• Dr. Harald Wiesendanger

„Gewünschte Schockwirkung“

Aktualisiert: Mai 1

Um Covid-19 „unter Kontrolle“ zu bekommen, empfiehlt ein Geheimpapier aus dem Bundesinnenministerium: Panikmache.


Gezielt Angst schüren: Eine solche „Kommunikationsstrategie“ in der Corona-Krise empfiehlt ein internes Papier aus dem Bundesinnenministerium. Seehofer hatte es zunächst zur „Verschlusssache“ erklären lassen, „nur für den Dienstgebrauch“, und sich geweigert, es herauszurücken. Doch das gemeinnützige Portal „Frag den Staat“ erzwang nun die Herausgabe, unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz. Seither ist das 17-seitige Dokument im Internet abrufbar. Es bestätigt schlimmste Befürchtungen: Eine Strategie maximaler Panikmache, die über die weitgehende Harmlosigkeit von SARS-CoV-2 hinwegtäuscht, soll das Volk dazu bringen, drastische Maßnahmen hinzunehmen, ja zu begrüßen. Es gehe darum, „Durchhaltekräfte zu mobilisieren“ – notfalls an statistischen Fakten vorbei. Was hier zum Vorschein kommt, ist gelinde gesagt ein ungeheuerliches Machwerk aus der Teufelsküche der Massenpropaganda, ersonnen mit einem strategischem Kalkül, vor dem Goebbels den Hut gezogen hätte. Als Augenöffner gehört es in die Hände jedes Bürgers, der noch des Lesens und Nachdenkens fähig ist.


Unter dem Titel „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ beschäftigt sich das Dokument mit der Frage: Wie verdeutliche ich den Bürgern den Ernst der Lage? Und wie bewege ich sie zum Mitmachen, wenn es um Ausgangsbeschränkungen und andere Zwangsmaßnahmen geht? Hier sehen die ungenannten Verfasser zwei Risiken: Zum einen sei die Sterberate zugegebenermaßen ja prozentual eher niedrig. Eine „Fixierung“ auf diese Tatsache - ist sie etwa nicht die entscheidende ? - könne dazu verleiten, alles halb so schlimm zu finden. Um das zu verhindern, müsse kommuniziert werden, dass „etwas sehr Bedrohliches auf uns zukommt“.


Zum anderen drohe ein Vertrauensverlust in die staatlichen Institutionen – ihm müsse nach dem Motto begegnet werden: „Wir haben die Gefahr erkannt und handeln entschieden und überlegt.“


Damit dem Volk einleuchtet, wie ganz arg schrecklich die Bedrohung ist, rät das Geheimpapier zu drastischen Maßnahmen: „Um die gewünschte Schockwirkung zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden.“ Dazu empfiehlt der Text allen Ernstes:


1. TODESANGST SCHÜREN. Den Bürgern müsse vor Augen geführt werden, dass viele Schwerkranke von ihren Angehörigen „ins Krankenhaus gebracht, aber abgewiesen werden“. Nun „sterben sie qualvoll um Luft ringend zu Hause. Das Ersticken oder nicht genug Luft kriegen ist für jeden Menschen eine Urangst. Die Situation, in der man nichts tun kann, um in Lebensgefahr schwebenden Angehörigen zu helfen, ebenfalls.“


2. SCHON KINDERN ANGST MACHEN. „Kinder werden sich leicht anstecken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen, z.B. bei den Nachbarskindern“, so heißt es in dem Papier. „Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann.“


3. VOR MÖGLICHEN LANGZEITSCHÄDEN WARNEN – „auch wenn wir bisher nur Berichte über einzelne Fälle haben“, wie die Autoren zugeben. Trotzdem müsse die Botschaft lauten: Diese Einzelfälle „zeichnen ein alarmierendes Bild. Selbst anscheinend Geheilte nach einem milden Verlauf können anscheinend jederzeit Rückfälle erleben, die dann ganz plötzlich tödlich enden, durch Herzinfarkt oder Lungenversagen, weil das Virus unbemerkt den Weg in die Lunge oder das Herz gefunden hat.“ Diese Aussichten „werden ständig wie ein Damoklesschwert über denjenigen schweben, die einmal infiziert waren.“


4. HISTORISCH ARGUMENTIEREN – NACH DER FORMEL „2019 = 1919 + 1929“. Im Jahr 1919 brachte die Spanische Grippe weltweit 25 bis 50 Millionen Menschen um. Im Jahr 1929 kam es zu einer Weltwirtschaftskrise. Die Botschaft ans Volk müsse lauten: Die Corona-Pandemie werde so schlimm wie Spanische Grippe und Weltwirtschaftskrise zusammen, falls es nicht gelingt, sie einzudämmen. Diese Formel werde „jedem einleuchten“ – abgesehen von der vernachlässigbaren Minderheit, die schon mitbekommen hat: Zur Spanischen Grippe könnten vorausgegangene Massenimpfungen beigetragen haben. Derselben Minderheit ist klar: Für die Wirtschaftskrise, die gerade auf uns zukommt, ist keine Virus-Pandemie verantwortlich, sondern der Irrwitz von panikvirusinfizierten Regierungen.


Wer verfasste das perfide Machwerk? Das Bundesinnenministerium weigert sich, die Identität der Autoren preiszugeben. Wie die Frankfurter Allgemeine erfahren haben will, soll „eine Gruppe von zehn Fachleuten“ an dem Papier mitgeschrieben haben. Namentlich erwähnt die FAZ aber nur vier – allesamt Ökonomen.


Wie viel Beachtung das Geheimpapier im politischen Berlin gefunden hat, bleibt Außenstehenden natürlich verborgen. Merkel setze eher auf „Einsicht“, heißt es. Die öffentlichen Auftritte von Regierungsvertretern sprechen jedoch Bände: Ausnahmslos jeder erweckt den Eindruck, er habe das Papier auswendig gelernt. Hat Seehofer nicht kürzlich in der Bild-Zeitung „Millionen Tote“ an die Wand gemalt? Anscheinend halten er und seine Kabinettskollegen es mit dem früheren EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“


P.S.: Sollte das brisante Papier wie von Geisterhand aus dem Internet verschwinden – was bei unangenehmen Dateien und systemkritischen Websites immer häufiger vorkommt -, sendet KLARTEXT es Ihnen gerne als PDF zu.


Harald Wiesendanger

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