Eine radikal erneuerte Cholesterin-Leitlinie verspricht besseren Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Sicher schützt sie vor allem eines: das Geschäft mit Lipidsenkern. Ihr Rezept ist so alt wie durchschaubar: Niedrigere Grenzwerte, mehr Kundschaft. Nennen wir ihn Jonas. 32 Jahre alt, Nichtraucher, normalgewichtig, Blutdruck 122 zu 78. Täglich fährt er mit dem Rad zur Arbeit, joggt dreimal pro Woche, ernährt sich ziemlich vernünftig, trinkt Alkoholisches nur ausnahmsweise
Seit über einem halben Jahrhundert verteufelt die Pharmaindustrie ein lebenswichtiges Molekül: Cholesterin. Erhöhte Werte machen herzkrank und bringen uns dem Tod näher, so redet man uns ein – also gilt es, sie zu senken. Medikamente hierfür sorgen, mit fatalen Nebenwirkungen, für weltweite Jahresumsätze im zweistelligen Milliardenbereich. Behandelte ahnen nicht: In Wahrheit sind es eher zu niedrige Cholesterinwerte, die ihre Gesundheit gewaltig gefährden. Kürzlich schien es