hindus oder orthodoxen Juden weniger oder mehr ausrichten als die eines frommen Katholiken, hat noch niemand belegt. Ebenso aus der Luft gegriffen ist die Vorstellung, ein Gebet müsse ganz bestimmte Formen und Inhalte aufweisen, die genau einzuhalten seien andernfalls werde seine Wirkung beeinträchtigt. Jedes beliebige Gebet kann heilsam sein; die Intention dahinter entscheidet. Wenn Gebete erhört werden, dann vermutlich nicht aufgrund einer ihnen innewohnenden Kraft oder irgendeiner anderen Eigenschaft sondern um des Menschen willen, der sie spricht. Nicht auf Wörter kommt es an, sondern auf den Geist, der dahintersteht. Auch sind Gebete keine magischen Beschwörungsformeln: keine Abrakadabras, die Viren und Bakterien wegzaubern. Eine Erfüllungsgarantie gibt es nicht. Beten. heißt bitten, nicht mehr.


Weder ein Gebet noch sonst irgendein religiöses Ritual, noch alle zusammengenommen reichen aus, einen Menschen vor Krankheit zu bewahren. Könnten sie dies, so müssten Personen, die allein von Berufs wegen vermutlich mehr beten als andere nämlich Geistliche , eine höhere Lebenserwartung aufweisen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Das gleiche gilt für Personen, auf die sich besonders viele Fürbitten anderer Menschen richten zum Beispiel Staatsoberhäupter.


Dieser Hypothese ging der britische Naturforscher Sir Francis Galton (1822-1911) schon vor anderthalb Jahrhunderten empirisch nach. In einer britischen Fachzeitschrift für Statistik veröffentlichte er eine aufweädige Untersuchung, die das Durchschnittsalter von mehreren tausend männlichen Briten über dreißig Jahre aus verschiedenen sozialen Gruppen miteinander verglich, die zwischen 1758 und 1843 gestorben waren. (12) (Ausgeschlossen wurden Todesfälle durch Unfälle oder Gewalt.) Dabei fanden Berücksichtigung: 294 Rechtsanwälte, 244 Ärzte, 1179 Vertreter des englischen Hochadels und 1632 aus dem niederen Landadel, 513 Handel- und Gewerbetreibende, 366 Offiziere der Landstreitkräfte und weitere 569 aus der Marine, 395 Schriftsteller und Wissenschaftler sowie 239 Künstler. Das durchschnittliche Sterbealter der einzelnen Gruppen betrug 66 bis über 70 Jahre. Daran gemessen, lagen 97 Mitglieder des englischen Königshauses mit durchschnittlich 64 Jahren deutlich unter dem Mittelwert, und 945 Geistliche ragten mit mittleren 69,4 Jahren keineswegs heraus. Bei besonders bedeutenden Angehörigen des Königshauses und des Klerus sank die mittlere Lebenserwartung sogar auf 66,4 bzw. 66,5 Jahre. Offenbar entscheidet also eine Fülle anderer, teilweise wohl erheblich gewichtigerer Faktoren mit über die Lebensdauer. (So lebten die meisten Geistlichen damals in ländlichen Gebieten, während Angehörige anderer Berufsgruppen mehrheitlich in der Stadt wohnten.)


Ebensowenig spricht für die Macht des Gebets, dass Mitglieder vieler Sekten erwiesenermaßen seltener krank werden und länger leben. Denn in der Regel pflegen sie eine Lebensweise, die ganz allgemein der Gesundheit förderlich ist; sie trinken und rauchen wenig oder gar nicht, und aus- schweifender Lebenswandel kommt selten vor. Da sie Medikamente möglichst meiden, spricht ihr Körper im Notfall auch schneller und positiver auf sie an.


Nicht das Beten allein, wohl aber tiefe Religiosität ist der Gesundheit überaus förderlich, der körperlichen ebenso wie der seelischen, wie die Mehrzahl der inzwischen über 200 empirischen Studien darüber belegt. (13) So beobachtete ein Psychologenteam acht Jahre lang, von 1982 bis 1989, über 2800 ältere Einwohner von New Haven. Diejenigen, in deren Leben Religion eine wichtige Rolle spielte, erkrankten im allgemeinen seltener, lebten länger, waren psychisch ausgeglichener, kamen länger ohne fremde Hilfe zurecht. Starke Glaubensbindung, so zeigte sich, wirkte sich dabei sogar stärker aus als soziale Kontakte oder ärztliche Betreuung. (14) Wie der australische Psychologe Jack Schumaker in Testreihen an Studenten fand, besteht auch umgekehrt zwischen Glaubensdefiziten und Krankheitsanfälligkeit oder anderen Merkmalen schlechter körperlicher Verfassung ein deutlicher statistischer Zusammenhang. (15) Zwischen christlich und eher esoterisch orientierten Versuchspersonen war dabei allerdings kein Unterschied feststellbar. Religiöse Überzeugungen, egal wovon, dienen als wichtiger «Puffer gegen Stress», erklärt der Psychologe: Der Glaube an eine andere Wirklichkeit, höhere Werte und einen letzten Sinn könne Spannungen abbauen, die nachweislich krank machen.



Anmerkungen


Die eingangs erwähnten Repräsentativumfragen: von TNS Infratest Sozialforschung unter 3480 Erwachsenen zwischen April und September 2012; sowie 2006 von der GfK Marktforschung Nürn­berg unter 1970 Bundesbürgern, im Auftrag der Zeit­schrift Apo­theken Umschau.

(1)   Harald Wiesendanger: Auf der Suche nach Sinn – Allerletzte Antwor­ten auf letzte Fragen, Lea Verlag: Schönbrunn 2005, S. 57 und 65.

(2)   Immanuel Kant: Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, Erstes Stück, Vierter Abschnitt: Der Dienst und das Pseudodienstwesen der Religion, 2. Aufl. 1794

(3)   Fallbeispiele in Harald Wiesendanger: Das Große Buch vom Geistigen Heilen – Möglichkeiten, Grenzen, Gefahren, Schönbrunn 2000, S. 87 f.; Harald Wiesendanger: Fernheilen, Band 2: Fallbeispiele, Forschungen, Erklärungen, Einwände, Schönbrunn 2004, S. 87 ff.

(4)   Ein Pseudonym.

(5)   Auszüge aus Beards Buch Was Jedermann sucht gibt der Parapsychologe Wilhelm Otto Roesermüller wieder in Wenn die Schulmedizin versagt. Religiöse und ärztliche außerschulmäßige Heilweisen, Bietigheim 1975, S. 42-47.

(6)   So genas der Arzt Dr. Francesco Ricciardi, ein radikaler Atheist, buchstäblich auf dem Sterbebett von einem schweren Krebsleiden, nachdem Pater Pio ihn in seine Gebete eingeschlossen hatte. Bei dem Chirurgen Dr. Antonio Scarparo verschwand ein Unterleibstumor mit Lungenmetastasen. Die Fabrikantentochter Nicoletta Mazoni, die an Gehirnstörungen mit Zungenparalyse erkrankt war, hatte ihre Eltern seit sechs Monaten nicht mehr erkannt; die Ärzte hatten sie aufgegeben, doch seit einer Fürbitte Pater Pios galt sie als vollständig geheilt. Gemma di Giorgi war blind, ohne Augäpfel zur Welt gekommen - trotzdem schien Pio sie sehend gemacht zu haben, wie ein fassungsloser Augenarzt in Wahrnehmungstests bestätigt fand. Psychologen der Universität Freiburg i. Br. verbürgen sich für einen Fall von Fernheilung eines organischen Leidens im Anschluss an Pios Gebete, dem sie eingehend nachforschten: Ein an beiden Beinen gelähmter italienischer Landarbeiter, der sich 1940 eine schwere Wirbelsäulenverletzung zugezogen hatte, konnte wieder ungehindert gehen. (Siehe Roesermüller, a. a. O., S. 52–56; s. Anm. 127.)

(7)   Siehe Harald Wiesen­danger: Fernheilen, Band 2: Fallbeispiele, Forschungen, Erklärun­gen, Einwände, Lea Verlag: Schönbrunn 2004.

(8)   Dem niederländischen Parapsychologen Wilhelm Tenhaeff berichtete ein Klinikdirektor über einen Kranken, der an Herzkammerflimmern litt und den er schon aufgegeben hatte. Plötzlich trat, entgegen allen Erwartungen, eine Besserung ein; schließlich konnte der Mann als geheilt entlassen werden. Später erst stellte sich heraus, daß sich die Frau des Kranken, ohne dessen Wissen, an einen Gesundbeter gewandt hatte. Beinahe zeitgleich mit dem Beginn der Heilgebete setzte die Genesung ein. Siehe Tenhaeff: Außergewöhnliche Heilkräfte, Olten/Freiburg i. Br. 1957, S. 306.

(9)   Siehe Harald Wiesen­danger: Das Große Buch vom Geistigen Heilen, a.a.O., S. 90;  Fernheilen, Band 2: Fallbeispiele, Forschungen, Erklärun­gen, Einwände, Lea Verlag: Schönbrunn 2004, S. 117 ff.

(10)  Mehr zur Parapsychologie des Gebetsheilens in Das Große Buch vom Geistigen Heilen, a.a.O., S. 90 ff.

(11)  Andrew Weil: Heilung und Selbstheilung, Weinheim 1988, S. 205.

(12)  Journal of the Statistical Society Bd. 12, S. 355; auch in F. Galton: "Statistical Studies in the Efficacy of Prayer», Fortnightly Review 12/1872, S. 125-135, nachgedruckt in C. G. Roland: "Does Prayer Preserve?» Archives of Internal Medicine 125/1970, S. 580-587.

(13)  Unter 24 Studien aus den Jahren 1951 bis 1979, die der britische Psychologe Allen Bergin von der Universität Brigham auswertete, deuteten 47 Prozent auf einen günstigen Einfluss religiösen Glaubens auf geistige Gesundheit hin. Nur knapp jede fünfte Studie wies dagegen psychopathologische Gefahren nach. Ein Drittel der Studien ging unterschiedlich aus. (Siehe Allen Bergin: «Religiosity and Mental Health: A Critical Reevaluation and Metaanalysis», Professional Psychology 14/1983, S. 170-184). Damit stimmt ein kürzlicher Literaturüberblick des amerikanischen Psychologen John Gartner aus Baltimore überein, der rund 200 Studien auswertete (Journal of Psychology and Theology 19/1992, S. 6–25).

(14) Die beiden Psychologen Ellen Idler und Stanislav Kasl berichten über diese Langzeitstudie im American Journal of Sociology 97/1992, S. 1052-1079.

(15) Jack Schumaker: «Mental Health, Belief Deficit Compensation, and Paranormal Beliefs», Journal of Psychology September 1987.


Dieser Betrag enthält Auszüge aus dem Buch von Harald Wiesendanger: Auswege – Kranken anders helfen (2015)



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